Feier- und Ruhetage

Gut finde ich es immer, wenn ein Sonntag auch als solcher erlebt werden kann, eben als Ruhetag. Diesen Ruhetagscharakter durften wir am heutigen gesetzlichen Feiertag erleben. Und mit dem Feiertag hat sich ohnehin quasi aus symbolischen Gründen schon eine doppelt verstärkte Ruhe ausbreiten können. Jedenfalls für alle, die Feiertage als etwas Feierliches noch wahrnehmen können. Mir gelingt das gut, ohne jede Anstrengung, aber kirchliche Feiertage strahlen das Erhabene doch in deutlicherer Form aus, die sind für mich wirklich etwas Besonderes und fühlen sich ganz anders an als normale Sonntage zum Beispiel. Gut, dass wir in Deutschland recht reich mit Feiertagen gesegnet sind und z. B. an Weihnachten und Ostern gleich zwei davon hintereinander feiern dürfen. Aber auch ein profan symbolischer Tag wie der der deutschen Einheit ist Anlass für Reflexionen, die in alltäglicher Einstellung sicher nicht in dieser Ausprägung sich fortentwickeln könnten.

Kalte Jahreszeiten und Innenschau

Seit langem wird das einmal wieder ein Wochenende ohne Holzarbeit. Das ist schon fast ungewohnt, ähnelten sich die Abläufe während der letzten Monate an Wochenenden doch sehr. Aber es ist auch stimmig, da das Arbeiten draußen bei kühleren Temperaturen nicht mehr ganz so angenehm ist, gerade bei stundenlangen sitzenden Routinearbeiten. So freue ich durchaus auch auf das Kelleratelier, da es in der kälteren Jahreszeit eine stärkere Innenschau und Konzentration auf den Arbeitsgegenstand selbst möglich macht – eine andere, nicht minder wichtige Facette der kommunikativen Symbolarbeit mit Bäumen und Hölzern.

Vegetabile Symbolik und kommunikative Kreativität

Nach längerer Zeit wieder einmal eine größere Exkursion und eine porträtfotografische Herausforderung. Gemessen an der langwierigen Vorbereitung ist das Shooting wirklich gut verlaufen, so dass ich bei der Weiterbearbeitung nicht nur auf gute Ergebnisse zurückgreifen kann, sondern auch auf ein stimmiges kommunikatives Erlebnis zurückblicke. Natürlich fließt das ganz wesentlich in die Qualität der Ergebnisse ein, und für mich gehört das alles bei einem gelungenen Projekt zusammen: Die schlüssige Form der Ausführung, die flüssige Interaktion und eine auch außerhalb von Sprache spürbare und aufbauende Resonanz. Ich bin froh um meine Möglichkeit, die weniger spektakulären und kommunikationslastigen Arbeitsphasen kreativ nutzen zu können, um eben jene kommunikative Kreativität im richtigen Moment abrufen und in Form bringen zu können. Die Auseinandersetzung mit den Themen der Wunschbaum-Projekte haben an dieser kontinuierlichen Übung einen großen Anteil. Vielleicht gerade, weil sich der Austausch und die Reflexion rund um die Symbolik des Natürlichen größtenteils außerhalb oder besser grundlegend unterhalb menschlicher Kommunikationsprozesse abspielen.

Bevorzugte Themenfelder und Baumlektüre

Die Lektüre geht mir in den nächsten Wochen so schnell nicht aus. Zu einigen Sammlungen aus Rudolf Steiners Schriften und Vortragsmitschriften kommt Unterhaltungslektüre, ein erster Band aus C. G. Jungs Gesamtwerk, das sich den Archetypen widmet und jetzt auch der vorletzte Bestseller von Peter Wohlleben, der sich der besonderen Verbindung zwischen Mensch und Natur widmet. Letzteres ist natürlich genau mein Hauptthema im Rahmen der Wunschbaum-Projekte. So bin ich sehr gespannt, wie der Erfolgsautor in Sachen Bäume und Natur das Thema angeht. Sicher ganz anders als ich es gewöhnt bin und bevorzuge. Aber letztlich werden darin auch Parallelen erkennbar sein. In jedem Fall ist so etwas thematisch Gleichlaufendes immer ein wichtiger Reflexionsgegenstand, der sich nur Positiv auf die eigene, ganz individuelle Themenbehandlung auswirken kann.

Autoreflexion und Auflösung

Den ganz langen Weg zur Schleife bin ich schon seit Jahren nicht mehr gegangen. An diesem moderat warmen Sommertag mit frischem Wind war es aber wieder stimmig, zudem ich heute keine Kamera mitgeführt habe, was ansonsten deutlich mehr Anstrengung erfordert. Tatsächlich gibt die aktuelle Phase des Sommers wenig Motivreiches preis, es hätte sich also auch nicht gelohnt. Umso mehr Aufmerksamkeit bleibt für das Gehen selbst – ich erinnerte mich an meine vor Jahren einmal verfolgte Beschäftigung mit der Gehmeditation – und für die Stimmung und jeweilige Situation auf dem immer interessanten und immer auch veränderlichen Weg. Das konnte deshalb ein wohltuender, wenn man so will auch erkenntnisreicher Gang sein, der es mir erlaubt hat, im Freien die umwälzenden Reflexionen und seelischen Turbulenzen der letzten Wochen in gewisser Weise zusammenzuführen, noch klarer zu fassen, mir noch klarer zu werden, worum es eigentlich ging und was das bedeuten könnte. So war es auch eine Art autobiographischer Gang, denn bei den Gedanken waren viele, die sich mit der eigenen Biografie, gewissen Erfahrungen, vor allem mit dem Verhältnis von menschlich positiv berührenden Erlebnissen und ebensolchen Enttäuschungen befassten. Es war sicherlich die ganz besondere klimatische Situation, dieser Lieblingsweg, der Sonntag und nicht zuletzt die mir so vertrauten Bäume und Pflanzen am Wegrand, die diese Auflösung möglich gemacht haben. Eine vorläufige Klärung und Auflösung, die ohne die natürlichen Helfer in der Landschaft nicht vorstellbar gewesen wären. Ich hoffe sehr, diese Erfahrung auch langfristig integrieren zu können. Mit in diesen Zusammenhang gehört auch die neuerliche Erkenntnis, dass die ernste Musik wieder zum regelmäßigen Bestandteil meines Alltags werden sollte, auch wenn ich mich heute nur auf die reine Rezeption beschränken möchte.

Selbstbeschreibung und Motivation durch Themenbeiträge

Zaghafte Regungen und kurzes kommunikatives Aufbäumen sind nicht ausgeschlossen in diesen Tagen. Aber sie sind nach wie vor selten geworden und scheinen immer wieder abgebremst zu werden. So als wenn sich der Krisengedanke verselbständigt hätte. Das finden natürlich auch die Verweise auf meinen neuen Themenbeitrag zu komplexem Webdesign nicht die größte Resonanz. Es ist dennoch wichtig, die eigenen fachlichen Erfahrungen, die letztlich aus einer täglichen intensiven Auseinandersetzung mit den Themen resultieren, auch immer wieder schriftlich festzuhalten, zu komprimieren, die Essenz herausarbeitend und für den Interessierten zugänglich machend. Tatsächlich erfolgt irgendwann die Reaktion, ist der Beitrag Anlass und Ausgangspunkt für ein neu entstehendes Entwicklungsprojekt. So greifen die kontrollierende Selbstbeschreibung und die als Motivationsanlass verstandene Beratung ineinander und schaffen Themenräume, die für beide Seiten bereichernd sein können. Ich bin froh, dass ich noch eine andere mir im Magen liegende technische Unklarheit heute bereinigen konnte. Jetzt steht der sicheren Verwendung des Anfrageformulars in der Webpräsenz der Wunschbaum-Manufaktur nichts mehr im Wege. Denn jetzt können auch die für das Projekt unsensiblen Maschinen mit der gefundenen Lösung wieder leben.

Feiertage und die anderen Themen

Es ist wie so oft. Die Menschen nutzen den Feiertag, zudem noch in der Wochenmitte, um vorher und nachher die Zügel lockerer zu lassen. Das ist ein durchgängig zu beobachtendes Phänomen, was sich auf die Durchführung von Projekten auswirkt, die sich in solchen Phasen verzögern. Aber das Bedürfnis nach Ablenkung und Abstand ist offensichtlich ganzjährig vorhanden. Gut, dass wir die Feiertage haben. Bei den kirchlichen kommt dann noch tiefer gehender Sinn hinzu, mit Aussicht darauf, dass die zusätzliche Freizeit tatsächlich einmal abweichend genutzt wird und die Gedanken tatsächlich einmal in andere Richtungen gelenkt werden. Es ist die gleiche Art von Abstand und Reflexion, die für mich ganzjährig durch das Baumsymbolthema möglich ist. So gesehen kann ich jeden Tag in gewisser Weise als Feiertag auffassen. Aber natürlich muss es mir gelingen, dem Inhalt und den Gedanken, die parallel und doch außerhalb des Alltagsdenkens sich bewegen, auch ausreichend Raum zu geben. Das ist mal mehr, mal weniger erfolgreich. Aber die Anstrengung unternehme ich immer, zumindest durch den Eintrag im Baumtagebuch.

Die Aufmerksamkeit umkehren

Noch einmal am Morgen nassen Schneematsch weggekehrt, danach tauten die Schneeanhäufungen schnell an, bis am Abend kaum noch etwas zu sehen war. Scheint so, dass die heftigen Schneetage vorerst beendet sind. Gemütlicher ist es aber noch nicht geworden. Ein Gutes haben solche Tage, man kann ganz bei sich uns seiner Arbeit bleiben, wird wenig abgelenkt. Richtige Winterarbeit eben, bei der sich der Blick in weihnachtlicher Linie mehr nach innen richtet, aber auch auf die Kommunikationen und die Art, wie wir aktuell damit umgehen. Zeit also auch für Reflexionen, für die übers Jahr weniger Freiraum zu sein scheint. Die stärkere Aufmerksamkeit nach außen, mit der die Selbstbeobachtung sukzessive zurückdrängen zu Gunsten einer Beobachtung der Umgebung und der Spiegelung in dieser lebendigen Umgebung, dieser Aufmerksamkeitswechsel hat immer mit der Präsenz und dem Zyklus der Bäume zu tun. Deshalb sehnen wir den Frühling meist so sehr herbei. Man hat irgendwann das Gefühl, dass es an der Zeit ist, die Aufmerksamkeit wieder umzukehren.

Holzarbeit und Autokorrektur

Gut, jetzt ist eine ganze lange Schlange von Holzarbeitsaufträgen abgearbeitet. Das hat neben den anderen Projekten sehr viel Zeit und Energieleistung gekostet, ist aber auf der anderen Seite auch eine Art Ausgleich und sinnhafte Form von Erholung für mich. Ungern würde ich diese fast schon kontemplativen Arbeiten missen, die im sonst oft von kommunikativen Herausforderungen geprägten Arbeitsalltag wichtige Ruhepole setzen, von denen aus man alles andere einmal aus unvoreingenommener Perspektive betrachten und einordnen kann. Eine Art Selbstbeobachtung, die Fehler erkennen hilft und Korrekturen im laufenden Prozess möglich macht, ganz außerhalb direkter sozialer Interaktion, aber doch unter dem Eindruck einer solchen, die aber eben auf einer anderen thematischen Ebene angesiedelt ist.

Ständige Begleiter

M. und V. finden es am Nachmittag hinterm Haus schon zu warm, wenn die Sonnenstrahlen dorthin gerichtet sind. Für mich ist es noch ganz gut erträglich. Und eigentlich mag ich es sehr, bei solchem Wetter dort zu sitzen und meiner kunsthandwerklichen Arbeit nachzugehen. Genau die richtige Arbeit für heiße und irgendwie traumwandlerisch anmutende Hochsommertage. Die Szenen ähneln sich von Jahr zu Jahr. Vielleicht ist nur das Davor und Danach jeweils anders. Aber wenn der Sommer an seinem Höhepunkt angekommen ist, dann weiß man das einfach. So wie in diesen Tagen, in denen, ich formuliere das ganz gerne so, die Zeit stillzustehen scheint. Neben den Feiertagen sind solche Lebenszeiten für mich mit die wichtigsten überhaupt, um eine nicht in den Alltag verwobene Reflexion zu pflegen. Um wirkliche Fortschritte zu machen, ist das glaube ich unverzichtbar. Urlaub im üblichen Sinne muss es aber nicht sein und ist es für mich ja eigentlich auch seit mindestens 13 Jahren nicht. Meine ständigen Begleiter, ganz konkret in Form der lebenden Individuen ums Haus und außerhalb, aber auch symbolisch durch die vielen Beschäftigungen mit dem Thema, sind gerade zu diesen Zeiten die Bäume meiner Lebenswelt. Geeignetere Partner kann ich mir kaum vorstellen.