Sonntage, Arbeitsroutinen und Alternativtätigkeiten

Die Ruhe heute war bei dem angestrengten gestrigen Gartenarbeitstag genau das Richtige. Und dennoch bleiben solche Folge-Ruhetage für mich immer etwas unbefriedigend, da sie vor allem der Rekreation dienen und dann weniger Zeit bleibt für Dinge, zu denen ich meist nur an Sonntagen komme. Schade, so muss ich das verpasste während der Woche irgendwie dazwischenschieben, was sich in der Regel schwierig gestaltet. Aber ich will die motivierende Wirkung dieser Jahreszeit mitnehmen und versuchen, von angedachten Routinen auch mal abzuweichen, wenn es so besser zu arrangieren ist. Dass ich neben der vielen Projektarbeit, die immer sehr zielgerichtet und kundenorientiert sein muss, auch immer wieder Gelegenheit zur Umsetzung meiner Baumprojekte habe, stimmt mich zufrieden und zuversichtlich, auch längerfristig die erdende Grundlage mir selbst aktualisieren zu können. Das ist eben nicht selbstverständlich, eher ein Akt der bewussten Wahrnehmung und der bewusst gelenkten Aufmerksamkeit. Glücklicherweise bringe dafür jede Menge Übung mit. Bleibt nur zu wünschen, dass die äußeren Bedingungen es häufig erlauben, diese Alternativtätigkeit auch in die Tat umzusetzen. Nur dann zeigen sie ihren Wert.

Abwechslung als Arbeitsroutine

Sowohl bei den technisch herausfordernden Projekten als auch beim der Arbeit an Inhalten und Gestaltungen komme ich zurzeit gut voran. Vorteilhaft ist auch, dass diese Mischung derzeit zum Arbeitsalltag gehört. Das ist nicht selbstverständlich, oft ist die Tätigkeit auf bestimmte Schwerpunkte konzentriert, die dann schnell einseitig und ermüdend wirken. Das ist jetzt anders und recht abwechslungsreich, nur ist der Übergang von einer zur nächsten Arbeit dann eine Herausforderung eigener Art, an die man sich bei dieser dauerhaften Konstellation auch wieder gewöhnen muss. Ganz gut, dass gerade eine Zurückhaltung bei den Hervorbringungen der Wunschbaum-Manufaktur zu verzeichnen ist. Denn eine neue Welle auf dem Gebiet wäre vielleicht doch dann etwas zu viel Abwechslung. Ich freue mich aber auf die Fortsetzung der Holzarbeit in ein wenig ruhigeren Phasen.

Jahresendliche Routinen

Die Routineerledigungen gegen Ende des Jahres scheinen kein Ende zu nehmen. So konnte ich eine weitere Unvermeidlichkeit heute endlich abschließen und daneben andere für den Samstag typische Haushaltsangelegenheiten erledigen. Das war trotz der Intensität ganz erfrischend, nach all dem Abarbeiten außerplanmäßiger Katastrophen und Hindernisse während der letzten Wochen. Und dass ich am Nachmittag erneut mich der Holzarbeit zuwenden durfte, diesmal eine Armbandform mit drei verschiedenen Holzarten bzw. Bäumen, war ein gelungenen und gleichgewichtiger Abschluss dieses arbeitsreichen Tags. Für den Transport des diesjährigen Weihnachtsbaums, den ich Anfang der Woche aussuchen will, habe ich auch gleich einmal vorgesorgt. Bisher hat das im PKW immer noch funktioniert, aber einige Vorkehrungen sind doch erforderlich, damit ich das auch alleine durchführen kann.

Fleißarbeiten

Es ist kaum möglich, mit dem Verlauf dieses Hochsommers anzufreunden. Immerhin ist heute schon spürbar geworden, dass wir am Wochenende nach längerer Pause wieder wirklich Hochsommertemperatur erwarten können. Aber die begleitende Wechselhaftigkeit ist gleichzeitig auch schon vorhergesagt. Ich bin froh, heute die umfangreiche Arbeit mit über 70 Perlen abgeschlossen zu haben. Die Arbeitsbedingungen waren am Nachmittag erholsam und für solche Fleiß-Routinearbeiten wie gemacht. So hat sich auch in diesem Punkt wieder alles richtig gefügt, inklusive des zeitlichen Freiraums für die übrigen Vorhaben dieser Woche. Ich hoffe, wir können morgen die Kräutersuche realisieren, die in den Tagen vor Mariä Himmelfahrt zur selbstverständlichen Tradition und zur unverzichtbaren Gemeinschaftsaktion zwischen M. und mir geworden ist.

Mit dem Ursprung im Licht

Eine kunsthandwerkliche Aufgabe, die über die Sequenz der sonst gewohnten 21 hinausgeht, ist zur Abwechslung auch interessant. Natürlich fordert das den ganz langen Atem und aktiviert auch die letzten Geduldreserven. Aber die so häufige Wiederholung, in dem Fall sind es 72 Durchläufe je Arbeitsgang, hat auch meditativen Charakter, noch deutlicher als bei den Manufakturarbeiten ohne immer schon. So freue ich mich, die Arbeit mit dem letzten langen Arbeitsgang, dem Abschleifen der Perlenkanten, idealerweise morgen abschließen zu können – nach einem sehr langen Nachmittag, den ich vor der Kulisse des Sommergartens werde verbringen können, bei steigenden Temperaturen, die mich gerade in den späteren Nachmittagsstunden in der Abschlussphase der Arbeit einhüllen und die Holzarbeit umso stimmiger auf ihren Ursprung im Licht zurückführen.

Routine-Nachmittage

Die Arbeitstage verlaufen zurzeit ganz gleichförmig, aber im positiven Sinne. Ich mag es, wenn sich Routinen eine gewissen Zeit fortsetzen. Das ist ungemein beruhigend und fördert die Konzentration. Denn einer Gewissheit der Abläufe kann man der eigentlichen Arbeit noch mehr Aufmerksamkeit widmen. Kombiniert sind meine nachmittäglichen Außeneinsätze mit dem schon lange vermissten Stimmengewirr und den vertrauten Geräuschen aus der Nachbarschaft. Die Menschen genießen den Frühling und besonders die wärmenden Spätnachmittage, wenn die Sonne in die Hinterhöfe scheint und die Szene wie im Hochsommer erscheinen lässt. Holzarbeiten, viel Grün rundherum und immer mehr Blüten, bei den Bäumen und unseren Sommerblumen. V. hat heute das schon avisierte Projekt umgesetzt, die größere unserer beiden Gleditschien mit einer schlanken Holzstange zu stützen und vor allem dem Stamm und den Kronästen in die rechte Vertikale zu bringen. Der Baum war ganz schief gewachsen, so als ob das Licht nur von einer Seite käme, was eigentlich nicht der Fall ist. Jedenfalls war diese Korrektur notwendig. Vielleicht können wir die Stütze nächstes Jahr schon wieder entfernen, wenn sich zeigen sollte, dass der Baum die Senkrechte von sich aus beibehält.

Wochenendgartenroutine

Bis vor einigen Jahren hätte ich nicht gedacht, dass mich die Gartenarbeit einmal so intensiv beschäftigen würde. Inzwischen ist es so, dass die Samstage oft vollständig von der Arbeit im Garten ausgefüllt sind. Dabei dachte ich, wir seien jetzt endlich durch. Tatsächlich aber scheint es endlos. So waren heute z. B. die Bananenstauden wieder zu teilen und umzutopfen. Die Pflanzen taten sich vom Frühjahr an schon sehr schwer. Eigentlich müssten sie jetzt schon neue Blätter auffalten und sich auch in die Höhe und Breite bewegen. Aber sie setzen stattdessen nur immer wieder neue Sprosse an. Ein Grund, warum es mir möglich war, aus zwei bisherigen Pflanztöpfen ganze 15 neue zu machen. Dabei konnte ich noch nicht einmal alle kleinen Sprosse berücksichtigen. Die Vereinzelung war dennoch notwendig, da das Wachstum insgesamt gehemmt war, insbesondere nachdem die Pflanzen durch die Nachtfröste im Frühjahr des Vorjahres einen schweren Rückschlag erhalten hatten. Wir konnten sie zwar aufpäppeln, aber seitdem dümpeln sie nur noch vor sich hin. Ich hoffe, mit der Vereinzelung in extra Pflanzgefäße neue Impulse geben zu können. Es wäre sonst schade drum. Den dritten Wunderbaum, der aus meinen zahlreichen Saatbemühungen hervorgegangen ist, habe ich am Nachmittag auch in die Erde, an seinen endgültigen Standort gesetzt. Jetzt markieren die drei Stauden drei markante Randpunkte des Gartens. Bei einem ist jetzt schon absehbar, dass er sich in der gewohnt raumgreifenden Weise entwickeln und vermutlich sehr groß werden wird. Die beiden kleineren aber tun sich bisher noch schwer, richtig in Gang zu kommen. Ich hoffe, sie können in den kommenden Wochen genügend Licht einfangen und finden ihren Rhythmus, und das richtig Klima vor, das sie an ihre tropische Heimat erinnert.