Opulente Weißdornblüte

Das war schon ein Traumstart in den Mai. Einen strahlenderen 1. Maifeiertag bei nahezu blauem Himmel und in der Sonne angenehmer Wärme kann man sich kaum wünschen. So haben das wie traditionell auch viele für Ausflüge genutzt und für sonstige Freiluftaktivitäten, die wir mit dem 1. Mai in Verbindung bringen. Ich habe die Gelegenheit am Nachmittag natürlich zum Erkunden der aktuellen Baumlandschaft genutzt. Heute waren die Weißdornsträucher die alles überlagernden Highlights, einfach weil der Weißdorn sich aktuell auf dem Höhepunkt seiner Blüte bewegt. Leider muss ich sagen, denn um die ganz frischen Blüten mit den rosafarbenen Staubeuteln fotografisch einzufangen, hätte ich ein paar Tage früher dabei sein müssen. Leider war das aber nicht möglich, auch weil mir nicht bewusst war, dass der Weißdorn jetzt schon blüht. Bei dem schönen Wetter ist die Blüte verbreitet und sehr üppig. Das verspricht im Sommer und Herbst wieder sehr opulent mit sattroten Früchten überladene Äste. In den Fotos habe ich den Schwerpunkt diesmal nicht auf die Nahaufnahmen gelegt, sondern auf Aufnahmen der opulent blühenden Kronen, die sich vor dem blauen Frühlingshimmel so wunderbar kontrastreich abheben.

Weißdornstrauch mit üppiger Blüte im Mai I
Weißdornstrauch mit üppiger Blüte im Mai II
Weißdornstrauch mit üppiger Blüte im Mai III

Auf dem Weg zum Vollfrühling

Es ist ein schöner Umstand, dass an diesem Samstag, passend zur Manufakturarbeit, die Sonne wieder den ganzen Tag über schien. So konnte ich die beiden Armbänder zügig fertigstellen und fand am Nachmittag noch für Routinearbeiten in Haus und Garten Zeit. Das ist jetzt der Start in den Vollfrühling, das ist deutlich spürbar. Denn viele Gehölze treiben jetzt aus, sogar die Weinstöcke haben schon die ersten ganz zarten Blätter aufgefaltet. Leider stehen in den nächsten Wochen für mich umfangreiche technisch Aufgaben auf dem Plan, denn gerade in dieser Zeit der Übergangs vom Vorfrühling in die Hochzeit des Frühlings ist es spannend, die Entwicklung der Baumlandschaft in Fotografien einzufangen. Ich hoffe, dass mir das an einigen besonders geeigneten Tagen doch noch gelingen wird.

Wenn ein Baum sich seiner fotografischen Erfassung entzieht

Gut, dass es so viele zeitintensive Projektarbeiten gibt, die mich in diesen Tagen in Atem halten. Denn auch nur einen kurzen Spaziergang zu machen, ist bei dem durchwachsenen und jetzt auch wieder regnerischen Wetter kaum möglich. So sind wir wie im Winter wieder auf uns selbst zurückgezogen und trauern den zwei Wochen hinterher, die zuletzt mit super viel Sonne und vorfrühlingshaftem Wetter Hoffnung auf ein Ende des Schmuddel-Winters gemacht haben. Eine der nachgeholten, weil lange liegengelassenen Aufgaben, die ich – wie gestern schon beschrieben – gerade nachhole, ist die Durchsicht und Sortierung der letztjährigen Fotoreihen. Damit bin ich inzwischen tatsächlich schon fast durch. Eine der letzten Reihen, die noch fehlten, ist die vom Maulbeerbaum in der Zeit, in der er so üppig Blätter und ungeahnt viele Maulbeeren getragen hat. Dieses Motivfeld dürfte ziemlich selten sein. Leider waren die Lichtverhältnisse an diesem Tag aber so, dass es ganz schwierig war, qualitativ gute Bilder zu machen: Zu hell, kein Stativ, schwierige Licht- und Schattenverhältnisse. So bin ich bei der Durchsicht jetzt wieder zu demselben Schluss gekommen wie damals Ende Juni: Für dokumentarische Zwecke ist die Reihe super. Aber es ist tatsächlich trotz sorgefältiger Nachbereitung nicht möglich, auch nur ein Foto aus dieser Reihe herauszugreifen, das für meine Microstock-Portfolios geeignet wäre. Dazu ist die technische Qualität in keinem Fall ausreichend, teils auch die Komposition, was im Umfeld dieses so lebendigen und quasi überwältigenden Baums, so wie er sich im Sommer 2025 präsentiert hat, gar nicht so überraschend ist. Wahrscheinlich hat der Maulbeerbaum ob seiner ungewöhnlichen vitalen Stärke in diesem Sommer einer fotografischen Erfassung entzogen. Was er ausstrahlte, sollte sich nicht so einfach wie sonst in statischen Fotografien festhalten lassen. Wenn das seine Absicht war, so ist ihm das tatsächlich auch gelungen. Falls es dieses Jahr wieder Maulbeeren geben sollte, werde ich einen neuen Versuch starten.

Fotografischer Überblick und lohnende Motivserien

Endlich bin ich einmal dazu gekommen, meine Fotoarchive unter „Aktuell“ zu sichten, auszusortieren und in die richtigen Archivordner zu verschieben, die sich in den letzten 3 Jahren dort angesammelt hatten. Zum Teil handelte es sich um Fotoserien aus Spaziergängen durch die Baumlandschaft, bei denen viele Aufnahmen entstanden sind, die ich nicht mehr durchsehen konnte. Ich bin froh, dass jetzt sortiert zu haben. Einige gute Ergebnisse waren darunter, auf die ich später einmal sicher werde zurückgreifen können. Vieles habe ich aber auch gelöscht, weil es schon nach der erstmaligen Sichtung nicht wirklich wert war, archiviert zu werden. Es ist ganz gut, diese Dinge einmal in Ruhe durchzugehen, auch um zu sehen, welche Motivfelder eher schwierig sind und welche ich durchaus noch weitere Male in Angriff nehmen kann. Motive aus der Baumlandschaft und von Baumdetails, auf Feiertage und Traditionen bezogene Motive aus unserer Lebenswelt und der eigenen gelebten Traditionspflege. Aber auch Strukturbilder, Materialien, Oberflächentexturen und Hintergründe. Zurzeit habe ich wegen des tollen Lichts, das uns einige Tage lang in diesem Spätwinter vergönnt war, wieder mehr auf fotografische Erkundung zu gehen. Ich hoffe, es wird im Laufe des Frühlings noch viele Gelegenheit dazu geben.

Wiederbelebte fotografische Ambition

Neben allem, was ich das ganze Jahr über fotografisch für meine Projektarbeiten realisiere, denke ich doch daran, die Anfänge in der Natur- und Baumfotografie künftig wieder stärker aufleben zu lassen. Ein Schritt in diese Richtung wäre die technisch aktualisierte Fassung der Makroobjektivs, denn mit Nahaufnahmen von Baumdetails nahm meine fotografische Ambition ihren Anfang. In dem Bereich könnte ich wieder mehr umsetzen. Die praktischen Erfahrungen auf anderen Motivgebieten sind dabei durchaus eine Hilfe, weil sie den Wahrnehmungs- und Gestaltungshorizont weiten kann. Ich bin gespannt, wohin mich dieses jetzt gefasst Vorhaben im neuen Jahr führen wird.

Ungeahnte pflanzliche Highlights im goldenen November

Reife Schoten der Chilisorte Carolina Reaper

Der goldene November tut richtig gut. Auch wenn es heute nicht ganz so sonnenreich war wie gestern. Aber die Temperaturen und das Licht über viele Stunden sind ein willkommenes Kontrastprogramm zu den zahlreichen trüben und verregneten Monaten, die hinter uns liegen. Und der Baumherbst verlängert sich auf diese Weise auch ungeahnt anhaltend. Nicht die Herbstblätter, aber meine diesjährigen Zuchtneuerung bei den Chilipflanzen, die Carolina Reaper bzw. ihre knallroten noch an der Topfpflanze hängenden Schoten haben es mir angetan. Die sind nicht sehr zahlreich, aber die wenigen so schön ausgereiften musste ich einfach fotografisch festhalten. Man muss auch sagen, dass die besondere zerknitterte und zerklüftete Form dieser Schoten die legendäre Schärfe irgendwie auch nach außen strahlen. Man sieht ihr gewissermaßen ihr Potenzial an. Vielleicht kann ich mit dieser Art im nächsten Jahr ja etwas mehr Ertrag erreichen, so wie dieses Jahr erstmals mit Bhut Jolokia, die anders als zuvor sich diesmal sehr wuchsfreudig zeigt und nicht minder interessant aussehende Schoten trägt.

Ausgleichender November

Toll, es sieht wirklich danach aus, dass diese goldenen Novembertage, wohl noch nie in der Form dagewesen, tatsächlich bis zum Ende der Woche anhalten. Eine wirklich beruhigende Entschädigung nach den frustrierenden Wetterkapriolen der letzten Monate. Dann kann ich doch noch auf eine größere Zahl reifer Chilischoten hoffen, und auf eine Fortsetzung meiner fotografischen Versuche zum Thema Herbst. Zuletzt sind mir da einige ganz gute Nahaufnahmen von herbstlichen Pflanzenstrukturen und Baumdetails gelungen, die auch schon Einzug in meine Microstock-Portfolios gefunden haben. Ich hoffe sehr, dass ich noch einiges hinzufügen kann. Auch das ein Ausgleich für die in diesem Jahr viel zu kurz gekommene fotografische Aktivität.

Für eine späte jahreszeitliche Entschädigung

Ich setze jetzt auf die Tage ab Dienstag, um doch noch Hoffnung auf einen Goldenen Oktober schöpfen zu können. Dann könnten die späten mild temperierten Oktobertage mit deutlichen Sonnenstunden kommen, die bei längerer Dauer einen goldenen Oktober ergeben können. Immerhin haben wir das im Spiegel des bunt leuchtenden Herbstlaubs der Bäume schon des Öfteren erleben dürfen, bevorzugt in Jahren, in denen wie diesmal auch wieder der Altweibersommer ausgefallen war. Als späte jahreszeitliche Entschädigung sozusagen. Und dann könnte, mit ausreichend Sonnenlicht und jahreszeitlich typischen Farben und Detailmotiven, nach längerer Unterbrechung auch etwas aus der herbstlichen Baumfotografie werden. Die gelingt nicht in jedem Herbst. Er muss schon deutlich sein und es einem ermöglichen, sich auf die Jahreszeit einzustimmen. Dieses echte Eingestimmtsein ist die Grundvoraussetzung für eindrucksvolle Nahaufnahmen in der Natur- und Baumfotografie.

Die Sehnsucht nach dem Baumfrühling

Die Arbeitswochen und damit die Zeit fliegen nur so dahin. So freue ich mich insgeheim auf das Ausschleichen des Winters, nicht nur wegen des ausgehenden Brennholzes. Auch die Bäume, das Grün, die Aufbruchstimmung zumindest in der Natur vermisse ich und sehne ich förmlich herbei. So werden hoffentlich auch wieder echte Naturfotografien zur Dokumentation des Baumfrühlings entstehen, die dem umfangreichen KI generierten Bildmaterial wieder das Vertraute entgegensetzen.

Fotografische Experimente

Meine fotografischen Experimente und Tests heute haben sich einmal ganz außerhalb des Baummotivfelds bewegt. Vielmehr hatte ich es auf mein derzeit erfolgreichstes Oberflächen-Struktur-Motiv abgesehen: Nahaufnahmen der Recycling-Plastik Platten, aus denen verschieden Abfallbehälter am Flussdamm gefertigt wurden. Ich habe jetzt den letzten noch fotografierfähigen ausfindig gemacht und zum ersten Mal mit Stativ eine umfangreiche Reihe verschiedener Distanzen und Ausschnitte realisiert. Anders als erwartet, konnte ich mit der Bracketing-Technik leider nichts erreichen, und auch Versuche mit versetztem Fokussieren bei ansonsten gleicher Einstellung haben in der Nachbearbeitung keine wirklich herausragenden Ergebnisse geliefert. Die Technik werde ich deshalb nur bei Motiven einsetzen können, die schon von der Aufnahmesituation her eine echte räumliche Tiefe mitbringen, was hier ja nicht wirklich der Fall ist. Also wäre das doch etwas, was sich in der Landschaftsfotografie oder auch bei Naturaufnahmen in mittlerer Distanz gewinnbringend nutzen ließe. Das heißt, es sind zu späterem Zeitpunkt noch weitere Versuchsreihen notwendig.

Lichtgesättigte Präsenz der Pflanzen im Sommer

Auf dem Rückweg von der Schulung heute bin ich über eine meiner Lieblingslandschaftsstrecken gekommen. Die Wiesenkräuter, die uns schon vor Mariä Himmelfahrt so fasziniert haben und die wir an verschiedenen Stellen eingesammelt und in Sträuße eingebunden haben, war bei dem schönen Spätsommerwetter heute wieder die Attraktion. Es ist ein Eindruck, den ich schon seit einigen Jahren bei meinen Exkursionen durch die (Baum-)Landschaft gewonnen habe, dass die unfassbar filigranen und detailreichen Wiesenkräuter, -gräser und -stauden in den Sommermonaten den Bäumen tatsächlich den Rang ablaufen. Jedenfalls wenn man es unter dem Gesichtspunkt der lichtgesättigten Präsenz und Repräsentanz eines ungebremsten, üppigen, aufbauenden sommerlichen Wachstums der Pflanzenwelt betrachtet. So ist es auch immer häufiger vorgekommen, dass mich diese Kräuter fotografisch währen des Sommers verstärkt angesprochen haben. Resultat waren und sind spannende Landschaftsimpressionen, die ähnlich wie meine Baumdetailfotografien früherer Jahre, die Nahaufnahmen von Baumblättern, Baumblüten, Baumfrüchten, Baumrinden und Baumwurzeln, im Kleinen die Großartigkeit der vegetabilen Natur zum Ausdruck bringen, wenn man z. B. fotografisch die Aufmerksamkeit auf sie gezielt lenkt. Ich schätze, das wird auch künftig neben der Baum- und Landschaftsfotografie sowie der Fotografie von Hintergründen und Texturen, einer meiner Motivschwerpunkte sein. Schön ist zudem, dass wir diese Pflanzen auch ganz konkret sammeln und in unser Wohn- und Lebensumfeld integrieren können. Es gibt außerhalb des direkten Natureindrucks kaum eine schönere Möglichkeit, den Jahreszeiten ganz nah zu sein, indem wir uns für die jeweilige Zeit charakteristische pflanzliche Strukturen im eigenen Umfeld platzieren.

Wechselnde Eindrücke einer sich wandelnden Naturwahrnehmung

Die vielen sehr zeitraubenden Projekte zurzeit haben leider zur Folge, dass ich nur noch selten und dann auch nur kurzzeitige Streifzüge durch die lokale Landschaft durchführen kann. Das war lange Zeit häufiger und regelmäßiger gerade zur Mittagszeit der Fall. Und dann konnte ich auch meine fotografischen Portfolios in den Themenfeldern Baumlandschaft, Bäume nah, Holzstrukturen und Materialtexturen weiter ausbauen. Das ist derzeit nur sporadisch möglich, in Wellen sozusagen. Dabei bietet der Hochsommer prinzipiell die meisten und besten Gelegenheiten. Wegen des Lichts, aber auch wegen der jahreszeitlichen Überschneidungen im Entwicklungsstand der Pflanzen, vom Grünen, Blühen, Fruchten zum Vergehen. Je nach Art liegt das alles nah beieinander und ist allzu schnell abgelaufen, ohne dass ich es systematisch nachvollziehen und fotografisch festhalten konnte. Aber der besonders aufmerksame Blick auf diese Dinge setzt eben immer auch Zeit und Muße voraus, um überzeugende Ergebnisse zu bringen. Deshalb ziehe ich das Sporadische in den richtigen Augenblicken und Zeitphasen derzeit vor, wenn es darum geht, meine wechselnden Eindrücke einer sich wandelnden Naturwahrnehmung im jahreszeitlichen Verlauf zu dokumentieren und kreativ zu verarbeiten.

Meine fotografische Weiterentwicklung

Das Fotografieren nimmt in meiner Kommunikationsarbeit einen immer größeren Raum ein. So auch heute wieder bei einem Fotoshooting, das mit allem drum und dran den größten Teil des Tages beansprucht hat. Aber diesmal waren es wieder mal viele verschiedene Motivgruppen, von Porträts, Gruppenporträts, Raumsituationen bis zu Arbeitssituationen. Das erfordert dann einen häufigen Wechsel der Objektive, immer wieder neues Einrichten der Beleuchtung, Entwickeln und Umsetzen schlüssiger Bildideen und viel körperlich anstrengende Arbeit. Schön, wenn man Ende gute Ergebnisse stehen, wie auch diesem Fall wieder. Dieses heutige Fotografieren unterscheidet sich sehr von meinen frühen fotografischen Versuchen, die fast ausschließlich auf Nahaufnahmen und auf das Motivfeld der Bäume konzentriert war. Überhaupt bin ich lange Zeit nicht von den Nahaufnahmen weggekommen. Für Projektzwecke kann es dabei natürlich nicht bleiben, dort spielen gerade Weitwinkelaufnahmen und Telezoomeinstellungen eine größere Rolle. So habe ich mich später auch auf diese Motivwelten und Brennweiten vorgewagt, seit einiger Zeit auch auf die mittleren Brennweiten. Und interessant und für mich selbst überraschend: Die Erfahrungen mit der Projektfotografie lassen sich für mein „altes“ Thema Baumfotografie durchaus nutzen. Denn die Aufnahmen mit mittlerer Brennweite und Weitwinkel können gerade bei Baum- und allgemein Naturmotiven sehr reizvoll sein. Neben dem nahen Detail können nämlich in komplexen Fotografien auch vielfältige komplizierte Bildmotive, etwa von Gräsern, eine sehr reizvolle Impression vermitteln.

Den Zufall glaubwürdig einfangen

Nun ist doch wieder nichts geworden aus einer Erweiterung meines Baumblütenportfolios. Wohl weil das Frühjahr so reich an projektbezogenen Ablenkungen war, während die Nahaufnahmen von Baumdetails, wie überhaupt die Naturfotografie, schon viel Zeit und Ruhe erfordern. Schnell mal losgehen und Schnappschüsse einfangen, führt dabei erfahrungsgemäß zu keinem guten Ergebnis. Dennoch hoffe ich, im Verlauf des Sommers noch einmal Gelegenheiten zu haben, die in den Vorjahren neu entdeckten Wiesenblumen und Wiesenkräutermotive aufzunehmen. Das ist ebenso spannend wie schwierig, weil dieses Motivfeld von der Flüchtigkeit des Eindrucks lebt und gerade dafür zahlreiche Anläufe notwendig sind, um den „Zufall“ glaubwürdig einzufangen und dem Gewollten möglichst wenig Raum zu lassen.

Sommerwaldszenen

Mein Baumkalenderblatt für Juni zeigt eine sagenhaft atmosphärische und farbenreiche, von Licht durchflutete Waldszene. Man kann kaum glauben, dass es fotografiert ist, so feingliedrig erscheint jedes Blättchen, fast wie gemalt. Ich schätze, selbst mit meiner hochauflösenden Kamera und den neuen Objektiven könnte ich das so nicht realisieren. Da muss eine ganz besondere Technik zum Einsatz gekommen sein, vielleicht ja sogar eine analoge. Interessant, das Thema Wald im Sommer wurde auch gesprächsweise heute zum Thema. Demnächst werde ich mit S. K. ein Fotoshooting im dessen eigenem Waldstück durchführen, um damit eine neue Variante des Seminarangebots mit Bewegung an frischer Luft und in verzauberter Waldatmosphäre zu illustrieren.

Reizvolle Naturdetails

An dem ersten Frühsommertag, der wirklich durchgehend sonnig ausfiel, waren viele Menschen unterwegs. Man sah ihnen förmlich an, wie sie die Bewegung in der Landschaft, bei Sonne und angenehmer Wärme genießen. So wie es sich in den vergangenen Tag angekündigt hatte. Das wirkt der sich gerade wieder auflösenden Krisenstimmung weiter entgegen, wohl mehr als manche administrative Maßnahme. Auf meinem Lieblingsweg habe ich wieder einmal, wie zuletzt häufiger über die Sommermonate, den Reiz der Wiesenkräuter als fotografisches Motiv erkannt und einige Versuche unternommen. Die Ergebnisse sind vereinzelt auch ganz gelungen, mehr ist bei diesem komplexen Motivfeld nicht zu erwarten, hängt das Gelingen doch sehr stark vom Zufall ab, gerade weil die natürlichen Strukturen in so einer Wiese enorm vielgestaltig und sich überlagernd sind, so dass ganze Serien notwendig sind, aus denen am Ende einige wirklich gute Einstellungen herausgefiltert werden können. Unter den so ausgefilterten Motiven sind aber durchaus solche, die in ihrer natürlichen Eindrücklichkeit manches Baumdetailfoto noch übertreffen können. Aber auch bei den Bäumen tut sich wieder etwas. Heute besonders auffällig schien mir die zwar wie immer unauffällige Blüte des Pfaffenhütchen-Strauchs, die aber außerordentlich üppig ausfällt und im Spätsommer sehr viele rosa-orangene Pfaffenhütchen erwarten lässt.

Blüte des Pfaffenhütchens im Frühling 2021

Fotografische Überraschung

Bei der Durchsicht meiner jüngsten Herbstblätterfotos hat es sich noch einmal bestätigt. Der Weitwinkel ist für bestimmte Motivsituationen tatsächlich die beste Wahl. Im direkten Vergleich mit den Makroaufnahmen derselben Situation geben sie die Szene viel lebendiger wieder. Für mich eine wirkliche Überraschung. Dies an sich schon, aber auch, dass die Abbildungsqualität unerwartet hoch ist, ich würde fast sagen besser, denn die Schärfe geht bis in die Randbereiche hinein. Etwas, das mit der Makrolinse nur in Einzelfällen zu realisieren ist. Ich freue mich darauf, diese neue Erkenntnis für künftige Serien nutzen zu können. Auch wenn das bedeutet, dass ich wohl immer zwei Objektive mitführen muss.

Naturfotografien als Platzhalter

Gut, dass mein Fotoarchiv so umfangreich ist. So habe ich auch für eigentlich themenfremde Projekte immer provisorisch einsetzbares Bildmaterial, das als Grundlage für das Layout dient. Auch wenn die Fotos von Bäumen und Sträuchern, die Nahaufnahmen von Texturen und Holzflächen, nicht wirklich zum jeweiligen Thema passen, können sie doch hilfreich sein, wenn es darum geht, die spätere Anmutung z. B. einer Website zu simulieren. Später geht’s dann nur noch um das Austauschen der Illustrationsbilder. Eine eher technische Aufgabe. Wenn im Februar hoffentlich das Sonnenlicht an Stärke gewinnt und pro Tag länger zur Verfügung steht, wird auch das Fotografieren wieder attraktiver. Die „Wanderfotografie“ ist in letzter Zeit bei mir zu kurz gekommen. Es wird notwendig sein, das wiederzubeleben, um meine favorisierten Motivserien fortsetzen zu können.