Erinnerung an die Holzofenzeit

An Fastnacht kann ich in diesen Novembertagen noch gar nicht denken. Alles ist vielmehr auf Rückzug und Ruhe ausgerichtet. Der Schornsteinfeger hat uns noch einmal an die bevorstehende Holzofensaison erinnert. Gut, dass wir die Brennholzvorräte bereits aufgefüllt haben und insofern nichts mehr passieren kann. Die Heizkosten werden bei einem strengen Winter sicher erheblich reduziert. Vor allem Dank der Fichten unseres ehemaligen Privatwaldes, der in den kommenden Jahren nur noch durch die Biomasse präsent sein wird, mit der wir unseren Ofen hauptsächlich befeuern. Jedenfalls wenn die Temperaturen nicht zu mild ausfallen, wie im vorletzten Jahr.

Zum Abschluss der Ofensaison

Nun scheint auch V. mit Ms Entschluss einverstanden zu sein, die Holzofensaison morgen abzuschließen. 18 °C am Sonntag sollen uns erwarten. Das ist dann tatsächlich zu warm für das Heizen mit Ofen. Irgendwie schade ist es aber doch. An die wohlige Wärme hatten wir uns schon gewöhnt, und die Saison dauerte in diesem Winter länger an als gewöhnlich. An dem wohl noch kühleren Tat morgen werden wir uns an einem großen Feuer wärmen können. Ein großer Haufen Äste vom letzten Obstbaumschnitt wartet darauf verbrannt zu werden. Das ist immer recht schnell erledigt, jedenfalls wenn das Feuer einmal richtig in Fahrt gekommen ist. Es hat etwas Beruhigendes, dass die Äste so an Ort und Stelle wieder dem Naturkreislauf zugeführt werden. Denn das Häufchen Holzasche, das letztlich übrig bleibt, ist sehr schnell auf der Streuobstwiese verteilt.

Wetteregebenheit

Nun ist sich V. doch ziemlich sicher, dass der Brennholzvorrat nahezu aufgebraucht sein wird mit dem Ende der Ofensaison. Und ich bin geneigt, ihm zuzustimmen. Die ersten Frühlingszeichen waren vorhanden, sind jetzt aber wieder überdeckt von dieser ungemütlichen Kälte, die vordergründig in den Winter gehört, sich aber eher wie die Verzögerung des Frühlingsanfangs anfühlt. Wie ein Ärgernis, das man schnellstmöglich abschütteln möchte. So bewegen wir uns mit einer Art resignativer Ergebenheit durch diese Zwischenzeit und holen uns ein Stück weit fehlende Wärme und Licht durch die Energie des Holzbrands ins Haus.

Baumapotheke

Einen interessanten Beitrag über die Heilwirkung bestimmter Baumbestandteile habe ich im Nachmittagsfernsehen aufgeschnappt. Nichts Neues für mich, aber es ist eben auch notwendig, bestimmte Wissensinhalte von Zeit zu Zeit zu aktualisieren. Die schmerzlindernde Wirkung der Weidenrinde, aus der ursprünglich der Wirkstoff von ASS bzw. Aspirin gewonnen wurde z. B. Oder die schmerzlindernde und entzündungshemmende Funktion von Salben, in denen Bestandteile von frischen Pappelknospen verarbeitet wurden. Leider gehen solche Hinweise meist nicht über die Anschauung hinaus. Sehr viele alte Kräuter- und Baumgesundheitstipps haben wir noch nicht umgesetzt. Immerhin mit den Wirkstoffen der Weißdornfrüchte, der Holunderblüten, der grünen Walnusskerne und des Bärwurz sind über die Jahre verschiedene Liköre, Tees und Elixiere entstanden, die wir auch bei Gelegenheit verbrauchen. Bei manchem davon kann ich aus Erfahrung von einer zuverlässigen Wirksamkeit sprechen. Anderes ist einfach wohlschmeckend, wie z. B. der Walnusslikör. Aber wo spezielle medizinische Wirkungen vermutet werden, bin ich eher skeptisch. Vielleicht weil die volksmedizinischen Anwendungen in unserem Jetztzeitdenken eine vor vorneherein nachgeordnete Rolle einnehmen. Eine Korrektur dieser Einstellung würde sehr viel mehr Fachkenntnis und ständige Beschäftigung mit den Kräutern und den Bestandteilen der „Baumapotheke“ erfordern.

Die Ofenperiode läuft aus

Immer noch ist von der Grippewelle die Rede. So mancher Niesanfall und gelegentliches Kratzen im Hals erinnert mich an die eigene Erkältungsphase, die ich hoffe, hinter mir zu haben. Ganz sicher sein kann man in diesem Winter damit allerdings nicht. In gleichem Maße, wie der Restwinter seine Launen ausspielt, kokettiert V. mit unseren Holzvorräten, die aufgefüllt zu haben er als sein großes Verdienst ansieht. Ist es auch, aber wir wünschen uns dennoch, die Ofenheizperiode sehr bald abschließen zu können. Um den Frühling in der Natur und auch bei der Arbeit im Haus erleben zu können. Mit Ofenwärme geht das schlecht. Diesmal könnte es tatsächlich so ausgehen, dass wir über den Sommer keinen riesigen Holzhaufen beim Aufenthalt im Garten vor Augen haben. Für die kommende Saison können wir ihn auch noch im Spätherbst auffüllen. Denn der nächste kalte Winter kommt ganz sicher.

Holzofenwärme gegen klamme Winterkälte

Bei diesen dauerklammen Tagen sind wir doch jetzt sehr froh mit dem Holzofen. Wenn er schon morgens angeworfen wird, verbreitet er den ganzen Tag über eine wohlige Grundwärme, die lange anhält, bis in die Nacht, da die Schamottesteine doch für einige Stunden ihre Wärme weiter abgeben. Da wir überwiegend Nadelholz aus dem eigenen Bestand verwenden, hält es zwar nicht ganz so lange an, aber die Wärme selbst ist natürlich außerordentlich. Insofern bin ich mit Vs Dauerthema verwöhnt, da wir ja tatsächlich bei so unangenehmer Winterwitterung einen echten Gewinn daraus ziehen. So leisten die hohen Fichten in ihrer Nach-Weihnachtsbaumzeit ihren letzten sinnvollen Dienst. Und das sicher noch für ca. 10 Jahre oder länger, wenn wir zwischendurch warme Winter erleben, die den Holzbrand überflüssig machen.

Brennholz reicht noch

Der Brennholzvorrat schwindet jetzt doch nicht so stark, wie ich es befürchtet hatte. Natürlich trägt dazu auch bei, dass wir zwischendurch immer wieder größere Abschnitte von dem noch feuchten Apfelbaumholz hinzumischen. Das hält schon wegen der Art viele länger an, und die Nässe bringt zusätzlich eine Verzögerung. Gut so, denn bei diesem Mistwetter Brennholznachschub zu organisieren, wäre nicht die größte Freude. Gut vorbereitet sind die Scheite zwar. Aber in ofenfähige Abschnitte müssen sie eben doch noch gesägt werden. Eine schöne Arbeit für kalte und klar Wintertage. Aber nichts für Schmuddelwetter, vor allem, wenn man von Erkältungen geplagt ist.

Holzfeuchte

V. mischt unter das abgelagerte Brennholz immer auch einzelne Abschnitte des noch feuchten Apfelbaumholzes, das von den erst vor Monaten geschlagenen eigenen Bäumen stammt. Es ist kurios, aber eine von diesen Wahrheiten, die man nur im Verlaufe einer ständigen Beschäftigung und dem praktischen Arbeiten mit Holz erfahren kann. Das nämlich ein gut laufender Schamotteofen zwischendurch problemlos Holz mit hohem Feuchtgehalt verbrennt, mit genauso wenig Asche wie anderes. Der Vorteil ist dabei, dass sich mit besonders dicken Stücken die Brenndauer so künstlich verlängern lässt. So gibt es auch mit Holz noch eine Reihe anderer Weisheiten, die vereinfachendes Schulbuchwissen differenzieren. Zum Beispiel die immer wieder gehörte Empfehlung, dass das Abtrocknen 2-3 Jahre erfordert. Wie so oft ist das eine Faustregel und ist eigentlich auf Brennholz gemünzt, das kleingehackt wurde. Bei schmalen Abschnitten, wie z. B. meinen Kanteln, funktioniert das natürlich entsprechend schneller, auch mal innerhalb von weniger als einem Jahr. Etwa 1 cm pro Jahr ist da schon eine brauchbarere Regel, die aus meiner Erfahrung recht zutreffend ist.

Ofenwärme

Ein wirklich anstrengender Tag. Kaum zu glauben, wie einen eine simple Erkältungskrankheit aus der Bahn werfen kann. Ich versuche dennoch mein Bestes, meinen Verpflichtungen nachzukommen, wenn das auch nur mit Einschränkungen möglich ist. Für einen selbständig arbeitenden Menschen gibt’s eben nie eine wirkliche Entschuldigung, da muss man einfach immer funktionieren. Ich bin froh, dass der Holzofen dieses Jahr das ganze Haus grundlegend aufwärmt. In den Ruhephasen neben dem Ofen sitzend hat dann auch der Schüttelfrost keine Chance mehr, der zwischendurch immer wieder versucht, Besitz von mir zu ergreifen.

Wohlige Wärme

Nach einem schleppenden Auftakt hat sich der Holzofen nun wieder an seine Arbeit gewöhnt. Und die klamme Kälte, die sich in den letzten dauertrüben Wochen im Haus breit gemacht hat, kriecht langsam wieder aus dem Gemäuer heraus. Einen guten Anteil daran haben die gut abgelagerten Obstbaumhölzer, die lange anhalten und unseren üppigeres Nadelholzdepot ergänzen. Das tut schon gut und ist so eine Art Ersatz für das fehlende Licht. Letzteres schlägt inzwischen so ziemlich jedem aufs Gemüt. Mehr Wärme schafft da einen akzeptablen Ausgleich. Mal sehen, wie lange die Ofensaison diesmal anhält und ob wir mit dem angesammelten Vorrat auskommen. Bei einem langen Winter wird es notwendig sein, weiteres Brennholz herbeizuholen. Hoffen wir, das wird nicht nötig sein und das Frühjahr wird so zeitig zu uns kommen wie Anfang dieses Jahres. Das war vielleicht die größte und positivste jahreszeitliche Überraschung seit langem.

Früher als erwartet – der erste Holzofentag

Es ist eine glückliche Fügung, dass ich derzeit diesen Dauereinsatz in Sachen Kunsthandwerk habe. Die Welt außerhalb dieses Projekts, das ich nun schon seit 14 Jahren verfolge, scheint nämlich wie eingeschläfert. Keine gute Zeit also, um kommunikationsbezogene Arbeiten voranzubringen, die immer auch einen Dialog, einen inhaltlichen Austausch voraussetzen. Diese Dinge werde ich also im neuen Jahr wieder aufnehmen und dann hoffentlich mit neuem Schwung in die nächsten Etappen überführen. Aber diese Intimität mit den verschiedenen Hölzern, dieser stille Dialog mit der Energie der verschiedenen Baumarten ist schon eine spannende Sache, die ich in dieser intensiven Form noch nicht erlebt habe. Eine gute Erfahrung zum langsamen Ausklang dieses wechselhaften Arbeitsjahres. Nun geht’s wieder in die Wohnstube, in der wir heute erstmals für diesen Winter den Holzofen angefeuert haben. Dazu ließ sich M. dann doch bewegen, nachdem sie jahrelang darauf bestanden hatte, mit dem Holzbrand erst im neuen Jahr zu beginnen. Gut so, denn wenn es jetzt nicht passend ist, wann dann.