Notwendige Rückbesinnung auf naturbezogene Wurzeln

Heute haben wir für V. wieder alle Voraussetzungen für eine Rest-Mobilität in den nächsten zwei Jahren geschaffen. Solche kleinen Technik-Exkursionen sind ganz erholsam, auch wenn ich dafür meine Projektarbeit immer unterbrechen muss. Aber andererseits helfe ich V. auch gerne bei solchen Dingen, die sonst vielleicht nicht mehr gut umsetzbar wären. Unterdessen verdichten sich gerade wieder meine anderen auf die Kommunikationsarbeit bezogenen Technikaufgaben und gehen aber auch einem vorläufigen Abschluss entgegen. Einige Tage werde ich noch in dieser intensiven Schien mich bewegen müssen. Aber dann werden kreative und inhaltliche Aufgaben auch wieder stärker in den Mittelpunkt rücken und wieder mehr Zeit und Anstrengung erfordern. Das alles natürlich parallel zur Wahrnehmung und mühsamen Verarbeitung all dessen, was uns an sozialen, politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Umwälzungen täglich begleitet. Ich hoffe bei all den Anstrengungen und Überforderungen unserer Zeit, dass immer wieder und immer noch Freiraum für die Rückbesinnung auf unsere natürlichen Hintergründe und Wurzeln bleibt. Ich versuche das möglich zu machen – für mich selbst, aber über die Wunschbaum-Initiativen auch einiges davon weiterzugeben und für andere nutzbar zu machen.

Kontakt mit den natürlichen Grundlagen suchen

Es wird so viel über die Krise und ihre Stimmung gesprochen. Und das ist berechtigt, scheint die Situation doch gerade auf ihrem vorläufigen Höhepunkt angekommen zu sein, wenn man von der verbreiteten Lethargie ausgehen will. Wir müssen das jetzt dennoch bewältigen. Und wir müssen versuchen, auf alles zurückzugreifen, was wir im positiven Sinne in den letzten Jahrzehnten hinzugelernt haben. Persönlich, aber auch als Gesellschaft. Vielleicht erfordert es eine ungeahnte Form von Kreativität, bereits Erfahrenes und Verstandenes zum Auflösen von Situationen zu nutzen, die man so nie gekannt hat. Ich wünsche mir, dass das möglichst vielen von uns gelingt und bald so etwas wie eine kritische Masse der besonders Mutigen zur Verfügung steht. Versuchen wir, den Kontakt zu unseren natürlichen Grundlagen nicht zu verlieren und gerade an diese natürlichen Quellen anzuknüpfen, wie sie sich uns z. B. in der Begegnung mit den Bäumen unserer Lebenswelt offenbaren.

Wurzelkonkurrenz

Immerhin, die Renovierungsarbeiten habe ich lange aufgeschoben, allerdings für diese Hochsommermonate auch vorgesehen. Ich bin froh, heute den Anfang gefunden zu haben. Die Vorbereitung ist bei dieser Arbeit ohnehin die halbe Miete, morgen also die Feinarbeit. Und dann kann der Winter kommen, ohne dass wir uns Sorgen machen müssen. Am Abend, kurz bevor erneuter Regen kam, habe ich zusammen mit M. den Fächerahorn vom Efeubewuchs befreit. Wir hatten zuvor einige Wochen lang gerätselt, warum der kleine Baum, der sich in den beiden Vorjahren so prächtig entwickelt hat, sich plötzlich derart geschwächt zeigt und trotz sorgfältiger Bewässerung dürre Blätter trägt. Der Grund war, darauf hat uns einer unsere Nachbarn, der auch als Hilfsgärtner tätig ist, hingewiesen, dass im selben Pflanzgefäß, rund um seine Wurzeln, auch Efeu gepflanzt war. Ich weiß nicht mehr genau, ob wir es aus optischen Gründen hinzugesetzt haben oder es sich selbst gezüchtet hat. Jedenfalls haben dessen Wurzeln denen des Ahorns mächtig Konkurrenz gemacht und ihm offensichtlich Kraft und Energie abgezweigt, was zu den Trauerreaktionen führte. Anders kann es eigentlich nicht gewesen sein. Wie weitverzweigt und dicht das Wurzelgeflecht des Efeus ist, war mir bis vorhin nicht bewusst gewesen. Tatsächlich war es sehr schwierig, das Geflecht herauszuziehen, ohne die Wurzeln des Ahorns gleichzeitig zu beschädigen. Ganz gelungen ist es deshalb nicht, die Gefahr, etwas zu verletzten, war mir zu groß. Auch kann es natürlich sein, dass der Efeu aus verbliebenen Wurzelsegmenten erneut austreibt. In dem Fall müssten wir den gesamten Wurzelstock herausheben und versuchen, das Geflecht zu entwirren. Hoffen wir, dass dem Baum diese Prozedur erspart bleiben kann.