Sonntag mit reanimierender Entdeckung

wunschbaum.de: Baum-Kunst-Galerie

Wohltuend und beruhigend, so ein Intermezzo-Tag mit viel Regen und weniger knalliger Sonneneinstrahlung. Da konnten die Bäume, Stauden und Blumen einmal durchschnaufen und ihre Flüssigkeitsreserven auffüllen. Nur anhalten sollte das nicht länger, auch weil wir uns an den Sommer schon gewöhnen durften. Leider ist das auch nicht gut für die Sonnenbilanz dieses Monats, die jetzt schon absehbar unter der des Vormonats liegen wird. Aber solange sich die Pflanzen stressfrei und vital weiterentwickeln, soll es mir recht sein. Dieser Sonntag war, seiner Aufgabe und Rolle gerecht, ziemlich ausgeglichen. Unter anderem hat es mich auf mein Internet-Pionierprojekt, die Wunschbaum-Seite geführt, die ja schon seit langem auf ein Redesign wartet. Das wird auch noch länger auf sich warten lassen. Aber eines konnte ich nach kurzer Recherche wieder zum Leben erwecken, was seit einigen Jahren nicht mehr zugänglich war: Meine damals mit Flash und ActionScript gestaltete Galerieauswahl meiner bildhauerischen Arbeiten konnte ja seit dem Wegfall der Unterstützung von Flash-Animationen in allen Webbrowsern nicht mehr gezeigt werden. Dabei waren gerade die künstlerischen Arbeiten rund um das Thema der Bäume und der Baumsymbolik wesentlicher Bestandteil meines Wunschbaum-Konzepts gewesen. Und eine andere Darstellungsform hatte ich dafür nicht entwickelt. Jetzt habe ich tatsächliche eine technische Möglichkeit gefunden, die regulär nicht mehr unterstützte Flash-Funktion durch ein ersetzendes Softwaretool zu reanimieren. So freue ich mich sehr, dass nach 5jährigen Unterbrechung diese Arbeiten aus einem Zeitraum von ca. 15 Jahren jetzt für Interessierte wieder zu sehen sind und mein Spektrum an Wunschbaum-Projekte wieder vollständiger illustrieren können: https://wunschbaum.de/galerie_bildhauerei.html

Für bewusstes Wahrnehmen sinnhafter Tradition

Schade, auch in diesem Jahr werde ich nicht mehr dazu kommen, etwas Plastisches für Ostern zu schaffen. Die letzte skulpturale oder plastische Arbeit liegt schon einige Jahre zurück: Zwei Eiformen mit gegenläufig kreuzförmigen Einschnitten, die ich aus zwei Abschnitten der duftenden Atlas-Zeder geformt hatte. Die zieren auch in dieser vorösterlichen Zeit neben den anderen früheren Oster-Kreationen unsere Wohnung. M. denkt immer daran, auch wenn diese Tradition im individuellen Dekorieren, passend zur Jahreszeit oder dem Feiertag, für uns nicht mehr dieselbe Innerlichkeit besitzt wie früher. Vielleicht eine Folge des Älterwerdens, in dem so manches seinen ursprünglichen Zauber verliert oder zumindest einiges am Zauberhaften und Atmosphärischen einbüßt. Aber man muss sich da auch an die eigene Nase fassen und das bewusste Wahrnehmen und Verfolgen der Traditionen quasi üben. Das fällt in diesen ablenkenden und von Krisen überschütteten Zeit ziemlich schwer. Ich versuche es dennoch, weil ich immer das sichere Gefühl habe, ganz Wesentliches ansonsten zu vernachlässigen. Vielleicht oder sicher sogar sind es genau diese Dinge, die wirklich für unsere Weiterentwicklung Bedeutung haben. Wir haben uns zu sehr an den Niedergang und das Verschwinden von sinnhafter Tradition gewöhnt und müssen da wieder die Kurve kriegen.