Symbolische Standbasis

Der Tag hat von verschiedenen Richtungen keine guten Nachrichten gebracht. Es scheint so, als ob der globalen Krise noch eine Reihe persönlicher Tragödien hinzugefügt werden sollen. Jedenfalls stellt das Einzelne vor besonders große Herausforderungen, die Durchhaltevermögen, Mut und das Versuchen von Zuversicht fordern. Routine hilft da, um die Dinge nicht aus der Kontrolle zu lassen, aber auch Themen, die sich auf die Grundverfassung unseres Lebens beziehen. Insofern ist das Reden über Bäume gerade in solchen Zeiten kein Luxus, sondern eine Art Überlebensnotwendigkeit. Natürlich meine ich die Bäume nur exemplarisch. Sie stehen eben wie immer im Rahmen meiner Wunschbaum-Projekte, für ein starkes Symbol des Lebens und der Individualität. Ich wünsche vielen, dass sie ein für sie passenden Symbolsystem finden und die Chance erhalten, sich mit dessen Hilfe immer wieder eine Standbasis zu verschaffen.

Sich symbolisch aufrichten

Es ist eine Beobachtung der letzten Jahre, dass sich am Jahresanfang die Aufgaben in eigentümlicher Weise häufen. Fast scheint es, als ob man den Berg kaum abtragen könnte, kaum dass das neue Jahr begonnen hat. Dieser Eindruck mischt sich mit der merkwürdigen Apathie, die sich in der Gesellschaft flächendeckend ausgeprägt hat, so dass innerlich unruhige und rastlose Individuen sich quasi stumm gegenüberstehen. Solche Konstellationen haben wir eigentlich noch nie erlebt, und außerhalb einer wie eine Naturkatastrophe einzustufenden Krise ist das ja auch kaum vorstellbar. Nur die Strategien des Umgangs mit dieser unbefriedigenden und Kräfte raubenden Situation wollen nicht wirklich erkennbar werden. Und sofern sie geäußert werden, wirken sie unschlüssig und eher verzweifelt. So schöpfe ich aktuell Kraft aus dem, was uns immer zur Verfügung steht, den Symbolen, den darauf aufbauenden Traditionen und kommunikativen Routinen, die den Sinn von Jahrtausenden in sich gespeichert haben. So wie das Baumsymbol und seinen unendlich vielfältigen und tief gehenden Implikationen uns zu allen Zeiten, gerade auch in den schwierigen, einen zeitlosen Ruhepol zur Verfügung stellt, den wir zum Aufrichten und Aufrechtbleiben nutzen können.

Neuauflage der Risiko- und Krisengesellschaft

In die Projektarbeit dieses neuen Jahres haben wir schon hineingefunden, auch wenn das kommunikative Umfeld keineswegs schon eine klare Orientierung aufweisen kann. Die Verunsicherung ist eher in die Verlängerung gegangen, auch ein Grund, warum ich dem Weihnachtsbaum eine Woche Verlängerung zuerkannt habe. Es wird schwierig sein und bleiben, diese anhaltende Apathie abzulösen und neue Vorhaben mit höheren Anteilen an ehrlicher Zuversicht auszustatten. Der in Filmen schon einige Male verarbeitete Gleichklang der 1920er mit den 2020er Jahren ist wohl nicht von der Hand zu weisen. Damals war es eine eigentümliche Mischung aus wirtschaftlicher Talfahrt, politischer Verzettelung und kulturellem Exzess, was die Krisenzeit geprägt hat, und heute ist es eine Neuauflage der in den 1980ern schon einmal thematisierten Risikogesellschaft, die zu einer Art Krisengesellschaft geworden ist, in der die Krisenursachen so vielfältig und ungreifbar sind, dass man sich im Schnitt keinen Reim mehr machen kann. Aber die Verunsicherung und eine Form fatalistischer Grundeinstellung markieren doch frappierende Gemeinsamkeiten des Zeitgeistes im Abstand von 100 Jahren.

Zarte Ansätze von Normalität

So langsam scheinen die Lebensgeister in diesem neuen Jahr doch zu erwachen. Jedenfalls konnte ich heute verschiedene Signale vernehmen, die anzeigen, dass es vereinzelt Pläne und Vorhaben gibt, hinter denen auch ein Interesse und die Andeutung von Zuversicht stecken. Das macht mich dann auch zuversichtlicher, nachdem der Blick in die nähere Zukunft zuletzt eher trüb zu sein erschien. Insbesondere wenn die Nachfrage nach Symbolen des Lebens, wie aktuell in Anfragen für Baum-Holz-Armbänder zum Ausdruck gebracht, wieder erkennbar wird, ist das für meine Sphäre schon ein Hinweis auf Regungen, die über die bloße Überlebenslogik hinausgehen. Auf das kommt es mir vor allem an, und darum, solche zarten Ansätze von vorkrisenhafter Normalität zu hegen und wachsen zu lassen.

Weihnachtsgedanken und Chancen aus neu erfahrenem Sinn

Vielleicht hatte es ja mit Ms rundem Geburtstag kurz vor Weihnachten zu tun, vielleicht aber auch mit der für viele vorgezogenen Weihnachtswoche, dass die per Briefpost, E-Mail oder in Form persönlichen Besuche und Begegnungen übermittelten Weihnachtsgrüße und -wünsche in diesem Jahr einen so großen Raum einfordern. Tatsächlich sind wir in den vergangenen Tagen zu fast nichts anderem mehr gekommen. Gut, dass ich einen Großteil diesjähriger Projektarbeiten schon kurz zuvor in einen sicheren Hafen bringen oder gar abschließen konnte. So konnte ich benötigte zusätzliche Zeit für diese Kommunikation aufwenden. Vieles spricht dafür, dass es genau das ist, was wir alle in diesen Wochen, auf einem der Höhepunkte der langen Krisenzeit benötigen. Dann spielt es keine Rolle, ob es dem Gewohnten entspricht, dann entfaltet die Abweichung von der Routine einen noch nicht gekannten Sinn, der unser Erfahrungs- und Verhaltensrepertoire erweitert. Vielleicht das Positivste an allem, was gegenwärtig zu erleben ist. Nun wollen wir gemeinsam die eigentlichen Weihnachtstage als solche in uns aufnehmen, mit allem, was an Sinn in ihnen zu Tage tritt und zu Tage gefördert werden kann. Und wir wollen alle Elemente des Weihnachtlichen, die traditionellen Rituale und Traditionen, die festtäglichen Kommunikationen, die vegetabile Weihnachtssymbolik mit ihrer symbolischen Akzentuierung in den Weihnachtsbäumen, den christlichen Sinn des Feiertags in uns lebendig werden lassen und das Weihnachtsfest als Geburtstest, als Feier des Neuanfangs und der Erneuerung begreifen.

Weihnachtsstimmung und krisenhaftes Besuchsverhalten

Es sieht fast so aus, als ob wir mit dem vierten Advent den größten Teil unserer Weihnachtsvorbereitungen abgeschlossen hätten. Einiges steht noch auf meiner Liste, aber in Sachen stimmungsvoller Dekoration und Geschenke bin ich nun fast ganz zu einem Abschluss gekommen. Aber da sind ja auch noch die Geburtstage, die sich bei uns um Weihnachten herum gruppieren, insofern stehen noch viele Aufgaben auf dem Programm, neben den Dingen, deren Abschluss die Projektarbeit noch in diesem Arbeitsjahr fordert – ganz unabhängig von christlichem Sinn. Den Weihnachtsbaum habe ich heute früh nur einmal kurz erleuchtet, als eine Pflegekraft für V. sich unser Weihnachtszimmer ansehen wollte, dann aber wieder ausgeschaltet. Das sparen wir uns dann für die Zeit der einzelnen Besuche auf, die sicherlich an Ms Geburtstag eintreffen werden. Eine Besucherhäufung wird es schon aus formalen Gründen nicht geben, eigentlich schade, weil das traditionell die Feier des Tages zur Geltung bringen konnte. Aber in solchen Ausnahmezeiten sind auch Einzelbesuche eine Abwechslung, die wir genießen können, auch wenn alles drumherum in Unordnung geraten zu sein scheint und wir unsere Copingstrategien immer wieder neu überdenken müssen.

Fast stillstehend

Sehr ruhig, fast stillstehend verlaufen diese Tage in der Vorweihnachtswoche. Und man wundert sich nicht mehr darüber. Es scheint, die Menschen haben sich auf die Kontinuität des Stillstands und Abwartens eingerichtet oder sogar ein gewisses Wohlgefallen daran gefunden. Schwer zu sagen, was man davon halten soll, und wie Kultur auf die Art weiterentwickelt werden könnte. Schon die Alltagskommunikation ist durch diese Dauerzustände verarmt und wirkt zunehmend unwahrscheinlich. So als ob man gezwungen wäre, alles zu vergessen, was man gelernt und verstanden hat. Wir benötigen dringend ein Auslaufen dieser ständigen Ausnahmesituationen, damit wir unsere Energie wieder sinnvoll einsetzen können, nicht nur für Selbsterhaltung und Nicht-Untergehen. Ich bin froh für meine inhaltlichen Themen, die das Denken und die Kreativität weiterhin zu trainieren erlauben, und speziell über meine enge Beziehung zu den Bäumen als Lebenssymbole.

Der beste aller passenden Weihnachtsbäume

Die Witterung war heute so gar nicht weihnachtlich, ziemlich lau und Nieselregen. Nicht das, was man sich als Rahmen fürs Aussuchen des Weihnachtsbaums wünscht. Auf dem Areal, auf dem der Händler die neuen Bäume aufgestellt hatte, war es entsprechend matschig. Aber ich war wie immer vor der eigentlichen Öffnungszeit vor Ort und konnte in Ruhe die Favoriten sichten. Diesmal war es besonders schwierig, den Wunsch-Weihnachtsbaum zu finden, mich für eines der Exemplare zu entscheiden. Meine Wahl fiel schließlich auf einen ausreichend hohen Baum mit gleichmäßigem Astaufbau, v. a. auch schönen verteilten Ästen in der Krone. Der hat wie so oft zwar an einer Seite eine kleine Lücke, aber die kann man ja in die Ecke drehen, so dass das kaum auffallen dürfte. Die Nadeln sind bei diesem Baum recht hellgrün, das hätte ich mir mehr ins Dunkelgrün verwandelt gewünscht. Aber der Händler meint, das sei typisch für Biobäume, die nicht mit zusätzlichem Stickstoff gedüngt werden. Jedenfalls wird dieser Baum geschmückt sicher ein schöner Weihnachtsbaum werden. Und er war insgesamt auch der schönste in der Größe, den ich aussuchen konnte. Jetzt soll er noch zwei Tage im Regen stehen, bis ich ihn unter Dach hole, denn am Wochenende ist das Schmücken angesagt, rechtzeitig vor Ms rundem Geburtstag. Die Menschen scheinen in dieser Saison besonders viel Wert auf weihnachtliche Atmosphäre zu legen. So viel auch frühzeitig installierten Schmuck habe ich selten zuvor gesehen. Und die meisten zeigen dabei auch erstaunlichen Geschmack und viel Sorgfalt. Das finde ich toll und es zeigt v. a., wie wichtig die Traditionen in Krisenzeiten geworden sind, wenn sie Innerlichkeit und zeitlos Wichtiges ansprechen und die Menschen sich an ihnen wieder aufrichten können.

Jahresendliche Routinen

Die Routineerledigungen gegen Ende des Jahres scheinen kein Ende zu nehmen. So konnte ich eine weitere Unvermeidlichkeit heute endlich abschließen und daneben andere für den Samstag typische Haushaltsangelegenheiten erledigen. Das war trotz der Intensität ganz erfrischend, nach all dem Abarbeiten außerplanmäßiger Katastrophen und Hindernisse während der letzten Wochen. Und dass ich am Nachmittag erneut mich der Holzarbeit zuwenden durfte, diesmal eine Armbandform mit drei verschiedenen Holzarten bzw. Bäumen, war ein gelungenen und gleichgewichtiger Abschluss dieses arbeitsreichen Tags. Für den Transport des diesjährigen Weihnachtsbaums, den ich Anfang der Woche aussuchen will, habe ich auch gleich einmal vorgesorgt. Bisher hat das im PKW immer noch funktioniert, aber einige Vorkehrungen sind doch erforderlich, damit ich das auch alleine durchführen kann.

Kreative Herausforderungen in der Krise

Ein Gutes hat die allgegenwärtig depressive Grundstimmung: Der Einstimmung auf Weihnachten steht zumindest allzu gedrängte Projekthektik nicht so sehr im Wege wie in normalen Jahren. Allerdings war auch das Vorjahr in der Hinsicht nicht normal. Wir können uns insofern schon auf periodische Auszeiten von der Krise freuen. Ich versuche mit allen Nahstehenden zusammen das Beste daraus zu machen und die passende Reaktion, die passende Art der Verarbeitung zu entwickeln. Das ist für uns alle Neuland, da es vergleichbare Situationen zuvor nicht gab. So fordert diese Krisenbewältigung echte Kreativität im äußeren und inneren Handeln – und birgt auch viel Ungewissheit, ob die verfolgten Ansätze gelingen können. Im besten Fall können wir aus dieser Ausnahmeerfahrung gestärkt hervorgehen und im Normalmodus vielleicht zeitgemäßer weitermachen, wo wir unter Normalbedingungen aufgehört haben. Die weihnachtliche Symbolik rund um das Baumsymbol und die vegetabilen Rituale helfen mir und vielen um mich herum dabei, diese letzten Wochen des Jahres im Umkreis des Christgeburtsfestes sinnhaft auszufüllen.

Symbolverarbeitung und Zuversicht

In vier Wochen feiern wir schon den zweiten Weihnachtstag. Wie immer gleitet das Jahresende nur so dahin, mit allen möglichen Vorhaben und Plänen, die noch abzuschließen oder zu initiieren sind. In Verbindung mit der schon prägend zu nennenden Krisenatmosphäre gestaltet sich die Alltagswahrnehmung so zunehmend unwahrscheinlich. Wieder ein Erleben, das mit nichts Bekanntem zu vergleichen ist. Ich bin heilfroh über die von außen auf mich zukommenden Aufgaben, die sich um die um die Arbeit mit und die formende Verarbeitung von Symbolen drehen. Ganz besonders die um das Baumsymbol angeordneten Projekte entfalten gerade in dieser Krisenstimmungszeit eine heilsame Wirkung, für mich wie für die, denen ich die Formen zur Verfügung stellen kann. So gelingt es, ein zeitloses Mittel zu nutzen, um lähmende Krisenroutine zu verarbeiten und zuversichtlicher in die Zukunft blicken zu können.

Innere Kraftquellen erschließen

Es kommt jetzt eine merkwürdig an die Vorweihnachtszeit 2020 erinnernde Situation, wie ein Déjà-vu, die alles, was uns an dieser besonderen Zeit des Jahres fasziniert, einschränkt oder atmosphärisch verunmöglichen wird. Der Verzicht auf die Weihnachtsmärkte ist da noch das geringere Problem. Die verbreitete und alle Lebensbereiche betreffende Verunsicherung, aber auch die Ermüdung, die das ständige Auf- und Abfluten der Wellen mit sich bringt, bringen nicht nur das Gesundheitssystems und weite Teile der Wirtschaft in große Bedrängnis. Auch die Menschen werden bis in ihre privaten Initiativen hinein so stark ermüdet, dass Zukunftsperspektiven verschwimmen, Motivationsfähigkeit auf extreme Proben gestellt wird und die Menschen zunehmend ratlos sind, angesichts einer Situation, für die sie keinen Vergleich anstellen können. Das ganz private Erleben der Weihnachtszeit mit ihren vielen nicht ohne Grund erfolgreichen Traditionen und Ritualen kann in der Lage noch wichtiger werden als sonst. Die vegetabile Symbolik des weihnachtlichen Schmucks, die beleuchteten Weihnachtsbäume draußen und drinnen, die vielen künstlichen Lichterketten inmitten der lichtärmsten Jahreszeit, mögen in uns eine Wärme und eine Helligkeit erzeugen, die wir dringend benötigen, um mutig zu bleiben und die inneren Kraftquellen zu erschließen. Auf die Energie von außen jedenfalls können wir uns vorerst nicht mehr verlassen.

Vom Schatten der Einundzwanzig

Ich weiß nicht, woran es liegt, dass die Einundzwanzig in den letzten Monaten nur noch ihre offenbar dunklen Seiten offenbart. Nicht nur, dass das ganze Jahr mit der Jahreszahl 21 nicht die Erwartungen erfüllen konnte. Auch die Einundzwanzigsten der Monate zeichnen sich jüngst regelmäßig durch wenig erfreuliche Erlebnisse und Beobachtungen aus. Wie kann es sein, dass die eigentlich so segensreiche und symbolträchtige Zahl, das Produkt von 3 und 7, in diesen Krisenzeiten Gegenteiliges zu bezeichnen scheint? Immerhin werde ich in den nächsten Tagen erneut Gelegenheit haben, ein Baumkreis-Armband mit den 21 (+1) Holzarten der Bäume im keltischen Baumkreis zu realisieren. In dem Kontext zumindest steht die Zahl immer noch und zeitlos für ein geschlossenes und schlüssiges Ganzes, für eine runde Sache. So kann ich mir nur wünschen, dass künftig auch im Alltag die positive Symbolkraft der Einundzwanzig wieder in den Vordergrund tritt und Zahlensymbolik zu dem Recht zurückkehrt, das ihr in normalen Zeiten traditionell zusteht.

Hoffnungsvoller Kontrapunkt

Die Gedanken in Richtung der Weihnachtszeit sind in diesem Jahr für mich frühzeitig präsent und beschäftigen mich schon eine Weile. Immerhin mache ich Fortschritte und hoffe, alle Vorhaben auch rechtzeitig und ohne angestrengte Ausstrahlung umsetzen zu können. Eine Rolle dabei spielen die vorjährig aufgenommenen Weihnachtsmotive, insbesondere das mit dem gläsernen Weihnachtsbaumfigürchen vor der farbenfrohen Kulisse des erleuchteten Weihnachtszimmers mit Weihnachtsbaum. Aber auch biografische Themen, die Familiengeschichte betreffend sind in diesem Jahr Thema, auch wegen der zeitlichen Nähe verschiedener Geburtstage. So zeigt sich diese Vorweihnachtszeit etwas vorverlegt und somit noch weiter intensiviert, was zu der Krisenatmosphäre und dem Wunsch passt, dem etwas Hoffnungsvolles entgegenzusetzen.

Den Wert der Symbole wieder erkennen

Zwischendurch nehme ich doch auch verschiedene Anzeichen von Lockerung und Entspannung wahr. Aber die Grundstimmung bleibt eine angespannte, schwebende und ratlos machende. Das wirkt bis in die Aufmerksamkeit auf sprachliche und ästhetische Symbole hin. Gerade das beobachte ich jetzt in verstärkter Form, betrifft es doch den Kern meiner Arbeit und das Wesentliche meiner Expertise. So verwundert es nicht, dass selbst in Bereichen wie der Baumsymbolik, die gewöhnlich auf „freiwilliger“ Kommunikation aufbaut, die Reaktionen bisweilen merkwürdig distanziert daherkommen, gerade so, als ob es in Krisenzeiten anrüchig erschiene, sich auch nur kurzzeitig den symbolischen Grundlagen unseres Alltagslebens zu widmen. Kann sein, das ist nur ein individueller Eindruck. Da ich aber so viel und durchaus selbstkontrolliert über das Thema nachdenke und schon so viel Erfahrung mit der Symbolkommunikation mitbringe, gehe ich davon aus, dass an der Beobachtung etwas Wahres ist. Es wird ein gutes Stück zusätzlicher Arbeit, dem entgegenzuwirken. Das sehe ich schon fast als meine Pflicht, auch weil es derzeit zu wenige tun.

Verlebendigung durch den Einsatz von Symbolformen

Dass ich mit meiner Einschätzung der kulturellen Atmosphäre in diesem Land nicht ganz allein bin, nehme ich in den letzten Tagen des Öfteren wahr. Tatsächlich äußern sich jetzt mehr Menschen dahingehend, dass wir uns vor einer Abstumpfung, einem Hang zum Stumpfsinn in allen gesellschaftlichen Bereichen vorsehen müssen. Den Grund für die Tendenz ist nicht offensichtlich, muss aber letztlich mit der Virus-Pandemie und ihren Konsequenzen zusammenhängen. Es ist, wie wenn die Menschen stärker auf sich selbst zurückgeworfen werden und im Zuge dessen aber die eher destruktiven Seiten, der Schatten wenn man so will, stärker zum Vorschein kommt als in unbeschwerten Zeiten. Die Pandemie hat eines nicht bewirkt – dass die Menschen kulturelle Potenziale und kommunikative Errungenschaften stärken bzw. weiter ausbauen. Es ist eher ein Rückschritt, eine Rückwärtsbewegung festzustellen. Ich bemühe mich für mich selbst und natürlich auch mit kommunikativer Strahlkraft dem bewusst und aufmerksam entgegenzuwirken, auch was schief läuft überhaupt einmal zum Thema zu machen, um damit positive Bewegung in Gang zu bringen. Das funktioniert mal besser, mal schlechter. Dass es notwendig und lebenswichtig für uns ist, scheint mir aber unzweifelhaft. Eine Verlebendigung durch die Arbeit mit Symbolformen, speziell über die Lebenssymbolik der Bäume, ist für mich weiterhin eine gute Möglichkeit, die ich gerade in diesen Zeiten weiterentwickeln will.

An fortschrittliches Denken und Kommunizieren glauben

Bei all den Eindrücken von Depression und Mutlosigkeit im Zusammenhang mit der Krisensituation blitzen in meiner Beobachtung doch auch immer wieder Anzeichen von ermutigendem Weitblick auf. Wenn Menschen tatsächlich Interesse am Gespräch zeigen, sich auf den Austausch um des respektvollen Austauschs wegen einlassen, ohne gleich den Zweck als Qualitätskriterium im Blick zu haben. Solche Beobachtungen kann man in dieser Zeit durchaus machen, und das lässt mich zwischendurch aufatmen und an die Möglichkeit noch glauben, dass weitblickendes Denken und Handeln unsere Zukunft fortschrittlich gestalten können. Nach all den empfundenen Rückschritten der letzten Jahre. Zum Glauben an fortschrittliches Denken und Kommunizieren gehört die Voraussetzung des Glaubens an sich selbst. Das will ich auf keinen Fall vernachlässigen und dafür die Spiegelung durch Symbolformen nutzen, unter denen die Bäume nur ein besonders starkes Beispiel darstellen.

Symbolformen und tiefer liegende Bedeutungen

In diesen Tagen werden die Menschen noch nervöser als zuletzt ohnehin schon. Krisenkommunikation und Krisenstimmung ohne Ende, dabei stand das Ende schon so einige Male gefühlt bevor. Ich denke, es ist heute noch nicht absehbar, welche langfristigen Wirkungen auf die Seele, die Motivation und durchaus auch die geistige Entwicklung diese Situation in allen Gesellschaften haben wird. Es scheint mir aber so, als ob gerade die hässlichsten Persönlichkeitsebenen und Wesenszüge in solcher Zeit häufiger an die Oberfläche treten und sich praktisch auswirken als uns lieb sein kann. Ich praktiziere es selbst und geben es Leuten, die überhaupt zugänglich scheinen, als eine Möglichkeit gerne weiter, die Dinge und Handlungen in ihren tiefer liegenden Bedeutungen zu begreifen und in diesem Sinne auch zu reagieren. Symboldenken und Symbolkommunikation ist im Alltag überall gegenwärtig und kann sich an verschiedensten Anlässen und Formen orientieren. Die Bäume als starke Symbole des Lebens und ihre Alltagsbedeutung sind da nur eine, wenn auch eine sehr lebensnahe Möglichkeit.

Anschluss an Vorkrisenstimmungen

Ein zwar anstrengender, aber doch letztlich erfolgreicher Einundzwanzigster war das, an dem sich eine Reihe von Problemen auflösen ließen und einiges an angestauten Aufgaben abgearbeitet werden konnte. Meine Gedanken sind jetzt schon eher bei der symbolischen Durchdringung der Dinge und Kommunikationen. Das nahende Jahresende macht sich bei mir insofern schon bemerkbar. Und auch bei vielen anderen, mit denen ich rede. Eigentlich sollte die Einundzwanzig, die auch noch die Jahreszahl markiert, doch mit einer aufbauenden oder abschließenden Stimmungslage verbunden gewesen sein. Nur war davon bei so viel Krisengedanken und praktischem Krisenhandeln nicht viel zu spüren. So hoffe ich auf mehr Auflösung und Entspannung ab dem kommenden Jahr. Und dass wir den Anschluss an weitaus belebenderes Denken und Wahrnehmen bis vor der Krise nicht verlieren. Damit bald auch wieder Gespräche über Bäume nicht mehr als unpassend, vielmehr als gewinnbringend wahrgenommen werden.

Baumthemen und Krisenverarbeitung

Das ist schon ein vorsichtiges Abwarten, was die Einstellung und kommunikative Perspektive der Menschen zurzeit flächendeckend kennzeichnet. Nicht wirklich überraschend, weil sich das seit 1 ½ Jahren mit kleinen Unterbrechungen, Auf- und Abwärtswellen, fortsetzt und zunehmend verfestigt. Nur fragt man sich, woher in diesem Umfeld und diesen Stimmungslagen die altbekannte Zuversicht, der Mut, sich auf Neues einzulassen, Neues ins Leben zu rufen und weiterzuentwickeln, woher das wieder kommen soll. Mehr Mut trotz der vielen Hemmnisse, Rückschläge und Enttäuschungen ist eigentlich dringend notwendig. Ein Rezept ist nicht in Sicht, aber ich weiß aus langjähriger Lebenspraxis, dass ein Abstandnehmen, in Auszeiten zwischendurch, aber auch kurzzeitig an jedem Tag, sehr wichtig und förderlich sein kann, um immer wieder Anlauf nehmen zu können. Gerade der Rückgriff auf Themen, die mit unseren natürlichen Grundlagen, insbesondere den Pflanzen in unserem Umfeld zusammenhängen, kann belebend wirken. So hoffe ich, nicht nur für mich selbst, die Beschäftigung mit den Bäumen, ihrer Symbolik, Energie und Ästhetik, auch weiterhin zur Krisenverarbeitung einsetzen und anderen daraus etwas mitgeben zu können.

Krise, Normalität und zeitlose Gartenruhe

Den wohl ersten Trödelmarktbesuch seit Beginn der Pandemie hat uns heute in den Nachbarort geführt. Eine kleine Exkursion, die in ihrer Länge gerade ausreichend war, um an die Tradition anzuknüpfen und gewissermaßen die Übung nicht zu verlieren. Die Sehnsucht der Besucher dort nach einer Rückkehr des Gewohnten ist überdeutlich gewesen. Auch im Umfeld des Marktes herrschte, von den äußerlich sichtbaren Krisenanzeichen einmal abgesehen, ein Treiben wie früher auch. Dennoch hat sich in den Köpfen und Seelen natürlich etwas verändert, was auch später noch wirksam bleiben wird. Eine Art Ernüchterung, die alle Ungebremste zu verbieten scheint. Schwer zu sagen, ob man das gut finden soll. Aber eines ist gewiss: Nach einem Ausflug unter vielen Menschen und mit geschäftigem Trubel ist es für uns immer ein oasenhaftes Erlebnis, einige Wochenendstunden im Garten mit seinen Blumen, Stauden und Bäumen und mit den spätsommertypischen Geräuschen des Windes und der Vögel sowie der Menschen in benachbarten Gärten zu verbringen.

Wachsende Aufgeschlossenheit für die Symbolik des Natürlichen

Die Aussicht auf einen sonnenreicheren September und damit hoffentlich auch auf einen klassischen Altweibersommer hält uns aufrecht. Gerade weil der Wunsch, nach draußen zu gehen und sich in der Landschaft zu bewegen, in diesen Tagen eher gering war. Tatsächlich sind die Menschen sehr unauffällig und zurückhaltend, scheinen von der sich verfestigten Krisenstimmung und Lethargie stark beeinflusst. Ich merke insbesondere durch die Anfragen an die Wunschbaum-Manufaktur, dass die Bedürfnisse nach Konstanz besonders im Bereich der natürlichen Grundlagen, nach wie vor und gerade in solchen Zeiten ausgeprägt bleiben. So freue mich über jede Gelegenheit, mit meinen Symbolformen aus Holz die Energie und Symbolik der Bäume für die Menschen nutz- und begreifbar zu machen, die für diese Dinge aufgeschlossen sind. Die Aufgeschlossenheit ist in diesem Jahr immerhin schon deutlich größere als im vollkommen im Krisenmodus verlaufenen Vorjahr. So zeigt die Erfolgskurve meiner Wunschbaum-Initiative im Schnitt und ungeachtet zeitweiliger Rückgänge doch noch oben.

Krisenernüchterung und eine eher dürftige Baumobstqualität

Nun ist auch für mich das Impfthema vorläufig abgeschlossen. Jedenfalls bis es, wie aktuell zu erwarten ist, doch noch eine dritte Impfung hinzukommt. Im Gespräch mit den Fachleuten vor Ort beschleicht einen schon das ungute Gefühl, dass insgesamt zwei Jahre Pandemie und Krisenstimmung wohl am Ende nicht unrealistisch sind und vermutlich noch in weitere Verlängerung gehen werden. Schwer abzuschätzen, welche Auswirkungen diese Umstände und Entwicklungen auf die seelische Gesundheit und die geistige Fortentwicklung der Menschen haben werden. Ein Rückschlag für uns alle bedeutet es allemal. Mit den Mirabellenkuchen ist M. heute in die Fortsetzung gegangen, so dass schließlich acht Bleche, d. h. mit gestern zusammen, acht Bleche zusammenkamen. Einen kleinen Kuchen haben wir gleich verbraucht und die anderen 7 eingefroren. Allerdings sind wir doch durch die Kostprobe etwas ernüchtert aus der Aktion hervorgegangen. Denn die Qualität der Mirabellen war dann doch nicht so toll. Mein spontaner Eindruck, dass die Früchte doch recht grün waren, hat sich bestätigt. Dieser verregnete Sommer hat auch auf dem Gebiet seine wenig rühmlichen Auswirkungen gezeigt, dem Baumobst fehlte es wohl doch an den nötigen Sonnenstunden. Zu wenig Süße, zu viel Säure. Das ist dann auch am Kuchen deutlich erkennbar. Immerhin konnten wir die Tradition fortführen, und das allein gibt ein gutes Gefühl.

Sich über Symbolarbeit aufrichten

Das Schauerwetter hat es heute kaum möglich gemacht, sich länger draußen aufzuhalten. Schade, dass wegen dieses wenig sommertypischen Wetters Sommerfeeling nicht wirklich entstehen kann. Passt irgendwie zu den verqueren Verhaltensmustern und der unübersichtlichen Stimmungslage unter den Menschen. Wie wenn die natürlichen Umweltbedingungen das Innere der Menschen spiegelte. Vielleicht ist das zurzeit wirklich so. Immerhin schaffen wir es, uns im Alltag durch das bewusste Arbeiten mit Symbolen aufzurichten, aufrechtzuerhalten, wozu immer wieder auch vegetabile Symbolik einen Beitrag leistet. Lustig fand ich Ms Idee, die überschüssigen Wunderbäumchen, die ja noch in ihren kleinen Pflanztöpfen bleiben mussten und deshalb dachten, sie seien schon ausgewachsen, in einer Dreiergruppe zwar im eigenen Topf, aber doch zu den Sommerblumen zu gesellen. Sie wirken dann wie ein Blumenstock, nur eben mit der Anmutung von Bonsai-Stauden, die alle Eigenschaften der großen zeigen, inklusive schon ausgebildeter Blüten und Fruchtstände, nur eben in der Miniaturausführung.

Das Eigentliche und die Pflanzenwelt

Selbst für die Auszeit des Hochsommers sind diese Tage ungewöhnlich und wirken wie etwas Unwahrscheinliches auf mich ein. Es ist, wie wenn die verwirrte und desorientierte Krisenkommunikation, gepaart mit kollektiver Dauerdepression, nun eine Art Tatsache geworden wäre. Wie wenn man sich dauerhaft auf solche Zustände und Befindlichkeiten einzurichten gezwungen sieht. Ich bin sicher, dass das ein ebenso kollektive Täuschung, ein rekapitulierendes Missverständnis ist, dass das, was unseren aktuellen Stand geistiger und gesellschaftlicher Entwicklung betrifft, weitaus fortgeschrittener ist und sich nur deshalb nicht ausreichend Geltung verschaffen kann, weil anderes sich unaufhörlich in den Vordergrund schiebt. Das Eigentliche ist dadurch aber nur verdeckt, nicht etwa verschwunden. Ich suche täglich den Kontakt zu den Pflanzen in unmittelbarer Nähe, vor allem im Garten, zu den Bäumen, Stauden, Blumen und allem, was im Bereich der Pflanzenwelt sich hier verwirklicht. Denn das ist aktuell die einzige Möglichkeit, dieses Verdeckte für Momente sichtbar zu machen, aus seiner Verdeckung hervorzuholen. Wie alle Symbole des Lebens nie verschwinden, nur manchmal nicht die größte Aufmerksamkeit genießen. Es ist immer tröstlich zu wissen, dass sie immer da sind und mit uns ihre Lebensweisheit austauschen können, wenn wir das zulassen.

Im Schatten des Maulbeerbaums

Der lange nicht mehr realisierte Ausflug mit Tradition hat uns heute einmal den Kopf etwas freier gemacht. Man könnte sich von solchen Aktivitäten durchaus entwöhnen, aber gerade, wenn alles so heruntergefahren ist wie seit 1 ½ Jahren kann es auch aktivierend und motivierend wirken, eben weil es an Vorkrisenstimmung anknüpft. So hat das heute auch auf uns gewirkt, nach einer recht angenehmen Hin- und Rückfahrt, die uns die Heimatliche Landschaft von den Straßen aus in abwechslungsreicher Form vor Augen führt. Sonst war dieser Tag eher von Rekreation und nicht übermäßig viel Produktivem ausgefüllt. Unter anderem habe ich V. bei der Vorbereitung der diesjährigen Winterfütterung der Bienen unterstützt und bei der Gelegenheit den Entwicklungszustand des Maulbeerbaums in Augenschein genommen. Dadurch, dass ich ihn im Frühjahr nicht zurückschneiden konnte, ist die Krone übermäßig dicht zusammengewachsen. Und natürlich ragen die Äste auch weit über die Grenzen des Grundstücks hinaus, was wir eigentlich vermeiden wollen. In dem Bereich, den der Baum beschattet, ist aktuell tatsächlich alles abgedunkelt, so dunkel, dass man beim Abpflücken der letzten Maulbeeren schon fast nicht sehen kann. Im kommenden Frühjahr ist also ein ziemlich kompromissloser Rückschnitt unvermeidlich. Vs Theorie, dass das Fruchttragen u. U. üppiger ausfallen könnte ohne Rückschnitt hat sich jedenfalls nicht bestätigt. Es gab zwar Früchte, aber die Gesamternte ist doch sehr dürftig gewesen. Da wird es sich kaum lohnen, neuen Marmelade zu kochen. Es bleibt rätselhaft, welche konkrete Kombination von Bedingungen der Art guttut und wovon genau der Beerenertrag abhängt. Nennenswert und damals aber auch sehr üppig fiel es in der Lebensgeschichte des Baums bisher nur vor drei Jahren aus.

Die passende innere Symbolwelt pflegen

Dass ich gestern diese Anmerkung zu traditionellen Vorstellungen von Urlaubszeit hatte, war kein Zufall. Auch heute, fast am Ende des Hochsommermonats Juli, wirken die ganze Atmosphäre und die Ausstrahlung der Menschen auf mich so, als ob der absolute Höhepunkt dieser besonderen Stimmung erreicht ist, einer Stimmung, die wie gewollte Auszeit anmutet. So stillstehend, so wenig auf Erwiderung und Reaktion ausgerichtet erlebe ich die Menschen selten. Da scheint sich aktuell alles zu kumulieren, was als nach innen gerichtete Fluchttendenz in den vergangenen 1 ½ Jahren zwangsweise eingeübt wurde. Was würde ich ohne die Bäume tun, die als lebende Individuen im Garten und in der Landschaft auf mich wirken, mit denen ich mich auseinandersetze, fast schon in einen stummen Dialog trete. Die ich aber auch in vielfältigen kreativen Projekten sprachlich, präsentativ und interaktiv reflektiere, symbolisch verarbeite und kunsthandwerklich in eine neue vermittelbare Form bringe. Ohne diesen für mein Leben prägenden Archetypus wären solche Zeiten schwer zu ertragen, jedenfalls ohne seelischen Schaden zu nehmen. Ich wünsche allen, dass sie eine für sie passende Symbolwelt pflegen oder ersten entdecken können, die in inneren Handlungen etwas kompensieren kann, was außen nicht präsent oder ganz verloren gegangen ist.

Ein Gartensommer zwischen Verzögerung und Hemmnissen

Auch andere machen in diesem Sommer die Erfahrung, dass die selbst gezogenen Pflanzen im Garten sich oft nicht wie sonst erwartbar entwickeln. Manche Arten schießen ins Kraut, bilden aber keine Blüten, andere bleiben von vorneherein winzig oder zeigen ein stark verzögertes Wachstum. Wie überhaupt in dieser Vegetationsperiode so vieles verzögert und irritiert erscheint. Das passt ja immerhin zu den sonstigen Zeitumständen, dieser endlosen Krisenatmosphäre und den seelischen Deformationen, die sich daraus flächendeckend ergeben. Wir wollen diese Hochphase des Sommer dennoch von ihren noch wahrnehmbar positiven Seiten betrachten und die Zeit im Garten, mit den dieses Jahr ungehemmt wachsenden Gartenbäumen und dem wuchernden Grün der Stauden genießen, bevor die ersten Vorzeichen des Herbstes sich wieder einstellen.

Archetypische Krisenverarbeitung

Die beständige Abfolge von Krisensituationen hat die Menschen verändert. Das ist mir noch nie so klar geworden wie in diesen Tagen. Der Virus, jetzt die Hochwasserkatastrophe, die vielen alltäglichen Ausnahmesituationen und Verrückungen, die man kaum noch auseinanderhalten kann. Die Ausnahme scheint zur Regel geworden zu sein und das verändert etwas in den Köpfen und vor allem in den Seelen. Es lässt sich noch nicht einmal sagen, ob es um Ungleichgewichte oder die überfordernde Verarbeitung von Anpassungsleistungen geht. Es könnte auch um die vermeintlichen Gewissheiten einer für fast jeden mitlaufenden Autobiografie gehen, um die vermeintlichen Gewissheiten, die unseren Handlungen und unserer Motivation Orientierung und Halt geben. Eine Orientierung und ein Halt, der zunehmend gefährdet erscheint, unabhängig von der Ausprägung des Selbstbewusstseins und der Zuversicht. Es ist eine Coping-Strategie, die mir in solchen Zusammenhängen immer wieder vor die Seele tritt, weil ich sie als eine wirklich förderliche kennengelernt habe: Die Auseinandersetzung mit den geistigen Grundlagen unserer Verkörperung in diesem Leben, die wir auf unterschiedlichen Wegen führen können, je nach Entwicklungsstand und Möglichkeiten. Dabei spielt die symbolische Vermittlung, die Spiegelung in außerhalb von uns verfügbaren Symbolformen eine wichtige Rolle, da wir eine symbolische Verstärkung hierfür benötigen oder diese uns die Auseinandersetzung erleichtern kann. Lebenssymbole wie das von mir im Baumtagebuch und den Wunschbaum-Projekten gepflegte Baumsymbol sind eine Möglichkeit. Andere Archetypen wie Engel, Steine, Berge oder Vögel mögen andere Persönlichkeiten noch stärker ansprechen. Ich wünsche jedem, dass er aus der symbolvermittelten Reflexion Kraft und Orientierung für die je persönliche Krisenverarbeitung gewinnt und damit für das möglichst gradlinige Verfolgen seines / ihres selbst definierten Lebensziels.

Selbstbeschreibung und Motivation durch Themenbeiträge

Zaghafte Regungen und kurzes kommunikatives Aufbäumen sind nicht ausgeschlossen in diesen Tagen. Aber sie sind nach wie vor selten geworden und scheinen immer wieder abgebremst zu werden. So als wenn sich der Krisengedanke verselbständigt hätte. Das finden natürlich auch die Verweise auf meinen neuen Themenbeitrag zu komplexem Webdesign nicht die größte Resonanz. Es ist dennoch wichtig, die eigenen fachlichen Erfahrungen, die letztlich aus einer täglichen intensiven Auseinandersetzung mit den Themen resultieren, auch immer wieder schriftlich festzuhalten, zu komprimieren, die Essenz herausarbeitend und für den Interessierten zugänglich machend. Tatsächlich erfolgt irgendwann die Reaktion, ist der Beitrag Anlass und Ausgangspunkt für ein neu entstehendes Entwicklungsprojekt. So greifen die kontrollierende Selbstbeschreibung und die als Motivationsanlass verstandene Beratung ineinander und schaffen Themenräume, die für beide Seiten bereichernd sein können. Ich bin froh, dass ich noch eine andere mir im Magen liegende technische Unklarheit heute bereinigen konnte. Jetzt steht der sicheren Verwendung des Anfrageformulars in der Webpräsenz der Wunschbaum-Manufaktur nichts mehr im Wege. Denn jetzt können auch die für das Projekt unsensiblen Maschinen mit der gefundenen Lösung wieder leben.

Symbolarbeit in Krisenzeit

Nun bin ich selbst auch Teil des Impfmarathons, wenn auch die Sache noch nicht abgeschlossen ist. Ich hoffe, die Menschen werden nicht übermütig und es taucht nicht unverhofft wieder eine weitere Welle auf. Die Projektarbeit beansprucht mich derzeit sehr, so dass die Krisenstimmung sich zum Teil verdrängen lässt. Wichtig ist mir aber immer, dass die grundlegenden Themen nicht zu kurz kommen. In hektischen Zeiten wird das noch lebenswichtiger als sonst. So bleiben gerade jetzt die Holzarbeit und die Weiterentwicklung der Arbeit mit und um die Symbolik herum mein kontinuierliches Parallelprojekt.