Schlagwortarchiv: Neujahr

Sie sind hier:

Mit Abstand ins neue Jahr hineinfinden

Die Zeit zwischen den Jahren werde ich vor allem für das Durchsehen, Sortieren, Bearbeiten und Veröffentlichen angesammelter Fotografien nutzen. Neben den neuesten Weihnachtsmotiven, von unserem Weihnachtsbaum, dem Weihnachtszimmer und den externen Aufnahmen sind auch zahlreiche andere Reihen zu verschiedenen Motivfeldern – Hintergründe, Oberflächenstrukturen, Vintage und Blumen – liegengeblieben. Jede Menge Arbeit, um das Beste herauszuholen und die eigentliche Bildidee ins Zentrum zu rücken, möglichst auch für andere nutzbar zu machen. Die Ruhe dieses Neujahrstags nach dem Ansehen und Hören des Neujahrskonzerts sehe ich als Wohltat und als genau das Richtige zum Beginn des Jahres. Die gedrängte Arbeitsroutine oder die Gefahr, dass kreative Ansätze darunter leiden, wird sich noch früh genug bemerkbar machen. Gut ist nur, dass ich immer dazulerne und zumindest dies immer besser unter einen Hut zu bekommen scheine. Aber der Abstand in diesen Tagen zwischen den Raunächten, das will ich doch bewusst wahrnehmen und auf dem Weg ins neue Jahr hineinfinden.

Kommentar hinterlassen

Jahreswechsel, Pflanzenbewusstsein und Weltenneujahr

Im dem Jahreswechsel konnte ich noch nie etwas wirklich Bedeutungsvolles erkennen. Ganz anders als in den christlichen Feiertagen, die mit so viel Sinn angereichert sind, die geradezu von diesem Sinn leben, dass einige Anstrengungen notwendig sind, um diesen Sinn immer wieder zu aktualisieren, für das eigene Leben und das der Gemeinschaft mit Leben zu füllen. Der bloße kalendarische Jahreswechsel, was könnte der uns bedeuten? In einer der Neujahresbetrachtungen Rudolf Steiners von Anfang Januar 1916 gibt er darauf eine wie so oft bei ihm verblüffende Antwort. Er vergleicht darin nämlich den im 12-Monats-Zyklus stattfindenden Wechsel der Jahre und das, was gerade im tiefsten Winter passiert, in dem die Pflanzen sich scheinbar ganz von der Erdoberfläche zurückgezogen und sich in sich hinein verzogen haben mit einem viel längeren Zyklus, den die Menschenseele alle 12000 Jahre vollzieht, wenn sie durch das astralische Bewusstsein des Leibes zog. In dieser Phase, zu jedem Jahreswechsel nach 12 Monaten wie auch alle 12000 Jahre vollzieht sich danach eine Vereinigung, eine Durchdringung verschiedener Zyklen, die in dieser Durchdringung voneinander lernen, sich gegenseitig anreichern, um dann wieder je eigene Wege zu gehen. Beim 12 Monatszyklus geht es um die Durchdringung der Pflanzenseele mit dem mineralischen Bewusstsein der Erde, die gerade zum Jahreswechsel bei größter Dunkelheit zum Tragen kommt. Es ist nach Steiner das die Zeit, in der die Pflanze Verbindung mit den Sternen, den weiten des Kosmos aufnehmen kann, ihr Bewusstsein quasi ausweitet. In anderen Zusammenhängen redet er von der Sommerszeit als der Zeit, in der die Pflanzen ihr Bewusstsein in Richtung des Kosmos ausdehnen. Ein wirkliche Zufluss aber kommt gerade am gegenseitigen jahreszeitlichen Pol statt. Und analog hat lauf Rudolf Steiner die Menschenseele, ihrem damaligen Entwickelungsstand entsprechend eine Durchdringung der Seelen mit dem astralischen Bewusstsein der Erde, die eine enorme Ausweitung der Wahrnehmungs- und Erfahrungsmöglichkeiten bedeutete, zuletzt ca. 6000 Jahre vor unserer Zeitrechnung. Das bedeutet dann auch, dass die nächste Berührung, das nächste „Weltenneujahr“ in etwa 4000 Jahren zu erwarten ist. Im weiteren Verlauf des Vortrags nimmt Steiner auch Bezug zur anthroposophischen Bewegung und den Möglichkeiten, die bis dahin geisteswissenschaftlich erreichten Erkenntnisgewinne zu nutzen, auch zum Wohle anderer. Aber natürlich stimmt es auch ernüchternd, wenn eine wirklich flächendeckende, nicht nur hellsichtig Begabten mögliche, Bewusstseinserweiterung erst in 4000 Jahren wieder erreicht sein wird. Wie weit, denke ich mir da, sind wir von wirklichem geistigen Fortschritt dann noch entfernt, wie wenig können wir eigentlich heute schon verstehen? Vielleicht ist das intuitive Wissen um die gegenwärtige Situation der Grund für meine Zurückhaltung, den Jahreswechsel als bedeutsames Ereignis zu betrachten. Vielleicht fühle ich mich nicht wirklich bewusst daran erinnert, eine wie kleiner Fortschritt zu meinen Lebzeiten auf diesem Gebiet überhaupt nur möglich ist. Ich will mich bemühen, trotzdem zuversichtlich und angesichts so kleiner, kaum messbaren Fortschritte weiterhin mutig zu bleiben.

Kommentar hinterlassen

Zeitlos und unaufgeregt zwischen den Jahren

Ein unaufgeregter Tag zwischen den Jahren, an dem M. eines ihrer Probleme lösen konnte. Ich hoffe, dass ich mit einigen rekapitulierenden Arbeiten in den nächsten Tagen das Arbeitsjahr ohne den üblichen Zeitdruck abschließen kann, um unbelastet ins neue Jahr starten zu können. Gut eigentlich, dass auch in diesen Zwischentagen keine handwerklichen Arbeiten anstehen. Das Bedürfnis nach Symbolformen ist eben auch bei vielen Menschen in dieser Zeit nicht so ausgeprägt, da offenbar viele die Auszeit, das bei sich selbst Sein benötigen. So freue ich mich auf die kommenden Tage, mit neuen Eindrücken der weihnachtlichen Atmosphäre zuhause und punktuellen Exkursionen, vielleicht wieder zu dem riesigen Weihnachtsbaum in S., oder zu anderen Orten, an denen die Zeit nicht dieselbe Rolle wie gewöhnlich spielt.

Kommentar hinterlassen

Silberglanzbäumchen als Symbolformen fürs neue Jahr

Einen der ersten ruhigeren Tage dieses Jahres durften wir heute erleben. Dabei war doch noch einiges an Umstellungen von Weihnachtszeit auf Normalzeit zu tun, was wir nach dem sehr langen Ab- und Umdekorationstag gestern aber auf kleiner Flamme gefahren haben. Das muss auch einmal sein, bevor das neue Arbeitsjahr allmählich in seinen eigenen Rhythmus findet. Einen Vorgriff auf Weihnachten 2019 habe ich auch schon getan, indem ich bereits die ersten Weihnachtsgrußkarten ausgedruckt habe. Das ist mehr ein Test, um am gedruckten Beispiel die besten Motive zu identifizieren. Aber eine erste Vorauswahl ist schon getroffen und gewisse Favoriten haben sich herauskristallisiert. Nun ist auch im meinem Arbeitsumfeld alles Weihnachtliche verschwunden, einschließlich meiner verschiedenen aus Glas gemachten kleinen Weihnachtsbäumchen. Immerhin aber wurden die durch ein anderes Symbol des Jahreswechsels abgelöst, nämlich die vor vielen Jahren an Sylvester entstandenen Zinngussobjekte, die in diesem Fall wirklich plastisch ausgefallen sind. Einige davon erinnern mich wiederum stark an Bäumchen oder Baumstümpfe, nur eben silbern glänzend und irgendwie surreal wirkend.

Kommentar hinterlassen

Mut machende Zukunftskommunikation

Das Wiener Neujahrskonzert ist immer ein echtes kulturelles Highlight am Neujahrstag. Vielleicht sieht man über den Fernseher sogar noch mehr, vor allem von hinter den Kulissen, als wenn man vor Ort wäre. Trotzdem bleibt das ein Wunsch, wohlwissend, dass es schwierig ist, an Karten zu kommen. Vielleicht sollte ich es in diesem Jahr einmal wieder versuchen und hoffen, ausgelost zu werden. Musik, vor allem in dieser stilvollen und technisch wie atmosphärisch so eindrucksvollen Form aufgeführt, ist schon etwas, das zum Beginn des Jahres positiv und hoffnungsvoll stimmen kann. Und auch sonst vernehme ich Signale und Meinungen, dass es sich lohnen könnte, einmal nicht nur das Katastrophendenken und diffuse Ängste zur ständigen Handlungskulisse aufrecht zu halten, sondern in positiver Form Stärken und Chancen in den Mittelpunkt zu rücken. Ich halte es für denkbar, dass Fortschritte in dieser Richtung möglich sind und uns 2019 Gelegenheiten und einen Ruck dazu verleiht. Die Verbundenheit mit den natürlichen Grundlagen ist dafür sicher ein guter Hintergrund. Vielleicht kann mit der Fortsetzung des Baumtagebuchs einen winzig kleinen Beitrag zu einer Mut machenden Zukunftskommunikation leisten.

Kommentar hinterlassen

Lichtarmer Neustart

Das Jahr begann stürmisch, mit viel Wind und genauso lichtarm, wie das alte endete. Dauerregen macht es unmöglich, einen Spaziergang zu wagen. Und vor dem Haus ist tatsächlich der künstliche Weihnachtsbaum samt seinem Ständer umgefallen. Den hatte ich zwar mit einem schweren Sandsack beschwert, aber bei den Böen reichte auch das nicht aus, zumal der Sand auf Grund der Dauernässe wohl nicht mehr die richtige Lage hatte. Zwei Aufrichtversuche waren vergebens. So werde ich morgen, bei einer Regenpause wohl Stabilisierungsmaßnahmen ergreifen müssen, denn den Baum wollen wir noch bis zum Dreikönigstag dort belassen. Der Bauernkalender bringt die Nässe des Jahresanfangs, die er wie so häufig richtig prognostiziert hat, mit dem Einfluss der Sonne in Verbindung. Bei allem, was mir in diesen Tagen rund um das Thema Weihnachten, Wintersonnenwende und christliche Mysterien bezüglich der Sonne durch den Kopf geht, wirkt das unwahrscheinlich, seht sie doch in dem Zusammenhang vor allem für Aufbruch und Neuanfang. In der Wettererscheinung spiegelt sich das bisher noch nicht.

Kommentar hinterlassen

Inhaltsdenken und Symbolkommunikation als Programm

Die Lektüre der Betrachtungen Rudolf Steiners zu Weihnachten und seiner Symbolik, in der der Weihnachtsbaum eine wichtige, aber nicht ausschließliche Rolle spielt, ist nicht einfach nur ein Ritual für die Zeit zwischen den Jahren geworden. Ich entdecke immer wieder Neues darin und glaube auch, die Vielschichtigkeit der Thematik zunehmend besser zu erfassen, die immer auch über den engeren Themenrahmen hinaus auf Grundsätzlicheres und weiter Reichendes verweist. Ich vergleiche das gerne mit dem, was ich von der Erzählung und Interpretation der Kirche kenne, auch mit dem, was wir als Kinder gelernt haben. Und stelle fest, dass selten ein Widerspruch besteht, diese Betrachtungen und Blickwinkel aber eine viel tiefer gehende Erklärung und sinnhafte Begründung bieten. An diesem Interesse hängt natürlich viel mehr. Es geht mir auch darum, die Beschäftigung mit Inhalten, symbolischen Formen, sinnhaften Erzählungen und Erklärungen für mich selbst, aber letztlich auch in meiner Kommunikation wieder deutlicher in den Aufmerksamkeitsfokus zu rücken. Mein Gefühl ist, dass wir diese Ebenen sträflich vernachlässigen, vielleicht sogar zunehmend vernachlässigen und uns damit ein Entwicklungspotenzial verloren geht. Nicht selten denke ich, wir sind in dieser Hinsicht rückschrittlich. Das rein formale Denken, das Arbeiten nach in Formen begründeten Verfahren ist ausschließlich praktiziert eine Sackgasse. Auch wenn ich das ohnehin immer schon verkörpere, das Inhaltsdenken und die Symbolkommunikation als Programm einer fortschrittlichen Entwicklung zu propagieren, soll mein vornehmliches Ziel in der Arbeit des kommenden Jahres sein.

Kommentar hinterlassen

Den gemeinsamen Ursprung erinnern

Alles ist noch in weihnachtliche Stimmung getaucht an diesem Silvestertag, mit den Weihnachtsbäumen als Marken, in der Kirche beim Jahresabschluss ebenso wie in den Straßen und vor den Geschäften. Da trifft weltliche Kalenderlogik mit christlichem Sinn zusammen, stößt auf geteilte Bedeutungen und große Differenzen. Beides aber hat mit dem symbolischen Neuanfang zu tun. Gut für Rückblicke und Projektionen, Pläne und gute Vorsätze. Gut auch, um sich klar zu machen, welche Konstanten dem Leben Stabilität verleihen, ganz unabhängig vom Lauf der Gestirne und der geistigen Entwicklung des Menschen. Bei dieser Entwicklung wirken aber die Gestirne und die höheren Mächte kontinuierlich mit, graben sich in die individuelle Formgebung jeder Einzelseele ein. Ich wünsche mir mit dem Jahreswechsel ein klareres Bewusstsein unserer Wurzeln und eine noch bessere Erkenntnis, dass alles und jeder auf einen gemeinsamen Ursprung zurückgeht.

Kommentar hinterlassen

Das Jahr im Außen abgeschlossen

Für unseren traditionellen Ausflug in die Landeshauptstadt haben wir genau den richtigen Tag gewählt. Zwischen den Jahren ist er ohnehin immer gelegt, aber in der Folge der nachweihnachtlichen Tage war dieser besonders geeignet, das Jahr im Außen abzuschließen, bevor wir es zuhause zusammen und jeder für sich selbst zum Abschluss bringt. Nicht geplant und doch so manchem Vorjahr ähnlich konnten wir kurz nach Weihnachten schon Geschenke für kommende Weihnachten ausfindig machen, die in noch vorhandener Weihnachtsstimmung ausgewählt und damit umso wertvoller für die kommende Saison sind. Schon bei der Hinfahrt hatten wir den Eindruck, dass dies der erste wirkliche Wintertag war, mit dichtem Hochnebel, eisiger Kälte und der eigentümlichen Gefrierschrankatmosphäre, die wir aus verschiedenen lang anhaltenden Wintern kennen. Die überall in den Einkaufsbereichen noch zu findenden Weihnachtsbäume, Lichterdekorationen und sogar aus Lautsprechern tönenden Weihnachtslieder bildeten einen herrlichen Kontrast und halfen das Trübe zu transzendieren. Dass ich bei einem Stand mit handgefertigten Glasobjekten, die ich gewöhnlich nicht mehr genauer in Augenschein nehme, nach längerer Abstinenz tatsächlich noch einmal ein gläsernes Weihnachtsbäumchen mit stilisierten Tannenästen und bunten Kugelelementen an den Zweigspitzen entdeckt habe, war eines der Highlights dieses Traditionsausflugs, der nie gleich verläuft, aber doch auch seine Konstanten kennt. Im Gespräch mit der Verkäuferin über Glasobjekte und mögliche Herkunftsorte kam die Rede u. a. auf Lauscha, der legendären Thüringer Glasbläserhochburg, und erinnerte mich an die Lektüre der „Glasbläserin“ von Petra Durst-Benning, deren Schicksal wir kürzlich wieder in einer Verfilmung verfolgen konnten. Und schon war Weihnachten in seiner ganzen symbolischen Kraft auch in dieser hochkommerzialisierten Umgebung zauberhaft präsent.

Kommentar hinterlassen

Die Wende im Verlauf der Raunächte

In unserem Buch über die Raunächte habe ich heute früh nochmal nachgelesen, welche Bedeutung die gerade vergangene Nacht im Rahmen der 12 Nächte hatte. Und war ziemlich traurig zu erfahren, dass die Zeit der stillen heiligen Nächte damit schon Vergangenheit ist und die Vorbereitung auf die Jahreswende, den Neuanfang auf dem Plan steht. Traurig deshalb, weil ich die weihnachtliche Atmosphäre unserer geschmückten Wohnung noch ganz wehmütig in mir aufnehme und einfach noch einige Zeit mit dem Weihnachtsbaum und allen Dingen um ihn herum genießen will. Aber gleichzeitig merke ich tatsächlich an mir selbst wie auch an der mir entgegen strömenden Stimmung der Menschen um mich herum, dass sich tatsächlich schon neue Geschäftigkeit Raum schafft und die eben noch gewollte Ruhe vertreibt. Den im Buch empfohlenen Ausflug haben wir zwar noch vor uns, aber ein kurzer Außeneinsatz war heute schon mal der passende Ersatz. Die zeitlose Aura dieser Tage wollen wir uns aber trotz aufkommender Neuanfangsstimmung nicht nehmen lassen.

Kommentar hinterlassen

Neujahr und die Mitte der Weihnachtszeit

Das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker ist bei uns seit Jahren ein Muss am ersten Tag des Jahres. Dort einmal persönlich sein zu können, ist für M. und auch für mich ein lang gehegter, aber schwer erfüllbarer Wunsch, da Karten sehr schwer zu bekommen sind. Andererseits ist das traditionelle Ereignis aus der Distanz natürlich bequemer und wahrscheinlich auch vielseitiger wahrnehmbar und auch in der Form ein Erlebnis. Ansonsten wirkte dieser Neujahrstag nicht so geruhsam auf mich, wie es zur Mitte der Weihnachtszeit vielleicht wünschenswert wäre. So vieles nimmt mich jetzt schon in Anspruch, was einen nahtlosen Einstieg ins neue Arbeitsjahr ermöglicht. Leider leidet darunter ein wenig der Abstand, den ich mir immer zu dieser Zeit der Jahreswende wünsche. Ich hoffe, das Wochenende ermöglicht mir, meine Serie mit Weihnachtsmotiven fortzusetzen. Die ist Grundlage für meine diesjährigen Weihnachtskarten, bei denen unser Weihnachtsbaum immer eine Rolle spielt – in Form einer Nahaufnahme mit einem Detail des Schmucks oder als Lichterhintergrund, der die weihnachtliche Atmosphäre einfängt und dem Motiv die besondere Stimmung verleiht. So bleiben Weihnachten, die Raunächte und –tage noch mindestens eine Woche wichtiges Thema.

Kommentar hinterlassen

Mit Grundlegendem zum Fortschritt

Dieses Jahr schleicht sich sehr unauffällig davon. Und das scheint mir gut so, denn es gab so viel Unglückliches und Aufregendes in der Welt 2015, dass man sich Ruhe und Stabilität mehr wünscht als alles andere. Diese Stabilität der politischen, kulturellen und sozialen Verfassung einer Gesellschaft ist wohl die Voraussetzung für wirkliche Weiterentwicklung. Und das gilt für die Gesellschaft als Ganze ebenso wie für den persönlichen Entwicklungsweg eines jeden einzelnen Menschen. Es ist dies oft mein erster Gedanke am Morgen und einer der letzten des Tages, dass wir uns bald wieder den Luxus leisten können, an formenden, aufbauenden, Verbesserung bringenden Projekten zu arbeiten und mit diesen uns selbst und die Gesellschaft voranzubringen. Die Kräfte zehrenden Nebenschauspiele sind allzu sehr in den Vordergrund getreten und ließen oft kaum mehr Freiraum. Wenn es etwas gibt, das ich mir für 2016 wünsche, dann diese Form von Fortschritt. Basisthemen wie unser Verhältnis zur natürlichen Umwelt, für mich am deutlichsten in der Baumsymbolik zum Ausdruck gebracht, können uns auch künftig helfen, eine Freiheit des kreativen Ausdrucks und Wirkens zurückzugewinnen. Denn diese Themen führen uns auf die Grundlagen unserer Existenz zurück und befreien uns von Ballast.

Kommentar hinterlassen

Raunächte, Selbstspiegelung und Vorsätze

In diesen Tagen liest M. viel über die Raunächte und die Bedeutungen, die man den zwölf Tagen zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag zuschreiben kann. Eine mögliche Ausdeutung beruht auf der Idee, dass diese zwölf Tage das folgende Jahr, die kommenden zwölf Monate quasi vorwegnehmen. Wenn man das annimmt, macht es Sinn, jedem dieser Tage eine Art Aufgabe zuzuordnen und an jeweiligen Tag die Aufmerksamkeit auf diese Aufgabe zu lenken. So sollte es gestern um das Zurücklassen alles Negativen gehen, um unbeschwert ins neue Jahr überwechseln zu können. Ich denke, dass an solchen Ansätzen viel Sinnvolles ist, man sie aber dennoch auf Praxistauglichkeit hin kritisch prüfen sollte. Ist es mir überhaupt möglich, so differenziert durch die Raunächtezeit zu gehen und die Aufmerksamkeit so gezielt zu lenken? Ist eine solche Zuordnung zwischen Einzeltagen um die Jahreswende zu Monaten des Folgejahres eigentlich aussagekräftig. Natürlich erlebt das jeder auch anders und setzt unterschiedliche Schwerpunkte bei Vorsätzen und der Verarbeitung des Erlebten. Gerade deshalb sprechen mich die zeitlosen Symbolthemen am meisten an, die einer Spiegelung gleichkommen. Die Spiegelung im Wachstums- und Lebenszyklus der Bäume ist uns naheliegend, da wir deren Veränderung täglich in unserem Blickfeld haben. Die symbolische Stärke der Bäume unterstützt uns dabei und gestaltet den Prozess der Selbstbeobachtung dennoch ergebnisoffen. Ebenso wie die Bäume in Abhängigkeit von ökologischen Faktoren entwickeln auch wir unsere Lebenswirklichkeit, die körperliche Befindlichkeit, die seelische und geistige Verfassung und Veränderung in einem komplizierten Umfeld, zu dem auch die Bäume als natürliche Spiegel gehören. Die Jahreswende kann uns einer von vielen Anlässen sein, diese Selbstbeobachtung bewusst zu machen und aus ihr Zuversicht und Entschlossenheit für das neue Jahr abzuleiten.

Kommentar hinterlassen