Gutes Jahr für Gehölzfrüchte und für wärmeliebendes Gemüse

Die um zehn Grad gesenkten Temperaturen sind nach der extremen Dauerhitze ein Segen. Und immerhin hat es auch für einige Minuten ein wenig geregnet. Allerdings nicht so ergiebig, dass ich unserem Wasser-Vorratsbecken irgendein Pegelstandunterschied festzustellen wäre. So bleibt der Regenwasservorrat eine Zitterpartie. Lange kann er nicht mehr reichen, und dann müssten wir entweder die Pumpe noch einmal anwerfen, um die letzten Reserven aus dem großen Eisentank zu holen, oder ein wirklich ergiebiger Regen müsste Abhilfe schaffen. Heute Abend wird das Gießwasser hoffentlich noch ausreichend sein. Trotz der langen Hitze kommen jetzt eigentliche alle Gehölzfrüchte in Fahrt. Zum Beispiel unsere roten Weintrauben, die auf einmal alle schon blau gefärbt sind und auch genügend Süße haben dürften, bei so viel Sonne. Natürlich fehlt es auch denen an Flüssigkeit, weswegen die Beeren recht klein ausgefallen sind. Aber eine qualitativ hochwertige Ernte kann bei den Weinreben wohl erwartet werden. Ich warte außerdem auf die Reife der Pfirsiche, die nach etwas mehr Regen eigentlich ebenfalls dicker und reifer werden sollten. Und auf die Nashis, die ich ebenfalls gerne im Kuchen verarbeite. Besonders erfreulich ist in diesem Sommer der Entwicklungsstand der Chilis. So viele schon groß gewachsene Schoten zu dieser Zeit habe ich bisher noch nie erlebt. Auch die werden sich wohl bald verfärben und ihre jetzt noch grüne Farbe erst in Gelb, dann in Orange und schließlich in Rot umwandeln. Meist vollzieht sich dieser Farbwandel recht schnell.

Es sind gleich 10 neue Mirabellenkuchen geworden

Wer A sagt, muss auch B sagen. So habe ich den ganzen Sonntag damit verbracht, die gestern gepflückten Mirabellen in Blechkuchen zu verwandeln. Immerhin, V. hat alle Früchte entkernt und in noch zusammenhängende Doppelhälften geteilt. Das war schon etwas wert. Und ohne diese Zuarbeit wäre es auch nicht möglich gewesen, an einem Tag gleich 10 Blechkuchen zuzubereiten und zu backen. Sogar eingefroren habe ich bis zum Abend schon alle. Aus einem größeren Hefeteig sind 7 runde Blechkuchen hervorgegangen. Und da V. viel zu viele Früchte entkernt hatte, sah ich mich gezwungen, noch weitere Teige anzuschließen. Das sind dann noch einmal 3 Bleche mit Ölquarkteig geworden, mit dem ich ja vor einer Woche schon einmal zwei Mirabellenkuchen gebacken hatte. Das sind zusammen also 12 neue Mirabellenkuchen – für jeden Monat des kommenden Jahres können wir einen aus der Gefriertruhe nehmen. Genauer gesagt sind es sogar 14 eingefrorene, denn 2 vom Vorjahr sind immer noch vorrätig, einen weiteren habe ich heute herausgenommen, den werden wir in den nächsten Tagen verzehren. Ich schätze, das werden nicht die letzten Kuchen mit eigenem Baumobst gewesen sein. Sicher werden noch Zwetschgen, Nashi-Birnen, Pfirsiche und später Äpfel folgen. Aber dafür muss ich wieder Platz im Gefrierschrank freimachen. Vor der heutigen tagesfüllenden Kuchenaktion habe ich die seltene Gelegenheit genutzt, neue Flächenfotos von den frisch gepflückten Mirabellen zu machen. Die Früchte sind dieses Jahr so wunderbar rosig und farbenfroh ausgereift, dass ich die sonnensatt-fruchtige Anmutung einfach festhalten musste. Das ist eines der neuen „Schüttbilder“ der frisch gepflückten Mirabellen:

Erfreulich viele Mirabellen in guter Qualität gepflückt

Wegen der drückenden Hitze war es V. eigentlich heute Abend zu viel, hätte die Aktion lieber auf die frühen Morgenstunden morgen gelegt. Aber ich hatte den Eindruck, dass das Klima gegen Abend erträglicher wurde, auch weil Wind aufkam, der für etwas Abkühlung sorgte. Und so sind wir dann doch noch aufgebrochen, um endlich die Mirabellen zu pflücken. V. hatte ja vor 10 Tagen schon einen Eimer gepflückt, den ich zu den ersten zwei Mirabellenkuchen dieser Saison weiterverarbeitet hatte. Und jetzt war einfach der richtige Zeitpunkt gekommen, die Mirabellen waren endlich richtig ausgereift, nicht nur mit schönen rot-gelb-rosa Bäckchen versehen, sondern auch jetzt mit weicherem Fruchtfleisch und süßer. So sollen sie eigentlich sein, so dass ich für die nächsten Kuchen, die ich sicherlich morgen backen werde, mit einem noch besseren Geschmack rechne. Es ist erstaunlich, wie viele reife Früchte die 3 noch relativ jungen Mirabellenbäumchen inzwischen jedes Jahr tragen. Da haben die ca. 21/2 Stunden, die ich am Abend investiert habe, überwiegend in gewagter Position auf der Leiter, um an die oberen Äste heranzureichen, noch nicht einmal ausgereicht, um wirklich alles abzuernten. Einige Mirabellen an den ganz besonders schlecht erreichbaren Kronenästen konnte ich dann doch nicht abpflücken. Da wir aber annähernd eine ganze Bütte Früchte zusammentragen konnten in dieser kurzen Zeit, waren wir am Ende voll und ganz zufrieden. Ich denke auch nicht, dass ich für die Mirabellen erneut aufbrechen werde. Denn es sind ja noch andere Früchte bald erntereif, als nächstes die Zwetschgen, direkt neben den Mirabellenbäumen, die heute noch nicht ganz ihre Vollreife aufweisen konnten. Vielleicht sind die ja nächste Woche so weit. Später kommen dann noch die Pfirsiche im eigenen Garten, die Nashi-Birnen und deutlich später noch die Äpfel und Birnen. Da wird es noch einiges zu tun geben. Ein wenig überraschend, denn nach dem enorm guten Baumobstjahr 2025 hatten wir damit eigentlich nicht gerechnet. Gewöhnlich wechseln sich ertragreiche und durchschnittliche oder gar schlechte Obstjahre ab. Diesmal sind die meisten Obstsorten aber auch in diesem Jahr recht ertragreich gewesen.

Günstige Bedingungen für gute Maulbeerenernte sind ein Rätsel

Gestern war es mir einfach noch zu heiß, aber heute Vormittag habe ich es dann doch gewagt, nach einer Woche dem Bienenhaus und meinen Maulbeerbaum einen Besuch abzustatten. Eigentlich mit dem Vorhaben, endlich das erste Eimerchen Maulbeeren abzupflücken. Dafür hatte ich extra noch eine Stehleiter von zuhause mitgenommen, die fürs erste geeigneter ist als die lange Ausziehleiter. Zu meiner großen Überraschung hat sich bei den Maulbeeren seit der vorangehenden Woche überhaupt nichts verändert. Immer noch sind die vorhandenen Früchte grün, weiß oder vereinzelt schon hellrot ausgefärbt. Aber reife, d. h. bei dieser Sorte schwarze waren überhaupt nicht dabei. Es scheint, dass das Hitzeklima dem Baum wider Erwarten keinen Anschub gegeben hat. Ganz anders, als ich erwartet hatte. Bei so viel Sonne, sollte die Zuckerproduktion doch auf Hochtouren laufen und die Früchte schneller reif werden. Aber es hat sich gar nichts verändert. Leider auch an der Zahl der Früchte nicht. Teile der Krone scheinen auf den ersten Blick fast frei von Früchten, und bei anderen sind sie zwar von Nahem betrachtet gewachsen, aber eben ziemlich spärlich verteilt und noch nicht ausgereift. Im Vorjahr konnte ich fast täglich neue Beeren pflücken, wobei die ganze Ernte schon im Juni abgeschlossen werden konnte. Und jetzt sind die Maulbeeren Ende Juni noch gar nicht erntereif. Das soll jemand verstehen. Ich hoffe, irgendwann hinter das Geheimnis dieser Baumart zu kommen und zu verstehen, welche Bedingungen für eine reiche Ernte förderlich sind.

Baumobstintensiver Samstag

Jetzt trägt der Pfirsichbaum nur noch wenige Früchte, erst nachdem V. noch einmal drei Eimer gepflückt hatte, aus denen gestern schon Marmelade entstanden ist. Und heute kamen noch einmal zwei Eimer hinzu, die ich auf zwei große Kuchenbleche verteilt habe. Noch einmal zwei Bleche des sagenhaften Pfirsich-Eierlikör-Rührkuchens, den ich am Nachmittag größtenteils in kleineren Portionen eingefroren habe. Damit haben wir einen wirklich ungewöhnlich großen Obstkuchenvorrat angesammelt, der uns die nächsten 12 Monate zahlreiche Gelegenheit geben wird, an die spätsommerliche, in diesem Jahr so üppige Obsternte erinnert zu werden. Zu allem Überfluss hat Frau H. uns am Vormittag ebenfalls noch einen Kuchen vorbeigebracht, mit Sauerkirschen, Rührteig und Creme sowie einem Rotkäppchen-Spiegel. Toll, so haben wir an dem selbst gebackenen noch deutlich länger. Auch Birnen von den eigenen Bäumen gibts in dieser Saison so viele, dass wir sie teilweise an Bekannte verschenken. Ansonsten stehen für die Obsternte eigentlich nur noch die Äpfel auf dem Programm. Aber auf die stehen zumindest M. und ich nicht ganz wie auf anderes Baumobst.