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Meine Trauer um K.

Der Tag war vom Morgen an von gedämpfter, melancholischer Stimmung geprägt. Wie so häufig, ohne dass ein Grund dafür zu erkennen gewesen wäre. Die völlig unerwartete Nachricht am späten Nachmittag, dass K. gestorben ist, war wie eine nachträgliche Bestätigung dieser Stimmung und hat uns unglaublich getroffen. Es sind gerade einmal 3 Wochen her, dass wir ihn zuhause besucht haben. Ein letztes Wiedersehen, wie wir jetzt wissen, was wir damals aber nicht absehen konnten und auch nicht wollten. Denn wir hatten den nächsten Besuch schon avisiert, K. wollte diesmal zu uns kommen, in der Adventszeit, weil er sich an die besondere weihnachtliche Atmosphäre bei uns erinnerte und dabei einen Nachmittag mit uns verleben wollte. Dazu kann es jetzt nicht mehr kommen, und ich hätte mir gewünscht, ihnen nach dem letzten Besuch noch einmal zumindest gesprochen zu haben. So war in den letzten Wochen seine Familie bei ihm, die wie er so oft betont hatte, sich in den vergangenen Jahren rührend um ihn gesorgt hatte. Ein Trost immerhin, der aber diesen unfassbaren Verlust nicht ungeschehen macht und uns mit großer Traurigkeit zurücklässt. Ich schätze, das ist gar nicht in seinem Sinne. Deshalb will ich mich bemühen, all das Schöne und Innige zu vergegenwärtigen, das sich in unseren letzten Begegnungen offenbart hat und sicher immer eine engere Verbindung zwischen uns bestehen lassen wird.

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Kommunikative Wurzeln im Grundsätzlichen

Über den Besuch bei K., zu dem mich M. begleitet hat, habe ich mich sehr gefreut. Gemeinsame Vergangenheit und ein Stück geteilter Lebensgeschichte schafft eben doch einen besonderen Zusammenhalt, der Bedeutung hat und die Menschen nur berühren kann. Auch bei diesem Besuch und den Gesprächen war Natur, waren Tiere und Pflanzen, wiederkehrendes Thema, nicht nur die Kultur, die uns vordergründig doch verbindet. So kommt die Kommunikation in wesentlichen Situationen doch auf Grundsätzliches zurück, was das sehr weit vom Natürlichen Entfernte relativiert. Eine interessante Beobachtung, die der Kommunikation innerhalb der eigenen Familie und wie sie sich in den Jahren entwickelt hat, seine Entsprechung findet.

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Baumkunst und Lebenserfahrung

Bei der Durchsicht der Pinterest-Querverweise stoße ich immer wieder auf bildhauerische Ansätze, die das Thema Baum und die künstlerische Handhabung des Materials Holz in ähnlicher Weise auffassen und modellieren, wie ich das vor Jahren in eigener Interpretation getan habe. Darunter sind viele Ansätze, die jüngeren Datums sind, was wohl zeigt, dass mein Ansatz damals durchaus als seiner Zeit voraus eingeschätzt werden kann. Allerdings würde es mir heute schwer fallen, genau an diesem letzten Punkt meiner eigenen bildhauerischen Entwicklung anzuknüpfen. Zu viel ist mit mir und der Gesellschaft seitdem passiert, als dass eine bloße Fortführung Sinn machen könnte. Vermutlich muss es ganz anders aussehen. Das bleibt zunächst noch eine offene Frage, da ich den zeitintensiven Weg zurzeit noch nicht gehen kann. Dass er in Zukunft noch einmal beginnt, kann ich mir aber vorstellen. Und auch, dass es dann wieder Sinn macht und echte kommunikative Funktion erfüllt, vielleicht mehr und deutlicher, als ich es in der Vergangenheit umsetzen konnte. Das wäre dann ein Vorzug und auch ein Resultat von umfangreicherer Lebenserfahrung.

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Wenn sich Lebenslinien abzeichnen

Nicht ganz im Rhythmus des Vorjahres, aber doch um die Feiertage herum haben wir es wieder einrichten können, uns zu treffen. So ein Treffen mit einem Freund aus Schulzeiten hat immer etwas Nostalgisches, bietet eine für mich eher seltene Gelegenheit autobiographischer Betrachtung, etwas, das ich früher öfter gepflegt habe. Bedeutungsvoll scheint mir das immer, auch weil man dabei merkt, wie sehr man sich selbst weiterentwickelt hat. Verändert ohnehin, aber in vielen Bereichen eben auch mit einer fortschrittlichen Tendenz. Da zeichnen sich gewisse Lebenslinien ab, wie sie jedes Baumindividuum in seinen Jahresringen konserviert. Uns stehen diese Linien vielleicht im Gesicht geschrieben, äußert sich aber fast immer in unserer Kommunikation, unserem sichtbar und unsichtbar Sein, unserem Aktivitätsrhythmus und in Phasen des Rückzugs. Und bei solchen Treffen von zeitweiligen Weggefährten erhalten die Dinge und Erfahrungen im Nachhinein eine Plastizität, die in der Erinnerung so nicht vorhanden war. Das ist etwas, bei dessen Reflexion ich zu keinem Ergebnis komme.

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Vergangenheit, Selbstmusealisierung und Baumsymbolik

Die Besuche der alten Nachbarn sind seltener geworden. Aber wenn sie stattfinden und sich längere Gespräche daraus entwickeln, wirkt das auf uns immer auch wehmütig, weil es an früher gemeinsam Erlebtes und auch an früher lieb gewonnene Menschen erinnert. Dann scheint die Zeit still zu stehen, man sich in frühere Jahre zurückversetzt, wohl wissend, dass sich zwischenzeitlich so viel verändert hat und die Wahrnehmung des Vergangenen zwangsläufig eine durch Erlebtes geprägte Färbung erhalten musste. Dennoch, solche Gelegenheiten zur Selbstmusealisierung, die immer etwas von der Betrachtung eines erweiterten Kreises von Personen zu tun hat, die in einer schicksalhaften Verbindung zueinander stehen, solche Gelegenheiten scheinen mir wichtig, weil es die Lebensläufe begleitet und die Reflexion über die Lebensläufe ermöglicht. Bei dieser Selbstreflexion spielen für mich nicht mehr nur Menschen eine Rolle. Ich kann tatsächlich sagen, dass die Bäume und alles, was ich über die Jahre mit ihnen zu verbinden gelernt habe, ein wesentlicher Teil meiner Biographie sind. Lebewesen, die oft gar nicht als solche in Erscheinung oder ins Bewusstsein treten, sondern bei mir häufig in ihrer ästhetischen und symbolischen Dimension Wirkung und Einfluss haben. Denn die Bäume sind Mittel der Selbstreflexion, weil sie es möglich machen, eigenes menschliches Leben in ihnen zu spiegeln. Das ist möglich, weil vieles von dem, was Bäume in ihrem Wesen verkörpern, menschliche Individualität bezeichnet. So kommen wir über den Umweg der Baumsymbolik und -ästhetik zu uns selbst und unserem individuellen Kern zurück.

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