Sich gegen Rückschritte stellen

Diese krisenbedingte Lähmung im Kommunikationsverhalten, der Motivation und der reduzierten Aktivität der Menschen scheint endlos. Man erwartet immer wieder eine Auflösung dieses Umstands und erlebt doch eine weitere Fortsetzung. Da wäre tatsächlich der „Ruck“ von Nöten, von dem einer früheren Bundespräsidenten einmal gesprochen hat. Aber die Krisen sind eben international, so dass man eigentlich nicht weiß, von wem alles der Ruck ausgehen sollte und wen er alles erfassen müsste, um wirkliche Veränderung zu bringen. Eine Situation, mit der jeder überfordert zu sein scheint, und so geht das Suchen nach Lösungen und Überlebensstrategien weiter. Auf der Strecke bleibt die Weiterentwicklung dessen, was wirklich von Bedeutung ist. Die Arbeit an der Artikulierung und Durchdringung des Lebensprinzips, das immer bessere Verständnis dieses Prinzips in Richtung eines wirklich besseren, mit Fortschritten verbundenen Lebens in allen Bereichen. Wir dürfen diese Arbeit nicht völlig vernachlässigen, da uns das Jahrzehnte zurückwerfen könnte. Und so sehe ich als legitim und geradezu notwendig, gerade in Krisenzeiten wie diesen die Symbolik des Lebens und ihre kreative Verarbeitung, wie in den Wunschbaum-Projekten umgesetzt, immer wieder und immer noch zum Thema zu machen. Damit wir im Ergebnis keine massiven Rückschritte erleben.

Außermenschliche Natur und ausgleichende Gedankeninhalte

Fast jeder, den ich treffe, ist von den weltpolitischen Ereignissen dieser Tage schwer getroffen. Man kann es eigentlich nicht glauben, wie der Ukrainische Präsident es heute selbst ausgedrückt hat: Mitten in Europa, im Jahr 2022. Wie kann so etwas überhaupt sein. Antworten sind nach menschlichen Maßstäben nicht gegeben und wird die Energie und Zuversicht ganzer Völker stark in Anspruch nehmen. Aber ich denke, dass diese Gedanken und alle Energieströme, die davon ausgehen, ihre Wirkung nicht verfehlen werden. Die Gedanken werden sich bündeln und dieser irren Aggression das Möglichste entgegensetzen. Damit die Aggressoren aus ihrer Wut erwachen und bald schon ein Ansatzpunkt für Gespräche überhaupt wieder gegeben ist. Ich wünsche mir einen Stopp, bevor unzählige Menschen leiden und sterben müssen. Damit unsere Gesellschaften und die Welt als Ganze sich weiterentwickeln kann und nicht in tiefste und grausamste Zustände zurückgeworfen wird. Alles, was wir aus der nicht menschlichen Natur an Grundlegendem, Erdverbundenem und Ausgleichenden dafür nutzen können, muss jetzt in die Waagschale geworfen werden. Ich versuche mit meinen absolut friedvollen Baumsymbolprojekten einen winzigen Beitrag zu leisten, der u. a die aktuell erlebten Grausamkeiten als indiskutabel und zerstörerisch, eben das Gegenteil von aufbauend entlarvt.

Das grüne Leben der Bäume begreifbar machen

Wenn die Sonne über Stunden so schön durchbricht und bleibt wie heute, zieht es die Menschen förmlich in die Landschaft. So waren am frühen Nachmittag viele Menschen unterwegs, in spürbar gelassener Stimmung, die sie in sich wachsen lassen und auch ausstrahlen. So froh, dass wir solche Phasen im Spätwinter erleben dürfen, bevor das richtig ungemütliche Wetter, mit nasskalter Witterung und Sturm wieder zurückkommen. Eben das steht jetzt wohl in Kürze wieder bevor. Eine der für mich vorteilhaften Seiten solcher jahreszeitlichen Erscheinungen ist für mich, dass in solchen Phasen der Wunsch nach vegetabilem Leben wächst, der Wunsch, das neu aufkommende Pflanzenleben des Frühlings möglichst bald wieder wahrnehmen zu können. Und damit die Aufmerksamkeit auf die Bäume als die starken Lebenssymbole für uns Menschen. So registriere ich gerade seit den vorweihnachtlichen Wochen bis heute ein gewachsenes Interesse an den Produkten der Wunschbaum-Manufaktur, weil sie ganz physisch begreifbar das grüne Leben der Bäume, vermittelt über die Energie und Ästhetik ihres Holzes, vermitteln und die Interessenten dies auch glaubhaft finden und gerne in Anspruch nehmen. Eine Bestätigung für das erfolgreiche Weiterführen des langfristigen Projekts.

Grundlagen symbolischer Ausdrucksformen des Lebens

Die kunsthandwerkliche Arbeit wird wieder regelmäßiger. Das ist gut in diesen unsicheren und kaum prognostizierbaren Zeiten, da es erdet und immer wieder die Einstellungen und Verfassungen auf Null zurückstellt. Es gibt wohl kaum etwas Erholsameres, trotz zweifellos vorhandener körperlicher Anstrengung. Diesmal sind es wieder klassische Lebensbaum-Arten: Tanne und Linde. Eine Tendenz, die sich seit Ende letzten Jahres abzeichnet. Auch das ist sicher externes Zeichen für ein wachsendes Bedürfnis gerade danach: Die Grundlagen des Lebens und seiner symbolischen Ausdrucksformen wieder stärker zu betonen.

Lebenssymbolischer Höhepunkt

So ganz sind wir auch heute noch nicht mit der Weihnachtsdekoration zum Abschluss gekommen. Aber ich habe M. noch bei einigen weiteren Aufräum- und Reinigungsaktionen geholfen, so dass nicht mehr allzu viel dem Start in den nachweihnachtlichen Jahresanfang entgegensteht. Für mich selbst habe ich am Abend noch ein letztes Mal eine Reihe meiner Lieblingsweihnachtslieder gehört. Und nachdem auch die letzten noch eine Property Release erfordernden Microstock-Fotografien derzeit von den Agenturen geprüft worden sind, werde ich auch thematisch und kreativ die letzte Weihnachtssaison abschließen können. Mit den neuen Fotos vom Weihnachtszimmer und dem Weihnachtsbaum, der darin meist als markantes Hintergrundelement in Erscheinung tritt, bin ich sehr zufrieden, zumal diesmal ganz neue symbolisch Element, zudem in neue Kombination integriert sind. Dabei ist mir nochmal klar geworden, dass weniger das Vegetabile, sondern vielmehr das Licht und die Lichtsymbolik für unser Weihnachtsempfinden wesentlich sind. Am Weihnachtsbaum wird diese Symbolik nur enggeführt und gewissermaßen einem lebenssymbolischen Höhepunkt geführt.

Zarte Ansätze von Normalität

So langsam scheinen die Lebensgeister in diesem neuen Jahr doch zu erwachen. Jedenfalls konnte ich heute verschiedene Signale vernehmen, die anzeigen, dass es vereinzelt Pläne und Vorhaben gibt, hinter denen auch ein Interesse und die Andeutung von Zuversicht stecken. Das macht mich dann auch zuversichtlicher, nachdem der Blick in die nähere Zukunft zuletzt eher trüb zu sein erschien. Insbesondere wenn die Nachfrage nach Symbolen des Lebens, wie aktuell in Anfragen für Baum-Holz-Armbänder zum Ausdruck gebracht, wieder erkennbar wird, ist das für meine Sphäre schon ein Hinweis auf Regungen, die über die bloße Überlebenslogik hinausgehen. Auf das kommt es mir vor allem an, und darum, solche zarten Ansätze von vorkrisenhafter Normalität zu hegen und wachsen zu lassen.

Verlebendigung durch den Einsatz von Symbolformen

Dass ich mit meiner Einschätzung der kulturellen Atmosphäre in diesem Land nicht ganz allein bin, nehme ich in den letzten Tagen des Öfteren wahr. Tatsächlich äußern sich jetzt mehr Menschen dahingehend, dass wir uns vor einer Abstumpfung, einem Hang zum Stumpfsinn in allen gesellschaftlichen Bereichen vorsehen müssen. Den Grund für die Tendenz ist nicht offensichtlich, muss aber letztlich mit der Virus-Pandemie und ihren Konsequenzen zusammenhängen. Es ist, wie wenn die Menschen stärker auf sich selbst zurückgeworfen werden und im Zuge dessen aber die eher destruktiven Seiten, der Schatten wenn man so will, stärker zum Vorschein kommt als in unbeschwerten Zeiten. Die Pandemie hat eines nicht bewirkt – dass die Menschen kulturelle Potenziale und kommunikative Errungenschaften stärken bzw. weiter ausbauen. Es ist eher ein Rückschritt, eine Rückwärtsbewegung festzustellen. Ich bemühe mich für mich selbst und natürlich auch mit kommunikativer Strahlkraft dem bewusst und aufmerksam entgegenzuwirken, auch was schief läuft überhaupt einmal zum Thema zu machen, um damit positive Bewegung in Gang zu bringen. Das funktioniert mal besser, mal schlechter. Dass es notwendig und lebenswichtig für uns ist, scheint mir aber unzweifelhaft. Eine Verlebendigung durch die Arbeit mit Symbolformen, speziell über die Lebenssymbolik der Bäume, ist für mich weiterhin eine gute Möglichkeit, die ich gerade in diesen Zeiten weiterentwickeln will.

Leben und Tod als zyklisches Kontinuum

Auch dieses Allerheiligen, das uns als Feiertag gegönnt bleibt, hat sich für uns wie ein Feiertag angefühlt, obwohl es auf einen Montag fiel. Die Feiertagskultur in Deutschland sehe ich generell als eine große Errungenschaft an, von der ich hoffe, dass sie auch langfristig niemals allzu rationalistischen Denkweisen geopfert werden wird. Da Gs Grab schon seit einigen Jahren die Liegezeit überschritten hat und nicht mehr existiert, hat der Gedenktag nicht mehr dieselbe Anmutung für uns wie zu meinen Kindertagen und noch bis vor wenigen Jahren. Aber die fokussierte Chance, die Gedanken besonders konzentriert auf die verstorbenen Angehörigen zu lenken, ist immer noch eine sehr wichtige für uns geblieben. Denn diese Verstorbenen sind für unsere Familie immer sehr wichtig, bestimmen auch aus der Existenzform heraus, in der sie sich jetzt befinden, noch unsere Geschicke ein Stück weit mit. Dass das tatsächlich so ist, auch wenn es oft unbewusst bleibt, konnte ich heute noch einmal in einer der Vortragsmitschriften von Rudolf Steiner, diesmal aus dem Jahr 1918 nachlesen, in dem nicht nur die Präsenz der sogenannten Toten und ihre Bedeutung für unser aktuelles Schicksal, sondern auch generell die in bestimmten Rhythmen gestalteten Lebensabläufe der Lebenden in Bezug auf ihr künftiges Leben in den Zwischenwelten betrachtet wurde. So betrachten bilden Leben und Tod ein zyklisches Kontinuum, das ein ständiges Mitbeachten und Verstehen der geistigen Welt als Ambition nahelegt. Es ist ein Motiv meiner Beschäftigung mit den Bäumen als Lebenssymbole, diese Ambition täglich im Blick zu behalten.

Das Eigentliche und die Pflanzenwelt

Selbst für die Auszeit des Hochsommers sind diese Tage ungewöhnlich und wirken wie etwas Unwahrscheinliches auf mich ein. Es ist, wie wenn die verwirrte und desorientierte Krisenkommunikation, gepaart mit kollektiver Dauerdepression, nun eine Art Tatsache geworden wäre. Wie wenn man sich dauerhaft auf solche Zustände und Befindlichkeiten einzurichten gezwungen sieht. Ich bin sicher, dass das ein ebenso kollektive Täuschung, ein rekapitulierendes Missverständnis ist, dass das, was unseren aktuellen Stand geistiger und gesellschaftlicher Entwicklung betrifft, weitaus fortgeschrittener ist und sich nur deshalb nicht ausreichend Geltung verschaffen kann, weil anderes sich unaufhörlich in den Vordergrund schiebt. Das Eigentliche ist dadurch aber nur verdeckt, nicht etwa verschwunden. Ich suche täglich den Kontakt zu den Pflanzen in unmittelbarer Nähe, vor allem im Garten, zu den Bäumen, Stauden, Blumen und allem, was im Bereich der Pflanzenwelt sich hier verwirklicht. Denn das ist aktuell die einzige Möglichkeit, dieses Verdeckte für Momente sichtbar zu machen, aus seiner Verdeckung hervorzuholen. Wie alle Symbole des Lebens nie verschwinden, nur manchmal nicht die größte Aufmerksamkeit genießen. Es ist immer tröstlich zu wissen, dass sie immer da sind und mit uns ihre Lebensweisheit austauschen können, wenn wir das zulassen.

Symbolische Präsenz und geistiger Lebensquell

M. hat die künstlichen Pfingstrosen noch einmal neu arrangiert, nachdem sie gestern zu gedrängt in der Vase zusammenstanden und ihre symbolische Präsenz gelitten hatte. Heute erschienen sie weiter ausladend und gleichmäßig zueinander angeordnet, fast wie natürlich wirkend. Am wichtigsten ist aber ihre vegetative Symbolik und natürlich ihre Wahrnehmung während der Pfingstfeiertage selbst. Ich finde es tröstlich, dass uns solche Akzentuierungen und das bewusste Pflegen von Traditionen möglich sind und wir dies auch bewusst in uns aufnehmen können. Das gehört zu den Dingen, die der Familie einen besonderen Zusammenhalt geben, ähnlich den Pflanzen im Garten und allem, was damit an Arbeiten und Freuden zusammenhängt. Themen, die uns schon viele Jahre gemeinsam beschäftigen und die wir nicht nur als Thema und Beschäftigung im Rentenalter oder der Freizeit betrachten. Es liegt eine große Chance für unser aller Entwicklung darin, aus vegetativer Lebenssymbolik zum einen das Gemeinsame, zum anderen, was eigentlich dasselbe ist, die geistigen Quellen des Lebens im und für den Alltag zu erschließen.

Symbole des Lebens und der Entwicklung

Ein Feiertagsspaziergang war heute nicht möglich, oder jedenfalls wäre er nicht attraktiv gewesen, zu unbestimmt war die Witterung. Aber die Ruhe des Tages konnten wir doch in uns auf- und in der Wochenmitte als Geschenk wahrnehmen. Im Gespräch waren heute die Bäume gleich mehrfach Thema. Als Reminiszenz an unsere frühere Garteneinfassung mit der dichten Zypressenhecke, als Kommentar über die Wuchsfreude unserer beiden Feigenbäume, die sich sehr gegensätzlich bisher entwickeln, und als Hinweis einer Bekannten auf eine seltenere Baumart, die häufiger in Parks oder öffentlichen Grünflächen anzutreffen ist, den Amberbaum. Wieder ein Zeichen, dass die Bäume für viele Menschen auch im Alltag eine größere Rolle spielen und immer wieder Aufhänger und symbolische Träger einer Vielzahl von Bedeutungen sind, die im Zusammenhang mit der Reflexion des Lebens und seiner Entwicklung stehen.

Lebenssymbolische Konkurrenz der Everlasting Flowers

Fast ist es schon zu einer Tradition geworden, dass ich um diese Jahreszeit die über Monate gesammelten, aussortierten und getrockneten Strohblumen zunächst auf Drähte aufklebe, um sie später zu kleinen Sträußen zusammenzubinden. Die Auswahl ist in diesem Jahr nicht so groß geworden, auch weil ich nur die allerschönsten wirklich durchlasse, aber vom Vorjahr hatte ich noch mindestens die gleiche Anzahl mit ähnlichen Farben auf Vorrat, so dass es jetzt doch vielleicht zwei Sträuße werden könnten. Das Projekt ist dann für eines der kommenden Wochenenden reserviert, denn das Arrangieren und Binden braucht auch Zeit und Sorgfalt, da es sehr auf die Farbzusammenstellung und die richtige Wahl der Blütengrößen ankommt. Ich finde es in jedem Fall klasse, in der „Everlasting Flowers“ tatsächlich etwas vegetabil Zeitloses in schöner Form aufbewahren und jährlich aufs Neue zur Dekoration verwenden zu können, was nahezu substanzlos scheint und doch in jeder Blüte eine unglaubliche Formen- und Farbenvielfalt in faszinierender Komplexität und Schönheit zum Ausdruck bringt. Da machen die Blumen den Bäumen als Lebenssymbole mächtig Konkurrenz. Wahrscheinlich ist es auch die Ähnlichkeit in der Lebenssymbolik, die mich am Thema Strohblumen so interessiert, ein Thema, das vor einigen Jahren noch als angestaubt abgetan worden wäre. Aber die Dinge ändern sich gerade auf diesen Gebieten, weil die Menschen zunehmend ein Bedürfnis nach Konstanz und zeitloser Verlässlichkeit spüren.