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Durch die winterlich karge Baumlandschaft

Die ersten länger anhaltenden Sonnenphasen seit Tagen haben heute viele Menschen nach draußen gezogen. Man merkte, wie sie sich nach Bewegung im Freien sehnen, und auch nach wieder mehr Kommunikation, gemessen an der Freundlichkeit des Grüßens, das selbst von mir völlig unbekannten Spaziergängern ausging. Ein Spaziergang ganz ohne Fotoausrüstung, die ich bewusst einmal zuhause ließ, wohlwissend, dass die Baumlandschaft derzeit nicht viel Interessantes anzubieten hat. Und so war es auch, wenn auch die eine oder andere überraschende Beobachtung möglich war. Zum Beispiel an einem der Schlehensträucher, die ich im Jahreslauf so häufig beobachte, an dem tatsächlich jetzt Ende Januar noch die meisten der einmal prallen Schlehenfrüchte unversehrt und kaum reduziert, nur stark eingetrocknet hingen. Kaum zu glauben, dass die Vögel kein Interesse gezeigt haben und dass bei der Kälte und dem vielen Regen diese Früchte noch nicht abgefallen waren. Auch einige üppig mit letztjährigen Zapfen übervolle Erlenzweige habe ich gesichtet, die vielleicht ein gutes Motiv abgegeben hätten, wenn ich denn näher herangekommen wäre. Allerdings war der Fotoapparat ohnehin nicht zur Stelle. Aber ich habe M. auf dem Rückweg doch einige Zweige vom Roten Hartriegel mitgebracht, die in dieser kalten Jahreszeit so schön leuchten, v. a. die jungen Zweige, die gleichzeitig das Knallrot der frischen Triebe zeigen und die grau-gelben Flechten, die bei dieser Art sich häufig das etwas ältere Gehölz setze bzw. dies ummantelt. Das sind ganz dekorative Zweige, die ein Stück aktueller Baumlandschaft ins Haus zu tragen erlauben.

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Weitere Frühlingsboten

Die Baumlandschaft verändert jetzt täglich ein wenig stärker ihre Erscheinung. Beim Weißdorn sind die Blätter bereits fast alle entfaltet und interessanterweise sind bei einigen Sträuchern parallel erste Blütenknospen zu sehen, die aber noch vollständig geschlossen erscheinen. Das ist ungewöhnlich, da der Schwarzdorn noch nicht überall in voller Blüte steht und der normalerweise deutlich vor dem Weißdorn blüht. Ich wünsche V., dass der Weißdorn sich eine Weile Zeit lässt, am besten bis zur ersten längerfristig stabilen Frühlingswetterlage. Denn seine Bienenvölker sind in diesem Jahr erfreulich stark durch den Winter gekommen, scheinen die Zeit sogar zur reichlichen Vermehrung genutzt zu haben. Da wäre es natürlich nach mehreren Krisenjahren eine Freude, wenn sie auch genügend Nektar finden und wir eine reiche Frühtracht erwarten können. Neben dem Schwarz- und Weißdorn sind auch die Heckenrosen aktiv. Zwischen den letzten noch sichtbaren Früchten den Vorjahres kommen die jungen Blätter zum Vorschein. Und beim Roten Hartriegel entwickeln sich Blätter und Blütenknospen im Gleichschritt. Auch die Wärme dieses Tages fühlte sich schon deutlich wie Frühling an. Ich denke, jetzt beginnt der Frühling tatsächlich, wenn wir die kommenden Tage mit Wolken und Regen hinter uns gelassen haben.

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Verborgene Farben und Formen

Beim roten Hartriegel konnte ich heute schon die Blattknospen identifizieren. Man sieht die Blätter in ihrer quasi embryonalen Form, nicht mehr ganz eingeschlossen, sich gerade schon aus der Knospenform lösend. Aber sie wagen es noch nicht, sich aufzufalten. Beim Schlehdorn kann man die Blütenknospen an den kleinen Verdickungen deutlich erkennen, und dass sie jederzeit, wenn es bald schon anhaltend warm ist, über Nacht aufspringen können. Alles ist schon angelegt und wartet nur noch auf den richtigen Zeitpunkt. Dabei ist es äußerlich noch weitgehend unscheinbar, die künftigen Farben und Formen bleiben uns noch einige Tage verborgen.

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