Unbegreiflich

Wie könnte ich an einem solch tragischen Tag von Bäumen reden! Gestern noch habe ich mich wie selbstverständlich von ihm verabschiedet. Und heute ist mein langjähriger Chef schon tot. Ein Tod, mit dem niemand gerechnet hat, der so unverhofft kam und der so unbegreiflich ist, dass alle, die ihn kennen und schätzen, die Nachricht erst einmal verdauen müssen. Lange, so sage ich voraus, wird es dauern, bis man sich klar gemacht hat, was da passiert ist. Groß wird der Verlust sein, vor allem für die Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter, denen er als Puppenspieler über zwei Jahrzehnte so viel Freude bereitet hat. Gleichgültig, ob und wie es jetzt weiter geht, zu ersetzen wird er nie sein. Zu sehr tragen die Initiativen seine Handschrift, zu vieles ist nur mit ihm und durch ihn denkbar. Umso mehr wünscht man sich, dass seine Schöpfungen überleben werden, die so große Wirkungen in der ganzen Republik hinterlassen haben. Dass eine Möglichkeit gefunden wird, sie am Leben zu halten und weiter zu entwickeln. Ihm selber wäre das sicherlich wichtig. Und gerade deshalb haben wir beschlossen, die morgigen Vorstellungen nicht abzusagen. Ihm zum Gedenken. Ich drücke den Puppenspielern die Daumen, dass sie das schaffen.

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