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Vom permanenten Aktivitätenstrom

Das war heute schon ein richtiger Novembertag. Dabei ist der Oktober noch nicht vorbei. Ein ziemlicher krasser Kontrast zu dem zuletzt noch fast hochsommerlichen Klima. Da liegen die Gedanken an Weihnachten schon nahe, zumindest an die Vorweihnachtszeit. Und es beginnt auch wieder die Zeit der vermehrten Kuchenbackens und -essens. Und ein Bedürfnis nach verstärktem Rückzug und Abstand. Nur passen die äußeren Umstände und Anforderungen nicht immer dazu. So rechne ich auch dieses Jahr wieder mit einer ungewollt unruhigen Vorweihnachtszeit und viel atemloser Arbeit kurz vor Jahresende. Ich bin froh, diesem permanenten Aktivitätenstrom immer wieder handwerkliche Phasen mit Holzarbeit einschieben zu können, die die Geschwindigkeit reduzieren und helfen, die Basis nicht aus dem Auge und den Sinnen zu verlieren.

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Winterbefindlichkeiten

Zumindest ein Gutes hat diese wie unter einer Glocke gefangene Winteratmosphäre. Die Konzentration auf die gerade anstehende Arbeit ist fast ungestört. Wenig Ablenkung, nicht nur durch die fehlende Attraktion aus der Natur, auch wegen des reduzierten Kommunikationsverhaltens der Menschen. Alles ist stärker in sich zurückgezogen. Mit dem Laubabwurf der Bäume und der Konzentration ihrer Lebenssäfte im Wurzelwerk unter der Erde richtet sich auch menschliche Aufmerksamkeit zunehmend nach innen, intensiviert und reduziert sich die Kommunikation auf das Wesentliche, werden Pläne und Konzepte weitgehend im Verborgenen entwickelt. Eine der vielen, aber eine besonders eindrucksvolle Abhängigkeit unserer physischen und psychischen Befindlichkeit vom Lebenszyklus unserer vegetabilen Umwelt.

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Wieder klarer sehen

Dieses Insistieren auf der Vorstellung einer boomenden Wirtschaft in Deutschland passt so gar nicht zu der Stimmung, die in der Gesellschaft erkennbar ist. Tatsächlich wirken die Mensch auf mich sehr unruhig und eher ängstlich. Ein krasser Kontrast zu dem, was als öffentliche Meinung medial verbreitet wird. In solchen Zeiten und bei diesen Widersprüchen scheint es umso wichtiger, sich auf das eigene Urteilsvermögen und die Kreativität auch in Bezug auf die Gestaltung des eigenen Lebenswegs zu besinnen. Einmal mehr den Kontakt zur Basis suchen, Natur statt Kultur, Beobachtung statt Rezeption konstruierter Formen. Dann kann vieles anders aussehen und sich wieder anders und vor allem zum eigenen Leben passend darstellen. Ich sehe es als eine der wichtigsten Leistungen des Themas „Bäume“ an, diese Erdung zu befördern, wenn man sich auf das Thema einlässt und seiner Zeitlosigkeit gewissermaßen anstecken lässt. Das Allgemeingültige im Blick kann man dann auch das Spezielle und Zeitgebundene wieder klarer sehen.

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Resonanzstörungen im jahreszeitlichen Übergang

Stillstandzeit, wie sie klischeehafter für den November nicht sein könnte. Die Lebensgeister dort draußen ziehen sich in die Erde zurück. Bäume werfen Blätter ab und konzentrieren ihre Nährstoffe im Wurzelstock. Einjährige Pflanzen verschwinden allmählich von der Oberfläche. Und genau so scheinen sich die Menschen jetzt ins Haus zu verziehen, unsichtbar füreinander, und in sich selbst, mit Auswirkungen auf die Kommunikation und den Mut und Elan, Neues zu beginnen. Gut und wahrscheinlich notwendig für jeden einzelnen. Solche Zwischenphasen, die körperliche Anpassung und seelische Akklimatisierung zwischendurch und parallel zum jahreszeitlichen Zyklus möglich machen. Aber immer ist das auch mit Brüchen, Leerlauf, Verzögerungen und Missverständnissen bei kooperativen Projekten und solchen, die kooperativ werden könnten, verbunden. So hoffe ich, dass die Anpassungen nicht zu Langläufern werden, und die Leerläufe nicht größer als notwendig.

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Noch kein Rückzug

Nun habe ich die erste Durchsicht der Handschriften abgeschlossen und dabei immerhin sechs wirklich gute Details extrahiert, die exemplarisch genug sind, und natürlich gleichzeitig technisch einwandfrei, um bei Microstock eine Chance zu erhalten. Wie die historischen Schriftdokumente tatsächlich angenommen werden, wird sich zeigen. Besonders bei den ausländischen Adressen kann ich mir vorstellen, dass nicht jeder Bildredakteur begeistert ist. Vielleicht wegen der deutschen Schrift, vielleicht aber auch, weil man historische Dokumente dieser Art nicht für illustrationstauglich hält. Ähnliches habe ich schon öfters beobachtet. Zu Unrecht, denn gerade solche Motive sind absolut gesucht. Bei manchen aus der Zunft ist das aber noch nicht angekommen. Ansonsten ein eher baumloser Tag, bei so viel Regen war noch nicht einmal eine Inspektion der Feigen möglich. Die Vorhersagen widersprechen sich. Für die anstehenden Holzarbeiten wünsche ich mir eine Rückkehr der Wärme und möglichst auch der Sonne. Die Arbeit wird dadurch schlüssiger, da ich mich zu dieser Jahreszeit noch nicht ganz von den Bäumen da draußen verabschiedet habe. Für den Rückzug ins rein Symbolische ist dann ab November noch genügend Zeit.

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Gespiegelte Haltung

Ja, die tendenziell meditative Grundstimmung dieser Obsterntezeit macht sich wieder einmal in Verzögerungen und Ausdehnungen bereits laufender Projekte bemerkbar. Es ist dann, als ob die Befindlichkeit vieler Menschen gleichzeitig von den Verhältnissen in ihrem natürlichen Außen geprägt ist. Und diese Verhältnisse deuten auf einen Rückzug, zwar auf ein Vollenden in Form der Fruchtreife, aber eben auch mit Blick auf das anschließende Zurückfahren der Wachstumsgeister. Das spiegelt sich oft in der entsprechenden menschlichen Haltung. Gut fürs Reflektieren. Schlecht aber, wenn ein Projekt nur im Austausch weiterentwickelt oder abgeschlossen werden kann. So versuche ich diese Phase wie immer zu nutzen, um das eigene Spektrum um die eine oder andere Facette zu bereichern.

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