Leicht verspätete Baumlandschaft mit Überraschungen

Das Wetter war für einen ausgiebigen Spaziergang ideal. Aber trotz der moderaten Wärme und dem heute wieder ausgeprägten spätsommerlichen Licht spürte man doch schon den kommenden Herbst in Ansätzen. So ganz leicht herbstlich wirkte die Baumlandschaft. Was mich überrascht hat: Manche Frucht tragende Bäume sind in freier Landschaft nach monatelanger Hitze ertragreicher als erwartet. So fallen gerade die Früchte des Schlehdorns auf, die nicht nur zahlreich und zu Trauben gebündelt an den Zweigen erscheinen, sie sind zudem auch recht prall, was ich nach so viel Trockenheit nicht gedacht hätte:

Frucht des Schlehdorns im Spätsommer 2026

Besonders schön fand ich die Vegetation direkt am Flussufer, die in ihrer jetzigen Verfassung in normalen Jahren eher 3-4 Wochen früher erwartetet werden kann. Viele Kräuter sind erst jetzt, nach einigen bedeckten Tagen mit etwas Regen, überhaupt sichtbar geworden. Bei Kräutersammeln im Vorfeld von Mariä Himmelfahrt hatte ich diese Kräuter an gleicher Stelle noch vermisst:

Saarufer-Vegetation im Spätsommer 2026 I
Saarufer-Vegetation im Spätsommer 2026 II

Exkursionsbedürfnisse

Anders als erwartet ließen sich die Menschen heute nicht davon abhalten, die frische Luft und die Sonnenstunden am Nachmittag zu genießen. Ich würde fast sagen, es waren mehr als an durchschnittlichen Sonntagen. Aber das Wetter war auch toll für eine Exkursion und ich schätze, die Menschen brauchten diesen Freigang auch, nachdem man zuletzt den Eindruck hatte, nur noch für das Notwendigste überhaupt aus dem Haus gehen zu dürfen. Kaum zu Hause allerdings holen einen die Nachrichten wieder ein und das Thema geht in die nächste Runde. Ich habe meinen Lieblingsweg heute genossen und das neue fotografische Zubehör getestet. Allmählich wird das Fotografieren in der Baumlandschaft wieder interessanter, weil die ersten neuen Baumblüten des Frühjahrs auftauchen, wie hier bei der Weide, die Rinden und Holzschnittflächen in interessantem Licht erscheinen und vieles einfach attraktiver wirkt, was zwar im Winter auch schon vorhanden war, aber bei Kälte und Lichtarmut unscheinbarer ausfiel, wie die zahlreichen Misteln an den Erlen in Flussufernähe.

Baumlandschaft an der Saar im Frühling I
Baumlandschaft an der Saar im Frühling II
Mistelzweig an einer Erle an der Saar im Frühling III
Stumpf einer alten Eiche nach Baumfällarbeiten
Zweig mit Weidenkätzchen im Frühling