Reminiszenzen und baum-grüne Szenen

Ein fotografischer Arbeitseinsatz hat mich heute in die Region geführt, die vor 25 Jahren einmal mein hauptsächliches Wirkungsgebiet war. Da bin ich durch einige Orte gekommen, die mir damals recht vertraut waren, weil bestimmte Erledigungen und Aufträge mich regelmäßig dorthin führten. Natürlich war mir nach so langer Zeit fast nichts mehr in Erinnerung. Insbesondere der Zielort selbst war mir so nicht erinnerlich, vielleicht weil ich damals immer nur bestimmte Adressen angesteuert hatte. Aber regionale Muster, eine bestimmte Anmutung der Region, die konnte ich schon wiedererkennen. Es ist eben das Abstrakte, was haften bleibt und sich auch nicht so schnell verändert. Für solche Reminiszenzen bin ich sehr dankbar. Sie helfen, Erinnertes, früher Erlebtes aus heutiger Perspektive und Kenntnis neu zu betrachten und daraus vielleicht auch Schlüsse zu ziehen. Und die Fahrt, die teilweise über Landstraßen führte hatte auch landschaftlich ihren Reiz, führte mich durch eine lichtdurchflutete, von sommerlicher Wärme gesättigte überwiegend baum-grüne Szene zu einem ebenso ländlich anmutenden Ortskern, der wie gemacht schien für sein Umfeld.

Licht und Farben des Frühlings

Es war wieder einer der bisher hellsten Tage dieses Frühlings. Ein wunderbares Licht, das am Feiertag dazu einlud, sich in der Landschaft zu bewegen. Das haben viele auch genutzt, die endlich überzeugend daherkommende Sonne und die frische Frühlingsluft genießend. Fürs Fotografieren war das Licht phänomenal. Selten konnte ich so satte Naturfarbe einfangen. Vor allem die Grüntöne erschienen mir heute besonders frisch und lichtdurchtränkt. Die Wildwiesen am Flussdamm faszinieren mich immer wieder. Und natürlich konnte ich nicht umhin, die Mohnblüten inmitten zahlreicher Gräser und Kräuter festzuhalten.

Frühlingswiese mit Mohnblüte 2023

Und die filigranen Strukturen verschiedener Gräser und Schilfpflanzen.

Gräser in der Frühlingswiese 2023

Schließlich fand ich erneut die Pfaffenhütchen absolut begeisternd, die nach schweren Jahren, die auf den radikalen Rückschnitt durch die Gemeinde zu erklären waren, in diesem Jahr wieder üppig wachsen und intensiv blühen.

Pfaffenhütchenblüte 2023 IV
Pfaffenhütchenblüte 2023 V

Auf dem Weg sind mir zudem interessante Oberflächen aus unterschiedlichen Materialien begegnet. Darunter war dieser Abdruck einer Betonverschalung, die für den Bau der Fußgängerunterführung verwendet wurde. An dem Sichtbeton hat sich die Struktur der verwendeten Holzlatten besonders deutlich abgezeichnet. Durch die inzwischen eingetretene Dunkelfärbung wirkt es fast schon selbst wie Holz.

Betonholzstruktur

Natürliche Aufmerksamkeit und Krisenmanagement

Gut für unsere frisch gepflanzten Blumen, dass die Sonne heute zurückhaltend war und sie so mehr Zeit haben, sich in ihren neuen Standorten wohlzufühlen. Und gut auch für die Bäume im Garten und draußen in der Baumlandschaft, da sie so verschnaufen können, um mit den nächsten Sonnentagen ihre Vitalität erneut unter Beweis zu stellen, mit dem Auffalten ihrer Blätter oder dem Aufbrechen der Blattknospen, mit ihrer Blüte und dem Wachstum, das sie sich wieder weiter in den Luftraum ausdehnen lässt. Eine Ausdehnung, nach der auch wir nach so langem Winter ein Bedürfnis haben, auch um die Konzentration auf das allgegenwärtige Krisengeschehen in der Beschäftigung mit Landschaft und Natur zeitweise auszublenden. Solange solche Aufmerksamkeitswechsel noch möglich sind, werden sich auch lange Krisenphasen noch steuern lassen. Bedenklich wird es, wenn wir die Option nicht mehr sehen und uns mit nur von Gesellschaft, Kultur und Politik gestellten Fragen und Wirkungen leiten lassen und uns dann nur noch im Kreis bewegen.

Rekreation und neue Vorhaben in Sachen Baum- und Landschaftsfotografie

Ein Sonntag wie gemacht zur Rekreation, die auch absolut notwendig war nach der anstrengenden Brennholzarbeit gestern. So konnte ich meine Lektüre von Rudolf Steiner Vortragsmitschriften zu spannenden Themenfeldern fortsetzen und einige Vorhaben in Sachen fotografischer Ausstattung vorantreiben. Letzteres Projekt wird mich noch einige weitere Wochen beschäftigen. Bei dieser Bestandsaufnahme wurde mein Blick immer wieder zurückgelenkt auf die vielen Landschaftsexkursionen, die anfänglich fast ausschließlich dem fotografischen Festhalten von Baum-Details und Nahaufnahmen derselben gewidmet waren, sich aber später zunehmend auf Holz- und Materialstrukturen und auch erweitere Landschaftsdetails im Umfeld der Bäume ausgeweitet, teilweise auch dorthin verlegt haben. Mit dem ganz modernen Equipment wird das ebenso möglich sein, das Darstellungsspektrum wird aber noch um einiges weitere gesteckt, so dass ich innerhalb meiner Motivfelder durchaus weitere Entwicklungsmöglichkeiten sehe.

Wiedersehen mit einem biografisch bedeutsamen Ausflugsziel

In S. waren wir bestimmt drei Jahre nicht mehr. Dabei ist die nahegelegene Kleinstadt immer schon eines unserer Lieblingsziele gewesen, das so zweimal jährlich auf dem Programm stand, schon aus biografischen Gründen. Aber in der Corona-Zeit war eben alles anders, gerade was Veranstaltungen und Zusammenkünfte betrifft. Heute also ein Wiedersehen mit dem Ort und seiner anziehenden Atmosphäre, die sich, obwohl im benachbarten Bundesland liegend, sehr heimatlich anfühlt. Gerade die Fahrt dorthin hat für uns etwas Anrührendes durch das in diesem Bereich tief eingeschnittene Saartal, das von einer Uferseite aus von einem riesigen und schon seit Jahrzehnten kontinuierlich abgetragenen Sandsteinmassiv begrenzt wird, in anderen Abschnitten von steilen mit Wald bewachsenen Hängen. Das ist schon eine Panoramastrecke, deren Zielort sich stimmig in die Stimmung einpasst, die während der Fahrt unweigerlich entsteht. Bei der tief stehenden Nachmittagssonne in diesen Tagen des goldenen Oktobers ist das Unvergleichlich und wird uns, auch wegen der langen Pause zuvor, atmosphärisch in Erinnerung bleiben.

Nostalgischer Ausflug mit Wiedererkennungswerten

In T. waren wir tatsächlich schon seit vier Jahren nicht mehr. Deshalb hatte das heute einen fast nostalgischen Wiederentdeckungswert. Aber einfach auch eine willkommene Abwechslung, nach so langer Zeit der Krisenbeschränkungen und fast vollständigem Ausfall der Art von Veranstaltungen, die wir sonst öfter besucht haben. Schön ist immer auch die Fahrt dorthin, die wegen einer Sperrung diesmal besonders interessante Überlandfahrten mit sich brachte, mit bei diesem Supersommerwetter sehr schönen Landschaftseindrücken. Dabei merkt man auch, dass die Energiewende ihre Wirkungen zeigt, in Form einer deutlich höheren Zahl noch höherer Windräder auf der Höhe oberhalb von T. Die Eindrücke der Stadt selbst sind nicht so sehr verändert gegenüber dem, was wir kennen, außer, dass sich selbst in diesem touristischen Umfeld die Krisenstimmung bemerkbar macht. Mein Blick vom Parkplatz in Richtung der Innenstadt geht meist als erstes in Richtung des inmitten hoher Mauern liegenden Innenhofs, der die gewaltige Libanon-Zeder beherbergt, die ich einmal in einem der Baum-Bildbänder mit besonders eindrucksvollen alten Baumindividuen gefunden hatte. Von weitem wirkt diese Zeder noch genauso vital und unbeeindruckt von ihrem hohen Alter wie eh und je. Sie scheint sich aus den Abgasen der vielbefahrenen Straßen direkt an ihr vorbei nicht unterkriegen zu lassen bzw. ist offenbar demgegenüber ziemlich unempfindlich. Auch in der Stadt selbst bieten die auf Plätzen gepflanzten hohen Baumexemplare wichtige Halte- und Ruhepunkt, unter denen man sich von der Hitze des Tages ausruhen und etwas durchschnaufen kann. Der Ausflug war für uns aber auch kommunikativ eine Auszeit, mit zahlreichen Anregungen durch die Gespräche mit Menschen, die wir sonst nicht zu Gesicht bekommen.

Produktiv-kontemplativer Sonntag

Entgegen der Gewohnheit hat mich die handwerkliche Feinarbeit auch an diesem Sonntag noch einige Stunden beschäftigt. Aber am Vormittag, wenn die Sonne noch nicht hinters Haus gedreht hat, ist es um die Zeit des Jahres sehr angenehm, so dass die Arbeit leicht von der Hand ging. Aber für den Rest des Tages habe ich den Sonntag dann doch wörtlich genommen und die Stunden im Wesentlichen kontemplativ verbracht. Leider ist es draußen zu heiß gewesen, um sich längere Zeit in der Landschaft aufzuhalten. In den kommenden Tagen will ich aber kühlere Stunden nutzen, um ein neues fotografisches Hilfsmittel wahrscheinlich an Landschaftspanoramen und Himmel-/Wolkenfotografien zu testen. Denn die Baumlandschaft gibt zurzeit wenig her, bis die Hochzeit der Baumfrüchte neue gute Motive mit farbigen Akzenten zur Verfügung stellen wird.

Landschaftsorientierung als Ausgleich

Die so angenehme, weil landschaftlich reizvolle Überlandfahrt konnte ich heute nach kurzer Zeit wiederholen. Eigentlich, weil es V. zu viel war, die Fahrt selbst anzutreten. Das war zwar außerplanmäßig, aber andererseits auch eine Abwechslung und ein Ausgleich für die viele konzentriert Projektarbeit, bei der es von Zeit zu Zeit wichtig ist, den Kopf frei zu machen durch Aktivitäten, die weniger mit Denken und Gestalten zu tun haben. Was könnte da geeigneter sein als ein Gang oder in dem Fall eine Fahrt durch die heimische Landschaft, wobei man Eindrücke der frühlingshaften Baumlandschaft und die frühsommerliche Stimmung der Menschen in sich aufnehmen kann. Ein bisschen Auszeit nach außen gerichteter Orientierung als Gegenpol zu der sonst eher nach innen gerichteten professionellen Anspannung und Anstrengung.

Dauerhaft anwesendes Lebenssymbol

Ein richtig toller Frühsommertag hat mir die kunsthandwerkliche Arbeit am Nachmittag sehr angenehm gemacht. Am Vormittag war ich mit V. über Land gefahren, auf einer der in jüngster Zeit häufig verfolgten Strecke, die – vom Ziel einmal abgesehen – zu unseren liebsten gehört, weil sie landschaftlich sehr reizvoll und irgendwie friedvoll wirkt. Es wäre schön, wenn uns ein Mai mit solchem Klima bevorstehen würde. Wir haben alle diese Freude am Sonnenlicht, das in Verbindung mit der Wahrnehmung des Pflanzenwachstums, dem Grün und den filigranen, teils bunt ausgeschmückten Formen der Blüten und Früchte an jedem Tag dieser Jahreszeit für das Leben schlechthin steht und damit das wohl stärkste dauerhaft anwesende Lebenssymbol darstellt.

Den zwecklosen Landschaftsaufenthalt dauerhaft pflegen

Das mit der Normalisierung geht schleichend, kaum merklich voran. Aber es scheint Anzeichen dafür zu geben, und Aussichten, dass wir im Sommer vielleicht wieder eine Art Normalität erleben dürfen. Wenn man davon überhaupt noch reden kann. Denn die Krise hat einiges verändert, vielleicht sogar die grundsätzliche Einstellung zu sozialen Kontakten, Veranstaltungen, Kulturprozessen. Ich fürchte, das wird nicht nur eine positive Umstimmung bedeuten, vieles ist schlicht auf der Strecke geblieben. Wenn eine eigentlich aus der Not geborene wieder stärkere Hinwendung zur eigenen natürlichen Umgebung, der Landschaft in fußläufiger Reichweite, zu den bleibenden Veränderungen gehörte, würde mich das freuen. Zuvor hatte ich den Eindruck, dieses sich Bewegen in der Landschaft sei quasi automatisch an einen Zweck gebunden, das Ausführen der Hunde, das Joggen oder Radfahren, das Gespräch auf der Rastbank u. v. a. Aber eben nicht um des Aufenthalts und der stillen Kontemplation wegen. Letzteres dürften einige jetzt für sich entdeckt haben und möglicherweise bewahren, häufiger bewusst praktizieren. Die bewusste Begegnung, das detaillierte Beobachten der Bäume und ihres jahreszeitlichen Vegetationszyklus wird für diese Menschen eine der wichtigsten Orientierungsmarken und Leitmotive in dem Zusammenhang sein.

Reizvolle Naturdetails

An dem ersten Frühsommertag, der wirklich durchgehend sonnig ausfiel, waren viele Menschen unterwegs. Man sah ihnen förmlich an, wie sie die Bewegung in der Landschaft, bei Sonne und angenehmer Wärme genießen. So wie es sich in den vergangenen Tag angekündigt hatte. Das wirkt der sich gerade wieder auflösenden Krisenstimmung weiter entgegen, wohl mehr als manche administrative Maßnahme. Auf meinem Lieblingsweg habe ich wieder einmal, wie zuletzt häufiger über die Sommermonate, den Reiz der Wiesenkräuter als fotografisches Motiv erkannt und einige Versuche unternommen. Die Ergebnisse sind vereinzelt auch ganz gelungen, mehr ist bei diesem komplexen Motivfeld nicht zu erwarten, hängt das Gelingen doch sehr stark vom Zufall ab, gerade weil die natürlichen Strukturen in so einer Wiese enorm vielgestaltig und sich überlagernd sind, so dass ganze Serien notwendig sind, aus denen am Ende einige wirklich gute Einstellungen herausgefiltert werden können. Unter den so ausgefilterten Motiven sind aber durchaus solche, die in ihrer natürlichen Eindrücklichkeit manches Baumdetailfoto noch übertreffen können. Aber auch bei den Bäumen tut sich wieder etwas. Heute besonders auffällig schien mir die zwar wie immer unauffällige Blüte des Pfaffenhütchen-Strauchs, die aber außerordentlich üppig ausfällt und im Spätsommer sehr viele rosa-orangene Pfaffenhütchen erwarten lässt.

Blüte des Pfaffenhütchens im Frühling 2021

Von der Krise sommerlich profitieren

Tolles, moderates Sommerwetter, und man hat den Eindruck, die Krisenstimmung zeigt sich jetzt einmal von ihrer entspannten Seite. Tatsächlich herrscht eine Auszeit-Atmosphäre, die an Urlaubsstimmung erinnert. Auch für die, die einfach weiterarbeiten. So werden wir wohl erst viel später erkennen und verstehen, was diese Krise uns zu bedeuten hatte. Ich lenke die Aufmerksamkeit auf alles, was die unwahrscheinliche Anmutung verstärkt. Auch die Beobachtung der Landschaft und ihrer Bäume profitieren davon.

Sommerfeiertage

Wie liegt ein Feiertag in der Woche. Das merkt man deutlich, denn um diese Sommerfeiertage herum suchen die Menschen förmlich die Auszeit, für die es ansonsten keinen Grund gibt. Ruhig ist es dadurch überwiegend, was aber die Konzentration auf Projektvorhaben vereinfacht und zeitaufwändige Prozesse schneller vorankommen lässt. Dieses extrem konzentrierte und gedrängte Arbeiten ist reizvoll und so wohl nur in der wärmeren und helleren Zeit des Jahres möglich. Und Corona verstärkt diesen Eindruck noch, da ohnehin alles Unwirklich und wie aus der Zeit gefallen wirkt. Ich freue mich auf alles, was kreative Entfaltung ermöglicht und auf alles, was mir den Kontakt zu Landschaft und Bäumen lebendig hält. So ein Sommerfeiertag ist dafür besonders förderlich, zumal wenn sich ein Wochenende direkt anschließt.

Rekonstruieren als Kunst

Schon wieder ein Techniktag mit vielen Hindernissen und Verzögerungen. Aber wie immer bei solchen Vorgängen kann man viel dazulernen und ist bei ähnlichen Gelegenheiten später um einige Optionen reicher. Außerdem ist nach solchen Aktionen der Kopf auch wieder freier für kreative Arbeiten, die symbolischen Themen, die Bäume, die Landschaft und alle Formen, Eindrücke und Gedanken zu gestalten und ihnen eine persönliche Note zu verleihen. Dieses individuelle Rekonstruieren ist doch das Schönste an allem. Ohne die eher technischen Routinen ist das aber nicht machbar.

Fotografische Landschaftseindrücke bei hellem Herbstlicht

Für das heutige Fotoshooting haben wir das bestmögliche Wetter für diese Jahreszeit erwischt. Mit Schattenwürfen bei Aufnahmen im Freien, hier von einer Dachterrasse aus in Richtung des weiten Horizonts, muss man natürlich rechnen. Aber das Licht war eben ausreichend, die Grundvoraussetzung. Der Rest ist sorgfältige Auswahl, Entwicklung und Bildbearbeitung. Ich hoffe, damit genügend hochwertiges Material zur Verfügung zu haben. Eine recht schöne Aufgabe war es in diesem Fall, weil Innenraumansichten mit Landschaftseindrücken verbunden werden sollten. Das dann auch eindrücklich ins Bild zu setzen, ist nicht ganz einfach. Für das Webprojekt werden zusätzlich gewisse Visualisierungstechniken zum Einsatz kommen, um die gewünschte illustrative Wirkung zu erzielen.

Wiedersehen mit meiner alten, aber noch lebendigen Baumstammskulptur

Heute habe ich das lange aufgeschobene Vorhaben umgesetzt, bevor es gar nicht mehr dazu kommt. An meiner Stammskulptur hatte sich ein Baumpilz, einer von dieser schirmförmigen Sorte, festgesetzt, was deren Form natürlich unerwünscht beeinflusste. Das war vor einigen Jahren an genau derselben Stelle, im Bereich des tiefen, bis in die Stammmitte reichenden vertikalen Einschnitts, schon einmal vorgekommen. Und ich hatte damals schon dasselbe Werkzeug verwendet, um ihn abzustoßen. Diese schwere Eisenstange mit großer Kugel an einem und einer Art Stechbeitel an dem anderen Ende eignet sich dafür sehr gut, da man schon mit einiger Kraft daran gehen muss und sie andererseits in den engen Spalt passt. So ist es mir erneut gelungen, den Pilz vollständig abzuschaben. Mit einem Stechbeitel habe ich dann noch die feineren Verwurzelungen entfernt. So schnell wird er wohl nicht wiederkommen. Und meine inzwischen schon 22 Jahre alte Skulptur hat ihre gewollte Form wieder zurück. Zu meiner großen Freude haben die Jahre keine wesentlichen Spuren hinterlassen. Alles noch ein wenig mehr abgerundet, ein Resultat des Jahrzehnte währenden ständigen Wettereinflusses. Aber die Form und ihre Einschnitte sind noch genau dieselben, eben wie es das Konzept damals vorsah. Das finde ich Klasse. Nicht so schön ist, dass tatsächlich alle anderen Arbeiten, das waren 3, nicht mehr an ihrem Standort zu finden sind. Zwei ganz zerstört und ein zu einer Sitzgelegenheit umfunktioniert. Wie ich heute erfahren habe, ist auch der Mitorganisator des damaligen Kunstprojekts auf Seiten der Gemeinde inzwischen schon in Rente. Das konnte ich kaum glauben, wie viel Zeit seitdem vergangen ist.

Wegreminiszenzen bei einer sommerlichen Überlandfahrt

Eine ungewöhnliche lange Anfahrt zu einem Fotoshooting im Rahmen eines aktuellen Projekts hat mich auf den Weg meiner früheren Fahrten zum Studienort geführt. Es war das erste Drittel dieses viele Jahre gefahrenen Weges, das ich heute zurückgelegt habe. In einen Ort, den ich zuvor nie besucht hatte, da man von dieser Route abbiegen muss. Aber von dieser Reminiszenz abgesehen war es eine recht interessante Überlandfahrt, die durch das subtropische gewittrige Wetter bei ebenso hohen Temperaturen wie gestern eine besondere Note erhielt. Die Zielort ist schnuckelig und sehr ländlich, was man bis in die Mentalität der Bewohner hinein deutlich spürt. Mit dem Ergebnis des Shooting bin ich sehr zufrieden, auch wenn wie immer noch viel auszuwählen und zu bearbeiten ist. So hat sich die neue Technik gleich einmal in der Projektarbeit bewähren können und wird auch künftig nicht nur bei der Baumfotografie zum Einsatz kommen.

Energie aufnehmen in schwierigen Zeiten

Für M. und uns alle stehen recht ungemütliche Zeiten bevor. Ich hoffe, dass dennoch alles optimal verläuft und wir bald schon uns in Richtung Normalität bewegen können. Dass eine Reihe technischer Herausforderungen jetzt von Erfolg gekrönt waren, macht mir Mut, mich immer wieder auch schwierigen Aufgaben zu stellen. Bei solchen, die einem eine weitgehende Kontrolle in eigener Hand ermöglichen, ist das allerdings angenehmer. So wird es darauf ankommen, in kritischer, aber vertrauensvoller Kooperation mit den Fachleuten gute Lösungen zu finden. Viel Zeit mit den Bäumen in der Landschaft werde ich während dieser Zeit wohl nicht verbringen können. Aber die Gelegenheiten, die sich bieten, werden umso wichtiger sein, Energie aufzunehmen und geerdet zu bleiben.

Ästhetik des Ländlichen

Der Besuch in S. hat zwar nicht wirklich den erhofften Gewinn gebracht. Aber immerhin war er mit einer schönen Fahrt durch relativ hell beschienenen Vorfrühlingswald und Landstraßen verbunden. Eine Strecke, die mir aus früheren Zeiten bestens bekannt ist und insofern gewisse nostalgische Emotionen weckt. Diese Strecke hatte etwas Befreiendes und Anregendes zugleich. Es war eine Art Sammlung auf dieser Strecke möglich, gerade weil sie landschaftlich so schön und abwechslungsreich gestaltet ist. So können auch solche kleinen Ausflüge, in der richtigen Stimmung durchgeführt, dazu beitragen, den Alltag zu entschleunigen und die Ästhetik des Ländlichen kreativ umzuwandeln.

Wehmütige Markterlebnisse

Den heutigen Markt hatten wir schon Jahre nicht mehr besucht. Vielleicht weil er ziemlich klein und übersichtlich ist. Aber auch, weil er meist wenige Tage nach dem in N. liegt. Heute aber schien es passend. Entdeckt haben wir zwar nichts, aber dafür haben wir jede Menge Bekannte getroffen. Vor allem mit unserem alten Händlerfreund A. standen wir lange im Gespräch zusammen. Und zwischendurch waren noch andere zu sehen und zu sprechen. Das ist immer schön, auch wenn bei näherem Hinsehen ebenso viele Unterschiede wie Gemeinsamkeiten zum Vorschein kommen. Leider scheint diese Sparte tatsächlich überwiegend einer älteren Altersgruppe vorbehalten zu sein. Jüngere sind nicht ausgeschlossen, aber tendenziell seltener. Das vermittelt immer auch ein wenig Wehmut. Schade, dass die Zeit nicht mehr gereicht hat, um das lang gehegte Vorhaben umzusetzen, denn der Eingang dahin war unmittelbar angrenzend. Für den Baumwipfelpfad ist dann ein anderer Tag vorgesehen, an dem wir uns auf dieses Erlebnis konzentrieren können.

Landschaftserlebnis bei Herbstausflug

Viel Innenraumarbeit und derzeit eine große Distanz zur eher unfreundlich uns begegnenden Landschaft. Wir wollen morgen dennoch einen weiteren Antikmarkt besuchen, bei hoffentlich wieder mehr Sonne. Die Lokation wäre dazu wunderbar, direkt am Waldrand gelegen in einem ohnehin sehr gemütlichen Ort, in dem aber immer viel touristischer Betriebs herrscht. Altes entdecken inmitten einer schönen, die Jahreszeit erlebbar machenden Umgebung, das verspricht erholsam und anregend zu werden.

Sportstätte im Wald

Eine Tennisanlage mitten im Wald. Das Fotoshooting hat mich heute an diesen ungewöhnlichen Ort geführt. Von Fichten umgeben ein Ensemble von offenen Tennisplätzen und ein große Halle. Viel Arbeit und Energie muss dahinter stecken, beachtlich für einen Verein und Ausdruck des langjährigen Engagements seiner Mitglieder. Und da nicht alle Bilder, die benötigt werden, auch an diesem Termin realisiert werden konnten, werde ich noch einmal dorthin kommen. Eigentlich ganz spannend, damit ist der Mehraufwand dann durch landschaftliche Eindrücke wieder kompensiert.

Nebellandschaftskulissen

Einer der wenigen Ausflüge in diesen verschlafenen Tagen hat uns über die Grenze geführt. Und wie passend zum Verschlafenen war fast den ganzen Weg über die Landschaft in eine dichte Nebeldecke eingetaucht, teilweise mit einer Sicht unter 50 Metern. So setzt sich dieses Träumende fort, das ich seit Beginn des Jahres feststelle und das sich in den Gemütern festgesetzt zu haben scheint. Alles ist unwirklich, vor allem auch, wie sich die Vegetation in diesem Nicht-Winter präsentiert. Überall sind Frühjahrsblüher zu sehen. M. hat gar eine neue Mohnblume entdeckt, jetzt zum Ende des Januars. Ansonsten trieft alles vor Nässe und hinterlässt einfach nur traurige Eindrücke. Ich bedauere es jetzt, zu Beginn des Winters den alten und nicht mehr zu rettenden Feigenbaum nicht gefällt bzw. seinen Wurzelstock ausgegraben zu haben. Die Ruine des Baums wirkt in diesen nassen Tagen besonders hinfällig. Wir werden das bei schönerem Wetter nachholen müssen und einige Wochen später wohl den kleinen, über Winter ins Haus geholten neuen Feigenbaum an diese Stelle setzen. Ich hoffe, das kleine, erst vielleicht drei Jahre alte Bäumchen wird den Hausaufenthalt über Monate verkraften und sich an seinem neuen Standort mit Freude anpassen.

Frühherbstliche Reminiszenzen

Ein langer Spazierweg, den ich schon viele Jahre nicht mehr gegangen bin. Der hat bestätigt, dass meine Heimat unvergleichliche landschaftliche Reize bietet und dass sich seit damals nicht so viel verändert hat. Dass das viele so sehen, zeigten zahlreiche Ausflügler, die Rad fahrend, laufend und spazierengehend unterwegs waren. Bei frühherbstlichem Wetter, in dem sich sehr sonnige Abschnitte mit wolkigen beständig abwechselten und das gegen Nachmittag dieses spätsommerliche warme Licht verströmte, das wir den ganzen bisherigen September über so vermisst haben. Neu war mir auf diesem lang nicht besuchten Gehweg auch der Blick auf die Aussichtsplattform des neuen Baumwipfelpfads, den ich immer noch nicht besucht habe. Und verschiedene Sicherheitsmaßnahmen am Wegesrand gegen Steinschlag, die bei so vielen Besuchern wahrscheinlich nicht vermeidbar sind, aber den landschaftlichen Gesamteindruck schon sehr stören. Ein schöner Sonntagnachmittag, an dem sich Reminiszenzen mit aktuellen Eindrücken und Aussichten in anregender Weise mischten.

Lichte Eindrücke des Alltags

Eine Rückkehr der Hitze. Eine Gruppe junger Bäume hat uns auf dem Parkplatz Schatten gespendet, während wir die Behandlungsmöglichkeiten für V. recherchiert haben. Überhaupt passt die entspannte Fahrt durch eine strahlende Sommerlandschaft nicht zum eher belastenden Anlass der Fahrt. Aber es gibt eben an jedem Tag diese lichten Eindrücke und belebenden Beobachtungen aus der Natur, die vieles verändern oder verträglich machen können.

Natur als Konstrukt

Nach längerer Abstinenz ist jetzt der mittägliche Spaziergang in der Sonne wieder zur Regel geworden. Dieser vielleicht halbstündige Gang, der sich gelegentlich auch auf eine Dreiviertelstunde ausdehnt, hilft mir immer, den Kopf frei zu machen. Ein richtiges Auftanken, das sich für mich schon seit Jahrzehnten bewährt und anders, etwa bei Ruhepausen in geschlossenen Räumen, in der Form gar nicht zu realisieren ist. Dabei wird mir immer bewusst, wie weit wir uns bereits davon entfernt haben, uns in einer Landschaft mit grünen Pflanzen und Gehölzen wie selbstverständlich zu bewegen. Es findet vielmehr nur noch statt, wenn wir uns bewusst dazu entschließen. Das aber macht es zur eher seltenen Gelegenheit, die wir uns von unserer aktiven Arbeitszeit quasi abtrotzen müssen. Jammerschade und auch traurig scheint mir diese Entwicklung, die uns die Natur zum vollständigen Konstrukt werden lässt.

Besuch beim Wunschbaum

Nun hatte ich erstmals die Gelegenheit, den auf dem Schaumbergplateau installierten künstlerischen Wunschbaum selbst in Augenschein zu nehmen. Im letzten Jahr hatte ich eine Kurzfassung meines Textes über den Wunschbaumbegriff zur Illustration eines Bildbandes zur Verfügung gestellt, der nahezu alle Attraktionen, landschaftlichen und kulturellen Highlights der Region in Fotografien und Texten darstellt. Und den Autor dieses Buchs habe ich Umfeld des Klosterfestes heute noch einmal getroffen. Die Gelegenheit, das schon lange gehegte Vorhaben zum Besuch dieser hochgelegenen Plattform nachzuholen. Ein Ort, der sehr stark von der touristischen Vermarktung lebt, dessen Komposition aber durchaus gelungen ist. Mit zahlreichen architektonischen und künstlerischen Akzenten. Die größte Attraktion ist natürlich die Landschaft, deren Horizont von dort aus dem Betrachter in unvergleichlicher Weise begegnet. Kein Wunder, dass der saarländischer Lyriker Johannes Kühn so viel Inspiration aus dieser seiner heimatlichen Landschaft schöpft. Ein Besuch, den ich bei Gelegenheit sicherlich wiederholen werde.

Bilder einer Sommerlandschaft

Das Landschaftsbild dieser Hochsommertage ist nicht allein von den Bäumen geprägt. Neben dem mehr oder weniger transparenten Grün der Baumkronen und den vereinzelten Blüten oder ersten Baumfrüchten setzen vor allem die Wiesenblumen und Kräuter farbliche Akzente, die so recht das aktuelle Bild des heißen Sommers prägen. So hatte ich bei nur schwach wolkenverschleiertem Himmel sehr gutes Licht für den ersten Testlauf mit dem neuen Zoomobjektiv. Mein Eindruck nach diesen Versuchen mit verschiedenen Belichtungszeiten, ISO-Werten und Brennweiten ist ein grundlegend positiver. Die Abbildungsleistung, vor allem das schon so häufig bei diesem Objektiv gelobte cremige Bokeh kommen sehr schön zur Geltung. Mit dem Bildstabilisator werde ich sicher noch viel Freude haben. Und auch für Detailaufnahmen bietet es gute Voraussetzungen. Lediglich die Frage, in welchen Situationen es im Vergleich das geeignetste Hilfsmittel darstellt, werde ich erst in weiteren Tests klarer beantworten können. Wichtig ist zunächst der sichere Eindruck, das technische Spektrum gerade auch für die Baumfotografie erweitern zu können.

Vegetabile Landschaftseindrücke vom Sommer 2016 I
Vegetabile Landschaftseindrücke vom Sommer 2016 VIII
Vegetabile Landschaftseindrücke vom Sommer 2016 II
Vegetabile Landschaftseindrücke vom Sommer 2016 III
Vegetabile Landschaftseindrücke vom Sommer 2016 IV
Vegetabile Landschaftseindrücke vom Sommer 2016 V
Vegetabile Landschaftseindrücke vom Sommer 2016 VI
Vegetabile Landschaftseindrücke vom Sommer 2016 VII

Pulsierende Landschaft im Licht

Wie immer ein schöner Spaziergang auf meinem Lieblingsweg, der gerade zu dieser Jahreszeit eine Fülle von Reizen entfaltet. Nur ein wenig mehr Sonne hätte es schon sein können. Wenn nämlich die Transparenz der Blätter sichtbar wird, bei ausreichend intensiver Sonnenstrahlung, ist der Wechsel beim Gehen durch Lichtungen und unter Blätterdächern besonders belebend. Die Landschaft erscheint mir dann wirklich pulsierend. Eine Beobachtung, die ich heute nur in kurzen Phasen machen konnte. Aber mit einem Bekannten aus früheren Zeiten den Weg zu gehen, verleiht ihm neue Facetten, die ich zu diesem Tag sehr passend fand.

Erweiterte Optik

Landschaft an der Saar
Baumgrundstück mit exotischen Bäumen an der Saar

Es war der erste Test für das neue Objektiv. Bei nicht gerade idealen Lichtverhältnissen, aber immerhin ohne Regen. An den Weitwinkel muss ich mich erst noch gewöhnen. Aber jetzt schon ist klar, dass es die Perspektiven erheblich erweitert. Welche Blende bei welcher Belichtungszeit in welcher Situation die richtigen sind, dafür habe ich nach diesem ersten Mal schon einige Anhaltspunkte. Überrascht bin ich darüber, dass auch Details erstaunlich scharf abgebildet werden, bei idealen Bedingungen bis in die Randbereiche hinein. Insofern ist es nicht nur die 1. Wahl für Landschaften, Innenräume und Außenarchitektur. Auch Bäume als Ganze lassen sich mit diesem Objektiv gut abbilden. Wenn man vom Makrobereich kommt, ist das zunächst sehr ungewohnt. Man steht dicht vor dem abzubildenden Objekt und kann es dennoch in seinem Kontext vollständig erfassen. Fast wie ein Vergrößerungsglas, denn mit den eigenen Augen ist dieser Winkel nicht abbildbar. Insofern bin ich gespannt auf die Entdeckung der Gestaltungsmöglichkeiten, die ich mit dem Weitwinkel jetzt integrieren kann.