Wetterhoffnungen für das zweite Halbjahr

Der Witterungsverlauf dieses Jahres verlangt uns schon einige Geduld ab. Soweit ich mich erinnern kann, hat es so etwas noch nicht gegeben. So viel Regen seit Jahresbeginn und so wenig Sonnenstunden sind schon erschreckend und eigentlich unverständlich. Fast schon hat man die Hoffnung aufgegeben, dass es noch einmal eine Wetterwende geben könnte. Jetzt, wo wir kurz vor dem Sommerbeginn stehen, scheint das Jahr wettermäßig bereits verloren. So können wir uns immerhin über plötzliche Sonnendurchbrüche mit strahlendem Licht freuen, die es zwischendurch immer wieder gibt. Und wir können einfach davon ausgehen, dass die zweite Jahreshälfte ein ganz anderes Bild abgeben wird. Damit die Bäume und alle grünen Pflanzen die richtige Mischung von Feuchtigkeit, Sonne und abkühlenden Phasen erleben und sich von den Hitzeschäden der Vorjahre wieder erholen. Nur im Wasser versinken sollten sie eben auch nicht. Vor allem den mediterranen Arten, aber auch vielen Sommerblumen bekommt das genauso wenig wie anhaltende Lichtarmut.

Einmal den Alltag außer Acht lassen

In diesem Ausnahme-Mai zeigt sich die Sonne, wenn überhaupt, skurrilerweise nur noch gegen Abend. Verrückter und jahreszeitenuntypischer geht’s nicht mehr. Zudem soll das jetzt noch Tage so weiter laufen. Kein Wunder, dass dieses Wetter den Menschen aufs Gemüt schlägt. Nicht förderlich, wenn die Stimmung wegen unzähliger Unwägbarkeiten und unzufriedenstellender Zustände hierzulande wie in weiten Teilen der Welt sich ohnehin in Bodennähe bewegt. Da kann man beobachten, wie die Menschen bei jedem Sonnenstrahl förmlich aufatmen und sich spontan ins Freie begeben, wie zuletzt am Pfingstmontag, dem seit längerem schönsten Tag. Dann erhalten die einfachen Dinge wieder größere Bedeutung, wie einfach den Aufenthalt draußen zu genießen, die Geräusche, Farben, Lichtspiele in der Landschaft in sich aufnehmen, auch mal Details der Natur näher betrachten und einmal den Alltagswahnsinn, die viele oft nicht wohltuende Kommunikation, außer Acht lassen können. Na ja, vielleicht bekommen wir noch einen wenigstens angenehmen Sommer, mit Sonne und kühlendem Schatten unter üppig belaubten Bäumen.

Wetterfühlende Eigenschaften

Wetterfühlige haben es in diesen Spätwintertagen nicht gerade leicht. Vor allem, weil es, anders als der Ausdruck vermuten lässt, beim „Fühlen“ allein nicht bleibt. Die heftige Reaktion auf Witterungsbedingungen und v a. -schwankungen ist etwas ganz konkret Greifbares, was sich körperlich, meist schmerzhaft oder bewegungseinschränkend auswirkt. So ist es in unserer Familie derzeit bei allen, denn diese wetterfühlenden Eigenschaften teilen wir. Umso mehr sehnen wir den Frühling herbei, der nicht nur wieder Farbe und Helligkeit ins Gemüt wehen lässt. Er wirkt über die Biologie auch stark symbolisch und steht für Aufbruch und Lebensfreude. Eben für das, was uns nach langen Wintermonaten abhanden zu kommen droht, was nochmal reaktiviert werden will. Am einfachsten mit Unterstützung von außen. So hoffe ich auf das erste Grün bei den Bäumen und anderen Gehölzen. Auf die ersten Blüten jenseits von Hasel, Birke und Erle und auf die ersten wirklichen Farbakzente in der Baumlandschaft, die etwas später zu erwarten sind, die dann aber das Angekommen-Sein des Frühlings anzeigen.

Jahreswetterverlauf und Ernteresümee

Mein Besuch heute meinte auch, dass uns für Ende September doch noch ein paar schöne Tage vergönnt sind. Das ist wohl richtig, wenn es auch nur ein schwacher Trost ist für das extrem holprig verlaufene Wetterjahr. Gut an den starken Temperaturkontrasten zwischen Tag und Nacht, die kennzeichnend für diese Übergangszeit zwischen Spätsommer und Herbst sind, ist der Anreiz für die letzten Früchte, doch noch auszureifen. Das beobachte ich v. a. bei den Chilipflanzen, die wie viel zu spät, aber wohl doch noch gerade rechtzeitig beginnen, ihre Schoten zur Reife zu bringen. Neben den wenigen bereits rot ausgereiften Schoten, die ich vor einigen Wochen bereits ernten konnte, sind jetzt erstmals auch jüngere dabei sich zu verfärben. Aus denen könnte noch etwas werden, v. a. wenn es noch einige warme und nicht zu feuchte Tage im Oktober gibt. Für die immer noch neu hinzukommenden Blüten dagegen dürfte es jetzt schon zu spät sein. Es ist schwer vorstellbar, dass daraus noch Schoten entstehen könnten, die wachsen und reifen. So rechne ich zwar noch mit einer Ernte. Die wird aber sehr dürftig ausfallen, v. a. gemessen an den Bemühungen bei der Aussaat und Anzucht und angesichts der Tatsache, dass ich so viele verschiedene Sorten ausgesät hatte. Nun, es ist mit eine Lehre und ein Anreiz, das Vorgehen im kommenden Frühjahr zu modifizieren. Erfreulich ist immerhin, dass ich von zwei Arten Samen gewinnen kann, die ich im Frühjahr erneut aussähen kann. Das sind Samen von der einen ausgewachsenen Pflanze der Sorte Bhut Jolokia und solche von den Glocken-Chilis, die im Übrigen ganz toll geformt Chilischoten ausgebildet haben. Die will ich deshalb noch einmal versuchen.

Vorgezogener Altweibersommer

Nach dem zu nassen und zu trüben August freue ich mich sehr, dass wir einen vorgezogenen Altweibersommer erwarten dürfen. So sieht es nach der Wettervorhersage aus, mit für diese Zeit schon fast zu hohen Temperaturerwartungen, was aber zumindest auf Sonne und Licht hindeutet. Das finde ich klasse, als Entschädigung für die verpatzte Schlussphase des Sommers, aber auch, weil wir ja noch einige Aktionen mit Brennholz und Gartenarbeit planen, für die solche Witterung den idealen Rahmen bietet. Damit sollte auch die dieses Jahr bescheidene Weintraubenernte und die restliche Baumobsternte bei dafür angemessenem Wetter stattfinden können. Gut für diese Arbeiten und gut auch für das Gemüt, das zunehmend häufig auf Unterstützung von außen angewiesen ist.

Spiegel des Klimawandels

Ein arbeitsreicher Ausklang des Augusts, mit einer Mischung aus Alltagserledigungen, Projektarbeit und Kunsthandwerk, konnten wir heute erleben. Das Ganze bei gemischtem Wetter, von deutlich kühl bis frühherbstlich warm, immer im Wechsel, von Regenphasen bis zu sonnigen Abschnitten. Fast eine komprimierte Form dessen, was wir in diesem außergewöhnlichen August durchgehend erlebt haben. Wie ein Spiegel der Wetterfolgen des Klimawandels, der sich in so vielen alltagsrelevanten Bereichen auswirkt. Bis hin zur psychischen Verfassung der Menschen. So freue ich mich auf den Start ins Wochenende und die bevorstehenden kreativen Aufgaben rund um den Garten, die Bäume und deren Holz.

Ein Hochsommer mit Extremen und Ausgleichsphasen

Der Atelierarbeitsplatz draußen ist im Hochsommer gerade bei solchem entspannt feuchten Wetter besonders angenehm. Denn die Temperatur ist noch sommerlich zu nennen, es blendet nichts, ist aber hell genug, und die Luft ist angenehm regen-feucht, nicht schwül, wie in den zurückliegenden heißen Wochen. Nicht so ganz passt zu dieser Erfahrung die Nachricht, dass dieser Juli global betrachtet der heißeste aller Zeiten gewesen sei. Eben global und im Durchschnitt, bei uns eher nicht, Gott sei Dank. Für den Garten, die Blumen, Stauden und Bäume, aber auch die vegetabile Landschaft weiter draußen, ist dieses Regenintermezzo ein Segen. Erholsam eigentlich für alle Pflanzen. Aber besonders die Bäume, die sonst kein Gießwasser erhalten, können in diesen Tagen Flüssigkeit tanken, um in den sicher wieder zurückkehrenden Hitzetagen besser gewappnet zu sein. Und die Frucht tragenden Arten haben endlich Gelegenheit, ihre Früchte groß und prall werden zu lassen. Wenn später im August dann noch viel Sonne und trockenere Phasen folgen, kann es noch ein gutes Baumobstjahr werden, was zuletzt nicht so aussah. So hat jeder jahreszeitliche Verlauf seine Besonderheiten. Der diesjährige zeigt zumindest einige Ausgleichsphasen inmitten langer Extremperioden.

Gleichgewicht mit unsichtbaren Wesenheiten

Dass wir gerade vom Sommerwetter abgeschnitten sind, ist für die Grünpflanzen und Bäume erholsam. Auch müssen wir mal nicht so viel gießen, mit der Aussicht, dass die Regenwasservorräte in den kommenden Tagen wieder aufgefüllt werden. Und auch für uns bedeutet es eine Art Erholungspause von dem zeitweisen Zuviel an Hitze. So bin ich ganz froh, dass sich die Rekorde nicht ständig selbst überbieten und es auch Ausgleichsphasen zwischendurch gibt. Wir benötigen solche Erfahrungen auch als Spiegel für die eigene Befindlichkeit und Haltung, die bei den Umständen zunehmend zu Extremen neigt. Das Gleichgewicht zu suchen und zu halten, ist darum gerade jetzt umso wichtiger. Wenn uns die umgebende Natur dazu Anregungen liefert, kann das hilfreich sein. Eine Unterstützung von den teils unsichtbaren lebendigen Wesenheiten um uns herum.

Sonnen- und sommerliche Wetterbilanzen

Eine tolle Sonnenstundenbilanz haben wir in diesem ersten Drittel des Monats erreicht. Wenn das so durchgehend bis zum Monatsende weiterginge, wäre es ein nie dagewesenes Ergebnis. Allerdings ist das nicht zu erwarten. Nur Sonne gab es bisher noch nicht, es passte auch nicht zu den eher von Wetterextremen gekennzeichneten Klimatendenzen der letzten Jahre. Ich hoffe aber, dass wir keine zu extreme Dauerhitze erleben, und auch keine extremen Niederschläge. Denn beides schadet den Pflanzen und schlägt auch uns auf die körperliche und seelische Konstitution. So warm wie heute wäre schon fast zu viel, wenn man es sich als Dauerzustand vorstellt. Gemäßigtes Frühsommerwetter bis 25 Grade dagegen wäre sicher ganz nach unserem Geschmack. Denn dann kann man sich mit Erholungswert viel im Freien aufhalten, ohne dass diese Sommerzeit zum biologischen Stresstest wird. So wünsche ich uns allen wie den Bäumen und allen Grünpflanzen einen moderat warmen und immer sonnengesättigten ausgedehnten Sommer.

Gegen Winterende lohnt der Holzbrand besonders

Nun hat das Kleinteilige Brennholz, das wir nachträglich noch herbeigeschafft und unserem Vorrat hinzugefügt hatten, doch noch etwa drei Tage länger ausgereicht, als ich das vorhergesagt hatte. Immerhin, so wächst die Aussicht auf genug Brennmaterial vielleicht noch bis zur letzten Märzwoche, oder zumindest bis in die dritte Märzwoche hinein. Das ist vor allem deshalb erfreulich, als das aktuelle Wetter scheußlicher und ungemütlicher nicht mehr sein könnte, sogar nasser Schnee und Schneeregen waren heute dabei. Etwas, das wir den ganzen Winter so noch nicht erlebt haben. Die Nadelholzabschnitte waren insofern in dieser Heizsaison ein Segen, weil sie eine schöne, bullige Wärme erzeugen. Man benötigt eben unheimlich viel Volumen, um diese Wirkung zu erreichen, aber im Ergebnis ist das sehr schön. Da werden wir uns in einigen Wochen mit der Heizkörperwärme wieder umstellen müssen. Aber dann wir hoffentlich auch der Frühling den Heizbedarf reduzieren.

Von der Anpassungsfähigkeit der Bäume lernen

Derzeit müssen wir uns wieder auf extreme Temperaturschwankungen im Laufe der Tage einstellen. Gegen Nachmittag wandelt sich das Wetter sukzessive in Richtung super Hochsommer, während die Morgenstunden und Vormittage oft noch empfindlich unangenehm oder nass ausfallen. Wieder so eine Herausforderung für unseren Organismus. Ich bewundere die Bäume da draußen, die auch bei Extremwetter und solchen Schwankungen immer an ihrem Ort ausharren und sich mit allem, was kommt, arrangieren. Eine bewundernswerte Genügsamkeit und Anpassungsfähigkeit, von der wir wie in so vielen Bereichen etwas von den Baumlebewesen unserer Lebenswelt lernen können.

Über den Höhepunkt des Hochsommers

Von dem schön gestalteten und stimmungsvollen Gottesdienst zu Mariä Himmelfahrt einmal abgesehen. Hochsommer kann aus stressig sein. Solche Tage vornehmlich während des Augusts nehme ich so wahr, nicht nur in diesem Jahr, auch schon in vielen Vorjahren waren es vor allem Augusttage, die besonders belastend für den Organismus wirkten. Vielleicht sind es nur die Pflanzen, die gerade solches schwül-warmes und sonnenreiches Wetter gut finden und dann prächtig gedeihen. So jedenfalls scheint es mir beim Blick auf die Gartenbäume und Stauden, während die Sommerblumen mit zarten Blüten schon eher zu Schwächen bei zu starker Sonnenstrahlung neigen. Aber wir wollen uns nicht nur beschweren, schließlich stehen die Vorzeichen schon auf Herbst. Das könnte auch heißen, dass die eigentliche Hochsommerphase jetzt vorüber ist und wir für den Rest des Jahres vielleicht gar keine Wirklichen Sommertage mehr erleben. Wenigsten anhaltende Sonne wünsche ich mir, die Temperatur kann von mir aus sinken, was für uns ohnehin schonender und konzentrationsfördernder wirkt.

Umgekehrtes Witterungsgefälle

Vielleicht hatten wir uns schon zu früh auf den Frühsommer gefreut. Vielleicht liegt es aber auch einfach an dem aktuellen Ost-West-Gefälle, das entgegen dem sonst Üblichen umgekehrt ist. Im Osten sind gerade die hohen Temperaturen und wir erleben eine Schmuddelwetterperiode mit Hochnebel und wenig Sommerfeeling. Aber immerhin haben wir das Gießen gespart, da die Erde kaum abtrocknet, und die Bäume können einige Tage länger Energie tanken, bevor die Photosynthese wieder richtig angekurbelt wird und das Blattwachstum sich fortsetzt. Ich nutze die daraus resultierende Ruhe, um meine Projekte konzentriert voranzubringen.

Bio-Wetter und die ehemals typischen Jahreszeiten

Dank der Sonne in den letzten Tagen fällt die Sonnenstundenbilanz für die beiden Anfangsmonate des Jahres im Schnitt fast identisch mit dem Vorjahreszeitraum aus. Das ist erfreulich und doch nicht selbstverständlich, hat doch eines stetig zugenommen: die Unvorhersehbarkeit und Wechselhaftigkeit des Wetters. Wie die Fachleute sagen, eine untrügliche Folge des Klimawandels, und etwas, das unsere gesamte Naturwahrnehmung, das früher typische Erleben der Jahreszeiten und unseren je individuellen Biorhythmus ständig durcheinander bringt. Es soll Wissenschaftler geben, die eine Aufgabe in der Vorhersage des Bio-Wetters sehen – ein Zeichen dafür, dass die Befindlichkeit von nicht wenigen Menschen von solchen Dingen abhängig ist und das ganz wesentlich unseren Alltag mitbestimmt. So muss jeder seine eigene Bewältigungsstrategie entwickeln. Und doch wünsche ich mir die typischen jahreszeitlichen Wechsel und mehr Konstanz innerhalb der Jahreszeiten zurück, einfach weil wir mit Unsicherheiten dauerhaft nicht sourverän umgehen können.

Ein Muster-Frühsommertag

Es sind starke Temperaturschwankungen im Tagesverlauf, die die letzten Tage kennzeichnen. Auch wenn wir die frühsommerliche Atmosphäre genießen, die Aufenthalte im Garten und weiter draußen im Freien, ahnen wir doch schon, wie sich die Klimaerwärmung auf die Wetterextreme auswirkt und wir wohl zum wiederholten Male mit Rekordhitzephasen und Trockenheit rechnen müssen. Bisher hat es sich damit noch in Grenzen gehalten, gefühlt und auch abgesehen an der prächtigen Entwicklung unserer Sommerblumen und der Gartenbäume. Aber längere Trockenphasen aus den Vorjahren noch in allzu lebhafter Erinnerung. So wünschen wir uns einen moderat warmen Sommer und eine Abwechslung mit Sommerregen und wolkenbedeckteren Tagen. Was M. und V. heute Nachmittag meinten, würde ich bestätigen. Wärmer als heute müsste es eigentlich nicht mehr werden.

Späte Gartenüberraschungen

Der Spätsommergarten bringt doch noch einige Überraschungen. Zum Beispiel habe ich heute tatsächlich die zweite Blüte meiner selbst gesäten Lupinen entdeckt. Die wurden schon früh ausgesät, haben seitdem kräftige Pflanzen mit großen ausladenden Blättern ausgebildet, aber lange Zeit gar keine Blüten, bis auf diese eine große, die jetzt schon wieder fast verblüht ist. Nun also die zweite, das macht Hoffnung, dass die übrigen Blumen noch nachziehen. Mehr als ungewöhnlich, denn die Blütezeit für diese Art wird gewöhnlich mit Juni bis August angegeben. Dass sie erst Ende August beginnt, versteht niemand. Andere Pflanzen kommen jetzt erst richtig in Fahrt, vor allem die Rizinusstauden, die in den vergangenen Tagen enorm an Ausdehnung und Höhe zugelegt haben. Bei dem immer noch sehr warmen, aber zwischendurch und abgekühlten und vor allem mit kühlen Nächten durchsetzten Wetter scheinen sie sich besonders wohl zu fühlen. So viele Samen wie im Vorjahr, als die schon viel früher entnommen werden konnten, wird es zwar nicht geben, aber die Wunderbäumchen an sich entwickeln sich sehr schön. Nur die zwei Winzlinge unter Ihnen werden wohl über ihr Liliputformat nicht mehr hinauswachsen. Aber das ist eine individuelle Besonderheit der Wunderbäume, dass sie sich so total unterschiedlich entfalten. Die Einflussfaktoren dafür sind mir noch verborgen geblieben, ich vermute aber, dass die Zusammensetzung der Erde, weniger der Standort, eine Rolle dabei spielen.

Sonne allein ist keine Garantie für gutes Wachstum

Die Sonnenstunden des vergangenen August werden wir wohl nicht erreichen, aber aufs ganze Jahr gerechnet sind wir doch noch im grünen Bereich, was einigermaßen verwundert, denn auch das Vorjahr war ja extrem sonnenreich. Ein Rätsel ist uns allen, das weiß ich aus Gesprächen mit verschiedenen Leuten, warum trotz der günstigen Wachstumsbedingungen, viel Sonne und zwischendurch auch mal Abkühlung und Regen, viele Arten in diesem Jahr eher auf Sparflamme gewachsen sind und eine eher spärliche Entwicklung genommen haben. Unsere Gartenbäume enttäuschen in der Hinsicht besonders. Und auch die Obstbäume an anderem Ort tragen fast keine Früchte. Die Baumlandschaft auf meinen Lieblingswegen wirkt vielerorts wie ausgelaugt und so, als ob sie den Herbst herbeisehnte. Gefühlt ist der schon präsent, an der Witterung und am Beginn der Laubfärbung auch optisch abzulesen. Aber wir möchten den Sommer doch noch eine Weile festhalten. Ich hoffe, wir dürfen einen gemäßigten, lichtreichen und ausgedehnten Altweibersommer im September erleben.

Wetterentspannung

Das lang ersehnte Gewitter war da, und die Regentonnen und -tanks sollten kräftig aufgefüllt sein. Ein wenig Abkühlung und Kräfte sammeln tut den Pflanzen gut. So werden wir ein entspannteres Wochenende vor uns haben. Bei all den technischen Kapriolen, denen ich mich ausgesetzt sehe, ist das auch gut so. Und für uns alle eine Auszeit.

Ausnahmezustand und wohltuender Abstand

Schade, den Heimatort hätte ich schon gerne als Deutschlands heißesten Ort gesehen. Nur wegen des Spektakulären, natürlich nicht, wenn man bedenkt, was diese Wetterextreme wirklich bedeuten und wie schädlich das für unser aller Lebensbedingungen ist und noch werden kann. Denn gestern Abend, im Wetterbericht, wurde doch tatsächlich unser Ort in einer Reihe weiterer deutscher Gemeinden als möglicher Kandidat für den neuen Hitzerekord am Folgetag genannt. Nun ist es doch ein anderer geworden, ausgerechnet in Niedersachsen, wo man das eher nicht erwartet hätte. Und natürlich auch nur vorläufig, denn wer weiß, was in den folgenden Wochen noch passiert. Ich bin froh, meine jüngste Holzarbeit am Nachmittag abgeschlossen zu haben. Trotz der Hitze ging mir diese Feinarbeit gut von er Hand. Und ehrlich gesagt, mag ich die Hitze auch. Sie schafft eine besondere Art von Ausnahmezustand und Abstand, die wohltuend wirken. In Verbindung mit der ohnehin sich anders anfühlenden Stimmung in diesen Urlaubswochen hat das schon etwas Besonderes, das uns auch die Vorzüge der jahreszeitlichen Wechsel erkennbar machen kann.

Kreativität und Baumfrühling

Erste Andeutungen eines dem Vorfrühling angemessenen Wetters. Zumindest zeitweise Sonne, wenn auch noch ziemlich kühl. Dennoch spürt man die Chance, dass nach einer Übergangszeit die Vegetation den Aufbruch in die neue Jahreszeit wagen könnte. Wenn das mit den letzten Wochen vor Ostern zusammenfällt, wäre das Wünschenswerte doch wieder hergestellt, auch wenn man diesen März bisher vergessen kann. Ich nutze wie immer die positiven Seiten solcher Wetterkapriolen und vertiefe mich in die schwierigen technischen Aufgaben, deren Lösung künftiges Arbeiten leichter macht. Und mit dem Baumfrühling kann dann auch in der Projektarbeit die Kreativität wieder ihren Platz einnehmen.

Falsches Wetter und fehlende Eindrücke

Das Novemberwetter hat sich auch am Wochenende fortgesetzt. Dabei erwartet man gerade in diesen Wochen des Jahres den Aufbruch zum Frühling, die ersten Gelegenheiten zu echter Gartenarbeit, freies Atmen bei sonnenreichen Spaziergängen in der langsam erwachenden Baumlandschaft. Nichts von dem ist vorhanden und möglich. Stattdessen sorgen wir uns um die noch vorhandenen Brennholzvorräte und leiden auch körperlich am Lichtmangel und den extrem wechselnden atmosphärischen Einflüssen. Da bin ich froh, mit unterschiedlich gepolten Projekten zugedeckt zu sein, die das Fehlen natürlicher Eindrücke für einige Zeit länger verkraftbar machen.

Unruhiger Windtag – sonntäglicher Sonntag

Einen durchgängig derart windigen Tag habe ich nie erlebt. Vom frühen Morgen an pfiff der Wind nur so durch die Einfahrten und an den Häusergiebeln vorbei, ließ Gartenbäume bedenklich schwanken und verursachte ständiges Klappern und Reißen an den Fenstern und Jalousien. Gut, dass wir auf den ursprünglich geplanten Ausflug verzichtet haben, denn eine Autobahnfahrt bei solchen Windböen scheint gefährlich. Auch ist die durch solches Wetter verursachte Atmosphäre so unruhig, dass man sich wohl besser ruhig und zuhause hält. So ist der Sonntag trotz einiger unliebsamer Turbulenzen am Vormittag insgesamt sonntäglich verlaufen und war geeignet, einiges von der ruhelosen Geschäftigkeit der ganzen Wochen in sich aufzuheben.

Vorfrühlingserwartungen

Gut, jetzt könnte die Sonne wieder zurückkehren. Der krasse Wechsel vom Traumwetter im Februar ausgehend, fiel mir dann doch zu heftig aus. Außerdem passt das nicht zu den Fastnachtstagen. V. hat das heute schon mal symbolisch zu nivellieren versucht, indem er mehrere Säcke Pflanzerde im Baumarkt besorgt hat. Das ist gut, denn die ersten Saatversuche stehen noch im März an. Ich denke dabei vor allem an die Chilipflanzen und auch an den Rizinus, von denen ich vorjährige Samen zur Verfügung habe. Mit den Sonnenblumen werde ich aber noch etwas länger warten, das ist im März eigentlich noch viel zu früh, weil die bei uns erfahrungsgemäß erst viel später zur Hochform auflaufen. Auf die Gartensaison, die aktuell noch kaum vorstellbar scheint, freuen wir uns alle. Das gehört zur Aufbruchstimmung des Frühlings dazu. Und wenn wir uns bald wieder mehr draußen bewegen und dort arbeiten können, ist das immer eine Bereicherung, auch schon bevor die Bäume ihr volles Blattkleid ausgebildet haben.

Natürliche Stütze gegen Ratlosigkeit

Der aktuelle Scheinfrühling scheint die Menschen zu irritieren. Das erkenne ich an der merkwürdigen Lethargie, die sich an solchen Wochenenden breit macht. Eine Mischung zwischen Frust auf Grund chaotischer Nachrichtenlage in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft und schlichter Ratlosigkeit in Bezug auf unser Naturverhältnis. Wenn um uns herum, in der vegetabilen Welt, so vieles außer der Reihe, abweichend von erwartbaren Regeln verläuft, dann irritiert das zusätzlich. So als ob man eine natürliche äußere Stütze braucht, um seelisch und körperlich ausgeglichen zu sein. Das ist etwas, das aktuell viele Menschen betrifft und beeinträchtigt, das aber im Strom der unendlichen Einzelheiten aus dem Bewusstsein zu verschwinden oder gar nicht erst in ihm aufzutauchen droht.

Wetterkapriolen und Temperaturanpassung

Fast schon frühlingshafte wirkte heute die Luft und das Licht. Viele hat es bei so viel schon fast nicht mehr gewohnter Helligkeit nach draußen gezogen. Man konnte das Aufatmen richtig spüren. Aber man wusste gleichzeitig, dass das nicht von Dauer sein wird und die nächsten ungemütlichen Regentage folgen, mit einer skurrilen Aussicht auf bis zu 14 Grad am Wochenende. Die gewohnten Wetterkapriolen, die im Winter oft besonders deutlich ausfallen. Der Körper hat bei solchen Schwankungen seine Probleme, die richtige Temperatureinstellung zu finden. So sind gerade bei plötzlich aufkommender Helligkeit und ziemlich milden Temperaturen kalte Hände und zeitweiliges Frösteln angesagt, bis man die Umstellung wieder geschafft hat. Da bin ich froh, dass wir den Holzbrandofen haben und das Fichtenholz eine bullige Ofenwärme ausströmt. Die positive Seite dieses Brennstoffs, der allerdings nicht ergiebig ist, so dass man häufig nachlegen muss. Inzwischen gehe ich davon aus, dass der angehäuft Vorrat bis zum Abschluss der Ofensaison vollständig verbraucht sein wird.

Dampfende Atmosphäre

Da ist sie wieder, diese tropische Wetterlage. Jedenfalls erscheint sie uns so, weil die Nässe dominiert und es zwischendurch aufwärmt, mit der entsprechenden dampfenden Anmutung. Je länger das anhält, desto wohler fühlen sich die Pflanzen, bis auf die besonders Wärme und Licht liebenden, die dazu neigen, zu verwelken und ihre sommerfrische Vitalität zu verlieren. Dazu zählen z. B. die neuen Sorten Mohnblumen, die ich erstmals versucht habe. Sehr filigran und erfrischend, aber das Blattlaub vergilbt bei Regen recht schnell, was die ganze Pflanze irgendwie vertrocknet aussehen lässt. Für unsere Weinreben ist der Regen auch gut, weil sie ihre Speicher wieder gut auffüllen und genug Flüssigkeit in die gerade im Wachstum befindlichen Trauben schicken können Und die tief wurzelnden Bäume gönnen sich gerade eine Atempause, bevor die anhaltende Hitze die Transpiration wieder auf Hochtouren bringt und der Wachstumsstress von Neuem beginnt.

Frühsommerliche Pfingstperspektive

Schon wieder Wochenende. Diese Arbeitswochen vergehen im Flug. Ich erkenne das daran, dass vor allem die Gartenarbeit und die kunsthandwerkliche Arbeit im Gartenambiente meine zusammenfassende Erinnerung dieser letzten Wochen geprägt haben. Währenddessen waren die Projektwochen selbst mit viel Formalem angefüllt, worunter die kreative Arbeit letztlich doch leiden muss. Die Pflanzen werden mich morgen zunächst wieder beschäftigen, da die letzten vorgezogenen Pflanzen ins Freiland sollen. Und dann geht’s wieder weiter mit dieser interessanten Zusammenstellung verschiedener Lebensbaumhölzer, deren Bearbeitung bei so schön moderatem Frühsommerwetter viel Freude macht. Wenn ich den Wetterbericht und seine Vorhersagen betrachte, können wir ja eigentlich auch mit einem jahreszeitgemäßen Pfingstwetter rechnen. Eine erneute untypische Abweichung müssen wir gerade jetzt nicht unbedingt haben.

Aprilwetter zum Aprilende

Zum Ende des Aprils wieder richtiges Aprilwetter, mit Sturm, Regen und merklich abgekühlt. Gut, dass wir am Wochenende den größeren Teil der Gartenarbeit erledigen konnten. Jetzt wäre das kaum mehr machbar. Ich hoffe allerdings, dass die frisch gepflanzten und umgetopften Pflanzen darunter nicht leiden. Gut, dass ich einen Teil noch geschützt auf der Fensterbank belassen habe. So werden wir einen untypischen ersten Mai erleben, der so gar nichts von frühlingshaftem Aufbruch bereithalten wird. Da können wir uns den Baumfrühling nur bald wieder herbeiwünschen, auf dass wir den Start der Aufenthaltssaison im Garten nicht mehr weit in die Zukunft schieben müssen.

Mut und Selbstmotivation als Frühjahrsherausforderung

Die Tage fliegen nur so dahin, und man bemerkt kaum, dass Frühling ist. Vor allem weil er sich nicht beständig zeigt und nach wenigen ermutigenden Tagen auch schon wieder von Schmuddelwetter mit Hochnebel, Wolken und wenig Licht abgelöst wird. So kommen die Menschen nur punktuell in frühlingshafte Stimmung, die über die Arbeitswoche dann wieder aufgebraucht wird. Nein, so richtig haben wir in dieses Jahr fast Mitte April noch nicht hineingefunden. Natürlich spielt da nicht nur die Undeutlichkeit in der Frühlingshaftigkeit der Pflanzen und Bäume eine Rolle. Auch die Politik und Wirtschaft sind von dieser Mischung von Unruhe, Unzufriedenheit und Zukunftsängsten geplagt, die uns ohnehin zunehmend beschäftigt. Nicht unbedingt das Klima, das viel Mut macht. Und doch eines, das Mut und Selbstmotivation herausfordert.

Bäume sind die besseren Vorhersager

M. sagt, heute Nachmittag sei im Garten tatsächlich schon eine Amsel an ihrem Gesang zu hören gewesen. Das ist Ende Januar geradezu unglaublich und bestätigt nur das immer wieder konstatierte Verschwinden der Jahreszeiten, das manchmal eben auch eine gegenseitige Überlagerung früher einmal aufeinanderfolgender Jahreszeiten bedeutet. Man ist versucht, so etwas als Vorzeichen zu interpretieren, da mit gutem Grund die Sensibilität der Tiere für längerfristige Veränderungen des Wetters höher eingeschätzt werden kann als die von uns Menschen. Aber wir haben schon allzu häufig auch in Vorjahren beobachtet, dass die Vögel punktuell sangen und dann Wochen später der Winter doch wieder zurückgekehrt ist. Ich meine, die Bäume sind im Bezug darauf noch vorsichtiger und insofern auch zuverlässiger. Wenn die ersten Blätter treiben, oder bei manchen Arten vorher auch die Blüten, wie z. B. beim Spitzahorn, dann kann man schon sicherer von einem Aufkeimen des Frühlings sprechen. Das konnte ich bisher bei den Bäumen und Sträuchern so deutlich noch nicht erkennen und stelle mich vorerst noch auf eine längere Phase des Schmuddelwetters ein, das irgendwo zwischen winterlicher Kälte, novembergleicher Dämmerung und undefinierbarer Ganzjahresnässe liegt.

Lichtarmer Neustart

Das Jahr begann stürmisch, mit viel Wind und genauso lichtarm, wie das alte endete. Dauerregen macht es unmöglich, einen Spaziergang zu wagen. Und vor dem Haus ist tatsächlich der künstliche Weihnachtsbaum samt seinem Ständer umgefallen. Den hatte ich zwar mit einem schweren Sandsack beschwert, aber bei den Böen reichte auch das nicht aus, zumal der Sand auf Grund der Dauernässe wohl nicht mehr die richtige Lage hatte. Zwei Aufrichtversuche waren vergebens. So werde ich morgen, bei einer Regenpause wohl Stabilisierungsmaßnahmen ergreifen müssen, denn den Baum wollen wir noch bis zum Dreikönigstag dort belassen. Der Bauernkalender bringt die Nässe des Jahresanfangs, die er wie so häufig richtig prognostiziert hat, mit dem Einfluss der Sonne in Verbindung. Bei allem, was mir in diesen Tagen rund um das Thema Weihnachten, Wintersonnenwende und christliche Mysterien bezüglich der Sonne durch den Kopf geht, wirkt das unwahrscheinlich, seht sie doch in dem Zusammenhang vor allem für Aufbruch und Neuanfang. In der Wettererscheinung spiegelt sich das bisher noch nicht.