Sprach- und fassungslos

Solche Unglücke wie das gestern in den französischen Alpen geschehene hinterlassen einen sprach- und fassungslos. In gleichem Maße, wie man über mögliche Hintergründe und Motive rätselt, richtet sich der Blick auf das Wesentliche und Grundlegende des Lebens. Die Betrachtung des Natürlichen, die Selbstspiegelung in den Prozessen des Werdens und Vergehens können uns in „normalen“ Zeiten an dieses Grundlegende heranführen oder eine ohnehin vorhandene Nähe aktualisieren. Das ist auch der Grund für meine langjährige Beschäftigung mit diesem Themenfeld. Ich habe tatsächlich ein Bedürfnis danach und das sichere Gefühl, dass es in diesem Feld etwas nachzuholen gilt, etwas, das uns in unserer hektischen Wirtschaftswelt aus dem Blick geraten ist. Aber in Betrachtung solcher Katastrophen verblasst einfach alles und es will nicht einmal im Spiegel und eines starken Lebenssymbols gelingen, einen Sinn zu erkennen, der Trost spenden könnte.

Jahreszeitliches Empfinden

Zwar ungemütlich, aber beim Spaziergang merkt man schon die Frühlingsluft. Der Winter hat keine wirkliche Chance mehr, dennoch glaube ich, dass er uns noch eine kleine Weile ärgern wird. Ich kann es auch mit einer jetzt zunehmenden Abkehr vom Thema Holz und Baumsymbolik erkennen. Die realen Bäume sind jetzt schon wieder präsenter. Das verursacht erfahrungsgemäß zunächst eine erneute Hinwendung und eine tendenzielle Abkehr vom Symbolischen. Wenige Wochen später nivelliert sich das aber wieder. Das sind solche Beobachtungen, die ich inzwischen immer wieder bestätigt finde. Naturwahrnehmung und das Bedürfnis nach einem Austausch mit dem Natürlichen, oft in Form einer Selbstspiegelung verändert sich im Jahreslauf. Das ist eine der Grundlagen unseres jahreszeitlichen Empfindens.

Selbstspiegelung im Alltag

Die nervenaufreibenden technischen Probleme dieses Tages haben mich schnell einen Ausgleich in der Holzarbeit suchen lassen. Interessanterweise hat sich das Problem kurz danach auch aufgelöst. Manchmal ist es eben gut, den Dingen ihren Lauf zu lassen, die man ohnehin selbständig nicht kontrollieren kann. Allerdings bin ich weit davon entfernt, die tägliche, auf unterschiedlichen Ebenen stattfindende Beschäftigung mit den Bäumen als eine Ablenkung zu betrachten. Es geht mir eher darum, gerade das in der symbolischen Stärke der Bäume herauszuarbeiten und in seinen endlos scheinenden Facetten darzustellen, was wir im Alltag aus der Beobachtung der Bäume über unser Sein und Werden als Menschen lernen können. Diese Selbstspiegelung am Beispiel und in Form der Bäume finde ich gerade das Faszinierende. Es enthält zahlreiche tiefe Geheimnisse, denen ich auf der Spur bin und von denen ich hoffe, dass sie nie so ganz gelüftet werden können.