Plädoyer für die Verwendung heimischer Holzarten

Heute hätte ich noch einmal die Gelegenheit gehabt, ein Set mit 3 Holz-Schneidebrettern zum Testen anzufordern. Das reizt mich generell immer und den Hersteller habe ich auch schon schätzen gelernt. Aber leider sind die Bretter aus Akazienholz gemacht. Keine einheimische Art. Deshalb habe ich doch darauf verzichtet. Was wir hier landläufig Akazien nennen, sind in Wirklichkeit Robinien, und die sind in unseren Wäldern recht häufig. Aber solche Hilfsmittel für die Küche werden meist aus ausländischen Holzarten gemacht, wohl aus Kostengründen und weil die Hersteller ebenfalls im Ausland angesiedelt sind, wo es eben die hiesigen Baumarten nicht gibt. So warte ich, bis irgendwann tatsächlich mal wieder etwas aus Eiche, Buche der Birken angeboten wird. Damit habe ich einfach ein besseres Gefühl.

Holz des Blauglockenbaums doch nicht für Perlen geeignet

Das Wunschbaum-Armband „Blauglockenbaum“ habe ich heute ganz fertigstellen können und M. zum Probetragen übergeben. Die Perlen sahen nach dem Ölbad ja überraschend strukturiert aus, nachdem das roh geschliffene Holz eher unscheinbar schien. Von den Schwierigkeiten, dieses Holz mit extrem geringer Dichte zu bearbeiten, habe ich ebenfalls berichtet. Eben diese Eigenschaften rächt sich jetzt schon, nach kurzem Probetragen. Denn die so schön rund und glatt geschliffenen Kanten der Perlen sind jetzt schon stark aufgeraut und entsprechend setzten sich Staub und Flusen daran fest, wie das bei rauen Oberflächen eben passiert. Für Holzperlen, die direkt auf der Haut getragen werden, ist das allerdings ein No-Go. Ganz Ähnliches hatte ich vor einigen Jahren mit einem Test-Armband aus Weinreben-Holz feststellen müssen. Auch das war schwer zu bearbeiten, weil es stark porös und zu dem extrem spröde ist, so dass man sich die Werkzeuge daran stumpf macht. Und auch das war trotz wässern und sorgfältigem Glätten hoffnungslos stark aufgeraut. So leid es mir tut, wie beim Weinstock-Holz ist auch das Holz des Blauglockenbaums, jedenfalls in der mir vorliegenden Qualität, nicht geeignet für meine Manufaktur. Ich kann es leider nicht in mein Sortiment aufnehmen, weil das Ergebnis bei noch so sorgfältiger Verarbeitung unberechenbar wäre. Etwas, das ich meinen Armband-Kunden, die bequem tragbare Armbänder aus heimischen Holzarten, die dafür geeignet sind, seit Jahren gewöhnt sind. Und der Tragekomfort und die wahrgenommene Stimmigkeit sind eben sehr wichtig für die Produkte der Wunschbaum-Manufaktur.

Meine Entdeckung des Paulownia-Holzes fürs Kunsthandwerk

Den Versuch mit dem Holz des Blauglockenbaums (Paulownia) habe ich heute gleich umgesetzt und bis zum Nachmittag die Perlen für ein komplettes Wunschbaum-Armband fertiggestellt. Die waren sogar schon im Ölbad und liegen jetzt für einige Tage zum Trocknen aus. Danach kann ich sie einfädeln und das neue Armband im Bild festhalten. Ich werde es dann auch hier zeigen. Das Ölen ist generell der letzte Behandlungsschritt bei allen Perlen aus der Wunschbaum-Manufaktur, aber beim Paulownia-Holz ist entspricht das sogar der Empfehlung, die ich in Artikeln des holzverarbeitenden Handwerks nachträglich gelesen habe. Dort wird nämlich empfohlen, die Oberfläche mit Öl, Wachs oder Lasur zu veredeln, weil die Holzart extrem weich ist. Das kann ich nur bestätigen. Die sehr geringe Dichte und Weichheit waren schon beim Drechseln der Kantel offensichtlich und ausgeprägter, als ich das jemals bei einer Holzart mit geringem Gewicht beobachtet habe. Selbst Pappel, Linde oder Fichte setzen dem Drehstahl mehr Widerstand entgegen. Und beim Abtragen mit Schleifpapier muss man ebenso extrem vorsichtig vorgehen, um die Zieldicke nicht zu unterschreiten, was schneller als bei anderen Holzarten passiert ist. Eine Herausforderung war die Bearbeitung also schon, auch beim letzten Arbeitsschritt, dem manuellen Abrunden der Perlenkanten. Dabei musste ich lernen, viel weniger Druck und weniger Wiederholungen als sonst anzuwenden, weil ansonsten die Kanten zu stark abgerundet worden wären. An diese Eigenschaften muss man sich erst langsam herantasten und dann das richtige Maß für den Krafteinsatz herausfinden. Das Ölen hat neben der imprägnierenden und die Oberfläche stabilisierenden Funktion bei dieser Holzart zudem den positiven Effekt, dass es seine Zeichnung viel markanter hervortreten lässt. Dadurch erhält es auch bei den kleinen Perlen eine durchaus ansehnliche Zeichnung, die das Armband später attraktiver erscheinen lassen wird, als es der Fall ohne das Ölbad gewesen wäre. Ich bin gespannt, ob M. das Armband gerne tragen wird.

Der Blauglockenbaum ist einen Versuch wert

Nachdem ich eine Reihe von Kanteln aus dem Holz des Blauglockenbaums zum Testen erhalten habe, will ich ein Wunschbaum-Armband zu diesem Baum anlegen. Das wird meine Auswahl erweitern, unter der ja auch noch einige andere exotische, nicht heimische Baumarten vertreten sind. Die werden zwar traditionell nicht allzu viel nachgefragt, aber gelegentlich finden sich doch Interessenten, die auf ganz individuelle Weise mit der exotischen Baumart verbunden sind. Mit dem Blauglockenbaum bin ich selbst kaum verbunden, aber ich kennen ihn vom Stadtpark, der auf seinem Rundweg viele weniger bekannte Baumarten versammelt. Und ich fand die Art gerade wegen ihrer auffallend blauen, glockenartigen Blüten auch immer herausragend und spannend. Insofern ist es schon einen Versuch wert, diese neue Baumart mit der Wunschbaum-Manufaktur zu erkunden. Vielleicht kann ich schon morgen mit der Arbeit an einem Musterarmband aus Blauglockenbaum-Holz beginnen. Von außen, wenn ich von der Anmutung der Kanteln ausgehe und mitberücksichtige, dass die Art gerne als Bastelholz verwendet wird, sollten seine Eigenschaften denen der Pappel, vielleicht auch der Linde ähnlich sein. Das werde ich erst beim Bearbeiten, dem Drechseln, Sägen, Bohren, Schleifen und Polieren, später herausfinden. Da ich aber Erfahrung mit der Bearbeitung aller möglichen Holzarten habe, darunter auch viele, die gewöhnlich gar nicht im Handel auftauchen, bin ich zuversichtlich, auch diese neue Art zu Perlen verarbeiten zu können. Und vielleicht wird das Ergebnis trotz des Leichtgewichts und der wenig markanten Zeichnung des Holzes, am Ende ein eindrucksvolles und besonderes sein. So wie z. B. die Perlen aus Pappelholz einen wunderbar seidigen Oberflächenglanz und eine besonders lichte Ausstrahlung mit sich bringen. Ich bin sehr gespannt und werde hier irgendwann sicher auch das Ergebnis im Bild zeigen.

Mehr- und Fleißarbeit in der Wunschbaum-Manufaktur

Den Ersatz für den gestern falsch weiterverarbeiteten Stab aus Kastanienholz habe ich heute gleich hergestellt. Natürlich war das ärgerlich und mit einem unverhältnismäßigen Mehraufwand, dem erneuten Einrichten der Maschine u. s. w. verbunden. Aber es war eben auch unvermeidlich, weil ich mit der Arbeit weitermachen wollte und diese Grundlage eben gefehlt hat. Auch dieser zweite Stab war nicht einfacher herzustellen, wegen der bekannten Besonderheiten des Esskastanienholzes. Aber das Ergebnis war letztlich doch sehr zufriedenstellend, sehr exakt und gleichmäßig gearbeitet, was das Wichtigste für das Herstellen der Perlen ist. Und mit den gleich vier Armbändern, die ich gerade in Arbeit habe, bin ich bis zum Abend auch gut vorangekommen. Es fehlt noch das Glätten der Kanten aller kleinen Perlen. Eine Fließarbeit, deren Abschluss aber jetzt schon ganz gut absehbar ist.

Falsche Perlenlänge nach dummer Verwechslung der Maße

Die Fortsetzung der Holzarbeit am Nachmittag hat Spaß gemacht, bei fast unverändert moderat warmem Sommerwetter – und zum ersten Mal für diese Saison überhaupt an meinem Arbeitstisch hinterm Haus. Leider ist mir beim Sägen des ersten Stabs ein Konzentrationsfehler passiert, den ich erst bemerkt hatte, nachdem ich mit dem zweiten Stab beginnen wollte. Ich hatte die Perlenlänge des zweiten auf den ersten Stab angewandt – mit dem Ergebnis, dass die Perlen für dieses Armband zu kurz sind. Ich werde diese sauber gearbeiteten Perlen zwar irgendwann für ein anderes Projekt verwenden können. Aber den Stab und das Sägen der Perlen muss ich tatsächlich wiederholen. Ziemlich viel Mehraufwand, den ich mir lieber erspart hätte. Aber da muss ich jetzt durch -hoffe nur, dass mir ein so ärgerlicher Fehler nicht noch einmal passiert.

Holzlastige Manufaktur ist eine wahre Freude

Nach einigen Wochen war das wieder ein sehr holzlastiger Tag. Allerdings nehme ich die Wunschbaum-Manufaktur selten als Last wahr, es ist um diese Jahreszeit ein wahre Freude, wenn ich mich auf das Material und seine Eigenarten, seine Energie und Ausstrahlung konzentrieren und intensiv damit arbeiten kann. Vor den insgesamt 5 Stäben habe ich heute auch meine Vorräte an Kanteln aus Holunder aufgefüllt. Dafür muss ich immer die Kreissäge hervorholen, um aus größeren getrockneten Abschnitten die Kanteln mit etwa 22 cm Länge herauszusägen. Ich bereite meist so 8-12 von jeder Holzart, die ausgegangen ist, vor. Das reicht eine Weile, bis irgendwann alle verbraucht sind ich wieder für Nachschub sorge. Bei über 40 Holzarten, die ich in ganz unregelmäßiger Verteilung bearbeite, ist auf dem Gebiet eigentlich immer etwas zu tun. Das Drechseln der Stäbe ist dann natürlich die eigentliche Herausforderung. Die Holunder-Stäbe und auch der aus Linde und Eberesche gingen recht problemlos und ziemlich gleichmäßig, ohne viel Korrekturbedarf, von der Hand. Aber der aus Esskastanienholz war wie eigentlich immer, sehr schwierig herzustellen. Ich habe tatsächlich auch zwei Anläufe benötigt, weil der erste, schon zur Hälfte bearbeitete Stab nicht geeignet war. Der hatte genau in der Mitte eine Art Astloch, das den Stab instabil machte und das zudem zu viel Materialverlust bedeutet hätte. Ich musste deshalb eine andere Kantel als Ersatz hervorholen, die dann ganz gut zu verarbeiten war.

Sommerliche Holz-Manufaktur und eine künftige neue Wunschbaum-Art

Es ist recht stimmig und mir gerade sehr willkommen, dass bei dem warmen, aber nicht zu heißen Sommerwetter gleich vier Armband-Symbolformen herzustellen sind. Gerade der erste Arbeitsschritt, das Herstellen der gleichmäßigen Stäbe an der Drechselmaschine, ist bei so schönem Sommerwetter einfach am besten aufgehoben und geht dann wie selbstverständlich von der Hand. Wohl weil das Holz dann seine Nähe zum Sonnenlicht ausspielen kann und sich diese Nähe auf die Bearbeitung überträgt. Insofern freue ich mich besonders auf diesen ersten Arbeitsschritt, danach kann ich zum ersten Mal für diese Saison meinen Arbeitstisch hinterm Haus aufbauen. Beim letzten Mal war mir das Wetter noch zu unstet, weshalb ich den Kelleratelierarbeitsplatz noch vorgezogen hatte. Aber bei richtigem Sommerwetter lässt sich die langwierige Feinarbeit auch sehr schön im Freien durchspielen, bis zum späten Abend. Beim Besuch heute Vormittag beim Bienenhaus, wo ich V. beim Entnehmen schwer mit frischem Honig gefüllter Waben behilflich war, sind wir u. a. beim Míspel-Baum stehen geblieben, der gerade im Sommer in seiner urig-verdrehten Wuchsform besonders atmosphärisch wirkt. Und ich habe daran erinnert, dass ich schon einmal auf ein Armband aus Mispel-Holz angesprochen wurde, ich aber dem Wunsch nicht entsprechen konnte, weil ich eben von dieser Art kein verwertbares Holz vorrätig habe. Dabei ist dann der Plan entstanden, von unserem sehr verzweigten Baum doch einige tief liegende Äste zu entnehmen. Den Baum insgesamt und auch die wesentliche Grundform seiner niedrigen Krone wird das nicht sehr stören. Und ich habe aber die Chance, einige Kanteln Mispel-Holz zu gewinnen, aus denen ich 1-2 Jahre später, nach dem Trocknen das erste Wunschbaum-Armband aus Mispelholz werde herstellen können. Mal sehen, vielleicht können wir diesen gezielten Rückschnitt des Mispel-Baums noch in diesem Sommer durchführen. Vielleicht aber auch erste, nachdem die Früchte abgeerntet wurden, im Spätherbst oder Winter.

Stimmige Arbeit mit lichtgesättigten Holzarten

Aus dem Mähe der Wiese ist heute nichts mehr geworden. Dazu waren die Vortage zu nass und das Gras noch zu feucht. Aber so konnte ich mich auch mit größerer Ruhe dem Abschluss der Manufakturarbeit widmen. Am Nachmittag hatte ich die beiden Armbänder in sehr guter Qualität fertiggestellt. Oder fast fertiggestellt, denn das Ölbad und anschließende Auslegen zum Trocknen fehlen ja noch. Aber mit diesen beiden Holzarten, Holunder und Zypresse, hatte ich einen sehr schönen energetisch stimmigen Start in den kunsthandwerklichen Sommer. Beide stehen in besonderer Weise für das Sonnenlicht und strahlen mit ihrer zitronigen Helle und lichtgesättigten Anmutung etwas extrem an den Sommer Erinnerndes aus.

Präsentative Formen zur Wirkung bringen

Die Aufträge für Lebensbaum- und Wunschbaum-Armbänder kamen wieder genau zum richtigen Zeitpunkt. Nämlich so, dass ich die Arbeiten voraussichtlich bis zum Wochenende fertigstellen kann. Das Drechseln, Sägen und Bohren ging bei den beiden Holzarten – Holunder und Zypresse – heute sehr gut von der Hand. Keine besonderen Pannen, Fehler oder Verzögerungen. Und von der geradezu erholsamen Wirkung der handwerklichen Arbeit abgesehen, trägt diese intensive Holzarbeit immer auch meditativen Charakter, ist wie ein stiller Dialog mit dem Baum, von dem das Holz stammt. Ich denke und hoffe auch, dass sich dieser Austausch letztlich positiv auf das Ergebnis auswirkt, dass sie in der Form des Armbandes konserviert bleibt und nachwirkt. Vor allem auf den Träger des Armbandes und sein oder ihr eigenes Verhältnis zu den Bäumen, ihrer Energie, Symbolik und Ästhetik. Es ist schön, diese Form präsentativer Kommunikation immer wieder praktizieren zu können und zur Wirkung zu bringen.

Neues Wunschbaum-Armband aus Fliederholz vorbereitet

Es hat nun lange zum Trocknen bereitgelegen, das Holz des Flieders, das ich schon vor über einem Jahr zu einigen Kanteln mit 15 x 15 mm Querschnitt weiterverarbeitet hatte. Das ist das Maß für die Holzstab-Rohlinge, auf die ich zur Herstellung der Wunschbaum-Armbänder zurückgreife. So schmal gesägt hat es gute Aussichten, innerhalb von 12 Monaten wirklich abzutrocknen, so dass es während der Verarbeitung zu kleinen Perlen nicht mehr verzieht oder sich sonstwie unberechenbar verändert. Die größeren Abschnitte mit gewachsten Hirnholzenden hatte ich vor einigen Tagen zum weiteren Trocknen meinem Lager unterschiedlichster Holzarten hinzugefügt, die ich im Rahmen der Wunschbaum-Manufaktur verwende. Dieses Flieder-Holz ist wirklich hervorragend fürs Drechseln geeignet: dicht, sehr schwer, gleichmäßig gewachsen und ohne Astknoten. Das sind zusammen genommen sehr gute Voraussetzungen. Die beiden Stäbe für das Muster-Armband sind jedenfalls gut gelungen. Nun hoffe ich, dass auch die filigranere Arbeit mit und an den Perlen ebenso gut von der Hand geht. Vor allem bin ich auf das Ergebnis gespannt, das lebendig und eindrucksvoll zu werden verspricht.

Aufwändige Bearbeitung mit Feigenbaumholz

Die Arbeit an dem Feigenbaum-Stab hat sich heute Nachmittag als ungewöhnlich aufwändig erwiesen. Das lag allerdings nicht an der Bearbeitung selbst, sondern an der Materialgrundlage. Feigenbaumholz ist ja ohnehin immer schon eine größere Herausforderung gewesen, weil das Holz in guter und für meine Zwecke geeigneter Qualität ein ganz schnelles Verarbeiten des gefällten Stamm- oder Lastabschnitts erfordert. Nur ein paar Tage zu lang gewartet – und das Holz ist nicht mehr zu retten, weil es vermutlich schon von einem Pilz zerstört wurde oder ungünstig durch Trockenschwund zerrissen ist o. ä. Das ist eben der Grund, warum das Zusammentragen und Bevorraten von gutem Feigenbaumholz mich schon immer vor größere Aufgaben stellt. Jedenfalls sind die besten Abschnitte inzwischen Mangelware, so dass ich zu problematischeren übergehen muss. Zwei von diesen problematischen habe ich für das heutige Projekt erwischt – und bin gleich gescheitert. Denn der erste hat sich als innerlich instabil gezeigt, so dass er nicht gleichmäßig auf die gewünschte Dicke gebracht werden konnte. Und der zweite war im Inneren von der fetten Markröhre durchzogen, die bei den Feigenbäumen ja bekanntlich aus weichem, weißem Mark besteht. Das ist ein No-Go, weil es den Stab stellenweise durchlöchert und am Ende keine durchgängig geschlossene Oberfläche übrig bleibt. Erst bei der dritten Kantel war ein sauberes Arbeiten mit einem stabilen Ergebnis möglich. Für die kommenden Aufträge mit Feigenbaumholz muss ich eine sorgfältigere Auswahl treffen. Und natürlich werde ich solche Kanteln, die nach Markröhre aussehen, konsequent aussortieren. Zudem ist es wieder an Zeit, auf die Suche nach wirklich hochwertigem Material zu gehen, um für die Zukunft wieder besser aufgestellt zu sein.

Holzarten, Vorräte und Holzarbeitskalküle

Jetzt habe ich auch mal die am Wochenende zurechtgesägten Kanteln in meine Vorratsschachteln verstaut. Einmal in die mit den Kanteln der Lebensbaum-Hölzer und einmal in die mit den Wunschbaum-Hölzern. Den größeren Teil der zuletzt noch übriggebliebenen Ebereschen-Abschnitte habe ich aussortiert, da die nicht mehr die beste Qualität hatten, zu viele Astknoten, zu viele Einschlüsse, die bei der späteren Verarbeitung unruhige und unregelmäßige Oberflächen ergeben. Die konnte ich durch frisches Material ersetzen, das in dem schmal gesägten Kantelformat auch bald vollständig durchgetrocknet sein sollte. Die Abschnitte hatte ich im Frühjahr erhalten und dann gleich in geviertelte Abschnitte gesägt, um die Spannung herauszunehmen, und natürlich gewachst. Über den Sommer konnte das noch weiter antrocknen. Erfahrungsgemäß beschleunigt sich der Trocknungsprozess, sobald die Stärke der Abschnitte das Kantelformat erreicht hat. Gut, jetzt dürfte ich für alle wichtigen, weil häufiger nachgefragten Holzarten wieder gut bevorratet sein. Außerdem habe ich mit dem Flieder eine neue Art hinzubekommen. Ich freue mich schon darauf, daraus ein Muster-Armband herzustellen und dann das Repertoire der Wunschbaum-Armbänder um eine neue Art zu erweitern.

Beim Sägen mehr über die verschiedenen Holzarten gelernt

Gesägt habe ich länger nicht mehr. Aber heute war es wieder so weit. Eigentlich, weil es eine Anfrage zu einem Armband aus Kirschbaumholz gab und ich keine Kantel aus Kirschbaum vorrätig hatte. Aber neben den Kirschbaumkanteln habe ich die Gelegenheit genutzt und endlich die über den Sommer gut angetrockneten Abschnitte der Eberesche, des Flieders und einige kleinere Abschnitte des Goldregens mit der Kreissäge begradigt. Die größeren Abschnitte kommen jetzt zu den Vorratsplätzen der übrigen Arten, und von der Eberesche und dem Flieder habe ich gleich noch fertige Kanteln gesägt. Die letzten alten Vorräte bei der Eberesche sind nämlich gerade dabei, zuneige zu gehen. Und der Flieder ist noch nicht in meiner Auswahl enthalten. Die vorbereiteten Kanteln werden dazu dienen, ein Musterarmband zu erstellen. Ich kann mir vorstellen, dass das sehr dekorativ wird. Das Holz sieht so schon mal sehr interessant aus – und riecht zudem toll. Das ist beim Sägen immer sehr eindrücklich, wenn der feine Staub in der Luft schwebt und in dem Fall auch den Duft der enthaltenen ätherischen Öle verströmt. Gut, dass ich von dieser Art einige sehr schöne Abschnitte zur Verfügung habe.

Ein ausgefüllter Baum-Einundzwanzigster

Eigentlich wieder gut, dieser Einundzwanzigste, weil ich einiges abschließen und konzentriert an anderen Projekten weiterarbeiten konnte. Außerdem hatte ich Nachmittag wieder Gelegenheit, kunsthandwerklich zu arbeiten. Und damit den Baumarten des keltischen Baumkreises und der Symbolik der Lebensbäume erneut zu begegnen. Das ist immer wieder spannend, auch nach ca. 25 Jahren, die ich mich schon mit dem Themenfeld beschäftige. Auch Baumobst war wieder ein Thema an diesem wieder sonnenreichen Spätsommertag. Ich habe es mir nicht nehmen lassen, einen Eimer voll Pfirsiche von unserem kleinen Baum zu pflücken. Das war möglich, weil V. die Stehleiter mitgebracht hatte, denn anders sind die Früchte an diesem noch jungen Baum mit schwachem Stamm, ausladenden Ästen und hoffnungslos mit Fruchtgewichten überladenen Zweigen nicht zu erreichen. Das Problem ist bei aller Üppigkeit der Frucht und den Vielzahl der Pfirsiche, dass sie nicht richtig ausreifen wollen. Wenn sie einmal wirklich reif sind, waren meist die Wespen schon dran gewesen und haben Löcher reingefressen. Eigentlich wären weniger, gut ausgereifte Früchte besser als diese Überzahl an etwas zu kleinen und nicht vollreifen Pfirsiche.

Fleißige Manufakturarbeiten

Fleißarbeiten im Rahmen der Wunschbaum-Manufaktur sind recht häufig. Vor allem, wenn es um eine größere Zahl von Armbändern geht, die gleichzeitig fertiggestellt werden sollen, können die Wiederholungen bestimmter Arbeitsschritte endlos wirken. So auch heute wieder bei einem Set von 4 zusammengehörenden Armbändern für eine Familie. Die Arbeit konnte ich mit dem Glätten, d. h. Abschleifen der Perlenkanten, am Nachmittag abschließen. Aber bei 4 Exemplaren bedeutet das allein für diesen letzten Arbeitsschritt 6 Stunden kontinuierliche reine Arbeitszeit. In dem Fall ließ es sich aus Termingründen auch nicht vermeiden, den Abschluss auf einen Tag zu konzentrieren. Denn sonst hätte sich der Prozess noch länger hingezogen, nicht unbedingt sinnvoller, weil noch ein wenig mehr zeitintensiv. Aber natürlich ist gerade dieses Glätten für den späteren Tragekomfort enorm wichtig, deshalb lässt sich die Arbeit auch nicht weiter beschleunigen. Dass das in 1 ½ Stunden pro Armband überhaupt möglich ist, kann ich als Ergebnis erheblicher Routine verbuchen. Und die nötige Geduld, die ist mir ohnehin immer schon zu eigen gewesen. Bei einer so interessanten Kombination wie bei dieser Arbeit, vier verschiedene Lebensbäume und entsprechend vier Holzarten, in allen Armbändern alternierend kombiniert, ist die Herausforderung für Geduld und Fleiß aber schnell vergessen.

Start ins kreative und naturbezogene Wochenende

Passend zum Wochenende konnte ich am Nachmittag wieder eine kunsthandwerkliche Arbeit starten. Zum Teil mit seltenen Holzarten, die ich nicht so häufig verarbeite. Das ist bei dem tollen Sommerwetter wirklich schön und außerdem genau das Richtige nach so viel techniklastiger Projektarbeit während der ganzen Woche. Die hatte mich auch heute bis zum Nachmittag wieder im Griff, immerhin aber mit einem vorläufigen Abschluss. Das ist dann wieder aufbauend, weil die Energien sich auf Folgeprojekte verlagern können, die nicht weniger Aufmerksamkeit erfordern. Schade finde, dass ich wohl auch morgen nicht mehr dazu komme, das Pflücken der Maulbeeren fortzusetzen. Da dürften im Laufe der Woche sehr viele reife hinzugekommen sein, auch V. konnte sich nicht damit beschäftigen. Aber vielleicht gelingt es uns doch noch, das Projekt ein wenig fortzusetzen. Es wäre schade um die vielen wohlschmeckenden Früchte, die nicht verwertet werden können, da es einfach dieses Jahr zu viele sind.

Das individuelle Verhältnis zu bestimmten Baumarten

Es war zuletzt eine spannende Gelegenheit, einigen exotischen oder zumindest weniger häufig nachgefragten Holzarten in der kunsthandwerklichen Arbeit zu begegnen. Diese Gelegenheiten gehen natürlich immer von den Interessenten und bei der Wunschbaum-Manufaktur Anfragenden aus und haben ganz individuelle und immer wieder überraschende Hintergründe und Erklärungen. Das bringt mich gedanklich immer wieder in Tuchfühlung mit der Symbolik, Energie und Ästhetik bestimmter Baumarten, die mir zwar bekannt sind, die ich aber eher selten bearbeite. Das waren zuletzt der Weißdorn, der Ginkgo und der Holunder. Alle drei Bäume mit hellem, Licht abstrahlendem Holz, denen schon in ihrer Ausstrahlung etwas Lichtes innerwohnt. Es ist schön, wenn ich die fertigen Arbeiten dann auf den Weg zu ihren Empfängern schicken kann. Und ich stelle mir dann immer vor, wie die spezielle Baumart eine Rolle im Leben dieses Empfängers spielt und wie das ein Stück weit die Wahrnehmung und Lebenserfahrung bereichert. Manchmal erhalte ich auch Rückmeldungen, die darüber Aufschluss geben. Die sind dann im Vergleich zu meinem eigenen Verhältnis zu der jeweiligen Baumart interessant zu reflektieren.

Gleichgewichtstage

Das war doch mal ein Einundzwanzigster, der tatsächlich etwas Aufbauendes, zumindest etwas Herausragendes hatte. Nicht nur wegen des anhaltend tollen Sommerwetters. Es war auch so ein Tag, an dem sich Ruhigsein, Konzentration und ein dichter Aufgabenplan in verschiedenen Tätigkeitsbereichen nicht ausschlossen. Das ist für mich dann immer wohltuend und aufbauend, weil es meiner Idealvorstellung von Gleichgewicht im Alltag so wunderbar entspricht. Das ist eigentlich die Umsetzung dieser Vorstellung. Eine Umsetzung, die an solchen Tagen, die nicht zwingend Einundzwanzigste sein müssen, gelingen kann. Den größeren Teil meiner aktuellen Wunschbaum-Armbänder habe ich heute abschließen können, ein weiteres Projekt wird nächste -Woche folgen. Und danach ist es mir immerhin noch gelungen, das lange aufgeschobene Vorhaben mit der Bekämpfung des Buchsbaumzünslers endlich anzugehen. Weil man ja tatsächlich nicht wissen kann, wann die Raupen wieder zuschlagen und der schon totgesagte Buchsbaum gerade doch wieder frische Blatttriebe, zwar noch sehr überschaubar, bekommen hat, war das Spritzen mit dem für den Buchsbaumzünsler schädlichen Bakterium kein Luxus. Ich werde die Aktion nur noch einige Male wiederholen müssen, um eine Katastrophe wie im letzten Jahr zuverlässig zu verhindern.

Im sommerlichen Kontakt zu spannenden Holzarten

Nach einem schon ziemlich mit zahlreichen ganz anderen Aufgaben angefüllten Arbeitstag hätte ich nicht gedacht, ab dem späten Nachmittag noch mit so verschiedenen Holzarten in Berührung zu kommen. Bei diesem ersten Arbeitsschritt für die Herstellung unterschiedlicher Wunschbaum-Armbänder waren folgende z. T. recht exotische Holz- und Baumarten beteiligt: Holunder, Haselstrauch, Hainbuche, Ginkgo und sogar Weißdorn. Von letzterem habe ich nur noch wenige Abschnitte auf Vorrat, ein Anlass, neues Material zu besorgen. Es hat mich aber einfach gefreut, um diese Jahreszeit, in der wir den längsten Tagen des Sommers entgegen gehen, bei Sonne und Wärme zugleich, diese spannenden Hölzer bearbeiten und mit der Energie ihrer Bäume in Kontakt treten zu können. Und natürlich geht diese Arbeit in verfeinerter und detaillierterer Form in den nächsten Tagen weiter. Darauf freue ich mich, zumal das Wetter konstant zu bleiben verspricht.

Spannendes Rendez-vous

Ein spannendes Rendez-vous war das heute mit der Eberesche und der Eibe. Zwei Bäume, mit denen mich auch biografisch einiges verbindet. Vor allem mit der Eibe, einem meiner beiden Lebensbäume. In Kombination ist das natürlich klasse, die späteren Träger der Partner-Armbänder sind zu beneiden. Und sicherlich auch ganz besondere Menschen, die eine interessante Charakterpartnerschaft eingegangen sind. So fiel es mir auch nicht schwer, die kunsthandwerkliche Arbeit bis in den späten Abend hinein auszudehnen. Auch weil es galt, einen wichtigen Arbeitsschritt vollständig abzuschließen. So kann ich die Armbänder an diesem Wochenende fertigstellen.

Die Eibe und individuelle Lebensthemen

Die Arbeit mit dem Eibenholz war die genau richtige Aufgabe zum richtigen Zeitpunkt. Nicht nur, weil an diesem Samstag wieder super Sonnenwetter war und Holzarbeit bei viel Sonnenlicht am stimmigsten ausfällt. Auch weil nach so viel auf Kommunikationsprojekte bezogener Arbeit das Kunsthandwerk ein willkommener Ausgleich ist. Und die Eibe ist eben auch einer meiner beiden eigenen Lebensbäume und schon deshalb für mich etwas Besonderes. Auch unabhängig von diesem persönlichen Bezug ist der Baum an sich und auch sein Holz eine Sensation, die eigentlich mit keiner heimischen Baumart zu vergleichen ist. Es ist vor allem die Symbolik des Ewigen, des langsamen Wachstums, der Beständigkeit, Zähigkeit und Weisheit, die mich anspricht und wiederum etwas Persönliches zum Klingen bringt. Diese Baumart steht schon für etwas, das mit meinen individuellen Lebensthemen zu tun hat. Leben und Tod, und der Tod in seiner positiven Konnotation als Transformationsphase, als Vorbereitung auf ein Leben, als Veränderungs- und Umwandlungsmöglichkeit, sind in der Eibe thematisiert und in lebendiger Form repräsentiert. Sicher sagt all das dem späteren Träger des heute hergestellten Wunschbaum-Armbandes ebenso etwas. Und das Armband ist eine sehr passende Möglichkeit, das immer am eigenen Körper zu vergegenwärtigen, wenn es am Handgelenk getragen wird.

Holzofen, Brennholzarbeiten und Familientraditionen

Eigentlich bin ich ganz froh, dass V. sich zurzeit so zäh in Bezug auf die Routinearbeiten rund um den Holzofen zeigt. Immerhin die grünen, kürzlich erst geschnittenen Äste des Nashi und der Gleditschie sind dank Vs Beharrlichkeit jetzt schon im Holzofen verfeuert und müssen nicht mehr über die Biotonne entsorgt werden. Aber die neuerdings als notwendig erachteten Vorratseimer mit Brennholz habe ich in den letzten Tagen selbst befüllt und bereitgestellt. Das ist für mich schon auch eine Sache, die ich bewusst verfolge, weil in wenigen Tagen schon diese Geschichte beendet sein wird. Das Brennholz machen, im Wald oder auf einer unserer Streuobstwiesen, der Transport des Materials und vor allem das Kleinsägen und Spalten sind schon traditionelle Arbeiten bei uns gewesen, die wir über Jahrzehnte zusammen ausgeführt und irgendwie auch als spannend geschätzt haben. Natürlich ist mir bei jedem Stück Brennholz auch unser Beitrag dazu in Erinnerung und all die Arbeiten, die das ganze Jahr über diesbezüglich zu erledigen sind. Das letzte dazu diesmal war meine Sägeaktion im Sommer, bei der ich den jetzt zuneige gehenden Holzvorrat aufgehäuft und aufgestapelt hatte. Schade, dass das jetzt bald Geschichte ist. Zumindest was das Brennholz betrifft. Das Holz und seine Verarbeitung werden mir natürlich in der Vorbereitung der Wunschbaum-Manufaktur noch länger erhalten bleiben. Dann aber in vielfältigerer Form, mit der Bearbeitung von über 40 verschiedenen Baum- und Holzarten, und nicht nur beschränkt auf die grob zerkleinerten Ofenstücke, die sich auf 5-6 Holzarten im Wesentlichen reduzieren ließen.

Starke Baumkombination

Die Partner-Kombination, die ich gerade heute fertiggestellt habe, ist einer der symbolstarken Klassiker: Eiche und Buche sind darin eine partnerschaftliche Einheit eingegangen. Zwei wirklich starke Baumarten, mit großer Ausstrahlung, den meisten Menschen bekannt, und im keltischen Baumkalender tatsächlich beide auf nur einen Tag bezogen, nämlich auf die Frühlings-Tag-und-Nacht-Gleiche und die Wintersonnenwende. Insofern liegen sie im Kalender ein Viertel Jahr auseinander. Dass jemand sich diese Kombination gewünscht hat, liegt aber wahrscheinlich an persönlichen Wünschen und daran, dass es sich in dem Fall um Lieblingsbäume handelt. Dass beide Partner ausgerechnet am 20.12. und 21.03. Geburtstag haben sollten, ist eher unwahrscheinlich, wenn auch nicht ausgeschlossen. Jedenfalls freue ich mich, wieder einen solche Klassiker in Kombination hergestellt zu haben. Das ist schon etwas Selteneres.

Brennholz und die Tuchfühlung mit verschiedenen Baumarten

Jetzt hat V. doch noch eine Möglichkeit herausgefunden, die nicht mehr benötigten, aber mit Futterlösung gefüllten Honigwaben quasi thermisch zu verwerten. So tragen sie am Ende noch ein wenig zum Heizen bei. Ganz gut, denn unser Brennholzvorrat geht ja dem Ende entgegen. Ich hoffe nur, das wird dann relativ nahtlos mit dem Ende des Winters zusammenfallen. Denn aktuell genießen wir bei diesem nassen und lichtarmen Wetter sehr die Holzofenwärme. Es wäre ein Jammer, wenn wir für eine lange Übergangszeit doch noch auf die Zentralheizung umschalten müssten. Mit dem Brennholz geht natürlich künftig auch ein Stück weit der Kontakt zum selbst geschlagenen Holz verloren, im Zuge dessen ich immer wieder auch schöne Abschnitte für meine Manufakturprojekte abzweigen konnte. Die Möglichkeit gibt’s zukünftig nicht mehr. Dann werde ich nur noch irgendwo eingekauftes oder von privat organisiertes Material bestimmter Baumarten verarbeiten. Das ist natürlich immer noch notwendig, wenn mir jederzeit alle Holzarten, die ich für die Armbänder benötige auch in guter Qualität bevorraten und im Bedarfsfall bereit haben will. Im Frühjahr werde ich auf der Schiene gleich wieder weitermachen. Denn da sind einige angetrocknete Abschnitte der Eberesche und auch noch einige kleine Abschnitte vom Goldregen, die ich mir im letzten Jahr privat besorgt habe und die jetzt ein erstes Begradigen benötigen. In einem Jahr werde ich das Material dann auch wirklich nutzen können, denn so lange wird es dauern, bis der Feuchtigkeitsgehalt dem der umgebenden Luft entspricht.

Ein Samstag mit Routine und Holzarbeiten

Wie fast immer ein Samstag mit einer Vielzahl von Routine-Erledigungen. Aber ich konnte auch meine jüngste kunsthandwerkliche Arbeit abschließen, wieder ein Lebensbaum-Armband, das trotz der bekanntermaßen schwierig zu bearbeitenden Holzart Esskastanie gut gelungen ist. Und dann hatte ich noch die Gelegenheit, mir frisch geschlagenes Holz anzusehen, mit dem Kalkül, es eventuell für meine Manufaktur verwenden zu können. Aber es handelte sich letztlich zwar um die vermutete Weide, nur leider um eine Silberweide, die durchgehend helles, getrocknet fast weißes Holz mitbringt. Für die Manufakturprojekte benötige ich aber Salweide, mit ihrem auch getrocknet noch erkennbar orangenen Grundton. Schade, damit hätte ich nämlich die Vorräte von dieser Art auffüllen können. Es wird noch eine Weile ausreichen, aber um Nachschub muss ich mich dann doch irgendwann auf anderem Wege kümmern.

Einer der längsten Baumarbeitstage dieses Jahres

Dieser heiße und sonnenreiche Sommertag war für mich vom Morgen bis zum Abend mit Baum-Arbeiten ausgefüllt. Wohl einer der intensivsten und längsten Baumarbeitstage dieses bisherigen Jahres. Der Auftakt machte klassische Gartenarbeit, nämlich das Rasenmähen, denn das Gras war wieder kräftig gewachsen, in zwei Wochen wäre es schon fast zu viel für den Akku-Rasenmäher gewesen. Danach habe ich den Efeubewuchs an der Einfahrt und rund um die Grotte erneute zurückgeschnitten. Es hat sich schon in den Vorjahren immer gezeigt, dass das nass-warme Wetter der August das Wachstum des Efeus begünstigt. Deshalb ist im Hochsommer dieses mehrfache Zurückschneide in relativ kurzem Abstand notwendig. Es war aber nicht ganz so umfangreich wie bei letzten Mal, so dass ich das relativ zügig abschließen konnte. Das war auch notwendig, denn auch die Eibenhecke in der Ecke des Gartens und der Kirschlorbeerbusch musste ebenfalls wieder zurückgeschnitten werden. Auch das erledigen wir fast regelmäßig um diese Zeit des Jahres. Da die Zweige des Kirschlorbeers stärker sind und die der Eibe ziemlich elastisch, war diese Arbeit dann nicht ganz so einfach umzusetzen. V. hat mit der Astschere noch etwas nachgeholfen. Das ist bei den dickeren Ästen einfach notwendig, die mit der Heckenschere nicht zu kappen sind. Na ja, das Zusammenkehren des Efeuschnitts und das Rechen des Baumschnitts gehörten dann natürlich auch noch dazu. Die eigentliche Arbeit, die ich für diesen Nachmittag vorgesehen hatte und die dringend an der Zeit war, war dann aber das Sägen meiner Lebensbaum-Holz-Kanteln. Einige Wunschbaum-Kanteln waren auch noch dabei. Ich hatte mir zuvor einen Plan gemacht, nachdem ich die restlichen Vorräte durchgesehen hatte. Tatsächlich waren bei den meisten Lebensbaum-Holzarten nur noch wenige bis gar keine Stäbe mehr vorhanden. So dass die bis 12 gehende Zahl, die auf meinem Arbeitsplan notiert wurde, meist in Richtung der 12 ging, allerdings nicht bei allen Holzarten, und von einigen waren auch noch genug Stäbe da, die ich aktuelle nicht nachliefern musste. Aber ich weiß aus Erfahrung, dass diese Arbeit, die ich nicht so häufig durchführe, mit viel Zeitaufwand verbunden ist. Je nach Holzart und Beschaffenheit bzw. Dimension des Holzabschnitts ist es durchaus zeitintensiv, die Kanteln mit quadratischem Querschnitt mit der Kreissäge herauszuarbeiten und auf die richtige Länge, das sind ca. 22 cm, zu bringen. Anschließen müssen die Kanten noch abgeschliffen und die einzelnen Kanteln beschriftet werden. Wie zu erwartet war, füllte dieses Projekt tatsächlich den ganzen Nachmittag bis zum Abend aus. Ich bin froh, dass ich jetzt wieder einen kompletten Vorrat an allen benötigten Holzarten zur Verfügung und jederzeit griffbereit habe. Am Abend habe ich dann noch die letzten Baumschnittreste in den Grünschnittsack verfrachtet und die Blumen gegossen, die nach zwei Tagen ziemlichen Durst hatten. Aber wie ich sehe, gibt’s heute Abend noch einige Gewitter mit Schauern. Das wird das Gießen noch etwas verstärken und die Blumen können sich bis morgen wieder erholen.

Zaghafte Ansätze zur Reduktion der verbreiteten Missstimmung

An diesem Freitag waren ganz viele Routinearbeiten abzuschließen bzw. überhaupt erst durchzuführen, weil ich die Woche über nicht dazu kam. Immerhin konnte ich mir so ein freies Zeitfenster offen halten für die geplante Ergänzung meines Vorrats an Holzkanteln für die Wunschbaum-Manufaktur. Von verschiedenen Holzarten, die zu den Lebensbäumen des Baumkreises gehören, fehlt mir eine ausreichende Vorratsmenge an Kanteln, die direkt für den ersten Arbeitsschritt, die Herstellung eines dünnen Stabs, geeignet sind. Da ist wieder einiges aufzufüllen, was alle paar Monate notwendig ist. Danach aber sollte ich wieder rundum gut gerüstet sein für die Anfragen und Aufträge, die in diesem Jahr noch kommen. Ich hoffe, dass sich das Projekt dem langjährig gewohnten Umfang wieder annähern wird. Derzeit leidet auch diese Initiative unter der verbreiteten Missstimmung und Depression unter den Menschen. Zuletzt konnte ich allerdings erstmals seit langem wieder kleine Ansätze einer Entspannung und Anzeichen neu entstandenen Muts wahrnehmen, die im letzten Drittel des Jahres eine Veränderung herbeiführen könnten.

Kunsthandwerklicher Flow während der Sommermonate

Die fast durchgängig strahlende Sonne heute hat gutgetan und uns wieder an einen Sommer glauben lassen. Man merkt, wie die Blumen förmlich aufblühen, nach so viel Regen, der für das Blumenwachstum nicht so förderlich ist wie für die Bäume, wenn sie gleichzeitig auch genügend Licht bekommen. So kann es gerne weitergehen. Und hoffentlich damit auch wieder mehr Gelegenheit zur kunsthandwerklichen Tätigkeit. Denn die Arbeit mit verschiedenen Holzarten macht gerade um diese Jahreszeit, wenn ich weitgehend im Freien arbeiten kann, wirklich Spaß. Insofern wäre eine Schwerpunktverlagerung in die Sommermonate wünschenswert. In der Hinsicht bin ich recht zuversichtlich, weil das bewusste Verfolgen und Beobachten der jahreszeitlichen Veränderungen während der Vegetationsperiode vor allem vom Wetter abhängt. Und dann bekommen die Menschen auch wieder mehr Lust und Gelegenheit, sich symbolisch mit den Bäumen zu beschäftigen. Von dort aus bis zu meinen Wunschbaum-Manufaktur-Arbeiten ist dann der Weg nicht mehr weit.

Neue Holzvorräte an Ebereschenholz angelegt

Das Aufsägen und quasi Sezieren von grünem Holz gehört tatsächlich zu meinen liebsten Beschäftigungen. Deshalb war es mir eine große Freude, heute die vorgestern gelieferten Stammabschnitte der Eberesche auf diese Weise weiterzuverarbeiten. Wie ich schon vorher sehen konnte, handelt es sich um erstklassiges Holz, schön gleichmäßig gewachsen und ohne störende Einschlüsse. Vor allem sind die dickeren der Abschnitte so umfangreich gewesen, dass auch nach dem Vierteln des Stamms, dem Teilen durch die Markröhre, noch genügend voluminöse Abschnitte übrig blieben, die ich anschließend an den Schnittkanten in flüssiges Paraffin getaucht habe, um den Trocknungsprozess zu verbessern und das Ausdünsten über die Schnittkanten zu verlangsamen. Auch dieser letzte Arbeitsschritt hat für mich etwas sehr Anregendes, irgendwie Meditatives. Ich bin froh, jetzt meinen Vorrat an Ebereschenabschnitten ordentlich aufgefüllt zu haben. Auch wenn bei der späteren Weiterverarbeitung und dem Sägen in Kantelform noch einiges an Abfall entstehen wird, sollte der Vorrat doch für viele Jahre meinen Bedarf an dieser Holzart abdecken.

Holzvorräte für die kunsthandwerkliche Arbeit

Schade, das neue Holz kam heute noch nicht an, allerdings hatte ich das auch nicht wirklich erwartet. Es wäre einfacher gewesen, die diffizile Arbeit des Aufsägens am Samstag zu erledigen, auch weil dann vor dem Temperaturanstieg der kommenden Woche die Spannung aus den noch grünen Abschnitten herausgenommen worden wäre. So ist das Risiko größer, dass doch einiges an Abfall entsteht, durch unkontrolliert sich ausbreitende Risse. Ich habe dennoch Hoffnung, mit den fünf Abschnitten einen größeren Vorrat an Ebereschenholz vorbereiten zu können, mit dem ich einige Jahre auskomme. Verschiedene andere Baum- bzw. Holzarten werden in diesem Jahr noch folgen. Dann aber sollte ich auf dem Gebiet der Materialvorräte doch wieder gut aufgestellt sein.