Baumsymbol, Winterbaum und Frühlingsbaum

Eine Auswahl aus meinem jüngsten Spätwinter-Landschaftsshooting habe ich inzwischen durchgesehen, entwickelt und optimiert. Vorhin habe ich diese und einige weitere auch in meinen Microstock-Portfolios eingereicht. Es sind ganz verschiedene Bildmotive, die natürlich alle etwas mit Bäumen zu tun haben. Das erste ist nur auf den ersten Blick die Nahaufnahme einer Holzlattenstruktur. Tatsächlich handelt es sich um das Detail einer Sichtbetonwand, die in eine Holzverschalung aus vertikal verleimten Latten gegossen wurde. Man sieht hier noch ganz genau die Sägespuren vom Gatter des Sägewerks, die Nagelköpfe und natürlich die Zeichnung des Holzes sowie die Astknoten. Da die Wand nach den zehn Jahren, die sie jetzt schon der Witterung ausgesetzt ist, eine bräunliche Patina angenommen hat, macht sie umso verwechselbarer mit einer Holstruktur, von der sie tatsächlich nur den Negativ-Abdruck darstellt:

Sichtbetonwand mit Holzabdruck-Oberflächenstruktur - Nahaufnahme

Deutlich lebendiger wird’s bei den spätwinterlich noch kahlen Ästen, die mit im Sonnenlicht leuchtenden Gelbflechten überzogen sind. Eigentlich das ganze Jahr über, aber im Winter, bei kahlen Ästen, sind sie eben besonders gut sichtbar und sorgen für in dieser Zeit so seltene Farbakzente in der Baumlandschaft:

Spätwinterliche Zweige mit leuchtenden Gelbflechten

Und dann gibt’s eben jetzt schon die ersten echten Lebenszeichen des Form der halb aufgefalteten Blätter des Weißdorns:

Frühes Weißdorngrün - junge Blätter des Weißdorns im Spätwinter - Nahaufnahme

Die kommen beim Weißdorn ja lange vor der Blüte, während es sich beim Schlehdorn umgekehrt verhält. Das kann man schon die winzigen Blütenknospen erkennen, die aber noch geschlossen sind und demnächst wohl dieses irre Schlehweiß über die Sträucher legen werden.

Neue Gelegenheit für Holz-Struktur-Bilder

Auf der Hinfahrt nach L. hatte ich den großen Stapel langer Nadelholzstämme am Straßenrand entdeckt, an der Stelle, an der in der Weihnachtszeit immer Weihnachtsbäume verkauft werden. Und eigentlich hatte ich mir vorgenommen, auf der Rückfahrt dort anzuhalten, um einige Nah- oder auch Weitwinkelaufnahmen der Jahresringenden zu realisieren. Aber dann sah ich mich doch eher gedrängt, nach Hause zu fahren, um die Ergebnisse des zuvor erfolgreich abgeschlossenen Porträtshootings zu sichern. Aber verlockend ist das natürlich. Ein so nahegelegenes und gut zugängliches Motiv für Holz-Struktur-Fotos kommt selten vor. Unabhängig davon, ob die Hirnholzansichten des Stapels auch wirklich gute Ergebnisse ergeben werden, will ich die Gelegenheit später doch noch nutzen. Es ist nur eine kurze Fahrt dazu notwendig. Ich bin gespannt, was sich aus der Gelegenheit machen lässt.

Oberflächenstrukturen im Frühsommerlicht

Das Licht am frühen Nachmittag war toll zum Fotografieren. Dabei ging es mir v. a. um eine weitere Reihe von Bildern, diesmal allerdings im Weitwinkel aufgenommen, von der ehemals weiß gestrichenen Zinkplatte, die ich vor einigen Wochen auf meinem Weg am Straßenrand entdeckt hatte. Da die Farbe sehr unregelmäßig abgeblättert ist, teilweise aber noch anhaftet, ergeben sich im Ausschnitt sehr abwechslungsreiche, fast lebendig wirkende Strukturen. Die eignen sich hervorragend als Hintergrundbilder, wie ich aus früheren Fotoreihen mit ähnlichen Motiven weiß. Und dafür gibt’s auch eine ziemlich zeitlose Nachfrage, weil sie sich so gut für verschiedenste Illustrationszwecke verwenden lassen. Im Umfeld dieser Aufnahmen habe ich noch andere Strukturen in den Blick genommen, die wegen des harten Lichts aber technisch nicht so gut gelungen waren. Dennoch faszinieren mich Holzoberflächen immer wieder, die den ehemals lebenden Baum noch deutlich in Erinnerung rufen, obwohl sie schon stark verwittert, handwerkliche bearbeitet und ausgebleicht sind.

Textur einer verwitterten Zaunlatte