Wieder aufwachen

Nun ist mit dem Adventskranz auch der letzte Rest Weihnachten zumindest aus dem Haus verbannt. Und das ist auch ganz gut so, denn die Weihnachtsstimmung ist endgültig verflogen und würde auch beim besten Willen bei diesen Frühlingstemperaturen nicht mehr aufkommen. Auf der Straße, in den Geschäften und bei öffentlichen Anlagen verhält es sich teilweise noch anders. Gestern habe ich beobachtet, wie ein Straßenweihnachtsbaum von städtischen Mitarbeitern auf einen LKW geladen und abtransportiert wurde. Vielerorts sind noch die Weihnachts-Stern-Beleuchtungen an den Geschäftsfassaden zu sehen und werden wohl aus Bequemlichkeit bei vielen so schnell nicht entfernt werden. Ich weiß nicht, wie es anderen da geht, aber ich habe den traurigen Eindruck, dass der Aufbruch, der dem Tag der längsten Dunkelheit eigentlich auch in den Köpfen der Menschen folgen sollte, nicht einmal ansatzweise begonnen hat. Da macht sich eine merkwürdige Diskrepanz breit zwischen den vollmundigen Ankündigungen der Politik und den mit ihr zunehmend verbandelten Medien und den tatsächlichen Lebensbedingungen, der Motivation und Zuversicht der Menschen, die sich wie in einem luftleeren Raum bewegen und dabei keine Richtung, keine Marken, kein wirkliches Ziel mehr erkennen können. Der von Roman Herzog vor Jahren so plastisch beschworene ,,Ruck“ durch Deutschland scheint mir ferner denn je. Zunächst müsste einmal ein Aufwachen kommen, bevor sich sonstiges bewegen kann.

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