Nervöse Erscheinungen unserer Zeit

Ok, auch der August fängt wieder so an, wie der Juli aufgehört hat. Es scheint kein Ende zu nehmen mit dem Regen, den kühlen Temperaturen, dem Scheitern des Hochsommers. Recht schwer zu ertragen, zumal die Menschen ohnehin zur Nervösität neigen, angesichts all der Unzulänglichkeiten im engeren Umfeld wie in der weiten Welt. Da müssen wir uns einmal mehr auf die Grundlagen besinnen, bei den natürlichen Grundlagen ebenso wie im Sozialen und Kulturellen. Ein paar Schritte zurücktreten, alles auf Anfang stellen und versuchen, in dem Durcheinander von Erfahrungen eine Richtung und möglichst auch Auflösungen zu finden. Das wünsche ich uns allen, mit mehr Erfolg und Mut in der näheren Zukunft.

Gegen die Bedrohung unserer kulturellen und natürlichen Grundlagen

Bei dem pausenlosen und uferlosen Wahnsinn, den wir täglich aus den USA zu hören bekommen, kann uns die Lust an allem vergehen. Kaum noch zu verarbeiten ist all der Irrsinn und die extreme Zumutung für normales Empfinden und moralisches Handeln. Das scheint auf einmal alles in Frage gestellt und man muss auf etwas reagieren, was man bis dahin nicht für möglich gehalten hätte. Ich kann nur hoffen, dass die Europäer sich schnell und geschlossen gegen diese Zumutung wenden und erst gar nicht auf das alles eingehen. Denn das würde zu ebenso unvorstellbaren Entwicklungen und einem echten Niedergang der Kultur führen. Angesichts solcher Erfahrungen fällt es tatsächlich schwer, noch den Glauben an die Grundlagen und die Verwurzelung im Natürlichen zu thematisieren. Weil man fast das Gefühl haben muss, es sei nicht der Zeit angemessen. Aber tatsächlich scheinen mir die vertrauten Grundlagen jetzt wichtiger denn je. Nur erfordert es mehr Mut als je zuvor, diese Bindung auch zum Thema zu machen und mögliche Lösungen an diesen Grundlagen festzumachen, statt an Hirngespinsten und verqueren Einstellungskonstrukten, die niemals zu einem menschenwürdigen Zustand führen können.

Aufmerksamkeit auf die tief versurzelte Lebensenergie

Nach einigen nach zögerlichem Aufbruch aussehenden Tagen wirkte dieser Tag wieder ganz unwahrscheinlich auf mich. Die Verwirrungen und Unbegreiflichkeiten der Welt scheinen mir sofort wieder wie lähmend. Und ich beobachte das eben gleichzeitig bei jedem. Niemand scheint sich dem entziehen zu können. Die zwischenzeitlich, allerdings selten gewordenen Auftriebswellen scheinen wie Versuche einer Selbstüberlistung. Nur haben wir selbst nach Jahren dieser Autosuggestionsversuche noch nicht den überzeugenden Ansatz herausgefunden. Das Schwimmen, Staunen und Rätseln geht weiter. Bei all dem versuche ich dennoch den Anfang wiederzufinden und dabei alles Positive aus der eigenen Lebenserfahrung miteinzubringen. Einfach weil das viel Fortschrittliches enthält und nur irgendwann der Punkt gekommen war, für uns alle, an dem es nicht mehr aufwärts ging, ab dem wir mit dem endlosen Be- und Verarbeiten des aktuell Erlebten voll und ganz beschäftigt und erschöpft sind. Ich setze auf die Aufmerksamkeit und Hinwendung zu den eigenen biografischen Wurzeln, aber immer auch begleitet durch die Hinwendung zu geistigen Ursprüngen, um einen zukunftsfähigen Weg wiederzufinden. Ein kleines Element bei diesem Versuch ist die Beschäftigung und kreative Bearbeitung des Baum-Themas. Denn die Bäume verkörpern als Mit-Lebewesen vieles von diesem unerschütterlichen Vertrauen in die eignen Wurzeln und die tief verwurzelte Lebensenergie jedes Individuums.

Naturthemen und Basisherausforderungen

Das gestern schon festgestellte Ungewohnte setzt sich leider Gottes fort, so dass ich vorübergehend zu der alten Lösung zurückkehren musste. Ich hoffe sehr, das bald in den Griff zu bekommen, auch um die umfangreiche technische, inhaltliche und kreative Arbeit der nächsten Monate gut und stressfrei realisieren zu können. Vieles ist jetzt zwar auf Jahresabschluss und Weihnachten hin ausgerichtet, das ist gut, weil es uns ein Stück entlastet und dem Krisendenken etwas Versöhnliches entgegensetzt. Aber die Menschen sind auch gleichzeitig schon im nächsten Jahr und was uns dann wohl erwartet. Ich hoffe, für mich wird es wieder mehr Freiraum und Zeit für die Naturthemen und die kreative Verarbeitung des Baumsymbolischen bereitstellen. Neben allem, was an Basisherausforderungen ohnehin in gute Bahnen zu lenken ist.