Schlagwortarchiv: Selbstbeobachtung

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Autobiografische Arbeit mit präsentativen Symbolformen

Manchmal sind es alte Hüte, die einen den ganzen Tag beschäftigen. Dinge, die längst abgeschlossen schienen, treten auf einmal in den Vordergrund, zeigen sich widerspenstig und unzuverlässig, anders als erwartet. Da schwingt dann immer ein Stück Autobiografie mit, Erinnerung und Verarbeitung des Erinnerten, Rückblicke und Vergleiche mit früheren Erfahrungen, die gewinnbringend sein können, weil man von vorneherein Umwege und Fehler vermeiden und andererseits Funktionen und Abläufe optimieren kann. Oft ist da tatsächlich noch mehr herauszuholen. Oder die Dinge erscheinen in einem von der vergangenen Lebenszeit beförderten neuen Licht, was anregend sein kann. So stehen diese Tage auch im Dienst einer Art Archivierungsarbeit, bei der auch Baummotive und sehr viel Bildmaterial aus meinem traditionell bevorzugten Motivfeld vegetabiler Strukturen und Symbole eine Rolle spielen. Es ist schön, da Spektrum auf dem Gebiet stetig zu erweitern und die eigenen Symbolformen auch immer weiter verbreiten zu können.

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Die regulierende Rolle von Parallelthemen

Bei der kreativen Arbeit sind Resonanzen von außen recht nützlich. Zurzeit bieten sich dazu aber nur wenige Gelegenheiten. Zu sehr sind die Menschen mit sich selbst und der verbreiteten Krisenstimmung beschäftigt. Da ist es hilfreich, die eigene Selbstbeobachtung zu fordern und genügend professionelle Distanz zu den eigenen Ergebnissen zu schaffen. In diesem Aus-Sich-Selbst-Heraussetzen für kreative Zwecke habe ich recht große und auch positive Erfahrung, die mir aktuell zugutekommt. Das andere, was ebenfalls nützlich sein kann, ist der Gegenstand der Beobachtung selbst. Neben dem, was gerade im Zentrum der Aufmerksamkeit steht, sind es die Nebenthemen, deren Bearbeitung oder bloße Beachtung einen guten Teil zur Selbstdistanzierung beisteuern kann. Ein Grund, mich immer wieder auch parallel mit den Bäumen und ihrem Holz, den vielen symbolischen, ästhetischen und illustrativen Aspekten dieser Themenfelder auseinanderzusetzen und damit praktisch kreativ zu arbeiten. Ich freue mich darauf, wenn dies im Frühjahr wieder öfter und eindrucksvoller möglich ist.

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Kritische Selbstbeobachtung und Aktualisierung

In eigener Sache kreativ zu werden, ist immer wieder eine Herausforderung. Wohl weil dafür eine besondere Distanzierung von sich selbst notwendig ist. Streng genommen ist das mein Beruf, dennoch sehe ich dabei ganz genau hin und bin vielleicht noch strenger als in anderen Situationen, einfach weil man allzu schnell in eingefahrenen Bahnen denkt und arbeitet. Ich meine, bei aller kritischen Selbstbeobachtung, dass das aber für meine Kommunikationsarbeit ein gutes Ergebnis bringen kann, dass bestimmte Dinge frischer und dynamischer darstellt. Das, worum es eigentlich geht bei einem Relaunch. Ich kann mir vorstellen, Ähnliches für die Wunschbaum-Projekt sukzessive in diesem Jahr durchzuführen, denn auch darin hat sich wieder einiges bewegt, das nach äußerlichem Ausdruck verlangt.

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Geburtstagsgespräche

Geburtstage sind für mich ernüchternd und emotional anrührend zugleich. Obwohl sie kommunikativ nicht die große Rolle für mich spielen, lassen sie sich so ganz nicht verbergen. Und immer ist das verbunden mit grundlegenden Gesprächen und Überlegungen zum Älterwerden. So gesehen, haben solche Geburtstagsgespräche eine wichtige gesellschaftliche Funktion. Sie schaffen eine Art Gemeinsamkeit und sind auch Teil der autobiographischen Selbstbeobachtung. Solche Spiegelungen haben ihre Bedeutung für uns nicht verloren. Von all diesem Sozialen abgesehen, war es mir doch auch wichtig, meinem Lebensthema Bäume an diesem Tag Raum und Zeit zu verschaffen. So bin ich froh über die Gelegenheit gewesen, das jüngste Holzprojekt am Nachmittag anzustoßen, bei nicht ganz so freundlicher Witterung, aber noch im Rahmen des Machbaren und nicht vergleichbar mit den wirklich unangenehmen Einsätzen dieser Art während des Hochwinters. Die nächsten Arbeit daran finden ohnehin im Warmem statt, ein vergleichsweise kuscheliges Vorhaben.

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Selbstbeobachtung wie im Spiegel der Bäume

Ein Tag wie viele in diesem Sommer – der mit routinemäßiger Projektarbeit begann und mit einem kreativen Shooting gegen Abend abschloss. Eigentlich sind das für mich anregende und belebende Kombinationen, die kommunikative Arbeit lebendig halten, weil sie Einseitigkeit und Fixierung vermeiden. Ich versuche das immer wieder so einzurichten, als Maßnahme der Selbstreflexion und Selbstbeobachtung, die sich eigentlich immer positiv auswirken. Dieses Gleichgewicht ist eines, das ich in der Beschäftigung und bei der Begegnung mit den Bäumen in Reinform erlebe. Es scheint so, dass der Baum eine Verkörperung des individuellen Gleichgewichts darstellt. Auch deshalb ist es ein Gewinn, sich im Spiegel der Bäume selbst in den Blick zu nehmen.

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Die Aufmerksamkeit umkehren

Noch einmal am Morgen nassen Schneematsch weggekehrt, danach tauten die Schneeanhäufungen schnell an, bis am Abend kaum noch etwas zu sehen war. Scheint so, dass die heftigen Schneetage vorerst beendet sind. Gemütlicher ist es aber noch nicht geworden. Ein Gutes haben solche Tage, man kann ganz bei sich uns seiner Arbeit bleiben, wird wenig abgelenkt. Richtige Winterarbeit eben, bei der sich der Blick in weihnachtlicher Linie mehr nach innen richtet, aber auch auf die Kommunikationen und die Art, wie wir aktuell damit umgehen. Zeit also auch für Reflexionen, für die übers Jahr weniger Freiraum zu sein scheint. Die stärkere Aufmerksamkeit nach außen, mit der die Selbstbeobachtung sukzessive zurückdrängen zu Gunsten einer Beobachtung der Umgebung und der Spiegelung in dieser lebendigen Umgebung, dieser Aufmerksamkeitswechsel hat immer mit der Präsenz und dem Zyklus der Bäume zu tun. Deshalb sehnen wir den Frühling meist so sehr herbei. Man hat irgendwann das Gefühl, dass es an der Zeit ist, die Aufmerksamkeit wieder umzukehren.

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Holzarbeit und Autokorrektur

Gut, jetzt ist eine ganze lange Schlange von Holzarbeitsaufträgen abgearbeitet. Das hat neben den anderen Projekten sehr viel Zeit und Energieleistung gekostet, ist aber auf der anderen Seite auch eine Art Ausgleich und sinnhafte Form von Erholung für mich. Ungern würde ich diese fast schon kontemplativen Arbeiten missen, die im sonst oft von kommunikativen Herausforderungen geprägten Arbeitsalltag wichtige Ruhepole setzen, von denen aus man alles andere einmal aus unvoreingenommener Perspektive betrachten und einordnen kann. Eine Art Selbstbeobachtung, die Fehler erkennen hilft und Korrekturen im laufenden Prozess möglich macht, ganz außerhalb direkter sozialer Interaktion, aber doch unter dem Eindruck einer solchen, die aber eben auf einer anderen thematischen Ebene angesiedelt ist.

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(Selbst-)Beobachtendes Schreiben

Der erste Roman, den ich von dem mir bis vor kurzem unbekannten deutschen Gegenwartsautor lese, ähnelt in seinem Schreibstil sehr dem Tagebuch, durch das ich diesen Schriftsteller kennen und schätzen gelernt habe. Dieses genaue Beobachten, das ein Selbstbeobachten immer einschließt, scheint seine literarische Herangehensweise zu bestimmen. Für einen kommunikationswissenschaftlich ausgebildeten Menschen ist das natürlich sehr interessant. Vielleicht ist es etwas ganz Ähnliches, was ich seit vielen Jahren mit dem Baumtagebuch verfolge. Beobachtungen, häufig Selbstreflexionen festzuhalten, aber immer mit thematischem Bezug zu den Bäumen und immer spontan, nicht groß geplant oder konstruiert, das ist es, was ich umzusetzen versuche. Es ist für mich ein Schreiben, das zu dem ansonsten auf Kunden zugeschnittenen Sprachdenken in Marketingkategorien einen Gegenpol darstellt. Möglicherweise aber auch eines, das sozusagen außer Konkurrenz läuft, dessen Absichtslosigkeit Voraussetzung dafür ist, dass die Gegenstände des Beobachtens sich mit Bedeutung aufladen. Das immer an ein Ziel oder einen vordergründigen Zweck zu knüpfen, würde das ganz Projekt zerstören und meiner Vision eines Freiraums für zweckfreie Kommunikation zuwiderlaufen.

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Autobiographische Zeitzeugnisse

Diese Tagebucheinträge eines mir bislang gar nicht bekannten deutschen Schriftstellers aus der Zeit der Wiedervereinigung sind doch spannender, als ich vor Monaten noch dachte. Da hat einer ganz genau die Veränderungen subjektiv beschrieben und verleiht den großen politischen und gesellschaftlichen Veränderungen damit eine eigentliche Bedeutsamkeit. Eine Bedeutung, die allein durch Auflistung historischer Fakten so nicht ergründbar ist. Dabei fühle ich mich daran erinnert, dass ich selbst wenige Zeit später, auch so um das Jahr 1992 schon einmal in Berlin war, nicht lange nach der Öffnung der Mauer. Und tatsächlich sind diese Pioniererfahrungen von ganz eigenem Charakter und bleiben deutlicher in Erinnerung als alles, was von außen durch Berichte an einen herangetragen wird. Bei diesem Buch hat man tatsächlich den Eindruck, der Autor habe sich zu jeder Zeit genau dort aufgehalten, wo gerade die Brennpunkte lagen. Interessant, so etwas im Abstand von 20 Jahren noch einmal zu reflektieren, was durch die Neuauflage des Buchs möglich geworden ist. Ich freue mich auf die weitere Lektüre und hoffe, mit dem Baumtagebuch eine ähnliche biographische Institution ins Leben gerufen zu haben, die ein Stück weit auch über die subjektive Ebene hinausragt, immer etwas von den Zeitumständen und Lebensbedingungen offenbarend. Eben im Spiegel meiner Baumerlebnisse und -reflexionen. Das ist nur eine andere, speziellere Art, Erlebtes und Gedachtes zu verewigen.

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Ähnlichkeiten und Spiegelung von Mensch und Baum

Jetzt sind die Lebensbaum-, Baumkreis- und Wunschbaum-Armbänder unter Dach und Fach, die noch an Weihnachten ihre Träger erreichen werden. Ein gutes Stück eng getakteter Arbeit, bei der jedem einzelnen Stück dieselbe Aufmerksamkeit und Sorgfalt zuteilwurde. Ich wünsche mir sehr, dass dies auch bei allen so wahrgenommen wird, die jeweiligen Träger die je besondere Energie ihrer Armbänder werden aufnehmen und nutzen können. Es ist für mich eine der körperlichsten und intensivsten Umsetzungsformen dessen, was ich die Selbstspiegelung in den Bäumen nenne. Denn der Träger hat sein Baum-Pendant ganz nah bei sich, auf der Haut und zudem an der Hand. Wenn sich eine Resonanz einstellt, dann immer an die bewusste Körperlichkeit, die Aktion gekoppelt. Gute Voraussetzungen, sich die Ähnlichkeiten mit der Baumart in der Selbstreflexion zu vergegenwärtigen und damit die Selbstbeobachtung zu intensivieren.

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Themenwahl und Selbstbeobachtung

Die Reportage über Helikoptereinsätze im Hochgebirge, bei denen u. a. riesige Baumstämme an hundert Meter langen Seilen geborgen und abtransportiert werden, hat V. sehr beeindruckt. So wie ihn vor Monaten ein ähnlicher Beitrag ihn schon einmal gefesselt hat. Da kommt offenbar eine Art Abenteuerlust zum Vorschein, gepaart mit Aktivitäten, denen er selbst gerne nachkäme, wenn der körperliche Zustand es zuließe. Rückblickend kann ich diesen gemeinsamen Arbeiten beim Roden und Fällen von Bäumen im eigenen Wald durchaus einen Erinnerungswert zuerkennen. Dennoch wäre es mir lieber, V. würde sich endlich von diesen Themen entfernen und sich heute relevanteren zuwenden. So ist das eben mit den Themen. Sie machen nur in ganz eng umgrenzten Kontexten wirklichen Sinn, in anderen wirken sie umgekehrt eher hemmend. Das ist eine Erkenntnis, die viel Selbstbeobachtung und laufende Selbstvergewisserung erfordert, die nicht selten schmerzlich ausfallen kann. Das verstehe ich schon, sehe aber doch die Notwendigkeit.

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Neue Facetten des Lebensbaum-Begriffs entdecken

Je näher das Jahresende kommt, desto kleinteiliger scheinen die anstehenden Arbeitspläne auszufallen. Es ist dann so, als ob der Tag aus einer Unzahl einzelner Tätigkeiten besteht, die sukzessive abgearbeitet werden. Das ist natürlich subjektiv, tatsächlich unterscheiden sich die Abläufe nur unwesentlich von denen des Sommers. Aber die Blickrichtung, eben mehr nach innen und nicht mehr so stark auf die Außenwelt bezogen, ändert sich eben und das beeinflusst die Wahrnehmung, vor allem die Selbststeuerung und Selbstbeobachtung erheblich. Das Fließen gerät meiner Beobachtung nach dadurch etwas ins Stocken, die Einzelschritte werden öfter Gegenstand einer Art Kontrolle, eines Selbstzweifels, des Eindrucks, man müsse besonders sorgfältig oder vorsichtig vorgehen. Ich denke, das hat wesentlich mit der reduzierten Beobachtung natürlicher Prozesse zu tun, die – wie die Bäume – zwar räumlich unverändert, aber dennoch weiter weg zu sein scheinen, die man dann eher ihrer eigenen uns nicht mehr so nah stehenden Präsenz überlässt. Also eigentlich eine Veränderung im Körperlichen, die sich beim Menschen in dem stärker nach innen gerichteten Blick, beim Baum in der Verkleinerung seiner Oberfläche, im Rückzug der Nährstoffe in den Wurzelstock auswirkt. Ich will versuchen, diese Veränderungen in den nächsten Wochen einmal genauer und bewusster zu beobachten, um in der Ausformung meines Lebensbaum-Begriffs weiter zu kommen. Denn ich ahne, dass diese Dinge zwar wichtig sind, bisher aber in der Literatur nicht wirklich zum Gegenstand gemacht wurden.

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