Kein Altweibersommer

Nach diesem Wahnsinns Hochsommer präsentiert sich der Altweibersommer leider nicht so wie man sich ihn wünscht, mit wohlig temperierter Wärme und diesem unvergleichlichen warmen Licht v. a. an den Nachmittagen. Stattdessen wechseln sich jetzt Regenphasen und nur bewölkten Abschnitten ab. Da wir nun schon Mitte September haben und der Indian Summer gewöhnlich schon früher beginnt, rechne ich in diesem Jahr nicht mehr mit einem solchen. Es ist eher zu erwarten, dass der Extrem-Hochsommer nach der Schmuddelwetter-Periode direkt in den Herbst übergeht. An den Bäumen ist der Baumherbst jetzt schon vielerorts zu beobachten und oder zu erahnen. Nun ja, wir wollen uns nicht zu verwöhnt zeigen und nehmen den endlich reichlichen Regen als späte Wohltat zumindest für die Pflanzen wahr.

Von der Anpassungsfähigkeit der Bäume lernen

Derzeit müssen wir uns wieder auf extreme Temperaturschwankungen im Laufe der Tage einstellen. Gegen Nachmittag wandelt sich das Wetter sukzessive in Richtung super Hochsommer, während die Morgenstunden und Vormittage oft noch empfindlich unangenehm oder nass ausfallen. Wieder so eine Herausforderung für unseren Organismus. Ich bewundere die Bäume da draußen, die auch bei Extremwetter und solchen Schwankungen immer an ihrem Ort ausharren und sich mit allem, was kommt, arrangieren. Eine bewundernswerte Genügsamkeit und Anpassungsfähigkeit, von der wir wie in so vielen Bereichen etwas von den Baumlebewesen unserer Lebenswelt lernen können.

Regenwasserbedarf und Hochsommer

Unsere Regenwassertanks sind jetzt wieder aufgefüllt, da V. Regenwasser aus dem Springbrunnenbecken umgepumpt hat. Und wenn die Gewitterregen der Vorhersage tatsächlich kommen, wird dieses Reservoir auch bald wieder aufgefüllt sein. Gut, wenn die richtig heißen Hochsommertage kommen und der Gießwasserbedarf umso weiter ansteigt. Bisher sind wir in der Hinsicht gut mit dem verfügbaren aufgesammelten Regenwasser ausgekommen. Nun wünsche ich mir einen Übergang in den hoffentlich gleichmäßig warmen und sonnenreichen Hochsommer ohne Extreme, in dem wir die Gartensaison genießen können, und mit ihr die Aufenthalte und das Arbeiten im Freien. Morgen werde ich mit der obligatorischen Holzarbeit wieder daran anknüpfen und die eher stressreiche Arbeitswoche versöhnlich abschließen.

Wechselnder Wasserbedarf

Eine größere Belastung für den menschlichen Organismus ist diese extreme Wechselhaftigkeit des Wetters. Wetterfühlige haben in diesen Hochsommertagen ihre Probleme. Und auch bei den Pflanzen muss man sehr aufpassen, die richtige Dosis an Gießwasser zu treffen. Denn der Bedarf ist an fast jedem Tag anders. Und manche Arten mögen eben keine Staunässe, während andere ständig schlappe Blätter zeigen. Bei den Bäumen passiert das eher selten, es sei denn die Hitze dauert sehr lange an, in dem Fall gieße ich auch unsere Gartenbäume. Aber bei kleineren Gehölzen, wie unserem Schneeball, zeigen sich auch jetzt schon Verfallserscheinungen. Die können aber auch mit dem Alter der Pflanze zu tun haben. Ansonsten ist es schwer zu verstehen, warum ein Teil davon verfault scheint und einzugehen droht.

Wetterfühlige Pflanzen

Nun verlaufen die Tage wie in den beiden Vorjahren während des Hochsommers durchgehend. Hohe Temperaturen gepaart mit Gewitterneigung und einer ziemlichen Luftfeuchtigkeit. Die Pflanzen mögen das, jedenfalls die Bäume und Stauden, die sich unter den Bedingungen prächtig entwickeln. Nur die einjährigen Sommerblumen reagieren darauf zum Teil empfindlich. So passiert es immer wieder, dass einzelne bislang noch sehr kräftige Blumenstöcke über Nacht verdorren, ohne dass ein konkreter Grund erkennbar wäre. Ich schätze, es ist der unverhoffte und starke Temperaturanstieg, die Dauerbestrahlung während des Tages, die diese Arten im Anschluss an wochenlanges kühles Schmuddelwetter nicht gut verarbeiten. Leider ist das mit Verlusten verbunden, die nur durch das üppige Wachsen und Wuchern drumherum kompensiert wird, aber es manchmal auch erforderlich macht, neue Blumen als Ersatz einzupflanzen.

Dauerthema Klimawandel

Die Sonnenstundenbilanz für diesen Monat kann eigentlich nur noch sehr schlecht werden. Auch wenn das letzte Drittel dieses Katastrophenmonats noch überwiegend sonnig ausfallen sollte, ist diese Regenwetterphase nicht mehr auszugleichen. Nur die Pflanzen wussten das zu schätzen, für alle anderen war es eine Zumutung. Immerhin kann man sich über frisches, gelb-grünlich gefärbtes Blattgrün freuen, an den Bäumen dem Efeubewuchs, bei den Sommerblumen, die immer wieder einen neuen Anlauf nehmen, um ihre Blätter und v. a. Blüten zu erneuern. Schwer zu sagen, was nun wünschenswerter ist: Die Hitze der beiden Vorjahre oder dieses Wetter, das von extremen Schwankungen geprägt ist. Die gemäßigten Breiten sind wohl in keiner Form mehr gemäßigt. Eines der Themen, die unseren Alltag in Zukunft wesentlich prägen und die öffentliche Diskussion mit Dauerthemen versorgen wird.

Zu viel Feuchtigkeit

Wir scherzen schon mit Bezug zur Jahreszeit und im Vergleich mit dem, was wir erleben. Novemberwetter ist das fast schon, wenn es noch etwas kühler wird. Und so kommen tatsächlich Gedanken an die Adventszeit – mitten im Hochsommer. Wetterkapriolen kennen wir nun schon sehr lange. Aber so etwas in der Hochzeit des Sommers ist dann doch ungewöhnlich – und sehr demotivierend. So jedenfalls strahlen es die meisten Menschen zurzeit aus, und das verstärkt sich in der Kommunikation dann auch gegenseitig. Es kann nur noch besser werden, und das heißt dem Erwartbaren gemäßer. Hoffen wir, dass die Pflanzen durch zu viel Nässe in der falschen Jahreszeit nicht leiden. Zumindest bei den Blumen und Stauden kann das gefährlich werden, während die Bäume sich da noch gelassener zeigen.

Erdende Erholung

Eigentlich ist es gut, vor allem für die über Jahre von anhaltender Hochsommerhitze geschädigten Bäume, dass dieser Sommer wieder wechselhafter ausfällt. Eigentlich ähnlich den Sommern, „wie sie einmal waren“. Und die waren eigentlich so, dass sich sehr heiße Tage mit gewittrigen warmen abgewechselt haben. Wochenlange Extremhitze kannten wir damals noch nicht. Gut, dass die Kurve diesbezüglich nicht kontinuierlich ansteigt, wie man das zuletzt befürchten musste. Ich freue mich, bei diesem gemäßigten Hochsommerklima parallel immer weiter an meinen Manufakturprojekten arbeiten zu können und während dieser Stunden die ruhige Atmosphäre des Gartensommers einatmen zu können. Das ist bei konzentrierter Arbeit mit verschiedenen Holzarten und im Kontext der Baumsymbolik eine erdende Erholung.

Trotzdem Hoffnung auf goldenen Oktober

Die Zeit hätte dieser Sonntag zur Verfügung gestellt, aber bei solchem Wetter ist es unmöglich, einen Fuß vor die Tür zu setzen. Überwiegend nass und ungemütlich, keine Freue, selbst für die Pflanzen nicht, die teilweise unter der Dauernässe leiden. Meine Chilis z. B. beginnen schon aufzuplatzen, die mögen zwar Feuchtigkeit über die Wurzeln, aber nicht Dauerberegnung von oben, das überfordert insbesondere die schon sich von Grün in Richtung Rot verfärbenden Schoten. Und auch für die Bäume wäre es jetzt einmal genug Regen, nachdem sie lange so dringend darauf gewartet haben. Das sind eben die schon gewohnte Extreme, die auch das Erleben der Jahreszeiten verändert haben und immer wieder Stress verursachen. Aber es ist erst Anfang des Monats, ich habe immer noch Hoffnung auf einen goldenen Oktober.

Belastender Hitzesommer

Dieser Hochsommer ist wirklich ungewöhnlich. Hitzephasen, auch mit diesen Temperaturen und teilweise kombiniert mit feuchter Luft, haben wir auch schon in den Vorjahren erlebt. So langanhaltend auf diesem Hitzeniveau und dann, zumindest in unserer Region, fast ohne Niederschlag oder zwischenzeitliche Abkühlung, das ist aber dann doch ein Novum. Und belastend für alle Lebewesen, angefangen von uns über die Tiere bis zu den Grünpflanzen, gestaltet es sich auch. Zuletzt dachte ich, der Luft ist der Sauerstoff ausgegangen, so sehr zirkulierte die Luft in kleinem Radius, vielleicht steht sie auch schon seit Tagen still. Wir benötigen dringend eine Phase der Abkühlung mit Regen, um die Energiereserven wieder nutzbar zu machen. Sogar die Bäume schwächeln in dieser Situation, weswegen ich denen im Garten jetzt neben den Blumen ebenfalls etwas Gießwasser mitgebe. Wir wollen doch nicht, dass sie ihr Blattkleid einbüßen, bevor der Herbst kommt, und auch nicht, dass sie langfristige Hitzeschäden davontragen.

Ein Muster-Frühsommertag

Es sind starke Temperaturschwankungen im Tagesverlauf, die die letzten Tage kennzeichnen. Auch wenn wir die frühsommerliche Atmosphäre genießen, die Aufenthalte im Garten und weiter draußen im Freien, ahnen wir doch schon, wie sich die Klimaerwärmung auf die Wetterextreme auswirkt und wir wohl zum wiederholten Male mit Rekordhitzephasen und Trockenheit rechnen müssen. Bisher hat es sich damit noch in Grenzen gehalten, gefühlt und auch abgesehen an der prächtigen Entwicklung unserer Sommerblumen und der Gartenbäume. Aber längere Trockenphasen aus den Vorjahren noch in allzu lebhafter Erinnerung. So wünschen wir uns einen moderat warmen Sommer und eine Abwechslung mit Sommerregen und wolkenbedeckteren Tagen. Was M. und V. heute Nachmittag meinten, würde ich bestätigen. Wärmer als heute müsste es eigentlich nicht mehr werden.

Bäume sterben jetzt mit neuer Erklärung

Auf einmal ist das große Themenfeld des Klimawandels und seiner globalen Auswirkungen in allen gesellschaftlichen Gruppen angekommen. Wenn der CSU-Vorsitzende ernsthaft genau dieses Themenfeld zu einem künftigen Schwerpunkt machen will, scheint zumindest die öffentliche Aufmerksamkeit endgültig verbreitet zu sein. Und auch das Kranken des Waldes wird in diesem Zusammenhang immer häufiger zum Thema gemacht. Anders noch als in den 1980er Jahren, als „Waldsterben“ zu einem Begriff wurde, der auch im Ausland später ohne Übersetzung verwendet wurde. Damals machte sich die Ursachenforschung aber am so genannten sauren Regen fest. Nun stehen die Erderwärmung und die Klimaextreme, bei den Bäumen vor allem die langen und extremen Hitzephasen im Fokus des Interesses und werden als Hauptgründe für das Schwächeln und Absterben vieler Bäume genannt. Schon denkt man offen über eine Veränderung der Baumpopulationen bei Neupflanzungen und den Einsatz hitzeresistenterer Arten nach. So als ob man die Hoffnung auf eine Trendwende beim Klima selbst schon aufgegeben hätte, wirkt es so, als ob jetzt schon die Schadensbegrenzung im Vordergrund stehen sollte. Gut ist diese verstärkte Aufmerksamkeit, was wir brauchen sind aber konkrete international unterstützte und tatsächlich durchgeführt Maßnahmen, deren Umfang die dramatischen Veränderungen auffangen kann.