Gleichgewichtstage

Das war doch mal ein Einundzwanzigster, der tatsächlich etwas Aufbauendes, zumindest etwas Herausragendes hatte. Nicht nur wegen des anhaltend tollen Sommerwetters. Es war auch so ein Tag, an dem sich Ruhigsein, Konzentration und ein dichter Aufgabenplan in verschiedenen Tätigkeitsbereichen nicht ausschlossen. Das ist für mich dann immer wohltuend und aufbauend, weil es meiner Idealvorstellung von Gleichgewicht im Alltag so wunderbar entspricht. Das ist eigentlich die Umsetzung dieser Vorstellung. Eine Umsetzung, die an solchen Tagen, die nicht zwingend Einundzwanzigste sein müssen, gelingen kann. Den größeren Teil meiner aktuellen Wunschbaum-Armbänder habe ich heute abschließen können, ein weiteres Projekt wird nächste -Woche folgen. Und danach ist es mir immerhin noch gelungen, das lange aufgeschobene Vorhaben mit der Bekämpfung des Buchsbaumzünslers endlich anzugehen. Weil man ja tatsächlich nicht wissen kann, wann die Raupen wieder zuschlagen und der schon totgesagte Buchsbaum gerade doch wieder frische Blatttriebe, zwar noch sehr überschaubar, bekommen hat, war das Spritzen mit dem für den Buchsbaumzünsler schädlichen Bakterium kein Luxus. Ich werde die Aktion nur noch einige Male wiederholen müssen, um eine Katastrophe wie im letzten Jahr zuverlässig zu verhindern.

Nutzlose Naturfreuden sind die schönsten

An den Sommer in dieser Form könnte man sich gewöhnen. Mir zumindest bekommt die trockenere Hitze ganz gut und auch besser als die eher lauwarme und feuchte Variante. Und dennoch kann das bei körperlich anstrengenderen Aufgaben zu einer Herausforderung werden. Heute ist aber damit noch mal alles gut gegangen. Ich freue mich dann auf die ehr schattigen kunsthandwerklichen Arbeiten am Wochenende und all die anderen Aktivitäten, die mich hoffentlich von der formalen und techniklastigen Arbeit im ausgleichenden Sinne wegführen. Vielleicht werde ich am Wochenende dem Maulbeerbaum noch einen weiteren Besuch abstatten, vielleicht warte ich aber auch noch eine Woche, damit zwischenzeitlich mehr Früchte ausreifen können und sich dann eher lohnt. Das Arbeiten im Freien, in Gartennähe und die Präsenz der Gartenbäume sind aber auch eine schöne Alternative, ganz nutzlos, aber genauso zur Jahreszeit passend.

Die erste Pflückung im kühlen Schatten der Maulbeerbaumkrone

Das gestern geschmiedete Vorhaben war schlüssig, so dass ich es heute auch umsetzen konnte. Zur Hälfte am Vormittag, zur anderen Hälfte am frühen Nachmittag habe ich die erste Pflückung der reifen Maulbeeren durchgeführt, zum Teil mit Vs Unterstützung. Aber ich habe überwiegend von der ausziehbaren Leiter aus gepflückt, weil die meisten und auch die größten Früchte natürlich in der oberen Baumkrone zu finden waren. Ein Problem ist bei diesem so vitalen Baum aber jedes Mal, dass es schwierig ist, alle Bereiche der Krone überhaupt zu erreichen. Es gibt nicht genügend tragfähige Äste, an die ich die Leiter sicher anstellen kann. So bleiben ganze Abschnitte der Krone letztlich unerreichbar. Aber alle machbaren habe ich soweit wie möglich abgepflückt. Das hat bei dieser Baumart nicht viel zu bedeuten, da die Fruchtreife sich über einige Wochen erstreckt, in denen die Maulbeeren nach und nach reifen. Und das ziemlich gleichmäßig verteilt, so dass man regelmäßig weiße, rote und schwarze Früchte nebeneinander findet und dann, da es sich um eine schwarze Maulbeere handelt, immer versuchen muss, die schwarzen herauszupicken. Das ist auch ein ganz treffender Ausdruck für diese Pflücken, bei dem man sehr ruhig und zielsicher vorgehen muss. Die „Befestigung“ der Früchte mit ihren kurzen Stielchen ist nämlich so instabil, dass sie bei der geringsten Berührung gleich herunterfallen. Entsprechend dicht gesät ist trotz der Vorsicht der Boden unterhalb der Krone, da sehr viele Früchte abfallen, bevor ich sie zu greifen kriege. Aber die durchaus angenehme, weil im kühlenden Schatten inmitten der Baumkrone geschützte Pflückaktion war durchaus erfolgreich. Riesen Mengen sind bei den relativ kleinen Früchten, die durchschnittlich vielleicht die halbe Größe von Brombeeren erreichen, zwar nicht zu erwarten. Aber ein großer gefüllter Obsteimer als Ernte für einen Tag ist eigentlich nicht schlecht. Ich hoffe, in den nächsten Wochen genügend Zeiträume freimachen zu können, um immer wieder eine Runde zu pflücken. Am Ende sollten wir genügend geerntet haben, um unseren langsam zu Neige gehenden Vorrat an leckerer Maulbeermarmelade wieder auffüllen zu können.

Legitimes Baum-Vorhaben am bevorstehenden Feiertag

Das war fast ein Duplikat des Vortags, auch was die Verteilung und Gewichtung meiner Aufgaben betrifft. Das Gute zudem in solchen Sommerwochen, die durch einen Feiertag geteilt sind: Die Menschen nutzen das gerne für Kurzurlaube, Auszeiten und allgemein um den Gang ein wenig zurückzuschalten. Das ist immer vorteilhaft, wenn ich an kreativen Aufgaben sitze, die viel Zeit erfordern und mit wenig Ablenkung besser vorankommen. So habe ich meine Außentermine und externen Vorhaben geschickt am Rande dieser Auszeit-Wochen platziert, so dass ich insgesamt einen ausgewogenen Fluss der Aktivitäten erreichen kann. Nach der erneuten Arbeit mit den verschiedenen ausgefallenen Baum- und Holzarten am Nachmittag habe ich für den morgigen Feiertag etwas ins Auge gefasst, was als Aktivität an einem Feiertag legitim erscheint, weil es keine Arbeit im engeren Sinne darstellt. Ich denke tatsächlich daran, die erste Pflückung am Maulbeerbaum anzugehen, da V. ja davon berichtet hat, wie dicht und üppig der in diesem Jahr mit reifen Früchten gesegnet ist. Bei tollem Sonnenschein, feiertäglicher Ruhe und im halbtransparenten Schatten der ausladenden und dichten Krone des Maulbeerbaums sollte das eigentlich ein stimmiger Einsatz werden.

Im sommerlichen Kontakt zu spannenden Holzarten

Nach einem schon ziemlich mit zahlreichen ganz anderen Aufgaben angefüllten Arbeitstag hätte ich nicht gedacht, ab dem späten Nachmittag noch mit so verschiedenen Holzarten in Berührung zu kommen. Bei diesem ersten Arbeitsschritt für die Herstellung unterschiedlicher Wunschbaum-Armbänder waren folgende z. T. recht exotische Holz- und Baumarten beteiligt: Holunder, Haselstrauch, Hainbuche, Ginkgo und sogar Weißdorn. Von letzterem habe ich nur noch wenige Abschnitte auf Vorrat, ein Anlass, neues Material zu besorgen. Es hat mich aber einfach gefreut, um diese Jahreszeit, in der wir den längsten Tagen des Sommers entgegen gehen, bei Sonne und Wärme zugleich, diese spannenden Hölzer bearbeiten und mit der Energie ihrer Bäume in Kontakt treten zu können. Und natürlich geht diese Arbeit in verfeinerter und detaillierterer Form in den nächsten Tagen weiter. Darauf freue ich mich, zumal das Wetter konstant zu bleiben verspricht.

Sommer, Maulbeeren und der Fokus auf zentralen Lebensaufgaben

Der Sommer ist heute wieder zurückgekehrt, und mit ihm einige zuletzt nicht mehr selbstverständliche Kommunikationen, die von wechselseitiger Wertschätzung und gemeinsamer Lebenserfahrung zeugen. Das ist nach langen Phasen scheinbar von Technik allein dominierten Aufgaben und Herausforderungen eine Wohltat. Ist es doch näher an dem, worum es zumindest in meinen selbstgesteckten Lebensaufgaben eigentlich geht. Man kann das zwischendurch fast aus den Augen verlieren, wenn vermeintlich Vorrangigeres alle Energie einfordert. V. berichtet von vielen schon reifen und damit erntefähigen Maulbeeren, die teilweise von den Vögeln schon attackiert werden und massenhaft schon verloren auf dem Boden liegen, weil diese Früchte sich ja schon bei geringsten Erschütterungen der Zweige lösen und herunterfallen. Das ist auch beim Pflücken eine Herausforderung, die einen zwingt, besonders vorsichtig vorzugehen. Ich schätze aber, nicht vor dem Wochenende dazu zu kommen, die erste Pflückaktion der leckeren Früchte durchzuführen. Ich bin aber jetzt schon gespannt, wie sie sich entwickelt haben und ob sie wirklich so ergiebig und zahlreich in diesem Jahr ausfallen, wie es zuletzt schien.

Sonntag mit reanimierender Entdeckung

wunschbaum.de: Baum-Kunst-Galerie

Wohltuend und beruhigend, so ein Intermezzo-Tag mit viel Regen und weniger knalliger Sonneneinstrahlung. Da konnten die Bäume, Stauden und Blumen einmal durchschnaufen und ihre Flüssigkeitsreserven auffüllen. Nur anhalten sollte das nicht länger, auch weil wir uns an den Sommer schon gewöhnen durften. Leider ist das auch nicht gut für die Sonnenbilanz dieses Monats, die jetzt schon absehbar unter der des Vormonats liegen wird. Aber solange sich die Pflanzen stressfrei und vital weiterentwickeln, soll es mir recht sein. Dieser Sonntag war, seiner Aufgabe und Rolle gerecht, ziemlich ausgeglichen. Unter anderem hat es mich auf mein Internet-Pionierprojekt, die Wunschbaum-Seite geführt, die ja schon seit langem auf ein Redesign wartet. Das wird auch noch länger auf sich warten lassen. Aber eines konnte ich nach kurzer Recherche wieder zum Leben erwecken, was seit einigen Jahren nicht mehr zugänglich war: Meine damals mit Flash und ActionScript gestaltete Galerieauswahl meiner bildhauerischen Arbeiten konnte ja seit dem Wegfall der Unterstützung von Flash-Animationen in allen Webbrowsern nicht mehr gezeigt werden. Dabei waren gerade die künstlerischen Arbeiten rund um das Thema der Bäume und der Baumsymbolik wesentlicher Bestandteil meines Wunschbaum-Konzepts gewesen. Und eine andere Darstellungsform hatte ich dafür nicht entwickelt. Jetzt habe ich tatsächliche eine technische Möglichkeit gefunden, die regulär nicht mehr unterstützte Flash-Funktion durch ein ersetzendes Softwaretool zu reanimieren. So freue ich mich sehr, dass nach 5jährigen Unterbrechung diese Arbeiten aus einem Zeitraum von ca. 15 Jahren jetzt für Interessierte wieder zu sehen sind und mein Spektrum an Wunschbaum-Projekte wieder vollständiger illustrieren können: https://wunschbaum.de/galerie_bildhauerei.html

Domestizierender Rückschnitt

Es war wie immer um diese Zeit des Jahres: Der Efeu hatte in den letzten Wochen gewaltig an Biomasse zugelegt, ist enorm gewachsen, was man an den weit abstehenden langen Trieben erkennen konnte. Es war also an der Zeit, ihn wieder zurückzuschneide. Eine immer schweißtreibende Angelegenheit, die sowohl mit der elektrischen Heckenschere als auch per Hand zu erledigen ist. Denn bei uns wachsen die Ranken zum Teil mit Weinstöcken zusammen und nebeneinander. Da muss ich immer vorsichtig sein, um nicht versehentlich einen Weinstock zu verletzten. Entlang der Einfahrt, rund um die Grotte, am Ende war ein großer Grünschnittsack und der Großteil der Biotonne randvoll gefüllt. Der Grünschnitt vom Rasen hat die Bioabfall-Kapazität dann endgültig erschöpft. Aber ich bin froh, dass ich diesen Rückschnitt zusammen mit anderen Gartenarbeiten heute abschließen konnte. Danach fühlen wir uns wieder wohler, weil man erst dann die Entwicklung des Gartens im Verlauf des Sommers erst wieder richtig wahrnehmen kann. Zu viel ungeregeltes Wuchern widerspricht wohl dem domestizierten Natursinn der meisten. Da sind wir keine Ausnahme.

Fotografierwetter und die natürliche Verstärkung von außen

Diesen bisher wohl wärmsten Tag des bisherigen Jahres habe ich nicht umsonst für das umfangreiche Fotoshooting ausgewählt. Bei solche Supersommerwetter, das von Hitze und Sonnenlicht gleichzeitig gesegnet ist, fällt das Fotografieren vergleichsweise leicht. Die Helligkeit von außen unterstützt die zusätzliche Tageslichtbeleuchtung und reduziert die Belichtungsdauer. Vor allem aber wirkt solches Sommerwetter motivierend auf die Beteiligten. Das waren in dem Fall sowohl Porträtierte als auch Mitarbeitende, die sich am Arbeitsplatz und in konkreten Tätigkeiten präsentiert haben und damit sehr schön ihre Arbeit und die Leistungen illustrieren konnten. Das ist bei Wärme und strahlendem Sonnenschein selbstverständlicher als zu anderer Jahreszeit und ohne die natürliche Verstärkung von außen. Das intensive und umfangreiche Shooting war einmal wieder eine interessante und auch anregende Ergänzung zu den fotografischen Bemühungen, die mich immer wieder, uns so auch in diesem Sommer wieder, in engen ästhetischen Kontakt mit den Bäumen bringen.

Lichtes Sommergrün in der heimischen Baumlandschaft

Heimische Baumlandschaft im Juni 2025

Das sind diese typischen Sommertage mit intensiver Sonneneinstrahlung und beträchtlicher Wärme, die uns am Abend jede Menge Gießwasser für die Sommerblumen herbeischaffen lässt und tagsüber recht anstrengend werden kann, wenn man sich viel draußen bewegen will oder soll. Aber wir sind natürlich auch froh, dass uns phasenweise diese Sommermomente gegönnt sind. Zu oft und lange haben wir das Gegenteil, eine komplette Abweichung vom Gewohnten erlebt. Gerade in den letzten beiden Sommern. Am Wochenende war diese typische Früh- und Hochsommerstimmung, das besondere flirrende Sommertage-Licht beim Gang durch die heimische Baumlandschaft spürbar. Und darin zeigt sich auch meine hier geäußerte Beobachtung, dass zurzeit vor allem das grüne Wuchern dominiert, aber nur wenige Farbakzente zu beobachten sind.

Sommer, Blumen und Bäume

Es ist die Zeit, in der die Beschäftigung, das tägliche Gießen und Betrachten der Sommerblumen am schönsten ist. Sie sind noch nicht sehr kräftig herausgewachsen, entfalten aber jetzt schon ihren Charme und werden auch von Passanten gelobt. Obwohl wir eigentlich jedes Jahr eine andere Zusammensetzung haben, ist es doch immer wieder eine runde Sache, mit kleinen Überraschungen und gelegentlichen Ausfällen. Aber insgesamt doch ein Erlebnis, auf das ich im Sommer ungern verzichte. Das hat in den letzten Jahren meine Begeisterung für die Bäume ergänzt. Manchmal gibts sogar Phasen, in denen ich mich den Blumen und Stauden stärker verbunden fühle oder diese mich mehr anziehen. Tatsächlich ist der Gang durch die heimische Baumlandschaft zurzeit v. a. von der sommerlichen Witterung und Atmosphäre geprägt. Die Bäume selbst sind eher unauffällig, weil es zurzeit vor allem grünt und weniger blüht. Auch Früchte sind noch spärlich, so dass die farblichen Akzente fehlen. Aber ich habe schon mal mit dem Fotografieren begonnen und werde sicher in den nächsten Wochen wieder einen Geschmack entwickeln.

Sommer, Licht und Zeit für Fotografie

Nun war der erste Tag nach Pfingsten schon wesentlich sonnenreicher. Das lässt hoffen, und tatsächlich sollen wir bis Ende der Woche wirklich sommerliche Temperaturen und viel Sonnenlicht erhalten. Deshalb habe ich ein geplantes Fotoshooting auf den letzten Arbeitstag der Woche gelegt. Viel Licht ist als Rahmen fürs Fotografieren immer vorteilhaft, vor allem, wenn die Aufnahmen vornehmlich in Innenräumen stattfinden. Dann kommt zusätzliches natürliches Licht von außen. Und im gleichen Zuge wächst auch der Wunsch, die Jahreszeit im Spiegel der saisonalen Baumlandschaft in neuen Fotografien festzuhalten. Ich bin auf dem Gebiet zuletzt sehr inaktiv geworden. Höchste Zeit, meine Motivreihen im Bereich der Baumfotografie, aber auch von Holz- und Oberflächenstrukturen weiter auszubauen. Ich hoffe nur, die nötige Zeit und Muße dafür zu finden.

Feiertage und unverzichtbare Rückzugszeiten

Das Monatsblatt meines großen Baumkalenders habe ich einmal wieder erst mit einwöchiger Verspätung umgeblättert. Dabei hat gerade das Juni-Motiv etwas Beruhigendes. Es zeigt die Nahaufnahme in die Mitte eines Walds mit dunklen schlanken Stämmen, zwischen denen leichter Nebel steht und hinter denen Lichtkegel einfallen. Eine Szene und Stimmung, die entweder in die Morgen- oder Abendstunden dieser Jahreszeit passt. Tatsächlich ist auch an diesem zweiten Pfingstfeiertag die Sonne sparsam präsent gewesen, kam nur phasenweise zum Vorschein, zwischendurch von Wolken verdeckt, kombiniert mit mäßiger Wärme, die schon zu kühler, jahreszeituntypischer Temperatur tendierte. Unterwegs war ich wohl deshalb heute nicht. Aber ich konnte die kontemplative Stimmung des Feiertags nutzen, um einmal einen Gang zurückzuschalten. Gut, dass wir zu Weihnachten, Ostern und Pfingsten einen doppelten Feiertag zur Verfügung haben, der für mich nie nur ein freier Tag ist. Feiertage haben für mich immer noch eine ganz andere Anmutung. So war auch dieser Montag ein Tag mit festlicher, der Ruhigsein und Kontemplation begünstigt und an dem sich die Gedanken einmal vom vermeintlich Notwendigen des Arbeitsalltags wegbewegen können. Eigentlich unverzichtbar und lebenswichtig, was man merkt, wenn diese Gelegenheit zu selten werden.

Zur heutigen Bedeutung von Feiertagen

Nach der Abwechslung mit anderer Form der Konzentration gestern konnte ich den Pfingstfeiertag heute kontemplativer verbringen, als es möglich gewesen wäre ohne diese kleine Auszeit. Auch wenn zu Pfingsten traditionell auch Supersommerwetter passt und man das tatsächlich mit dem Pfingstfest in Verbindung bringt, hatte der Tag für mich etwas Feiertägliches. Das ist ohnehin das Wichtigste und etwas, für das ich sehr dankbar bin. Auch, dass uns diese Feiertage heute noch vergönnt sind und nicht auch noch eine Wirtschaftseffizienzlogik zum Opfer gefallen sind. So lange wir solche Symbolformen noch pflegen und mit immer wieder neuem, zeitgemäßem Inhalt und Wahrnehmen ausfüllen können, ist noch nicht alles verloren. Mit der besonderen Symbolik des Pfingstfestes und z. B. seiner vegetabilen Ausformung rund um die Lebenssymbolik der Bäume herum habe ich mich dieses Jahr weniger beschäftigt. Aber meine Gedanken gehen bei diesem Fest immer auch in diese Richtung. Ich versuche mir dann zumindest kurz zu vergegenwärtigen, wie stark oder schwach Gedanken und Aufmerksamkeiten dieser Art eigentlich heute noch vorhanden sind und sich irgendwie auswirken. Ob diese Dinge verbreitet noch eine wahrnehmbare Bedeutung haben. Ich meine schon, aber es ist untergründiger und weniger bewusst geworden. Da lohnt es sich schon, gelegentlich mehr Aufmerksamkeit zu erzeugen, wozu u. a. meine Texte zur Symbolik der Feiertage, auch rund um das Pfingstbrauchtum beitragen mögen: Zur Bedeutung der Bäume im Pfingstbrauchtum: https://wunschbaum.de/pfingsten.html

Persönliches Baumtagebuch von Bernhard Lux: Täglich begegne ich den Bäumen auf vielfältigen Wegen. An ihrem jeweiligen Standort in der Natur, in der Lektüre von Baum- und anderer Literatur, in der alltäglichen Reflexion, der handwerklichen Arbeit und im Gespräch mit der Familie oder Freunden und Kollegen. Es ist mir ein Bedürfnis, diese themenbezogenen Beobachtungen, Interaktionen und Kommunikationen in Form des Baumtagebuchs zu dokumentieren. Seit dem 20. November 2004 habe ich keinen einzigen Tag ausgelassen – ein Zeichen dafür, dass das Baumthema und der Baum als Archetypus tatsächlich im Alltagsleben verankert ist und vielfältige inhaltliche Assoziationen ermöglicht. So mag dieses Baumtagebuch jeden seiner Leser/innen auf die Spur einer je eigenen Beziehung zu den Bäumen führen.