Symbolformen gegen Selbstzerstörung

Die technischen und formalen Erledigungen und Aufgaben dieser Tage passen ganz gut zum November und der allgemein trüben Stimmung. So als ob man zu allem sich noch mit besonders lästigen und ermüdenden Dingen belasten müsste. Da scheint gerade eine gewisse Tendenz zur Selbstzerstörung im Umlauf zu sein, vor der man sich hüten muss, um nicht selbst infiziert zu werden. Da ist es ein Glück, das ich mit großer Dankbarkeit aufnehme, wenn ich zwischendurch immer wieder auch wirklich individuelle Formen kreieren kann, deren Sinnhaftigkeit ich mit anderen teilen kann. Die Erzeugnisse der Wunschbaum-Manufaktur sind dafür die besten Beispiele und in diesen Zeiten eine Wohltat. Ich bin ziemlich sicher, dass die, die solche Symbolformen anfordern und manchmal über Jahre nutzen, das ganz ähnlich wahrnehmen.

Novemberarbeit am Baumkreis

Ganz ging mein Arbeitsplan heute nicht auf, was mit unverhofften Anfragen zu tun hatte, die zu schneller Erledigung drängten. Aber so ist das Unverhoffte zumindest erledigt, so dass ich mich am Wochenende auf meine aktuelle Manufakturarbeit konzentrieren kann. Der Baumkreis steht wieder einmal im Mittelpunkt des Geschehens. Und es wird das erste Mal seit einem halben Jahr wieder im Kelleratelier gearbeitet, da inzwischen natürlich der Arbeitsplatz im Garten nicht mehr in Frage kommt: Zu dunkel und zu kalt. Da mache ich es mir lieber im Keller gemütlich, sofern das an dem Platz möglich ist, und vertiefe mich in der Form, die so nur im Winter möglich ist, ganz auf das Holz und die Bäume, von denen es stammt. Bei der Baumkreis-Auswahl von 22 verschiedenen Holz- und Baumarten ist das besonders spannend, weil man dabei einen Parcours durch so unterschiedliche Charaktere und ihre symbolischen Implikationen hinlegen kann. Das ist sehr schön in dieser ansonsten so ungemütlichen Übergangszeit des Jahres.