Erste Baumrückschnitte für diesen Spätwinter

V. konnte es nicht länger abwarten und hat gestern schon die schmale Gleditschie zurückgeschnitten, die allerdings schon wieder lange Kronentriebe ausgebildet hatte. Und heute ist dann der Rückschnitt des Nashi-Birnenbaums gefolgt. Der ist sehr viel älter, verästelter und mit z. T. sehr dicken Seiten- und Kronenästen ausgestattet. Entsprechend anstrengender ist das Zurückschneiden ausgefallen. Jetzt liegt rund um den Stamm ein großer Haufen Äste, die V. sicher in den nächsten Tagen in kleine Abschnitte schneiden und vielleicht noch grün im Holzofen verfeuern wird. Dann wäre das Thema für die Gartenbäume auch wieder erledigt. Aber der Rückschnitt des Maulbeerbaums außerhalb steht noch bevor. Das wird, da wir im Vorjahr pausiert hatten, eine aufwändige Sache. Ich hoffe, es dennoch an einem Tag abschließen zu können. Vielleicht wieder mit Unterstützung der Motor-Stielkettensäge. Denn allein mit der ausziehbaren Astschere und Seilzug wird das vermutlich nicht zu machen sein. Und ein schöner warmer und sonniger Frühlingstag wäre als Setting auch noch ganz wünschenswert.

Dinge nach Katstrophenzeiten besser machen

Ms Eingriff ist heute zufriedenstellend verlaufen, so dass wir uns zunächst keine großen Sorgen machen müssen. Das Gleiche kommt dann in vier Wochen nochmal, wobei dies sicher zu den geringfügigeren Herausforderungen gehört. Aber ein Verlauf ohne Komplikationen ist natürlich auch bei dem nicht selbstverständlich, weswegen wir dankbar sind. Das Maulbeerthema und die Gespräche über Maulbeerbäume und ihre Früchte sind auch heute wieder präsent gewesen. Das liegt v. a. daran, dass V. allen Bekannten ein Glas der frisch gekochten Marmelade schenkt und sich dann zwangsläufig ein Gespräch entwickelt. Eines, das unter gewöhnlichen Umständen niemals stattgefunden hätte. Gerade deshalb finde ich das klasse, wenn nämlich ein Gespräch über Bäume auch und vielleicht gerade in Krisenzeiten wieder möglich ist. Das zeigt an, dass nicht alle Hoffnung verloren ist und sich so etwas wie Weitblick und Sinn für Grundlegendes noch erhalten hat, vielleicht sogar bewusst wieder aktiviert wird, weil man merkt, die Geldanken- und Gefühlswelt der letzten Jahre kann zu nichts Gutem führen. Wir müssen dringend an Erreichtes anknüpfen, das z. T. Jahre zurückliegt. Diese Katastrophenexkursion sollte ein Ende haben, und hoffentlich mit einem irgendwie erkennbaren Sinn und der Möglichkeit, künftig Dinge besser zu machen.

Maulbeer-Baum-Gespräche

Durch Vs Marmeladenkochen ist der Maulbeerbaum in den letzten Tagen immer wieder Gesprächsthema gewesen. Auch mit Bekannten und Besuchern, die sich sonst eher weniger mit Bäumen beschäftigen. Aber schon mit selbst Eingemachtem und speziell mit Marmeladen. Und die Maulbeermarmelade ist in den Augen vieler schon etwas Exotisches. Insbesondere die Baumart ist den meisten nicht wirklich bekannt, wohl weil man sie nicht allzu häufig in Gärten oder öffentlichen Parks zu Gesicht bekommt. Und erst recht nicht in offener Landschaft. So werde ich als anerkannter Baum-Experte während dieser Gespräche immer wieder auf die Erscheinung dieser Baumart angesprochen. Wie die Maulbeerbäume denn so aussehen, wie sie wachsen und warum man so selten etwas von einem Ertrag hört. Ich erzähle dann, wie ich ihn vor Jahren in der Baumschule als kleinen Setzling erworben und zusammen mit V. eingepflanzt habe. Wie er sich schnell als erstaunlich vital herausgestellt hat und dass sein Standort inmitten eines sehr schmalen, spitz zulaufenden Grundstücks immer wieder zur Herausforderung wird, da er notwendig zurückgeschnitten werden muss, um die Grundstücksgrenzen nicht zu stark zu überragen. Und dass dieses Zurückschneiden der Art eigentlich nicht entgegenkommt, die sich lieber frei in alle Richtungen ausbreitet, wobei sie langfristig zu knorrigem Astwuchs und zu einer skurril anmutenden Gesamtarchitektur neigt. Ich nenne dann immer das uralte knorrige Maulbeerbaum-Paar vor dem Schlösschen in D., eines mit weißen Maulbeeren zwar, das für mich aber exemplarisch für den Charakter dieser Art steht, weil diese Individuen das Exotische und Urige besonders gut zum lebendigen Ausdruck bringen.

Die erste Maulbeermarmelade seit fünf Jahren

Die erste Reihe Gläser hat V. heute tatsächlich schon fertig eingekocht. Mit dem Hochleistungsmixer, den wir bisher eigentlich kaum in Gebrauch hatten, war das Mixen der Maulbeeren ein Kinderspiel, mit einem sehr gleichmäßigen Ergebnis, das die Marmelade sehr sämig aussehen ließ, ohne erkennbar Stilpartikel oder große Kerne. So kann die Marmelade nur eine sehr homogene Struktur bekommen. Wie beim ersten Mal vor fünf Jahren ist sie wieder schön dunkel geworden, wie es sich für die schwarzen Maulbeeren auch gehört. Und der Ertrag ist phänomenal. Dabei werden mindestens noch zwei weitere Aktionen folgen, so viel Maulbeerfrüchte sind noch eingefroren. So ist es sehr erwartbar, dass wir am Ende über 10 Kg beste Maulbeermarmelade, eher in Richtung 15 kg gehend, zusammen haben werden. Beruhigend, denn die Frucht ist sehr launisch und fällt meistens aus. Damit können wir notfalls dann einige Jahre überbrücken.

Die letzten Maulbeeren

Wie V. heute nach einem erneuten Arbeitsbesuch im Bienenhausgrundstück mitgeteilt hat, ist die Maulbeeren-Saison jetzt endgültig vorbei. Einige wenige Beeren sind heute noch abgefallen, aber jetzt kann das Projekt Maulbeermarmelade und das geplante Auffüllen unserer zuneige gehenden Vorräte an dieser leckeren Marmelade in die Umsetzungsphase gehen. Das heiß zunächst, die eingefrorenen Früchte aufzutauen, zu mixen, möglichst so, dass die kleinen Kerne auch gut verteilt werden und vor allem keine Stängel-Reste mehr übrigbleiben. Und der Rest, das eigentliche Einkochen, ist für V. eher eine Kleinigkeit, die traditionell Spaß macht. Ich bin sehr gespannt, wie die diesjährige Qualität sein wird und wieviel Gläser wir letztlich in die Vorratshaltung aufnehmen können.

Die eigene Maulbeerenerkundung

Es hat mich ja doch gereizt, den Fruchtreichtum des Maulbeerbaums endlich auch persönlich in Augenschein zu nehmen. Deshalb habe ich heute zusammen mit V. die Gelegenheit zu einer weiteren Pflückaktion ergriffen. Die Beeren reifen schon seit Wochen immer nach und nach. Und es sind immer noch sehr viele kleine Maulbeeren an den Zweigen, die erst noch reif werden müssen. Jedenfalls haben wir mit zwei Leitern parallel gearbeitet, ich habe die hohe Ausziehleiter benutzt, um möglichst hoch in der Krone pflücken zu können. Das war trotz des leichten Nieselregens in der dichten Krone eine sehr trockene Angelegenheit, und zudem recht angenehm, da wir erstmals von dieser schwülen Hitze befreit waren. Alles, was wir an diesem Tag an reifen Maulbeeren erreichen konnten, haben wir abgepflückt. Zusammen genommen immer ein großer Pflückeimer. V. schätzt, dass wir zusammen mit dem bisher gesammelten und eingefrorenen Beerenmaterial auf ca. 10 kg kommen. Das ist nicht schlecht. Ich bin gespannt, wieviel Marmelade daraus letztlich zu gewinnen ist. Wir sollten nach Jahren des Ausfalls aber einen gehörigen Vorrat anlegen können, der uns über Jahre mit leckerer Maulbeermarmelade versorgen wird. In der enormen Dichte seiner Krone, der unzähligen Blätter und Früchte ist der Maulbeerbaum dieses Jahr ein echtes Phänomen. Ich hoffe, wir werden es mit den jetzt wohl wieder notwendigen Rückschnitt richtig machen, um den Beerenertrag kontinuierlich möglich zu machen.

Weitere Maulbeerentheorien

V. ist nach wie vor ganz begeistert von der diesjährigen Maulbeerenflut. Tatsächlich warten wir ja seit Jahren darauf, dass die Früchte wieder wachsen, nachdem vor ungefähr vier Jahren das erste und bisher letzte Mal eine Ernte möglich war. Die Art scheint sehr empfindlich, was die Blüte und Fruchtreife angeht. So richtig sind wir noch nicht dahintergekommen, was genau die Kriterien sind. Aber wir freuen uns natürlich auf die Beeren, die V. zunächst noch eingefroren hat. Irgendwann werden wir sie dann auftauen und zu Marmelade weiterverarbeiten. Bis jetzt war noch keine Gelegenheit, aber ich versuche am Wochenende selbst auch einmal mein Glück in der Krone des ertragreichen Baums. Sicher sind noch einige Kilos möglich. Nur das Wetter muss mitspielen. Und wir müssen die Geduld aufbringen, die für das Pflücken der eher kleinen Beeren erforderlich ist.

Unsere erste Maulbeerenernte seit Jahren

Was V. vor einigen Tagen angekündigt hatte, ist jetzt schon Realität geworden. Das erste Eimerchen Maulbeeren konnte vom Baum gepflückt werden. Offenbar sind die Beeren schon reif, zumindest die ersten, denn der Baum lässt seine Früchte nach und nach reifen. So hoffe ich sehr, dass sich das noch eine Weile streckt, damit wir bei jeder freien Gelegenheit ein wenig sammeln. Diese Maulbeeren-Pflücken ist eine recht zeitintensive Aufgabe, da die roten Beeren recht klein sind und sich schon bei der kleinsten Berührung von den Zweigen lösen. So sind viele Früchte schon heruntergefallen. Auch sind sicher die meisten nicht erntefähig, weil sie zu hoch in der Krone wachsen und die Leiter nicht bis dahin reicht – jedenfalls nicht, ohne dass man sich Sturzgefahren aussetzt. Ich freue mich sehr, dass nach mehreren fruchtlosen Jahren endlich wieder Maulbeeren ausgereift sind und wir sie später zu Marmelade weiterverarbeiten können. So lange, bis genug zusammen ist, werden wir die frisch gepflückten Beeren einfrieren. Das hat in der Vergangenheit immer ganz gut funktioniert.

Eine erste Prognose des Baumobsternte

An dem größeren unserer beiden Feigenbäume sind tatsächlich schon einige dicke Feigenfrüchte zu sehen. Das ist natürlich sehr früh, deshalb bin ich mir nicht sicher, ob es sich dabei um so genannte Vorfeigen handelt oder um die ersten Exemplare der „regulären“ Früchte. Wenn ich mich richtig erinnere, erschienen die Vorgeigen allerdings in früheren Jahren immer deutlich früher, eigentlich schon im Frühjahr, nicht aber im Frühsommer. Wenn man die zurzeit schon sehr hohen Temperaturen und die ungewöhnlich langen Sonnentage mitberücksichtigt, könnte es sich also tatsächlich um die richtigen Feigen handeln. Das wäre doch erfreulich, denn es deutet zumindest für die Sonne liebenden Arten auf ein gutes Baumobstjahr hin. V. hat ja auch schon vor Wochen berichtet, dass es dieses Jahr erstmals seit langem wieder Maulbeerfrüchte gibt. Inzwischen sollte auch die erste schon reif geworden sein. Selbst konnte ich das noch nicht in Augenschein nehmen. Aber ich denke, demnächst werden wir uns an die erste Ernte machen und sukzessive die kleinen roten Maulbeeren sammeln, soweit sie an dem dicht gewachsenen Baum erreichbar sind. Dann hätten wir endlich Nachschub für den fast ganz zuneige gegangenen Vorrat an leckerer Maulbeermarmelade. Die Feigen sind eher Ms Vorliebe. Da es davon nicht so viele gibt, werden die auch direkt vom Baum direkt verzehrt und nicht zu Marmelade weiterverarbeitet. Was das übrigen Baumobst betrifft, kann ich noch nichts prognostizieren. Nur die Nashis fallen dieses Jahr wohl weitgehend aus, da gab es offenbar ein Problem mit der Blüte. Für eine Einschätzung der Apfel-, Birnen, Kirschen- und Mirabellenernte ist es jetzt noch zu früh.

Endlich wieder ein Maulbeerjahr

In diesem Sommer scheint es beim Bienenhaus deutlich erfolgreicher zuzugehen als in den Vorjahren. Die Bienen selbst präsentieren sich vitaler und sind erfolgreicher bei der Honigernte, auch wenn es nicht mehr so viele Völker sind. Das ist nach Jahren der Durststrecke und Rückschläge eine wirkliche Wohltat. Und jetzt hat V. mir mitgeteilt, dass auch der Maulbeerbaum seit mehreren Jahren erstmals wieder Früchte trägt. In den letzten 3-4 Jahren war die Maulbeerernte fast vollständig ausgefallen, nur ganz wenige winzige Früchte waren an den Zweigen erschienen. Aber diesmal scheinen alle Einflussfaktoren positiv zusammengewirkt zu haben. Leider konnten wir noch nicht herausfinden, was dabei wesentlich ist. Es könnte eine Rolle spielen, dass wir diesmal auf den Rückschnitt des Baums vollständig verzichtet haben. Der war in den beiden Vorjahren kräftig ausgefallen, auch um die Krone nicht völlig aus der Form geraten zu lassen und um der Fülle der Asttriebe Herr zu werden. Aber der Baum hat das bezüglich seiner Fruchtreife nicht gut vertragen, hat sich offenbar an den radikalen Rückschnitten doch gestört. Allerdings war ein früherer Versuch, auf das Schneiden zu verzichten, nicht so erfolgreich. Deshalb gehe ich davon aus, dass mehrere Faktoren zusammenwirken, um ein gute Maulbeerjahr zu begünstigen. Ich hoffe jetzt, dass die Beeren auch ordentlich ausreifen, denn zurzeit sind sie noch grün. Aber es sollen viele sein – endlich eine Chance, die Vorräte an leckerer Maulbeermarmelade aus eigener Herstellung wieder aufzufüllen.

Arbeitsintensive Zeit mit Projektverlängerungen

Zurzeit kann ich die Dinge nicht in der Geschwindigkeit umsetzen, wie ich das selbst und Auftraggeber von mir gewöhnt sind. Einfach weil es zu vieles parallel in guter Qualität umzusetzen gilt. Und die Qualität darf nicht leiden, dann also doch einen etwas längeren Realisierungsrahmen zugrunde legen. Leider konnte ich deshalb auch V. nicht beim Kleinschneiden der Maulbeerbaumäste helfen. Den Baum selbst hatte ich ja im Alleingang beschnitten und dabei einen riesen Berg Äste hinterlassen, die ich zum kleineren Teil auch schon an dem Tag am Boden kleingeschnitten hatte. Aber der größere Teil, meist noch in verzweigten Astbündeln am Stück, muss eben noch zerkleinert werden. So hat V. sich trotz der Einschränkungen bemüht, mit dem Projekt voranzukommen. Irgendwann werden wir die Äste das im Häcksler schreddern und die Hackschnitzel dann vor Ort unter den Zypressenhecken verstreuen.

Lösung für den Maulbeerbaumschnitt

V. hat eine gute Idee, wie wir mit den riesigen Mengen an geschnittenen Maulbeerbaumästen umgehen können. Da sie zum größten Teil noch nicht kleingeschnitten sind, bietet es sich an, sie mit dem Häcksler zu schreddern, dann kommt das Gerät auch einmal wieder zur sinnvollen Verwendung. Und einiges an Biomasse zum Düngen oder als Mulch haben wir bei der Gelegenheit auch noch. Jedenfalls fällt dann das mühsame Wegschaffen per Anhänger weg, was in früheren Jahren eine Tortur dargestellt hat.

Ein aufwändiger Rückschnitt des Maulbeerbaums

Das Wetter war einfach ideal für diese Arbeit, und so konnte ich nicht umhin, das Vorhaben umzusetzen, den Maulbeerbaum zurückzuschneiden. Das musste im Vorjahr wegen einer Verletzung ausfallen und war deshalb jetzt umso dringlicher, da der ohnehin wachstumsfreudige Baum enorm viele Äste ausgetrieben hatte, die immer dichter wurden und im Sommer der Baum von Blättern geradezu erdrückt erschien. Der Rückschnitt musste radikal erfolgen, auch wenn zu erwarten ist, dass sich die berühmten Wassertriebe wieder in großer Zahl und Länge ausbilden werden, aber trotzdem wird es dann wieder eher zu bewältigen sein. Am Vormittag hatte ich noch mit der verlängerbaren Handsäge einige stärkere Äste abgeschnitten, vom Boden aus, und den Rest mit der ausziehbaren Stange bzw. der daran befestigten Baumschere erledigt. Aber mir war klar, dass ich damit nicht weit komme, da zu viele sehr starke Äste darunter waren. So habe ich V. gebeten, mir die Handhabung der ausziehbaren Baumkettensäge zu erklären, mit der ich noch nie zu tun hatte. Und das war die richtige Entscheidung, denn selbst mit der geballten Motorkraft war es mit einigem Aufwand verbunden, den Baum ausreichend stark zurückzuschneiden. Im Ergebnis haben wir eine riesige Menge stark verzweigter Astabschnitte abgenommen, die ich in den nächsten Wochen noch klein schneiden und abtransportieren muss. Aber der Baum ist jetzt auf ein handhabbares Maß reduziert und kann im Frühjahr frische Triebe ansetzen. Natürlich habe ich mich anschließend und auch schon vorher bei ihm für die radikale Maßnahme entschuldigt. Ich glaube, er hat es verstanden und wir hoffentlich in diesem Jahr wieder Früchte ansetzen, damit wir unsere Vorräte an leckerer Maulbeermarmelade nach Jahren des Ausfalls wieder auffüllen können.

Im Schatten des Maulbeerbaums

Der lange nicht mehr realisierte Ausflug mit Tradition hat uns heute einmal den Kopf etwas freier gemacht. Man könnte sich von solchen Aktivitäten durchaus entwöhnen, aber gerade, wenn alles so heruntergefahren ist wie seit 1 ½ Jahren kann es auch aktivierend und motivierend wirken, eben weil es an Vorkrisenstimmung anknüpft. So hat das heute auch auf uns gewirkt, nach einer recht angenehmen Hin- und Rückfahrt, die uns die Heimatliche Landschaft von den Straßen aus in abwechslungsreicher Form vor Augen führt. Sonst war dieser Tag eher von Rekreation und nicht übermäßig viel Produktivem ausgefüllt. Unter anderem habe ich V. bei der Vorbereitung der diesjährigen Winterfütterung der Bienen unterstützt und bei der Gelegenheit den Entwicklungszustand des Maulbeerbaums in Augenschein genommen. Dadurch, dass ich ihn im Frühjahr nicht zurückschneiden konnte, ist die Krone übermäßig dicht zusammengewachsen. Und natürlich ragen die Äste auch weit über die Grenzen des Grundstücks hinaus, was wir eigentlich vermeiden wollen. In dem Bereich, den der Baum beschattet, ist aktuell tatsächlich alles abgedunkelt, so dunkel, dass man beim Abpflücken der letzten Maulbeeren schon fast nicht sehen kann. Im kommenden Frühjahr ist also ein ziemlich kompromissloser Rückschnitt unvermeidlich. Vs Theorie, dass das Fruchttragen u. U. üppiger ausfallen könnte ohne Rückschnitt hat sich jedenfalls nicht bestätigt. Es gab zwar Früchte, aber die Gesamternte ist doch sehr dürftig gewesen. Da wird es sich kaum lohnen, neuen Marmelade zu kochen. Es bleibt rätselhaft, welche konkrete Kombination von Bedingungen der Art guttut und wovon genau der Beerenertrag abhängt. Nennenswert und damals aber auch sehr üppig fiel es in der Lebensgeschichte des Baums bisher nur vor drei Jahren aus.

Endlich wieder Maulbeeren

Die ersten Maulbeeren hat V. schon gepflückt und mitgebracht. Wir haben sie eingefroren und werden sie später, wenn wir mehr gepflückt haben, weiterverarbeiten. Selbst hatte ich sie vor drei Jahren, als die letzte und bisher erste Ernte an meinem selbst gepflanzten Baum möglich war, nicht geerntet. Von V. weiß ich aber, dass es mühsam ist, zum einen, weil die Früchte kleiner sind als z. B. Brombeeren und dann auch, weil sie sehr fragil mit ihren Stielchen an den Zweigen befestigt sind und sehr leicht bei Berührung herunterfallen. Das wird noch eine Herausforderung, zumal in diesem Frühjahr ein Rückschnitt nicht möglich war und die Krone deshalb sehr dicht zusammengewachsen ist. Da lässt sich die Leiter schwer anstellen, die Früchte werden insbesondere im oberen Kronenbereich nicht leicht zu erreichen sein. Aber die Mühe müssen wir uns natürlich machen, wenn die Früchte nach längerer Zeit wieder reichlich gewachsen sind und wir damit unseren Vorrat an leckerer Maulbeermarmelade für die nächsten Jahre auffüllen können. So hoffe ich.

Gute Maulbeerenprognose

Viel Regen und wieder eine Unterbrechung des Hochsommerwetters, das schon mit viel anhaltender Sonne gekrönt war. Gut, so füllen sich die Regenreservoirs wieder auf, die Pflanzen erhalten genug Wasser, ohne gegossen zu werden. Und wir können eine Abkühlung genießen, bevor die nächsten Hitzephasen anstehen. V. sagte mir heute, die Maulbeeren, die es in diesem Jahr erstmals wieder gibt, seien in ca. 3-4 Wochen erntereif. Darauf freue ich mich schon, können wir doch unsere zuneige gehenden Vorräte an Maulbeermarmelade. Jahrgang 2018 auffüllen. Vielleicht wird’s sogar noch mehr als vor drei Jahren. Nicht sicher bin ich mir, wodurch der seltene Segen motiviert ist. Vielleicht war es ja der ausgebliebene Rückschnitt, der ihn begünstigen konnte. Vielleicht stehen aber auch andere Faktoren im Raum, die wir noch nicht erfassen konnten.

Kurs auf Frühsommer

Es geht nun doch endlich in Richtung Frühsommer. Einige Sommerblumen konnte ich heute noch nachkaufen, eine für den noch nicht bestückten Pflanztopf bei uns und die übrigen für J., da das dieses Jahr mit der Pflanzenlieferung nicht funktioniert hat. V. ist guten Mutes, dass die Honigsaison jetzt endlich beginnen kann, nachdem die eigentlich gute Frühtracht vollständig ins Wasser gefallen war bzw. die Bienen den Honig selbst verspeist hatten. Mit wärmerem und sonnenreicherem Wetter wird sich das Blatt hoffentlich wenden. Jetzt wohl v. a. mit Weißdorn und bald auch mit Robinienblüten. Eine merkwürdige Beobachtung hat V. bei unserem Maulbeerbaum gemacht. Obwohl er bisher kaum Blätter ausgebildet hat, sollen sich bereits Früchte, zwar noch winzig, an den Ästen zeigen. Den Baum hatte ich erstmals seit Jahren im Frühjahr nicht zurückgeschnitten. Aber dass es daran liegen sollte, kann ich nicht glauben. Und warum jetzt schon Früchte erscheinen, kommt mir ebenfalls seltsam vor. Wir müssen das noch genauer im Auge behalten.

Hochsommerliche Begegnung mit einem alten Arbeitsort

Einer meiner eher seltenen Außentermine hat mich in die Stadt meiner alten Arbeitsstätte geführt. Schön, im zeitlichen Abstand die Eindrücke der Straßen und Häuser heute mit denen von damals zu vergleichen. Gerade im Hochsommer, der auch für die Zeit damals immer etwas besonders Intensives hatte. Auch wegen dieser Rückerinnerungen, die für mich immer noch überwiegend positiv besetzt sind, hatte diese Arbeitssitzung etwas Entspannendes, fühlte sich fast nicht wie Arbeit an. Und wenn dann ein Kundenprojekt auch wieder ein Stück weiter ins Rollen kommt, ist es ohnehin motivierend und in die Zukunft gerichtet. Der Einsatzort war ganz in der Nähe des alten Schlosses, in dessen Innenhof ich an einem solchen warmen Hochsommertag wie heute, nur vor ca. 15 Jahren, während eines Spazierganges in der Mittagspause just in dem Moment einen großen alten Maulbeerbaumast zu Boden fallen sah, als Gemeindearbeiter ich auf diese Weise zurückschnitten. Von diesem Ereignis stammen meine bescheidenen Maulbeerholzvorräte, die bis heute nicht abgetragen worden sind. Sie einfach zu besitzen, als Rarität sozusagen, ist aber allein schon eine Freude, gerade vor dem Hintergrund dieses Erlebnisses.

Baumobstspekulationen

Sollten wir dieses Jahr wirklich keine Maulbeeren ernten können. Ich muss V. noch einmal fragen, ob der Baum nicht doch noch Lebenszeichen zeigt. Das wäre eine Schande, so viel Mühe, wie ich mir dem Rückschnitt im Frühjahr gegeben habe. Und das Wetter war doch während der Blütezeit eigentlich auch optimal. Es ist mir insofern ein Rätsel, sollte der Baum ein zweites Mal in Folge keine Frucht tragen. Nachschub für die leckere Maulbeermarmelade könnten wir ganz gut gebrauchen, denn die geht nun doch allmählich aus. Und ob es von anderen Baumfrüchten dieses Jahr verwertbares Obst gibt, ist auch noch nicht ganz sicher. Ich hoffe ja immer noch auf die Mirabellen, die wir wenn nicht zu Marmelade, dann doch mindestens zu einer Reihe von Hefekuchen werden verarbeiten können.

Nur selten gartenfrei

Es ist selten geworden, dass ich am Samstag einmal nicht im Garten gearbeitet habe. Diesmal haben der Regen und das ungemütlich schon fast herbstliche Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht. Sonst hätte ich noch einige Säcke Rindenmulch aus Nadelholzrinde besorgt und die restlichen Flächen rund um die einjährigen Stauden herum abgedeckt. Das wird dann nächste Woche nachgeholt. Immerhin kommt so die Projektarbeit schneller voran, die übrigen Dinge werden in diesem Sommer sicher noch ausreichend Raum finden. Gestern haben sich unsere Gedanken erstmals wieder in Richtung des Maulbeerbaums gerichtet. Der ist, weil er seinen Standort weiter entfernt hat, nicht unter ständiger Beobachtung. Immerhin sind die Blätter gekommen. Und auch geblüht hat er wohl. Aber V. sagt, er können bisher nur wenige Fruchtansätze erkennen. Ich hoffe, das kommt noch und wir erleben keinen Totalausfall wie im Vorjahr. Es wäre schon schön, wenn wir unsere Vorräte an leckerer Maulbeermarmelade wieder auffüllen könnten. Scheinbar ist die Art sehr abhängig von bestimmten Witterungsbedingungen zur Zeit der Blüte. Dabei sollte man meinen, dieses Jahr sei ideal gewesen. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass er sich diesmal gut entwickelt und Früchte bringt.

Maulbeerbaum mit frisch geschnittener Krone

Es war nicht nur die genau richtige Zeit für diese Arbeit. Wieder einmal im Freien zu arbeiten und mich über Stunden dem sorgfältigen Rückschnitt meines Maulbeerbaums zu widmen, war auch ein wohltuender Abstand zu dem großen und fast einzigen Thema dieser Tage, das sämtliche Gedanken und Emotionen zu dominieren scheint. Ganz in Ruhe und ohne Kontakt zu anderen ist dieses Beschneiden des Baums ganz ungefährlich. Und auch der Baum nimmt mir das nicht übel, ich würde fast sagen, er hat schon darauf gewartet, weil er weiß, wie viel Mühe ich mir jedes Mal gebe, um ihm einen guten Start in die neue Saison zu ermöglichen. Es war anstrengend und langwierig wie in den Vorjahren. Letztlich habe ich aber die richtige Balance gefunden, nicht zu viel, nicht zu wenig weggenommen und auch Vs Wunsch entsprochen, einige innen quer verlaufenden Äste mit der Säge zu entfernen. Das hat V. dann auch selbst übernommen, während ich die ganze Aktion allein mit der Teleskop-Baumschere bewältigt habe, ohne auch nur einmal eine Leiter zu bemühen. Bei den besonders hoch hinausragenden letztjährigen Asttrieben in der mittleren Krone war das wirklich schwierig. Die liegen an der Grenze dessen, was mit der Stange noch erreichbar ist. Letztlich hat es aber funktioniert. Das herabgefallene Material haben wir auch schon zusammengetragen, V. wird das morgen naturnah verwerten. Und die Maulbeere wird in den nächsten Wochen Gelegenheit haben, Anlauf zu nehmen, frische Triebe zu bilden und hoffentlich später zu blühen. Das ist bei dieser Art besonders heikel, weil es ganz bestimmter Bedingungen bedarf. Im Vorjahr hat das nicht funktioniert, weswegen wir keine einzige Frucht ernten konnten. Eine Neuauflage von 2018 wünsche wir stattdessen, in dem wir reichlich Vorrat an leckerer Maulbeermarmelade anlegen konnten. Diesen Vorrat aufzufüllen, wäre jetzt die richtige Zeit.

Toller Frühlingstag mit Baumschnitt und erster Pflanzensaat

Wie erwartet war das Zurückschneiden des Maulbeerbaums eine Arbeit, die mehr als vier Stunden in Anspruch nahm. Es ging mir diesmal etwas flüssiger von der Hand als in den Vorjahren, was vor allem daran lag, dass zwar die Anzahl der neuen Asttriebe sehr hoch war, die Äste selbst aber überwiegend nicht so dick waren. Mir scheint, der reiche Fruchtertrag des Vorjahrs hat den Baum doch einiges an Energie gekostet, den Teil, der einmal nicht in die Vergrößerung seines Holzvolumnes geflossen ist. Vielmehr ist der Baum insgesamt, v. a. am Stamm kräftiger geworden. Genauso, wie ich mir das immer gedacht und gewünscht habe. Meine Vorstellung orientiert sich immer an den alten, knorrigen Maulbeerbäumen vor dem alten Schloss in D., die ich so mag und von deren Holz ich ja einige Abschnitte erhalten und das ich auch schon verarbeitet habe. Wäre schön, wenn mein noch vergleichsweise junger Baum sich einmal so auswachsen könnte. Die Grundlagen dafür lege ich jedenfalls mit dem sorgfältigen Rückschnitt zum Beginn des Frühjahrs. Auch mit dem optischen Ergebnis bin cih diesmal sehr zufrieden. V. hat noch einige dickere, quer stehende Äste im Inneren der Krone entfernt, weil so das Anstellen der Leiter im Spätsommer leicht möglich ist. Sicher wird der Baum nach einer kurzen Verschnaufpause gleich wieder einen Neuaufbruch anstreben, neue Triebe bilden und hoffentlich in einer ungefährdeten Witterungsphase blühen. Dann erhalten wir vielleicht einen weiteren Jahrgang unserer leckeren Maulbeermarmelade. Die Frühlingssonne und das Arbeiten draußen hat so gut getan, dass ich anschließend gleich meine ersten Pflanzen angesät habe, die ich zunächst auf der Fensterbank vorziehe: Bisher sind es die Rizinusstauden, 5 verschiedene Sorten Sonnenblumen, ebenfalls von vorjährig gesammelten Samen und eine Reihe von 21 Pflanztöpfchen mit Chilis. Im Baumarkt habe ich später noch frische Samen für Strohblumen, die schwarzäugige Susanne und verschiedene uns bisher noch nicht praktisch vertraute Sommerblüher besorgt. Einen Teil werde ich noch zu den Fensterbank-Sämlingen gesellen. Und ein anderer Teil ist für direktes Aussähen in die Gartenerde besser geeignet. Da halte ich mich an die Empfehlungen auf den Samentütchen.

Und wieder fordert uns der Maulbeerbaum

Auch den Feigenbaum habe ich bis zum Abend unter Dach und Fach gebracht. So kann ich mich morgen ganz dem Rückschnitt des Maulbeerbaums widmen. Im Vorjahr hat das bis zum Nachmittag gedauert, so viele Äste hat der Baum, und so verzweigt und schlecht erreichbar sind sie. Aber am Ende ist er immer sauber, symmetrisch und so gestutzt, dass im Laufe des Jahres nichts über die angrenzenden Zäune überhängt und irgendwen stören kann. Das kräftige Zurückschneiden hat sich auch insofern ausgezahlt, als im Vorjahr nach günstigen Wetterbedingungen zur Blütezeit viele Früchte gewachsen sind, die über mindestens zwei Monate immer wieder nachkamen. Die erste richtige und dann gleich eine sehr ergiebige Maulbeerenernte. Ich, der Rückschnitt wird auch diesmal die Kraft des Baums in Richtung seiner Früchte treiben, jedenfalls wenn die Blüten nicht verregnen oder sonst wie gestört werden. Das wäre uns allen und vor allem V. gefallen, der seit dem Fruchterfolg von dem Maulbeerbaum ganz begeistert ist, den er bis dahin eher belächelt hatte. So hat sich der Baum im Laufe der über zehn Jahr zu einem eindrucksvollen Individuum entwickelt, das hoffentlich noch viele gesunde Lebensjahre vor sich hat.

Frühlingspläne

Ein guter Schritt vorwärts mit meiner technischen Arbeit. Das ist gut, weil dann wieder mehr Freiraum für das Kreative bleibt, das die Kür bei jedem Projekt darstellt. Und mit einigem formalen Ballast hinter mir ist es auch einfacher, die nächste Holzarbeit mit Vorfreude auf den Frühling zu beginnen. Vielleicht dann während der Feinarbeit auch mit wärmenden Sonnenstrahlen im Rücken. Wenn die Wetterbesserung anhält, fasse ich außerdem fürs Wochenende den Rückschnitt des Maulbeerbaums ins Auge. Das ist eine umfangreiche Arbeit, die anhaltende Sonne voraussetzt.

Überraschender Maulbeerbaum

Wieder etwas dazugelernt. Bis dahin war mir nicht bekannt, dass die Seidenraupen ausschließlich mit den weißen Maulbeerbäumen leben. Einmal von den vermutlich nicht treffenden klimatischen Bedingungen abgesehen, wäre es also mit unserem Baum nicht möglich, Seidenraupen zu züchten. Aber wir konnten eben mit einiger Überraschung feststellen, dass die schwarzen Maulbeeren eine super Marmelade ergeben. Das ist eines der Highlights des diesjährigen Nutzbaumjahres sozusagen. Auch wenn es mir selbst bei dem Maulbeerbaum nicht um diesen Nutzen ging und ich einfach die Ausstrahlung der Art mag. Und dass sie sich auf dem zugewiesenen Standort so prächtig entwickelt, was sie von den meisten anderen Arten dort unterscheidet, die das eher raue Klima in dieser Ecke eher fürchten und zumindest meist nicht zur erfolgreichen Blüte kommen. Deshalb gab es bei Mirabellen, Kirschen und Äpfeln von diesem Grundstück auch selten jemals Obsterträge. Die Maulbeere ist nach Jahren die erste erfreuliche Ausnahme.

Vitaler Maulbeerbaum

V. wollte heute unbedingt nach den Bienen sehen. Das hatte er notgedrungen in den letzten Wochen vernachlässigt. Jetzt war es höchste Zeit, die Honigräume aufzusetzen, bei der üppigen Tracht von Weißdorn, Apfelbaum und anderen Obstblüten ist das sicher überfällig gewesen. Bei der Gelegenheit konnte ich mit Freude feststellen, dass der vor einigen Wochen erst zurückgeschnittene Maulbeerbaum frisches Blattgrün ausgetrieben hat und mit Blüten nur so übersät ist. Ich freue mich sehr, wenn er dieses Jahr mehr Früchte trägt und sich weiterhin so gesund und vital zeigt wie seit dem Zeitpunkt des Einpflanzens. Denn er gehört zu den wenigen, die fast nie geschwächelt haben. Von einigen Verzögerungen und Rückschlägen wegen unverhoffter Fröst zur Unzeit einmal abgesehen. Aber selbst das konnte er immer gut kompensieren, indem er einfach einen zweiten Anlauf nahm. Ein toller Baum, der sich leider die meiste Zeit außerhalb unserer Sichtweite befindet.

Das jährliche Ritual mit dem Maulbeerbaum

Das Wetter war heute wie geschaffen für diese Traditionsarbeit, dem Rückschnitt des Maulbeerbaums. Tatsächlich kenne ich keinen anderen Baum, der auf dem Gebiet aufwändiger zu pflegen ist. Möglicherweise liegt das an seiner Jugend, er dürfte jetzt ca. 15 Jahre sein. Aber die Wuchsfreude zeugt wohl auch davon, dass er sich an diesem Standort wohl fühlt. Interessanter- und erstaunlicherweise, denn andere Arten tun sich schwer auf diesem schmalen Gartengrundstück am Ortsrand, auf dem der Wind schärfer weht als innerorts und wo es meist kühler ist als anderswo. Aber das schreckt den Baum nicht. Jedes Jahr treibt er aufs Neue meterlange Triebe meist senkrecht in die Höhe. Das ist natürlich auch technisch eine Herausforderung geworden. Da kam mir die Astschere mit Teleskopstange und Seilzug ganz recht, den V. jüngst besorgt hat. Eigentlich wollte ich sie nur für die mit der Leiter schwer zugänglichen Äste verwenden. Aber letztlich habe ich die meisten der Kronenäste dann doch damit vom Boden aus geschnitten. Das funktioniert sehr gut. Nur ist es über Stunden praktiziert doch sehr anstrengend. Immer über Kopf, mit dem nicht ganz unwesentlichen Eigengewicht der ausziehbaren Stange, und der Notwendigkeit, doch jedes Mal recht kräftig am Seil zu ziehen, wenn man saubere Abschnitte erreichen will. Jedenfalls war der akrobatische Teil dieser Baumschnittarbeit diesmal dank des neuen Astschneiders unspektakulärer ausgefallen. Und ich bin froh, dass der Maulbeerbaum jetzt wieder entlastet in die neue Saison starten kann. Am Nachmittag habe ich mir dann noch das vorgenommen, was fast ein Jahr lang auf Erledigung wartete und wozu ich natürlich nie gekommen bin. Das zweite für J. und W. bestimmte Osterei aus Zedernholz ist jetzt nach 3-stündiger Schleifarbeit von seiner unregelmäßigen Lackschicht befreit und wird künftig allein durch die glatt geschliffene Natürlichkeit seiner Holzoberfläche seine symbolische Rolle entfalten.

Aufgeschobene Osterei-Renovierung

Dieses Wochenende wird wohl wieder vollgepackt sein mit allerlei Arbeiten, die sonst nicht erledigt werden können. Ich denke an den Maulbeerbaumschnitt, für den der morgige sonnige Tag ideal wäre. Aber V. plant auch etwas Handwerkliches, das nur zu zweit realisierbar ist. Und dann ist da noch das liegengebliebene Holz-Osterei aus Zedernholz, die Eiform mit symbolischen Kreuzeinschnitten, von der ich einige Jahre zuvor auch eine für J. und W. gestaltet habe. Die muss jetzt wieder abgeschliffen werden, nachdem die ätherischen Öle der Atlas-Zeder von innen her die Lackierung partiell aufgelöst haben, wodurch die Dekoration kaum mehr verwendbar war. Etwas, das ich so nicht vorhergesagt hätte. Unser eigenes hatte ich schon im Vorjahr geschliffen und dann einfach unbehandelt gelassen. Da das gut funktioniert hat und bei vorsichtiger Handhabung auch gut aussieht, will ich das für Js Exemplar ebenfalls so umsetzen. Nur, bei den verschiedenen Wochenendprojekten muss eines wohl ausfallen. Ich werde sehen, welches und wann das dann nachgeholt werden kann.

Gelungener Maulbeerbaumschnitt mit Perspektive

Die Art, wie ich den Maulbeerbaum im vergangenen Frühjahr zurückgeschnitten hatte, zahlte sich heute aus. Der diesjährige Baumschnitt war zwar mit mindestens so großem zeitlichem Aufwand verbunden, aber er war geordneter und übersichtlicher durchzuführen. Im letzten Jahr musste ich das undurchringliche Durcheinander der wuchernden Äste erste einmal auf ein handhabbares Maß zurückführen. Das Ergebnis war damals radikal. Ein Grund dafür, dass er in der Wachstumsphase sehr viele neue Triebe ausgebildet hat. Die gingen aber büschelweise bevorzugt in die Höhe. Das Breitenwachstum hat das kaum beeinflusst. So musste ich auch heute nur wenige Äste links und rechts abschneiden, die die Grenzen der Zypressenhecke überragten. Die grö0ßere Zahl von Ästen mussten in großer Höhe gekappt werden. Dabei habe ich meist ein bis zwei Augen stehen lassen. Das sollte dem Baum doch signalisieren, dass er den angefangenen Weg weiter beschreiten kann, sprich an den letztjährigen Trieben Seitenverästelungen ausbilden kann. Ich hoffe, er wird nicht noch einmal massenweise Triebe gen Himmel schicken. Insgesamt bin ich mit dem Ergebnis und der Gesamtform der Krone sehr zufrieden. Inzwischen bin ich auch ganz zuversichtlich, dass es längerfristig gelingen kann, auf dem sehr schmal zulaufenden Wiesengrundstück einen Maulbeerbaum alt werden zu lassen, der an diesem Standort seine Heimat findet und seinen Raum ausfüllt, ohne ihn zu dominieren.

Obstbaumarten-Armband

Mindestens noch ein weiteres neues Musterarmband aus dem Holz eines Obstbaums, nämlich der Quitte, will ich im Laufe des Jahres noch realisieren. Damit hätte ich dann so ziemlich alle heimischen Obstbaumarten abgedeckt. Zumindest die, die eine gewisse praktische Rolle spielen, nämlich: Apfelbaum, Birnbaum, Kirschbaum, Zwetschgenbaum, Quittenbaum, Mirabellenbaum, Maulbeerbaum. Das wären sieben, eine gute Zahl, da sich damit ein Armband mit 3 x 7 Perlen herstellen ließe, in dem jede Art mit je drei Perlen repräsentiert ist. Außerdem möglich wäre noch der Holunder, den ich eventuell für die Hauptperle und das Schlussstück einsetzen könnte. Oder eben eines der anderen Hölzer dafür und der Holunder wäre Bestandteil der kleinen Perlen. Solch ein „Themenarmband“ finde ich eine wirklich gute Idee, gerade weil viele Menschen einen besonderen Bezug und eine ausgeprägte Liebe zu Obstbäumen haben. Natürlich sind auch andere Themenarmbänder denkbar, die eher abstrakt konzipiert sind, etwa „Lichtbäume“ oder „Immergrüne Bäume“. Das sind Projekte, die ich noch konkretisieren muss.

Zukunftswünsche für den Maulbeerbaum

Nach diesem kräftigen Rückschnitt gestern wird der Maulbeerbaum erstmal eine Pause einlegen. Es war höchste Zeit, denn die Blattknospen waren schon erkennbar angeschwollen und werden sicher nicht mehr lange Zeit benötigen, um sich zu öffnen. Das Zurückschneiden signalisiert dem Baum aber in der Regel, zunächst vorsichtiger zu sein. Deshalb rechne ich jetzt erst in einigen Wochen damit, das erste Grün an diesem Baum zu sehen. Das ist auch durchaus gewünscht, denn dieses Individuum ist derart wuchsfreudig, dass ein wenig Verzögerung von Vorteil sein kann. Ich hoffe, dass die über den Winter im Wurzelbereich gespeicherten Energiereserven dann in die verbliebenen Abschnitte vordringen und dort ein kräftiges Wachstum anregen. Das ist es, was ich mit dieser Aktion eigentlich bewirken wollte. Nicht nur, die über den Zaun auf Gehwege und Nachbargrundstücke ragenden Äste zu kürzen. Vielleicht gelingt es ja längerfristig, die nach unten zeigenden Äste zu stärken und ihn zu einem benutzerfreundlichen Fruchtbaum zu gestalten. Ich freue mich jedenfalls, dass er an diesem Standort so gut angekommen ist und sich dort, auch mit der Baumnachbarschaft, erkennbar wohlfühlt.