Meine Entdeckung des Paulownia-Holzes fürs Kunsthandwerk
Den Versuch mit dem Holz des Blauglockenbaums (Paulownia) habe ich heute gleich umgesetzt und bis zum Nachmittag die Perlen für ein komplettes Wunschbaum-Armband fertiggestellt. Die waren sogar schon im Ölbad und liegen jetzt für einige Tage zum Trocknen aus. Danach kann ich sie einfädeln und das neue Armband im Bild festhalten. Ich werde es dann auch hier zeigen. Das Ölen ist generell der letzte Behandlungsschritt bei allen Perlen aus der Wunschbaum-Manufaktur, aber beim Paulownia-Holz ist entspricht das sogar der Empfehlung, die ich in Artikeln des holzverarbeitenden Handwerks nachträglich gelesen habe. Dort wird nämlich empfohlen, die Oberfläche mit Öl, Wachs oder Lasur zu veredeln, weil die Holzart extrem weich ist. Das kann ich nur bestätigen. Die sehr geringe Dichte und Weichheit waren schon beim Drechseln der Kantel offensichtlich und ausgeprägter, als ich das jemals bei einer Holzart mit geringem Gewicht beobachtet habe. Selbst Pappel, Linde oder Fichte setzen dem Drehstahl mehr Widerstand entgegen. Und beim Abtragen mit Schleifpapier muss man ebenso extrem vorsichtig vorgehen, um die Zieldicke nicht zu unterschreiten, was schneller als bei anderen Holzarten passiert ist. Eine Herausforderung war die Bearbeitung also schon, auch beim letzten Arbeitsschritt, dem manuellen Abrunden der Perlenkanten. Dabei musste ich lernen, viel weniger Druck und weniger Wiederholungen als sonst anzuwenden, weil ansonsten die Kanten zu stark abgerundet worden wären. An diese Eigenschaften muss man sich erst langsam herantasten und dann das richtige Maß für den Krafteinsatz herausfinden. Das Ölen hat neben der imprägnierenden und die Oberfläche stabilisierenden Funktion bei dieser Holzart zudem den positiven Effekt, dass es seine Zeichnung viel markanter hervortreten lässt. Dadurch erhält es auch bei den kleinen Perlen eine durchaus ansehnliche Zeichnung, die das Armband später attraktiver erscheinen lassen wird, als es der Fall ohne das Ölbad gewesen wäre. Ich bin gespannt, ob M. das Armband gerne tragen wird.



