Vegetabile Symbolformen rund um den Palmsonntag

Zunächst wollte M. mich nicht zur Palmsonntagsmesse begleiten, nachdem wir seit Wochen über diese Tradition reden. Aber dann war es auf Grund meines Protests doch noch möglich. Ich denke, wir sind beide froh, dass der Besuch stattfinden konnte, denn zur Traditionspflege gehört eben auch die aktive Teilnahme, nicht nur die symbolische Aktualisierung. Alle alten Palmzweige habe ich am Nachmittag entnommen und durch frische und frisch geweihte an jedem Türkreuz im Haus ersetzt. Und die trockenen vorjährigen Zweige habe ich traditionsgemäß verbrannt. Bei uns geht es nur um diese respektvolle Form der Umwandlung, wir gewinnen daraus nicht, wie die katholische Kirche, die Asche, die am Aschermittwoch zum Zeichnen der Aschenkreuze Verwendung findet. Weitere Zweige haben wir für J. und W. sowie für Frau S. zurückgelegt, die selbst aus unterschiedlichen Gründen keine Gelegenheit haben, sie selbst zu organisieren. Gespannt bin ich jetzt noch, später zu sehen, wie sich der vor einigen Tagen erworbene Buchsbaum-Kranz in diese Traditionslinie einfügen wird, wenn wir ihn J. übergeben und hoffentlich einen geeigneten Platz finden, um ihn an der Wand zu drapieren. Der Palmsonntag selbst hat für mich immer schon eine besondere Bedeutung. Den Bezug zu den vegetabilen am Palmsonntag eingesetzten Symbolformen habe ich schon vor vielen Jahren in einem eigenen Text thematisiert: wunschbaum.de/palmsonntag.html

Stimmige Feiertagsruhe und inselhafte Zuversicht

Dass wir an diesem Karfreitag wirklich zur Ruhe kommen konnten und auch keine besonderen Aktivitäten geplant hatten, passt m. E. zu der Würde des Tags. Alles andere finde ich eigentlich unpassend, selbst moderne kirchliche Angebote, die jenseits katholischer Zeremonien den Sinn des Feiertags vermitteln möchten. Mag sein, dass das für einige etwas bedeutet, wir benötigen das für das Verständnis des Karfreitag eher nicht. Außer der Kontemplation habe ich heute nur kommunikative Aufgaben erfüllt, darunter die Vorbereitung des Versands der letzten Lebensbaum- und Partner-Armband-Bestellungen. Es waren insgesamt vier Armbänder, die in besonders ruhiger und konzentrierter Stimmung entstehen konnten und die ich sicherlich als sehr gelungen bezeichnen kann. Mein Eindruck ist, dass nach einigen Jahren der Zurückhaltung ab diesem Jahr wieder mehr Interesse an Symbolformen mit Bezug zu unserer vegetabilen Umwelt aufkeimt. Ich sage „aufkeimt“, weil es zeitlos immer schon angelegt und bei vielen als Grundbedürfnis vorhanden ist, aber eben gewisser Rahmenbedingungen und äußerer Umstände bedarf, um Realität zu werden und damit wirklich Wirkung zu entfalten. Ich freue mich, wenn dieser aktuelle Eindruck sich im Laufe des Jahres bestätigt, denn auf anderen Gebieten ist eher Stagnation zu erwarten.