Ein würdiger Karfreitag

Es ist gut, dass wir den Karfreitag in einer Atmosphäre erleben durften, die dem Feiertag angemessen ist. Ruhig, bei kühlem, aber zeitweise sonnenreichem Wetter, mit der Möglichkeit, die Bedeutung des Tags zu reflektieren, Innenschau zu halten und auch mit etwas Zeit, den Tag mit passender Lektüre zu thematisieren. Mit M. zusammen habe ich außerdem einige weitere Dekorationen für Ostern vorbereitet. Dabei bin ich auf schon verschollen geglaubte Osterkreationen aus meiner Kindheit gestoßen, was mich besonders gefreut hat. Und ich habe beschlossen, die neue Fotografie mit dem blühenden Schlehdornzweig nun doch auf die 120 x 80 cm Leinwand drucken zu lassen. Das kleinere Format werde ich bei mir aufhängen und an der Wand, die wir alle täglich im Blick haben, wird das Großformat Platz finden. Einer der Jahreszeit entsprechenden Motivauswahl sind wir dann schon ein Stück näher gekommen. Ich denke zur Erweiterung des Spektrums darüber nach, demnächst auch eine der Nahaufnahmen vom Pfaffenhütchen mit vollreifen Fruchtkapseln ebenfalls auf dieses große Format drucken zu lassen. Damit hätten wir dann zumindest für die vier Jahreszeiten ein gleich großes Leinwandformat zum Wechseln.

Ein besonders sinngesättigter Vorweihnachtstag

Der Tag war wieder sehr dicht gedränt und mit Aufgaben nur so überfüllt. Aber das hatte ich auch nicht anders erwartet. Bei den wirklich schönen Aufgaben, die heute überwiegend auf dem Plan standen, ist mir das dennoch eine Freude und Bestätigung. Denn die Traditionspflege im Umfeld der Weihnachtsfeiertage – damit meine ich sowohl die christliche Tradition generell, als auch unsere familiäre Ausdeutung derselben – die ist mir eben immer noch wichtig. Unabhängig von Zeitgeistumbrüchen und den Erfahrungen, die man nun einmal in dieser komplizierten Welt täglich machen muss. Besonders freut es mich, dass ich es schaffe, diese Traditionspflege in einer ehrlichen und in sich stimmigen Art fortzuführen. So wie das Schmücken des Weihnachtsbaums, das ich am Vor- und Nachmittag mit viel Ruhe umsetzen konnte – um mich mit M. über das schöne und eindrucksvolle Ergebnis zu freuen. Daran hat der aus-ladende Baum mit dem schönen Astaufbau, gerade im Kronenbereich, einen wesentlichen Anteil. Aber auch die Chance, das Schmücken nicht überhastet auszuführen, sondern mit einer feierlichen Grundhaltung, die in diesen Tagen nicht mehr ganz so selbstverständlich ist. Auch für Ms Geburtstag konnte ich das Ausstehende zum Abschluss bringen. Zusammen mit unverhofft eingegangenen Aussichten auf einen lebendigen Start der Wunschbaum-Manufaktur im neuen Jahr war das eine ebenso arbeitsintensiver wie von Sinnhaftigkeit gesättigter Vorweihnachtstag.

Umfangreiche Aufgaben mit Ruhe zum Erfolg führen

Carolina Reaper Chilis aus eigenem Anbau 2025
Carolina Reaper Chilis aus eigenem Anbau - Detailaufnahme 2025

Ruhig ist dieser Sonntag schon ausgefallen. Aber ich hatte mir so viele Aufgaben vorgenommen, dass er nicht gerade kontemplativ verlief. Vielmehr war ich von Früh bis Spät mit dem Abarbeiten dieser Aufgaben beschäftig. Unter anderem habe ich alle noch an den Pflanzen hängenden Chilis geerntet, leider um festzustellen, dass ein größerer Teil dieses Rests nicht mehr zu verwenden war. Wirklichen Frost, wie wir ihn in den letzten Nächten erlebt haben, hat den meisten Sorten so sehr zugesetzt, dass die Zellstruktur der Schoten kaputtgegangen ist. Beim Aufschneiden entströmte ihnen ein seltsamer Duft, der nicht zu einer gesunden Schotenkonsistenz passte. So habe ich mich auf die eine Sorte in der Weiterverarbeitung beschränkt, die Glockenchilis, die diese Frostnächte noch einigermaßen überstanden haben, u. a. auch weil sie unter Dach standen und „nur“ die tiefe Temperatur, aber nicht auch noch Nässe abbekommen haben. Nun, für die nächsten Jahre wird mir das eine Warnung sein, dass man die Ernte bei den Chilis nicht bis in den November hinein fortsetzen kann. Auch wenn das bedeutet, dass zahlreichen Schoten vorher noch grün geerntet werden müssen. Technische Aufgaben, die noch abzuschließen waren, erneutes Kuchenbacken, Objektfotografie der schönsten Carolina Reaper Schoten, die ich in geringer Zahl ernten konnte, waren weitere Punkte auf meiner heutigen Aufgabenliste. Auch die Vorbereitung für den nächsten kunsthandwerklichen Einsatz, den ich morgen starten will. Aber auch in so viel Geschäftigkeit kann an einem Sonntag mit unwirtlichem Wetter viel Ruhe liegen – wenn es gelingt, sie in der Situation zu pflegen, wohlwissend, dass es auch mit Ruhe zu guten Ergebnissen kommen wird.

Reminiszenz an goldene Novembertage

Es ist trotz der vielen selbst gestellten Aufgaben doch der erhoffte ruhige Sonntag geworden, der ein paar Stunden Zeit für Kontemplation und Lektüre gelassen hat. Mit einer eindrucksvollen Lektüre, die mir einige Anregungen gegeben hat für den Bücher-Wunschzettel, den ich in den letzten Jahren immer vor Weihnachten zusammengestellt und mir dann quasi selbst erfüllt habe. Das passt eben genau in diese Übergangszeit zwischen Spätherbst und dem Beginn der Weihnachtszeit. Ich bin froh, dass es möglich ist, diese Zeiten mit Sinn und adäquater Aktivität zu füllen. Ansonsten würde mir etwas Wesentliches fehlen, gerade im Bezug auf die Entwicklung der Lebenslinien. Auch in Sachen kreativer Techniken und Baum-Thematik gelingen mir in dieser Jahreszeit oft gute Neuansätze und Vorhaben, die dann vielleicht im neuen Jahr umsetzbar werden. Und erst jetzt fällt mir auf, dass ich vergessen haben, den Baum-Monatskalender rumzuschlagen. Sehr schade, denn wie ich jetzt sehe, ist das November-Bild besonders eindrucksvoll und gibt, wohl in einer herbstlichen Abendstunde kurz vor dem Sonnenuntergang fotografiert, einen herbstliches Waldstück von innen, mit hohen und alten Buchenstämmen, spätherbstlichen Baumkronen und einem dichten Teppich aus Herbstlaub wieder. Na ja, die zweite Hälfte des Monats kann ich es jetzt noch betrachten, wie eine Reminiszenz an die zurückliegenden goldenen Novembertage.

Ein der alltäglichen Erfahrung entfließendes Thema

Nicht so viel bedeutet mir der gesetzliche Feiertag, aber trotzdem bietet auch ein solcher Tag Gelegenheiten zur Rückschau, zur historischen, regionsspezifischen und auch autobiographischen Rekapitulation von Teilen des Erlebten. Für mich dann auch eine der seltener gewordenen Chancen auf echte Kontemplation und Lektüre, die fern der für mich sonst anstehenden Informationsverarbeitung und kreativen Weiterentwicklung. Unabhängig von feiertäglichen oder arbeitsalltäglichen Eindrücken und Voraussetzungen, spielt das Baum-Thema eigentlich immer eine Rolle. Ich kann wirklich sagen, an jedem einzelnen Tag. In der einen oder anderen Form. Deshalb sind die Einträge im Baumtagebuch auch kein künstliches Konstrukt, sondern das Ergebnis einer bewussten Entscheidung und der konsequenten täglichen Umsetzung derselben. Der inhaltliche Stoff dafür entfließt den Erfahrungen und (inneren) Erlebnissen des Alltags, fast wie von selbst.

Feiertag, Auszeit, Frühherbststimmung

Mit meiner gestrigen Einschätzung zum Goldenen Oktober scheine ich richtig gelegen zu haben. Der heutige Sonnentag mit endlich einmal wieder durchgängig viel Licht hat den Eindruck bestätigt und die meisten Menschen emotional aufgebaut. Da viele Leute Feiertage, und seien es auch nur gesetzliche, zum Anlass für eine Auszeit davor und danach nehmen, war das doppelt passend, weil die Aussicht auf Freizeit und Erholung die Stimmung nochmal verbessern konnte. Ich freue mich auch auf die feiertägliche Pause und hoffe, kontemplativ davon profitieren zu können. Bei so viel kleinteiliger Projektarbeit und viel kommunikativer Beanspruchung ist das ein guter Ausgleich. Und vielleicht komme ich bei sonnigen Phasen ja auch noch dazu, den Baumherbst in seiner frühen Verfassung fotografisch festzuhalten. Zumindest könnte ich mich an das Motivfeld wieder langsam herantasten.

Ein annähernd ruhiger Sonntag

Gut, dass zuletzt wenigstens die Sonntage echte Ruhetage waren, zumindest annähernd. So auch dieser Sonntag, der auf eine extrem arbeitsreiche Woche folgte. Ich freue mich über die Gelegenheit zu selten gewordener Lektüre, und über die Möglichkeit, ein paar weniger häufige Dinge anzudenken und zu verfolgen. Dazu gehören aber auch Routinearbeiten wie das Ölen und Trocknen der gerade fertiggestellten Armbandperlen, deren letzte Bearbeitung erst am Vormittag abgeschlossen werden konnte. Und allerlei Reflexion über die bisherige Entwicklung dieser Manufakturarbeit, die von Zeit zu Zeit mitlaufend, parallel zur Arbeit selbst, notwendig und hilfreich ist, will das Projekt in eine zeitgemäße und kreative Zukunft geführt werden. Und da war noch dieses Datum, das mir heute in den Sinn gekommen ist: Der Tag der Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche. Nur ist der nach keltischem Baumkalender erst am 23. September, übermorgen. Da hatte ich mich vertan, wohl von der sonst so starken Symbolik der Einundzwanzig dazu verführt.

Einen wichtigen Teil unserer Existenz im Blick

Eine Ruhe-Sonntag, der ziemlich willkommen war nach einer wieder sehr intensiven und pausenlosen Arbeitswoche. Aber mit Arbeiten im Haus angefüllt war der am Vormittag auch. Immerhin bin ich am Nachmittag zu der selten gewordenen Kontemplation und Lektüre gekommen. Einer Lektüre, die einmal über meine Projektinhalte hinaus geht und für mich nahezu lebenswichtig geworden ist. Die Baumsymbolik ist dabei nur noch selten Gegenstand, aber Themen, die sich um den Teil unserer Existenz drehen, die man als eine geistige bezeichnen kann, die sollen in diesen wirklich kontemplativen Stunden zur Geltung kommen können. Und ganz sicherlich nachwirken in der übrigen Zeit, in der das geistige Leben schließlich nicht stillsteht. Sich dies bewusst zu machen und stärker zu durchdringen, ist mir aber wichtiger geworden. So hoffe ich auch auf diesem Gebiet auf so etwas wie Fortschritt.

Feiertage und unverzichtbare Rückzugszeiten

Das Monatsblatt meines großen Baumkalenders habe ich einmal wieder erst mit einwöchiger Verspätung umgeblättert. Dabei hat gerade das Juni-Motiv etwas Beruhigendes. Es zeigt die Nahaufnahme in die Mitte eines Walds mit dunklen schlanken Stämmen, zwischen denen leichter Nebel steht und hinter denen Lichtkegel einfallen. Eine Szene und Stimmung, die entweder in die Morgen- oder Abendstunden dieser Jahreszeit passt. Tatsächlich ist auch an diesem zweiten Pfingstfeiertag die Sonne sparsam präsent gewesen, kam nur phasenweise zum Vorschein, zwischendurch von Wolken verdeckt, kombiniert mit mäßiger Wärme, die schon zu kühler, jahreszeituntypischer Temperatur tendierte. Unterwegs war ich wohl deshalb heute nicht. Aber ich konnte die kontemplative Stimmung des Feiertags nutzen, um einmal einen Gang zurückzuschalten. Gut, dass wir zu Weihnachten, Ostern und Pfingsten einen doppelten Feiertag zur Verfügung haben, der für mich nie nur ein freier Tag ist. Feiertage haben für mich immer noch eine ganz andere Anmutung. So war auch dieser Montag ein Tag mit festlicher, der Ruhigsein und Kontemplation begünstigt und an dem sich die Gedanken einmal vom vermeintlich Notwendigen des Arbeitsalltags wegbewegen können. Eigentlich unverzichtbar und lebenswichtig, was man merkt, wenn diese Gelegenheit zu selten werden.

Zur heutigen Bedeutung von Feiertagen

Nach der Abwechslung mit anderer Form der Konzentration gestern konnte ich den Pfingstfeiertag heute kontemplativer verbringen, als es möglich gewesen wäre ohne diese kleine Auszeit. Auch wenn zu Pfingsten traditionell auch Supersommerwetter passt und man das tatsächlich mit dem Pfingstfest in Verbindung bringt, hatte der Tag für mich etwas Feiertägliches. Das ist ohnehin das Wichtigste und etwas, für das ich sehr dankbar bin. Auch, dass uns diese Feiertage heute noch vergönnt sind und nicht auch noch eine Wirtschaftseffizienzlogik zum Opfer gefallen sind. So lange wir solche Symbolformen noch pflegen und mit immer wieder neuem, zeitgemäßem Inhalt und Wahrnehmen ausfüllen können, ist noch nicht alles verloren. Mit der besonderen Symbolik des Pfingstfestes und z. B. seiner vegetabilen Ausformung rund um die Lebenssymbolik der Bäume herum habe ich mich dieses Jahr weniger beschäftigt. Aber meine Gedanken gehen bei diesem Fest immer auch in diese Richtung. Ich versuche mir dann zumindest kurz zu vergegenwärtigen, wie stark oder schwach Gedanken und Aufmerksamkeiten dieser Art eigentlich heute noch vorhanden sind und sich irgendwie auswirken. Ob diese Dinge verbreitet noch eine wahrnehmbare Bedeutung haben. Ich meine schon, aber es ist untergründiger und weniger bewusst geworden. Da lohnt es sich schon, gelegentlich mehr Aufmerksamkeit zu erzeugen, wozu u. a. meine Texte zur Symbolik der Feiertage, auch rund um das Pfingstbrauchtum beitragen mögen: Zur Bedeutung der Bäume im Pfingstbrauchtum: https://wunschbaum.de/pfingsten.html

Das baumschädliche Vorleben einiger Schmetterlingsarten

Der Ruhetag war dringend notwendig. Auch wenn ich die Projektarbeit nicht ganz außer Acht lassen konnte, war doch am Nachmittag ein wenig Kontemplation und Lektüre möglich. Zurzeit eine Art Luxus, aber wichtig, um die geistigen Energiereserven wieder aufzufüllen. Zu viel Formales und gedanklich Konstruiertes führt eher zu geistiger Lähmung, die ich zu vermeiden suche. Deshalb sind die Sonntage ein Segen, ebenso wie alle Feiertage, die uns in Deutschland ja noch recht üppig vergönnt sind. Ein kurzer Gang durch die sonnendurchflutete Baumlandschaft am Flussdamm hat eine üppig wuchernde grüne Szene offenbart, die zeigt, dass alle Pflanzen jetzt in ihrer intensiven Wachstumsphase angekommen sind. Aufgefallen sind mir heute vor allem die Pfaffenhütchensträucher, die derzeit blühen und an denen sich die Gespinste der Pfaffenhütchen-Gespinstmotten häufen, die sich, wie der Name schon sagt, bevorzugt an dieser Gehölzart niederlassen. Rein optisch erinnern sie an den Buchsbaum-Zünsler, aber sieht noch giftiger aus und ist mir naturgemäß noch unsympathischer, hat er doch unseren Buchsbaum im letzten Sommer endgültig ruiniert. Die Gespinstmotten an den Pfaffenhütchen in der freien Landschaft wirken dagegen wie eine Kuriosität, die nicht weiter stört. Zumal im Sommer an den üppig mit auffallenden Pfaffenhütchen besetzten Sträuchern von dem Schädling nicht mehr wirklich etwas zu sehen ist.

Wichtiges auf Regelmäßigkeit programmieren

Der Sonntag war wieder viel angefüllter, als ich mir das gewünscht hätte. Aber immerhin bin ich am späten Nachmittag noch zur Fortsetzung meiner Lektüre gekommen. Die kurze Lesezeit ist an solchen Tagen eine echte Erfüllung und Erholung. Ich hoffe, während der kommenden Woche einmal wieder mehr Zeit erübrigen zu können für diese so wichtige intellektuelle Aufgabe, die für meine Formen kreativen Arbeitens enorm wichtig ist. Mindestens so wichtig wie das rein handwerkliche Arbeiten zwischendurch, und die Erdung, die mir meine Beschäftigung mit den Bäumen immer wieder auch im Alltag ermöglicht. Insofern war das ein guter Tag, weil er von gewissen Fortschritten zeugt, Wichtiges auf Regelmäßigkeit zu programmieren.

Kurz vor dem Frühlingserwachen

Heute mal weniger Sonnenschein, aber das passte auch gut zum Ruhe-Sonntag, der uns allen willkommen war. Nach einigen Wochen, die an Turbulenz, hektischem Erledigungszwang und frustrierenden Erlebnissen kaum zu überbieten waren. Dann tut das eher beruhigende, weil nicht so nach außen drängende gedämpft helle und kühlere Frühlingswetter auch gut, weil es den Ruhemodus unterstützt und hilft, einen Gang zurückzuschalten. Ich bin sicher, auch die Bäume und andere kurz vor dem Frühlingserwachen stehenden Grünpflanzen werden diese Unterbrechungen auch schätzen, weil es gerade die Pausen sind, die ein Sammeln und Mobilisieren von Kräften ermöglichen, die schon in Kürze für den Start in die aktive Vegetationsphase benötigt werden. Und der kann jetzt von uns aus gerne kommen. Innenschau und Rückzug hatten wir jetzt genug, die Richtung sollte jetzt umgekehrt werden und einen Neustart in Bewegung bringen.

Ein Tag mit gelungener zwischenzeitlicher Balance

An diesem Sonntag zwischen den Jahren ist es mir ganz gut gelungen, die angestrebte Balance zwischen Kontemplation, einer Konzentration auf diese besonderen Tage und ihre Energie, und kreativen Vorhaben und Aufgaben zu finden bzw. herzustellen. Da ist nichts in Hektik oder Eile ausgeartet, obwohl einiges auf dem Plan stand. Letztlich konnte ich es wie gewünscht umsetzen und hatte nicht das Gefühl, mich hetzen zu müssen. Denn das würde so gar nicht in diese Zwischenzeit passen. Ich hoffe, es gelingt uns, die letzten Tage vor der Jahreswende und auch die ersten im neuen Jahr zu nutzen, um Dinge zu rekapitulieren, einzuordnen und gute Grundlagen für den Start in ein neues Kalenderjahr zu schaffen.

Unterschiede in der Anmutung von Feiertagen

Der gesetzliche Feiertag hat mich heute noch weniger beschäftigt als in den Vorjahren. Aber das feiertäglich Aus habe ich doch gerne in Anspruch genommen. Anders als bei kirchlichen Feiertagen verbinde ich damit aber nichts Feierliches und Kontemplatives, eher eine Gelegenheit, die Dinge ruhiger anzugehen. Ich freue mich aber auch, am Wochenende eine neue Anfrage an die Wunschbaum-Manufaktur bearbeiten zu können, die mich dem Modus der kunsthandwerklichen Winterarbeit wieder näherbringen wird. Denn wie es aussieht, werde ich jetzt schon ins wärmere und windgeschützte Kelleratelier für die Feinarbeiten umziehen müssen. Leider hatte ich in diesem Sommer von dem Gartenarbeitsplatz nur sehr wenig. Auch das kann in 2025 nur noch besser werden.

Vom Erhalt der Zeitlosigkeit

Nach dem sehr arbeitsreichen Tag im Garten und der Werkstatt war ich für den Ruhetag sehr dankbar. Der fiel dann auch wie ein echter Ruhetag aus, was sich für mich vor allem darin zeigt, dass ich Zeit für eine längere Lektüre fand, was sonst außerhalb des professionellen Lesens schwierig geworden ist. Aber da gibt’s in meiner To-Read Liste eine Menge Spannendes, Interessantes und Tiefgängiges, das ich in Schritten wirklich in Ruhe in mir aufnehme. Auch wenn es heute nicht den größten Teil meiner Aktivität ausmacht, ist die private Lektüre doch auch für die kreative Arbeit wichtig und hilft, zu langfristig überzeugenden Ergebnissen zu gelangen, die sowohl zeitgemäß wirken als auch grundlegende Wahrheiten zu berücksichtigen und zu verkörpern versuchen. Die Bäume und meine Wunschbaum-Projekte waren heute aber eher in der privaten Kommunikation ein Thema, das Arbeiten daran machte an diesem Ruhetag einmal Pause. Und die Früchte der kontemplativen Phasen sind natürlich auch für die Baumprojekte von größter Bedeutung. Auch wenn ich immer wieder auf die Zeitlosigkeit des Themenfelds hinweise, die Baumsymbolik immer wieder im Spiegel der jeweiligen Zeitumstände und praktischen Lebenserfahrungen in den Blick zu nehmen, trägt wesentlich zum „Erhalt“ der Zeitlosigkeit bei.

Pfingsten und das schwindende Verständnis für die Bedeutung von Feiertagen

Seit vielen Jahren wohl zum ersten Mal ist der Pfingstsonntag ziemlich ins Wasser gefallen. Erst gegen Abend kamen einige Sonnenstrahlen zum Vorschein, ansonsten ist der ganze Tag in gedämpfter Wetterstimmung mit Nieselregen verlaufen. Nicht gut für die Stimmung, die wir an Pfingsten eher an Frühlingshaftes knüpfen. Aber gut für die Kontemplation, die an Feiertagen wohl angesagter ist als sonst. Zumindest kann ich trotz der desillusionierenden Wirkungen aktueller Zeitumstände doch immer noch für mich sagen, dass kirchliche Feiertage von einer gewissen Aura umgeben sind, die sie von normalen auch Sonntagen unterscheiden. Das ist mir immer noch wertvoll, vielleicht noch wertvoller als früher. Ein bisschen erschreckend ist es dann für mich, wenn im Rahmen einer Unterhaltungssendung im Fernsehen die beiläufige Frage ins Publikum gestellt wird, welche Bedeutung Pfingsten denn habe, ob das denn jemand wisse. So als ob die Frage eigentlich ziemlich abwegig und eher unbedeutend sei. Tatsächlich hat sie dann auch keiner aus dem Publikum beantworten können, sehr traurig. An der Webstatistik, die ich gelegentlich für meine eigenen Projekte durchsehe, fällt mir im Umfeld von Feiertagen immer auf, dass tatsächlich die Zugriffe auf meine Text zu „Feiertags-Bäumen“ in diesen Tagen an Häufigkeit zunehmen. Wie es scheint, gibt’s doch noch Menschen, die sich für diese symbolischen Dinge interessieren, z. B. auch für den Text, den ich vor einigen Jahren über die Bedeutung von Bäumen im Pfingstbrauchtum geschrieben habe. Andere Texte habe ich über den Maibaum, den Weihnachtsbaum und die Baumsymbolik rund um den Palmsonntag geschrieben, die an den entsprechenden Feiertagen ebensolche Aufmerksamkeit auf sich ziehen. So können kleine Akzentuierungen dieser Art doch noch etwas anstoßen, und sei des auch nur ein kurzzeitiges Nachdenken über die eigentliche Bedeutung der Feiertage für uns Menschen.

Ostern, die zweite

Es war der zweite Osterfeiertag, und glücklicherweise ist es mir gelungen, diesen Tag zusammen mit der Familie in derselben Ruhe und Kontemplation zu erleben wie den ersten. Als feiertägliches Highlight kam heute aber noch der Besuch der Ostermesse hinzu. Das war uns wichtig, da wir ja leider keine Osternachtfeier mehr besuchen können und es gestern aus praktischen Gründen nicht möglich war. Und die Feier war sehr atmosphärisch, mit viel Chorgesang, vielen Besuchern und einer wirklich österlichen Stimmung. Die Lektüre von Vortragsmitschriften Rudolf Steiners konnte ich am Nachmittag fortsetzen, diesmal allein auf die auf Kunst bezogenen Texte konzentriert. Und vorbereitende Arbeiten für den Versand meiner letzten Wunschbaum-Manufaktur Arbeiten habe ich auch noch getroffen. Eigentlich ja keine Arbeit, nur ein Baustein in der begleitenden Kommunikationsarbeit rund um diese Initiative, die sich mit den symbolischen und ästhetischen Implikationen der Bäume beschäftigt, und insofern sicher feiertagskompatibel.

Österliche Ruhe und spirituelle Grundlegungen

Vielleicht lag es an dem Ausflug gestern, dass wir diesen Ostersonntag tatsächlich als ruhigen Feiertag in Anspruch genommen und wahrgenommen haben. Tatsächlich hatten wir kein Bedürfnis nach raumgreifender oder produktiver Aktivität. Wir wollten einfach die Bedeutung des Osterfestes auf uns wirken lassen und haben den Tag in diesem Sinne verlebt. Ich bin froh, dass ich am Nachmittag außerdem meine Lektüre von Vortragsmitschriften Rudolf Steiners fortsetzen konnte. Zunächst aus einer Reihe zum Themenfeld „Mystische Grundlegung der künstlerischen Weltanschauung“ und später – wie fast jedes Jahr an Ostern – die Lektüre von zwei Vorträgen speziell zum Thema Ostern aus dem Jahr 1908, die im Abstand von etwa einem Monat in Berlin gehalten wurden. Die beiden Vorträge finde ich unter allem, was ich von Gedankengängen und Ausführungen Rudolf Steiners schon lesen und verstehen durfte, zu den eindrucksvollsten gehörend. Auch weil die Gedanken so plastisch am Beispiel der Rezeption des Ostermysteriums über die Zeiten hinweg enggeführt werden, man also den konkreten Feiertagsbezug hat. Aber wie immer bei Steiner werden ausgehend davon gewaltige inhaltliche Bögen gespannt, die nahezu alles umfassen: Die Entwicklung des Menschen, des Kosmos, der Religionen, und eben alles auch immer im Vergleich zum dem, was wir uns als gültig für prähistorische Zeiten vorstellen können. Es ist mir bei aller christlichen Prägung immer wieder ein Gewinn, diese Hintergrunderklärungen zu lesen, jedes Jahr wieder Neues darin zu entdecken und damit meinem eigenen Verständnis in dem Fall von Ostern noch mehr Klarheit und Tiefe hinzuzufügen.

Stimmige Feiertagsruhe und inselhafte Zuversicht

Dass wir an diesem Karfreitag wirklich zur Ruhe kommen konnten und auch keine besonderen Aktivitäten geplant hatten, passt m. E. zu der Würde des Tags. Alles andere finde ich eigentlich unpassend, selbst moderne kirchliche Angebote, die jenseits katholischer Zeremonien den Sinn des Feiertags vermitteln möchten. Mag sein, dass das für einige etwas bedeutet, wir benötigen das für das Verständnis des Karfreitag eher nicht. Außer der Kontemplation habe ich heute nur kommunikative Aufgaben erfüllt, darunter die Vorbereitung des Versands der letzten Lebensbaum- und Partner-Armband-Bestellungen. Es waren insgesamt vier Armbänder, die in besonders ruhiger und konzentrierter Stimmung entstehen konnten und die ich sicherlich als sehr gelungen bezeichnen kann. Mein Eindruck ist, dass nach einigen Jahren der Zurückhaltung ab diesem Jahr wieder mehr Interesse an Symbolformen mit Bezug zu unserer vegetabilen Umwelt aufkeimt. Ich sage „aufkeimt“, weil es zeitlos immer schon angelegt und bei vielen als Grundbedürfnis vorhanden ist, aber eben gewisser Rahmenbedingungen und äußerer Umstände bedarf, um Realität zu werden und damit wirklich Wirkung zu entfalten. Ich freue mich, wenn dieser aktuelle Eindruck sich im Laufe des Jahres bestätigt, denn auf anderen Gebieten ist eher Stagnation zu erwarten.

Turbulente Karwoche

Der Aufgabenplan an diesem Tag vor Karfreitag war lang, und die Zeitfenster für einzelne Aufgaben und Erledigungen eng getaktet. Das schloss auch verschiedene Fahrten in die nächste Stadt und am Abend auch weiter raus mit ein. Etwas, was wir in der Karwoche eigentlich vermeiden wollen, was sich aber heute eben so ergeben hat. Eine Mischung ganz verschiedener Initiativen – therapeutisch, kosmetisch, verpflegungstechnisch – und dazwischen natürlich auch die übliche Vorfeiertagshektik der Agenturarbeit. Jedenfalls wissen wir am Ende des Tages, was wir geschafft haben und sind insofern für die Kartage demütig gestimmt. Rückblickende Gespräche zum zurückliegenden Palmsonntag und dem verbreiteten Fehlen schöner Buchszweige waren heute auch dabei. Das finde ich immer spannend, wie präsent Themen rund um die Baumsymbolik in der Alltagskommunikation immer wieder sind.

Die Karwoche und österliche Seelenverfassung

Die letzten Tage vor Ostern sind doch wieder arbeitsreicher und dichter getaktet, als ich mir das für die Karwoche wünschen würde. Aber so ist das ja eigentlich immer vor Feiertagen. Auch wenn dieser Umstand merkwürdig in Kontrast tritt mit der ansonsten so verbreiteten Lethargie. Trotz der äußerlichen Geschäftigkeit sehe ich aber immer wieder auch Anzeichen für Initiativen und Einstellungen, die darauf hindeuten, dass der tiefe Sinn von Ostern dennoch in den Seelen vieler Menschen präsent ist und gerade in dieser Karwoche besonders gute Chancen hat, erkannt und vertieft zu werden. So hoffe ich für mich und die Familie, dass uns zumindest der Karfreitag den äußeren Rahmen für echte österliche Kontemplation und Vorbereitung bieten mag. Meine aktuellen nachmittäglichen und bis in die Abende hinein reichenden Holzarbeiten von unterschiedlichen Baumarten und mit verschiedenen Kombinationen ergänzen sich zu dieser österlichen Kontemplation sehr gut. Meditative Wirkung hat diese Manufaktur allerdings auch außerhalb feiertäglicher Kontexte.

Den Adventsonntag trotz Arbeit zelebrieren

Ein schöner dritter Advent, an dessen Vormittag ich endlich meine 4 selbst gegossenen roten Adventskerzen fertigstellen konnte. Für J. und W. hatte ich ja schon vor Wochen einen Satz hergestellt. Jetzt also auch für uns, damit wir die aktuell brennenden vier weißen Kerzen in Kürze auf dem Rentier-Adventskerzen-Schlitten ablösen wollen. Am Ende sind sie sehr gut gelungen, vor allem gleichmäßig und gleichartig, was beim nacheinander Gießen nicht unbedingt einfach zu realisieren ist. Und das Craquelé, das ich eigentlich unbeabsichtigt bei allen vier Kerzen eingearbeitet habe, wirkt richtig interessant und hochwertig. Das Schönste ist aber, dass die selbst gegossenen so lange anhalten und nur langsam abbrennen, so haben wir viel davon. Und Reste sind auch noch vorhanden, so dass ich mindestens noch zwei in dieser Art herstellen kann. Ich bin ganz froh, dass ich heute mit meiner Projektarbeit – trotz des Sonntags – ganz gut vorangekommen bin. Ich habe das sehr ruhig und dem Sonntag angemessen umgesetzt, was den Ergebnissen zugutekommt. Und so kurz vor Weihnachten ist es eben immer sehr gedrängt und eigentlich unvermeidlich, das Arbeitsprogramm etwas intensiver und dichter zu fassen. Schon um an den Feiertagen selbst einmal wirklich zur Ruhe kommen zu können.

Fliegender Advent

Nun stehen wir schon vor dem 2. Advent. Das geht in diesem Jahr alles so rasent schnell voran. Gut, dass wir frühzeitig mit dem weihnachtlichen Schmücken begonnen haben, so haben wir wirklich auch etwas von dieser Adventszeit. Am Montag will ich bereits den Weihnachtsbaum aussuchen und am folgenden Wochenende aufstellen und schmücken. Es scheint, dass diese Tage nur so dahinfliegen, angefüllt mit saisonalen Gedanken und diesbezüglicher Kommunikation, aber auch durchsetzt mit unglaublicher Geschäftigkeit, die ich zwar immer zu vermeiden suche in diesen Tagen, die aber letztlich wegen des zu Ende gehenden Kalenderjahres einfach nicht wirklich zu umgehen ist. Ich versuche, mir und der Familie dennoch ausreichende Freiräume einzufügen.

Feiertag, Kontemplation, kreatives Arbeiten

Auch wenn man ihn kurz nach dem Wochenbeginn nicht erwartet, war der Feiertag heute doch willkommen. Es ging uns allen so, dass wir die Erholungswirkung des Tages gerne in Anspruch genommen haben. Wie wenn die Witterungsumschwünge und die Dynamik und Wechselhaftigkeit der Aktivität und Aufgabendichte sich in dieser Lücke perfekt ineinanderfügen würden. Diese geschenkte Zeit habe ich v. a. dazu genutzt, das terminierte biografische Illustrationsprojekt voranzubringen, bei dem noch viel zu tun ist. Deshalb war es gut, einmal längere Zeit am Stück daran arbeiten zu können. Und die vielen Reminiszenzen, die bei dieser Arbeit sich entwickeln und verselbständigen passten natürlich auch wunderbar zu einem Feiertag. Nicht immer ist es so einfach, sich darauf mit einer gewissen Muße einzulassen. Jetzt im Herbst wünsche ich mir mehr solche Kontemplationsphasen, weil kreatives Arbeiten insbesondere an der eigenen Biografie und den eigenen Schwerpunktthemen in solchen Phasen fruchtbarer ist. Eine Linie innerhalb dessen sind die Fotografien rund um den Baum- und Blätterherbst, in dem sich für mich die Jahreszeit erst eigentlich manifestiert. Ich hoffe, er wird sich in möglichst erkennbarer und typischer Form auch zeigen, und dass ich es schaffe, ihn in seiner diesjährigen Erscheinung anhand von Fotografien einzufangen und daraus etwas übergeordnet symbolisch Bedeutsames zu machen.

Auszeiten befördern kreatives Schaffen

Gerade in Auszeiten wie der aktuellen Fastnachtsphase ist konzentrierte Kreativarbeit für mich besonders erfolgreich. Das liegt wohl daran, dass nichts wirklich ablenkt und man wegen der aus der Zeit gefallenen Wahrnehmung des Alltags einen wirklichen Fokus auf das Besondere, eben auch nicht zum Alltag Gehörende setzen kann, besser noch als sonst. Allerdings setzt das auch eine persönliche Distanz den zur jeweiligen Auszeit gehörenden Aktivitäten voraus, die mir ohnehin quasi natürlicherweise gegeben ist. So kann ich gerade meine Gedanken sehr gut rund um die Symbolik der Bäume und meine kreativen Vorhaben für die kommenden Monate lenken und bereits im Kopf vieles vorbereiten und durchdenken, was ich sukzessive in der richtigen Atmosphäre und Gestimmtheit in äußerlich wahrnehmbare und verstehbare Formen umsetzen will.

Adventliche Fortschritte

Ein bisschen zu viel nicht aufschiebbare Projektarbeit ist mir heute begegnet. Zu viel eigentlich für einen Adventssonntag. Aber am Nachmittag ist es mir dann doch noch gelungen, ein paar Stunden Lesen und Kontemplation einzuschieben. Schon, damit der bei uns so eindrucksvolle Advent auch ein inneres bedeutungsreiches Pendant erhält. Ich hoffe, das in den beiden kommenden Wochen noch intensivieren zu können, auch wenn das beim Zusammenfallen von Jahresabschluss und Weihnachtszeit immer wieder schwierig ist. Ich wünsche uns allen, dass wir das künftig besser hinkriegen. Und für morgen wünsche ich mir selbst beim Aussuchen des Weihnachtsbaums viele gute Wahlmöglichkeiten, die meinen allerdings ziemlich kompromisslosen Vorstellungen entsprechen, welche Eigenschaften ein echter Weihnachtsbaum so haben sollte.

Adventliche Balance herstellen

Der zweite Adventssonntag hatte beides: Die Ruhe, die ich mir generell von den Adventstagen erhoffe, und doch eine Fülle von Aufgaben, nicht nur die Adventsdekoration der Wohnung betreffend, die ich erledigen wollte. Weitgehend ist das auch gelungen, ohne die kontemplative Grundstimmung zu gefährden. Aber es ist wie fast immer in den letzten Jahren: Wenn es dem Jahresende zugeht, häufen sich die Aufgaben und als notwendig erachteten Abschlussvorhaben. Und dann scheint die Liste der abzuarbeitenden Dinge manchmal endlos. Gut, dass eine gutes Stück Lebenserfahrung sehr hilft, immer wieder die Balance herzustellen. Am Abend habe ich noch den Leinwanddruck mit weißen Glas-Weihnachts-Bäumchen vor weihnachtlichem Bokeh-Hintergrund in meinem Arbeitszimmer aufgehängt, den ich schon vor zwei Wochen erhalten hatte. Das passt bei mir besser als in dem ursprünglich angedachten Zimmer, in dem jetzt ein größerformatiges mit einer Weitwinkel-Weihnachtszimmer-Szene seinen Platz an der Wand gefunden hat.

Den zwecklosen Landschaftsaufenthalt dauerhaft pflegen

Das mit der Normalisierung geht schleichend, kaum merklich voran. Aber es scheint Anzeichen dafür zu geben, und Aussichten, dass wir im Sommer vielleicht wieder eine Art Normalität erleben dürfen. Wenn man davon überhaupt noch reden kann. Denn die Krise hat einiges verändert, vielleicht sogar die grundsätzliche Einstellung zu sozialen Kontakten, Veranstaltungen, Kulturprozessen. Ich fürchte, das wird nicht nur eine positive Umstimmung bedeuten, vieles ist schlicht auf der Strecke geblieben. Wenn eine eigentlich aus der Not geborene wieder stärkere Hinwendung zur eigenen natürlichen Umgebung, der Landschaft in fußläufiger Reichweite, zu den bleibenden Veränderungen gehörte, würde mich das freuen. Zuvor hatte ich den Eindruck, dieses sich Bewegen in der Landschaft sei quasi automatisch an einen Zweck gebunden, das Ausführen der Hunde, das Joggen oder Radfahren, das Gespräch auf der Rastbank u. v. a. Aber eben nicht um des Aufenthalts und der stillen Kontemplation wegen. Letzteres dürften einige jetzt für sich entdeckt haben und möglicherweise bewahren, häufiger bewusst praktizieren. Die bewusste Begegnung, das detaillierte Beobachten der Bäume und ihres jahreszeitlichen Vegetationszyklus wird für diese Menschen eine der wichtigsten Orientierungsmarken und Leitmotive in dem Zusammenhang sein.

Jahreszeitliche Imaginationen und Baumsymbolik

Nach dem mobilen Tag gestern konnten wir heute zum Wochenausklang die Ruhe des Sonntags genießen. Zumindest V. und M. waren auf den Ruhetag auch dringend angewiesen, da galt es einiges an Anstrengung auszugleichen. Und selbst konnte ich einige der geplanten Projekte in Ruhe weiterverfolgen, u. a. die Vorbereitung des geplanten Geburtstagsgeschenks für M., das ein wichtiges Stück Biografie zum Thema macht und für den gedachten Anlass deshalb sicher passend sein wird. Die wiederholte Lektüre von Rudolf Steiners Vortragsausführungen zu den jahreszeitlichen Imaginationen haben den eher kontemplativen Tag für mich abgerundet. In diesem Themenbereich, dem bewussten Miterleben der Jahreszeiten und mit ihnen verknüpften kulturellen und spirituellen Traditionen, hat Steiner aus meiner Sicht mit die interessantesten und aufschlussreichsten Beiträge geleistet. Deshalb auch die wiederholte Lektüre, die immer wieder neue Aspekte der Gedankengänge und Erkenntnisse ins Bewusstsein rückt. Ein wichtiger Baustein auch meiner fortschreitenden Beschäftigung mit der Rolle, die die Baumsymbolik für unsere Kultur und Ästhetik seit jeher spielt.

Die Zeit auch einmal anhalten können

Eines der Gespräche heute mit S. K. drehte sich um unsere aktuelle Wahrnehmung der Zeit. Dass in genau drei Monaten schon Heilig Abend ist. Man glaubt es kaum, wie schnell die Zeit jetzt auf einmal vergangen ist. Eben noch Hochsommer, jetzt schon Gedanken an den Jahresabschluss. Dabei ist wie immer noch so viel zu tun, voranzubringen, abzuschließen, in die Wege zu leiten. Alles etwas anders in dieser Krisenzeit, in der nichts mehr sicher und planbar scheint, in der man ständig mit allem rechnen muss. So gesehen hat die Geschwindigkeit des Vergehens der Zeit auch einmal ihre Vorzüge. Vielleicht ist es nicht ganz so schlecht, wenn wir dieses Jahr hinter uns lassen können und wir den Eindruck haben, dies schneller erreichen zu können. Trotzdem bleibt immer dieses Bedürfnis nach dem Erleben dessen, was immer bleibt, ein Bedürfnis, das auch sich Zeit lassen und bewusstes Selbstbeobachten erfordert. Ich bin froh, immer wieder die Gelegenheit zu haben, in meiner kunsthandwerklichen Arbeit, aber auch bei den anderen Wunschbaum-Projekten, u. a. in diesem Baumtagebuch, die Zeit für eine Weile anzuhalten und in thematischer Fokussierung die momentanen Eindrücke und Sichtweisen festzuhalten. Das ist bei all der Ungewissheit und Wechselhaftigkeit da draußen schon fas lebenswichtig für mich geworden.