Unwahrscheinliche Zeiten fördern Kreativität

Und die jüngste Handarbeit, konkret das vierte von vier Armbändern, die ich in den letzten Tagen sukzessive hergestellt hatte, konnte ich heute fertigstellen. Am Abend waren alle vier auch schon aus dem Ölbad geholt und können jetzt erst einmal ein paar Tage trocknen. Dann steht dem Einfädeln nichts mehr im Wege. Natürlich wäre es klasse, wenn ich gerade jetzt, in den hochsommerlichsten aller Tage, neue Projekte dieser Art angehen könnte. Bin mal gespannt, ob sich Interesse regt und die Menschen noch an etwas anderes als Urlaub und Hitzeschutz denken können. Generell mag ich solche Tage, z. B. auf dem Höhepunkt des Hochsommers, in der Fastnachtszeit, in der Weihnachtszeit oder der Zeit zwischen den Jahren. Diese Zeiten sind ganz unterschiedlich, haben aber eine unwahrscheinliche Ausstrahlung als Gemeinsamkeit. In unwahrscheinlicher Umgebung sind oft besondere kreative Leistungen möglich. Vielleicht weil sie vom Alltagsdenken abstrahieren und ganz unbefangene Herangehensweisen und Denkansätze dann möglich sind.

Reizvolle Konzentration an Auszeit-Tagen

Die Arbeitstage sind immer noch dicht gepackt, wie schon seit vielen Wochen. Aber ich erinnere mich, über die Fastnachtstage eigentlich immer gerne gearbeitet zu haben. Der Blick nach draußen, z. B. auf die dort stattfindenden Umzüge und die ausgelassene Ausnahmestimmung der Menschen, hatte immer schon etwas Unwirkliches und damit auch Reizvolles. Außerdem war an solchen Tagen die Konzentration auf eigene Projekte besonders leicht, weil es naturgemäß wenig Ablenkung gab. Ein bisschen so ist es heute noch, dazu passt meine außergewöhnliche Exkursion am Wochenende, die nicht wirklich zur Fastnachtsstimmung passt, aber an diesen Tagen auch am stressfreiesten zu absolvieren ist. So hoffe ich zumindest. Ich denke, dass auch unterwegs und in ungewohnter Umgebung das Baumtagebuch seine tägliche Fortsetzung finden wird. Das ist mir bei den wenigen ähnlichen Gegebenheiten in den vergangenen 21 Jahren ja immer gelungen.

Zeitlose Unwahrscheinlichkeit

Ein richtig schöner Hochsommertag, an dem die Urlaubsstimmung auf ihrem Höhepunkt angekommen zu sein scheint. Während ich selbst viel arbeite, nehme ich das als sehr anregendes Setting wahr, das eine zeitlose Unwahrscheinlichkeit mit sich trägt. So hat dieser Arbeitstag einmal mehr, wie schon so häufig in jüngster Zeit, meine fotografischen Ambitionen im Bereich der Porträtfotografie gefordert. Eine ganze andere Aufgabe als das Festhalten natürlicher und situativ geprägter Details in der Landschafts- und Baumfotografie. Während mir die seit vielen Jahren vertraut ist, eben jene „stillen“ Motive, erfordern die Porträts viel Kommunikation und Einlassen auf die Wünsche und Erwartungen der Porträtierten. Eine Aufgabe, in die ich in den letzten Jahren hineingewachsen bin und die mir Freude macht, weil es ganz neue Seiten der Kreativität anspricht. Und wenn die Menschen mit den Ergebnissen zufrieden sind und sich darin wiederfinden, ist das auch jedes Mal eine Bestätigung.