Die Tradition des Weihnachtsbaum-Aussuchens erfolgreich fortgeführt

Ich bin sehr froh, heute einen schönen Weihnachtsbaum gefunden zu haben. Den Zeitpunkt habe ich genauso gewählt wie in den Vorjahren, am ersten Montag, nachdem mein Lieblingshändler den Verkauf gestartet hat. Wie immer war die Auswahl bei der Kategorie Weihnachtsbaum, die ich vorziehe – nämlich 2,55 m hoch, ausladend und mit einer gleichmäßigen Astarchitektur bis in die Spitze, möglichst auch dicht gewachsen – nicht sehr groß. Aber der erste, den ich beim Durchsehen als geeignet befunden habe, war letztlich auch der richtige. Dieser Händler hat einen wirklichen Bezug zu den Weihnachtsbäumen und nimmt sich deshalb auch Zeit bei Kunden, die einen bestimmten Baum suchen. So war er auch diesmal bereit, mir einige weitere Exemplare auszupacken, denn die waren noch in ihre Netze eingebunden. Das waren auch ganz schöne Bäume, aber im Vergleich hat der zuerst gefundene dann doch noch einige Pluspunkte mehr. Schwer ist er und einen breiten Raum wird er im Weihnachtszimmer einnahmen, so wie ich es am liebsten habe. Und dass er auf einer Seite, wie die meisten Weihnachtsbäume, eine kleine Lücke, nicht ganz so dicht gewachsene Seitenäste hat, wird man später nicht bemerken. Diese Seite drehe ich zur Ecke. Geschmückt wird er dann sicher ein sehr schöner Weihnachtsbaum werden.

Weihnachtsbeleuchtung, Energiekrise und Symbolbäume

Wahrscheinlich sind wir die ersten im Ort, die jetzt schon weihnachtliche Beleuchtung im Fenster installiert haben. Tatsächlich habe ich sie heute nach dem Installieren auch einmal kurz eingeschaltet und am Abend ein zweites Mal, um sie bei Dunkelheit zu sehen. Aber das war nur zum Testen, mit dem Eindruck, dass die LED-Kette mit 10 vertikal herunterhängenden Schnüren richtig schöne Stimmung verbreitet. Sie enthält kleine LED-Lichter und jeweils einen großen oder kleineren Stern am Ende der Schnüre, die jeweils wiederum innen mit kleinen LEDs beleuchtet sind. Nun, auch angesichts der Diskussion um Energieersparnis sehe ich das als vertretbar an, auch wenn diese Beleuchtung nicht die einzige während der Weihnachtszeit sein wird. Aber der Energieverbrauch der ausschließlich mit LED-Technik beleuchteten Einheiten ist ohnehin viel geringer als zu Zeiten konventioneller Leuchtmittel. Und in derart trüben Zeiten wie diesen ist der Gewinn durch festlichen Advents- und Weihnachtsschmuck, gerade in Form der Lichtersymbolik, sicherlich groß. Man könnte auch sagen, wir benötigen eher mehr als weniger dieser den Weihnachtsgedanken unterstützenden Symbolformen. Und auch auf den Weihnachtsbaum möchte ich nicht verzichten, der als Symbolbaum das traditionelle Highlight auf diesem Gebiet darstellt. Es ist mir zudem ein Trost, dass er genau zu dem Zweck angepflanzt wurde, einmal als beleuchteter und festlich geschmückter Symbolbaum seine Bestimmung zu finden.

Kommunikative Wirkungen des Weihnachtsbaums

Es ist interessant und fast schon Tradition bei uns, dass die Besuche in den Wochen vor Weihnachten häufiger werden. Dann ist fast immer auch Gelegenheit, einen Blick auf den Weihnachtsbaum zu werfen, der auch in diesem Jahr wieder sehr gelobt wird. Tatsächlich fällt mir kaum etwas ein, dessen Ehrlichkeit und diskursive Qualität solchen Gesprächen angesichts und über den Weihnachtsbaum nahe kommt. Er ist wie ein Signal, das die Kommunikation auf den Nullpunkt zurückführt, alle Teilnehmer quasi zu Kindern werden lässt und in dessen Aura sich etwas wirklich Vorurteilsfreies und Offenes entwickeln kann. Von meiner eigenen anhaltenden Begeisterung für den Weihnachtsbaum als starkes Symbol einmal abgesehen, kann ich immer wieder feststellen, dass in Menschen, die vor dem Baum zusammen stehen und reden, etwas zutiefst Ursprüngliches im wahrsten Wortsinn zu Klingen gebracht wird. Es ist, wie wenn wir uns an die gemeinsame Quelle erinnern. Genau diesen Gedanken hat Rudolf Steiner in seinem so eindrucksvollen Vortrag vom 21. Dezember 1909 über den Weihnachtsbaum als Symbolum zum Ausdruck gebracht, den spätestens während der Feiertage noch einmal lesen will, zusammen mit seinen weiteren Vortragsmitschriften zu weihnachtlichen Themen.