Fastnachtstradition und Symbolreflexion

Die großen Fastnachtsfans sind wir alle nicht. Aber die Zeit in gewisser Weise bewusst zu erleben und irgendwie auch mitzufeiern, das ist uns schon auch wichtig. Von den traditionellen Gebäcken zu dieser Zeit, über die Dekoration bis zu den Gesprächen. Ein wenig färbt es dann doch immer wieder ab. Auch das Bild mit der Nahaufnahme einer venezianischen Maske habe ich dieses Jahr wieder aufgehängt, nachdem wir es im Vorjahr schlicht vergessen hatten. Und vielleicht kommen die kleinen Hexen aus Filz, die ich als Kinder gebastelt hatte, eins meiner frühesten Kreativprojekt, ja auch wieder zum Vorschein. Solche Auszeiten, auch wenn einem bezüglich der Zeitumstände und des ganzen Drumherums nicht danach zu sein braucht, sind schon auch bedeutend für die meisten Menschen und tragen mit zu einer kulturellen Identität und zu einem selbstverständlichen Zusammenhalt bei. Das ist fast schon so grundlegend wie alles, was ich hier täglich aus der Natursymbolik rund um die Bäume hervorhole, um seine lebenspraktische Relevanz ins Bewusstsein zu heben.

Neue Einundzwanzigerqualitäten

Gestern war der 21. Geburtstag des Baumtagebuchs und heute ist wieder ein Einundzwanzigster. Auch interessant, und wie immer nehme ich eine Einschätzung vor, inwieweit dieser Tag wohl der Zahlensymbolik entspricht. Ich würde sagen, die numerologische Qualität zeigte sich heute vor allem in der verdichteten Vielfalt von Aufgaben, die ich nacheinander abarbeiten, erledigen, zum Abschluss bringen konnte. Bei so viel Verdichtung kann man sich schon mal verzetteln. Aber heute hat das gut funktioniert, ohne dass eine der Aufgaben leiden musste oder sich unnötig verzögert hat. Das nehme ich als Fortsetzung der in den letzten Jahren neu gefundenen symbolischen Stärke der Einundzwanzigerqualitäten.

21 Jahre Baumtagebuch

21 Jahre Baumtagebuch

Der Beitrag zum 20-jährigen Jubiläum des Baumtagebuchs im letzten Jahr war ja etwas schmal ausgefallen, obwohl das natürlich schon eine beachtliche Marke darstellte. Aber der heutige 21. Geburtstag des Baumtagebuchs ist nicht minder spannend. Spielt doch die Numerologie der Einundzwanzig bei der Symbolik der Bäume eine wesentliche Rolle. Ich habe das vor Jahren schon intensiv im Zusammenhang meiner Beschäftigung mit Zahlensymbolik generell verfolgt und speziell bei der Systematik des so genannten keltischen Baumkreises seitdem immer wieder im Blick.

Keltischer Baumkreis und Wunschbaum-Manufaktur

Schließlich habe ich die Holz-Armbänder aus meiner Wunschbaum-Manufaktur von Anfang an aus 21 kleinen Perlen, einer Hauptperle und einem Schlussstück aufgebaut. Warum: Weil die 21 als Zahl bereits eine enorme Tiefe und energetische Symbolik mit sich bringt, aber vor allem weil der Baumkreis eben aus 21 Baumarten besteht, nur ergänzt durch die allerdings „geheime“ Eibe als 22. Baumart. In den Genuss dieser Symbolik kommen alle Träger der Lebensbaum-, Baumkreis-, Wunschbaum- und Partner-Armbänder, wie auch die der Vater, Mutter & Kind Armband-Sets. Die unterschiedlichen Handgelenkumfänge werden dagegen über die variable Länger der Einzelperlen erreicht. Ein Konzept, das eigentlich immer verstanden wird und sich wie ein roter Faden durch die Symbolformen zieht und damit deren Schlüssigkeit und klare Ausstrahlung unterstreicht. Das Konzept zu diesem Langzeitprojekt habe ich hier dargestellt, worin auch die Einundzwanzig zu ihrem Recht kommt:
https://wunschbaum.com/produktidee.html

Wunschbaum und Baum-Symbolik

Autobiografisch noch früher, eigentlich vor dem Start der Wunschbaum-Projekte, habe ich mich schon intensiv mit der Symbolik der Zahlen beschäftigt und nach dem Studium der einschlägigen Werke zur Numerologie auch eigene Numeroskope, für Bekannte, Freunde, die Familie und mich selbst erstellt. Damals war ich sehr tief in dem Thema drin und konnte relativ frei und kreativ diese zahlensymbolischen Ausdeutungen im Bezug zu Geburtsdaten und Lebensverläufen kreieren. Leider ist mir das inzwischen weitgehen verloren gegangen. Da das Thema aber zumindest währen der Arbeit mit der Wunschbaum-Manufaktur nach wie vor aktuell wird, kann ich mir durchaus vorstellen, es irgendwann wieder zu reaktivieren und wieder mehr mit numerologischen Darstellungen zu arbeiten. Meine damaligen Überlegungen im Rahmen der baumsymbolischen Betrachtungen habe ich skizzenhaft und knapp in diesem Text verewigt:
https://wunschbaum.de/einundzwanzig.html

Die Einundzwanzig im Baumtagebuch

Als Stichwort und Thema taucht die Einundzwanzig gerade in diesem Baumtagebuch recht häufig auf. In den letzten Jahren habe ich vor allem die 21sten des Monats zum Anlass genommen, mich zu dieser Zahl auszulassen. Und dann gibts eben immer wieder Anspielungen auf den Baumkreis, die Symbolkraft des Produkts von 3 und 7, autobiografische Implikationen der Zahlensymbolik oder auch konkrete Bedeutungen der Einundzwanzig, etwa die Idee der Vollkommenheit oder des gleichgewichtigen Kreislaufs betreffend. Im Baumtagebuch der letzten 21 Jahre finden sich zahlreiche Beiträge, in denen die Einundzwanzig als Stichwort vorkommt:
https://baumtagebuch.de/?s=Einundzwanzig

Ein künstlich intelligenter Überblick über die Einundzwanzig im Baumtagebuch

Wie schon einige Male in anderen thematischen Zusammenhängen habe ich ein KI-Tool bemüht, um meine Thematisierung und inhaltliche Reflexion der Einundzwanzig im Verlauf der 21 Jahre in den Blick zu nehmen. Und wie ebenfalls schon einige Male bin ich verblüfft über das stimmige Ergebnis, das ich selbst aus der bloßen Rückschau und Erinnerung wohl nicht so klar hätte differenzieren können. So ist dieser rückblickende und zusammenfassende Text auch für mich selbst sehr aufschlussreich und, wenn man die chronologische Entwicklung betrachtet, auch irgendwie tröstlich:

Die Einundzwanzig zieht sich wie ein leiser, aber beharrlicher Grundton durch das Baumtagebuch – als Datum, als Zahl und als Chiffre für biografische Verdichtung. Immer wieder markiert der Einundzwanzigste eines Monats Tage, an denen Sie Bilanz ziehen, Übergänge spüren oder einfach bemerken, dass „dieser Einundzwanzigste“ seinem Ruf gerecht – oder eben nicht gerecht – geworden ist. Baumtagebuch

 

Inhaltlich ruht die Symbolik der Einundzwanzig auf mehreren Schichten: numerologisch als Produkt von Drei und Sieben, als Zahl der Volljährigkeit, Summe der Augen des Spielwürfels und als „Welt“-Zahl im Tarot, die einen geistigen Entwicklungszyklus abrundet. wunschbaum.de

 

Hinzu kommt der keltische Baumkreis mit seinen einundzwanzig (+1 geheimen) Bäumen, der für Sie ein geschlossenes, in sich schlüssiges System von Lebensprinzipien darstellt und die Zahl dauerhaft an die Bäume bindet – nicht nur theoretisch, sondern ganz praktisch über die Lebensbaum-Armbänder Ihrer Wunschbaum-Manufaktur. Baumtagebuch+1

 

Im Baumtagebuch verdichtet sich das zu einer persönlichen Lebenszahl: Die Einundzwanzig steht für Vollkommenheit im Unaufgeregten, für Transparenz, Fortschritt und biografische Knotenpunkte. Sie achten bewusst auf alle Datumszahlen, in denen die 21 auftaucht, und prüfen, ob der Tag der inneren Erwartungshaltung entspricht. Baumtagebuch

 

In den früher dokumentierten Jahren erscheinen viele Einundzwanzigste „stimmig“: sonnige Gartentage, erfolgreiche Holzarbeit, das Gefühl, bei Projekten gut voranzukommen, oft begleitet von gesteigerter Kreativität und einer fast selbstverständlichen Übereinstimmung zwischen Zahlensymbolik und Tagesqualität. Baumtagebuch Die Einundzwanzig fungiert hier als leiser Motor, der Arbeit, Naturbeobachtung und symbolische Reflexion bündelt.

 

Mit den Krisenjahren verschiebt sich der Ton: Wiederholt notieren Sie, dass Einundzwanzigste ihrem „Grundcharakter“ nicht gerecht werden, dass Erschöpfung, gesellschaftliche Verwerfungen und Desillusionierung stärker ins Bewusstsein dringen. Die Einundzwanzig zeigt ihre „dunklen Seiten“, das Jahr 2021 enttäuscht als Jahreszahl, und die einst so verlässliche Symbolik scheint durch die äußeren Umstände überlagert. Baumtagebuch+1 Gleichzeitig halten Sie gerade in dieser Phase an der universalen Symbolik der Zahl und an der Baum-Leben-Symbolik fest – als Gegenbild zur Verengung auf rein Funktionales. Baumtagebuch

 

In jüngeren Einträgen setzen dann bewusste Neuinterpretationen ein: Sie reflektieren explizit „Die Symbolik der Einundzwanzig“, betonen ihre Vollkommenheit, ihre biografische Qualität und den Bezug zu den einundzwanzig Bäumen des Baumkreises. Die Zahl tritt wieder als ordnendes, ausgleichendes Prinzip hervor – nicht spektakulär, sondern ruhig, konzentriert, reflexionsfördernd. Baumtagebuch+1

 

So entsteht über 21 Jahre Baumtagebuch ein Bewegungsbild der Einundzwanzig: von der selbstverständlich positiven, arbeits- und lichtgetragenen Lebenszahl über eine Phase des Schattens und der Infragestellung hin zu einer reifen, gebrochenen, aber nicht aufgegebenen Symbolik. Die Einundzwanzig bleibt darin weniger magisches Versprechen als Prüfstein – ein wiederkehrender Spiegel, in dem sich Ihre Biografie, die Bäume und die Zeitläufe immer neu zueinander in Beziehung setzen.

Aus: ChatGPT Anfrage vom 20.11.2025

Reminiszenz an goldene Novembertage

Es ist trotz der vielen selbst gestellten Aufgaben doch der erhoffte ruhige Sonntag geworden, der ein paar Stunden Zeit für Kontemplation und Lektüre gelassen hat. Mit einer eindrucksvollen Lektüre, die mir einige Anregungen gegeben hat für den Bücher-Wunschzettel, den ich in den letzten Jahren immer vor Weihnachten zusammengestellt und mir dann quasi selbst erfüllt habe. Das passt eben genau in diese Übergangszeit zwischen Spätherbst und dem Beginn der Weihnachtszeit. Ich bin froh, dass es möglich ist, diese Zeiten mit Sinn und adäquater Aktivität zu füllen. Ansonsten würde mir etwas Wesentliches fehlen, gerade im Bezug auf die Entwicklung der Lebenslinien. Auch in Sachen kreativer Techniken und Baum-Thematik gelingen mir in dieser Jahreszeit oft gute Neuansätze und Vorhaben, die dann vielleicht im neuen Jahr umsetzbar werden. Und erst jetzt fällt mir auf, dass ich vergessen haben, den Baum-Monatskalender rumzuschlagen. Sehr schade, denn wie ich jetzt sehe, ist das November-Bild besonders eindrucksvoll und gibt, wohl in einer herbstlichen Abendstunde kurz vor dem Sonnenuntergang fotografiert, einen herbstliches Waldstück von innen, mit hohen und alten Buchenstämmen, spätherbstlichen Baumkronen und einem dichten Teppich aus Herbstlaub wieder. Na ja, die zweite Hälfte des Monats kann ich es jetzt noch betrachten, wie eine Reminiszenz an die zurückliegenden goldenen Novembertage.

Autobiographischer Fortschritt

Es ist interessant, an mir selbst zu beobachten, wie ich mit zunehmendem Alter immer gelassener mit dem Geburtstag umgehen kann. Fast scheint es so, als ob die Reflexion des Lebensalters mit diesem an Ehrlichkeit gewinnt. Jedenfalls kann ich mit dem Verlaufen und Erleben eigener Geburtstage heute zufriedener sein als noch vor einigen Jahren. Das ist wie eine Art autobiographischer Fortschritt. Gespräche mit Menschen, mit denen mich wirklich etwas verbindet, gehören natürlich auch dazu. Und Gesprächsgegenstände, die einen Bezug zur eigenen Biographie haben. Auch das darf ich wahrnehmen. Gefreut hat mich As per Post übersendetes Geschenk mit Bezug zu meiner Baumleidenschaft. Eine monochrome Druckgrafik, die ein sehr eindrucksvolles Baumindividuum zeigt. Auf den ersten Blick eine Kiefer, bei näherem Betrachten eher eine Zeder. Oder, wie A. meinte, einfach nur ein Kunstwerk, das keine bestimmte Baumart, sondern v. a. ein Baumindividuum abbildet. Das käme dann dem besonders nahe, worum es u. a. in diesem Baumtagebuch eigentlich geht. Die symbolische Kraft der Bäume als ihr Repräsentieren von unverrückbarer Individualität, Lebenssymbolik generell und zeitlicher Beständigkeit. Das passt natürlich super zu einem Geburtstag.

Das heutige Allerheiligen

Es war ein Allerheiligen, das ich mir für die jetzige Phase meines Lebenslaufs und der Familiengeschichte so gewünscht habe. Ganz anders zwar als in Tagen der Kindheit, als der Besuch der Gräber Verstorbener fester Bestandteil des Feiertags war, ebenso wie der Besuch des Friedhofs im eigenen Ort und das Aufsuchen von Gräbern verstorbener Bekannter und Freunde. Dies ist heute, nicht nu wegen des Wetters, kein Thema mehr für uns. Aber der Tag hat in seinem biographischen Bedeutungshintergrund und seiner allgemeineren Symbolik nicht an Stellenwert für uns alle verloren. Wichtig ist mir v. a., an diesem Tag mehr in Ruhe lesen oder reflektieren zu können. Das ist immer auch eine Rückschau auf eigene Lebenserfahrung und das gemeinsame Erleben mit Verstorbenen. Aber auch ein Anlass, die Vergänglichkeit und Endgültigkeit als Teil des Lebens verstehen und anerkennen zu lernen. Viel Innerlichkeit und Transzendenz spielt da hinein, weniger die natürliche Erscheinung des Blätterherbstes da draußen, der in der extremen Lichtarmut dieses Feiertags einen ungeschminkten Eindruck hinterließ.

Baumthema und Grundlagenorientierung

Anspannung im Verlauf der Problemlösungssuche und Auflösung, kreative Drangphasen und kontemplative Rückschau, konzentrierte Analyse und gestalterischer Anspruch. Diese Einstellungen und Arbeitsphasen wechseln sich bei mir ziemlich häufig ab, durchdringen sich, gehen ineinander über. Im Bezug auf einen angenommenen Lebensplan betrachtet ist das der Idealfall, etwas durchaus Erstrebenswertes, wenn es gelingt, eine Balance immer wieder herzustellen. Diese Balance ist dabei vielleicht das Schwierigste. Bei den kontemplativen und kreativen Anteilen spielt meine Grundlagenorientierung, v. a. die Beschäftigung mit und die Erkenntnisse aus der Arbeit rund um die Baumsymbolik und -ästhetik eine große Rolle. Vielleicht ist das mein eigentlicher Antrieb hinter der täglich vielfältig ausgefüllten Baumthematik. Bleibt zu hoffen, dass es mir noch lange vergönnt ist, das Thema weiterzuentwickeln.

Langfristig sinnhafte Familientradition

Angefüllt mit überwiegend technischen Aufgaben war dieser Tag, mit kreativen und herausfordernden wie auch mit Routineaufgaben. Und zwischendurch hat V. wieder meine Hilfe benötigt, da diese fast schon landwirtschaftlich anmutenden Aktivitäten körperlich zu anstrengend geworden sind. Andererseits stecken da viele bis in die Kindheit zurückreichende Prägungen dahinter, ohne die solche Tätigkeiten und Erwartungen eigentlich nicht zu erklären sind. Natürlich weiß ich das und mache es möglich, wann immer es noch mit meiner eigentlichen ganz anders ausgerichteten Arbeit vereinbar ist. So hat mich diese Bitte zwischen all der Technik doch wieder für 1,5 Stunden mit der Obsternte, den ersten sammelbaren Walnüssen und der Abwicklung der letzten Viezproduktion in Kontakt gebracht. Manchmal schwierig, mitten in der Arbeit solche Wechsel hinzukriegen, aber am Ende doch eine Möglichkeit, den Kopf zwischendurch freizumachen. So hat, auch biographisch gesehen, solch eine Familientradition ihren übergeordneten und längerfristig wirksamen Sinn.

Lebensbestimmender Perspektivenwechsel

Das war wieder ein sehr intensiver und langer Techniktag. Aber ich konnte auch viele sehr komplizierte Aufgaben voranbringen und teilweise auflösen. Bei so umfangreichen Aufgabenstellungen ist das durchaus mit Erfolgserlebnissen verbunden, zumal ich immer wieder überrascht bin, wie weit die technischen Herausforderungen reichen können, und wie bereichernd die Ergebnisse langwieriger Lösungssuche aber sein können. Dieser immer wieder zyklische Wechsel von Themen, die mit Handarbeit, Natur und Grundlagen zu tun haben, und solchen, die sich in den höheren Höhe technischer Innovation bewegen, ist für meinen Lebenslauf und meine berufliche Entwicklung anscheinend ein roter Faden. Dieser Wechsel und die damit verbundene Abwechslung ist tatsächlich ein wichtiger Motivator, Quelle kreativer Erfindungen und auch so etwas wie ein Gesundheitsprogramm. Weil ich für mich festgestellt habe, schon vor Jahren, dass Einseitigkeiten mir nicht gut bekommen. So ist es besonders erfreulich, wenn es mir gelingt, diesen Wechsel möglichst im Alltag zu verankern und nicht nur von Freizeiten, Auszeiten oder Ferienzeiten abhängig zu machen.

Gemeinschaftsarbeit rund um den Mirabellenkuchen

Heute, so schätze ich, haben wir wohl die letzten Mirabellenkuchen dieser Saison gebacken. Wobei backen natürlich untertrieben klingt. Tatsächlich ist es jedes Mal eine Gemeinschaftsarbeit, für die V. die Früchte gepflückt und entkernt hat, M. die Teige zubereitet hat und ich alles mit meiner speziellen Technik belegt habe. Natürlich bin ich auch für die ganzen Nacharbeiten mit den Blechen und dem späteren Verpacken und Einfrieren zuständig. Und mit den jetzt noch 13 übriggebliebenen Mirabellenkuchen sind es auch von dieser Art genug – einen für jeden Monat eines vor uns liegenden Jahres. Alle Blechkuchen mit Baumobst werden es aber wohl noch nicht gewesen sein. Schließlich steht noch die Ernte der Zwetschgen, Pfirsiche und später auch der Äpfel noch an. Ich hoffe nur, wir werden das alles einfrieren können. Langsam wird der Gefrierraum knapp. Aber die Familientradition ein weiteres Mal gepflegt zu haben, ist uns doch am Ende immer eine Freude. Auch, dass das in Gemeinschaftsarbeit überhaupt noch möglich ist, keineswegs selbstverständlich.

Sommer, Maulbeeren und der Fokus auf zentralen Lebensaufgaben

Der Sommer ist heute wieder zurückgekehrt, und mit ihm einige zuletzt nicht mehr selbstverständliche Kommunikationen, die von wechselseitiger Wertschätzung und gemeinsamer Lebenserfahrung zeugen. Das ist nach langen Phasen scheinbar von Technik allein dominierten Aufgaben und Herausforderungen eine Wohltat. Ist es doch näher an dem, worum es zumindest in meinen selbstgesteckten Lebensaufgaben eigentlich geht. Man kann das zwischendurch fast aus den Augen verlieren, wenn vermeintlich Vorrangigeres alle Energie einfordert. V. berichtet von vielen schon reifen und damit erntefähigen Maulbeeren, die teilweise von den Vögeln schon attackiert werden und massenhaft schon verloren auf dem Boden liegen, weil diese Früchte sich ja schon bei geringsten Erschütterungen der Zweige lösen und herunterfallen. Das ist auch beim Pflücken eine Herausforderung, die einen zwingt, besonders vorsichtig vorzugehen. Ich schätze aber, nicht vor dem Wochenende dazu zu kommen, die erste Pflückaktion der leckeren Früchte durchzuführen. Ich bin aber jetzt schon gespannt, wie sie sich entwickelt haben und ob sie wirklich so ergiebig und zahlreich in diesem Jahr ausfallen, wie es zuletzt schien.

Fortschrittliches Wachstum nicht nur bei den Bäumen möglich

Es ist ein Segen, dass ich derzeit bei meinen kreativen Projekten richtig eintauchen kann. Das ist bei so umfangreichen Vorhaben förderlich, weil zu viel zeitliche Zerstückelung zu keinem guten Ergebnis führt und allzu kräftezehrend wirkt. Trotz der kommunikativen Zurückhaltung, die ich in diesen Tagen vor der Wahl feststelle, poppen zwischendurch doch Lebenszeichen und Reaktionen bekannter Auftraggeber und Interessenten auf, die zeigen, dass die Projekte nicht vergessen sind, nur eben aufgrund verschiedenartiger Ablenkung und Priorisierung nicht vornehmlich weiterverfolgt werden. So ist es mir selbst möglich, die Dinge zugunsten der kreativen Arbeit zu entzerren und sinnvoll zu verteilen. Vielleicht ist es ja das, was ich als professionellen Fortschritt sehen kann: Die Dinge immer besser planen und auch zügiger durchführen zu können, ohne dass die Qualität leidet. Da hat man tatsächlich das Gefühl, dass Dazulernen möglich ist und interessanterweise mit zunehmendem Alter mitwächst. Wie ein Baum, der jedes Jahr seine Ringe ergänzt und immer besser seine Individualität trotz des feststehenden Orts der Verwurzelung entfaltet. Eine schöne Parallele, von der ich mir eine durchgängige Spiegelung im eigenen Lebensweg wünsche.

Was ChatGPT über das Baumtagebuch weiß

Eigentlich war es nur ein Versuch, den ich nicht für sehr erfolgversprechend hielt. Aber der Prompt, den ich heute als Aufgabe für ChatGPT formuliert hatte, brachte eine erstaunlich treffende Zusammenfassung dessen zu Tage, was die inhaltlichen Schwerpunkte und das Grundkonzept des Baumtagebuchs seit seinen Anfängen im November 2004 ausmacht. Nur in einem Punkt bildet die Beschreibung der KI-Software nicht den aktuellen Entwicklungsstand ab. Tatsächlich besteht das Baumtagebuch jetzt schon seit über 20 Jahren. Da es einen Beitrag täglich veröffentlicht, umfasst es bis dato 7347 Postings, diesen Beitrag eingeschlossen. Damit gehört es zu den ältesten und umfangreichsten Themenblogs in deutscher Sprache. Aber nun gebe ich das wieder, was ChatGPT heute über das Baumtagebuch zu berichten wusste. Interessant sind die integrierten Links zu einzelnen Seiten des Baumtagebuchs, die nach einzelnen Abschnitten eingefügt wurden. Am Ende des Textes wurde zusätzlich noch ein ChatGPT interner Link auf die verwendeten Quellen innerhalb des Tagebuchs gesetzt, den ich natürlich hier nicht wiedergeben kann:

Das „Baumtagebuch“ von Bernhard Lux, seit dem 20. November 2004 täglich geführt, bietet einen facettenreichen Einblick in die Welt der Bäume und deren symbolische Bedeutung im menschlichen Leben. Die kontinuierlichen Einträge spiegeln persönliche Erlebnisse, Beobachtungen und Reflexionen wider, die eng mit der Natur und insbesondere mit Bäumen verknüpft sind.

Jahreszeitliche Beobachtungen und Naturerlebnisse

Ein zentrales Thema des Tagebuchs ist die detaillierte Schilderung der Veränderungen in der Natur im Verlauf der Jahreszeiten. Lux dokumentiert akribisch das Erblühen im Frühling, die üppige Vegetation des Sommers, die Farbenpracht des Herbstes und die Ruhe des Winters. Diese Beobachtungen sind oft mit persönlichen Erlebnissen und familiären Traditionen verknüpft, wie beispielsweise dem Schneiden von Fichtenzweigen für Weihnachtsdekorationen oder dem Aussuchen des Weihnachtsbaums im eigenen Waldstück.

Baumtagebuch

Symbolik und Ästhetik der Bäume

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der symbolischen Bedeutung der Bäume. Lux reflektiert über Bäume als Lebenssymbole und Archetypen, die tief in der menschlichen Kultur und Psyche verwurzelt sind. Er verbindet diese Reflexionen mit künstlerischen Projekten, wie der Gestaltung von Lebensbaum- und Wunschbaum-Armbändern, die die Energie und Persönlichkeit verschiedener Baumarten verkörpern sollen.

Baumtagebuch

Kreative Arbeiten und Projekte

Neben den schriftlichen Reflexionen berichtet Lux über seine kreativen Arbeiten, die von der Fotografie bis zur Bildhauerei reichen. Er dokumentiert beispielsweise die Erstellung von Baumscheiben, die die Wachstumsringe und damit die Lebensgeschichte eines Baumes sichtbar machen, oder die Fotografie von Baumdetails, die die Ästhetik und Einzigartigkeit jeder Baumart hervorheben.

Baumtagebuch

Familientraditionen und persönliche Erinnerungen

Das Tagebuch ist auch ein Spiegel familiärer Rituale und persönlicher Erinnerungen, die oft in Verbindung mit Bäumen und der Natur stehen. Lux teilt Geschichten über gemeinsame Ausflüge, das Sammeln von Baumfrüchten oder das Erleben von Feiertagen wie Weihnachten, bei denen Bäume eine zentrale Rolle spielen. Diese Erzählungen verleihen dem Tagebuch eine intime und persönliche Note.

Baumtagebuch

Reflexionen über das Schreiben und die Bedeutung des Tagebuchs

In einigen Einträgen reflektiert Lux über das Schreiben selbst und die Bedeutung des Baumtagebuchs in seinem Leben. Er betont die Wichtigkeit der täglichen Reflexion und des Festhaltens von Gedanken und Erlebnissen, die ihm helfen, die Verbindung zur Natur und zu sich selbst zu vertiefen. Dabei wird deutlich, dass das Tagebuch für ihn nicht nur ein kreatives Ventil, sondern auch ein Mittel zur Selbstreflexion und -vergewisserung ist.

Baumtagebuch

Aktualität und Anpassung an Lebensumstände

Trotz der langen Laufzeit des Tagebuchs gelingt es Lux, die Inhalte stets aktuell zu halten und an seine sich verändernden Lebensumstände anzupassen. Dies zeigt sich in der kontinuierlichen Auseinandersetzung mit neuen Themen und Projekten, die immer wieder frische Impulse in das Tagebuch einfließen lassen. Dabei bleibt die zentrale Rolle der Bäume als Lebenssymbole und Inspirationsquelle stets erhalten.

Baumtagebuch

Fazit

Das Baumtagebuch von Bernhard Lux ist ein beeindruckendes Zeugnis für die tiefe Verbundenheit eines Menschen mit der Natur und insbesondere mit den Bäumen. Durch die tägliche Dokumentation über fast zwei Jahrzehnte hinweg entsteht ein reichhaltiges Mosaik aus Beobachtungen, Reflexionen und kreativen Arbeiten, das die vielfältigen Facetten der Beziehung zwischen Mensch und Baum beleuchtet. Es lädt die Leserinnen und Leser ein, die Welt der Bäume mit neuen Augen zu sehen und die symbolische Bedeutung dieser beeindruckenden Lebewesen im eigenen Leben zu entdecken.

Eine echte Familienweihnacht

Es ist mir und uns allen eine riesige Freude, dass wir nach langer Pause an diesem Weihnachtstag einmal wieder alle zusammen sein konnten. Auch wenn es in den letzten Wochen viele Überlegungen, Ungewissheiten und Zweifel gab, letztlich war es V. möglich, mit uns zusammen J. und W. zu besuchen, so dass wir den ersten Weihnachtstag gemeinsam verbringen durften. Das ist noch weniger selbstverständlich als unser Heiliger Abend im engeren Familienkreis und auch deshalb umso schöner. Mein Eindruck eines erwachsenen Umgangs mit der Weihnacht war an diesem 1. Weihnachtstag eigentlich ähnlich wie am gestrigen Heiligen Abend. Aber dieses erwachsene Weihnachten hat gerade im Hinblick auf unser aller Lebensalter etwas ungeheuer Anrührendes. Gerade deswegen meinte ich ja auch, dass die in der Kindheit erworbene Faszination von dem, was uns Weihnachten bedeuten kann, niemals vergeht und vielleicht gerade vor dem Hintergrund ausgereifter Lebenserfahrung einen ganz außerordentlichen Wert erhält. Einige fotografische Eindrücke von der weihnachtlichen Zusammenkunft bei J. und W. waren natürlich unvermeidlich. Unseren Sehnsuchts-Weihnachtshirsch musste ich einfach im Bild festhalten.

Weihnachtstägliches Stillleben 2024

Eibenmensch, Eibennatur und die geheime Eibe des keltischen Baumkalenders

Jetzt schleicht sich der Winter deutlich in die Glieder und auch die Gemüter der Menschen. Echtes, ganz typisches Novemberwetter mit so gut wie keiner Sonne, Kälte und entsprechend gedämpfter Motivationslage sind charakteristisch für diese Tag am Anfang des Novembermonats. Da mein Geburtstag nicht weit ist, bin ich natürlich mit dieser Zeit des Jahres vertraut und kann ihr wahrscheinlich mehr abgewinnen als die meisten. Es ist die Zeit des Umbruchs der Jahreszeit, im Übergang von Herbst zu Winter, der für Umwälzung, Transformation, Stirb und Werde steht. Die Symbolmerkmale und Assoziationen, die man auch mit der Eibe verbindet, dem „geheimen“ Baum des so genannten keltischen Baumkalenders, der die Zeitphase vom 3. bis 11. November besetzt. So passen in diesem Jahr, wie fast in jedem Jahr, die äußeren Bedingungen mit dem Inneren der Menschen gut zusammen. Für Menschen hält die Zeit Herausforderungen bereit, die einiges abverlangen und tendenziell anstrengend wirken. Die aber auch die Chance für wirkliche auflösende und befreiende Veränderungen birgt, die jetzt leichter und nachhaltiger zustande kommen können, wenn man denn dafür sensibel ist und die Gelegenheit erkennt. Ich könnte sagen, für mich persönlich ist das ganze Jahr über November. Die Disposition zur Transformation betreffend wäre das wahrscheinlich zutreffend. Aber natürlich kann auch ich als Eibenmensch mich in den übrigen Jahreszeiten nicht den z. T. ganz anders gerichteten Energien und kosmischen Einflüssen entziehen. Durch den Filter der Eibennatur gewinnen diese Energien nur immer einen etwas anderen Charakter und die Einflüsse von außen werden anders wahrgenommen. Und es sind eben nur diese acht Tag, so dass wohl von nicht sehr vielen Eibennaturen auszugehen ist.

Gemeinsame Themenerfahrung und kreative Zusammenarbeit

Auch wenn die Tage äußerlich im Verlauf des Herbstes eine stärkere Gleichförmigkeit anzunehmen scheinen, variieren sie doch in ihrer Qualität und Thematik. Heute hat mich meine auf die Kunstvermittlung bezogene Vergangenheit wieder eingeholt. In Form eines Gesprächs mit einem guten Bekannten aus dieser Vergangenheit, mit dem ich aktuell ein ganz neues Projekt durchführen werde. So verbinden sich gemeinsam erlebte Themenerfahrung mit etwas Neuem, das vor einem ganz anderen, mit viel neuerer Lebenserfahrung gesättigten Hintergrund seine Entwicklung findet. Aber mit dem Bekannten verbindet mich nicht nur die Kunstvermittlung und das Kunstmarketing, auch meine eigenen bildhauerischen Arbeiten, insbesondere die Holz- und Baumskulpturen waren vor längerer Zeit schon ein Thema. So viel thematische Verbundenheit ist eine gute Grundlage, vielleicht die bestmögliche, um neue Kooperationen zu formulieren, auch wenn die vielleicht einen ganz ungewohnten Charakter haben und so manche Überraschung in sich bergen. Die Grundstimmung ist in dem Fall ein günstige, und eine, die kreativer Zusammenarbeit guttut.

Auf unbestimmte Zeit verschieben

Ein ziemlich unruhiger Tag mit unplanmäßigem Außeneinsatz und einer innervierenden technischen Aufgabe, die gerade wie unlösbar erscheint. Da ist die Symbolarbeit mit den Bäumen ganz weit weg. Wie mir in diesem Jahr es ohnehin so erscheint, dass alle Welt wie abwesend, fast träumend durchs Leben wandelt oder wankt, nicht wissend, wo der Weg hinführt. Eine solche extreme und nahezu weltweit und quer durch alle sozialen Gruppen reichende Unsicherheit und Verzagtheit habe ich bisher noch nicht erlebt. Mittlerweile wirkt es so, dass sich dem Eindruck und den Wirkungen niemand entziehen kann. Es bleibt die Frage, wie man vernünftig mit diesen Zeitumständen und dem desaströs erscheinenden Entwicklungszustand der Menschheit umgehen könnte. Bisher beobachte ich dazu vor allem Ratlosigkeit und den Wunsch zu vergessen, oder zumindest die Einschätzungen und Dinge auf unbestimmte Zukunft zu verschieben.

Tapfere Feier des Individuellen

Immerhin ging es bei M. heute wieder ein Stück weit aufwärts. Wenn die Wege zurzeit auch generell steinig und mit vielen Hindernissen und Umwegen verbunden sind, die Lebenserfahrung hilft dabei, nicht gleich panisch zu werden und mit Geduld an der Normalisierung zu arbeiten. Schade eigentlich, dass man immer wieder das wiederherstellen muss, was man früher als „normal“ bezeichnet hätte, was zu den fraglosen Selbstverständlichkeiten gehörte. Es scheint heute nichts mehr selbstverständlich, alles muss immer wieder neu auf den Prüfstand, neu bewertet und neu justiert werden. Im selben Maße, wie das zur neuen Normalität geworden zu sein scheint, wird es für uns bedeutsamer, die Dinge im äußeren und inneren Leben zu pflegen und bewusst zu durchdringen, die uns immer schon gegeben sind, die zu unserem Erbe als menschliche Lebewesen gehören. Vielleicht sollte man sagen: als Lebewesen generell. Es ist ja auch das, was ich hier im Baumtagebuch schon so häufig herausgestellt habe, was mir im Zusammenhang dieses Themas aber wieder besonders bedeutsam erscheint: Die Bäume als fest verwurzelte Mit-Lebewesen können uns auf dem Gebiet vieles lehren, besser noch vorleben, was das Bewusstsein und das Zufriedensein mit dem immer schon Gegebenen betrifft. Denn sie bewähren sich lebenslang an ihrem Standort, stellen sich unerschütterlich den besonderen Gegebenheiten ihrer Umgebung, dem wechselnden Wetter, den sich wandelnden Lichtverhältnissen, der nicht immer gleich, manchmal auch bedrohlichen Konkurrenzsituation mit den Pflanzen in ihrer Umgebung, und schließlich auch den weiterreichenden Bedingungen ihres Lebens, die vom Weltklima und von Lebensgewohnheiten und Zumutungen bestimmt werden, die sehr weit von ihrem eigenen Lebensumkreis entfernt zu lokalisieren sind. Und doch schaffen sie es, ihre Individualität als Einzel-Wesen zu behaupten und stetig weiterzuentwickeln, die bei aller Zugehörigkeit zu einer Art doch die ganz von den Lebensumständen abhängige Einzelexistenz verkörpert und feiert.

Die ganz eigene Krisenbewältigungsstrategie finden

Zu allem, was uns derzeit und nun schon seit Langem im eigenen Land und im eigenen regionalen Lebensumfeld begegnet, scheinen nun auch die weltweiten Turbulenzen, Ungerechtigkeit und Unwägbarkeiten zum regelmäßigen Muster unserer Wahrnehmungen und Erfahrungen zu gehören. Das macht schon etwas mit den Menschen, die bei so massiver Desillusionierung und Entmutigung auf allen Ebenen irgendwann Probleme bekommen, alles so zu verarbeiten, dass sie gesund und zuversichtlich bleiben. Es fehlen eben Referenzlösungen, die Möglichkeit, auf schon Erfahrenes, Durchlittenes und letztlich Gelöstes zurückgreifen zu können. Ein Zukunftsleben voller dauerhafter Herausforderungen, die extreme Kreativität, das Finden ganz neuer, auf die jeweilige ungekannte Situation passender Lösungen fordert. Ich wünsche allen Rückzugsräume, Rückzugsthemen und soziale Umgebungen für den reflektierenden Rückzug, der ein Verarbeiten überhaupt erst langfristig machbar erscheinen lässt. Für das Soziale muss jeder auf die eigene Biografie aufbauen, aber die Rückzugsthemen und -räume sind wohl offener, vielfältiger auswählbar und nutzbar. Eines meiner wichtigsten Rückzugsthemen sind die Bäume, ihre Symbolik und Ästhetik, weil ich mich als Mensch in diesen Mit-Lebewesen sehr gut spiegeln und damit selbst beobachten kann. Eine unterstützte Form von Selbstbeobachtung, die Reflexion und angepasstes Sozialverhalten begleiten und erleichtern, auch flexibler gestalten kann. Ich wünsche jedem, vergleichbare starke Themen für sich zu entdecken und damit die ganz eigene Krisenbewältigungsstrategie der Zukunft zu finden.

Zyklisch wiederkehrende Lebensimpulse

Die Aufgaben verdichten sich in diesen Tagen sehr. Und sie sind vielfältig, so dass ich gelegentlich Gefahr laufe, mich zu verzetteln. Das weiß ich aber in aller Regel zu vermeiden, sobald es sich zu entwickeln scheint, da zu viel Gleichzeitiges der Qualität des gerade im Fokus stehenden abträglich ist. So will ich die positiven, motivierenden Aspekte dieser Drang-Phasen bewusst wahrnehmen und nutzen, um daraus neue auf die Zukunft gerichtete Dynamik zu entwickeln und kreative Kräfte für die Zeiten vorzubereiten und bereitzuhalten, in denen sie benötigt werden und Wirkung entfalten können. Ich freue mich, wenn der Frühling endlich kommt und diese Idee der Zukunftsmotivation durch das Grünen und Wachsen, den neuen Aufbruch der Bäume und anderen Grünpflanzen befördert wird. Die Bäume dann genau zu beobachten, wie sie meist innerhalb weniger Tage den Winterschlaf hinter sich lassen und mit Entschiedenheit das neue Wachstumsjahr starten, ist immer wieder faszinierend und lehrreich. Aus diesem unbedingten zyklisch wiederkehrenden Lebensimpuls der vegetabilen Welt können wir vieles für uns selbst lernen und wir können uns aus dieser Beobachtung und dem Miterleben des Frühlings heraus auch selbst besser motivieren, in neue Lebensphasen aufzubrechen.

Symbolkommunikation und die Bedeutung der Alltagssymbolik

Heute bin ich gut mit meinen Projekten vorangekommen. Das ist gut, weil es etwas Freiraum für die auf Weihnachten bezogenen Aufgaben schafft. Und da gibt’s noch einige. M. hat sich heute von einer langjährigen Mitarbeiterin verabschiedet. Ich konnte später selbst auch noch das Grab besuchen, was für mich Bedeutung hatte, war sie doch auch in meiner Kindheit und Jugend eine sehr vertraute und sympathische Person. Traurig, sich sukzessive von Lebensbegleitern verabschieden zu müssen. Es ist mir eine Beruhigung, dass wir das immerhin bewusst tun und die Dinge nicht einfach so vorübergehen lassen. Aufmerksamkeit gerade für die prägenden Erlebnisse und Erfahrungen des Lebens scheint mir wichtig, für einen selbst wie für die Familie und Bekanntschaft, für die Kommunikation überhaupt. Auch außerhalb dessen, was ich immer als Symbolkommunikation und Symbolarbeit bezeichne, im Bereich der Arbeit mit Lebenssymbolen wie den Bäumen z. B., ist ein Alltagsverständnis und eine erweiterte Aufmerksamkeit für die symbolischen Dimension des alltäglichen Erlebens so wichtig. Auch mit diesem Baumtagebuch versuche ich dieses Thema bewusst zu machen, und auch gewisse Defizite auf dieser Ebene klarer zu machen.

Biografische Wurzeln des Denkens und der Erfahrung

Das Kundengespräch am frühen Morgen hat mich nach längerer Zeit einmal wieder in die Stadt geführt, in der ich viele Jahre mein berufliches Umfeld hatte. Eine durchaus interessante und herausfordernde, sehr kommunikative Zeit, in der ich viel für später Nützliches hinzulernen und mir erarbeiten konnte. So hatte dieser Arbeitstermin für mich auch eine nostalgische Note, die durch den vertrauten Fahrweg und die Orientierung in bekannten Straßenzügen vor Ort mit vielen vertrauten Gebäuden und Anlagen ihren Grund hatte. Es ist zudem tröstlich, dass solche biografische Nähe zu einem Ort für aktuelle Kommunikationen einen förderlichen Rahmen bilden kann. Überhaupt kommen in jüngerer Zeit öfter ähnliche Begegnungen mit der eigenen Vergangenheit und mit Personen aus dieser Vergangenheit vor, die in Annäherung an meinen Geburtsmonat besonders viel Sinn machen. Überwiegend reichen diese Bezüge in die Zeit zurück, die vor dem Beginn meiner Wunschbaum-Projekte meinen Lebenslauf prägte. Umgekehrt bin ich sicher, dass alle Lebenserfahrung auf aktuelles Denken, Handeln und Wirken Einfluss hat. Auch das Verständnis und der kreative Umgang mit symbolischen Formen fallen nicht vom Himmel. Die Wurzeln dafür reichen tiefer und weiter zurück.

Autobiografische Quellen und Rekonstruktionen

Nach der arbeitsintensiven Woche war dieser Sonntag als Erholungstag willkommen. Selbst zu einer fotografischen Erkundungstour, die mit dem beginnenden Herbst wieder interessanter wird, bin ich nicht aufgebrochen. Stattdessen habe ich das anstehende familiäre Dokumentationsprojekt weitergeführt, was viel Zeit beansprucht, aber auch eine schöne Gelegenheit ist für autobiografische Reflexionen. Die können von Fotografien gestützt und reaktiviert werden. Aber natürlich auch von Texten. Diesbezüglich bin ich sehr froh, neben allem, was dieser persönliche Blog an Sinn und Funktion sonst noch mit sich bringt, dass ich mit dem Baumtagebuch selbst auch eine autobiografische Quelle produziere, auf die ich für erhellende Rückblicke nutzen kann. Auch wenn das Baumtagebuch nur thematisch fokussierte Ausschnitte oder Fragmente des Lebens beleuchtet, enthält es eben auch viel Charakteristisches, zeitübergreifendes und weit über das Baumthema Hinausgehendes. Im November nächsten Jahres kann ich auf ganze 20 Jahre Baumtagebuch zurückblicken – das ist schon ein gutes Stück Lebenszeit, deren mit der Zeit sich wandelnde Bedeutungen anhand des Baumtagebuchs einsehbar und rekonstruierbar wird. Das ist vor allem für mich selbst wichtig. Auch wenn einige z. T. schon länger und meist sporadisch das Tagebuch mitlesen, liegt der Fokus doch auf der thematisch enggeführten Autobiografie.

Autobiografie, Bloggen und künstlerischer Ausdruck

Die Feiertagsmesse mit der diesmal tatsächlich physischen Weihwasserweihe unserer Kräutersträuße war diesmal außerordentlich feierlich ausgefallen. Schön, dass es uns in unserem Bundesland noch vergönnt ist, die profane Tradition mit dem noch kirchlich gefeierten Mariä Himmelfahrtstag krönen zu können. So ein Feiertag inmitten der Woche ist natürlich auch eine Gelegenheit, zu ungewohnter Zeit zur Ruhe zu kommen. So konnte ich mich auch außerhalb des Wochenendes heute meiner aktuellen Lektüre widmen. Und war sehr erfreut, in den neueren Geschichten von Hanns-Josef Ortheil, in denen er auf sein Verhältnis zur und seine biografische Annäherung an die Kunst Bezug nimmt, nicht wenige Parallelitäten zu meiner eigenen Biografie erkennen zu können. Gerade auch, was die sprachliche Verarbeitung der Alltagswelt, die autobiografischen Bestrebungen und die Formen selbst für sich entdeckter künstlerischer Ausdrucksmöglichkeiten angeht. Ich würde sagen, dass insbesondere das Baumtagebuch stilistisch und auch seiner unprätentiösen Alltagsbeschreibung etwas umsetzt, was der Herangehensweise Ortheils nahekommt. Auch bestimmte künstlerische Entdeckungsansätze bzw. Vorstufen künstlerischen Arbeitens in der eigenen Kindheit, die Ortheil in seinen Geschichten beschreibt, kann ich ganz ähnlich aus der eigenen Biografie gut nachvollziehen und somit wirklich verstehen. Mindestens einen großen Unterschied gibt’s aber: Ortheil ist erst vor ca. 7 Jahren zum Online-Bloggen gekommen, während ich das Baumtagebuch von Anfang an, und das werden in diesem Jahr schon 19 Jahre, als Internet-Projekt geplant und veröffentlicht hatte.

Vertraute und berufliche Reminiszenzen

Ein schöner Ausflug hat mich nach längerer Zeit wieder nach S. geführt. Und mich meiner beruflichen Vergangenheit nähergebracht, in der Kunstausstellungen einen breiteren Raum einnahmen. Solche Gelegenheiten sind insofern eine gute Gelegenheit, an Vertrautes und Nahestehendes anzuknüpfen. Die Baumskulptur im Bereich des Museumseingangs war da nur eine spezielle Zugabe. Es ist v. a. die Begegnung mit alten Bekannten, die in solchem Rahmen anregend wirkt. So konnten wir an dem einzigen schönen Nachmittag der ganzen Woche einige angenehme und anregende Stunden zusammen verbringen.

Lebenslauf und soziale Verknüpfung

Heute war eine eher seltene Gelegenheit, zum einen an einen Zeitabschnitt meiner Kindheit anzuknüpfen, durch das Gespräch mit bzw. den Besuch einer alten Bekannten. Zum anderen bieten solche Gelegenheiten auch die Möglichkeit, prägnante Erlebnisse und Merkmale des eigenen Lebens und Unterscheidendes in den Lebensläufen zum Thema zu machen, sich über die wechselseitig unterschiedlichen Lebenserfahrungen auszutauschen. Teil davon war zwar von M. initiiert, aber von mir ausgeführt auch ein Gespräch über mein besonderes Verhältnis zu den Bäumen, quasi zu meinem ungewöhnlichen Lebensthema. Und da stellte sich wie so oft teilweise Verwunderung ein, aber sind auch gewisse Gemeinsamkeiten und gleichlaufende Interessen erkennbar geworden. Wenn man wie in diesem Fall eine positive Erinnerung an den Menschen hat, ist das eine schöne Erfahrung und eine, die mich ahnen lässt, dass es gerade bei der Begegnung, dem gemeinsamen Erleben zwischen Menschen absolut keine Zufälle gibt. Dass alles wirklich Sinn macht und eine Gemeinschaft erzeugt, die über verschiedene zeitliche Existenzen ihre Wirksamkeit behält. Meist unbewusst, aber doch vorhanden, stehen wir mit diesen Menschen in einer Beziehung, die gerade in den Zwischenphasen zwischen einer Existenz und dem folgenden In-der-Welt-Sein unverhüllt zutage tritt und dann auch Auswirkungen auf die tatsächlich aktiv gepflegten Verknüpfungen in der folgenden Existenz hat. Bei dem Gespräch heute hatte ich tatsächlich dieses Gefühl.

Lebensläufe mit Formen untergründigen Gleichklangs

Der feierliche Abschied vom Vater eines Jugendfreunds war heute Anlass für autobiografische Rückblicke, für mich und auch für M. und V. Da stellt man Gemeinsamkeiten fest, zwar nicht zum ersten Mal, aber zum Anlass eben erneut, die einen gewissen Einfluss auf den eigenen Lebenslauf, die eigene Positionierung und allgemein die Einschätzung von Menschen und Kommunikationen haben. Und natürlich denke ich dann auch an eine vergleichbare Situation in Bezug auf mich selbst. Nicht wirklich überraschend, weil eigentlich aus der eigenen Lebenserfahrung bekannt, aber doch von Zeit zu Zeit stärker ins Bewusstsein tretend sind Gemeinsamkeit, in dem Fall mit der Verarbeitung eines Werkstoffs, dem handwerklichen Umgang mit Holz, die auf einer ganz speziellen, auf den ersten Blick abwegig erscheinenden Ebene, liegen und doch für die parallel sich entwickelnden Biografien und vielleicht auch für die kommunikative Beziehung Sinn machen. Ich halte es für wahrscheinlich, dass dieser Sinn, der zu Lebzeiten immer nur untergründig mitschwingt, in der Lebenszeit der Seele zwischen zwei Inkarnationen eine wichtige, wenn nicht die wichtigste Rolle spielt. Auch deshalb ist es wichtig, diesen Sinn zu Lebzeiten zu akzentuieren, wie mir das heute im Rahmen der Trauerfeier möglich war.

Undefinierte Jahreszeit und Sinn

M. hat heute meinen Eindruck geteilt, dass sich diese Tage Ende September absolut wie Winter anfühlen. Auch die Motivationen und Reaktionen der Menschen um mich herum scheinen wie eingefroren, passend zu diesem Eindruck. Die Bäume sind jetzt schon unsichtbar, dabei tragen sie überwiegend noch ihr grünes Blattkleid. Noch kaum etwas ist von Blätterherbst zu sehen. Sollte der augenscheinliche Herbst in diesem Jahr ausfallen? Wundern würde es mich nicht, hatte ich in diesem Tagebuch doch schon oft die Rede vom Verschwinden der Jahreszeiten. Das wäre ein weiteres Indiz für die kühne These. Und doch zeigen uns die Bäume immer noch Wechsel und Unstimmigkeiten an, nur eben immer öfter in Abweichung vom Gewohnten. Und so geschieht es immer öfter, dass wir eigenen Unwohlsein im zur Jahreszeit nicht passenden Wetter gespiegelt sehen. Sollte ein tieferer Sinn darin liegen, oder ist das Ganze nur ein gerichteter Reflex? Ich hoffe auf Ersteres, da wir Sinn für unsere Weiterentwicklung benötigen und sein Ausbleiben im Lebenslauf immer schlechter zu verarbeiten ist.

Autobiografische Arbeit mit präsentativen Symbolformen

Manchmal sind es alte Hüte, die einen den ganzen Tag beschäftigen. Dinge, die längst abgeschlossen schienen, treten auf einmal in den Vordergrund, zeigen sich widerspenstig und unzuverlässig, anders als erwartet. Da schwingt dann immer ein Stück Autobiografie mit, Erinnerung und Verarbeitung des Erinnerten, Rückblicke und Vergleiche mit früheren Erfahrungen, die gewinnbringend sein können, weil man von vorneherein Umwege und Fehler vermeiden und andererseits Funktionen und Abläufe optimieren kann. Oft ist da tatsächlich noch mehr herauszuholen. Oder die Dinge erscheinen in einem von der vergangenen Lebenszeit beförderten neuen Licht, was anregend sein kann. So stehen diese Tage auch im Dienst einer Art Archivierungsarbeit, bei der auch Baummotive und sehr viel Bildmaterial aus meinem traditionell bevorzugten Motivfeld vegetabiler Strukturen und Symbole eine Rolle spielen. Es ist schön, da Spektrum auf dem Gebiet stetig zu erweitern und die eigenen Symbolformen auch immer weiter verbreiten zu können.

Winterthemen des kollektiven Gedächtnisses

Vielleicht ist es der schmuddelige Nicht-Winter, der das Gespräch immer wieder auf das Thema lenkt. Jedenfalls war es auch heute beim Besuch des Nachbarn wieder passend, die Geschehnisse rund um das Ende des zweiten Weltkriegs und die Verbrechen des damaligen Regimes zum Thema zu machen. Auch wenn es um eine Zeit geht, in dem die älteren der Gesprächspartner gerade erst wenige Jahre auf der Welt waren und insofern die Geschehnisse bewusst nicht erinnern. Eine Nähe zu den Lebensläufen der Vorfahren aber kommt dann eben doch zum Vorschein, und auch das Gefühl, dass ein Gespräch 75 Jahre danach seinen Wert nicht verloren hat, im Gegenteil vielleicht notwendiger und sinnvoller in diesen Tagen ist, wo selbst in Europa sich gesellschaftliche und politische Entwicklungen zeigen, die an lange Vergangenes Denken und Handeln erinnern. Es sind diese fröstelnd machenden Gespräche, die unseren Winter kennzeichnen, menschengemachte Bausteine des kollektiven Gedächtnisses, die den natürlichen Winter überlagern und uns innerlich beanspruchen, während sich die Bäume in ihr erdverwurzeltes Dasein zurückgezogen haben und den neuen Wachstumszyklus vorbereiten.

15 Jahre Baumtagebuch

Zunächst hat diese Zahl nur statistische Bedeutung. Aber damit ist schon auch eine symbolisch bedeutsame Marke erreicht, die mich selbst ein wenig in Staunen versetzt. 15 Jahre Baumtagebuch mit genau einem Blogeintrag pro Tag, das sind 5479 Tage und ebenso viele Einträge ins Baumtagebuch. Damals vor 15 Jahren konnte ich natürlich nicht absehen, dass ich das so lange praktizieren würde, und auch nicht, dass ich die einmal gewählte Routine mit den täglichen Einträgen so konsequent beibehalten würde. Aber es ist in dieser Zeit tatsächlich keine Lücke entstanden. Eine nachträgliche Bestätigung für die Idee, ein thematisch zentriertes Tagebuch ins Leben zu rufen, das stark autobiographisch und selbstreflektierend geprägt ist und keine ausgeklügelten Weisheiten, sondern spontane Betrachtungen, Einsichten, Beobachtungen und sonstige Überlegungen mit Bezug zum Thema wiedergeben will. Das ist mir immerhin gelungen, und auch, in dieser Zeit eine gewisse Routine in eben dieser Form von Textproduktion zu entwickeln. Das ist schon etwas eigenes, etwas, das formal interaktiv angelegt ist, aber nicht interaktiv wirken muss. Etwas, bei dem es nicht wesentlich wird, ob externe Reaktionen kommen oder sonstige Kommunikationen stattfinden. Wenn es hier und da Gleichklänge und Gleichheiten in den Gedanken und in der Seele gibt, die auf das Baumtagebuch zurückzuführen sind, ist seine soziale Funktion schon erfüllt. Aber auch ohne diese Wirkung hat es aus meiner Sicht ein Potenzial, das sich auch noch weitere 15 Jahre entwickeln kann.