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Verregneter Maifeiertag und eine Sonnenblumentradition

So verregnet wie dieser 1. Mai war der Feiertag in meiner Erinnerung noch nie gewesen. Das passte so gar nicht zur Ausstrahlung und Symbolik dieses Tages. So war es erst gegen Abend überhaupt möglich, einmal zu einem Spaziergang aufzubrechen, der mich diesmal ausnahmsweise nicht zum Flussdamm mit seiner so vertrauten Baumlandschaft führte, sondern zum Friedhof, um Ks Grab wieder zu besuchen. M. hatte mich auf die Idee gebracht, und heute schien die richtige Gelegenheit dazu. In diesen Tagen denke ich wieder häufiger an den alten Freund, der uns viel zu früh verlassen musste. Eine Reminiszenz an die einzelnen intensiven Begegnungen während der letzten zwei Jahre sind die Sonnenblumen, die ich selbst gezogen und ihm als kleine Pflanzen vorbeigebracht hatte. Zumindest im ersten Jahr hatte er Freude daran, bis in den Spätsommer hinein. Ich denke, die junge Tradition werde ich fortsetzen, als Erinnerungszeichen, indem ich der Familie einige meiner diesjährigen Sonnenblume überlasse. Das soll uns in Form dieser Symbolpflanzen in der lichtreichen Zeit des Jahres an K. denken lassen.

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Ein ausgewogener Osterfeiertag

Nach dem anstrengenden Gartenarbeitstag durften wir heute einen echten Feiertag genießen, der tatsächlich mit einem gut ausgewogenen Verhältnis von Ruhe und Kommunikation ausgefüllt war. Inklusive natürlich der feiertäglichen kulinarischen Besonderheiten, die bei uns durchaus dezent ausfallen, aber doch bewusst und wie ein Highlight wahrgenommen werden. Schön war es auch, zum ersten Mal in dieser Freiluftsaison im Garten sitzen und die milde Wärme aufnehmen zu können. Schön, um sich herum zu sehen, dass das mit dem Bestellen des Gartens schon ganz gut vorangeschritten ist und auf einem guten Weg. Die Lektüre der Mitschriften verschiedener Vorträge, die Rudolf Steiner im Jahre 1907 in München und Berlin zu österlichen Themen gehalten hat, waren für mich am Karfreitag und am heutigen ersten Osterfeiertag persönliche Highlights, die mich der Denkart Steiners und meinem eigenen Verständnis der österlichen Sinnhaftigkeit noch ein Stück näher gebracht hat.

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Vorösterliches Reinigungsritual

Es hat bei uns Tradition und ist für uns auch ein Teil des Frühlingserlebens, wenn wir das Gartenareal, sprich alles, was daran nicht Erde und Pflanzen ist, zum Auftakt der Gartensaison reinigen. All die Algen, das Moos, die Verschmutzungen in Ritzen, Rillen und Fugen, auf Platten und Fliesen machen immer viel Arbeit. Dieses Jahr war zusätzlich die transparente Überdachung dran. Wegen der Schräge und der glatten gewellten Oberfläche der Kunststoffplatten eine ziemlich fragile Angelegenheit, die ich überwiegend sitzend ausgeführt habe, auch das mit geeigneten Sicherungsmaßnahmen. Aber alle paar Jahre muss das sein, wenn die Überdachung nicht völlig undurchsichtig, weil von Algen und Schmutz bedeckt, werden soll. Die Hälfte des übrigen „normalen“ Programms konnten wir anschließend auch noch realisieren. Und der Rest folgt dann in Kürze. Jedenfalls konnten wir in dem gereinigten Teil nun endlich die Gartenmöbel arrangieren. Jetzt kann die Saison beginnen. Die selbst gezogenen Sonnenblumen habe ich von der Pflanzschale nun auch schon umgesetzt in die vorbereiteten Blumentöpfe. Obwohl ich einige schon an die Nachbarin verschenkt habe, sind es dennoch sehr viele Einzelpflanzen geworden, so dass ich noch weitere Töpfe ergänzen musst. Zwei kleine Wunderbäumchen sind auch schon dabei, ich hoffe, weitere werden folgen. Denn dann sind die beiden markantesten Stauden für den Sommergarten schon gesichert. Und ich kann mich auf meine Nutzpflanzen, die Chilis, konzentrieren. Und auf die Strohblumen, die allerdings bisher noch nicht ausgesät sind, da die Samen noch nicht eingetroffen sind. Noch einiges zu tun, bevor die Sommergartenarbeit in ihre Hauptrunde geht.

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Stille Tage

Es ist die Möglichkeit, einmal ganz ruhig und still den Tag zu verleben, die ich an den Feiertagen schätze und ganz besonders an einem solchen Karfreitag, an dem die Ruhe innen von einer ruhigen sonnenreichen Atmosphäre draußen begleitet war. Anders als an nicht feiertäglichen Sonntagen hat es mich heute so gar nicht zu einer Exkursion oder einem Spaziergang gedrängt. Ganz bei sich und der Familie bleiben, scheint mir an einem solchen christlichen Feiertag angemessener und stimmiger. Das Grün da draußen, das Licht und das überall spürbare Drängen, Wachsen und Blühen bei den Bäumen und anderen Pflanzen ist mir ein Trost und nimmt die Symbolik des Osterfestes vorweg. Gut, dass uns diese stillen Tage vergönnt sind.

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Zuversicht und Vertrauen

Zuversicht und Vertrauen sind Einstellungen, die ich mir gelegentlich erarbeiten, an die ich mich auch einmal erinnern muss. Heute durfte ich erneut erleben, dass zuversichtliches Denken richtig sein kann, ohne unvorsichtig oder naiv zu werden. Solche bestätigenden Erlebnisse sind dann ein Auftrieb, der für mich sehr stimmig ist zum Osterfest. Überhaupt finde ich es erstrebenswert, die eigentlichen Bedeutungen der Feiertage ins Bewusstsein zu bringen und je individuell auch erlebbar zu machen. Das Symbolische und christlich Sinnhafte des Osterfestes spielt für unsere Familie so immer wieder eine wirkliche Rolle, die überhaupt nicht aufdringlich daher kommt, die einem ehrlichen tradierten Bedürfnis entspricht. Dass ich während der Karwoche das erste richtige Manufakturprojekt dieses Jahres abschließen konnte, reiht sich in die sinnstiftenden Erlebnisse dieser Tage ein. Und die Voraussicht auf die Zufriedenheit und Wertschätzung der Träger trägt die Aufbruchgesinnung über Ostern hinaus in die gesamte Frühlingszeit.

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Ein etwas anderer Palmsonntag

Pastor M. hatte sich auf Ms Bitte hin bereit erklärt, unsere im eigenen Garten geschnittenen Palmzweige außerhalb der offiziellen und dieses Jahr ja nicht stattfindenden Palmsonntagszeremonie zu segnen. Das war uns wichtig, damit wir der Tradition nachkommen und an allen Türkreuzen im Haus die letztjährigen vertrockneten durch frische gesegnete Buchsbaumzeige austauschen konnten. In diesem Jahr ist wegen der Krise eben alles anders, auch die Traditionen können nicht in gewohnter Form gepflegt werden. Dennoch hatte der Sonntag den auch sonst empfundenen Feiertagscharakter und trug eine gewissen Feierlichkeit in meiner Wahrnehmung in sich. Am Nachmittag hat es unabhängig davon viele Menschen ins Freie gezogen, meist diszipliziert mit Abstand, aber eben mit dem erkennbaren Drang, sich endlich einmal wieder länger an frischer Luft bewegen und das wunderbare Licht genießen zu können. Bei solchem Sonnenlicht erscheint vieles in eindrucksvollem Licht. In der hiesigen Baumlandschaft waren es vor allem die Spitzahorne mit ihren filigranen Blüten, die es mir heute sehr angetan haben. Erstmals ist es mir auch gelungen, einen ganzen Zweig in verschiedenen fotografischen Einstellungen festzuhalten, mit durchaus zufriedenstellender technischer Qualität.

Spitzahornblütenzweig im Frühling
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Inflation der Blütenwunder

In den letzten Jahren hatten wir kein Glück mehr mit den am Barbaratag traditionell geschnittenen Kirschbaumzweigen, die bis Heilig Abend das Blütenwunder zeigen sollten. Deshalb haben wir auch heute wieder auf das Ritual verzichtet. Im Grunde hat das nur 2-3 Mal wirklich funktioniert, damals an der Arbeitsstelle mit dieser breiten Fensterbank aus dünnem Marmor, unter der die Heizung installiert war. Darauf dann die Vase mit den Zweigen. Bei dieser kräftigen Erwärmung von unten konnten wir das Wunder ganz gut steuern, sprich dafür sorgen, dass die Blütenknospen sich pünktlich kurz vor Weihnachten öffneten. Wahrscheinlich muss man in „normalen“ Wohnungen dem Wunder eher künstlich nachhelfen, aber damit verliert der Brauch natürlich seinen Reiz. Auch erleben wir ja immer wieder im Spätherbst und Winter solche Wunder draußen in der Landschaft und besonders häufig im Garten. Wenn zu Winterbeginn noch einzelne Rosenblüten zu sichten sind, oder bis in den Spätherbst neue Mohnblüten erscheinen. Die Blütenwunder häufen sich im gleichen Maße wie die Kapriolen des Wetters und die Anzeichen des Verschwindens der Jahreszeiten.

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Ästhetik, Symbolik und autobiographische Bedeutung der Adventszeit

Wenn die Gespräche in der Vorweihnachtszeit in Richtung all der schönen und traditionell gepflegten Ausschmückungen geht, bin ich immer wieder erstaunt, wie sehr die Menschen davon geprägt sind und wie viel ihnen das auch tatsächlich bedeutet. Auch solchen, von denen ich es bis dahin nicht vermutet hätte. Weihnachten und alles, was man autobiographisch, symbolisch, religiös und spirituell damit verbindet, ist eben das verbindende Fest, das eine ganze außerplanmäßige Jahreszeit mit sich bringt. In der Adventszeit davor ausgedehnter und eindrücklicher wahrgenommen als in der nachfolgenden Zeit der Raunächte. Aber die gesamte Zeit hat eine Wirkung auf die Menschen, die nicht zu verkennen ist. Mit dem Adventskranz und all den immergrünen Zweigen, die jetzt ins Haus geholt und arrangiert werden, schmücken viele ihre Wohnung und wollen das auch niemals missen. Und die Lichtersymbolik und -ästhetik schafft sich mit Teelichtern, Kerzen und zunehmend unterschiedlichsten LED-Beleuchtungen Raum, bis der Weihnachtsbaum später beides vereinigt, das Vegetabile und Immergrüne und das Licht, das in Zeiten der längsten Nächte und kürzesten Tage leuchtet. Beides Symbole für das Gemeinsame, einen Ursprung im Geistigen, an den wir in der Weihnacht vielleicht die deutlichste Erinnerung entwickeln können. Eine Erinnerung, bei der uns der Eindruck des leuchtenden Weihnachtsbaums behilflich ist.

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Wie wenn der Zauber sich verflüchtigt hätte

Die traditionelle Weihnachtsausstellung im Blumenhaus W. war in diesem Jahr nicht so eindrucksvoll, wie ich das in Erinnerung habe aus Zeiten, als das Baumtagebuch seinen Anfang nahm, und auch noch einige Jahre danach. Diese Entwicklung hat sich in den vergangenen Jahren angedeutet, in denen ich zunehmend den einzigartigen Zauber, die Vielfalt der Ideen, das fast schon Künstlerische in dieser Ausstellung vermissen musste. Für den, der genau beobachtet, ist das nicht bloß eine Folge von Gewöhnung oder gestiegenem Anspruchsdenken. Es hat seine Ursachen in einer tatsächlich gesunkenen Originalität, in einem wachsenden Mangel an emotionaler Ausstrahlung. Das gilt für industriell hergestellte Dekorobjekte ebenso wie für die vegetabilen Arrangements mit immergrünen Baumzweigen, getrockneten Früchten exotischer Bäume oder anderen Pflanzen mit Weihnachtssymbolik. Es ist schade, wenn auch dieses so anrührende Themenfeld in den Sog rein betriebswirtschaftlichen Kalküls gerät, das den eigentlichen Reiz allzu leicht überdeckt und aus dem ehemals anregenden und staunend aufgenommenen Ausstellungsbesuch ein eher ernüchterndes Erlebnis werden lässt. Dem werden wir sicher mit unseren persönlichen Arrangements im eigenen Umfeld etwas entgegensetzen, das unsere Vorstellung der Weihnachtszeit stimmig begleitet und akzentuiert.

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Der letzte Markt im Jahreslauf

Dass wir den Traditionsmarkt in diesem Jahr wieder besuchen konnten, hat mich ungemein gefreut. Vor allem auch, dass M. mitgekommen ist und es dank der Vorkehrungen auch nicht zu anstrengend wurde. Zwar haben wir uns nicht ganz so lange aufgehalten wie sonst und waren recht früh vor Ort, aber das war auch gut, weil es gegen Ende einen Wetterumschwung gab, wie vorhergesagt, der dann in der Folge den Besuch doch vermiest hätte. So haben wir die richtige Zeit erwischt, einige schon bekannte Händler gesehen und die vertrauten Positionen aufgesucht. Einfach eine schöne Atmosphäre, die auch durch die Terminierung Ende September geprägt ist, eben einer der letzten Märkte dieser Art, die im Jahreslauf durchgeführt werden. Nach der Stärkung unter den Bäumen am Marktplatz sind wir im ersten Regen den Heimweg angetreten, der wie die Hinfahrt über eine schöne ländliche Route führt, die immer wieder etwas Typisches aus unserer Heimat in sich trägt, das wir besonders in Freizeiten und an Sonntagen genießen.

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Novemberblues im September

Gerade einmal Ende September, und die Menschen wirken so, als ob sie der Novemberblues schon erfasst hätte. Ich hoffe deshalb auf das Wochenende, das nochmal mehr Sonne bringen soll. Wegen der Brennholzvorratsaktion, die wir vorhaben und vor allem auch wegen des Traditionströdelmarktes, den ich ungern verpassen würde. Bei Sonne ist das immer ein Highlight, auf das ich mich besonders freue, zumal wir in dieser Saison kaum einen Markt besuchen konnten. Dann werden wir auch lieb gewonnenen Bekannten begegnen und uns zwischendurch unter den Bäumen am alten Marktplatz ausruhen, bevor es auf den Rückweg durch den urigen kleinen Ort geht.

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Mit Sinn für den Feiertag

Überwiegend sonnig war dieser Pfingstfeiertag am Ende doch noch, wenn auch mit gewittrigem Grundton. Ich finde, zu Pfingsten gehört die Sonne, jedenfalls, wenn man einen Sinn für Feiertage hat und sie anders empfindet als normale Sonntage. So fand ich es auch passend, M. an diesem Tag erneut zu besuchen. Denn ein Feiertag, der das Gemeinschaftserlebnis feiert und das Zusammenkommen symbolisch transformiert macht als One Man Show dann doch keinen Sinn. So war es eine Mischung zwischen ruhiger Kontemplation, konzentrierter Arbeit und dem in der Familie erlebten Feierlichen des Tages, das meine heutigen Eindrücke bestimmt hat.

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Die Ruhe war notwendig

Der Ausflug war geplant, dann aber nicht realisiert. Das passte zu dem Bedürfnis, dieses Osterfest in Ruhe zu verbringen und all die sonst so verbreitete Geschäftigkeit einmal außen vor zu lassen. Das war nach den vergangenen Wochen für uns alle dringend notwendig. Und selten habe ich meine ohnehin ausgeprägte Affinität und Wertschätzung gegenüber Feiertagen so bestätigt gesehen. Da bedauere ich sehr die Gepflogenheiten in den USA, wo man weder an Weihnachten noch an Ostern den zweiten Feiertag kennt. Wir fanden es besonders schön, uns viele Stunden im Garten aufhalten zu können, bei wunderbarem Wetter, das an Sommer erinnerte, ohne atmosphärisch schon vollkommen sommerlich zu sein. Pläne für die nächsten Gartenarbeiten sind dabei auch schon entstanden. Schön, dass wir in der Hinsicht bald Land sehen und ganz gut die ausstehenden Arbeiten überblicken können. Nach einer kurzen Unterbrechung kann es in den nächsten Tagen auch mit der nächsten Holzarbeit losgehen. Eine einzelne Holzart, die eher selten angefragte Eiche, aber davon dann gleich 108 Perlen, die später zu einer Gebetskette geknüpft werden. Ein schönes Vorhaben, das ich hoffentlich bei ebenso viel Sonne wie während der Ostertage umsetzen kann.

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Ein Osterhochfest für alle

Toll, dass dieses Osterfest auf einen einundzwanzigsten fällt. In gleichzeitiger Betrachtung des wunderbaren Frühlingswetters, der Sonne, dem Licht und dem Grünen und Aufblühen in der Landschaft und im Garten kann ich mir keine passendere Atmosphäre vorstellen, die den Sinn und die emotionale Qualität dieses hohen Kirchenfestes unterstreichen könnte. Ich denke, alle Menschen genießen das. Und bei den weniger auf Religion ausgerichteten ist ein Funke österlicher Stimmung vorhanden. Das spürt man an der gesamten Stimmung, die in der Luft liegt. Man sieht es auch am Verhalten der Menschen, wenn sie spazieren, sich draußen bewegen oder sich geplant und zufällig begegnen. Es ist diese Leichtigkeit, die Bereitschaft und die stärkere Selbstverständlichkeit hoffnungsvoller Betrachtung und Zuversicht, die darin zum Ausdruck kommen. Ich wünsche allen, dass es ihnen gelingt, diesen Geist für sich und ihre Familien und Bekannten zu verinnerlichen und über das Osterfest selbst für ihr Leben eine Bereicherung und Motivation zu erfahren.

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Ein kühler Palmsonntag mit Palmen

Es ist schön, dass wir letztlich doch noch genügend Palm für unsere Türkreuze zum Palmsonntagssegen mitbringen konnten. Zwar deutlich spärlicher und kleiner sind die Ästchen, allerdings doch genügend für unsere eigenen Zwecke. Nur Weitergeben konnten wir diesmal keine. Selbst am Altar gab es dieses Jahr erstmals keine Palmbuschen zum Mitnehmen, denn auch die Kirche konnte im ganzen Dorf nicht genügend gesunde Zweige zusammentragen, hat für die feiertägliche Dekoration stattdessen richtige Palmzweige verwendet, da P. M. solche im eigenen Garten pflegt. Manchmal macht die Natur eben auch bei Traditionen einen Strich durch die Rechnung. Es war seit langem der erste Palmsonntag bei ungemütlichem Wetter, das von der Temperatur her sogar an einen Wintertag erinnerte. Dennoch zog der Feiertagsgottesdienst zahlreiche Menschen an. Ein Zeichen, dass es nicht nur bei den Älteren fest verwurzelte Traditionen und ein erhaltenes Bedürfnis gibt, die sich in christlichen Feiertagen Ausdruck verschaffen.

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Sparsame Palmzweige in diesem Jahr

Ostern ist nun schon im täglichen Gespräch präsent. Vielleicht sind wir dem Feiertag in diesem Jahr wieder näher als in den Jahren zuvor. So dass er eine tiefe, in der gesamten Lebensgeschichte fußende Bedeutung entfaltet. Auch M. hat wie wir alle besondere Freude an all den vorösterlichen Traditionen, Themen und Dekorationen, die das Fest mit Inhalt und Emotion verknüpfen. Und eine Reihe verschiedener Ostergrußkarten mit österlichen Motiven der letzten Jahre habe ich auch schon vorbereitet. Es bleibt gerade noch eine Woche, diese Grüße auf den Weg zu bringen. Ein Projekt, das v. a. M. maßgeblich mit Leben füllt, bei dem ich meine Unterstützung anbiete. Da im Vorjahressommer der Buchsbaumzünsler so radikal und flächendeckend zugeschlagen hat, war es zum ersten Mal, seit ich denken kann, nicht möglich, Palmzweige für den Palmsonntag abzuzweigen. Bei den wenigen noch verbliebenen Ästchen wäre das einem endgültigen Kahlschlag gleichgekommen. So sind wir auf dem Rückweg von M. bei P. M. vorbeigefahren, der einen zwar ebenfalls gebeutelten, aber noch etwas ausladenderen Buchsbaum im Garten hat. Von dem konnten wir zumindest einen kleinen Bund einzelner Zweigchen schneiden. Viel weniger als sonst, aber wir würden es schon als Verlust wahrnehmen, am Palmsonntag keine Zweige segnen lassen zu können, die uns das ganze Jahr über an den Türkreuzen begleiten und uns die christliche Lebens- und Siegessymbolik in Gedächtnis und Seele rufen.

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Traditionelle Eindrücke und individuelle Formen

Es war ein zweiter Weihnachtsfeiertag, wie ich ihn mir wünsche. Ruhig und kontemplativ, und mit der dazu passenden Lektüre von Rudolf Steiners Texten zum Thema Weihnachten. Das hat schon Tradition über die Feiertage. In den nächsten Tagen werde ich die übrigen Vortragsmitschriften erneut lesen und sicher, wie eigentlich immer, wieder neue Aspekte und Perspektiven in den vielschichtigen Betrachtungen entdecken. Eine schöne Möglichkeit, weihnachtlichen Sinn zu reflektieren und sich das Fest bewusst zu machen. Die Atmosphäre in diesen Tagen genieße ich ganz besonders. Und deshalb habe ich auch, um die diesjährige Impression meines Lieblingsmotivs am Feiertag selbst nicht zu versäumen, neue Aufnahmen gemacht, selbst überrascht, dass das Motiv allein wegen des individuellen Baums, seines immer wieder anderen Schmucks und der veränderlichen Lichtstimmungen in jedem Jahr wieder besonders wirkt. Etwas, das mich noch länger in der Zeit der Raunächte beschäftigen wird.

Weihnachten 2018
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Weihnachten mit Tradition

Die Christmette an Heilig Abend gehört für mich traditionell zum symbolischen Kern des Weihnachtsfestes. Aber wir konnten sie diesmal nicht besuchen. Deshalb war es mir wichtig, doch am ersten Feiertag die Weihnachtsmesse zu besuchen. In der kleinen Kirche, die so engagiert und liebevoll von unserem älteren Pastor betreut wird und die früher für uns nicht so die große Rolle gespielt hat. Heute können dort die oft eindrucksvolleren Messen stattfinden, auch wegen ihrer geringen Größe und der stärker familiären Atmosphäre, die gerade das vermittelt. Mit den traditionellen Symbolbildern, wie dem der Krippe, hat man sich viel Mühe gegeben. Und überhaupt scheint mir die Anknüpfung und das Betonen des Grundlegenden und Einfachen gerade bei den Feiertagen wieder wichtig geworden zu sein. Die Menschen haben auch auf dem Gebiet ein starkes Bedürfnis nach Ursprünglichkeit, Ehrlichkeit und Einfachheit entwickelt, das christlichem Sinn wieder näher kommt. Das Augenfällige und Inszenierte, wie eben die Krippenszene mit Figuren und der Weihnachtsbaum stellen dazu keinen Widerspruch dar. Vielmehr unterstützen den Eindruck dessen, was wir als Urbedeutung mit diesem hohen Feiertag verbinden können.

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Stimmige Rituale und Symbole rund um Weihnachten

Es war einer der Besuche, die kurz vor Weihnachten besonders viel Sinn machen, weil sie an die biographische Vergangenheit anknüpfen. Und Weihnachten hat eben auch etwas mit Ursprung und Heimat zu tun. Ähnliche Traditionen und fast schon rituelle Begegnungen und Besuche werden vor und nach den Feiertagen folgen. Ich bin froh, dass es uns gelungen ist, die richtige Atmosphäre dafür zu schaffen. Denn die Aufmerksamkeit auf das, was Weihnachten für uns persönlich bedeutet, erfordert eben auch eine gewisse Vorbereitung, ein eingestimmt Sein. Der Weihnachtsbaum in der eigenen Stube ist nur ein, wenn auch besonders eindrückliches und intensives Symbol, das zu dieser Einstimmung beiträgt. Aber Weihnachten ist eben viel mehr. Für uns alle wünsche ich mir, möglichst vieles davon auch in die Zeit zwischen den Feiertagen hinübertragen zu können.

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Das Baumtagebuch wird heute 14 Jahre alt

Den Beginn des Baumtagebuchs werde ich immer mit der Vorweihnachtszeit und ihren so eindrucksvollen Ritualen verbinden. Am 20. November 2004 waren wir mit dem Zusammentragen immergrüner Zweige für die Weihnachtsdekoration beschäftigt und mit dem Schlagen eines Weihnachtsbaums, beides in dem damals noch nutzbaren kleinen Waldstück. Und am Nachmittag führte uns der Weg in eine der schönsten Weihnachtsdekorationsausstellungen der Region, die auch heute noch immer in dieser Woche eröffnet wird. Das waren für mich immer schon sehr eindrückliche Erlebnisse, weil sich in ihnen vegetative Symbolik und christliche-feiertäglicher Sinn vereinigt. Ich kann mir kaum etwas Spannenderes vorstellen. So dreht sich 14 Jahre später, das sind bisher 5111 Tage(bucheinträge), im Baumtagebuch immer noch vieles um die Rituale und Gebräuche rund um unsere Feiertage, deren Bedeutung für mich nicht verblasst ist, auch wenn manche meinen, anlässlich des Beginns der Weihnachtszeit die Kommerzialisierung vehement beklagen zu müssen, worüber sie den Kern des Ganzen völlig aus dem Blick verlieren. Ich hoffe, das Baumtagebuch kann dem eine ganz klein bisschen entgegensteuern.

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Das Weinlese-Ritual

Das Weinlesefieber hat V. nun doch wieder etwas früher und unermüdlicher erfasst als geplant. Wie immer ist es mit der Ruhe vorbei, wenn das Ritual einmal angelaufen ist. Da aber der Ertrag wegen der vielen an Altersschwäche eingegangenen Reben nicht mehr so hoch ist, wird es sicher in überschaubarem Zeitrahmen beendet sein. Wahrscheinlich schon morgen, da zusätzliche Hilfe angesagt ist. Obwohl mich das Thema selbst nicht in gleichem Maße berührt, bin ich doch froh, wenn es für dieses Jahr einmal wieder abgeschlossen ist. Danach wird es eher möglich sein, die ästhetisch anregenden Facetten des Frühherbstes wirklich wahrzunehmen.

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