Zwischen Gartenarbeit und Weihnachtszeit

Nun hängen doch noch mehr Blätter an den Gartenbäumen als ich erwartet hatte. So werden sich die letzten Gartenarbeiten mit den ersten Vorbereitungen auf die Weihnachtszeit überschneiden. Ich denke, dass wir in diesem Jahr keine neuen Weihnachtssachen einsetzen werden, sondern die bewährten und in den Vorjahren so stimmungsvollen Arrangements wieder umsetzen werden. Gerade in Bezug auf die Lichterketten kann ich nicht vollständig von neueren LED Lösungen überzeugt sein. Für den großen echten Weihnachtsbaum geht doch nichts über die alten analogen Lichterketten mit dem warmen und am ehesten einem Kerzenschein ähnelnden Licht der großen elektrischen Kerzen. LEDs kommen dann noch genügend in der übrigen Dekoration und auch bei dem künstlichen Baum draußen zum Einsatz. Ich hoffe, wir werden das zeitlich so einrichten können, dass es dem eigentlichen Gedanken hinter der Weihnacht nicht abträglich ist.

Anschluss an Vorkrisenstimmungen

Ein zwar anstrengender, aber doch letztlich erfolgreicher Einundzwanzigster war das, an dem sich eine Reihe von Problemen auflösen ließen und einiges an angestauten Aufgaben abgearbeitet werden konnte. Meine Gedanken sind jetzt schon eher bei der symbolischen Durchdringung der Dinge und Kommunikationen. Das nahende Jahresende macht sich bei mir insofern schon bemerkbar. Und auch bei vielen anderen, mit denen ich rede. Eigentlich sollte die Einundzwanzig, die auch noch die Jahreszahl markiert, doch mit einer aufbauenden oder abschließenden Stimmungslage verbunden gewesen sein. Nur war davon bei so viel Krisengedanken und praktischem Krisenhandeln nicht viel zu spüren. So hoffe ich auf mehr Auflösung und Entspannung ab dem kommenden Jahr. Und dass wir den Anschluss an weitaus belebenderes Denken und Wahrnehmen bis vor der Krise nicht verlieren. Damit bald auch wieder Gespräche über Bäume nicht mehr als unpassend, vielmehr als gewinnbringend wahrgenommen werden.

Feier- und Ruhetage

Gut finde ich es immer, wenn ein Sonntag auch als solcher erlebt werden kann, eben als Ruhetag. Diesen Ruhetagscharakter durften wir am heutigen gesetzlichen Feiertag erleben. Und mit dem Feiertag hat sich ohnehin quasi aus symbolischen Gründen schon eine doppelt verstärkte Ruhe ausbreiten können. Jedenfalls für alle, die Feiertage als etwas Feierliches noch wahrnehmen können. Mir gelingt das gut, ohne jede Anstrengung, aber kirchliche Feiertage strahlen das Erhabene doch in deutlicherer Form aus, die sind für mich wirklich etwas Besonderes und fühlen sich ganz anders an als normale Sonntage zum Beispiel. Gut, dass wir in Deutschland recht reich mit Feiertagen gesegnet sind und z. B. an Weihnachten und Ostern gleich zwei davon hintereinander feiern dürfen. Aber auch ein profan symbolischer Tag wie der der deutschen Einheit ist Anlass für Reflexionen, die in alltäglicher Einstellung sicher nicht in dieser Ausprägung sich fortentwickeln könnten.

Eine anregende Mischung jahreszeitlicher Eindrücke

Ich bin froh mit diesen Spätsommertagen, an denen wir uns viel draußen im Garten aufhalten können. Das ist nach so viel Regen und zu kühlen Temperaturen eine Wohltat und entschädigt ein wenig für den missratenen Hochsommer. Es ist jetzt Anfang September eigentlich schon Altweibersommerwetter, eigentlich ein bis zwei Wochen zu früh. Aber normal ist auf dem Gebiet ohnehin nichts mehr, da sind wir nicht mehr so empfindlich. Schön ist auch, dass mit den Weintrauben und den Pfirsichen im Garten auch der Herbst schon präsent ist, eine schöne und anregende Mischung mit gemischt jahreszeitlichen Eindrücken. Die Weinreben haben zum Teil allerdings in diesem Jahr eine Krankheit eingefangen, die dazu geführt hat, dass die Trauben selbst verdorben und nicht verwertbar sind. Das wird insgesamt bei den ohnehin stark geschwächten Stöcken wieder ein sehr mageres Weinjahr, bei uns wohlgemerkt, auf den richtigen Weinbergen vermutlich nicht. Aber Freude macht uns dieses Wachsen, Fruchten und Ernten im eigenen Garten eben doch, und wenn es wenig Ertrag gibt, ist auch die damit zusammenhängende Arbeit des Häckselns, Einmaischens und Kelterns auch weniger aufwändig, was V. in der gegenwärtigen Verfassung entgegenkommen dürfte.

Symbolformen als Verstärkung

Das Interesse an den Symbolformen der Wunschbaum-Manufaktur ist derzeit auffallend ausgeprägt. Schwer zu sagen, was solche Konjunkturverläufe wirklich beeinflusst. Aber die Jahreszeit, die ersten Andeutungen von Spätsommer in seiner typischen Ausprägung mit Licht, moderater Wärme und Laubfärbung, spielt möglicherweise eine Rolle. Weil diese Zeit besonders die Aufmerksamkeit vieler Menschen auf die Natur, speziell die Bäume und ihre zyklischen Wandlungen lenkt. Und damit natürlich auf die eigene menschliche Befindlichkeit und Veränderung. Das sind wechselseitige Beeinflussungen, die den Sinn fürs Symbolische schärfen oder vielleicht auch erst hervorholen. Ich freue mich, das mit Hilfe meiner Armband-Kreationen verstärken und intensiver wahrnehmbar machen zu können.

Spätsommerliche Sonne gegen Lethargie

Die Fahrt über Land am Nachmittag war eine willkommene Abwechslung und dadurch motiviert, dass wir den ersten spätsommerlichen Tag erleben durften, der der Jahreszeit typischerweise entspricht. Als Vorbote eines Indian Summer sozusagen, mit viel Licht und wärmenden Sonnenstrahlen v. a. am späteren Nachmittag. Das belebt die Menschen sichtlich, nach so vielen Wochen zu kalten und nassen Wetters. Auch wenn ein wirklicher Blätterherbst mit seinen ebenfalls wärmenden Farben noch nicht erkennbar ist, macht sich dazu gehörende Stimmung vermittelt durch die vegetabile Umwelt bereits breit. Ein kleiner von außen uns geschenkter Auftrieb, den die Menschen in ihrer mittlerweile unendlich erscheinenden Lethargie sehr gut brauchen können.

Krisenernüchterung und eine eher dürftige Baumobstqualität

Nun ist auch für mich das Impfthema vorläufig abgeschlossen. Jedenfalls bis es, wie aktuell zu erwarten ist, doch noch eine dritte Impfung hinzukommt. Im Gespräch mit den Fachleuten vor Ort beschleicht einen schon das ungute Gefühl, dass insgesamt zwei Jahre Pandemie und Krisenstimmung wohl am Ende nicht unrealistisch sind und vermutlich noch in weitere Verlängerung gehen werden. Schwer abzuschätzen, welche Auswirkungen diese Umstände und Entwicklungen auf die seelische Gesundheit und die geistige Fortentwicklung der Menschen haben werden. Ein Rückschlag für uns alle bedeutet es allemal. Mit den Mirabellenkuchen ist M. heute in die Fortsetzung gegangen, so dass schließlich acht Bleche, d. h. mit gestern zusammen, acht Bleche zusammenkamen. Einen kleinen Kuchen haben wir gleich verbraucht und die anderen 7 eingefroren. Allerdings sind wir doch durch die Kostprobe etwas ernüchtert aus der Aktion hervorgegangen. Denn die Qualität der Mirabellen war dann doch nicht so toll. Mein spontaner Eindruck, dass die Früchte doch recht grün waren, hat sich bestätigt. Dieser verregnete Sommer hat auch auf dem Gebiet seine wenig rühmlichen Auswirkungen gezeigt, dem Baumobst fehlte es wohl doch an den nötigen Sonnenstunden. Zu wenig Süße, zu viel Säure. Das ist dann auch am Kuchen deutlich erkennbar. Immerhin konnten wir die Tradition fortführen, und das allein gibt ein gutes Gefühl.

Sich über Symbolarbeit aufrichten

Das Schauerwetter hat es heute kaum möglich gemacht, sich länger draußen aufzuhalten. Schade, dass wegen dieses wenig sommertypischen Wetters Sommerfeeling nicht wirklich entstehen kann. Passt irgendwie zu den verqueren Verhaltensmustern und der unübersichtlichen Stimmungslage unter den Menschen. Wie wenn die natürlichen Umweltbedingungen das Innere der Menschen spiegelte. Vielleicht ist das zurzeit wirklich so. Immerhin schaffen wir es, uns im Alltag durch das bewusste Arbeiten mit Symbolen aufzurichten, aufrechtzuerhalten, wozu immer wieder auch vegetabile Symbolik einen Beitrag leistet. Lustig fand ich Ms Idee, die überschüssigen Wunderbäumchen, die ja noch in ihren kleinen Pflanztöpfen bleiben mussten und deshalb dachten, sie seien schon ausgewachsen, in einer Dreiergruppe zwar im eigenen Topf, aber doch zu den Sommerblumen zu gesellen. Sie wirken dann wie ein Blumenstock, nur eben mit der Anmutung von Bonsai-Stauden, die alle Eigenschaften der großen zeigen, inklusive schon ausgebildeter Blüten und Fruchtstände, nur eben in der Miniaturausführung.

Im Schatten des Maulbeerbaums

Der lange nicht mehr realisierte Ausflug mit Tradition hat uns heute einmal den Kopf etwas freier gemacht. Man könnte sich von solchen Aktivitäten durchaus entwöhnen, aber gerade, wenn alles so heruntergefahren ist wie seit 1 ½ Jahren kann es auch aktivierend und motivierend wirken, eben weil es an Vorkrisenstimmung anknüpft. So hat das heute auch auf uns gewirkt, nach einer recht angenehmen Hin- und Rückfahrt, die uns die Heimatliche Landschaft von den Straßen aus in abwechslungsreicher Form vor Augen führt. Sonst war dieser Tag eher von Rekreation und nicht übermäßig viel Produktivem ausgefüllt. Unter anderem habe ich V. bei der Vorbereitung der diesjährigen Winterfütterung der Bienen unterstützt und bei der Gelegenheit den Entwicklungszustand des Maulbeerbaums in Augenschein genommen. Dadurch, dass ich ihn im Frühjahr nicht zurückschneiden konnte, ist die Krone übermäßig dicht zusammengewachsen. Und natürlich ragen die Äste auch weit über die Grenzen des Grundstücks hinaus, was wir eigentlich vermeiden wollen. In dem Bereich, den der Baum beschattet, ist aktuell tatsächlich alles abgedunkelt, so dunkel, dass man beim Abpflücken der letzten Maulbeeren schon fast nicht sehen kann. Im kommenden Frühjahr ist also ein ziemlich kompromissloser Rückschnitt unvermeidlich. Vs Theorie, dass das Fruchttragen u. U. üppiger ausfallen könnte ohne Rückschnitt hat sich jedenfalls nicht bestätigt. Es gab zwar Früchte, aber die Gesamternte ist doch sehr dürftig gewesen. Da wird es sich kaum lohnen, neuen Marmelade zu kochen. Es bleibt rätselhaft, welche konkrete Kombination von Bedingungen der Art guttut und wovon genau der Beerenertrag abhängt. Nennenswert und damals aber auch sehr üppig fiel es in der Lebensgeschichte des Baums bisher nur vor drei Jahren aus.

Die passende innere Symbolwelt pflegen

Dass ich gestern diese Anmerkung zu traditionellen Vorstellungen von Urlaubszeit hatte, war kein Zufall. Auch heute, fast am Ende des Hochsommermonats Juli, wirken die ganze Atmosphäre und die Ausstrahlung der Menschen auf mich so, als ob der absolute Höhepunkt dieser besonderen Stimmung erreicht ist, einer Stimmung, die wie gewollte Auszeit anmutet. So stillstehend, so wenig auf Erwiderung und Reaktion ausgerichtet erlebe ich die Menschen selten. Da scheint sich aktuell alles zu kumulieren, was als nach innen gerichtete Fluchttendenz in den vergangenen 1 ½ Jahren zwangsweise eingeübt wurde. Was würde ich ohne die Bäume tun, die als lebende Individuen im Garten und in der Landschaft auf mich wirken, mit denen ich mich auseinandersetze, fast schon in einen stummen Dialog trete. Die ich aber auch in vielfältigen kreativen Projekten sprachlich, präsentativ und interaktiv reflektiere, symbolisch verarbeite und kunsthandwerklich in eine neue vermittelbare Form bringe. Ohne diesen für mein Leben prägenden Archetypus wären solche Zeiten schwer zu ertragen, jedenfalls ohne seelischen Schaden zu nehmen. Ich wünsche allen, dass sie eine für sie passende Symbolwelt pflegen oder ersten entdecken können, die in inneren Handlungen etwas kompensieren kann, was außen nicht präsent oder ganz verloren gegangen ist.

Die lichtreichsten Tage

Es war wieder so ein extrem sonnenreicher Tag, ähnlich gestern, auch wenn ich einen Blick auf die Fotovoltaik werfe. Und tatsächlich, beim Blick auf die Statistik stelle ich fest, dass während des Mais und Anfang Juni regelmäßig die sonnenlichtintensivsten Tage des ganzen Jahres fallen. Im Hochsommer sind in der Regel solche Spitzenwerte in Dauer und Intensität der Sonneneinstrahlung nicht mehr zu erwarten. Aber natürlich ist das nur die Seite der Zahlen. Viel wichtiger für uns ist die belebende Wirkung von so viel Licht, und dass dieser Durchbruch des Frühlings bzw. Frühsommers die Stimmung der Menschen verbessern kann. So hoffen wir auf eine möglichst gleichmäßige Verteilung des Sonnenlichts über die Sommermonate und dass die Extreme der letzten Jahre ausbleiben. Die sind für Menschen und Pflanzen, ganz besonders für die Bäume, nämlich eher belastend gewesen.

Vegetativer Aufbruch und Osterstimmung

Den zweiten Osterfeiertag habe ich kontemplativ genutzt. Denn so ein Feiertag hat eben besondere Qualität, die man dann für die ruhige Betrachtung und Reflexion nutzen kann, wenn die Witterung einen Ausflug schwierig gestaltet. Ich denke, die vereinzelten Schneeflocken und das typische Aprilwetter stellen ein schnell vorübergehendes Intermezzo dar. Bald wird der Baumfrühling sich in geballter Kraft zeigen und der Gesamteindruck der Baumlandschaft ein überwiegend grüner sein. Bei den Fotografien von gestern waren es noch Farbtupfer mit wenig jungem Grün. Aber das kann sich quasi über Nacht ändern, so dass auf einmal über die Hälfte der Zweige mit Grün und Blüten besetzt sind. Darauf freue ich mich, denn es hebt die Stimmung und lässt in uns die Aufbruchstimmung wahrscheinlich werden, für die das Osterfest in einem universellen und tiefgehenden Sinne steht.

Aufmerksamkeit wachhalten

Jetzt scheint das Baumthema tatsächlich wieder in den Hintergrund getreten zu sein. Um die Jahreswende konnte ich zuletzt mehr Aufmerksamkeit feststellen, vermutlich eine Auswirkung der feiertäglichen Auszeiten und der guten Vorsätze. Wenn der Alltag dann erneut eingekehrt ist, können sich Themen schnell verschieben und das Grundlegende aus dem Blick geraten. Ich bin nur froh, dass diese Schwankungen eigentlich normal sind, weil allzu oft Biologie, Kultur und psychische Dispositionen ineinander spielen, sich wechselseitig spiegeln und beeinflussen. Da kann Krisendenken und anhaltende Zukunftsangst vieles ablähmen, was eigentlich motivierend und den Blick weitend wirken könnte. Nur für die Aufmerksamkeit darauf muss genügend Energie vorhanden sein. Es ist eine der Projektziele dieses Jahres, diese Aufmerksamkeit immer wieder wachzuhalten oder neu herzustellen.

Plädoyer für verlängerte Weihnachtszeit

Immerhin kam heute wieder die Sonne phasenweise durch und es blieb trocken. Die kalte Nässe der vergangenen Tage schlug vielen aufs Gemüt, da wirken lichte Perioden wie heute direkt wohltuend. Ich habe die Gelegenheit genutzt, um den künstlichen Weihnachtsbaum vorm Haus und auch den so schön warm leuchtenden Kranz an der Tür, den wir mit Mistelzweigen ausgeschmückt hatten, abzubauen. Etwas später als andere, aber für mich kann die Weihnachtssaison gerne etwas länger dauern. Mein Gefühl ist, dass wir in so trüben Zeiten die Weihnachtszeit besser bis zum nächsten großen Feiertag verlängert hätte. Schwer genug fällt es mir, mich am Ende der Woche auch von dem Weihnachtsbaum innen zu verabschieden, den ich jeden Abend mit größter Bewunderung und Ehrfurcht vor dem Schlafengehen auf mich wirken lasse.

Orientierungsmarke

Eine schöne Mischung wieder zwischen kreativer Projektarbeit und Kunsthandwerk. Es ist diese Abwechslung, die mich in der Krisenzeit schadlos hält und mir Energie gibt, da sie immer wieder auf Grundlagen zurückführt, was angesichts der Unübersichtlichkeit und hektischer Orientierungslosigkeit enorm wohltuend wirkt. Ich hoffe, diese Abwechslung dauerhaft praktizieren zu können und immer wieder situativ angepasst und sinnvoll zu nutzen. Die Wunschbaumprojekte sind da ein hilfreiche Orientierungsmarke.

Stimmungsvolle Überbrückungshilfe

Merkwürdig arbeitsintensiv zeigt sich dieser Jahresanfang. Obwohl doch die Menschen überwiegend abgelenkt und kaum auf die Projekte konzentriert zu sein scheinen. Dann kommen zwischendurch doch, oder vielleicht gerade wegen der unwahrscheinlichen Situation, Kommunikationen zum Vorschein, mit denen ich nicht gerechnet hätte und die auch mal einen anderen, erfreulichen Blick auf bestimmte Interkationen und Sympathieverhältnisse lenken können. Das finde ich dann aufbauend, weil es zeigt, dass auch in der Krise Lichtblicke möglich sind und die Menschen sich zumindest kurzzeitig nach Normalität und positiver Stimmung sehnen. Trotz aller Widrigkeiten bemühe ich mich, einen Beitrag dazu zu leisten, als Überbrückungshilfe sozusagen, bis ein Ende (Stimmungs-)Krise absehbar ist. Vielleicht würde mir das nicht so gut gelingen, wenn mich die erdenden Aufgaben der kunsthandwerklichen Aufträge nicht herausfordern würden und mich für die Zeit der Arbeit daran in aufbauenden Gedankenwelten bewegen lassen.

Neue Bewältigungsroutinen entwickeln

Es ist eine Mischung von vollständiger Abwesenheit der Projektpartner und hochgradiger Beanspruchung und Dringlichkeit bei einigen wenigen Projekten, die ich dieser Tage erlebe. Und das so kurz vor Weihnachten. Man kann wohl sagen, dass wir unvergleichliche Vorgänge und Stimmungslagen erleben, die vielleicht noch am ehesten dem nahekommen, was so gut wie niemand der heute Lebenden selbst noch erlebt hat. Situationen während der Weltfinanzkrisen und Inflationskrisen des frühen zwanzigsten Jahrhunderts z. B. Das hat schon etwas Endzeitmäßiges, das nahezu jeden sprach- und ratlos macht, schon wegen der langen Dauer des Zustands und wegen des Fehlens durchschlagender Bewältigungsroutinen. Also muss man es irgendwie aushalten und sich einen Weg bahnen, der noch nicht bekannt ist. Auf der Verhaltensebene eine extrem beanspruchende Zeit, in der wir gerade leben. Ich bin sehr froh um meine konstanten Themen und die Gelegenheit, sie diskursiv und kreativ zu bearbeiten. Ein Vorzug meines Lebensthema „Bäume“.

Ein Ruck in Richtung Zuversicht und Kontrolle

Die Stimmung verändert sich jetzt kaum noch, die Krisenatmosphäre scheint sich festzementiert zu haben, im Verhalten, dem Gemüt, der Zukunftsorientierung der Menschen. Da fällt es vielen offenbar sogar schon schwer, das Kontrastprogramm in Erwägung zu ziehen, die Grundlagen wieder stärker in Augenschein zu nehmen, schon um den immer gleichartigen Nachrichten nicht zu viel Einfluss auf unsere Motivation nehmen zu lassen. Wenn wir etwas derzeit benötigen, dann ist es der große Ruck, von dem vor vielen Jahren in anderen Zusammenhängen der damalige Bundespräsident Roman Herzog gesprochen hat. Die Schockstarre müsste endlich durch einen Ruck in Richtung Zuversicht aufgelöst werden. Ich hoffe, dass es mir gelingt, die Kraft, die wir aus der Beobachtung von Baumlandschaft und natürlichen Details, aus der Beschäftigung mit der Symbolik der Lebens, wie sie exemplarisch in den Eigenschaften der Bäume und der Spiegelung dieser Eigenschaften in menschlicher Befindlichkeit zum Ausdruck kommen kann, auch weiter kreativ vermitteln kann. Denn dazu gehören zwei Seiten und die notwendige Aufmerksamkeit.

Der Winter kommt noch früh genug

Viel Sonnenlicht ist ja in der letzten Woche nicht mehr hinzugekommen. Deshalb wird die Sonnenstundenbilanz für September doch nicht ganz so toll ausfallen, aber immerhin durchschnittlich. Von mir aus könnten der Spätsommer oder Frühherbst mit wärmenden Sonnenstrahlen wieder zurückkehren. Zuletzt war mir das doch zu viel Regen, Dunkelheit und Kälte. Da werden meine Chilis schon gar nicht mehr rot, bestenfalls noch orange oder gelb. Und die noch grünen reifen nicht mehr weiter. Nein, einen goldenen Oktober mit viel Licht, schönem buntem Herbstlaub und jeder eigentümlichen Stimmung wünsche ich mir schon noch. Es wäre schade, wenn der ungewöhnlich warme Spätsommer gleich in Novemberwetter umschlagen und so verbleiben würde. Der Winter kommt noch früh genug.

Durchgängige Erdung

Die Stillstandsatmosphäre baut sich täglich weiter aus. Dabei dachte man, es entsteht eine gegenläufige Stimmung, schon weil die Menschen der Krise überdrüssig sind. Aber es scheint, als ob man lieber die Krisenstimmung zur Tugend macht und in die Sommerferienzeit hinüberrettet. Eine Ferienzeit, in der Ferien unwahrscheinlicher und unangenehmer geworden sind als je zuvor. Ich freue mich, diese eigentlich merkwürdige Zeit für meine kreative Arbeit nutzen zu können. Und die Beobachtung der Bäume in der Zeit ihrer eindrücklichsten Vitalität verleiht dem eine durchgängige Erdung, die auch lang anhaltende Krisenstimmung ausgleichen kann.

Den Geist der Weihnachtszeit wach halten

M. hat schon damit begonnen, die ersten weihnachtlichen Dekorationen abzuschmücken und zu verpacken. Leider steht das auch für den Weihnachtsbaum an diesem Wochenende an, was mir leid genug tut. Selten konnte ich mich so schwer von dem Baum trennen, so sehr ist er mir gerade in dieser Weihnachtszeit ans Herz gewachsen. Kreativ verarbeitet und festgehalten habe ich ihn und die gesamte Raumsituation um ihn herum in ausführlicher Form. Das ist mir immerhin ein Trost, aber mit dem Abschmücken geht eben die einzigartige Aura des Baums verloren, die ich gerne noch länger in mir aufnehmen wollte. Nach Weihnachten ist vor Weihnachten, und so hoffe ich, für die Familie und mich den Geist dieser verflossenen Weihnachtszeit das ganze Jahr über wach halten zu können.

Die letzten Weihnachtsmotive

Zwei Reihen der wohl letzten Weihnachtsmotive vor dem Hintergrund des Weihnachtsbaums konnte ich heute noch realisieren. Zum einen lag mir die Weihnachtszimmerszene in abstrakter Unschärfe auf dem Herzen, die ich bereits in den beiden Vorjahren umgesetzt hatte. Zum anderen hatte M. die Idee, die winzige alte Krippe mit kleinen Holzfigürchen für Maria, Josef und das Kind zum Motiv zu machen. Beides hat zu einer Reihe von Variationen Anlass gegeben, nach deren erster Durchsicht ich ganz gute Kandidaten ausfindig machen konnte. Dass sollte zumindest noch zwei weitere Kartenmotive für die kommende Weihnachtszeit ergeben. Und vielleicht auch noch neue Microstock-Motive.

Weihnachten als Gemütsstimmung

Einige Freunde Ms sind tatsächlich heute noch gekommen, um unseren Weihnachtsbaum zu sehen. Auch weil sie wussten, wir halten ihn noch bis Ende der Woche geschmückt. Aber bei einigen hat sich um die Feiertage keine Gelegenheit ergeben für den Besuch, was sie jetzt nachholen wollten. Es ist einfach schön, eine solche Runde um den Weihnachtsbaum versammelt zu sehen, am Tag, den man oft als den Schlusspunkt der Weihnachtszeit ansieht. Und die Besucher haben sich sichtlich wohl gefühlt, wohl insgeheim bestätigend, dass weihnachtliche Stimmung nicht von Regeln abhängen kann, sondern je nach Wahrnehmung immer neu erlebt wird, hoffentlich auch im weiteren Verlauf des Jahres. Denn das bedeutet dann, die feierliche Innerlichkeit auch in anderen Situationen aktualisieren zu können. Eine schönere Wirkung kann die eigentliche Weihnachtszeit doch nicht haben, wenn Weihnachten ganzjährig als Gemütsstimmung und Einstellung erlebt werden kann. Wenn das gelingt, sind wir dem Sinn des Festes sehr nahe, nicht nur in diesen dunklen Winterszeit.

Mit dem Geburtstag ist auch Weihnachten angekommen

Mir an Ms Geburtstag Zeit zu lassen, ist mir immer wichtig. Ich freue mich, dass das heute gelungen ist und neben vielen Besuchern und entfernten Gratulanten wir selbst auch die Möglichkeit hatten, den Festtag als solchen zu begehen. Jetzt ist Weihnachten wirklich auch angekommen, mit der so festlich geschmückten Wohnung, den schon auf die Feiertage passenden Stimmungen der Menschen, der Möglichkeit, die Dinge endlich langsamer anzugehen und sich dem Ruhepunkt zu nähern. Morgen gibt’s eine Art Nachfeier mit Ms Freunden und dann noch einige Vorbereitungen für die Feiertage selbst. Aber da bin ich doch zuversichtlich und bin froh, dass wir das alles ganz gut umsetzen konnten. Der Weihnachtsbaum, das ist nach dem Eindruck des vergangenen Tages doch festzustellen, ist dieses Jahr besonders schön und beeindruckend, weil der Schmuck perfekt zu dem ohnehin eindrucksvollen Symbolbaum arrangiert ist. Ich denke, das haben auch unsere Besucher so wahrgenommen und werden andere bestätigen, die noch bis zum Dreikönigstag zu Besuch kommen werden.

Weihnachtszeit und Weihnachtssinn

Schade, dass die Adventszeit in diesem Jahr so verkürzt wirkt. Jetzt kommt schon der 2. Advent. Nur noch zwei Wochen bis Weihnachten. Gleichzeitig habe ich diesmal den Eindruck, dass die Menschen frühzeitig in Weihnachtsstimmung geraten sind. Es gab auch schon Jahre, in denen man bis kurz vor den Feiertagen außer Atem schien und es allen schwer zu fallen schien, überhaupt sich auf die Feiertage einzustimmen. Die Beobachtung teilt auch ein Freund mit mir, dass nämlich die Adventszeit die eigentlich schöne Zeit darstellt und sie fast bedeutungsvoller und eindrücklicher sein kann als die Feiertage selbst. Wenn das mehr Leute so sehen, könnte es auf einen Bedeutungszuwachs des Symbolischen hinweisen. Dass man wieder mehr über Bedeutungen und Sinn nachdenkt. Das wäre schön, Weihnachten nicht allein am punktuellen Ereignis der Feiertage und dem intensiven Erlebnis der geschmückten Räume mit Lichtern und Weihnachtsbaum festzumachen, sondern an allem, was die gesamte Weihnachtszeit an Sinn, Tradition und Botschaften mit sich bringt. Schön, wenn es uns besser gelingen sollte, den Alltag zumindest in dieser Zeit von außen beeinflussen zu lassen, um im neuen Jahr wieder offener zu sein und klarer zu sehen.

Notwendige Unterbrechungen

Eine kleine Holzarbeitspause. Das ist auch mal ganz gut. Um etwas Abstand zu gewinnen, denn auch ständige Beschäftigung mit dem Thema und ununterbrochene Arbeit mit der Symbolik der Hölzer kann ermüdend wirken. Mit ein wenig Abstand gelingt es aber, das Projekt kontinuierlich frisch  zu halten, im wieder mit neuem Elan und unverstelltem Blick. Eigentlich gut, dass es diese globalen Stimmungsschwankungen gibt. Das schafft Unterbrechungen und Pausen, die bei Initiativen wie dieser notwendig sind.

Weihnachten und Zuversicht

Dieses Jahr an Ms Geburtstag gab es zwar nicht weniger Gratulanten als sonst, aber viele hatten es besonders eilig. So als ob die diesjährige Vorweihnachtszeit mit Aktivitäten überfrachtet wäre, die ein sich Zeit lassen für das einzelne nicht zulassen. Vielleicht ist das tatsächlich so. Jedenfalls habe ich diese Kombination noch nie deutlicher wahrgenommen: Der Wunsch nach Ruhe und Innerlichkeit während der Weihnacht einerseits, der Versuch, alles, was dem vorab entgegenstehen könnte, zu bereinigen, andererseits. Und diese zweite scheint von Jahr zu Jahr zuzunehmen. Es kann allerdings sein, dass das ein Eindruck ist, der mit der Beschleunigung der Zeit an sich, also mit einer Veränderung der inneren Zeitwahrnehmung mit zunehmendem Lebensalter zusammenhängt. Ich kann jedenfalls für mich feststellen, dass die beiden genannten Linien sich ziemlich sicher kurz vor den Feiertagen kreuzen werden. Dass das möglich ist, dazu tragen für mich viele Dinge bei: Der seit Sonntag uns begleitende Weihnachtsbaum, die Gespräche über Weihnachten, Gott und die Menschen unserer Lebenswelt. Vor allem die Kommunikationen, die das Symbolische der Weihnachtszeit als Motivator für Aufbruchstimmung und Zuversicht herausstellen.

Wendezeit

Kurz vor der Wintersonnenwende. Und die Stimmung unter den Menschen gleicht sehr der in den Vorjahren zu dieser Zeit. Inklusive der äußeren Bedingungen, dem neblig-trüben, nicht allzu kalten Wetter. Es werden wohl Schmuddelwetter-Weihnachtstage. Weder sehr kalt noch mit Schnee. Feiertage, die ganz von ihrer symbolischen Stärke leben und wenig Unterstützung im Außen finden. Gleich ist auch, dass die Hektik jetzt schon erkennbar in die Gelassenheit der zeitlosen Phase zwischen den Jahren übergeht. Die Weihnacht selbst markiert diesen Wendepunkt, der jetzt schon in den Gemütern präsent ist. Nur mehr Zuversicht würde ich mir unter den Menschen wünschen. Die Wirtschaftsprognosen, auch jüngst wieder sehr positiv klingend, haben keine Entsprechung in den Erwartungen der Einzelnen, die eher von Angst geprägt zu sein scheint. Mögen die Feiertage auch diese Einstellungen ausgleichen und der Anblick des Weihnachtsbaums und die vielen weiteren weihnachtlichen Symbole das innere Licht und die Gegenwart des Gemeinsamen aktivieren.

Starkes Baum-Thema

Darum, dass die Wunschbaum-Projekte einen ganz guten Spiegel globaler Stimmungen abgeben, bin ich ganz froh. Bei Medien und Formen, deren Substanz vor allen Dingen eine symbolische ist, die zudem einen Gegenstand haben, der als archetypisches Symbol, als hochgradig emotional besetztes Zeichen aufgefasst werden kann, sind dafür gute Voraussetzungen gegeben. Denn im spontan geäußerten Interesse, in der Suche nach Inhalten, die es ermöglichen, die eigene Persönlichkeit in äußeren Symbolen zu spiegeln, um damit mehr über diese zu erfahren, zeigt sich die wahre Stimmung. Ganz unabhängig von Entwicklungen und Nachrichten aus Politik und Wirtschaft. Es gibt eben – glückerweise – diese zeitlosen Themen, die gerade deshalb jederzeit im Alltag präsent sind und die persönliches Handeln, Motivationen und Intentionen stärker bestimmen als oft bewusst wird. Eine Palette von Wegen, Formen und Medien für mich entdeckt zu haben, mich eben diesen Themen zu widmen, immer eng geführt am großen Thema „Baum“ empfinde ich als große Bereicherung, die nie verblasst. Denn Teil dieser Projekte ist immer auch die Weiterentwicklung unter Berücksichtigung sich verändernder Wahrnehmungen, Bedürfnislagen und Ausdrucksformen. Wenn bei aller Veränderlichkeit der thematische Kern unberührt bleibt, ist das nur eine weitere Bestätigung der Stärke des Themas und seiner symbolischen Formen und der großen Rolle, die sie im Alltagsleben der Menschen spielen.

Globale Blitzkommunikation

Bei so viel Regen ist man wenig von der Arbeit im Haus abgelenkt. Ich merke, dass das tatsächlich auch zu besonders produktiven Phasen führen kann. Es ist also nicht nur das Licht und die Wärme, die uns beflügeln. Manchmal auch das Gegenteil, weil sich die Aufmerksamkeit dann verlagern kann. Ich beobachte das schon seit Jahren auch in Bezug auf die Aufmerksamkeit, die am Themenfeld Interessierte meinen Webprojekten rund um die Bäume schenken. Auch das schwankt sehr stark. Sicher von den biologischen Rhythmen und klimatisch bedingten Befindlichkeit des Einzelnen abhängend. Dabei ist aber zudem eine Komponente, die nichts mit Individualität oder Mentalität zu tun hat. Es ist eine Art globales Bewusstsein oder eine globale Stimmung, die überall gleichzeitig vorhanden ist und ihre Wirkungen zeigt. Salopp formuliert: Wenn es überhaupt läuft, läuft es überall. Wenn nichts geht, dann meist flächendeckend. Es scheint, dass unsichtbare Verbindungen zwischen den Individuen, geistige Brücken oder seelische Gemeinsamkeiten eine blitzschnelle Angleichung bewirken. Es ist diese Ebene, die in der Kommunikationswissenschaft nie zum Gegenstand werden wird und doch das Leben so stark mitprägt.