Erste Weihnachtsfeiertagsimpressionen 2025

Abstrakte Weihnachtszimmerimpression 20215 I
Amaryllis-Gesteck vor Weihnachtsbaum 2025

Den zweiten Weihnachtsfeiertag haben wir ganz besonders ruhig zuhause verbracht, und die Ruhe genossen. Das war auch wichtig, nachdem die Arbeit und die Vorbereitungen ja bis in den Heiligen Abend hinein gereicht haben. Es war mir auch wichtig, den Weihnachtsgedanken noch einmal ganz bewusst in den Blick zu nehmen und meine Traditionslektüre einiger auf Weihnachten bezogener Vorträge Rudolf Steiners wieder zu lesen. Diese Texte wirken auf mich immer wieder neu und vermitteln neue Erkenntnisse, schärfen den Blick auf neue Aspekte dessen, was uns christliches Gedankengut und christliche Anschauung für das Leben insgesamt mit auf den Weg geben. Ein Rückblick und Reflektieren der Geschenke, sowohl der erhaltenen, als auch der verschenkten, war auch ein Element dieses Weihnachtstages. Und schließlich war es mir wichtig, meine ersten Weihnachtsfotografien 2025 zu realisieren, gerade weil M. so schöne Amaryllis als Geschenk erhalten hat, die sich auf dem Gabentisch und vor dem Weihnachtsbaum thematisch sehr schön ins Bild setzen ließen.

Traditionelle weihnachtliche Formen in zuversichtlicher Symbolsprache

Nachdem ich am gestrigen Heiligen Abend noch bis in den Nachmittag mit einer allerdings eher künstlerisch verstandenen Projektarbeit beschäftigt war, konnte ich den ersten Weihnachtstag erstmals wirklich als Feiertag erleben. Besonders freut es mich, dass nach langer Ungewissheit und nachdem das bis zuletzt noch hätte anders verlaufen können, wir doch alle zusammen einen Weihnachtsbesuch bei J. und W. realisieren konnten. Ich bin sicher, ohne den Besuch wäre das Fest unvollständig geblieben und es hätte etwas ganz Wesentliches, das Feiern des familiären Zusammenhalts, eben gefehlt. So wir im engeren Familienkreis am gestrigen Heiligen Abend das schon aufgefasst haben, schien mir auch heute, in etwas weiterem Familienkreis, diese Wahrnehmung auf jeden Fall eine geteilte gewesen zu sein. J. und W. hatten dieses Jahr zwar, wie schon angekündigt, nicht den sonst aufgestellten kleinen Tisch-Weihnachtsbaum, aber doch ein baumähnliches Gesteck mit schönen Tannenzweigen, die ich beim Besuch vor Beginn der Adventszeit ja mitgebracht hatte. Das Gesteck hat selbst etwas stilisiert Weihnachtsbaumartiges und hat mir sehr gut gefallen. Ein würdiger Stellvertreter des vollständigen Baums und ein gelungenes Symbol eines zukunftsgerichteten und zuversichtlichen Weihnachtsfestes.

Eine echte Familienweihnacht

Es ist mir und uns allen eine riesige Freude, dass wir nach langer Pause an diesem Weihnachtstag einmal wieder alle zusammen sein konnten. Auch wenn es in den letzten Wochen viele Überlegungen, Ungewissheiten und Zweifel gab, letztlich war es V. möglich, mit uns zusammen J. und W. zu besuchen, so dass wir den ersten Weihnachtstag gemeinsam verbringen durften. Das ist noch weniger selbstverständlich als unser Heiliger Abend im engeren Familienkreis und auch deshalb umso schöner. Mein Eindruck eines erwachsenen Umgangs mit der Weihnacht war an diesem 1. Weihnachtstag eigentlich ähnlich wie am gestrigen Heiligen Abend. Aber dieses erwachsene Weihnachten hat gerade im Hinblick auf unser aller Lebensalter etwas ungeheuer Anrührendes. Gerade deswegen meinte ich ja auch, dass die in der Kindheit erworbene Faszination von dem, was uns Weihnachten bedeuten kann, niemals vergeht und vielleicht gerade vor dem Hintergrund ausgereifter Lebenserfahrung einen ganz außerordentlichen Wert erhält. Einige fotografische Eindrücke von der weihnachtlichen Zusammenkunft bei J. und W. waren natürlich unvermeidlich. Unseren Sehnsuchts-Weihnachtshirsch musste ich einfach im Bild festhalten.

Weihnachtstägliches Stillleben 2024

Ein erwachsener Heiliger Abend mit zwei Fassungen der Heiligen Familie

Selbstverständlich ist es gerade nicht, dass wir den Heiligen Abend alle zusammen verbringen können. Umso mehr freue ich mich, dass ich den besonderen Tag mit M. und V. in mir aufnehmen durfte, mit allem, was uns an gemeinsamer Weihnachts-Lebensgeschichte verbindet, aber auch unter dem Eindruck der aktuellen Stimmungen, Einstellungen und Erfahrungen. So war es ein sehr ehrlicher, dankbar aufgenommener und unaufgeregter Heiliger Abend, vielleicht der erste, an dem wir uns alle als Erwachsene fühlten, ohne die tief innen sitzende kindliche Freude am Weihnachtsfest und der gesamten Weihnachtszeit verloren zu haben. Am späten Abend habe ich doch noch einige Fotografien gemacht und diesmal der Krippenszene mit Maria, Josef und dem Jesuskind besondere Aufmerksamkeit geschenkt, die in diesem Jahr ein großes Thema in den Gestaltungen und Gesprächen war. Unsere uralte, traditionelle aus Tonmasse und Holz gefertigte Krippe unterm Weihnachtsbaum und die KI-generierte wie fotorealistische Illustration der Heiligen Familie.

Table Top Impression mit KI-generiertem Adventskalenderblatt und Illustration der heiligen Familie
Traditionelle Weihnachtskrippe mit heiliger Familie unterm Weihnachtsbaum

Stimmiger Vorweihnachtstag mit vielen kreativen Gedanken zum Weihnachtsfest selbst

Die Idee einer Fassung des Weihnachtsgedankens in kosmischen oder gar galaktischen Dimensionen habe ich heute weiterverfolgt und dabei dem Thema weitere Facetten abgewonnen. Das verspricht auch in benachbarten Themenfelder eine spannender Gestaltungsansatz zu werden, mit dem ich mich noch länger beschäftigen will. Aber natürlich war einen Tag vor Heilig Abend auch vieles zu tun, was mit der Vorbereitung der Weihnachtstage, den Besuchen Wünschen zu tun hatte. Und selbst geschäftlich konnte ich letzte schon das neue Jahr vorwegnehmende Dinge klären und in die Wege leiten. Ein wirklich schöner Abschluss dieses vorweihnachtlichen Arbeitsjahrs. Da ich zwischendurch auch noch ein wenig kunsthandwerklich arbeiten konnte bzw. wollte, machte den Tag besonders ausgewogen und rund. Auch das hätte ich mir in der Vorbereitung des Weihnachtsfestes nicht stimmiger vorstellen können.

Weihnachten und seine Symbole nicht aus dem Blick verlieren

Nun fliegt die Adventszeit doch wieder davon, wie in den Vorjahren, schon der dritte Advent und eigentlich eine schöne weihnachtliche Stimmung. Wenn nicht dieses eine alles beherrschende Thema wäre. Das wirkt dann nachträglich als atmosphärische Bremse und lässt inzwischen jeden mit Ratlosigkeit zurück. Schwer, in der Situation in die Zukunft hinein zu planen, Vorhaben mit Elan weiterzubringen, Neues zu beginnen, wenn man das Gefühl hat, es gibt gerade Grundlegenderes. Ob das so ist kann auch außerhalb von Verschwörungsgedankengut sicher einschränkend bezweifelt werden. Mir scheint, das Grundlegende liegt doch auf einer anderen Ebene und ist eher in der weihnachtlichen Tradition und ihren Symbolen zu finden, in allem, was dies für unser geistiges Leben und unseren Lebensplan, die Selbstwahrnehmung und persönliche Entwicklung bedeutet. Das sollten wir nicht aus den Augen verlieren, sondern sogar verstärkt in den Blick nehmen. Eine meiner persönlichen symbolischen Vermittler ist immer schon der Weihnachtsbaum gewesen. Ich hoffe, ihn noch vor dem angekündigten Herunterfahren der Wirtschaft besorgen zu können. Sonst stehe ich möglicherweise auch noch beim Weihnachtsbaumhändler vor verschlossenen Türen – kaum vorstellbar.

Zeichen und Symbole des Weihnachtsfestes

Ich freue mich, heute doch noch, unter dem nachwirkenden Eindruck der Weihnachtszeit die letzte Vortragsmitschrift eines Weihnachtsvortrag von Rudolf Steiner gelesen zu haben. In diesem Vortrag vom Dezember 1906 geht es um die Zeichen und Symbole des Weihnachtsfestes, wie immer brillant von den markanten äußeren Symbolen ausgehend wesentliche geisteswissenschaftliche Aussagen entwickelnd. In gewisser Weise vorbereitet war diese Ausführung von den Weihnachtsvorträgen der Jahre 1904 und 1905, die Weihnachten als ein Sonnenfest charakterisieren und in dem Zusammenhang den religionsübergreifenden Begriff des Sonnenhelden mit christlichem Glauben und der besonderen Stellung des Christentums unter den Religionen in Beziehung setzen. Dieser dritte Vortrag, der in dem kürzlich erworbenen Sonderdruck mit den beiden anderen herausgegeben wurde, führt den Gedanken weiter und bringt, wie ich finde, die anthroposophische Begründung des christlichen Mysteriums in besonders klarer Form zum Ausdruck. Deshalb ist dieser Text, den Steiner seinerzeit neben einem mit Wachskerzen beleuchteten und mit den im Vortrag erläuterten Symbolen behängten Weihnachtsbaum vorgetragen hat, für mich einer, den ich sicher noch öfter lesen werde, weil verschiedene zentrale Motive seines geisteswissenschaftlichen Denkens und Forschens darin in einer ungewöhnlich nachvollziehbaren und klaren Weise zum Ausdruck kommen. Wenn ich das lese, bedauere ich einmal mehr, dass ich, über hundert Jahre später lebend, keinen dieser Vorträge persönlich erleben durfte. Das muss außerordentlich eindrücklich für seine Zeitgenossen gewesen sein, was sich allein schon darin ausdrückt, dass nahezu alles, was Steiner weitgehend frei, von Notizen ausgehend, vorgetragen hat, stenographisch festgehalten und somit glücklicherweise der Nachwelt überliefert ist. Offenbar haben schon die Menschen damals sehr deutlich gespürt, dass darin ganz besondere geistige Inhalte vermittelt werden.

Zur geistigen Grundlegung des Weihnachtsfestes

Bisher war ich immer davon ausgegangen, das Rudolf Steiners Vortrag zum Weihnachtsbaum als Symbolum chronologisch das älteste Dokument zu diesem Thema darstellt. Umso erfreuter bin ich, einen älteren, inzwischen wohl vergriffenen Sonderdruck dreier Weihnachtsvorträge gefunden zu haben, die Rudolf Steiner im Dezember 1904, 1905 und 1906 gehalten hat, jeweils maximal zwei Wochen vor Weihnachten. Interessant ist, die Einleitungen und Hinführungen zum Thema bei den verschiedenen Vorträgen zu vergleichen. Dabei gibt es Gemeinsamkeiten, in der Ausführung der Gedanken aber auch große thematische Differenzen. Gemeinsam ist, dass er immer von der damals aktuellen Rezeption des Weihnachtsfestes durch den modernen Großstädter ausgeht und dabei feststellt, wie weit die damit verbundenen Einstellungen vom eigentlichen Sinn der Weihnacht entfernt liegen. Wohlgemerkt sind das Feststellungen, die Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts getroffen wurden, die aber nichtsdestoweniger unverändert auf heutige Verhältnisse angewendet werden könnten. Auch zu seiner Zeit war offenbar die Geschäftigkeit und der Verkehr, die weihnachtliche Dekoration in der Städten opulent, die Menschen gehetzt und kaum noch den eigentlich Sinngehalt wahrnehmend. Und immer wird dabei auch der Weihnachtsbaum als herausragendes Symbol als Beispiel genannt, mit dem Hinweis darauf, dass es sich um eine relative junge und eigentlich erste seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verbreitete Tradition handelt. Dennoch schafft es Steiner, von diesen äußerlichen Symbolen weite Bögen zu spannen und am konzentrierten Beispiel moderner Wahrnehmung eines christlichen Jahresfestes die Grundgedanken und grundlegenden Zusammenhänge anthroposophischer Geisteswissenschaft kenntlich zu machen. Vielleicht rhetorisch nicht ganz so ausgereift wie die späteren Vorträge zum Thema sind diese, aber gerade deshalb hochinteressant, werden bestimmte Gedanken doch darin ausgebreitet und verständlich erläutert, die später in verkürzter Form wieder auftauchen. Dadurch erschließen sich mir immer weitere Ebenen dieser Texte und so nähere ich mich ach einem tiefer gehenden Verständnis dessen, was diese über hundert Jahre zurückliegenden mündlichen Äußerungen zu einer aktuellen Pflege und Weiterentwicklung des Weihnachtsfestes durch uns beitragen können.