Wechselhafte Baumobstaussichten für dieses Jahr

Man kann jetzt wohl schon sagen, dass dieses Jahr 2026 nicht zu den besten Baumobstjahren gehören wird. Es ist bei fast allen Obstsorten schon vorhersehbar, dass die Ernte weniger reichhaltig als im Vorjahr ausfallen und in einigen Fällen auch ganz ausbleiben wird. Bei den Maulbeeren haben wir das ja schon vor Wochen beobachtet, denn seitdem die ersten Maulbeeren in unterschiedlichen Reifegraden, aber überwiegend noch grün, weiß oder blass-rot zu sehen waren, hat sich so gut wie nichts weiterentwickelt. So als ob die Früchte partout nicht ausreifen wollten. Eine Vermutung: Dass diese Art doch neben moderater Wärme auch ziemlich viel Niederschlag und Wasserzufuhr benötigt. Der ist von einzelnen Schauern und Gewitterregen abgesehen aber ausgeblieben. Kann sein, dass der Maulbeerbaum im Besonderen sich daran gestört hat. Aber bei anderen Arten ist es ähnlich. Unsere Pfirsiche kommen zwar, sind auch schon klein und grün in mitteldichter Verteilung zu sehen. Aber der ausgebliebene Regen ist eben die Erklärung für ihr zögerliches Ausreifen und die bisher geringe Größe. Da müssten noch einige Wochen mit nicht zu großer Wärme, viel Sonne und zusätzlich ausgiebigem Regen kommen, wenn wir eine noch zufriedenstellende Pfirsichernte erwarten sollen. Bei den Äpfeln, Birnen und Zwetschgen wage ich noch keine Prognose, Die habe ich mir noch nicht angesehen, aber damit hat es ohnehin noch Zeit. Interessanter und naheliegender sind da schon die Mirabellen. V. sagte vor 10 Tagen, dass sie noch ca. 2 Wochen benötigen. Wir werden sie in den nächsten Wochen noch einmal inspizieren müssen und werden dann entscheiden, ob eine erste Pflückung Sinn macht. Denn richtig reif und süß müssen sie schon sein, wenn daraus ein schmackhafter Hefe-Mirabellenkuchen werden soll. Beziehungsweise eine ganze Reihe solche Kuchen, die wir traditionell einfrieren und dann übers ganze Jahr sukzessive verspeisen.

Schlechte Ernteprognosen rund um die Bäume

Die Kurve der eingehenden Sonnenstrahlung hat heute heftig ausschlagende Amplituden gezeigt. Ein Rauf und Runter der Strahlungswerte war zu beobachten, der Grund lag in den den ganzen Tag über kontinuierlich vor blauem Frühsommerhimmel vorbeiziehenden dicken Wolken. Merkwürdigerweise und so gar nicht zur Wetterentwicklung der Vortage passend, sind die Temperaturen dazu noch deutlich gefallen, so dass man schon wieder einen Pulli überziehen musste. So wenig erfreut wie wir sind auch die Bienen über diese Witterung, denn zu der Flaute bei der Baumblüte kommt noch eine wenig ausgeprägte Lust, überhaupt rauszufliegen, und eine relative Schwäche der Völker. V. meint, außer einem seien alle nicht stark genug, um wirklich fleißig Honig nach Hause zu bringen, wenn denn einmal wieder Tracht vorhanden ist. So wird sich wohl die Ausfalltendenz bei der diesjährigen Ernte auch beim Honigertrag als traurige Erfahrung manifestieren. Noch aber hoffen wir auf wenigstens ein wenig neuen Honig. Bisher hat es gerade für den Eigenbedarf der Bienen ausgereicht.

Früher Winter, frühes Frühjahr?

Die am Fuß des Ginkgos liegenden Blätter bilden einen goldgelben Teppich, der sich so schnell nicht aufzulösen scheint. Das setzt einen willkommenen Farbakzent im ansonsten immer grauer werdenden Gartenambiente. In Verbindung mit den langen Phasen von wolkenbedeckter Witterung, Kälte und Nässe komplettiert das unser Empfinden, dass der Winter bereits angekommen ist und der Herbst eigentlich seinen Namen nicht mehr verdient. Ich schätze, das wird einer dieser langen, ausgedehnten, schier nicht mehr enden wollenden Winter werden, die sich durch dauerhafte Ungemütlichkeit und weniger durch knackige Kälte, Schnee und blauen Himmel auszeichnen. Eben ein Winter, wie wir ihn seit 20 Jahren fast immer erleben, nur, dass die Ausdehnung variiert. Vielleicht gut, dass er jetzt beginnt, vielleicht ein Argument für früh einsetzenden Frühling in 2017. Und lange Frühlingsphasen finde ich besonders schön. Wegen der Reize, die diese Jahreszeit selbst mit sich bringt. Aber auch weil dann die Pflanzen generell besser gedeihen und weil im Spätsommer und Herbst die Früchte empfindlicher und Wärme liebender Arten dann gute Chancen haben. Ich bin deshalb für eine optimistische Prognose.