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Symbolstarke Spiegelung

Die Linien der letzten Tage setzen sich fort. Das ist gut, weil es Kontinuität verspricht, lässt aber auch Unruhe vorausahnen, die so gar nicht zu der nahenden Adventszeit passt. So werde ich einen Kompromiss suchen und finden müssen, der beides zum Recht verhilft. Wie so häufig geht es auch dabei wieder um die Mitte, den Ausgleich zwischen eigentlich nie zufriedenstellenden Extremen. Es ist ein Glück, einen engen Bezug zu Themen und Inhalten zu haben, auf die man sich in solchen Situationen beziehen, die man erinnern und in denen man einen konstanten Bezugspunkt finden kann. Für mich sind das u. a. die Bäume und ihre Rolle für uns Menschen. Was sie uns sagen können als symbolstarke Repräsentanten nicht menschlicher Natur. Und als Lebewesen, die zum Spiegeln menschlicher Befindlichkeit prädestiniert scheinen.

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Hochzeit symbolischer Aufmerksamkeit

Leider kommt die Muße in diesen Tagen zu kurz. Den Blätterherbst konnten wir in den vergangenen Wochen genießen, als uns noch dieses sehr späte Hoch beschert war. Aber es war kein typischer, kein von den typischen Herbstfarben allzu stark dominierter Blätterherbst. Und der Herbst ist für die meisten und für unsere Wahrnehmung eben immer sehr abhängig vom Blätterfall und den Herbstfarben der Blätter. So sind wir von einem sehr langen, warmen und hellen Sommer in einen sehr kurzen Herbst übergegangen. Und dies hier ist wenige Tage davor eigentlich schon November. Der ist von Natur aus ein Übergang, in dem unsere Aufmerksamkeit schon überwiegend nach innen gerichtet ist. So bewegen wir uns in unserer Naturwahrnehmung und in unserem Naturerleben von den lebenden Wesen der umgebenden Natur weg und stärker zu ihrer symbolischen Präsenz hin. Eigentlich eine gute Zeit für jemanden, der sich das Symbolische der Natur und speziell der Bäume auf die Fahnen geschrieben hat. Auf jeden Fall aber für mich eine Zeit besonders hoher Aufmerksamkeit auf alles, was mit der Baumsymbolik zusammenhängt. Das verstärkt sich in der Adventszeit und kulminiert, wenn ich das einmal so sagen kann, im Schmücken und Bewundern des Weihnachtsbaums und dessen, was er uns in den Stunden der längsten Dunkelheit zu sagen hat über das Licht, das tief in uns allen immer leuchtet und das uns nie so gegenwärtig sein kann wie eben in diesen Stunden. Ich wünsche mir und allen, dass es gelingen mag, die kommenden zwei Monate zu nutzen, um eben dieses Erleben zur Zeit der Wintersonnenwende möglich zu machen.

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Die natürliche Grundlage bleibt am einflussreichsten

Das Timing für den Abschluss des jüngsten Symbolarmbandauftrags war gut. Wie geplant konnte ich es am Abend fertigstellen, was mir erst einmal eine Verschnaufpause ermöglicht. Tatsächlich hat es sich in den letzten Wochen gehäuft, wie schon einige Male in diesem Jahr, und wie es eigentlich schon seit längerem für die Verteilung übers Jahr hinweg typisch ist. Oft kommt dann eine längere Pause. Aber auch darauf kann man sich eher nicht verlassen. Schön wäre es eben gleichmäßiger verteilt. Diese Produktion in der Sphäre des Symbolischen hängen aber eng mit globalen Stimmungen und der emotionalen Verfassung und Befindlichkeit der Menschen zusammen. Oft ist das tatsächlich global, nur so kann ich diese Häufungen erklären, die von langen Auszeiten abgelöst werden. Meine schon einige Male aufgestellte These ist, dass die Menschen sehr viel abhängiger vom natürlichen Rahmen sind, in dem sie sich bewegen und Teil dessen sie sind. Biologische und klimatische Faktoren, die auf die Biologie durchscheinen, sind oft wichtiger für Aktivität und Motivation, für Entschlusskraft und Verhaltensschwankungen als soziale Faktoren. Auf die Ebene der Kommunikation wirkt sich das aber wiederum aus, so dass häufig der Eindruck entsteht, die Schwankungen hätten kommunikative Hintergründe. Man muss dann eine Ebene tiefer blicken und kann sich nur wundern, wie abhängig wir als Kulturmenschen jederzeit und durchgängig von unserer Natur und der Umwelt unserer Natur sind. Es ist schön, dass ich diese Zusammenhänge und Veränderungen kontinuierlich am Beispiel der Mensch-Baum-Beziehung betrachten und mit dem in Verbindung bringen kann, was andere zum Thema beitragen.

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Die Grundlagen erinnern

Ein konzentrierter und intensiver Arbeitstag, an dem der Hochsommer nur latent spürbar war. Aber indirekt ist er eben doch präsent, in der schon erwähnten Urlaubshaltung vieler Menschen. Dass es von dieser generellen Tendenz Ausnahmen gibt, hat mich heute besonders gefreut. Insgesamt rechne ich aber mit zähen und langsam sich entwickelnden Arbeitswochen in dieser Hochsommerzeit. Gut für die Konzentration und das Dranbleiben, nur etwas unkommunikativer als sonst. Der Garten und die Bäume helfen mir auch durch solche Phasen, weil sie erden und an die Grundlagen erinnern, die bei so viel Technik immer wieder unterzugehen und bewusstlos zu werden drohen.

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Das unerschöpfliche Ganze des Pflanzensommers erfassen

Vielleicht hängt es mit den Schulferien in unserem Bundesland zusammen. Jedenfalls stelle ich jetzt, zum Beginn der letzten Juniwoche, schon die Hochsommerhaltung fest, die sonst erst im Hochsommer gegen Ende Juli, Anfang August erkennbar war. Die Menschen sind vielfach schon in Urlaubsstimmung, unabhängig davon, ob sie tatsächlich Urlaub machen. Es ist diese Sehnsucht nach Auszeit, nach Abkehr von der Routine und weniger Alltag zu spüren, die unsere Sommermonate der letzten Jahre begleitet hat. Das hat sicher seine Berechtigung und individuelle Funktion. Für die Durchführung von Projekten, die Kooperation erfordern, ist es aber sehr hinderlich. So versuche ich diese Sommerstimmung zu nutzen, um sie untypisch gerade für die Projektarbeit nutzbar zu machen. Es ist ja nicht ausgeschlossen, dass gerade die Auszeitatmosphäre Energie freisetzt, die sonst nur schwer mobilisierbar wären. Meine eigener Ausgangspunkt ist dabei die Beobachtung und Wahrnehmung von (Baum-)Landschaft, Licht und Farben in dieser Hochzeit des Sommers, aus der ich selbst viel positive, nach außen gerichtete Kraft schöpfen kann, der Gegenstand aber auch an sich eine unerschöpfliche Quelle für das staunende Beobachten und Verstehen darstellt. Es scheint so, dass man bei diesem Beobachten und Leben mit der natürlichen Umwelt nie auslernt und schrittweise in der Lage ist, immer mehr an Details und Zusammenhängen in diesem komplexen Ganzen zu erfassen und zu verarbeiten.

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Die Idee hinter dem Kulturgarten

Es ist eigentlich seltsam, und doch erkenne ich es immer wieder in der eigenen Beobachtung. Wenn die Natur aufgeräumt und geordnet wurde, wirkt sie anschließend umso eindrücklicher. So geht es uns heute wieder mit dem gestern so schön und sauber in Form gebrachten Garten. Die Efeuhecken geschnitten, das Unkraut fast vollständig entfernt. Die freien Erdstellen geharkt und eingeebnet. Aus der Form geratene Aststrukturen zurechtgestutzt. Wild durcheinander gewachsene Blumen stärker sortiert. Ein Kulturgarten im Ergebnis, und doch einer, der natürlicher wirkt als zuvor. Ein Paradox, das vielleicht damit zusammenhängt, dass das einzelne Element, die singuläre Pflanze dann stärker abgegrenzt und eindeutiger unterscheidbar ist. Der Garten als Konglomerat einzelner Pflanzenindividuen. Und die Flächen, z. B. der Wiese, sind die Kulisse für diese Einzelobjekte. Man geht dann durch den Garten wie durch ein Museum. Und tatsächlich, wenn diese wohlgeordnete Form wieder durch das Wachstum der Pflanzen aufgelöst erscheint, wächst der Drang, die Ordnung erneute herzustellen. Wir sind ebenso stark von dieser Kulturidee geprägt, gerade in Bezug auf die Natur, dass uns das Ausbleiben ordnender Eingriffe wie eine Sünde erscheint, eine Art Versagen. Ich denke, es steckt auch etwas Psychisches dahinter. Dass man nämlich sich selbst einbringen will, die eigene Individualität in Leben und der Entwicklung der Pflanzen gespiegelt sehen will. Gerade in diesem sich Einbringen scheint der eigentliche Wert des als natürlich Wahrgenommenen aufgehoben zu sein.

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Natur, Symbole und Formalismus

Nach so viel Arbeit mit Formalitäten und Abarbeiten technischer Herausforderungen freue ich mich auf die handwerkliche Arbeit am Wochenende. Endlich wieder Gelegenheit, ein breites Spektrum an Hölzern zu bearbeiten und den Blick und die Gedanken in Richtung der zugehörigen Bäume zu richten. Das macht den Geist frei und gelassener, gibt Gelegenheit, sich an das Bleibende und Konstante zu erinnern und in der Sphäre des Symbolischen Interpretation und Phantasie zu bemühen. Ohne das ist es kaum vorstellbar, würde man am selbst auferlegten und manchmal ungewollt angeeigneten Formalismus vertrocknen. Die Arbeit mit Lebendigem hält eben doch noch eher selbst lebendig.

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Den gemeinsamen Ursprung aller Lebensformen anklingen lassen

Es war nicht das typischste Pfingstwetter, und auch sonst wirkte dieser Pfingstsonntag weniger feiertäglich als sonst auf mich. Er war aber dennoch durch eine ausgeprägtere Ruhe als andere Sonntage gekennzeichnet. Wie so häufig hat mich die nachmittägliche Lektüre zu Vortragsmitschriften Rudolf Steiners geführt, die ein Themenfeld behandeln, das mich gerade wieder stärker beschäftigt. Nicht der Feiertag selbst oder die symbolischen Implikationen der Rituale und Traditionen des Jahreskreises waren es diesmal, sondern das Wirken der Naturgeister beim Werden und Vergehen der Pflanzen. Natürlich hängt das wesentlich mit den kulturellen Formen zusammen, die im Umfeld des Frühlings entstehen konnten. Aber es geht noch weiter und ist Grundlegender. Wenn ich diese Gedanken Steiners nachvollziehe und mit der heutigen Zeit und meiner eigenen kreativen Geschichte verbinde, stelle ich fest, wie früh ich doch von diesen Fragen fasziniert war und wie stark sie mich immer wieder zu kreativen Projekten inspiriert haben. Denn was er dort mit Verweis auf geistige Wirkungen im Spannungsfeld von Erde und Kosmos beschreibt, entspricht ganz genau dem, was ich in meinen früheren bildhauerischen Arbeiten umsetzen wollte: Grundprinzipien des Lebens am Beispiel des Wachstums und der Vitalität der Pflanzen plastisch begreifbar zu machen. Da es meist Holzskulpturen waren, lag nicht nur für mich selbst die Verbindung zu den Bäumen als prominente Vertreter des Pflanzenreichs nahe. Was aber diese plastischen Formen aus der materiellen Substanz der Bäume ausdrücken, kann in grundsätzlicher Form über alle Pflanzen gesagt werden. Ich meine, darin wird etwas ganz Fundamentales in Bezug auf das Leben angesprochen. Etwas, das die Lebendigkeit in uns als Menschen selbst zum Thema macht und dadurch irgendwie auch den gemeinsamen Ursprung aller Lebensformen erinnern lässt.

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Karfreitag, Jahreskreisfeste und Anthroposophie

Es war ein Karfreitag, der auch im Außen die Bedeutung des Tages augenfällig werden ließ. Und der genügend Ruhe und Zeit ließ, um ihm gerecht zu werden. Sehr froh bin ich deshalb, dass ich mit der erneuten Lektüre von Vortragsmitschriften Rudolf Steiners anregende Ausführungen zum geistigen Hintergrund von Ostern verinnerlichen konnte. Die Vorträge zu „Ostern als Mysterium der Zukunft“ stammen aus dem Jahr 1908 und wurden ebenfalls in der damaligen Osterzeit gehalten, vor genau 110 Jahren, kaum zu glauben. Und ein Vortragszyklus zu den jahreszeitlichen Festen von 1923, vor genau 95 Jahren, startete am Karsamstag, der 1923, wie der diesjährige, ebenfalls auf den 31. März fiel. Wenn das kein gutes Timing ist. Dieser erste Vortrag handelt vom Jahreskreislauf als Atmungsvorgang der Erde. Eine ganz interessante Betrachtungsweise, die den gesamten komplexen Zusammenhang der jahreszeitlichen Feste aus den geistigen Grundlagen der anthroposophischen Weltanschauung herleitet. Morgen will ich dann den zweiten dieses Zyklus lesen, der das Osterfest selbst in den Mittelpunkt stellt. Diese Betrachtungen Rudolf Steiners spannen den ganz weiten Bogen und schaffen es in der unerreichten Steiner‘schen Art, alles aufeinander zu beziehen, was für die geistige Entwicklung von Mensch und Erde von Bedeutung ist. Wenn das an unserem Erleben der Jahreszeiten und unserem Leben in Abhängigkeit von der jeweiligen Jahreszeit und ihren Festen eng geführt wird, wirkt es auf mich immer schon besonders anschaulich und gut nachvollziehbar. Nicht umsonst hatte ich vor Jahren bereits die Bedeutung der Baumsymbolik bei verschiedenen christlichen Festen, wie Weihnachten, Palmsonntag und Pfingsten zum Gegenstand eigener Texte gemacht. Das Baumthema entfaltet darin seine besonders intensive Lebenssymbolik und zeigt uns, wie sehr uns äußere Symbole in der nicht menschlichen Natur helfen, unsere eigene äußere und innere Natur, unsere Bestimmung und Entwicklung im Zeitverlauf besser zu beobachten und zu verstehen.

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Naturromantische Konstanten

Es scheint die Zeit der wissenschaftlichen Schularbeiten zu sein. In kurzer Folge haben gleich zwei Gymnasiastinnen darum gebeten, Baumfotografien aus wunschbaum.de für ihre Arbeiten verwenden zu können. Solchen Wünschen komme ich natürlich gerne nach, zumal es mir zeigt, wo aktuell die Aufmerksamkeitsschwerpunkte liegen. Vor Jahren schon war mir aufgefallen, zu meiner Überraschung, dass gerade die Baumfotografien und die Baumgedichte auf besonders großes Interesse stoßen. Damit hatte ich damals nicht gerechnet. Und die zeitlosen Themen, zu denen die Bäume und ihre Symbolik sicher gehören, sind auch in Bezug auf Interessen sehr beständig. Bis heute hat sich daran nichts geändert. Sollte eine romantische, auf Formvorstellungen gründende Naturvorstellung, die in Zeiten erfolgreicher populärwissenschaftlicher Baumliteratur schon verpönt zu sein schien, in den Seelen der Menschen dennoch fest verankert sein? Mir scheint es so. Vielleicht ist das Symbolische in und an den Bäumen gerade in dieser romantischen Naturvorstellung verwurzelt. Wie weit ist diese tatsächliche Bedürfnislage vom zeitgenössischen Mainstream entfernt, und wie wenig von dieser Entfernung nehmen wir wahr!

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Konstruierte Naturvorstellung

Das scheint die Zeit des großen Holzeinschlags zu sein. Dabei dachte ich immer, das stünde bevorzugt in den kältesten Monaten des Winters auf dem Plan. Tatsächlich begegne ich am Straßenrand an vielen Orten teils hoch aufgeschichteten Stapeln von meist Nadelholzstämmen. Vielleicht sind auch einige Laubbäume dabei, aber der momentane Eindruck beim Vorbeifahren deutet auf Fichten- und Kiefernstämme hin. Einige davon liegen ziemlich dicht zusammen, mit gleichmäßig gefassten Schnittkanten und intensiver Rot-Braun-Färbung. Das ist natürlich als Motiv immer interessant. Deshalb kann ich mir gut vorstellen, die entdeckten Stellen in Kürz noch einmal aufzusuchen, mit der notwendigen Kameraausrüstung, um meine Glück erneut zu versuchen. Die Stapel von der Landstraße in der Nähe, die ich vor einigen Tagen festgehalten habe, sind zwar aus der Distanz und als Ganze recht imposant. Die Nahaufnahmen haben sich aber als weniger attraktiv herausgestellt, da die Stämme stark verschmutzt waren. Merkwürdig ist, dass gerade Sauberkeit auch hier den Eindruck des Natürlichen unterstreicht. Dabei sind künstlich aufgeschichtete und auf gleiche Länge gesägte Baumstämme ja eigentlich alles andere als natürlich. Aber das ist eben das schon so häufig beobachtete Paradox, dass unsere Begriffe von Natur zunehmend von geordneten, von unserer Alltagskultur geprägten Vorstellungen bestimmt sind. Das Konstruieren der Wirklichkeit kann man an diesem Beispiel besonders gut beobachten und als ständige Grundlage unseres Denkens identifizieren.

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Der Heilige Bernhard und die Wälder

Der Namenstag hat für mich zwar nicht mehr die Bedeutung wie für manchen älteren, aber es hat mich doch gefreut, dass M. wie immer daran gedacht hat. Tatsächlich ist ein Blick in die Lebensgeschichte einzelner Heiliger interessant, so auch in die des Hl. Bernhard von Clairvaux. Das ist nicht weit von uns, ein Grund, vielleicht einmal einen Ausflug dorthin zu unternehmen. Ob der Geist der Lebensverhältnisse und der Denkart des 12. Jahrhunderts n. Chr. dort noch spürbar ist? M. hat mir verschiedene Zitate herausgeschrieben, die dem Hl. Bernhard zugeschrieben werden. Und eines davon, das mir zuvor schon bekannt war, bezieht sich auf die einzige Erholungsmöglichkeit des unermüdlichen und extrem arbeitsamen Zisterziensermönchs, nämlich sich für eine Weile in die Einsamkeit des Waldes zurückzuziehen. Aus diesem Zusammenhang stammt auch seine Äußerung, die so oder ähnlich wiedergegeben wird: „Glaube mir, ich habe es erfahren, du wirst ein Mehreres in den Wäldern finden als in den Büchern; Bäume und Steine werden dich lehren, was kein Lehrmeister dir zu hören gibt.“ So hat mir mein Namenspatron vielleicht auch auf dem Gebiet etwas mit auf den Weg gegeben. Im Abstand von etwa 900 Jahren.

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Lichte Eindrücke des Alltags

Eine Rückkehr der Hitze. Eine Gruppe junger Bäume hat uns auf dem Parkplatz Schatten gespendet, während wir die Behandlungsmöglichkeiten für V. recherchiert haben. Überhaupt passt die entspannte Fahrt durch eine strahlende Sommerlandschaft nicht zum eher belastenden Anlass der Fahrt. Aber es gibt eben an jedem Tag diese lichten Eindrücke und belebenden Beobachtungen aus der Natur, die vieles verändern oder verträglich machen können.

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Selbstfindung in Waldeinsamkeit

Allein in den Wäldern. Das Buch eines US-amerikanischen Autors ist genau die richtige Lektüre für diese verschlafenen Osterfeiertage. Eine Selbstfindung in abgelegener Wildnis, mit nur wenigen Kontakten zur kommunikativen Außenwelt, ist der Gegenstand des autobiographischen Romans. Besonders reizvoll, dass der gerade einmal 25-jährige Einsiedler zuvor nur rudimentäre Kenntnisse seiner gewählten Umgebung erworben hatte. Zum Beispiel war er kaum in der Lage, verschiedene verbreitete Baumarten zu unterscheiden, ihre Blätter oder ihr Holz an der Rinde zu erkennen. Aber wie so häufig entstehen gerade aus unverbildetem Blickwinkel ungeahnte Perspektiven und wird auch für den Leser im Nachvollziehen dieses Erlebnisses die besondere Herausforderung des sich Arrangierens mit ungewohnten Wohn- und Lebensbedingungen nachvollziehbar. Sogleich sieht man sich in die Situation versetzt und fragt sich, wie das eigene Verhalten ausgesehen hätte, wie man sich selbst in bestimmten Lagen angestellt hätte. Es ist aber auch ein weiteres Beispiel für unsere im Grunde genommen sehr weite Entfernung von allem wirklich Natürlichen. Auch hier wohnt der Protagonist nicht wirklich in der Wildnis, sondern in einem Haus mit Strom und fließend Wasser, auch fährt er einmal die Woche zum nächst gelegenen Supermarkt, um sich mit Zivilisationsproviant einzudecken. Wildnis für Einsteiger sozusagen und doch weit von dem entfernt, was sich sonstige Aussteiger antuen würden. Auch wenn ich noch nicht so weit bin, kann ich aus dem Umschlagtext doch entnehmen, dass er den Rückweg in sein altes Leben letztlich wieder antritt, mit der Erkenntnis ausgestattet, dass man sich nicht vollständig der Kommunikation entziehen kann und das Naturerlebnis nur bis zu einem gewissen Punkt die Erlebnis- und Wahrnehmungsfähigkeit schärfen und verändern kann. Nur dass das anschließende soziale Leben eine andere Färbung erhalten kann, mit der Erinnerung langjährig erlebter Waldeinsamkeit.

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Natürliche Wärmemittel

Die Frühlingsluft, die uns in den letzten Wochen schon häufiger umweht hat, kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Winter immer noch hartnäckig seine Störfeuer verbreitet. So ist bei ganztägig nasskalter Witterung heute der Chai Tee doch wieder zum Einsatz gekommen. Die ätherischen Aromen von Anissamen, Kardamom, Nelken, Fenchel und Ingwer tun dann ähnlich gut wie an bitterkalten Hochwintertagen. Und die Milch und der Honig sorgen dafür, dass alles schnell ins Blut geht und von innen heraus wärmt. Der Blick auf meine gestern aufgenommenen und heute schon von der ersten Agentur akzeptierten Hirnholzfotos der Kiefer hat eine ähnliche Wirkung. Auch die Kiefer steht für Licht und Wärme, bringt den Holzofen zu anhaltend wohliger Hochform und strahlt in seiner differenzierten, harzigen Struktur jede Menge aufbauende Vitalität aus.

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Hirnholztexturen

Das Licht war zwar an diesem Tag noch nicht ideal. Dennoch wollte ich die Gelegenheit nutzen, so lange der Stapel noch nicht abgetragen ist. Dabei sind ganz interessante Textur-Fotografien entstanden, die ich noch einer weiteren Durchsicht und Bearbeitung unterziehen will. Aber in diese Richtung könnte es bei einem Teil der Aufnahmen gehen, nämlich denen mit einem Stapel dicker Kiefernbohlen:

Hirnholzansicht gestapelter Kiefernbohlen Hirnholzansicht gestapelter Kiefernbohlen Hirnholzansicht gestapelter Kiefernbohlen
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Die Symbolik im Bauholzstapel

Wie so oft zieht bei meiner heutigen Entdeckung menschlicher Eingriff Natur illustrierende Projekte nach sich. Die hiesigen, gerade erst begonnenen Bauarbeiten an der Bahnunterführung haben mich wegen der Geschäftigkeit der Arbeiter dort irgendwie angezogen. Beim Schlendern über den ehemaligen Güterbahnhof habe ich dann unverhofft große Stapel gerade erst angelieferten Bauholzes gesichtet. So schön lagenweise übereinandergeschichtet, dass sich aus den Stirnseiten und vielleicht auch von den Aufsichtsperspektiven sicher ganz gute Holz-Struktur und Holz-Textur-Fotografien anfertigen lassen. Dazu benötige ich allerdings mehr Ruhe, als sie während der Arbeiten dort vorhanden ist, und natürlich das richtige Licht. Also eine Aufgabe für einen lichtreichen Wochenendtag. Auf die Ergebnisse bin ich jetzt schon sehr gespannt, vor allem weil es außerhalb solcher Konstellationen nahezu unmöglich ist, größere Reihen oder Mengen gleichartig verarbeiteter Holzabschnitte zu finden. Der Reiz ergibt sich dabei aus der Einheit der Differenz von einheitlicher Holzart, hier vor allem von Fichten- und Kiefern, und den ganz unterschiedlichen Ausschnitten und Formen der Jahresringstruktur. Da wird ein ungemein lebendiges Moment an die Oberfläche gebracht, das symbolisch für die Vitalität der Bäume steht, aus denen diese Baumholzabschnitte gewonnen wurden. Natürliche Strukturen und Besonderheiten werden durch diese zweckhaft künstliche Anordnung stärker hervorgehoben und gerade deshalb so schön sichtbar.

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Natur als Konstrukt

Nach längerer Abstinenz ist jetzt der mittägliche Spaziergang in der Sonne wieder zur Regel geworden. Dieser vielleicht halbstündige Gang, der sich gelegentlich auch auf eine Dreiviertelstunde ausdehnt, hilft mir immer, den Kopf frei zu machen. Ein richtiges Auftanken, das sich für mich schon seit Jahrzehnten bewährt und anders, etwa bei Ruhepausen in geschlossenen Räumen, in der Form gar nicht zu realisieren ist. Dabei wird mir immer bewusst, wie weit wir uns bereits davon entfernt haben, uns in einer Landschaft mit grünen Pflanzen und Gehölzen wie selbstverständlich zu bewegen. Es findet vielmehr nur noch statt, wenn wir uns bewusst dazu entschließen. Das aber macht es zur eher seltenen Gelegenheit, die wir uns von unserer aktiven Arbeitszeit quasi abtrotzen müssen. Jammerschade und auch traurig scheint mir diese Entwicklung, die uns die Natur zum vollständigen Konstrukt werden lässt.

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Das moderne Bild des Natürlichen

Bei den heutigen Gesprächen ging es um Landwirtschaft und den Verkauf landwirtschaftlicher Saisonprodukte. Wie die Menschen heute zur Natur stehen und sie wahrnehmen. Welche Verfälschungen in diesem Zusammenhang kursieren und wie groß die Sehnsucht der Menschen nach Idealen und Idyllen ist, gerade in Bezug auf das, was man in der Natur als traditionell und wünschenswert ansieht. Ein interessantes Thema, das ich in Bezug auf die Bäume und unser Verhältnis zum Wald schon häufig durchgespielt habe. Tatsächlich ist verbreitet zu beobachten, dass das Gespräch über diese Themen sehr weit von einer Erfahrung des Natürlichen entfernt ist. Eigentlich geht es immer nur um Symbole, Erwartungen, Vermutungen. Und das kann auch nicht anders sein, weil wir Natur pur nie kennenlernen konnten, immer schon dagegen die domestizierte Natur, die gestaltete Landschaft, den bewirtschafteten Wald. So ist es nicht verwunderlich, dass die eindrucksvollsten Baumfotografien in Parks entstehen, möglicherweise in einem schmalen Grünstreifen mitten in der Stadt. Weil der Einzelbaum dort besser sichtbar ist, isolierter festgehalten werden kann und als Individuum so besser verstehbar. Wir brauchen die eigentlich künstliche Umgebung, um Natur überhaupt in den Blick nehmen zu können. Das prägt unser Bild des Natürlichen unweigerlich. Es ist unsere moderne Art, uns als Bestandteil dieses Naturganzen zu begreifen. Vielleicht die beste Art, die wir aktuell finden können, denn so bleibt die Verbindung erhalten und gleitet nicht ins rein Virtuelle ab.

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Natur als Gesprächsgegenstand

Gut, das war jetzt noch nicht wirklich die Wende zum Sommer. Nach einigen ganz erfreulichen Phasen tagsüber, ist der abendliche Eindruck wieder eher novemberlich. Wenn die uns umgebende Natur, im Garten und darüber hinaus, im Alltag so häufig Gesprächsgegenstand wäre, wir könnten die Freude am jahreszeitlichen Wechsel unserer gemäßigten Breiten verlieren. So leben wir weiter von der Prognose sich doch endlich stabil entwickelnden Sommerwetters, bei dem wir Schutz unter Bäumen vor gleißendem Sonnenschein suchen, und nicht unter Regenschirmen vor allzu viel Nass.

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Die natürliche Resonanz wiedergewinnen

Wieder einer dieser rastlosen Tage, die so gar nicht zu seinem offiziellen Charakter passt. Jedenfalls kann man sich den Beginn der Fastenzeit ruhiger vorstellen. Dagegen steht die Betriebsamkeit der Projekteabwicklung im krassen Gegensatz zur Unwirtlichkeit des Wetters und dem, was die Jahreszeit eigentlich in unsere Biologie einschreibt. Längst haben wir uns von diesem Leben in Anpassung an die natürlichen Verhältnisse abgekoppelt, folgen die Impulse und Aktivitätskurven einer ganz eigenen, selbst entwickelten, kommunikativ und kulturell gesteuerten Logik. Aber dadurch entstehen auch ungesunde Diskrepanzen und wahrscheinlich die eine oder andere Erkrankung. Ich versuche diese Kreisläufe immer wieder zu durchbrechen, mir das Ganze bewusst zu machen und damit das Einzelne zu relativieren. In der Beschäftigung mit dem grundlegenden Charakter der Bäume, genauer mit dem, was sie mit uns gemeinsam haben, gelingt mir das häufig, aber nicht immer. Es ist immer wieder eine Herausforderung, der ich mich im Trubel des Alltagsgeschäfts gerne stelle. Gerade weil ich die Notwendigkeit zu dieser wieder stärkeren Resonanz auf die natürliche Umwelt sehe.

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