Ungewöhnliche Turbulenzen jahreszeitlicher Erwartung

Auch wenn es schon mehrfach in den letzten Tagen Thema war. Die Anmutung von November in der Mitte des Septembers ist so ungewöhnlich, dass ich die Anmerkung nicht vermeiden kann. Tatsächlich ist die Befindlichkeit ganz auf den Übergang zum Winter eingestellt. Nur, dass gerade erst der kalendarische Herbstanfang vor der Tür steht. Die unpassende Vorwegnahme einer erst viel später erwarteten Witterung bringt den Organismus v. a. von uns Menschen durcheinander und lässt auch die jahreszeitlich geprägte Emotion in Turbulenzen geraten. Man sieht sich in einer Szene, die von Grablichtern als symbolische Kompensation fehlenden Tageslichts bestimmt ist, aber die Blätter der Bäume sind noch überwiegend grün, zeigen nur bei einzelnen Arten bereits herbstlichen Verfall. Eine starke Diskrepanz zwischen visuellem Eindruck und Stimmung, zwischen idealtypischer Erwartung und tatsächlicher Wahrnehmung. Das lässt bisweilen trübe Gedanken aufkommen, wo das leuchtende Rot, Gelb und Braun der Herbstblätter doch eigentlich Heiterkeit und versöhnlichen Abschied vom Sommer signalisieren sollten. Schwer vorstellbar, wie das in einem möglicherweise goldenen Oktober noch aufgehoben werden könnte.

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