Pfingsten und das schwindende Verständnis für die Bedeutung von Feiertagen

Seit vielen Jahren wohl zum ersten Mal ist der Pfingstsonntag ziemlich ins Wasser gefallen. Erst gegen Abend kamen einige Sonnenstrahlen zum Vorschein, ansonsten ist der ganze Tag in gedämpfter Wetterstimmung mit Nieselregen verlaufen. Nicht gut für die Stimmung, die wir an Pfingsten eher an Frühlingshaftes knüpfen. Aber gut für die Kontemplation, die an Feiertagen wohl angesagter ist als sonst. Zumindest kann ich trotz der desillusionierenden Wirkungen aktueller Zeitumstände doch immer noch für mich sagen, dass kirchliche Feiertage von einer gewissen Aura umgeben sind, die sie von normalen auch Sonntagen unterscheiden. Das ist mir immer noch wertvoll, vielleicht noch wertvoller als früher. Ein bisschen erschreckend ist es dann für mich, wenn im Rahmen einer Unterhaltungssendung im Fernsehen die beiläufige Frage ins Publikum gestellt wird, welche Bedeutung Pfingsten denn habe, ob das denn jemand wisse. So als ob die Frage eigentlich ziemlich abwegig und eher unbedeutend sei. Tatsächlich hat sie dann auch keiner aus dem Publikum beantworten können, sehr traurig. An der Webstatistik, die ich gelegentlich für meine eigenen Projekte durchsehe, fällt mir im Umfeld von Feiertagen immer auf, dass tatsächlich die Zugriffe auf meine Text zu „Feiertags-Bäumen“ in diesen Tagen an Häufigkeit zunehmen. Wie es scheint, gibt’s doch noch Menschen, die sich für diese symbolischen Dinge interessieren, z. B. auch für den Text, den ich vor einigen Jahren über die Bedeutung von Bäumen im Pfingstbrauchtum geschrieben habe. Andere Texte habe ich über den Maibaum, den Weihnachtsbaum und die Baumsymbolik rund um den Palmsonntag geschrieben, die an den entsprechenden Feiertagen ebensolche Aufmerksamkeit auf sich ziehen. So können kleine Akzentuierungen dieser Art doch noch etwas anstoßen, und sei des auch nur ein kurzzeitiges Nachdenken über die eigentliche Bedeutung der Feiertage für uns Menschen.

Die Einundzwanzig wird wieder stärker

Die Qualität der Einundzwanzigsten nähert sich wieder der Erwartung an die Symbolkraft dieser Zahl an, die für mich persönlich eine so große Rolle spielt. Zwischenzeitlich, in den letzten Jahren, schien mir die Energie der Einundzwanzig schwächer geworden zu sein. An den Einundzwanzigsten des Monats konnte man nicht mehr viel Herausragendes beobachten. Aber die Kraft der Zahl ist scheinbar zurückgekehrt. So wirkte dieser Sonntag auf mich durchaus kraftvoll, nicht spektakulär, eher ruhig und einem Sonntag würdig, aber eben ausgeglichen und reflexionsfördernd. Das ist es unter anderem, was ich mit der Einundzwanzig verbinde, eine Verbindung zu Transparenz und Fortschritt. Nicht zufällig ist die Zahl der Bäume im so genannten keltischen Baumkalender mit der Zahl verknüpft. Jedenfalls, wenn man den 22. Baum im Kreis, die „geheime“ Eibe ausgrenzt. Aber auch z. B. als Produkt von 7 und 3 entfaltet die Zahl eine komplexe Vielfalt von Bedeutungen, die sich in vielen Lebenslagen zeigen können.

Ostern, die zweite

Es war der zweite Osterfeiertag, und glücklicherweise ist es mir gelungen, diesen Tag zusammen mit der Familie in derselben Ruhe und Kontemplation zu erleben wie den ersten. Als feiertägliches Highlight kam heute aber noch der Besuch der Ostermesse hinzu. Das war uns wichtig, da wir ja leider keine Osternachtfeier mehr besuchen können und es gestern aus praktischen Gründen nicht möglich war. Und die Feier war sehr atmosphärisch, mit viel Chorgesang, vielen Besuchern und einer wirklich österlichen Stimmung. Die Lektüre von Vortragsmitschriften Rudolf Steiners konnte ich am Nachmittag fortsetzen, diesmal allein auf die auf Kunst bezogenen Texte konzentriert. Und vorbereitende Arbeiten für den Versand meiner letzten Wunschbaum-Manufaktur Arbeiten habe ich auch noch getroffen. Eigentlich ja keine Arbeit, nur ein Baustein in der begleitenden Kommunikationsarbeit rund um diese Initiative, die sich mit den symbolischen und ästhetischen Implikationen der Bäume beschäftigt, und insofern sicher feiertagskompatibel.

Österliche Ruhe und spirituelle Grundlegungen

Vielleicht lag es an dem Ausflug gestern, dass wir diesen Ostersonntag tatsächlich als ruhigen Feiertag in Anspruch genommen und wahrgenommen haben. Tatsächlich hatten wir kein Bedürfnis nach raumgreifender oder produktiver Aktivität. Wir wollten einfach die Bedeutung des Osterfestes auf uns wirken lassen und haben den Tag in diesem Sinne verlebt. Ich bin froh, dass ich am Nachmittag außerdem meine Lektüre von Vortragsmitschriften Rudolf Steiners fortsetzen konnte. Zunächst aus einer Reihe zum Themenfeld „Mystische Grundlegung der künstlerischen Weltanschauung“ und später – wie fast jedes Jahr an Ostern – die Lektüre von zwei Vorträgen speziell zum Thema Ostern aus dem Jahr 1908, die im Abstand von etwa einem Monat in Berlin gehalten wurden. Die beiden Vorträge finde ich unter allem, was ich von Gedankengängen und Ausführungen Rudolf Steiners schon lesen und verstehen durfte, zu den eindrucksvollsten gehörend. Auch weil die Gedanken so plastisch am Beispiel der Rezeption des Ostermysteriums über die Zeiten hinweg enggeführt werden, man also den konkreten Feiertagsbezug hat. Aber wie immer bei Steiner werden ausgehend davon gewaltige inhaltliche Bögen gespannt, die nahezu alles umfassen: Die Entwicklung des Menschen, des Kosmos, der Religionen, und eben alles auch immer im Vergleich zum dem, was wir uns als gültig für prähistorische Zeiten vorstellen können. Es ist mir bei aller christlichen Prägung immer wieder ein Gewinn, diese Hintergrunderklärungen zu lesen, jedes Jahr wieder Neues darin zu entdecken und damit meinem eigenen Verständnis in dem Fall von Ostern noch mehr Klarheit und Tiefe hinzuzufügen.

Die Karwoche und österliche Seelenverfassung

Die letzten Tage vor Ostern sind doch wieder arbeitsreicher und dichter getaktet, als ich mir das für die Karwoche wünschen würde. Aber so ist das ja eigentlich immer vor Feiertagen. Auch wenn dieser Umstand merkwürdig in Kontrast tritt mit der ansonsten so verbreiteten Lethargie. Trotz der äußerlichen Geschäftigkeit sehe ich aber immer wieder auch Anzeichen für Initiativen und Einstellungen, die darauf hindeuten, dass der tiefe Sinn von Ostern dennoch in den Seelen vieler Menschen präsent ist und gerade in dieser Karwoche besonders gute Chancen hat, erkannt und vertieft zu werden. So hoffe ich für mich und die Familie, dass uns zumindest der Karfreitag den äußeren Rahmen für echte österliche Kontemplation und Vorbereitung bieten mag. Meine aktuellen nachmittäglichen und bis in die Abende hinein reichenden Holzarbeiten von unterschiedlichen Baumarten und mit verschiedenen Kombinationen ergänzen sich zu dieser österlichen Kontemplation sehr gut. Meditative Wirkung hat diese Manufaktur allerdings auch außerhalb feiertäglicher Kontexte.

Ostern, Aufbruch und vegetabile Symbolik

Es gehört wohl zu den Konstanten der Lebenserfahrung, die kaum jemals eine Abweichung erfährt, dass die Woche vor und auch nach den großen kirchlichen Feiertagen in der Stimmung der Menschen eine Art Auszeit darstellt. Dann läuft alles etwas langsamer und weniger zielgerichtet ab als gewöhnlich. Fast könnte man meinen, das hinge mit der Besinnung und auch dem Nachklang, der Sinnhaftigkeit des Feiertags selbst zusammen. Aber gerade für die weniger religiös Orientierten und diesbezüglich auch Ahnungslosen liegt es eher an der abstrakten Aura des Feiertäglichen, die sich auch ohne religiöses Verständnis ausbreitet und um sich einen weiten zeitlichen Dunstkreis zieht, in dem es sich bequem machen lässt. Leider hemmt das auch laufende Projekt und ist gerade die Zeit, um etwas Neues zu beginne oder lange Liegengebliebenes in Angriff zu nehmen. Eher die Zeit des Abwartens, Ruhens und Aufschiebens. Ich hoffe, dass für Religiöse wie auch für andere Menschen das Osterfest dennoch seine sinnhafte, belebende, mit Aufbruchs- und Umwandlungssymbolik gesättigte Energie entfalten kann und dass die Feiertage selbst dann die reinigende und klärende Wirkung auf die Menschen haben, die anschließend mutiges und zuversichtliches Aufbruchshandeln wieder möglich oder leichter macht. Gerne würde ich über die am Sonntag gesegneten Palmzweige hinaus noch andere vegetabile Zeichen der Osterzeit wie des Frühlings um mich arrangieren. Aber leider sind mir noch keine Zweige mit typischen Weidenkätzchen oder andere blühende Frühlingszweige begegnet, die ich bedenkenlos hätte abzweigen können, um ein wenig des vegetabilen Frühlings ins Wohnumfeld zu holen.

Bäume, Holz, Sonne und die symbolische Formarbeit

Schade, jetzt kommen gleich wieder regnerische Tage. Immerhin mit der Hoffnung, dass Ostern selbst wieder in Sonne getaucht sein wird. Die hatten wir zuletzt wirklich genossen und durften einen Hauch von Frühling ahnen. Jetzt also wieder ein Schritt zurück. Aber die zurzeit intensive und viele Stunden in Anspruch nehmende Manufakturarbeit mit ganz unterschiedlichen Baum- und Holzarten entschädigt mich für diese jahreszeitlichen Kapriolen und bringt mir auf symbolischer und energetischer Ebene eine innere Sonne, die sich bei so eindringlicher Beschäftigung mit den Bäumen und den Strukturen der Hölzer quasi von selbst einstellt. Bäume, Holz und Licht bzw. Sonne gehören untrennbar zusammen. Deshalb ist das Arbeiten mit Holz in der warmen und vor allem hellen Jahreszeit am belebendsten. Und wenn die Sonne außen einmal ausbleibt und weniger wird, kann sie in der symbolischen Formarbeit wieder hervorgeholt werden.

Was uns dem Sommer näherbringt

Der heutige Tag hat endlich einmal wieder einige Phasen mit wärmenden Sonnenstrahlen mit sich gebracht. Ich stelle fest, wie ich bei solchen Sonnenphasen, auch wenn sie nur von kurzer Dauer sind, urplötzlich auflebe. Es ist, wie wenn die Stimmung spontan wechselt, weil die Sonne auch symbolisch und bezüglich der Motivation wie ein Lichtblick wirkt. Solche kleinen Lichtblicke sind dann wohltuend und entschädigen für die Wochen voller Regen, Kälte und Dunkelheit und für das nahezu vollständige Fehlen von Grün und Farbakzenten in der (Baum-)Landschaft. Kombiniert mit der verbreiteten Dauerkrisenstimmung kann der Dauerwinter, der sich zunehmend in der Kommunikation und im Inneren breit macht, ermüdend wirken. Ich nehme Lichtblick-Tage wie diesen zum Anlass, den Blick in Richtung des Frühlings zu richten. Auf alles, was Verhärtungen und Fatalismus auflösen kann, und auf alles, was uns dem Sommer in der Natur wie im Inneren jedes Menschen näherbringt.

Wunschbaum Reloaded

Ob ich es wohl in diesem Jahr schaffe, das erste Projekt im Rahmen der Wunschbaum-Initiativen zu aktualisieren? Es geht um die Themenseite zur Symbolik und Ästhetik der Bäume, die unter wunschbaum.de veröffentlicht ist und als solche schätzungsweise schon über 20 Jahre besteht. In diesen mehr als 20 Jahren konnte ich sie immer umfangreicher und differenzierter ausbauen, neben dem virtuellen Wunschbaum, den eigenen Baumfotografien, der Literaturübersicht mit populärwissenschaftlicher Baumliteratur, den zahlreichen Beispielen klassischer und zeitgenössischer Baumgedichte auch eigene Texte zur Symbolik der Bäume, insbesondere zum Lebensbaumbegriff integrieren. Eine Zeit lang enthielt sie auch ein interaktives Tool, mit dem Besucher bebilderte Wünsche oder Grüße versenden konnten und eine ausführlichere Linkliste. Aber die beiden letzteren Elemente sind irgendwann den verschärften Datenschutzrichtlinien zum Opfer gefallen. Was aber durchgängig, von Anfang an, beliebt und erfolgreich war und bis heute blieb, sind die Baumgedichte und die eigenen Baum-Texte. Es läge nahe, diese besonders zeitlosen, häufig nachgefragten Inhalte bei einer Neuauflag in den Mittelpunkt einer ganz neuen, aktuellen Bedürfnissen und meiner eigenen aktuellen Interessenlage angepassten Seitenstruktur zu nehmen und außerdem vorhandene Inhalte neu anzulegen. Zum Beispiel die Baumfotografien, die ich heute wesentlich großformatiger integrieren und präsentieren würde – und natürlich in besserer technischer Qualität, als mir das noch vor 20 Jahren möglich war. Aber solche umfangreichen Relaunch-Vorhaben sind eben sehr zeitaufwändig. Und so bleibt die Frage einer Realisierung ungewiss, wird sich erst im Laufe des Jahres klären lassen.

Missverstandene Traditionstage

Den traditionellen Tag hatte ich in falscher Datumserinnerung. Eigentlich dachte ich, Mariä Lichtmess fiele auf den 3. Februar. Aber unser Bauernkalender hat uns heute früh eines Besseren belehrt. Auch wusste ich nicht, dass Mariä Lichtmess eine altertümlichere Bezeichnung für die „Darstellung des Herrn“ ist. Es geht also um eine Erinnerung an die Präsentation des Jesuskindes nach seiner Geburt im Tempel. Es ist bezeichnend, dass man die eigentliche Bedeutung kirchlicher Feier- und Festtage oft nicht richtig einordnen kann. Ehrlich gesagt hatte ich dieses Fest wegen der Bezeichnung auch für ein solche christliches Fest gehalten, bei dem sich vorgängige heidnische Riten und Betrachtungsweisen mit christlichem Sinn überschneiden. Eben mit Bezug zum bevorstehenden Frühling, dem neue vegetabilen Aufbruch und dem stärker werdenden und länger anhaltenden Sonnenlicht. Aber damit hat es tatsächlich nichts zu tun. Ich finde es ganz gut, dass wir durch solche Kalendereinträge, die immer auch kurze Infotexte enthalten mit den traditionellen Feiertagen in Kontakt bleiben. Diese Dinge sind so untergegangen, dass man wohl gegensteuern muss, sie wieder stärker in Bewusstsein rücken muss. Für ein bewusstere Erleben und Nachvollziehen des Jahreslaufs in seiner symbolischen Dimension.

Archetypische Zahlensymbolik?

Die Tendenz, dass die Einundzwanzigsten nichts Herausragendes mehr mit sich führen, scheint sich in diesem neuen Jahr fortzusetzen. Die Zahlensymbolik ist eben nicht mehr das, was sie einmal war. Vielleicht täusche ich mich aber auch und die Entwicklung dieses Tages barg doch ein aufschlussreiches Geheimnis, das mir nur verborgen geblieben ist. Ähnlich dem mystischen Geheimnis hinter dem konstruierten System der 21 Baumarten im keltischen Baumkalender. Vielleicht steckt in der Symbolik der Grundzahlen und, sagen wir, der Zahlen bis 40 doch eine konstanter Bedeutungsschatz, der mit archetypischen Konstanten gleichzusetzen und als solche zu verstehen ist. Freuen würde es mich, ertappe ich mich doch nach wie vor in Alltagssituationen dabei, die für mich wichtigen Zahlen zu identifizieren und spontan ihre mögliche Symbolik in Erinnerung zu rufen.

In der lichtesten aller Nächte

Heilig Abend 2023

Es ist schön, dass wir in diesem Jahr Heilig Abend alle zusammen feiern durften. Auch dass die Zusammenkunft der Familie wieder, wie früherer Tradition, an Heilig Abend stattfinden konnte und nicht, wie in den letzten Jahren so häufig, am ersten oder zweiten Weihnachtsfeiertag. Die längste Nacht des Winters und gleichzeitig der Auftakt zur neuerlichen Zunahme des Lichts. Die symbolische Ahnung dessen ist in den vielen Lichtern der Weihnachtsdekorationen enthalten und in der gesamten Atmosphäre, die im Laufe der Adventszeit entsteht und in eben dieser Nacht ihren Höhepunkt findet. Der Weihnachtsbaum ist dann nur noch die augenfälligste Akzentuierung dessen, was uns allen mehr oder weniger bewusst wird: Das gemeinsame Licht im Inneren, das zu wahrzunehmen und neue aufflammen zu lassen wohl niemals so naheliegend und einem tief liegenden Bedürfnis entsprechend ist wie in der Heiligen Nacht. Ich wünsche allen, dass sie diesen Lichtfunken wahrnehmen, aufgreifen und in die kommenden zwölf Monate ihrer Lebenswelt weitertragen können.

Enge Verbindungen zu weihnachtlicher Tradition

Ein Tag voller kreativer und kommunikativer Beanspruchung, und viel Technik war auch noch dabei. Eigentlich die richtige Mischung für mich, die mich wachhält und die mir so angenehme Abwechslung zur Verfügung stellt. Vielleicht ist das ja so ein Alleinstellungsmerkmal, das nicht jedem verständlich sein dürfte, für mein Leben aber prägend ist und immer schon war. Weihnachten und die letzten Vorbereitungen und Thematisierungen sind auch heute wieder Thema in vielen Gesprächen mit unterschiedlichsten Menschen gewesen. Dabei habe ich mit Freude wahrgenommen, dass gerade die traditionellen Symbole, wie es der Weihnachtsbaum ist, bei so vielen einfach dazugehören. Und auch die anderen typisch weihnachtlichen Symbolformen und Symbolpflanzen, wie der Weihnachtsstern sehr häufig zu sehen ist. Es freut mich ungemein, dass zwischen vielen Negativkommentaren zu den traditionellen Feiertagen immer auch die weit verbreiteten Einstellungen zu sehen und hören sind, die eben von einer engen Verbindung mit der Tradition zeugen.

Den Geist- und Sinn-Faden nicht abreißen lassen

Vermutlich können die meisten meine Affinität und das innige emotionale Verhältnis zur Weihnachtszeit nicht nachvollziehen. Tatsächlich begegne ich schon seit vielen Jahren einer verbreiteten Müdigkeit, wenn nicht entschiedener Ablehnung dem Thema gegenüber. Wie wenn sich die Menschen von der Traditionssymbolik und den verbundenen inneren Handlungen distanziert hätten oder das Bedürfnis nach Distanzierung hätten. Allerdings ist das eine Entwicklung und ein Phänomen, das nicht nur auf Weihnachten zutrifft. Eigentlich beobachte ich das bei allen Traditionsfesten, Feiertagen, insbesondere den christlichen, und überhaupt Gedenktagen mit speziellem Bedeutungshintergrund und Sinn. Es gibt die Tendenz, diese als eine Form von Folklore zu entwerten und quasi als unzeitgemäß, zumindest extrem nachrangig zu betrachten. Was ich an der Stelle immer zum Ausdruck bringen möchte: Das Gegenteil ist der Fall. Die vermeintliche Irrelevanz ist Dank der Zeitlosigkeit dieser Inhalte nicht denkbar. In ihnen steckt vielmehr das wirklich Essenzielle, die Gelegenheit vor allem, sich aus Anlass der Traditionstage und -zeiten eben diesem wieder stärker zu nähern, dieses Essenzielle wieder mehr zum eigentlichen Gegenstand des Interesses und der persönlichen Entwicklung zu machen. Das ist der eigentliche Zweck meiner Versuche, symbolische Formen wie den Weihnachtsbaum und die Symbolbäume als Aufmerksamkeitsmarken ins Bewusstsein zu rücken, die uns vieles zurückgeben können, was immer schon vorhanden ist, aber im Zuge der zeitgenössischen Verwirrungen verschüttet wurde. Ich bemühe mich, einen Beitrag dazu zu leisten, dass dieser wichtige Geist- und Sinn-Faden nicht abreißt.

Wesentliches in anstrengender Zeit

Der größte Teil meiner adventlichen Grüße habe ich heute für den Versand fertiggestellt. Damit ist bereits ein gutes Stück vorbereitender Weihnachtsaktivität erfolgreich auf den Weg gebracht. Daneben wird es noch weitere Projekte in dieser Richtung geben, teilweise auch für Geburtstage, die in meiner Familie und Bekanntschaft bevorzugt in den Wintermonaten liegen. So bleibe ich gewissermaßen in zweifacher Hinsicht in Übung und kann gleichzeitig verschiedene symbolische Formen individuell in Szene setzen, für die ich selbst ein besonderes Faible habe. Ich denke auch, dass gerade wegen meiner eigenen Intensität diese auch bei den Beschenkten oder einfach den Menschen, mit denen ich in der Weihnachtszeit in Kontakt trete, ankommt, in dem Sinn richtig verstanden wird, in dem es gemeint ist. Die Gefahr, dass die Initiativen abgestanden, altmodisch oder gar in unserer Zeit unpassend wirken könnten, sehe ich dagegen nicht. Es ist mir eher ein Bedürfnis, einen im eigentlichen Wortsinn „romantischen“ Zugang zu der uns allen gemeinsamen Symbolik der Weihnachtszeit in Formen zu gießen und zu teilen. Meist, aber nicht nur, spielt dabei der Weihnachtsbaum eine wichtige Rolle. Ein Beitrag, zumindest als punktuelle Anregung, dieser anstrengenden und erschöpfenden Zeit etwas Wesentliches anklingen Lassendes entgegenzusetzen.

Namenstag und Symbolverständnis

An meinen Namenstag hat mich M. schon am Morgen erinnert. Und Herr M. hat mich wie schon in den letzten Jahren dazu am Abend noch einmal telefonisch gratuliert. Das finde ich immer rührend, v. a. weil ich selbst zwar mit Namenstagen nicht so viel Persönliches verbinde, aber eben sehr viel Sinn für Symbolisches integriert habe und das auch gerne thematisiere. So ist auch dieser Namenstag ein schöner Anlass, was sich vom Hl. Bernhard v. Clairvaux ausgehend an spirituellen und allgemein geistigen Gedanken ableiten lässt, auf seine Relevanz für unsere Zeit und unsere eigene Lebenswelt hin abzuklopfen. Und dabei komme ich mit Hilfe derer, die mir die Anstöße geben, auch immer wieder zu interessanten Ergebnissen. Dabei denke ich nicht nur an den berühmten tradierten Ausspruch von Bernhard v. Clairvaux die Bäume und Wälder betreffend. Die Assoziationen und aktuellen Bezüge gehen durchaus weiter, bis hin zu historischen Betrachtungen, autobiographischen Reminiszenzen und technologischen Entwicklungen der Gegenwart.

Verlorene Einheit in der differenten Symbolik des Einundzwanzigsten

Ich sehe es jetzt erst, als ich die Headline dieses Tagebucheintrags vorbereite. Das wieder ein Einundzwanzigster. Allerdings einer, von dem ich erneut nicht sagen kann, dass er seinem Grundcharakter gerecht geworden wäre. Leider habe ich das in den letzten Jahren öfters festgestellt. Das auch besonders erschöpfende Tage auf den Einundzwanzigsten fielen, eigentlich untypisch und der Symbolik widersprechend. Aber der Tag heute hatte weder etwas Tiefgründiges, noch etwas besonders Motivierendes oder Fortschrittliches. Er hat uns eher an die erschöpfende Wirklichkeit dieser Krisenzeiten erinnert, da er verschiedene Merkmale dieser Zeit aktualisiert hat. Schade, aber bei der Ausformung des Einundzwanzigsten kann ich die hoffnungsvolle Symbolik nicht bestätigt sehen, die ich ursprünglich und von der Idee her immer noch mit der Zahl verknüpfe. Es ist die Symbolik, die u. a. in den einundzwanzig Bäumen des keltischen Baumkreises enthalten ist und die sowohl Vielfalt als auch Geschlossenheit und Schlüssigkeit bedeutet. Ein in sich schlüssiges System, das Einheit mit der Differenz des enthaltenen Individuellen in so vorbildlicher Form vereint. Diese Symbolik in der Wirklichkeit geltend zu machen, gehört zu den Glücksfällen, die uns nicht mehr so häufig vergönnt sind.

Zeitlose Aufmerksamkeit mit vegetabiler Symbolik

Über Pfingsten scheint sich tatsächlich das Wetter einzustellen, das wir von dem Feiertag meistens kennen oder das man idealerweise mit dem Feiertag verbindet. Auch weil er neben der christlichen Bedeutung für den frühlingshaften Aufbruch steht, den er in manchen europäischen Regionen heute noch in diversen vegetabilen Bräuchen zum Ausdruck bringt. So habe ich schon vor Jahren einen Text verfasst, der die Pfingstbräuche beleuchtet, bei denen Bäume eine Rolle spielen: Von der Bedeutung von Bäumen im Pfingstbrauchtum. Da gibt’s interessante Traditionen u. a. in der Schweiz, die hierzulande ganz fremd wirken, deren Sinn sich bei näherer Betrachtung aber plastisch vor Augen führen lässt. Dabei sieht man ganz gut, wie vegetabile Symbolik, z. B. durch immergrüne Zweige zum Ausdruck gebracht, den Gleichklang von christlichem Gemeinschaftsfest und erdgebundenem Wachstumsgedanken erkennbar macht. Auch für solche, die mit Pfingsten als christlichem Feiertag nichts mehr anfangen können. Diese universelle Verstehbarkeit von Symbolen waren damals mein Hauptmotiv für die Beschäftigung mit der Feiertagssymbolik in Verbindung mit Bäumen. Denn gerade von solcher Traditionssymbolik haben wir heute einfach zu wenig, um die situationsabhängige Krisenkommunikation in zeitloser Aufmerksamkeit auf Wesentliches aufzuheben.

Krise, Nachhaltigkeit und gemeinsame Ursprünge

Ein Sonntag, der nach dem anstrengenden Gartenarbeitstag gestern Ruhe und Erholung brachte, die Stimmungslage der letzten Woche ansonsten aber fortführte. So schwimmen wir alle zusammen weiter in dieser Krisenstimmungswelle und warten auf Anreize von außen, am naheliegendsten von der Natur, dem Frühling als Jahreszeit mit traditioneller Aufbruchssymbolik, um selbst innere Kraftquellen hervorholen zu können, die wir uns derzeit aus eigener Kraft nur begrenzt erschließen. Ein echter Baumfrühling, der in durchschnittlichen Jahren gerade jetzt auf dem Höhepunkt angekommen wäre, könnte ein solcher Anreiz sein. Nur lässt der bisher noch auf sich warten. Ich denke aber, dass die überwiegend menschengemachten weltweiten Probleme der Gegenwart durch menschliche Gegenmaßnahmen alleine nicht aufzulösen sind. Wir benötigen diese Rückkopplung mit unseren natürlichen Wurzeln, um fehlgelaufene Entwicklungen wieder auf einen Nullpunkt zurückzubringen und von dort aus mit neuer Erfahrung wieder zu starten. Ich sehe den Boom des Nachhaltigkeitsgedankens in dieser wenn auch oft latenten Erkenntnis begründet. Aber der Gedanke müsste tiefer und weitergehend sich entwickeln, damit die Diskussion sich nicht in ökonomischen und sozialpolitischen Erwägungen erschöpft, sondern den gemeinsamen Ursprung menschlicher Umwelt und Mensch in den Blick nimmt, über die immer weiter nachzudenken eine wirkliche Lösung bedeuten könnte.

Wieder erholte Zahlensymbolik

Die Einundzwanzigsten werden in jüngster Zeit wieder besser. Zuletzt hatte die Zahlensymbolik an Macht eingebüßt. Umso mehr freue ich mich, dass ich mit der Einundzwanzig wieder etwas Belebendes, Zukunftsgewandtes verbinden kann. Jedenfalls machten die Versuche der Sonne, heute immer wieder sich Bahn zu brechen Mut und lassen uns zuversichtlich auf den morgigen Arbeitssamstag blicken, der der schönste und wärmste Tag des bisherigen Frühlings werden soll. Ideal für die Reinemachaktion rund ums Haus, die bei schlechtem Wetter und vor allem Kälte nicht durchführbar wäre. Vor allem freue ich mich auf das Einläuten der Gartensaison, auch wenn nach dem Saubermachen sicher erst einmal das Schuddelwetter zurückkehrt. Aber egal, es ist dann alles gerichtet, um mit dem Pflanzen der Blumen und des eigenen Gemüses weiterzumachen, sich wieder öfter und länger im Garten aufzuhalten und dort zu arbeiten, uns am Vegetationsfortschritt der Bäume zu erfreuen, die bis zum Spätherbst immer wieder ein anderes attraktives Bild bieten und die Gartenkulisse somit optisch einrahmen.

Zeitlose Themen und wirklicher Fortschritt

Nachdem ich am Vormittag u. a. Nachschub für unseren Kuchenvorrat produziert hatte, konnte ich nachmittags erneut das Ansäen der Chili-Sorten voranbringen bzw. einen erneuten Versuch dazu angehen und meine diversen Lektürevorhaben weiterführen. Das ist gerade sonntags für mich eine Wohltat, weil ich dann Inhalte mal ganz losgelöst von der Projektarbeit aufnehmen und reflektieren kann. Das bedeutet dann meist auch andere Arten von Inhalten, damit der Horizont durch zu viel gleichlaufende Aufgaben nicht schleichend eingeengt wird. So ist auch das Schreiben über Bäume, die interaktiven Projekte rund um das Wunschbaum-Projekt und die kunsthandwerkliche Arbeit mit Baum-Holz auch nicht bloß eine Freizeitaktivität, sondern eine Art Lebensnotwendigkeit. Denn bei dem Themenfeld kann ich mir Denken und kreative Gestaltung mal ganz unabhängig von Kommunikationslogik leisten, was die Kommunikationsarbeit selbst dann auch bereichert. Vor allem schafft es Räume, die von Vorurteilen absehen und in die alle selbst erworbenen Erkenntnisse über innere Handlungen, Symbolik und geistige Entwicklung einfließen können, die zu so etwas wie wirklichem Fortschritt auch im Alltagsleben beitragen können.

Österliche Symbolik und Frühlingserwachen

Wie geplant habe ich am Vormittag gleich einen Stab für die aktuelle Anfrage bearbeitet. Diesmal wieder ein Armband aus Weidenbaum, eine Art, die ich sehr mag, weil das Holz trotz seiner Leichtigkeit eine solche Energie und Ausdrucksstärke ausstrahlt, wie die Baumart selbst. Ich werde mittelfristig neues Material von der Saalweide organisieren müssen, weil die ursprünglichen Vorräte absehbar nicht mehr ausreichen werden. Und bei der Gelegenheit werden auch weitere schwieriger zu besorgende Arten auf die Besorgungsliste nachrücken. Am Nachmittag war passend zur österlichen Aufbruchssymbolik und auch draußen tatsächlich schon frühlingshaft anziehenden Temperaturen ein wenig Haus- und Gartenarbeit angesagt, die am Karsamstag bei uns eigentlich immer auch dazu gehören. So sind wir für die eigentlichen Osterfeiertage gut vorbereitet, an denen wir uns tatsächlich einfach Frieden und Ruhe wünschen.

Vorbereitung auf die Ostertage

Die Ruhe schon, aber das Kontemplative früherer Karfreitage hatte dieser heutige Feiertag für mich eher nicht. Tatsächlich war ich, von Routine-Kommunikationsaufgaben abgesehen, im Wesentlichen mit Backen beschäftigt. Auch das allerdings kann kontemplative Züge annehmen, nur eben nicht mit dem feiertäglichen Bezug. Es gibt aber auch keinen Zwang zu immer gleichen Abläufen und Einstellungen, zumal ein Feiertag für mich immer eine besondere Aura mit sich führt, die mir eigentlich nie abhandengekommen ist. Und in Gedanken war ich natürlich bei der Bedeutung des Tages wie auch der Ostertage insgesamt. Eine kontinuierliche Aufmerksamkeit auf Wesentliches das ganze über scheint mir wichtig. Man kann das an Feiertagen nur noch besser in den Fokus nehmen. So denke ich, dass die immer mitlaufende Reflexion in der feiertäglichen Atmosphäre wie von selbst ihre Wirkungen zeigt. Der Übergangstag morgen wird noch einmal und wieder einmal kreative Holzarbeit mit sich bringen, aber auch noch weitere Vorbereitung auf die Ostertage.

Zwischen Außenorientierung und Innerlichkeit

Jetzt haben sich die meisten Menschen auf Ostern eingestellt. Man merkt, dass es sie einerseits trotz des Regens wieder stärker nach außen zieht, dass sich viele aber auch eine Auszeit genommen haben und wieder hörbarer und sichtbarer werden. Von manchen hatte man den ganzen Winter über fast nichts gesehen. Meine Fotografiervorhaben konnte ich aber immer noch nicht umsetzen, weil das Wetter es nicht zuließ und ohnehin auch alles sehr arbeitsreich war, so dass mir die Muße fehlte. Und der Karfreitag ist ohnehin besonders, da möchten wir uns nicht weit wegbewegen und widmen uns mehr der Bedeutung des Tages für uns und alle, die christlich denken und wahrnehmen. Ich habe J. eines der Palmsträußchen geschickt, um der Tradition zu ihrem Recht zu verhelfen und die Karwoche auch in ihrer vegetabilen Symbolik bewusst zu machen.

Weitreichende Wirkungen der Lebensbäume

Ein weiterer langer Nachmittag mit Holzarbeit im Kelleratelier war vielleicht nicht das schlechteste Projekt für diesen Tag. Aber ich muss natürlich mit meinem Großauftrag auch weiterkommen und meine Zeitvorgaben einhalten. So ist das heutige Soll wieder erfüllt und mit zwei weiteren Nachmittagen wird das Projekt auch abgeschlossen werden an diesem Wochenende. Mit dann acht verschiedenen Holzarten bzw. Lebensbaum-Armbändern, die mich wieder sehr eng mit der Systematik des keltischen Baumkreises in Verbindung gebracht haben. Ich hoffe, die Intensität der Produktion und begleitenden Reflexion wird sich 1 zu 1 auf die späteren Träger übertragen und so ihre Wirkungen weiterführen.

Viel nachzuholen

Nun haZurzeit halten sich die dynamischen Ereignisse mit den deprimierenden ungefähr die Waage. Gerade so, dass sich die Dinge im Schritttempo weiterentwickeln. Aber das Vertrauen in die Rückkehr zu dem, was man mal als normal bezeichnen konnte, ist eben nicht in Sicht. Zu groß ist die Verunsicherung und zu groß ist die Angst vor der Ungewissheit. Da nützen die erfahrenen Rezepte nicht mehr viel. Da müssen ständig neue Lösungen aus dem Boden gestampft werden, deren Tauglichkeit ebenso unklar ist. So stelle ich bei vielen eine Ermüdung fest, die kein Ende zu nehmen scheint. Und die Aussicht auf Rückkehr zu geistigem Fortschritt ist in weitere Ferne gerückt als je zuvor. So ist es umso wichtiger, den Kontakt zu Basisthemen, zu den natürlichen Lebensgrundlage oder zumindest ihrer symbolischen Repräsentanz zu halten. Ich versuche das beständig, in Form der Wunschbaum-Projekte, die in Teilen ganz nah an die Lebenswirklichkeit der Interessierten heranreichen können. Aber die Aufmerksamkeit dafür muss zumindest für kurze Momente schon vorhanden sein. Auf dem Gebiet gibt’s aktuell wieder einmal viel nachzuholen.

Perspektivisch denken – Vereinseitigung vermeiden

Dieser Einundzwanzigste hatte wie schon so oft in jüngerer Zeit so gar nichts Spektakuläres. Man könnte meinen, die Numerologie sei nicht mehr das, was sie einmal war. Aber vielleicht ist es einfach den Zeitumständen geschuldet, dass man sich so viel und lange mit Routinetätigkeiten aufhält, dass das Funktionieren und Erhalten so in den Vordergrund getreten ist und nur noch wenig Zeit und Raum für kreative Entfaltung, geistige Weiterentwicklung im Privaten bleibt. Das ist mein Eindruck und das wird mir häufig auch im Gespräch mit Bekannten bestätigt. Also eine Konstante, die etwas über unsere Zeit und die Verarbeitungsprozesse aussagt. Für mich läuft dieses letztlich Vernachlässigte zumindest untergründig dennoch weiter, ist im beruflichen Kontext ohnehin ständig präsent und deshalb subjektiv nicht tot. Aber welche Bedeutung die Dinge haben, hängt eben auch von ihrer Kommunizierbarkeit ab. Daran hakt es aber zurzeit sehr. Ich hoffe deshalb, dass meine Wunschbaum-Initiativen auch in dieser schwierigen Zeit nicht missverstanden werden und im Rahmen ihrer Intention weiterhin Wirkung entfalten können. Das richtig einzuordnen und der Symbolik der Bäume auch Zeiten Geltung zu verschaffen, in denen man geneigt scheint, sich vermeintlich Wichtigerem widmen zu müssen, ist eine Zusatzforderung und -leistung, der ich gerne begegne, da ich von der perspektivischen Wichtigkeit eben dieser Themen und Inhalte überzeugt bin.

Symbolische Gegensteuerung

Was fliegt dieser Jahresanfang schon wieder vor uns her. Einerseits ist das die anhaltende Lethargie und Nicht-Ankommen-Können. Und andererseits eben die Geschwindigkeit, in der die Dinge sich unspektakulär fortspinnen, immer mit diesem Mode gewordenen Survival-Charakter, der so gar keinen Raum für symbolische Handlungen und symbolisches Denken lässt. Das eben ist für mich einer der größten Stimmungskiller dieser Jahre, die nur noch von Krise und wenig von zuversichtlicher Zukunftssicht geprägt scheinen. Seit die Weihnachtszeit vorbei ist, tritt mir das erst recht entgegen und fordert individuelle Gegenmaßnahmen heraus. Das Kreative in meiner Arbeit ist hilfreich für Versuche des Gegensteuerns, die Symbolkommunikation rund um die Baumthematik, die gerade so schwierigen Überlebensvoraussetzungen unterliegt, ist es ebenfalls.

Rührende Weihnachtslichtersymbolik

Die schon fast Routine gewohnte Besuchsprozedur haben wir heute wieder erfolgreich hinter uns gebracht, wohl wissend, dass das noch einige Male notwendig sein wird, bis man V. weitergeholfen haben wird. Es ist rührend zu sehen, dass selbst in einer so unpersönlichen und von kontrollierten Routinen beherrschten Klinik doch noch zumindest in den großen Gängen außerhalb der Stationen an Weihnachten gedacht worden ist. Denn dort, neben den Besucherbänken, steht jeweils ein ziemlich großer, künstlicher geschmückter Weihnachtsbaum. Es rührt mich tatsächlich, so etwas zu beobachten, auch wenn z. B. die Stadtverwaltungen an Stellen, die mir unwahrscheinlich vorkommen, doch Lichterketten anbringen lassen, wie bei uns z. B. im Anschlussbereich direkt hinter der Autobahnausfahrt. Stellen, an denen viele täglich vorbeifahren und an denen deshalb die weihnachtliche Beleuchtung tatsächlich Wirkung entfaltet. Hoffentlich eine aufbauende, Mut und Zuversicht machende, denn davon benötigen wir gerade sehr viel. Da kann Symbolik gerade in der Weihnachtszeit wohltuend sein.

Weihnachten und die Symbolkraft der Bäume

Nun ist sie doch noch gekommen, die Welle von Anfragen an die Wunschbaum-Manufaktur vor Weihnachten. Das ist nicht ganz überraschend, weil es schon öfter in den vier Wochen vor und auch nach Weihnachten eine erhöhte Aufmerksamkeit für die Symbol-Armbänder gab. Aber zuvor war eben diese lange Auszeit, während der ich den Eindruck gewinnen konnte, dass niemand mehr einen Kopf für Inhalte und Formen dieser Art zu haben scheint. Aber in solchen Dingen entfaltet der Geist der Weihnacht eben ihre Wirkung und schafft Motivationen und Bereitschaften, die sonst eher nicht vorhanden wären. So ist es sicher kein Zufall, dass sich unter dem Einfluss der vorweihnachtlichen Atmosphäre der Blick in Richtung der Bäume und ihrer Symbolkraft richtet. Mein eigener Bezug zur Weihnacht spielt da gewiss eine Rolle, weil so etwas letztlich auch in die eigenen Initiativen, ihre Bedeutungen und Wirkpotenziale hineinwirkt.

Erfolg fotografischer Weihnachtsimpressionen bei Microstock

Die Nachfrage nach den Weihnachtsmotiven meiner Microstock-Portfolios ist in dieser Saison erfreulich groß. In den Vorjahren war das eher dahingedümpelt. Aber in dieser Krisenzeit, so scheint es mir, wissen die Menschen die symbolischen Formen gerade rund um die großen christlichen Feste wieder mehr zu schätzen. Und da treffen meine weihnachtlichen Impressionen offenbar einen Nerv, durchaus international, wie ich von den anonymisierten Download-Nachweisen verschiedener Microstock-Agenturen weiß, die meine Fotos vertreten. Ganz besonders freut es mich, dass verschiedene Motive meiner jüngsten Reihe, aufgenommen in der letztjährigen Weihnachtszeit, auf gute Resonanz stoßen. Auch und gerade meine eigenen Favoriten, die in abstrakter Unschärfe fotografiert, weitwinklige weihnachtliche Innenraumsituationen rund um die Silhouette und das Leuchten des Weihnachtsbaums darstellen.