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Jahreswechsel, Pflanzenbewusstsein und Weltenneujahr

Im dem Jahreswechsel konnte ich noch nie etwas wirklich Bedeutungsvolles erkennen. Ganz anders als in den christlichen Feiertagen, die mit so viel Sinn angereichert sind, die geradezu von diesem Sinn leben, dass einige Anstrengungen notwendig sind, um diesen Sinn immer wieder zu aktualisieren, für das eigene Leben und das der Gemeinschaft mit Leben zu füllen. Der bloße kalendarische Jahreswechsel, was könnte der uns bedeuten? In einer der Neujahresbetrachtungen Rudolf Steiners von Anfang Januar 1916 gibt er darauf eine wie so oft bei ihm verblüffende Antwort. Er vergleicht darin nämlich den im 12-Monats-Zyklus stattfindenden Wechsel der Jahre und das, was gerade im tiefsten Winter passiert, in dem die Pflanzen sich scheinbar ganz von der Erdoberfläche zurückgezogen und sich in sich hinein verzogen haben mit einem viel längeren Zyklus, den die Menschenseele alle 12000 Jahre vollzieht, wenn sie durch das astralische Bewusstsein des Leibes zog. In dieser Phase, zu jedem Jahreswechsel nach 12 Monaten wie auch alle 12000 Jahre vollzieht sich danach eine Vereinigung, eine Durchdringung verschiedener Zyklen, die in dieser Durchdringung voneinander lernen, sich gegenseitig anreichern, um dann wieder je eigene Wege zu gehen. Beim 12 Monatszyklus geht es um die Durchdringung der Pflanzenseele mit dem mineralischen Bewusstsein der Erde, die gerade zum Jahreswechsel bei größter Dunkelheit zum Tragen kommt. Es ist nach Steiner das die Zeit, in der die Pflanze Verbindung mit den Sternen, den weiten des Kosmos aufnehmen kann, ihr Bewusstsein quasi ausweitet. In anderen Zusammenhängen redet er von der Sommerszeit als der Zeit, in der die Pflanzen ihr Bewusstsein in Richtung des Kosmos ausdehnen. Ein wirkliche Zufluss aber kommt gerade am gegenseitigen jahreszeitlichen Pol statt. Und analog hat lauf Rudolf Steiner die Menschenseele, ihrem damaligen Entwickelungsstand entsprechend eine Durchdringung der Seelen mit dem astralischen Bewusstsein der Erde, die eine enorme Ausweitung der Wahrnehmungs- und Erfahrungsmöglichkeiten bedeutete, zuletzt ca. 6000 Jahre vor unserer Zeitrechnung. Das bedeutet dann auch, dass die nächste Berührung, das nächste „Weltenneujahr“ in etwa 4000 Jahren zu erwarten ist. Im weiteren Verlauf des Vortrags nimmt Steiner auch Bezug zur anthroposophischen Bewegung und den Möglichkeiten, die bis dahin geisteswissenschaftlich erreichten Erkenntnisgewinne zu nutzen, auch zum Wohle anderer. Aber natürlich stimmt es auch ernüchternd, wenn eine wirklich flächendeckende, nicht nur hellsichtig Begabten mögliche, Bewusstseinserweiterung erst in 4000 Jahren wieder erreicht sein wird. Wie weit, denke ich mir da, sind wir von wirklichem geistigen Fortschritt dann noch entfernt, wie wenig können wir eigentlich heute schon verstehen? Vielleicht ist das intuitive Wissen um die gegenwärtige Situation der Grund für meine Zurückhaltung, den Jahreswechsel als bedeutsames Ereignis zu betrachten. Vielleicht fühle ich mich nicht wirklich bewusst daran erinnert, eine wie kleiner Fortschritt zu meinen Lebzeiten auf diesem Gebiet überhaupt nur möglich ist. Ich will mich bemühen, trotzdem zuversichtlich und angesichts so kleiner, kaum messbaren Fortschritte weiterhin mutig zu bleiben.

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Auszeiten und emotionale Reloads

Die Zeit der konzentrierten Arbeit, bei der man noch stärker in sich gekehrt sein kann, setzt sich für mich fort. Das ist ein Zeichen, dass der Winter atmosphärisch und emotional noch präsent ist, obwohl wir den Frühling vorausahnen. Es ist diese Spannung zwischen Ahnung und noch nicht Vorhandensein, die die Wochen vor Fastnacht so unvergleichlich machen. Ich erkenne darin immer etwas Zeitloses, wie aus der normalen Zeit Gefallenes. Das hat es mit der Vorweihnachtszeit gemeinsam, vielleicht auch mit den Osterfeiertagen. Und ich bin unendlich froh, dass wir diese Feiertage und jahreszeitlich definierten „Auszeiten“ haben, ohne die es schwer wäre, alles einmal auf Null herunterzufahren, einen emotionalen und seelischen Reload zu erreichen, nach dem die Dinge wieder neu oder wenigstens anders neu aufgebaut und arrangiert werden können. Die Bäume gehören sich nicht nur für mich zu den starken Lebenssymbolen, die uns sehr gut dabei helfen können, in diesen Zeitphasen diesen Reload tatsächlich auch zu realisieren.

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Gesteuerte Naturwahrnehmung

Trotz der vielen Sonne fühlt sich die Jahreszeit doch vollständig wie Herbst an. Ich würde sogar sagen, dass Gedanken an Weihnachten nahe liegen. Das ist aber eher eine atmosphärische Einschätzung. Die Menschen scheinen schon auf den Abschluss des Jahres einzustellen. Die Form der Kommunikationen deutet in meinen Augen darauf hin. Eine Einstellung und Haltung, die wie so oft mit der äußeren Anmutung der Natur übereinstimmt. Eine Spiegelung des Außen im Sozialverhalten und der seelischen Verfassung. Ich finde gerade diese Übergangszeit, die zudem den Charakter eins Abschlusses hat, besonders anregend. Symbolhaft dafür steht das Fallen der Blätter, der vorherige Farbwechsel, das Vergehen der Blätter. So zeigen uns die Bäume an, wie unser Inneres sich umstellen sollte, wenn es den Rhythmen und Konstellationen der Kosmos entsprechen will. Mindestens in diesem Bereich haben wir als Individuen das Heft noch nicht in der Hand. Da sind wir nach wie vor die von unseren natürlichen und geistigen Urgründen Gesteuerten.

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Winterzeit und unbewusste Sphären

Die Tage vor Allerheiligen haben für uns immer schon etwas Aufwühlendes. Ich kann das auch in diesem Jahr feststellen. Es äußert sich im Körperlichen, trifft aufs Gemüt, wirkt sich nicht selten auch auf die Kommunikation aus. Gereiztheit ist da nicht selten. Und erfahrungsgemäß löst sich das erst während der beiden Feiertage wieder auf, manchmal auch erst später. Es hat bestimmt mit der größeren Aufmerksamkeit im Hinblick auf die verstorbenen Seelen zu tun, dass solche Stimmungen und Eindrücke regelmäßig entstehen. Aber wie bei so häufig bei Feiertagen gehen die Bedingungen im Außen, sprich das Novemberwetter, der Beginn des Winters, das immer weniger werdende und am Nachmittag schon früh vergehende Licht, eine enge Verbindung ein mit unserer inneren Befindlichkeit. Beides spiegelt sich ineinander, ohne dass wir uns dem ganz entziehen können. Mit dem Fallen der letzten Baumblätter ist das auch in der Seele angekommen, was wir während des leuchtenden Blätterherbstes ahnen, worauf uns diese Zeit quasi schonend vorbereitet. Dass nämlich das Leben sich mehr nach innen wendet, dass wir, wie Rudolf Steiner das ausgedrückt hätte, uns zurückziehen in Richtung der Erde, die sommerliche, ins Weltall gerichtete Ausdehnung umkehren und Hinabsteigen in die Tiefen auch unserer Seele. Bis wir zur Zeit der Wintersonnenwende, kulminiert im Symbollicht des Weihnachtsbaums, dem am nächsten kommen, was uns allen gemeinsam ist. Dem inspirierenden Funken, der göttlichen Quelle, der geistigen Heimat, an die wir uns dann am ehesten erinnern können, oder zumindest eine abgedämpfte Ahnung davon erhalten. So trägt uns das Beobachten der jahreszeitlichen Veränderungen in Sphären hinüber, die uns eigentlich immer präsent sind, aber allzu oft der bewussten Wahrnehmung verborgen bleiben.

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