Weihnachtsbaum- und Weihnachtsgrußvorbereitungen

Highlight dieses Samstags war sicherlich das Aussuchen des Weihnachtsbaums. Ich war wie geplant schon früh aufgebrochen, um vor Beginn der offiziellen Verkaufszeiten dort zu sein und mich umzusehen. Der Händler war diesmal etwas den Feldweg hinauf umgezogen, direkt neben einem ehemaligen Forsthaus. Ein sehr schöner Platz für diese Zweck und kein Zufall, wie er mir erzählt hat. Denn in der Familie hatte jemand dieses alte Haus erworben und renovieren lassen. Das Umfeld und die Art, wie die Weihnachtsbäume dort aufgebaut waren, war jedenfalls herausragend im Vergleich zu den Vorjahren. Auch das hatte Gründe, die mit dem Händler selbst und einer kurz vor Weihnachten für ihn zuversichtlich stimmenden Wendung seines Schicksals zu tun hatte. Ich freue mich, dass ich der Intuition gefolgt und eben nicht beim Händler um die Ecke nach einem Baum Ausschau gehalten habe. Dort wäre ich auch nicht fündig geworden, wie ich mich in den letzten 2 Wochen beim Vorbeigehen vergewissern konnte. Dort aber hatte ich schon schnell mein Wunschexemplar gefunden. Es war so ziemlich der einzige, der wirklich in Frage kam. Sonst hatte ich die Wahl zwischen 2-3 Kandidaten. Aber einer reicht ja auch, wenn es der richtige ist. Jetzt kann ich mich auf das Aufstellen und Schmücken des Baums freuen, das auf jeden Fall im Laufe der kommenden Woche recht-zeitig vor Ms Geburtstag stattfinden muss. Am Nachmittag bin ich der lange aufgeschobenen Aufgabe nachgekommen, einen ausreichenden Vorrat an Weihnachtsgrußkarten mit eigenen Fotografien und Bildmotive herzustellen. Das war ein gutes Stück Arbeit, von der Auswahl der Motive, über das Ausdrucken auf starkem Fotokarton, dem provisorischen Ausschneiden, Aufkleben und sauberen Beschneiden der Karten. Nach dieser Prozedur liegen sie jetzt über-einander unter einem hohen und schweren Stapel Bücher – zum Pressen. Und dann kann M. und ich mich auf das Schreiben konzentrieren.

Den Weihnachtsbaum in Ruhe aussuchen

Erstmals hatte ich heute schon im Vorfeld des Vor-Ort-Termins zum Weihnachtsbaumaussuchen ein Telefongespräch mit dem Händler. Sonst war der Kontakt und das meist längere Gespräch immer nur auf diesen Termin beschränkt. Denn ich war etwas erschrocken zu lesen, dass die Öffnungszeiten der Verkaufsstelle auf das Wochenende beschränkt sein sollten. Ich war früher immer Anfang der Woche dort gewesen, möglichst früh, um den Baum ganz in Ruhe auswählen zu können. Das Gute: Der Grund für die Begrenzung der Öffnungszeiten war wohl zwar ursprünglich ein unvermeidlicher, hat sich aber dann doch in abgeschwächter Form gezeigt. Das freut mich sehr, und dann nehme ich gerne auch den Weg schon am Wochenende auf mich, wie immer ganz früh, bevor der große Ansturm kommt.

An vegetabile christliche Traditionen erinnern

Barbara-Zweige haben wir schon seit einigen Jahren nicht mehr geschnitten. Heute oder, wie ich vorhin erst durch eine Onlinerecherche herausgefunden habe, in einigen anderen Ländern am 17. Dezember, wäre dazu die Gelegenheit (gewesen). Das Spiel mit dem „Blütenwunder“ hat mich zu meiner Zeit in D. sehr fasziniert. Aber damals hatten wir zuhause auch noch den bullig wärmenden Holzbrandofen alter Bauart im Gebrauch. Und an der damaligen Arbeitsstätte in einem Altbau konnten wir den Strauß mit am 4. Dezember geschnittenen Kirschbaumzweigen direkt auf den tiefen Marmor-Fensterbank platzieren unter der ein Heizkörper beständig viel Wärme abgab. Mit anderen Worten: Die Voraussetzungen waren damals gut, das Wunder wahr werden zu lassen. Und wir waren damals auch geschickt darin, das Aufspringen der ersten Knospen exakt an Heilig Abend zu lancieren, indem wir die Wärmeexposition der Zweige zwischendurch auch mal unterbrachen. Mit den Veränderungen beim Heizen ist es dann mit dem Blütenwunder schwieriger geworden. Vielleicht ist im Laufe der Jahre aber auch die quasi kindliche Faszination für solche vegetabil-christliche Traditionen geschwächt worden. Eigentlich schade, aber auch nicht verwunderlich, wenn man vergleichbaren Schwund in vielen ehemals traditionellen gerade christlichen Bereichen beobachtet. Ich finde es dennoch wichtig, anhand des Kalenders an solche Traditionen zumindest thematisch anzuknüpfen und zu erinnern, wie grundlegende Vorstellungen von Werden und Vergehen, vom Ewigen Leben mit einfachen, aber eindrücklichen und erinnerbare Mitteln ins Zentrum des Bewusstseins gerückt werden können.

Wiederbelebte fotografische Ambition

Neben allem, was ich das ganze Jahr über fotografisch für meine Projektarbeiten realisiere, denke ich doch daran, die Anfänge in der Natur- und Baumfotografie künftig wieder stärker aufleben zu lassen. Ein Schritt in diese Richtung wäre die technisch aktualisierte Fassung der Makroobjektivs, denn mit Nahaufnahmen von Baumdetails nahm meine fotografische Ambition ihren Anfang. In dem Bereich könnte ich wieder mehr umsetzen. Die praktischen Erfahrungen auf anderen Motivgebieten sind dabei durchaus eine Hilfe, weil sie den Wahrnehmungs- und Gestaltungshorizont weiten kann. Ich bin gespannt, wohin mich dieses jetzt gefasst Vorhaben im neuen Jahr führen wird.

Weihnachtszeit, Autobiographie und belebender Sinn

Mit dem Beginn des Dezembers geht’s nun doch sehr schnell auf Weihnachten zu. Und wie immer verdichten sich dann auch die Aufgaben, die in diesem Kalenderjahr noch unbedingt zum Abschluss zu bringen sind. Es ist diese Überlagerung von Weihnachtszeit und Jahreswechsel, der uns vor Herausforderungen stellt. Denn das eine wirkt dem anderen eigentlich entgegen. In unseren hochnervösen und hochtechnisierten Zivilisationsgesellschaften ist da eine Art besonderer Anstrengung erforderlich, um das Weihnachtliche trotzdem mit Sinn und belebendem Sinn zu füllen. Oder besser, den ohnehin unverrückbaren und immer schon vorhandenen Sinn im Bewusstsein und konkreten Erleben hervorzuholen. Das ist wohl das eigentlich zum Advent gehörende, sich Annähern an einen Ruhepunkt, eine uns allen gemeinsame geistige Quelle. Da das für uns fast gar nicht mehr alltäglich und selbstverständlich ist, hilft uns die Adventszeit, uns wenigstens und ganz besonders in dieser Zeit dem wirklich Wichtigen bewusst anzunähern. Ich würde sagen, dass ich das auch im übrigen Jahr versuche. Aber in der Weihnachtszeit erhält es eben ein gemeinschaftlich, traditionell und kulturell verankertes Setting, und dann ist das leichter und für alle eindrücklicher teilbar. Die weihnachtliche Pflanzensymbolik und der Weihnachtsbaum, die uns in diesen Wochen immer auch beschäftigen, sind nur einige der Bestandteile dieser Zeit der Annäherung, aber sie gehören zu denen, mit denen die meisten doch etwas Autobiographisches und mit der Familie Zusammenhängendes verbinden.

Pflege und Reflexion des Weihnachtsgedankens

Nach einem wieder sehr mit Aufgaben angefüllten Arbeitstag habe ich es am Abend doch noch geschafft, mit dem Dekorieren zu beginnen. Und zwei der wichtigsten Weihnachtszimmer-Lichterketten konnte ich auch schon installieren. Die sind für die Lichtstimmung während der Weihnachtszeit immer sehr bedeutsam und werden später eigentlich nur noch durch den Weihnachtsbaum getoppt. Besser: Diese Leuchtarrangements ergänzen sich sehr schön in diesem Teil des weihnachtszeitlichen Innenraums. Und morgen geht’s dann mehr in Richtung des Außenraums. Der künstliche ebenfalls reichlich beleuchtete Baum vor der Tür, der Leuchtkranz an der Tür selbst, den ich dieses Jahr wieder mit Mistelzweigen ausschmücken kann. Und später natürlich noch der Adventskranz. Einen kleinen natürlichen Kranz haben wir auch noch als Rohling. Mal sehen, ob und wie wir den weitergestalten können oder ob das doch etwas für die nächsten Wochen ist. Ich freue mich sehr auf die kommenden Wochen mit ihrer unvergleichlichen ästhetischen Qualität, die eine von vielen Menschen heute wieder tiefgehender empfundene Pflege und Reflexion des Weihnachtsgedankens unterstützt.

Verlebendigung für und in der Weihnachtszeit

Die vielen Gesundheitstermine für andere und für mich selbst sind zurzeit sehr zeitraubend. Daneben kommt eine Masse an technischem Aufwand und z. T. sehr komplizierten Aufgaben. Natürlich passt das nicht ganz zur Adventszeit und unseren geplanten Vorbereitungen. Es wird deshalb so sein wie schon in den Vorjahren. Die wichtigsten Dekorationen und stimmungsvollen Arrangements werde ich konzentriert am Wochenende, kurz vor dem Anzünden der ersten Adventskerze einschieben müssen. Das ist in dieser Zeit des Arbeitsjahres nicht zu vermeiden. Aber ich hoffe und denke trotzdem, den verschiedenen Aufgaben und den Traditionen und dem Arbeiten an dem Weihnachtsgedanken letztlich so gerecht zu werden, dass alles stimmig, zeitgemäß und wirklich aufbauend und lebendig in die Zukunft gerichtet wird. Wenn wir die Weihnachtszeit nicht als Anlass für verstärktes Bemühen um diese Verlebendigung nutzen, wann sollte es dann möglich sein?

Zwischen Technik und Traditionspflege

Der Tag war mit komplizierten technischen Herausforderungen nur so angefüllt. Aber nach einigen Ringen und Bangen konnte ich entscheidende Fragen auflösen und an einem Beispielprojekt durchexerzieren. Auch wenn damit noch lange nicht alles beseitigt ist, habe ich doch eine gute Grundlage für die Fortsetzung dieser Arbeit in den nächsten Wochen, auch für zahlreiche andere Projekte, die eine Anpassung dringend benötigen. Weihnachten und all die adventlichen Vorbereitungen waren natürlich trotzdem auch heute wieder ein größeres Thema. Ich denke, zum Wochenende hin wird sich diese Thematik noch einmal verdichten, geht es doch darum, den Beginn der Adventszeit vorzubereiten.

Neue Einundzwanzigerqualitäten

Gestern war der 21. Geburtstag des Baumtagebuchs und heute ist wieder ein Einundzwanzigster. Auch interessant, und wie immer nehme ich eine Einschätzung vor, inwieweit dieser Tag wohl der Zahlensymbolik entspricht. Ich würde sagen, die numerologische Qualität zeigte sich heute vor allem in der verdichteten Vielfalt von Aufgaben, die ich nacheinander abarbeiten, erledigen, zum Abschluss bringen konnte. Bei so viel Verdichtung kann man sich schon mal verzetteln. Aber heute hat das gut funktioniert, ohne dass eine der Aufgaben leiden musste oder sich unnötig verzögert hat. Das nehme ich als Fortsetzung der in den letzten Jahren neu gefundenen symbolischen Stärke der Einundzwanzigerqualitäten.

Den wirklichen Weihnachtsgedanken zum Vorschein bringen

Das Weihnachtsbaum-Thema war auch heute wieder Gesprächsthema in der Familie. Wohl weil auch M. und V. jetzt den Weihnachtsbaumverkaufsstand um die Ecke entdeckt haben. Also kommt passend zur sich annähernden Adventszeit auch zumindest ein wenig Weihnachtsstimmung auf. Ich hoffe, wir können uns das erhalten und stimmungsvoll orchestrieren. Zumindest was mich selbst angeht habe ich da weniger Zweifel. Es kommt eben darauf an, dass wir Weihnachten in ehrlicher, und das heißt auch immer zeitgemäßer Weise mit Sinn und Emotion erfüllen. Man könnte auch sagen, es so wahrzunehmen, dass der wirkliche Weihnachtsgedanke zum Vorschein kommt. Dass fast jeder eine Verbindung zu diesem Gedanken haben kann, scheint mir auch in diesen vordergründig so sinnentleerten Zeiten kaum zu leugnen.

Die richtige Größe des Weihnachtsbaums

Meine Vermutung hat sich tatsächlich bestätigt, dass der Weihnachtsbaumhändler, der traditionell auf dem Dorfplatz sein umzäuntes Verkaufsareal aufgebaut hat, dieses Jahr bei uns um die Ecke Quartier bezogen hat. Wegen der Bauarbeiten auf dem üblichen Platz. Wegen der Bauarbeiten auf dem üblichen Platz. Vielleicht ist mir das heute besonders ins Auge gefallen, weil bei uns über Nacht zum ersten Mal in dieser Saison Schnee angesagt ist. Die Gedanken an Weihnachten sind dann nicht weit. Theoretisch könnte ich also den Weihnachtsbaum in diesem Jahr unter den Arm klemmen und zu Fuß nach Hause bringen. Das Hindernis ist aber die Größe der Bäume, die dort traditionell angeboten werden. Die erreichen eigentlich nie Zimmerhöhe, also 2,40 – 2,50 m. Die meisten enden bei max. 1,80 m, eindeutig zu klein für meine Zwecke. Ich bestehe einfach darauf, dass der Weihnachtsbaum bis knapp unterhalb der Zimmerdecke reicht. Neben den anderen Eigenschaften, die er auch noch haben soll. Unverständlich, warum man dort nicht einmal auf die Idee gekommen ist oder bemerkt hat, dass viele einen hohen Baum bevorzugen. So werde ich trotz des glücklichen Verkaufsstandwechsels wohl doch wieder weiter fahren müssen. Aber auch gut, weil ich gerade rund um die Feiertage Traditionen sehr mag und außerdem den Händler dort immer sehr angenehm finde. Das ist ein kleines Ritual neben vielen anderen in der Weihnachtszeit, nicht nur den Baum möglichst in den frühen Vormittagsstunden in der Woche vor dem 21. Dezember auszusuchen, sondern eben auch ein längeres Gespräch mit dem Händler zu führen. Das ist im Umfeld und im Zusammenhang mit der Auswahl des Weihnachtsbaums immer etwas ganz Besonderes.

Kultur aus der Natur

Es war ja geplant, insofern konnte ich die Exkursionen mit M. heute ganz gut mit der Projektarbeit vereinbaren. Und zwischendurch habe ich dann doch noch an meinen Projekten weiterarbeiten können. Na ja, das ganz tolle Ergebnis haben die Konsultationen heute nicht erbracht, aber eben auch keine Katastrophen. Das nehmen wir mal zum Anlass, das Beste daraus zu machen. Immerhin können wir uns auf kurze Phasen mit sonnigen Spots in diesen Tagen freuen. Und darüber, den Garten und die Blumen schon auf Allerheiligen und den Beginn des Winters vorbereitet zu haben. Das wäre während der Wochen auch knapp geworden. Diese jahreszeitlichen Bezüge, Rituale und Traditionen sind für uns von besonderem Interesse und werden deshalb auch bewahrt und aktiv gepflegt. Es ist dies ein grundlegendes kulturelles Bedürfnis mit vegetabilen Zügen, die viel weiter gehen als meine spezielle Beschäftigung mit der Erscheinung und Symbolik der Bäume. Es geht darin um die Wahrnehmung des Natürlichen in unserem Umfeld generell. Und dass wir uns immer wieder die Wechselwirkung der umgebenden mit der Menschennatur vergegenwärtigen und wie daraus Außernatürliches, eben Kultur hervorgehen kann.

Ersatz für eine lokale Festtradition

Es ist schon länger nicht mehr vorgekommen, dass wir zum traditionellen und für unsere Region fast schon verpflichtenden Fest nicht gefahren sind, und sei es auch nur, um die dort auch angebotenen Kartoffelpuffer, besser: „Kartoffel-Mäuscher“, bei einem der Vereine zu kaufen und nach Hause mitzunehmen. Nach einem Gang durch die Festmeile haben wir das immer so gehandhabt. Aber heute war es so scheußlich und nass, dass wir uns nichtt aufraffen konnten. Traurig für die Veranstalter und auch für uns, weil wir uns eigentlich immer darauf freuen. Aber diesmal kaum durchführbar. So haben wir die Spezialität einfach zuhause selbst zubereitet – mit sehr zufriedenstellendem Ergebnis. Nur die Äpfel, der Viez und die lokale Spezialität inklusive Fest sind dieses Jahr außen vor geblieben. Na ja, mit eigenen Äpfeln, Apfelbäumen und all dem anderen Baumobst hatten wir ja im Laufe der Saison wahrlich schon genug zu tun.

Traditioneller jahreszeitlich symbolstiftender Ausflug

Mit der Dramaturgie hat es heute doch ganz gut geklappt. Zuletzt waren wir eher skeptisch, ob nach wochenlangem Regen mit kaum Sonne zum traditionellen Trödelmarkt in N. wie eigentlich angekündigt die Sonne zum Vorschein kommen sollte. Aber als wir, später als sonst, vor Ort waren und in den Markt eintauchen konnten, kam die Sonne tatsächlich und hat den Besuch dort sehr angenehm und am Schluss fast schon spätsommerlich gestaltet. Schön, dass das exakt mit dem Vorhaben orchestriert zu sein schien. Und vor allem schön, dass ich das wieder zusammen mit M. erleben konnte. Selbstverständlich ist das eben nicht mehr, umso dankbarer bin ich für die Gelegenheit, die wir auch umsetzen können. Fast so schön wie der Markt und die besondere kommunikative Atmosphäre dort ist die Hin- und Rückfahrt durch vertraute heimatliche Landschaft und mit tatsächlich sehr heimatlichen Gefühlen, die sich gerade an solchen Ereignissen festmachen, die jahreszeitliche Bezüge haben. So wie es sich bei diesem Markt um den letzten der im Freien veranstalteten öffentliche Märkte im Jahresverlauf handelt. Das trägt immer auch Symbolik mit sich und hat für mich etwas regional Identität Stiftendes. V. konnte uns heute wie in den Vorjahren schon nicht begleiten. Aber immerhin konnte er bei dem unverhofft schönen Wetter draußen sitzend den Großteil der selbst gesammelten Walnüsse knacken und damit unseren Vorrat an Baumnüssen vergrößern, den wir demnächst in einer Nuss-Rosinenmischung verwenden werden.

Dankbar für die gemeinsame Kräutersuche vor Mariä Himmelfahrt

Dass ich heute wieder zusammen mit M. auf Kräutersuche gehen konnte, was zu unseren Familientraditionen gehört, freut mich ungemein. Dieses Jahr hat uns auch A. wieder begleitet. Schade nur, dass V. schon seit vielen Jahren nicht mehr dabei sein kann, weil es zu anstrengend ist. Früher war das das Sammeln der Kräuter vor Mariä Himmelfahrt eine Aktion, die M. und V. gemeinsam gepflegt haben. Ich war damals nicht so beteiligt und wenn eher später beim Arrangieren der Sträuße. Es war ganz spannend heute, weil wir zwar im Prinzip die bekannten und bewährten Sammelstellen aufgesucht haben, aber wegen einer Straßensperrung doch auf einer der drei Stationen einen Umweg fahren mussten. Und wie immer bei unbekannten Umwegen kann man dabei natürlich auch Neues entdecken. So war die unverhoffte Exkursion doch auch mit einigen neuen Funden verbunden, und mit der unterhaltsamen Fahrt durch Ortschaften und Straßenzüge, die wir noch nicht kannten. Bei der Hitze an diesem wohl heißesten Tag des Jahres durchaus eine Herausforderung, die sich aber gelohnt hat und auch Spaß gemacht hat. Highlight und nicht wirklich erwartbar war, dass wir tatsächlich genügend Königskerzen ausfindig machen konnten. Zwei davon durch genaues Beobachten und Entdecken am Straßenrand. Und die meisten an einem Ort, den ich als Geheimtipp für Königskerzen im letzten Jahr entdeckt hatte. Tatsächlich waren dort noch welche mit frischen Blüten zu finden, während fast überall die in diesem Jahr zahlreich gewachsenen Königskerzen schon verblüht und teils verrottet erschienen. Das ist natürlich ein Glücksfall, weil die Königskerze eigentlich traditionell das Zentrum der Sträuße gehört und in dieser Mitte immer etwas weiter herausragen soll als die übrigen Kräuter. Sortieren und arrangieren konnten wir die Kräuter anschließend auch noch. Mit dem Ergebnis von 6 wunderschönen frischen Kräutersträußen. A. hat ihren schon mit nach Hause genommen. Und die übrigen fünf werden wir nach der Segnung am Freitag verteilen, in der eigenen Familie und an Menschen, die die Tradition ähnlich wie wir schätzen.

Erholungssonntag mit Ausblick auf die Spätsommerlandschaft

So viel habe ich von der Hitze noch nicht mitbekommen, aber diesen Sonntag bin ich auch sehr ruhig angegangen. Nach der dicht getakteten Geschäftigkeit der ganzen Woche war das auch angeraten und notwendig. Und das Landschaftserlebnis im Spiegel der Baumlandschaft ist auch nicht das intensivste, wenn man der prallen Sonne ausgesetzt ist. Deshalb geht die ausgelassene Exkursion in Ordnung. Nächste Woche werden wir das allerdings auf jeden Fall nachholen, wenn es ums Sammeln der Wiesenkräuter für Mariä Himmelfahrt geht. Das ist ein Familienritual, das wir alle nicht missen möchten und eine schöne Gelegenheit, die Natur des Spätsommers noch einmal ganz nah und bewusst in Augenschein zu nehmen. Dafür werden wir uns sicher einen oder zwei geeignete Nachmittage in der kommende Woche aussuchen.

Sonntägliche Traditionspflege und Gartennutzung

Wenn man wieder auf den Geschmack gekommen ist: Weil wir gestern zum ersten mal wieder die Sitzgruppe im Garten genutzt haben, war die Hürde heute Nachmittag geringer. So haben wir das gleich wiederholt und sind damit in der Nutzung dieser Aufenthaltsgelegenheit schon erfolgreicher als im Vorjahr, als es überhaupt nicht dazu kam. Bei dieser zweiten Gelegenheit wurden von unserem Besuch auch gleich die Bäume und auch die Nutzpflanzen im Garten gelobt. Und tatsächlich präsentieren die sich in diesem Sommer auch ungewöhnlich üppig und vital. Bei der Kulisse kann der Aufenthalt in der Gartenumgebung wirklich Erholung bringen, nach einer so intensiven Arbeitswoche ist das ein Segen. Eine Freude war aber auch der erste Marktbesuch, den uns zuvor den Weg nach S. hat antreten lassen. Trotz des bedeckten Himmels und zeitweiligen Regens hat das gutgetan, auch weil damit die Familientradition aufrechterhalten werden konnte, die zuletzt allzu stark vernachlässigt war, aus praktischen Gründen und leider unvermeidbar. Aber wenn es machbar ist und auch sonst stimmig, bin ich sehr dafür, an solche schönen Traditionen anzuknüpfen und dabei Menschen zu treffen, mit denen uns ein Stück Lebensweg und ähnliche Interessen verbindet.

Den Sommergarten wieder mehr nutzen

Weil es heute einmal etwas weniger heiß und dennoch angenehm warm war, konnten wir zum ersten Mal für diese Gartensaison überhaupt auf unserer Hinterhausterrasse sitzen und Kaffee trinken. Das war bisher noch gar nicht möglich gewesen, weil es M. und V. entweder zu frisch oder zu heiß dort war. Heute aber konnte ich den ganzen Nachmittag die ruhige Wochenendatmosphäre, den ganz leuchten Wind und die noch angenehm zu nennende Wärme bei der Manufakturarbeit genießen. Deshalb konnte ich M. und V. auch den Vorschlag machen, dass wir uns endlich wieder dort zu den Mahlzeiten hinsetzen. Damit haben wir schon gleich viel mehr vom Sommergarten, nicht nur während kurzer Gänge tagsüber, oder während der Gartenarbeit und dem abendlichen Gießen. Ich hoffe sehr, dass es im Verlauf des Sommers noch viele Gelegenheiten geben wird, vor allem auch beim Mittagessen, denn das ist mir aus Kindertagen noch besonders eindringlich und positiv im Gedächtnis geblieben.

Vegetabile Vorbilder

Schön, dass wir auch im Verlauf solch heißer Sommertage noch an freundschaftliche Gesprächstraditionen anschließen können. Das ist schon wichtig und irgendwie auch notwendiger als jemals zuvor, weil das bloße Bewältigen des Alltags, das Abarbeiten von Aufgaben und Beseitigen von Hindernissen allein auf Dauer kaum erträglich ist. Die soziale Weiterverarbeitung ist mindestens genauso wichtig. Und dazu finden wir glücklicherweise doch an den meisten Tagen eine Möglichkeit, die Sinn macht und echt wirkt. Es ist diese Ehrlichkeit und auch das Orientieren am Bewährten und Traditionellen, wenn man so will das Konventionelle, das wir von der vegetabilen Natur um uns herum lernen können. Dort hat das Bewährte sicher einen zentralen Stellenwert. Es ist eine Überlebensgarantie und ein Erfolgsrezept für langfristiges Wachstum. Vielleicht sollten wir uns das zwischendurch vor Augen führen, wenn wir eine Pflanze in ihrer Lebensumgebung beobachten oder ihr begegnen.

Feiertage und unverzichtbare Rückzugszeiten

Das Monatsblatt meines großen Baumkalenders habe ich einmal wieder erst mit einwöchiger Verspätung umgeblättert. Dabei hat gerade das Juni-Motiv etwas Beruhigendes. Es zeigt die Nahaufnahme in die Mitte eines Walds mit dunklen schlanken Stämmen, zwischen denen leichter Nebel steht und hinter denen Lichtkegel einfallen. Eine Szene und Stimmung, die entweder in die Morgen- oder Abendstunden dieser Jahreszeit passt. Tatsächlich ist auch an diesem zweiten Pfingstfeiertag die Sonne sparsam präsent gewesen, kam nur phasenweise zum Vorschein, zwischendurch von Wolken verdeckt, kombiniert mit mäßiger Wärme, die schon zu kühler, jahreszeituntypischer Temperatur tendierte. Unterwegs war ich wohl deshalb heute nicht. Aber ich konnte die kontemplative Stimmung des Feiertags nutzen, um einmal einen Gang zurückzuschalten. Gut, dass wir zu Weihnachten, Ostern und Pfingsten einen doppelten Feiertag zur Verfügung haben, der für mich nie nur ein freier Tag ist. Feiertage haben für mich immer noch eine ganz andere Anmutung. So war auch dieser Montag ein Tag mit festlicher, der Ruhigsein und Kontemplation begünstigt und an dem sich die Gedanken einmal vom vermeintlich Notwendigen des Arbeitsalltags wegbewegen können. Eigentlich unverzichtbar und lebenswichtig, was man merkt, wenn diese Gelegenheit zu selten werden.

Zur heutigen Bedeutung von Feiertagen

Nach der Abwechslung mit anderer Form der Konzentration gestern konnte ich den Pfingstfeiertag heute kontemplativer verbringen, als es möglich gewesen wäre ohne diese kleine Auszeit. Auch wenn zu Pfingsten traditionell auch Supersommerwetter passt und man das tatsächlich mit dem Pfingstfest in Verbindung bringt, hatte der Tag für mich etwas Feiertägliches. Das ist ohnehin das Wichtigste und etwas, für das ich sehr dankbar bin. Auch, dass uns diese Feiertage heute noch vergönnt sind und nicht auch noch eine Wirtschaftseffizienzlogik zum Opfer gefallen sind. So lange wir solche Symbolformen noch pflegen und mit immer wieder neuem, zeitgemäßem Inhalt und Wahrnehmen ausfüllen können, ist noch nicht alles verloren. Mit der besonderen Symbolik des Pfingstfestes und z. B. seiner vegetabilen Ausformung rund um die Lebenssymbolik der Bäume herum habe ich mich dieses Jahr weniger beschäftigt. Aber meine Gedanken gehen bei diesem Fest immer auch in diese Richtung. Ich versuche mir dann zumindest kurz zu vergegenwärtigen, wie stark oder schwach Gedanken und Aufmerksamkeiten dieser Art eigentlich heute noch vorhanden sind und sich irgendwie auswirken. Ob diese Dinge verbreitet noch eine wahrnehmbare Bedeutung haben. Ich meine schon, aber es ist untergründiger und weniger bewusst geworden. Da lohnt es sich schon, gelegentlich mehr Aufmerksamkeit zu erzeugen, wozu u. a. meine Texte zur Symbolik der Feiertage, auch rund um das Pfingstbrauchtum beitragen mögen: Zur Bedeutung der Bäume im Pfingstbrauchtum: https://wunschbaum.de/pfingsten.html

Start klar für die Gartensaison

Eigentlich wäre der Samstag für diese Arbeit reserviert gewesen. Aber da es morgen zeitweise regnen soll, habe ich das jährliche Rund-ums-Haus-Saubermachen auf heute vorgezogen. Bei dem vielen Wasserspritzen ist es einfach am angenehmsten, wenn wir so konstant sonniges und warmes Frühsommerwetter haben. Und wie ich das schon kenne, hat diese Arbeit tatsächlich den ganzen Tag eingenommen. Zeit, die ich morgen quasi nachholen muss. Aber die Aktion hat Familientradition, und so kann ich mich jedes Jahr ungefähr um diese Zeit herum wieder aufraffen. Das Ergebnis fühlt sich gut an, weil es die Gartensaison einleitet und bald schon von Pflanzarbeiten abgelöst oder damit fortgesetzt wird. Die Sommerblumen stehen damit auf dem Plan, und auch da Auspflanzen meiner Chilis, zunächst der Sorten, die schon etwas weiter fortgeschritten sind. Ganz und gar entspannt und mit gar keinem Aufwand verbunden sind dagegen unsere Gartenbäume. Das bisschen Rückschnitt, das sie brauchen und das auch wegen der zunehmenden Schattenbildung im Garten notwendig wurde, haben wir natürlich längst erledigt. Und jetzt freuen wir uns daran, dass sie Blätter treiben (Ginkgo, Gleditschie, Pfirsichbaum, Feigenbaum) und oder blühen (Walnussbaum, Pfirsichbaum).

Rechtzeitiges Osterwetter

An diesem Vorostertag war das kunsthandwerkliche Arbeiten die genau richtige Aufgabe. Plangemäß konnte ich die beiden dringenden Armbänder fertigstellen und die Bearbeitung von zwei weiteren fortsetzen. Das bei schönem, überwiegend sonnigem Wetter und wieder wärmerer Luft. Nach den bei uns kalten, dunklen und ungemütlichen Tagen ist das ein schöner Auftakt zu Ostern. Vielleicht ist über die Feiertage ja auch wieder Gelegenheit, die Baumlandschaft zu erkunden oder zumindest ihren aktuellen Zustand in Augenschein zu nehmen. Immerhin scheinen solche Traditionen wie der Osterspaziergang der Familien noch nicht ganz ausgestorben zu sein. Das gibt Grund zu österlicher Hoffnung, auch in Bezug auf die Traditionspflege.

Palmkreuz

Türkreuz mit geweihtem Palmzweig

Schade, nach dieser Traumwetterwoche fiel ausgerechnet der Palmsonntag so trüb und sogar regenverhangen aus. Das war bisher selten und passt auch nicht zu diesem Feiertag und seiner Atmosphäre, die eher mit Siegessymbolik und Hoffnung verknüpft ist, wozu Sonne natürlich besser passt. Aber ich hatte die Gelegenheit, die Weihe der Palmzweige beim Gottesdienst zu erleben. Und das hat den Feiertag dann doch mit Bedeutung und Atmosphäre aufgeladen. Am Nachmittag habe ich eine strenge Auswahl der schönsten Zweige hinter den Türkreuzen im Haus gesteckt. Eine Aufgabe, die ich seit Jahren übernehme, auch weil uns diese Tradition wichtig ist, die das ganze Jahr über durch die immergrünen Zweige augenfällig und präsent gehalten wird.

Vegetabile Symboltradition

Die Palmzweige habe ich heute Nachmittag sorgfältig auseinandergenommen und gesäubert. Wie ich schon gleich gesehen habe, haben sie nicht die beste Qualität, haben kleine instabile Blätter, sind umfangreich zerfressen, vertrocknet und insgesamt auch sehr klein. Aber ich bin eben froh, überhaupt noch Zweige ergattert zu haben. Da scheint ja in diesem Jahr wegen der Situation mit dem Zünsler im Vorjahr ein echtes Problem zu sein. Jedenfalls sind von den sechs kleinen Bündeln, die ich besorgen konnte, am Ende drei ziemlich kleine übriggeblieben, die gerade so für den Bedarf in unserem Haushalt ausreichen sollten. Das Weitergeben an Freunde und Bekannte wird wohl diesmal nicht möglich sein. Aber natürlich werden J. und W. ein Sträußchen erhalten. Schließlich muss die Familientradition gewahrt bleiben.

Damit ist die Tradition gerettet

Bündel mit Buchsbaumzweigen für Palmsonntag

Ein schöner beständiger Sonnentag mit viel technischer Herausforderung. So konnte ich das Wetter nicht so genießen, wie es vielleicht angebracht wäre. Aber es gibt einen bäumischen Erfolg: Die Palmzweige, die Frau P. mir zurückgelegt hatte, konnte ich heute abholen, so dass sie für den Palmsonntag zur Verfügung stehen. Sie sind zwar weniger kräftig ausgewachsen und tragen kleinere Blätter als in guten Jahren. Aber natürlich sind wir froh, überhaupt welche gefunden zu haben. Es hätte sonst etwas gefehlt.

Noch rechtzeitig zu Palmzeigen gekommen

Heute habe ich mich erinnert, genau vor einem Jahr in D. auf dem dortigen Wochenmarkt einen Händler getroffen zu haben, der Buchsbaumzweige angeboten hat. Das war einige Tage vor Palmsonntag. Und da die Situation jetzt wieder identisch ist, kein Mensch hat noch frischen Buchsbaum im Garten, weil er im Vorjahr vom Zünsler vernichtet wurde, habe ich meinen Kontakt in D. bemüht. Und tatsächlich, der Händler war heute wieder mit diesem Angebot vor Ort. So konnte ich mir eine Hand voll Sträuße reservieren lassen, die ich morgen abholen werde. Noch einmal Glück gehabt. Wir hätten es sehr bedauert, die Tradition der Palmweihe zum ersten Mal nicht pflegen zu können.

Gedanken an Ofenwärme

Morgen wird dann wohl der wirklich letzte Holzofentag. Ich will dafür die wenigen Stamm- und Astabschnitte noch klein sägen, um sie zusammen mit dem abgetrockneten Holz noch ein letztes Mal für die Holzofenwärme zu nutzen. Jammerschade eigentlich, denn gerade ist es wieder kühl und ungemütlich. Eigentlich hätten wir den Ofen noch 5-6 Wochen länger betreiben können. Selbst im April gibt oft noch sehr kalte Tage. Aber jetzt ist es eben so und wir müssen uns damit arrangieren. Hoffentlich nicht für immer. Im Übrigen hoffe ich auf einen frühzeitige Baumfrühling, durch den sich die Gedanken an Ofenwärme schnell verflüchtigen sollten.

Ein spezielles Aufmerksamkeitsdefizit als Merkmal dieser Zeit

Seltsam, auch in dieser ungewöhnlich langen spätwinterlichen Sonnenphase, es dürften ja tatsächlich schon zehn Tage mit fast an Frühsommer erinnernden Sonnenstunden sein, ist ein Interesse an der Symbolik und Ästhetik der Bäume nicht zu erkennen. Es scheint, dass die Aufmerksamkeit auf das Themenfeld völlig von der Bildfläche verschwunden ist. So groß und prägend ist das Krisenbewusstsein unter den Menschen, dass Themen wie diese wie ein nicht zu rechtfertigender Luxus angesehen werden. Eine mögliche Interpretation. Es kann aber auch sein, dass dieses spezielle Aufmerksamkeitsdefizit in vielen weiteren Themenfeldern und -bereichen festzustellen ist, nicht nur in dem, was hier im Baumtagebuch Hauptgegenstand ist. Dann wäre es auf die tiefgreifende Verunsicherung zurückzuführen, die die Menschen an allem Vertrauten und traditionell Erwarteten zweifeln lassen. Dass nahezu alles in Frage gestellt wird und man sich scheinbar keiner Erfahrung und keiner bisherigen Gewissheit mehr sicher sein kann, das hat es wohl noch nie gegeben. Jedenfalls nicht in den Generationen, die nach dem zweiten Weltkrieg geboren wurden. Und dieser Umstand ist ein globaler, schon von seinen Ursachen her, aber auch in seiner Ausdehnung. Eben dieses Bewusstsein der globalen Ausdehnung einer Dauerkrise macht es nicht einfacher, sich zu mehr Selbstbewusstsein zurückzubewegen.

Holzofen, Brennholzarbeiten und Familientraditionen

Eigentlich bin ich ganz froh, dass V. sich zurzeit so zäh in Bezug auf die Routinearbeiten rund um den Holzofen zeigt. Immerhin die grünen, kürzlich erst geschnittenen Äste des Nashi und der Gleditschie sind dank Vs Beharrlichkeit jetzt schon im Holzofen verfeuert und müssen nicht mehr über die Biotonne entsorgt werden. Aber die neuerdings als notwendig erachteten Vorratseimer mit Brennholz habe ich in den letzten Tagen selbst befüllt und bereitgestellt. Das ist für mich schon auch eine Sache, die ich bewusst verfolge, weil in wenigen Tagen schon diese Geschichte beendet sein wird. Das Brennholz machen, im Wald oder auf einer unserer Streuobstwiesen, der Transport des Materials und vor allem das Kleinsägen und Spalten sind schon traditionelle Arbeiten bei uns gewesen, die wir über Jahrzehnte zusammen ausgeführt und irgendwie auch als spannend geschätzt haben. Natürlich ist mir bei jedem Stück Brennholz auch unser Beitrag dazu in Erinnerung und all die Arbeiten, die das ganze Jahr über diesbezüglich zu erledigen sind. Das letzte dazu diesmal war meine Sägeaktion im Sommer, bei der ich den jetzt zuneige gehenden Holzvorrat aufgehäuft und aufgestapelt hatte. Schade, dass das jetzt bald Geschichte ist. Zumindest was das Brennholz betrifft. Das Holz und seine Verarbeitung werden mir natürlich in der Vorbereitung der Wunschbaum-Manufaktur noch länger erhalten bleiben. Dann aber in vielfältigerer Form, mit der Bearbeitung von über 40 verschiedenen Baum- und Holzarten, und nicht nur beschränkt auf die grob zerkleinerten Ofenstücke, die sich auf 5-6 Holzarten im Wesentlichen reduzieren ließen.

Die letzten Tage mit wohliger Holzofenwärme

Jetzt ist auch der Februar schon an sein Ende gekommen. Kaum zu fassen, wie die Zeit gerade in diesem Jahr davonläuft. Der zweite dominierende Eindruck: Alles geht drunter und drüber, nichts entspricht mehr der Erwartung, das Unmögliche ist dauerhaft auf die Tagesordnung gesetzt worden. All das macht und sprachlos und nahezu handlungsunfähig. Selbst die Reaktion darauf scheint beliebig, auch weil es keine Vorlagen und Orientierungsmöglichkeiten gibt. Zu Ende geht auch unser Brennholzvorrat. Zwar passend und einigermaßen synchron mit dem Ausschleichen der kältesten Jahreszeit. Aber doch so, dass wir den Holzofenbrand und die besondere Wärme vermissen werden. Das wird uns richtig fehlen. Deshalb ist es auch nicht ausgeschlossen, dass wir eine Anschlusslösung finden werden, mit demselben Ofen und irgendwie organisiertem Brennholz, bevorzugt mit gutem Brennwert, oder vielleicht auch mit einem neuen Ofen, der dann z. B. mit Pellets betrieben werden kann. Die letzten Tage mit dem vertrauten Holzofenfeuer wollen wir aber genießen.