Die kreativen Baumthemen weichen in diesem Jahr der Hitze

Für viele gehen in unserem Bundesland jetzt die Sommerferien zu Ende. Ein Grund auch für viele Arbeitnehmer, in diese Zeit ihren Arbeitsurlaub zu legen. Schade für mich eigentlich, dass ab nächster Woche die normale Geschäftigkeit wieder beginnt. Denn ich hatte die vergleichsweise ausgeprägte Ruhe der letzten Wochen genossen, weil ich mich in solchen Phasen ganz auf meine kreativen Kommunikationsprojekte konzentrieren kann. Kreatives rund um Bäume und Baumlandschaften ist zwar in dieser Zeit zu kurz gekommen. Aber bei der ungewöhnlichen Hitze waren die Möglichkeiten, diesen Faden aufzunehmen, ohnehin gering. So war alles gut, wie es abgelaufen ist. Ich hoffe, mit einem Rückzug der Hitzewellen auch dafür wieder mehr Zeit und Muße zu finden. Damit wenigsten die Erntesaison und die Motive im Zusammenhang mit den Baumfrüchten eine Erweiterung erfahren werden.

Höchstsommereinstellungen

Sicher nicht der heißeste, aber einer der heißesten Tage der letzten zwei Wochen wurde uns heute beschert. Und man hat die Beschwerlichkeit deutlich bei fast allen Menschen bemerkt, die wir unterwegs getroffen haben. Da hat sich inzwischen, bei so viele anhaltender Hitze und entsprechender Erschöpfung, eine richtige Lethargie breitgemacht, die dadurch noch verstärkt scheint, dass gerade in dieser Woche alle Bundesländer gleichzeitig Schulferien eingeplant haben. Tendenziell nutzen dann auch die, die gar nichts mehr mit Schule zu tun haben, diese absolute Höchstsommerzeit zur Erholung oder zumindest zum Zurückschalten. Ich nutze das wie immer schon für besonders kreative und intensive Arbeitseinsätze, die mich besser und schneller voranbringen, als das in normalen Zeiten möglich ist. Selbst ein Gang durch den Garten ist da auf ein zeitliches Minimum reduziert. Dennoch versäume ich es auch an solchen Tagen nie, einen Blick auf den Zustand und die Entwicklung der Gartenbäume zu werfen. Und Gießen, nachdem ich es gestern wegen des am Abend aufkommenden Regens ausgelassen hatte, auch wieder unbedingt erforderlich.

Spätsommergewinne und -freuden

Heute ging es zügiger voran, als ich noch gestern gedacht hätte. Mit dem Ende der Urlaubszeit kommen die Menschen langsam wieder in Gang und nehmen Aktionsfäden wieder auf, die wochenlang liegen gelassen oder vernachlässig wurden. Das ist schön, weil es wieder Austausch möglich macht. Aber diese Sommer-Auszeit hatte auch ihr Gutes. Ich konnte mich auf die kreativen Arbeiten besser konzentrieren, weil die Ablenkung geringer war als gewöhnlich. Und etwas mehr Aufmerksamkeit und überhaupt Zeit für das Beobachten und bewusste Arbeiten mit den vegetabilen Reizen der Jahreszeit, den Gartenbäumen, den Obstbäumen und der Obsternte, der Vorbereitung der Gemüseernte, das war eben in diesen Spätsommerwochen auch möglich. Ich hoffe, das wird noch nachklingen können, denn für uns ist die Erntezeit ja noch nicht abgeschlossen. Als nächstes habe ich mir die Pfirsiche vorgenommen, die aber noch einige warme und sonnenreiche Tage zur Vollreife benötigen.

So etwas wie Urlaub

Wenn fast alle anderen Urlaub machen, ist das eigentlich eine gute Arbeitsatmosphäre. Vor allem, weil man dann mit weniger Unterbrechungen bei der konzentrierten Arbeit bleiben kann. Der andere Vorteil dieser Urlaubsphasen im Jahr ist, dass aus demselben Grund etwas mehr Flexibilität bezüglich der Reihenfolge und Gewichtung der anstehenden Arbeit möglich ist. Zurzeit ist das verbunden mit einigen Stunden Arbeit im Freien, mit der tiefstehenden Spätsommersonne im Rücken und dem dichten Kronendach der Gartenbäume neben und über mir. So lässt es sich sehr entspannt und einmal etwas unkonventionell arbeiten. Das ist dann auch so etwas wie Urlaub, auf eigenewillige Art und als willkommenes Resultat dessen, was anderswo wohl verbreitet und üblich geworden ist.

Kurzzeiturlaub sommerlicher Garten

Wenn alle Tage dieses Sommers so ausfallen wie der heutige, können wir uns freuen. Bei solchem Klima, auch wenn es bei Aufenthalt in praller Sonne unangenehm werden kann, ist der Aufenthalt in beschatteten Bereich wie dem überdachten Hinterhaus bei uns doch sehr angenehm. Dann kann man die Gartenatmosphäre, das Spiel des Lichts, der sommerlichen Naturgeräusche im Hintergrund, die gesättigten Farben, vor allem das transparente, lichtdurchwirkte Grün der Pflanzen, so in sich aufnehmen, dass es wohltuend wirkt. Und wenn einige Zeitphasen im Laufe des Tages dafür freigemacht werden können, wirkt der Aufenthalt im Garten zu dieser Zeit wie ein Kurzzeiturlaub. Ich wünsche vielen die Gelegenheit für dieses nicht selbstverständliche, einfache, aber umso wirksamere sommerliche Erleben mit den Bäumen und allen grünenden und blühenden Pflanzen in ihrer Umgebung.

Die passende innere Symbolwelt pflegen

Dass ich gestern diese Anmerkung zu traditionellen Vorstellungen von Urlaubszeit hatte, war kein Zufall. Auch heute, fast am Ende des Hochsommermonats Juli, wirken die ganze Atmosphäre und die Ausstrahlung der Menschen auf mich so, als ob der absolute Höhepunkt dieser besonderen Stimmung erreicht ist, einer Stimmung, die wie gewollte Auszeit anmutet. So stillstehend, so wenig auf Erwiderung und Reaktion ausgerichtet erlebe ich die Menschen selten. Da scheint sich aktuell alles zu kumulieren, was als nach innen gerichtete Fluchttendenz in den vergangenen 1 ½ Jahren zwangsweise eingeübt wurde. Was würde ich ohne die Bäume tun, die als lebende Individuen im Garten und in der Landschaft auf mich wirken, mit denen ich mich auseinandersetze, fast schon in einen stummen Dialog trete. Die ich aber auch in vielfältigen kreativen Projekten sprachlich, präsentativ und interaktiv reflektiere, symbolisch verarbeite und kunsthandwerklich in eine neue vermittelbare Form bringe. Ohne diesen für mein Leben prägenden Archetypus wären solche Zeiten schwer zu ertragen, jedenfalls ohne seelischen Schaden zu nehmen. Ich wünsche allen, dass sie eine für sie passende Symbolwelt pflegen oder ersten entdecken können, die in inneren Handlungen etwas kompensieren kann, was außen nicht präsent oder ganz verloren gegangen ist.

Sommer- und Urlaubsklischee

Die Holzarbeit am Nachmittag mit der Fertigstellung eines Lebensbaum-Amrbandes war angenehm, da zu der Zeit die stärker wärmende Sonne doch noch durchkam. Ansonsten leiden wir unter der starken Wechselhaftigkeit des Wetters, die so manchem von uns Kreislaufprobleme und wetterfühlige Schmerzen verursacht. Dazu diese traditionelle Kommunikationslosigkeit zur Hochzeit des Hochsommers, die wohl damit zu tun hat, dass unter normalen Umständen und wie man das so gewohnt war, in dieser Zeit die meisten Urlaub machen. Auch wenn das vielerorts dieses wie auch schon letztes Jahr nicht so ist, bleibt die Einstellung in den Köpfen und Gemütern dennoch vorhanden. Das ergibt dann so eine skurrile Unwahrscheinlichkeit, die für mich auch etwa Amüsantes hat.