Literarische Weihnachtsmodellierung im Hochsommer

Was ich gerade im Hochsommer ganz gerne einstreue, nämlich weihnachtliche Gedanken und Inhalte vorwegzunehmen und in einer Kulisse zu reflektieren, die gegensätzlicher nicht sein könnte, das habe ich am Nachmittag mit der letzte Woche schon begonnenen Lektüre eines Sammelbands mit weihnachtlichen Geschichten aus aller Welt wieder aufgegriffen. Darunter sind sehr unterschiedliche Geschichten von berühmten und weniger bekannten Autor/innen und auch in ihrer Thematisierung des Weihnachtsgedankens sehr verschiedenartige. Aber anrührend und spannend sind sie eigentlich alle. Wenig überraschend ist, dass gerade die, bei denen der Weihnachtsbaum eine Hauptrolle spielt, zu den eindrucksvollsten zählen. Da sind mir tatsächlich einige Male die Tränen gekommen, so rührend wurde jeweils im symbolischen Spiegel der Weihnachtsbaumwahrnehmung wesentliches Gedankengut rund um Weihnachten literarisch vermittelt. Sehr kreativ und oft überraschend, wie ich fand, und so, dass ich als Fachmann für den Weihnachtsbaum als Symbolbaum tatsächlich noch einige neue inhaltliche Motive erkunden und in sprachliche Formen gegossen vorfinden konnte. Das Thema ist eben zeitlos und wie es scheint unendlich, nie abgeschlossen und jederzeit weiterentwickelbar. Auf die restlichen, noch nicht gelesenen Geschichten freue ich mich sehr.

Die ruhige Wesentlichkeit der Feiertage

Es war vor allem das Ruhige, was ich von diesem Feiertag dieses Mal mitnehmen konnte. Eigentlich fühlen sich Feiertage für mich immer schon besonders an, auch wenn sie mit keiner besonderen Aktivität verbunden sind, wie heute, das ursprünglich für den Besuch der Gartenausstellung vorgesehen war, was aber am kühlen und nassen Wetter gescheitert ist. Aber so kann ich mich an der feiertäglichen Ruhe freuen und an dem, was sonst oft zu kurz kommt, nämlich Texte zu lesen, die nicht mit der professionellen Kommunikationsarbeit zusammenhängen. Das sind oft Texte über Bäume, heute war es aber eine Vortragsmitschrift, die mir einmal mehr die Gedankenwelten der Rudolf Steiner‘schen Anthroposophie nähergebracht haben.

Wieder ein echter Ruhe-Sonntag

Der Garteneinsatz gestern war anstrengend. Da kam der diesmal komplett ruhige Sonntag zur Erholung sehr recht. Tatsächlich habe ich mich bei bescheidenem und im Vergleich zu den Vortagen wenig sonnenreichem und bedecktem Wetter kaum vor die Tür gewagt und auch nicht auf meinen ganz in der Nähe verlaufenden Lieblingsweg, auf dem ich die jahreszeitlichen Veränderungen der hiesigen Baumlandschaft das ganze über beobachten kann. Aber das war heute eher zweitrangig. Meine zuletzt vernachlässigte Lektüre fortzusetzen und die Ereignisse und Erlebnisse der jüngsten Zeit zu reflektieren waren die angemesseneren Sonntagsschwerpunkte.

Ein würdiger Karfreitag

Es ist gut, dass wir den Karfreitag in einer Atmosphäre erleben durften, die dem Feiertag angemessen ist. Ruhig, bei kühlem, aber zeitweise sonnenreichem Wetter, mit der Möglichkeit, die Bedeutung des Tags zu reflektieren, Innenschau zu halten und auch mit etwas Zeit, den Tag mit passender Lektüre zu thematisieren. Mit M. zusammen habe ich außerdem einige weitere Dekorationen für Ostern vorbereitet. Dabei bin ich auf schon verschollen geglaubte Osterkreationen aus meiner Kindheit gestoßen, was mich besonders gefreut hat. Und ich habe beschlossen, die neue Fotografie mit dem blühenden Schlehdornzweig nun doch auf die 120 x 80 cm Leinwand drucken zu lassen. Das kleinere Format werde ich bei mir aufhängen und an der Wand, die wir alle täglich im Blick haben, wird das Großformat Platz finden. Einer der Jahreszeit entsprechenden Motivauswahl sind wir dann schon ein Stück näher gekommen. Ich denke zur Erweiterung des Spektrums darüber nach, demnächst auch eine der Nahaufnahmen vom Pfaffenhütchen mit vollreifen Fruchtkapseln ebenfalls auf dieses große Format drucken zu lassen. Damit hätten wir dann zumindest für die vier Jahreszeiten ein gleich großes Leinwandformat zum Wechseln.

Freie Tage – freie Gedankengänge

Einige Sondervorhaben, die nicht unbedingt hätten sein müssen, haben den Sonntag doch wieder recht aufgabenintensiv gestaltet. Aber es ist doch gelungen, einige Stunden für die Fortsetzung meiner Lektüre übrig zu machen. Das hätte ich sonst als Verlust empfunden. Dafür ist der Sonntag eigentlich da, für Dinge, die während der Woche regelmäßig verschoben werden müssen. Dann drehen sich die Gedanken auch mehr als sonst um meine nicht-kommunikativen Projekte, u. a. im Rahmen der Wunschbaum-Initiativen. Einfach weil etwas gedanklicher Freiraum dafür förderlich ist und man in zu viele Routine eingebunden recht schnell in unkreative Schienen mündet. Gut, dass uns im Wesentlichen freie Tage vergönnt sind.

Geisteswissenschaftliche Essenz

Heute hat sich mir die Gelegenheit geboten, M. von meiner jüngsten Lektüre der Mitschriften von späten Vorträgen Rudolf Steiners zu erzählen. Die anlässlich des 21-jährigen Jubliäums der anthroposophischen Bewegung gehaltenen Vorträge gehören zum Alterswerk Steiners und stellen meiner Einschätzung nach die Essenz der geisteswissenschaftlichen Erkenntnisse dieser Zeit dar. Vieles ist sehr viel klarer und im großen Zusammenhang verständlicher durch diese Vorträge, was in früheren Beiträgen oft sehr ausführlich und weitverstreut begegnete. Mein Eindruck ist, dass M. sich von den auszugshaft wiedergegebenen Inhalten angesprochen fühlte. Vielleicht gelingt es mir ja, diese Texte und darin dargestellten Gedanken weiterzugeben. Denn es geht darin um ganz wesentliche Dinge. Interessanterweise kommt in diesen Vorträgen der Baum als Lebewesen und Symbol öfter als sonst in seinen Texten vor. Das zeigt mir, dass die symbolische Kraft des Baums als eindrucksvolles und weit verbreitetes Symbol für aufbauendes Leben auch vor über 100 Jahren präsent war, wie es dies bis heute geblieben ist und auch vor Steiners Zeit schon lange Zeit gewesen ist. Es lohnt sich absolut, auch weiterhin, z. B. in Form dieses Baumtagebuchs, den Bäumen, ihrer symbolischen Kraft und ästhetischen Ausstrahlung auf die Spur zu gehen und die damit zusammenhängenden Erkenntnisse immer noch weiterzuentwickeln.

Reminiszenz an goldene Novembertage

Es ist trotz der vielen selbst gestellten Aufgaben doch der erhoffte ruhige Sonntag geworden, der ein paar Stunden Zeit für Kontemplation und Lektüre gelassen hat. Mit einer eindrucksvollen Lektüre, die mir einige Anregungen gegeben hat für den Bücher-Wunschzettel, den ich in den letzten Jahren immer vor Weihnachten zusammengestellt und mir dann quasi selbst erfüllt habe. Das passt eben genau in diese Übergangszeit zwischen Spätherbst und dem Beginn der Weihnachtszeit. Ich bin froh, dass es möglich ist, diese Zeiten mit Sinn und adäquater Aktivität zu füllen. Ansonsten würde mir etwas Wesentliches fehlen, gerade im Bezug auf die Entwicklung der Lebenslinien. Auch in Sachen kreativer Techniken und Baum-Thematik gelingen mir in dieser Jahreszeit oft gute Neuansätze und Vorhaben, die dann vielleicht im neuen Jahr umsetzbar werden. Und erst jetzt fällt mir auf, dass ich vergessen haben, den Baum-Monatskalender rumzuschlagen. Sehr schade, denn wie ich jetzt sehe, ist das November-Bild besonders eindrucksvoll und gibt, wohl in einer herbstlichen Abendstunde kurz vor dem Sonnenuntergang fotografiert, einen herbstliches Waldstück von innen, mit hohen und alten Buchenstämmen, spätherbstlichen Baumkronen und einem dichten Teppich aus Herbstlaub wieder. Na ja, die zweite Hälfte des Monats kann ich es jetzt noch betrachten, wie eine Reminiszenz an die zurückliegenden goldenen Novembertage.

Der Mensch ist um der Welten willen da

Nach einer wieder recht anstrengenden Arbeitswoche war der Sonntag erholsam und so ruhig, wie ich ihn mir wünschen konnte. Genug Ruhe, um eine dringend zu erledigende Aufgabe für V. endlich anzugehen und glücklicherweise auch abzuschließen. Eine Aufgabe mehr, die im Zusammenhang mit dem Abschluss des Jahres routinemäßig zu erledigen ist, die aber immer auch Geduld und Sorgfalt erfordern. Ich bin froh, am Nachmittag die Lektüre meines aktuellen Sammelbands mit Mitschriften von Vorträgen Rudolf Steiners fortgesetzt zu haben. Es sind Beiträge aus der letzten Lebensphase Steiners, die erfahrungsgemäß die Inhalte der Lehre noch einmal besonders prägnant und ausführlich vorbringen und wirklich auch für das Verständnis des Gesamtwerks wichtig sind. Interessanterweise kam in mindestens einem der Vorträge auch ein Baum-Beispiel zur Sprache, um einen wesentlichen Gedankengang zu illustrieren. Aber diese Vorträge enthalten überhaupt ganz viele sehr erhellende Einsichten, die mir nicht unbekannt sind, die ich aber so klar dargestellt und ausgeführt selten vorgefunden habe. Hier ein Zitat aus dem in Dornach 3. Februar 1924 gehaltenen Vortrag, das nun wirklich eine ganz umfassende Vorstellung anthroposophischer Anschauung von Welt und Mensch wiedergibt:

„… Und jetzt stehen wir in der Welt und sagen uns, indem wir dieses Erlebnis mit unserem Ätherleib zunächst nehmen: wir sind wirklich nicht bloß für uns in der Welt, sondern die Welt hat etwas vor mit uns; die Welt hat uns hereingestellt, damit sie das, was in ihr ist, durch uns durchgehen lassen kann und es in der von uns veränderten Gestalt wiederum empfangen kann. Wir sind als Menschen nicht bloß für uns da, wir sind zum Beispiel in bezug auf unseren ätherischen Körper für die Welt da. Die Welt hat die Menschen nötig, weil sie dadurch mit ihrem eigenen Inhalte sich immer wieder neu und neu erfüllt. Es ist ein nicht Stoff- aber Gedankenwechsel zwischen der Welt und dem Menschen. Die Welt gibt ihre Weltengedanken an den menschlichen Ätherleib ab, und die Welt empfängt sie im durchmenschlichten Zustande wiederum zurück. Der Mensch ist nicht um seiner selbst allein, der Mensch ist um der Welten willen da. …“

(aus: Steiner, Rudolf: Anthroposophie. Eine Zusammenfassung nach einundzwanzig Jahren, GA Band 234, Rudolf Steiner Verlag, 8. Aufl. 2024, S. 114)

Ein annähernd ruhiger Sonntag

Gut, dass zuletzt wenigstens die Sonntage echte Ruhetage waren, zumindest annähernd. So auch dieser Sonntag, der auf eine extrem arbeitsreiche Woche folgte. Ich freue mich über die Gelegenheit zu selten gewordener Lektüre, und über die Möglichkeit, ein paar weniger häufige Dinge anzudenken und zu verfolgen. Dazu gehören aber auch Routinearbeiten wie das Ölen und Trocknen der gerade fertiggestellten Armbandperlen, deren letzte Bearbeitung erst am Vormittag abgeschlossen werden konnte. Und allerlei Reflexion über die bisherige Entwicklung dieser Manufakturarbeit, die von Zeit zu Zeit mitlaufend, parallel zur Arbeit selbst, notwendig und hilfreich ist, will das Projekt in eine zeitgemäße und kreative Zukunft geführt werden. Und da war noch dieses Datum, das mir heute in den Sinn gekommen ist: Der Tag der Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche. Nur ist der nach keltischem Baumkalender erst am 23. September, übermorgen. Da hatte ich mich vertan, wohl von der sonst so starken Symbolik der Einundzwanzig dazu verführt.

Die Entwicklung von Sprache im Zeitverlauf zu beobachten bleibt unverzichtbar

Ein erholsamer Sonntag, an dem ich dann doch noch zum Lesen gekommen bin. Das kommt immer noch zu kurz, ist aber manchmal trotzdem realisierbar. Für mich wie ein Luxus. Mit Lesen meine ich natürlich eine Lektüre, die nichts mit den kommunikativen Projekten zu tun hat, sondern mit Themen, die mich darüber hinaus beschäftigen, und natürlich mit der Sprache an sich. Ganz ohne diese Form der Beschäftigung mit Sprache würde etwas fehlen und das würde sich auch negativ auf meine kommunikative Arbeit auswirken, in der Sprache immer noch die Hauptrolle spielt. Da kann ich Entwicklungen nicht ignorieren oder zu sehr vernachlässigen, sie mitzuverfolgen. Denn auch die Sprache wandelt sich mit den Zeitumständen und den Menschen, die älter werden sowie mit neuen, die hinzukommen. Es ist auch gut, dass sich meine Lektüre und meine verarbeiteten Themen nicht nur auf ein Thema konzentrieren, z. B. nicht nur auf die Bäume und ihre Symbolik, sondern sehr viel breiter angelegt sind.

Wichtiges auf Regelmäßigkeit programmieren

Der Sonntag war wieder viel angefüllter, als ich mir das gewünscht hätte. Aber immerhin bin ich am späten Nachmittag noch zur Fortsetzung meiner Lektüre gekommen. Die kurze Lesezeit ist an solchen Tagen eine echte Erfüllung und Erholung. Ich hoffe, während der kommenden Woche einmal wieder mehr Zeit erübrigen zu können für diese so wichtige intellektuelle Aufgabe, die für meine Formen kreativen Arbeitens enorm wichtig ist. Mindestens so wichtig wie das rein handwerkliche Arbeiten zwischendurch, und die Erdung, die mir meine Beschäftigung mit den Bäumen immer wieder auch im Alltag ermöglicht. Insofern war das ein guter Tag, weil er von gewissen Fortschritten zeugt, Wichtiges auf Regelmäßigkeit zu programmieren.

Kreativität braucht Ruhephasen

So habe ich mir den Sonntag nach einem arbeitsreichen Samstag mit viel Gartenarbeit gewünscht. Wieder mehr Zeit fürs Lesen und die Möglichkeit, weitere Vorbereitungen für die Weihnachtszeit vorzubereiten. Die Routinearbeiten ließen sich zwar auch an diesem Sonntag nicht vermeiden. Aber solche Ruhetage sind schon wichtig, um wieder mit Schwung in die neue Woche starten zu können, gerade im November mit seinem jahreszeitlichen Blues. Ich freue mich auf die vielen kreativen Projekte, die in den kommenden Wochen auf mich warten, sowohl im Bereich der professionellen Kommunikation als auch bei meinen Wunschbaum- und Privatinitiativen. Die haben nicht nur, aber zu dieser Zeit natürlich viel mit Weihnachten zu tun. Aber auch das ist wohltuend und für mich erholsam, egal wie so manche anderer heute zu Weihnachten steht.

Willkommener Ruhetag und erste Ernteresultate

Gut, dass der Sonntag als wirklicher Ruhetag zur Verfügung stand. Ich konnte der Versuchung auch leicht widerstehen, den Tag doch noch mit liegengebliebenen Erledigungen zuzupacken. Am Ende hat sich das Erledigen mit Rekreation und Lektüre die Waage gehalten, wie ich das idealerweise von einem Sonntag mir wünsche. Die Geschäftigkeit kann dann morgen wieder durchstarten und sicher auch während der Arbeitswochen bis Weihnachten nicht geringer werden. Eine Premiere für diese Saison: Ich konnte die ersten geernteten Chilischoten kleinschneiden, die Samen sortieren und die Chilischnipsel zum Lufttrocknen auslegen. Die Methode hat in den Vorjahren gut funktioniert. Irgendwann verwandle ich die getrockneten und dann ganz harten Chiliflocken in der Gewürzmühle zu Pulver, das ich das ganze Jahr über zum Würzen verwenden kann. Im letzten Jahr ist das ganz ausgeblieben, weil ich nur wenige Chilis ernten konnte. Aber dieses Jahr sieht gut aus, mit mittelscharfen und gleich zwei sehr scharfen Sorten. Ein Zuchterfolg mit viel Aufwand und Geduld seit März.

Zeitlose Themen und wirklicher Fortschritt

Nachdem ich am Vormittag u. a. Nachschub für unseren Kuchenvorrat produziert hatte, konnte ich nachmittags erneut das Ansäen der Chili-Sorten voranbringen bzw. einen erneuten Versuch dazu angehen und meine diversen Lektürevorhaben weiterführen. Das ist gerade sonntags für mich eine Wohltat, weil ich dann Inhalte mal ganz losgelöst von der Projektarbeit aufnehmen und reflektieren kann. Das bedeutet dann meist auch andere Arten von Inhalten, damit der Horizont durch zu viel gleichlaufende Aufgaben nicht schleichend eingeengt wird. So ist auch das Schreiben über Bäume, die interaktiven Projekte rund um das Wunschbaum-Projekt und die kunsthandwerkliche Arbeit mit Baum-Holz auch nicht bloß eine Freizeitaktivität, sondern eine Art Lebensnotwendigkeit. Denn bei dem Themenfeld kann ich mir Denken und kreative Gestaltung mal ganz unabhängig von Kommunikationslogik leisten, was die Kommunikationsarbeit selbst dann auch bereichert. Vor allem schafft es Räume, die von Vorurteilen absehen und in die alle selbst erworbenen Erkenntnisse über innere Handlungen, Symbolik und geistige Entwicklung einfließen können, die zu so etwas wie wirklichem Fortschritt auch im Alltagsleben beitragen können.

Zwischen passiver und kreativer Textarbeit

Nach dem anstrengenden Brennholz-Arbeitstag gestern stand der Sonntag ganz im Zeichen der Rekreation. Und wenn ich dann endlich wieder zum Lesen komme, ist nehme ich das als wahren Luxus wahr. Vielleicht kommt das passive Aufnehmen von Sach- und literarischen Texten in jüngster Zeit für mich etwas zu kurz, steht die eigene Produktion von Texten und präsentativen Formen stärker im Mittelpunkt. Aber ich versuche immer, annähernd ein Gleichgewicht aufrechtzuerhalten und extreme Einseitigkeit auch auf diesem Gebiet zu vermeiden. Denn das kann sich in Qualitätsschwankungen auch der eigenen Produktion äußern. Auch denke ich immer, dass die auf das Thema Baumsymbolik bezogenen eigenen Texte außerhalb des Baumtagebuchs in den letzten Jahren viel zu kurz gekommen sind. Dabei gäbe im weiten Themenfeld rund um die Bäume, v. a. den Lebensbaumbegriff betreffend sehr viel Facetten, die zu beleuchten reizvoll scheint. Ich bemühe mich dann, die Möglichkeit zumindest nicht aus dem Blick zu verlieren und die richtige Zeit für die richtigen Themen zu finden, auch wenn es auf manchen Gebieten recht langsam und sporadisch vorangeht.

Lektüresommer mit und ohne Bäume

Die Spannungslektüre habe ich heute gerade abgeschlossen, auch weil das so gut in die Sommerzeit passt. Aber mein Lektürestapel ist noch immer ziemlich hoch, also eine große Auswahl für die nächsten Wochen, in der philosophische und spirituelle Themen vorkommen, aber auch spezifische Baumliteratur, die ich in den letzten Jahren etwas vernachlässigt habe. Vor allem zum Rezensieren derselben komme ich fast gar nicht mehr. Deshalb ist meine Liste der Baumliteratur unter wunschbaum.de auch nicht mehr ganz auf aktuellem Stand. Vielleicht hängt das nicht nur an Zeitgründen, die bei verschiedenen parallel verfolgten Baumprojekten eben immer eine Rolle spielen, auch an einer gewissen Nivellierung des Niveaus. Gerade die populärwissenschaftliche Baumliteratur orientiert sich nur noch an dem, was in den letzten Jahrzehnten erfolgreich war. Und das waren neben den bekannten Bestsellern eines bestimmten Autors v. a. solche Bände, die eine Vielzahl von Baumartenporträts vorstellen und diese unter biologischen, kulturhistorischen, symbolischen und volkstümlichen Aspekten her beleuchten. Da sind Wiederholungen nicht selten und auch naheliegend. Aber das macht neue Veröffentlichungen dieser Art auch uninteressant. Man kann kaum noch Neues erfahren und sich zunehmend einer seriösen Quellenforschung auch nicht mehr sicher sein. So gehe ich auf dem Gebiet der Baumliteratur stark selektiv vor. Immerhin, ein Band hat meine Aufmerksamkeit wieder einmal geweckt, so dass der Lektüresommer auch die Bäume zum Gegenstand haben wird.