Schlagwortarchiv: Kunst

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Wiedersehen mit meiner alten, aber noch lebendigen Baumstammskulptur

Heute habe ich das lange aufgeschobene Vorhaben umgesetzt, bevor es gar nicht mehr dazu kommt. An meiner Stammskulptur hatte sich ein Baumpilz, einer von dieser schirmförmigen Sorte, festgesetzt, was deren Form natürlich unerwünscht beeinflusste. Das war vor einigen Jahren an genau derselben Stelle, im Bereich des tiefen, bis in die Stammmitte reichenden vertikalen Einschnitts, schon einmal vorgekommen. Und ich hatte damals schon dasselbe Werkzeug verwendet, um ihn abzustoßen. Diese schwere Eisenstange mit großer Kugel an einem und einer Art Stechbeitel an dem anderen Ende eignet sich dafür sehr gut, da man schon mit einiger Kraft daran gehen muss und sie andererseits in den engen Spalt passt. So ist es mir erneut gelungen, den Pilz vollständig abzuschaben. Mit einem Stechbeitel habe ich dann noch die feineren Verwurzelungen entfernt. So schnell wird er wohl nicht wiederkommen. Und meine inzwischen schon 22 Jahre alte Skulptur hat ihre gewollte Form wieder zurück. Zu meiner großen Freude haben die Jahre keine wesentlichen Spuren hinterlassen. Alles noch ein wenig mehr abgerundet, ein Resultat des Jahrzehnte währenden ständigen Wettereinflusses. Aber die Form und ihre Einschnitte sind noch genau dieselben, eben wie es das Konzept damals vorsah. Das finde ich Klasse. Nicht so schön ist, dass tatsächlich alle anderen Arbeiten, das waren 3, nicht mehr an ihrem Standort zu finden sind. Zwei ganz zerstört und ein zu einer Sitzgelegenheit umfunktioniert. Wie ich heute erfahren habe, ist auch der Mitorganisator des damaligen Kunstprojekts auf Seiten der Gemeinde inzwischen schon in Rente. Das konnte ich kaum glauben, wie viel Zeit seitdem vergangen ist.

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Kunst – Sommer – Andere Umstände

Schwül-hitziges Klima, und meine Gedanken gehen jetzt häufiger in Richtung einer Ausstellung mit Baumskulpturen, die ich noch im Sommer besuchen will. Und auch in Richtung meiner eigenen früheren Baum-Kunst-Projekte, deren Fortführung immer latent am Leben bleibt, allerdings in dieser Sommerzeit besonders ins Gedächtnis drängt, weil ich damals eine Arbeit für den öffentlichen Raum im Hochsommer abgeschlossen habe und auch der größere Teil der Entwicklung in den Sommer fiel. Das sind schöne und anregende Erinnerungen, nicht nur wegen des Ergebnisses, da heute noch bewundert werden kann. Auch wegen dieser ganz neuen Erfahrung einer künstlerischen Kooperation und den sehr interessanten Kommunikationen im Umfeld. Unter anderen Umständen kann ich mir durchaus vorstellen, noch einmal ein solches Projekt anzugehen. Und wer weiß, andere Umstände können ja auch wieder vorkommen.

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Ästhetische Selbstbeobachtung

Der Eindruck des Theaterbesuchs gestern wirkt für M. und mich heute noch stark nach. Das hat den Kopf einmal ganz frei gemacht oder einmal in eine ganz andere Richtung gelenkt, genauso, wie es die Veranstalter auch gedacht hatten. Meine Überlegung von gestern sehe ich bestätigt, wo ich gerade wieder von der Bearbeitung eines Wunschbaum-Produkts komme. Wenn ich mit meinen Routinearbeiten über Stunden befasst bin und dabei gleichzeitig das je Individuelle des Empfängers versuche in die erzeugten Formen hineinzulegen, dann ist die Seele immer sehr beschäftigt. Vieles davon läuft sicher im unbewussten Bereich ab. Aber ich bin bei dieser Arbeit, wenn sich gleichzeitig Gedanken in Bezug auf Kunst oder Kunstrezeption entwickeln, immer auch bei der Reflexion dessen, was kreative Arbeit im besten Fall bewirken kann. Dann laufen Selbstbeobachtung und Beobachtung des ästhetischen Prozesses ineinander. Ein für mich sehr spannender Rahmen, der die praktische Arbeit wiederum bereichert und dauerhaft interessant und herausfordernd gestaltet.

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Ein Kern des Künstlerischen

Es war eine beeindruckende Veranstaltung, die ich ohne den Gewinn wohl zusammen mit M. nicht hätte erleben können. Alles, was sich in Zirkusatmosphäre abspielt, hatte für mich immer schon etwas Faszinierendes, da es das Eintauchen in eine ganz andere Welt erfordert. Und ich habe auch schon immer Menschen bewundert, die sich beruflich dem Erschaffen dieser Welten verschrieben haben. Eine ganz besondere Spezies, die besondere Begabungen zur Unterhaltung anderer auf den Punkt bringen kann, und das in zahlreichen Wiederholungen, wie bei dieser Show, die von November bis Februar an sechs Tagen der Woche läuft. Sich da immer wieder motivieren und eine konstante Leistung, immer wieder aufs Neue Begeisterung entwickeln zu können, das hat meine absolute Hochachtung. Ich erinnere mich, in früheren Jahren beim Besuch alternativer Theaterprogramme in einem Zirkuszelt ähnlich beeindruckt gewesen zu sein. Vor allem atmosphärisch war das etwas, das uns noch lange in Erinnerung bleiben wird. Damit klingt für mich auch ein allgemeinere Saite an, nämlich die des Künstlerischen schlechthin. Was ich an diesen Auftritten bewundere, ist gerade das, was ich dem Kern des Künstlerischen zuschreiben würde. Mit dem Erzeugen und Vermitteln von Formen Verbindungen herzustellen, und zwar auf dem Weg des Heraufholens immer schon dagewesener Gemeinsamkeiten aller, die den Darbietungen beiwohnen. Was da an archetypischen Gemeinsamkeiten hervorgespült und je individuell verfügbar gemacht wird, würde ohne die Wahrnehmung der Auftritte als künstlerisch erst gar nicht entstehen. Eine große Leistung der Künstler, wie ich finde. Irgendwie fühle ich mich dann auch selbst angesprochen, fühle eine starke Nähe, denn die Wunschbaum-Projekte zielen genau auf dasselbe. Insofern sind sie eine konsequente Weiterführung meiner früheren künstlerischen Arbeiten, nur dass sie so vielleicht nicht genannte werden. was damit möglich ist und tatsächlich ja auch immer wieder geschaffen wird, kommt für mich dem gleich, was Kunst im besten Falle verändern kann.

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Ein würdiger Abschluss der Weihnachtszeit

Ein schöner Dreikönigstag und ein würdiger Abschluss der Weihnachtssaison. Mit dem Besuch eines lange nicht gesehenen Museums und einer tollen Impressionistenausstellung, dem Treffen mit alten Freunden und vielen Reminiszenzen. Da kann man die Trübnis des Wetters gerne vergessen. Eines war mir am Abend dann, auf den letzten Drücker sozusagen, doch noch wichtig: Das Räuchern der Wohnung. Da ich weiß, wie ablehnend V. dem gegenübersteht, habe ich es auf meinen bevorzugt bewohnten Bereich beschränkt. Diesmal ließ sich die Kohle besser entzünden als im Vorjahr. Und der Weihrauch hat seinen weißen Rauch gut verströmen können. Ich bin froh, dass ich das noch realisieren konnte, auch wenn der Vorabend traditionell angemessener gewesen wäre. Aber diese Lösung ist sicher auch akzeptabel. Hoffen wir, dass alles, was wir aus den Rauhnächten bzw. den verbindenden Tagen gewinnen konnten, uns für die nächsten 12 Monate genug Mut, Kraft und Energie mitgibt, um alle Herausforderungen bestehen zu können.

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Faszinierende Ansätze moderner Holzbildhauerei

Im Bereich der Holzbildhauerei gibt’s sehr viel mehr Spektrum, als mir das bisher bewusst war. Ich weiß nicht, ob mir diese Künstler bisher verborgen waren oder zwischenzeitlich mehr mit Holz arbeitende Bildhauer aufgetaucht sind. Jedenfalls stoße ich immer wieder auf ganz spannende Ansätze, die nicht nur auf der formbezogenen Ebene angesiedelt sind, die ich aus meiner Studienzeit kenne und denen ich in eigenen Arbeiten Ausdruck verliehen habe. Es gibt auch zahlreiche technisch perfekte Künstler, die virtuos mit dem Material umgehen und u. a. fast lebensecht wirkende Ergebnisse erzielen, etwa bei der Umsetzung menschlicher Figuren. Gerade verschwenderisch erscheint mir das Talent so manches dieser Künstler und Künstlerinnen, die bei aller technischer Perfektion doch auch den eigenen Akzent, das außergewöhnliche Seherlebnis, den Aha-Effekt realisieren können, der die Werke über das Handwerk hinaus in eine andere Sphäre hebt und dem Betrachter eine wirklich parallele Formen- und Gedankenwelt eröffnet. Dabei behauptet die Bildhauerei mit Holz schon auch ihren eigenen Platz. Die Ergebnisse sind bezüglich ihrer Ausstrahlung und Anmutung nicht mit denen aus anderen Materialien aufgebauten zu vergleichen. Für jemanden, der ohnehin schon ein enges Verhältnis zu dem Material und seiner Herkunft hat, ist diese Vielfalt und Originalität der Ansätze faszinierend.

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Der selbstverständliche Impuls künstlerischen Arbeitens

Um diese Zeit des Jahres, wenn die Wärme konstanter wird und die Sonne überwiegt, erinnere ich gerne die frühere bildhauerische Arbeit, die nicht immer, aber oft an die warme Jahreszeit und das Licht geknüpft war. Wenn ich bedenke, wie oft mögliche Projekte zwischenzeitlich durch meinen Kopf gingen und wie viele externe Anstöße und Anregungen ich seither erfahre, liegt der Plan nahe, an die alte Linie anzuknüpfen. Grundsätzlich kann ich mir das gut vorstellen. Aber der zweite Gedanke geht an in Richtung des zeitlichen Freiraums und der Möglichkeiten, künstlerisch heute etwas Authentisches hervorzubringen, das wirklich Sinn macht. Diese Folgeüberlegungen und Fragen gehören zu denen, auf die es keine einfachen Antworten gibt. So fehlt mir bisher die Schlüssigkeit, das Selbstverständliche beim Umsetzen des Vorhabens.

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Plastische Sinn- und Gedankenwelten rund um das Baumthema

Wenn ich die vielen kreativen Ideen im Umgang mit Holz und dem Motivfeld Baum in den Pinterest-Portfolios betrachte, kann ich nur staunen über die schier unendliche Variabilität und Tiefe des Themas. Da sind Anregungen für eigene Arbeiten, aber auch ganz einfach Anschauungsmaterial zu eher fremd wirkende Gedankenwelten, die sich um den Baum und seine Bedeutungen drehen. Manches davon ist eher an Design orientiert, anderes stellt den handwerklichen oder bildhauerischen Prozess in den Mittelpunkt. Und anderes folgt schwieriger zu entschlüsselnden bildnerischen Ideen. Aber das meiste ist spannend und bestärkt mich in meinen vergangenen, aktuellen und hoffentlich auch künftigen Bemühungen, dem Baum immer wieder neue Form- und Sinnebenen zu entlocken und sie Interessierten darstellbar zu machen.

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Der Baum bleibt ein künstlerischer Impulsgeber

Auch wenn ich selbst nicht sehr häufig dazu komme, eigens gesammeltes Bildmaterial auf meinen verschiedenen Pinterest-Sammlungen zu ergänzen, ist der kontinuierlich eingehende und zu meinen Themenfeldern passende Newsletter von Pinterest doch immer wieder sehr anregend. Unglaublich fast erscheinen mir die Vielfalt und der Ideenreichtum von Designern und Künstlern weltweit, von denen viele auch Ansätze verfolgen, die meinen eigenen bildhauerischen Ansätzen im Bereich der Holzskulptur ähnlich sind. Es sind dann gerade die Unterschiede zu den eigenen Arbeiten und Herangehensweisen, die beim Betrachten dieser Abbildungen besonders interessant sind. Nicht selten gibt mir das Impulse ein, doch wieder in die bildhauerische Arbeit einzusteigen, deren aktive Ausübung schon längere Zeit brachliegt. Dann sind es aber immer wieder auch Hindernisse, meist themenfremde, die dem entgegenstehen und die mich letztlich den Faden auf allein virtueller Ebene weiterspinnen lassen. Wie ich sehe, wäre aber auch in Jahren noch eine aktive Weiterverfolgung vorstellbar, denn die Zeitlosigkeit der Themen und Symbolkomplexe rund um den Baum und sein Holz ist zweifellos. Anders ist der auch aktuell wieder festzustellende Variationsreichtum ihrer plastischen Formgebung nicht zu erklären.

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Natürliche Bäume in abstrakter Unschärfe

Es ist interessant, dass meine jüngsten Experimente mit der Blurred Image Technik tatsächlich auch M zu veränderten Sichtweisen veranlasst hat. Sie hätte seitdem einen anderen Blick auf bestimmte Eindrücke z. B. von Detail der Dekoration und Inneneinrichtung. Es ist tatsächlich ein spannendes Feld, was unsere Wahrnehmungsgewohnheiten generell anspricht. Vielleicht ist es deshalb auch kein Zufall, dass die Thematisierung dieses Felds in der Kunst so dauerhafte Diskussionen angestoßen hat, die wohl nie zum Abschluss zu bringen sind. Der Erfolg Gerhard Richters als dem heute wohl renommierteste zeitgenössischen deutschen Maler ist sicherlich auf diese mit ihm automatisch in Verbindung gebrachte Kunst der Unschärfe zu erklären. Bisher habe ich meine fotografischen Versuche in dieser Richtung an den naheliegenden Sujets ausgerichtet, Motive, die sich in der Unschärfe von Lichtpunkten abstrakt auflösen. Aber eigentlich ist es ja etwas, dass im Bokeh jedes Bildes mit offener Blende im Hintergrund vorkommt und in optisch doch davon abweichender Form bei jedem Fixieren von Objekten mit den Augen alle um diese Objekte in weiterer Entfernung liegenden Dinge in eine Hintergrundunschärfe taucht. Die Technik also auch auf natürliche Umgebungen und Objekte anzuwenden, scheint mir deshalb einen Versuch wert. Und wer weiß, vielleicht gelingt es mir ja tatsächlich, den Baum nicht nur in der Symbolform als Weihnachtbaum mit Lichtern, sondern in seiner natürlichen Präsenz in abstrakter Unschärfe so darzustellen, dass ein Wesentliches in ihm darin u. U. noch besser als gewöhnlich zum Ausdruck kommen kann.

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An Bildhauerei denken

Die Gedanken gehen in jüngster Zeit wieder öfter in Richtung meiner früheren Bildhauerei. Irgendwann wird sicher die Zeit reif sein, neue Ideen umzusetzen, die in den vergangenen Jahren im Hintergrund gereift sind. Ganz sicher wird es einen anderen Charakter haben wie zuvor, so viel, wie in den vergangenen Jahren geschehen ist. Mit der Welt und mit mir. Da kann die Kunst nur eine andere sein. So lange, wie ich nicht sicher bin, wird die Arbeit daran unsichtbar bleiben. Und ob die Bäume und das Holz darin dieselbe zentrale Rolle spielen werden, kann ich noch nicht sagen. Wahrscheinlich, aber kein Muss. Vielleicht auch in einer Form, die denen, die meine früheren Sachen kennen, nicht gleich verständlich sein wird. Das aber müsste ich ihnen dann zumuten.

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Holzkunst zwischen dekorativ und zeitlos

Die kreativen Objekte und Skulpturen aus Holz, die ich regelmäßig etwa bei Pinterest sehe, zeugen von einem ungeheuren Einfallsreichtum und zeigen, wie endlos und nie abgeschlossen die Möglichkeiten der Gestaltung mit diesem Material sind. Dabei beobachte ich aber einen Trend zu stark dekorativen Denkweisen, die bestimmte Oberflächeneigenschaften der Hölzer, roh oder farbig gefasst, glatt geschliffen oder gröber bearbeitet, aber immer so, dass aus der Oberfläche und der Struktur, oft auch zu seriellen Mustern aus Einzelstücken zusammengesetzt, die Attraktivität erklärt werden kann. Kaum jemand, der den Baum zum Thema macht, jedenfalls nicht in der Weise, wie ich das als Motiv meiner bildhauerischen Arbeit immer verstanden habe. Die Denkweise ist dabei noch gleichgeblieben, einfach weil das rein Dekorative sehr schnell an Spannung und Kraft verliert. Die grundlegenden symbolischen Eigenschaften, die aus der Arbeit mit dem Holz eines Baums hervorgeholt und vermittelt werden können, markieren aber etwas Allgemeingültiges und Zeitloses. Das wird sich nie ändern, aber als Künstler muss man die richtigen Vermittlungsformen finden, und natürlich die künstlerische Umsetzung, der von Zeitgenossen verstanden werden kann, weil sie aktuelles Wahrnehmen anspricht und durch dieses erst seinen Wert erhält. Diese Gradwanderung wäre die größte Herausforderung, sollte ich die künstlerische Arbeit wieder aufnehmen können.

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Action Painting auf Pressspanplatte

Grunge Abstract Texture

Diese fotografischen Details liegen irgendwo zwischen abstrakten Materialtexturen und der Simulation von Action Paintings. Von der Vielfalt der unterschiedlichen Einzelmotive, die ich von dieser vielleicht einen Quadratmeter großen beschichteten Pressspanplatte gewinnen konnte, war ich vor Ort schon überrascht. In der späteren Auswahl und Bearbeitung offenbarte sich dann aber der ganze Reiz dieser zufällig entstandenen Strukturen. Wie in diesem Beispiel ersichtlich sind diese Strukturen ein Ergebnis des Zusammenspiels mineralischer Baumaterialien, Wasser und mechanischer Vorgänge auf der Baustelle. Letztere haben u. a. tiefe Kratzspuren in der Spanplatte hinterlassen und damit die schwarze Oberfläche durchbrochen. Einschnitte, die dem Strukturgebilde besondere Tiefe verleihen.

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Autobiographisches zwischen Vergangenheit und Möglichkeit

Jüngst gab es gleich mehrere Reminiszenzen an meine bildhauerische Arbeit, deren aktive Zeit lange zurückliegt. Offenbar erinnern sich doch noch einige daran, was mich damals künstlerisch an der Arbeit mit Holz und Bäumen bewegt hat, an die Einzelarbeiten wie auch die Ausstellungen, die ich im Abstand einiger Jahre in der Region zeigen konnte. Diese Formen, all die damit im Zusammenhang stehenden Kommunikationen behalten auch langfristig eine Bedeutung. Und auch die Formen selbst sind natürlich noch existent, wenn sie auch aktuell eine veränderte, für mich selbst eher autobiographische Symbolik angenommen haben. Dass solche Anklänge an Vergangenes auftauchen, ist sicher nie Zufall. Es soll uns, soll mich an Wichtiges erinnern, soll den Stellenwert ins Gedächtnis rufen und vor die Seele stellen, den diese Arbeit haben kann, vielleicht ganz unabhängig von der konkreten Zeit. Das arbeitet im Inneren weiter und wird sicher auch irgendwelche Einflüsse auf aktuelles Denken und Wahrnehmen haben. Ob es die Möglichkeit einer Wiederaufnahme, einer Fortsetzung impliziert, wage ich nicht einzuschätzen. Wenn eine solche Möglichkeit Sinn macht, wird sie sich entfalten. Da bin ich sicher. So lange aber soll sie eine Möglichkeit bleiben.

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Unerfülltes Baumszenario und eine Begegnung mit der Vergangenheit

Bildhauerwiese an der Bosener Mühle
Ein bisschen Wehmut kam dann doch auf bei dem Besuch an einem Ort, den ich vor siebzehn Jahren zuletzt gesehen hatte. Nach dreieinhalb Jahren intensiver und engagierter Arbeit im Kunstzentrum war es damals an der Zeit, Abschied zu nehmen und ein eindrückliches Stück beruflicher Erfahrung hinter mir zu lassen. Mein Wunsch war es, irgendwann wiederzukommen, wenn der Nachfolger des großen Kirschbaums, der lange an der Ecke der Bildhauerwiese stand und eines Tages vom Sturm zerstört und, schon ganz hohl, vollständig gefällt worden war, wenn der Nachfolger dieses Baums eine vergleichbare Größe haben würde. Das Foto zeigt diese Ecke, aber der nachgepflanzte Baum steht dort nicht mehr, stattdessen ein verzweigter und ausgeblichener Totholzast. Offenbar ist der Teil einer Installation in diesem Hofraum. Oder sollte der Ast tatsächlich von dem damaligen Baum stammen, also mit Bedacht und lokalem Bezug dort platziert worden sein? Ich konnte das nicht in Erfahrung bringen, ebenso nicht, warum der Baum weichen musste und sich mein Zukunftsszenario somit nicht erfüllen konnte. Das ist schade, aber wichtig war der Besuch an sich, diese Wiederbegegnung im großen zeitlichen Abstand. Eine Wiederbegegnung, die von dem Fahrweg dorthin bis zu der Gebäudekonstellation des Zentrums selbst mit Reminiszenzen nur so angefüllt war. Vieles ist mit früher identisch, anderes leicht verwandelt, und wieder anderes hinzugekommen. Vollkommen ausgetauscht aber schienen heute die Menschen selbst. Jedenfalls konnte sich keiner derjenigen, mit denen wir sprechen konnten, an die von mir erlebte und für mich so bedeutsame Zeit an diesem Ort erinnern bzw. kannten sie den Ort damals noch nicht. So bleibt die Begegnung mit der Vergangenheit unabgeschlossen, mit der Option einer Fortsetzung bei neuen Begegnungen. Der Anfang heute war stimmig und richtig.

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Aktuelle Chancen regionaler Kunst

Eine Begegnung mit einem Ausstellungsort, mit dem ich persönlich positive Erinnerungen verknüpfe, war mir heute beschert. Es war Ms Idee, die Ausstellung mit künstlerischen Scherenschnitten einer Künstlerin zu besuchen, die mir durch ihre kontinuierliche Arbeit in unsere Region, speziell in diesem Genre, bereits bekannt war. Originale von ihr hatte ich zuvor aber noch nicht gesehen. Und ich muss sagen, dass mich die Präsentation beeindruckt hat. Vielleicht spielt da der ungewöhnliche und mir so gut bekannte Ausstellungsraum auch eine Rolle. Aber es ist vor allem die Qualität dieser Arbeiten, das Faszinierende an der plakativen Scherenschnittdarstellung, die mich beeindruckt hat. Vor fünfzehn Jahren habe ich in denselben Räumen eigen Holzskulpturen ausgestellt, die damals schon Baumskulpturen waren und die das Symbolthema Baum zum Gegenstand hatten. Ein sehr reizvoller Kontrast zu dem Ort, an dem sie gezeigt wurden, einem feinmechanischen Museum. So gesehen steht auch diese aktuelle Ausstellung in einem Kontrast zum Ort, aber man kann auch sagen, dass die Andersartigkeit des räumlichen Settings das Besondere der künstlerischen Arbeiten gerade so deutlich werden lässt. Leider haben wir in dem begleitenden Gespräch mit der Museumsaufsicht eine alte Gewissheit erneut bestätigt gefunden. Dass nämlich das regionale Kunstangebot in gleicher Reihe mit beliebigen anderen Freizeitaktivitäten wahrgenommen und auch gewertet wird. Schlechte Voraussetzungen, um hier die Motivation zum Präsentieren eigener Kreationen langfristig hochzuhalten. Umso beachtlicher finde ich jeden Ansatz, das dennoch zu erreichen. Die ungewöhnlichen Formen, denen man auf diesen Wegen begegnen kann, sind für mich ein Gewinn.

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Autobiografiearbeit

Es braucht eigentlich nur die Nähe zu einem ehemals eindrucksvollen Ort, um quasi nahtlos an die frühere Erfahrung anzuknüpfen. So erschien mir der Ausstellungsraum in der Mühle, den ich vor 15 Jahren für eine Ausstellung eigener bildhauerischer Arbeiten nutzen konnte, so vertraut, als ob ich ihn ständig besuchen würde. Das Bild, die Proportionen und die Aufteilung der beiden Räume hatte sich mir schon während der damaligen Vorbereitungen eingebrannt, denn diese Räume waren wesentliches Element der Präsentation und der Wirkung der Arbeiten im Raum. So fand ich es schön, an diesem Ort wiederum Holzarbeiten betrachten zu können, und vor allem, die Künstlerin wiederzusehen, die ich damals für das Stauseeprojekt gewinnen konnte. Auch das Gespräch mit H.G. S. hat diese Zeit aus der Erinnerung hervorgeholt und wieder sehr lebendig werden lassen. Ein Stück Autobiografiearbeit steckt somit immer in solchen Begegnungen, die umso deutlicher zeigen: Nichts geschieht zufällig, insbesondere nicht das wiederholte Zusammentreffen mit Menschen.

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