Vom eigentlichen Sinn des Feiertags

Ich hoffe, noch vor den Feiertagen zur Lektüre des neuen Steiner-Vortrags über Weihnachten zu kommen. Der Titel ist „Die zwei Weihnachtsverkündigungen“ und wurde von Rudolf Steiner am 1. Januar 1921 in Stuttgart gehalten. Ich kenne den genauen Inhalt noch nicht und bin deshalb gespannt, welchen Aspekt der Weihnacht er in diesem Vortrag herausstellt. Die übrigen als Sonderdruck veröffentlichten und auf Weihnachten bezogenen Vortragsmitschriften habe ich in den letzten Jahren bereits gelesen. Dabei finde ich den vor Jahren zunächst entdeckten „Der Weihnachtsbaum – Ein Symbolum“ immer noch am eindrücklichsten. Ich bemühe mich, ihn um die Feiertage herum immer wieder neu zu lesen und stelle jedes Mal fest, dass ich andere Aspekte wahrnehme und der Text offenbar endlos viele Facetten offenbart. Eine Feststellung, die ich bei so manchen Niederschriften Steiners schon öfters gemacht habe. Es ist einfach schön, sich zumindest im Verlauf der Lektüre solcher Texte den eigentlichen Sinn des Feiertags vor Augen zu führen. Denn das geht im Zusammenhang familiärer Kommunikation, in der Form, wie sich diese konventionell entwickelt hat, allzu leicht vollständig unter.

Neues Konzeptarmband geplant

Ich freue mich schon auf die Arbeit an dem neuen Konzeptarmband, das ich als Ergänzung der bisherigen Formen plane. Es wird mit den Vorstellungen zu tun haben bzw. diese formal abbilden, die Rudolf Steiner bezüglich der Wechselwirkungen von Bäumen und Planeten entwickelt hat. Dabei spielen die Ausdeutungen zeitgenössischer Anthroposophen, die in der Traditionslinie der Steiner’schen Denkart stehen, ebenfalls eine Rolle. Eine Grundvorstellung dazu habe ich schon, aber es ist notwendig, dass ich noch weiter in den thematischen Hintergrund eintauche. Und dazu sind Auszüge aus einem der Bände aus dem Gesamtwerk Rudolf Steiners bedeutend, den ich mir zu Weihnachten gewünscht habe. Also wird das Musterarmband tendenziell ein Frühjahrsprojekt werden. Eigentlich sehr passend, denn die Planetenwirkung lässt sich besonders deutlich an den Wachstumsprozessen festmachen, die im Frühjahr ihren Anfang nehmen und den neuen Vegetationszyklus einleiten.

Bäume und Planeten in Beziehung setzen

Das vor einigen Monaten aufgegriffene Thema zum Zusammenhang von Bäumen und Planeten, wie es von der Anthropologie in der Nachfolge Rudolf Steiners thematisiert und von ihm selbst initiiert wurde, beschäftigt mich erneut. Es wird wichtig sein, die innere Gesetzmäßigkeit der Zusammenhänge besser zu verstehen. Noch kann ich bestimmten astronomischen Erläuterungen nicht hundertprozentig folgen und muss für mich selbst erst Begriffe klären und verstehen lernen. Ich ahne aber, dass darin etwas Wesentliches verborgen liegt, dass meine Beschäftigung mit der Symbolik, Energie und Ästhetik der Bäume bereichern und um eine neue Ebene erweitern kann. Vielleicht werden die Darstellungen und Entwürfe Steiners zum ersten Goetheanum ein Schlüssel dafür sein, was er selbst mit den Bäume-Planeten-Paaren verbindet, und ein Anhaltspunkt, wie diese Verbindung in visuell greifbare Formen umgesetzt werden kann. Das interessiert mich besonders, denn darin liegt die Chance, den irgendwann verstandenen Zusammenhang auch in weitere Kreise zu vermitteln.

Von Baumarten und Planetenkonstellationen

Es ist eine nachträgliche Bestätigung für bestimmte Beobachtungen und Eindrücke, die ich seit Jahren in der Beobachtung der Bäume, ihres Blühens, Grünens und Fruchtens habe. Das Buch über Bäume und Planeten stellt in der Nachfolge Rudolf Steiners einige dieser Beobachtungen in einen aufschlussreichen Kontext, indem sie mit dem energetischen Einfluss bestimmter Planten und Planetenkonstellationen in Verbindung gebracht werden. Es ist etwas schwierig für mich, einzelne Gedankengänge in Gänze nachzuvollziehen, da sehr viel astronomisches Hintergrundwissen erforderlich ist. Zum Beispiel habe ich mich mit Begriffen wie Konjunktion und Opposition im Zusammenhang mit der Stellung von Planeten zueinander noch nicht wirklich beschäftigt. Der grundsätzliche rote Faden der Argumentationen ist mir aber dennoch zugänglich. Und so ist es einfach spannend zu lesen, wie der besondere Charakter des Ahorns zum Beispiel auf die Wirkung des Jupiters zurückgeführt wird. Eine Wirkung, die sich in fast allen Teilen des Baums, in seinem Astaufbau, der typischen Kronenausformung, der Blattform und sogar den Flügelfrüchten manifestiert. Besonders anschaulich und auffallend auch in seinen grünlich-gelben Blüten (Spitzahorn), die vor den Blättern erscheinen und genau, wie ich es in diesem Tagebuch schon so oft beschrieben habe, sich in dieser unheimlich lichten, strahlenden Form in den umgebenden Raum ausbreiten. Eine Art also, die in ihren Formen und in ihrer besonderen Art zu wachsen den umgebenden Raum erobert, die Ausbreitung, die Ausdehnung in den Raum zum Thema macht und damit eine Eigenschaft der Jupiters, der als obersonniger Planet für die Öffnung nach außen steht. Bei anderen Arten, wie z. B. der Birke oder Ulme, ist das anders, die nämlich unter dem Einfluss untersonniger Planeten stehen und mehr auf sich selbst bezogen sind bzw. die grundlegende Wirkung der Sonne als Impulsgeber für die vertikale Wachstum in spezieller Form unterstützen. Die jeweilige Herleitung der einzelner arttypischen Form aus Planetenkonstellationen ist teils sehr kompliziert und zeigt, wie unheimlich durchwirkt von Sinn alles in unserer natürlichen Umgebung ist. Das kann man an so prominenten Lebenssymbolen wie den Bäume besonders deutlich zeigen. Aber natürlich gilt es ebenso für alle anderen Pflanzen. In den Bäumen kommt es nur zu einem besonders ausgereiften und sinnlich begreifbaren Ausdruck. Ein Thema, dem ich unbedingt weiter nachgehen möchte und für das ich hoffe, bald eine tieferes Verständnis zu entwickeln, theoretisch wie aus den eigenen konkreten Beobachtung heraus.

Pflanzenwachstum im Spiegel kosmischer Konstellationen

Die Nachmittage sind bei diesem schönen warmen Licht einfach schön, solange wir uns im Garten aufhalten können. Dann tut die tiefstehende Sonne gut und man kann die Szene einfach genießen. Immerhin bin ich am Nachmittag dieses ruhigen Feiertags dazu gekommen, meine Lektüre des Bäume-und-Planeten-Buchs fortzusetzen. Dass ich das vor Wochen gelesene Kapitel wegen des Zeitabstands erneut lesen musste, war ganz gut. Im Abstand fallen bei solchen Themen häufig andere Aspekte auf bzw. wächst das Verständnis allein schon wegen der Wiederholung. Allmählich wird mir der Zusammenhang zwischen Pflanzenentwicklung und den Konstellationen der Planeten, v. a. das Verhältnis der Erde zu den unter- und obersonnigen Platen betreffend, klarer, das von den Autoren in der deutenden Nachfolge Rudolf Steiners so detailliert erläutert wird. Natürlich muss ich irgendwann einmal tiefer in diese Gedankengänge einsteigen. Ich ahne aber, dass darin viel Aufschlussreiches über die besondere Faszination steckt, die die Bäume auf viele Menschen ausüben. Die Energie, die dabei im Spiel sind, können auf diesem Wege möglicherweise besser nachvollzogen und eingeordnet werden.