Rückschritte aufholen in einem globalen Klima der Depression

Wie sich die kunsthandwerkliche Arbeit mit den Holzarten des Baumkreises und verschiedenen Wunschbaum-Arten während des Sommers entwickelt, bleibt spannend. Derzeit sind die meisten mit der ungewöhnlichen Hitze beschäftigt. Wenn die gegangen ist, bleibt die ausgeprägte Krisenstimmung, die allein Grund für Unentschlossenheit und Aufschieben ist. Überhaupt nimmt die Desorientierung und Interesselosigkeit an fast allem zu. Ich hätte nicht gedacht, dass selbst das eigentlich zeitlose Baum-Thema einmal davon betroffen sein könnte. Zurzeit allerdings und auch in den letzten Jahren phasenweise scheint und schien es aber so. Natürlich kann man gegen solche übergreifenden, tief verankerten und sich über einen längeren Zeitraum langsam entwickelten Depressionen und Demotivationen nicht direkt und gezielt etwas tun. Selbst Gegensteuern ist schwierig. Aber wir sind gerade jetzt aufgerufen, neue Wege zu finden und möglichst zu vermitteln und zu teilen, die uns wieder zurück auf einen aufbauenden, fortschrittlichen Weg der Zukunftsgestaltung bringen. Da haben wir sehr viel aufzuholen, was vor längerer Zeit schon einmal entwickelt war, durch unvorstellbare hartnäckige und immer wiederkehrende Turbulenzen aber verschwunden zu sein scheint.

Plädoyer für naturbezogene Basisthemen

Sie tut gut, diese anhaltende Sonne, heute so gleichmäßig und durchgängig wie bisher noch nicht in diesem Jahr. Dann kann man unangenehme Termine, wie den von M. in S., gleich viel besser verarbeiten und relativ schnell zur Tagesordnung übergehen. Aber machen wir uns nichts vor. Die biologischen und klimatischen Highlights, die uns von außen mit der Annäherung an die warme Jahreszeit öfter entgegenkommen, können die tief liegende Verunsicherung der Menschen, ihren Glaubensverlust – nicht nur im religiösen Sinne – kaum überdecken. Was wir seit einigen Jahren erleben und was jetzt gerade vielleicht auf einem lähmenden Höhepunkt angekommen ist, bedeutet nicht nur Rückschritt gegenüber den früheren besseren Jahren. Es ist von so vielen Brüchen und Zerstörungen verbunden, dass man sich verbreitet einer ganz anderen Welt gegenübersieht, in der die Menschen nicht mehr sie selber sein können, sich in oft nicht vorteilhafter Weise verändern. Es kostet viel Energie, das zum einen zu verarbeiten und zum anderen, darüber hinaus wieder in einen Fortschritt zurückzufinden. Ich meine, mit einer Verkomplizierung des Denkens ist das kaum zu erreichen. Da sind wir wohl schon übers Ziel hinausgeschossen. Wir müssen im Gegenteil immer wieder den Nullpunkt, die Basis, einen festen Startpunkt suchen und von dort, alle Erfahrungen berücksichtigend, die Dinge neu aufrollen, möglichst rasch, damit wir die Rückschritte wieder kompensieren. Die Selbstspiegelung in der natürlichen Umwelt, z. B. der Rückgriff auf die Lebenssymbolik der vermittelten Mensch-Baum-Beziehung, kann so einen Neuanfang und Neuaufbau ins Leben zu rufen helfen. Dieses Baumtagebuch ist ein ganz kleiner, bescheidener Beitrag, um dieses Plädoyer für die Anknüpfung an naturbezogene Basisthemen plausibel zu machen.

Geistiger Reset und die Rückkehr zu zukunftsgewandtem Fortschritt

Die Sehnsucht nach den Weihnachtsfeiertagen und der Zeit zwischen Jahren macht sich inzwischen bei den meisten Leuten breit. Ich beobachte eine Art Erschöpfung, die mit den globalen Entwicklungen unserer Zeit, aber auch mit deren Auswirkungen auf den ganz konkreten Lebensalltag zu tun hat. Es ist, als ob man sich einen Reset-Button wünscht, um im neuen Jahr mit möglichst gelöschten Eindrücken neu starten zu können. Und das ist ja auch passend, dass dieser Wunsch gerade in dieser Zeit des Jahres in den Vordergrund rückt. Ist das Weihnachtsfest doch das großen Symbol des Neuanfangs, personifiziert in dieser historischen Figur des Jesus von Nazareth, der erst als Menschenkind aufwachsen musste, um später seine erlösenden Wirkungen auf die Menschheit entfalten zu können. Unser Vorsprung besteht darin, dass wir dieses Ereignis in der Vergangenheit als Tatsache erkennen können und „nur“ die richtigen Angriffspunkte und den richtigen Umgang mit den Erlösungsgedanken für unsere Zeit weiterentwickeln müssen. Das aber scheint gerade und schon seit einigen Jahren in der Rückwärtsbewegung befindlich. Umso wichtiger scheint es, dass die großen kirchlichen Feste einen äußeren Anlass bieten, neue Anläufe zu nehmen, um den Rückschritt in wirklichen zukunftsgewandten Fortschritt umzuwandeln. Dafür ist wie so oft schon in der jüngeren Geschichte der Menschheit die berühmte „kritische Masse“ erforderlich, die zu bilden ein jeder von uns etwas beitragen möge.

Aufhebung, Transformation und die Anknüpfung an einstige Entwicklungsstände

Die unübersehbaren Verwerfungen unserer Zeit sind immer häufiger Gegenstand von Gesprächen. Vielleicht weil die Menschen glauben, im Diskurs etwas bewegen zu können, und sei es auch nur ein winziges Stück. Dennoch schwingt dabei immer eine fatalistische Grundeinstellung mit, die sich festgesetzt hat und wuchert wie eine Krankheit. Vielleicht ist neben all den körperlichen Dingen, die uns begegnen diese Zeitumstände auch tatsächlich die Hauptquelle des gefühlten Niedergangs, zumindest des Rückschritts, der Dekadenz auf vielen Ebenen gleichzeitig. Ich versuche immer wieder, u. a. mit den Wunschbaum-Initiativen, dem etwas entgegenzusetzen. So etwas wie Zuversicht und Anknüpfungsmöglichkeiten an frühere Zeiten bereitzustellen, die wesentlich fortschrittlicher und entwickelter genannt werden müssen. Daran sollten wir anknüpfen und mit dem Wissen um das Mögliche diese lähmende Geistesverfassung dieser Jahre „aufheben“. Wir benötigen dringend eine solche Aufhebung im Vertrauen auf unsere tief liegenden, Wachstum und Weiterentwicklung begünstigenden Eigenschaften und Fähigkeiten.

Wenn das Reden über Bäume besonders viel Sinn macht

So viele außerplanmäßige Exkursionen, die viel Zeit und Geduld in Anspruch nehmen. Aber am Ende dient es doch einer Klärung der Situation und wirkt langfristig beruhigend und heilsam. So ist das auch mal in Ordnung, zumal der aktuell zurückhaltende Kommunikationshabitus solche eigentlich ungeplanten Aktivitäten eher möglich macht. Das eigentlich Kräftezehrende ist nicht diese Abweichung vom Gewohnten, auch nicht der ungewöhnliche Zeitverlust. Es ist vor allem das Weniger an Zeit für die unabhängig von Ausgleichsmaßnahmen aufbauenden, zukunftsgerichteten und fortschrittlichen Aufgaben. Das ist vielleicht das größte Drama dieser von Krisen gezeichneten Jahre, dass man bestenfalls auf der Stelle tritt, allzu oft aber eher Rückschritte machen muss oder gemachte Rückschritte wieder aufholen muss. Für eine wirkliche Weiterentwicklung die vor allem von positivem Fortschritt geprägt ist, könnte wir bei den aktuellen Zuständen eigentlich nach einem Zeitsprung vor ungefähr hundert Jahren weitermachen – wenn, was dazwischen alles geschehen ist, nicht andere Lerneffekte gehabt hätte und eigenen Sinn gemacht hätte. Ich kann mir vorstellen, dass wir aus der Beschäftigung mit zeitlosen Themen, die grundlegende Lebenssymbolik betreffen, am ehesten aus diesem Rückschritt- und Aufholkontinuum wieder herausfinden können. So ist heute mehr denn je das Reden über Bäume und andere Symbolsysteme oder archetypischen Symbolformen richtiger und wichtiger denn je geworden.

Große Gefährdung für Freiheit und geistige Entwicklung

Turbulente weltpolitische Ereignisse zwingen uns wiederum Themen auf, die wir vor einigen Tage so noch nicht für möglich gehalten hätten und die das nun zwei Jahre andauernde Corona-Thema ergänzen und überlagern. Bei allen Notwendigkeiten, die sich daraus ergeben, wenn wir das gewohnte Leben weiterleben wollen, kann durch die Ereignisse bedingt nur noch sehr wenig Raum für echte Weiterentwicklung bleiben. Das ist aus meiner Sicht das größte Unglück. Denn das wirft uns Jahre zurück und lähmt die Menschen auf allen Ebenen, gesellschaftlich, kulturell, wirtschaftlich und vor allem auf geistiger Ebene. Welche Chancen werden in nächster Zeit geistige Themen und geistiges Fortschrittsstreben noch haben, wird z. B. ein Gespräch über Bäume und Menschen, über kulturgeschichtliche oder spirituelle Themenfelder überhaupt noch möglich sein, ohne dass man sich dem Verdacht aussetzt, weltfremd zu sein. Das Schlimme an solchen Verdächten wäre es, dass die Ereignisse selbst das Weltfremde darstellen, dass sie an Punkten ansetzen, die die Weltgemeinschaft bereits hinter sich gelassen glaubte und die deshalb nur destruktiv, mindestens behindernd wirken können. Es ist ganz wichtig, dass genau dies jetzt schon einer kritischen Masse von Menschen auf der ganzen Welt klar bewusst ist und eine Ausbreitung dessen, was wir nicht fassen können, schon im Keim erstickt wird.

Kritische Masse für Menschlichkeit und gegen Aggression

Die Sonne hat diesem Rosenmontag ein wenig von seinem traditionellen Charakter zurückgegeben. Aber von dem super lichten Wetter abgesehen, konnte in diesen Tagen natürlich keine Fastnachtsatmosphäre entstehen. So ist es gut und richtig, wenn Rosenmontagsumzüge kurzerhand in Friedensdemonstrationen umgemünzt wurden. Ein starkes Solidaritätszeichen, das über die energetischen und geistigen Bahnen seine Wirkung sicher nicht verfehlen wird. Das wirkt auf die gestern beschworene kritische Masse von Menschen, die mehr bewirken kann als politische Diplomatie und erst recht mehr als die kriegerische und menschenverachtende Aktion selbst. So hoffe ich mit so vielen Menschen weltweit auf einen schnellen Sieg der Menschlichkeit und eine Besinnung der Aggressoren auf das Allgemeinmenschliche und Gemeinsame, eine korrigierende geistige Lenkung von oben, die weitere Grausamkeit verhindert.