Gartenträume und das Ende der Eventabstinenz

Der schon traditionelle Besuch der Freiluft-Gartenausstellung bzw. dem Garten-Themenmarkt in Ü. hat nach zwei Jahren erzwungener Pause heute gutgetan. Mit M. und A., die uns spontan auf diesem Feiertagsausflug begleitet hat, konnten wir uns bei angenehmem Wetter recht lange auf dem ausgedehnten Gelände und beim Durchstöbern der zahllosen Stände aufhalten. Eine zur Jahreszeit passende Abwechslung, die nicht nur für uns eine Lücke schloss. Man konnte das an dem guten Besuch, aber auch an der entspannten Stimmung der Menschen erkennen, dass sie langsam genug von Krise und Ausnahmesituationen haben und bei solchen Gelegenheiten im Freien auch endlich wieder ein zwischenzeitlich angestautes Sozialdefizit abbauen können. Von den Besuchern abgesehen schienen mir heute besonders viele unterschiedliche Stände vertreten gewesen zu sein, vor allem mehr Händler, die Blumen und Bäume angeboten haben. In so geballter Form begegnet einem das sonst nicht. Gerade auch die Spezialisten z. B. für Rosen, Kräuter oder Knollen exotischer Pflanzenarten sind eigentlich nur bei solchen Events anzutreffen. Das ist eine echte Bereicherung. Erstaunlich viele Angebote an unterschiedlich großen und alten Olivenbäumchen waren vorhanden. Aber obwohl wir einige bewundert begutachten konnten, war unter den Pflanzen, die wir mit nach Hause nahmen, dann doch kein Olivenbaum. Auch keine Feigen- oder Zitronenbäumchen. Aber wir haben die zuletzt vor dem Markt in D. verpasste Chance nachgeholt, uns einen Weinstock zu sichern. Der hatte mittlere Größe, sah sehr vielversprechend aus und wird später rote kernlose Trauben tragen. V. hat sich nach unserer Rückkehr sehr darüber gefreut, weil Vatertag ist, vor allem aber, weil gleich mehrere unserer alten Weinstöcke im Garten eingegangen sind und gerade erst entfernt werden mussten. Da haben wir für Ersatz gesorgt, diesmal mit essbaren roten Trauben, die zwar Vs eigenen Weinertrag nicht vergrößern werden, aber das einstmals weiter ausgedehnte und im Sommer kühlende Weinreben-Blätterdach wieder verdichten und im Herbst zum direkten Verzehr einladen werden.

Aussichten für die Weinlese

Beim morgendlichen Blick von oben auf den Walnussbaum habe ich das erste echte Herbstblatt entdeckt. Es war nicht die schwarzrandige Verfärbung, die diese Art gerne schon im Spätsommer zeigt, sondern eine echte herbstliche Braunfärbung, in der alles Chlorophyll bereits abgebaut war. Das bestätigt nur meinen Eindruck, dass der Herbst eigentlich schon präsent ist, auch wenn ab Dienstag eine weitere Phase mit hochsommerlichen Temperaturen und viel Sonne angesagt sind. Neben den wenigen Zwetschgen, die es in diesem Jahr gibt, bedeutet das bei uns vor allem Lesezeit für die hauseigenen Weintrauben. Die werden bei uns schon viel früher geerntet als es in Weinbergen üblich ist. Anders als bei den richtigen Winzern sieht es bei unseren hausnahen Reben gar nicht so schlecht aus in dieser Saison. Sicher wird V. wieder so viel eigenen Wein daraus gewinnen können, dass sein Jahresbedarf damit abgedeckt ist. Bezüglich der Qualität sind wir an unserem Standort ohnehin nicht verwöhnt. Aber die Trauben sind diesmal ziemlich groß, was zumindest eine ausreichende Menge verspricht, zudem wir glückerweise, ganz anders als in den beiden Vorjahren, von der Invasion der Wespen fast vollständig verschont geblieben sind. Und die stibitzenden Vögel konnten durch einige kleine Netze zumindest etwas abgehalten werden.

Standortkonkurrenz

Wie ich beim Einpflanzen des neuen Rosenstocks feststellen konnte, wäre es durchaus möglich, die gesunden Weinreben in diesem Abschnitt des Gartens umzuleiten. Direkt daneben war ein ganz alter Stock zugrunde gegangen. V. hatte das vor einigen Tagen entdeckt und ihn daraufhin ganz entfernt. Diese Lücke könnte der benachbarte Stock ausfüllen, wenn er nur umgeleitet und von der Mitte zum Rand verlegt würde. Ich bin mal gespannt, ob sich V. dazu bereit erklärt. Das wäre die richtige Lösung für unser Standortproblem in Sachen Feigenbaum. Wenn rundherum die Weinreben wuchern und über die Sommermonate mit ihrem dichten Laub alles unter ihnen abschatten, wird das nie etwas mit dem kleinen Bäumchen. Schließlich muss er die Höhe der Weinreben erst einmal übersteigen. Erst wenn die Äste sich oberhalb verzweigen würde es seiner Entwicklung nicht mehr schaden. Also ein weitere Konfliktpunkt, den wir hoffentlich bald werden auflösen können.

Junger Feigenbaum ersetzt alten Weinstock

Für V. ist es eine große Enttäuschung, dass einer seiner älteren Weinstöcke nicht mehr ausschlägt. Er hat ihn deshalb heute ganz entfernt. Damit ist ein Stück des kühlenden sommerlichen Blätterdachs verschwunden. Das Gute daran ist, dass der Platz dort als künftiger Standort für den neuen Feigenbaum wahrscheinlicher geworden ist. Eine weitere Rebe müsste nur umgeleitet werden. Dazu sträubt sich V. zwar noch, ich hoffe aber, wir können das in den nächsten Jahren realisieren, so dass der kleine Feigenbaum von Anfang an auch genügend Licht bekommt.