Holz des Blauglockenbaums doch nicht für Perlen geeignet

Das Wunschbaum-Armband „Blauglockenbaum“ habe ich heute ganz fertigstellen können und M. zum Probetragen übergeben. Die Perlen sahen nach dem Ölbad ja überraschend strukturiert aus, nachdem das roh geschliffene Holz eher unscheinbar schien. Von den Schwierigkeiten, dieses Holz mit extrem geringer Dichte zu bearbeiten, habe ich ebenfalls berichtet. Eben diese Eigenschaften rächt sich jetzt schon, nach kurzem Probetragen. Denn die so schön rund und glatt geschliffenen Kanten der Perlen sind jetzt schon stark aufgeraut und entsprechend setzten sich Staub und Flusen daran fest, wie das bei rauen Oberflächen eben passiert. Für Holzperlen, die direkt auf der Haut getragen werden, ist das allerdings ein No-Go. Ganz Ähnliches hatte ich vor einigen Jahren mit einem Test-Armband aus Weinreben-Holz feststellen müssen. Auch das war schwer zu bearbeiten, weil es stark porös und zu dem extrem spröde ist, so dass man sich die Werkzeuge daran stumpf macht. Und auch das war trotz wässern und sorgfältigem Glätten hoffnungslos stark aufgeraut. So leid es mir tut, wie beim Weinstock-Holz ist auch das Holz des Blauglockenbaums, jedenfalls in der mir vorliegenden Qualität, nicht geeignet für meine Manufaktur. Ich kann es leider nicht in mein Sortiment aufnehmen, weil das Ergebnis bei noch so sorgfältiger Verarbeitung unberechenbar wäre. Etwas, das ich meinen Armband-Kunden, die bequem tragbare Armbänder aus heimischen Holzarten, die dafür geeignet sind, seit Jahren gewöhnt sind. Und der Tragekomfort und die wahrgenommene Stimmigkeit sind eben sehr wichtig für die Produkte der Wunschbaum-Manufaktur.

Meine Entdeckung des Paulownia-Holzes fürs Kunsthandwerk

Den Versuch mit dem Holz des Blauglockenbaums (Paulownia) habe ich heute gleich umgesetzt und bis zum Nachmittag die Perlen für ein komplettes Wunschbaum-Armband fertiggestellt. Die waren sogar schon im Ölbad und liegen jetzt für einige Tage zum Trocknen aus. Danach kann ich sie einfädeln und das neue Armband im Bild festhalten. Ich werde es dann auch hier zeigen. Das Ölen ist generell der letzte Behandlungsschritt bei allen Perlen aus der Wunschbaum-Manufaktur, aber beim Paulownia-Holz ist entspricht das sogar der Empfehlung, die ich in Artikeln des holzverarbeitenden Handwerks nachträglich gelesen habe. Dort wird nämlich empfohlen, die Oberfläche mit Öl, Wachs oder Lasur zu veredeln, weil die Holzart extrem weich ist. Das kann ich nur bestätigen. Die sehr geringe Dichte und Weichheit waren schon beim Drechseln der Kantel offensichtlich und ausgeprägter, als ich das jemals bei einer Holzart mit geringem Gewicht beobachtet habe. Selbst Pappel, Linde oder Fichte setzen dem Drehstahl mehr Widerstand entgegen. Und beim Abtragen mit Schleifpapier muss man ebenso extrem vorsichtig vorgehen, um die Zieldicke nicht zu unterschreiten, was schneller als bei anderen Holzarten passiert ist. Eine Herausforderung war die Bearbeitung also schon, auch beim letzten Arbeitsschritt, dem manuellen Abrunden der Perlenkanten. Dabei musste ich lernen, viel weniger Druck und weniger Wiederholungen als sonst anzuwenden, weil ansonsten die Kanten zu stark abgerundet worden wären. An diese Eigenschaften muss man sich erst langsam herantasten und dann das richtige Maß für den Krafteinsatz herausfinden. Das Ölen hat neben der imprägnierenden und die Oberfläche stabilisierenden Funktion bei dieser Holzart zudem den positiven Effekt, dass es seine Zeichnung viel markanter hervortreten lässt. Dadurch erhält es auch bei den kleinen Perlen eine durchaus ansehnliche Zeichnung, die das Armband später attraktiver erscheinen lassen wird, als es der Fall ohne das Ölbad gewesen wäre. Ich bin gespannt, ob M. das Armband gerne tragen wird.

Der Blauglockenbaum ist einen Versuch wert

Nachdem ich eine Reihe von Kanteln aus dem Holz des Blauglockenbaums zum Testen erhalten habe, will ich ein Wunschbaum-Armband zu diesem Baum anlegen. Das wird meine Auswahl erweitern, unter der ja auch noch einige andere exotische, nicht heimische Baumarten vertreten sind. Die werden zwar traditionell nicht allzu viel nachgefragt, aber gelegentlich finden sich doch Interessenten, die auf ganz individuelle Weise mit der exotischen Baumart verbunden sind. Mit dem Blauglockenbaum bin ich selbst kaum verbunden, aber ich kennen ihn vom Stadtpark, der auf seinem Rundweg viele weniger bekannte Baumarten versammelt. Und ich fand die Art gerade wegen ihrer auffallend blauen, glockenartigen Blüten auch immer herausragend und spannend. Insofern ist es schon einen Versuch wert, diese neue Baumart mit der Wunschbaum-Manufaktur zu erkunden. Vielleicht kann ich schon morgen mit der Arbeit an einem Musterarmband aus Blauglockenbaum-Holz beginnen. Von außen, wenn ich von der Anmutung der Kanteln ausgehe und mitberücksichtige, dass die Art gerne als Bastelholz verwendet wird, sollten seine Eigenschaften denen der Pappel, vielleicht auch der Linde ähnlich sein. Das werde ich erst beim Bearbeiten, dem Drechseln, Sägen, Bohren, Schleifen und Polieren, später herausfinden. Da ich aber Erfahrung mit der Bearbeitung aller möglichen Holzarten habe, darunter auch viele, die gewöhnlich gar nicht im Handel auftauchen, bin ich zuversichtlich, auch diese neue Art zu Perlen verarbeiten zu können. Und vielleicht wird das Ergebnis trotz des Leichtgewichts und der wenig markanten Zeichnung des Holzes, am Ende ein eindrucksvolles und besonderes sein. So wie z. B. die Perlen aus Pappelholz einen wunderbar seidigen Oberflächenglanz und eine besonders lichte Ausstrahlung mit sich bringen. Ich bin sehr gespannt und werde hier irgendwann sicher auch das Ergebnis im Bild zeigen.

Unwahrscheinliche Zeiten fördern Kreativität

Und die jüngste Handarbeit, konkret das vierte von vier Armbändern, die ich in den letzten Tagen sukzessive hergestellt hatte, konnte ich heute fertigstellen. Am Abend waren alle vier auch schon aus dem Ölbad geholt und können jetzt erst einmal ein paar Tage trocknen. Dann steht dem Einfädeln nichts mehr im Wege. Natürlich wäre es klasse, wenn ich gerade jetzt, in den hochsommerlichsten aller Tage, neue Projekte dieser Art angehen könnte. Bin mal gespannt, ob sich Interesse regt und die Menschen noch an etwas anderes als Urlaub und Hitzeschutz denken können. Generell mag ich solche Tage, z. B. auf dem Höhepunkt des Hochsommers, in der Fastnachtszeit, in der Weihnachtszeit oder der Zeit zwischen den Jahren. Diese Zeiten sind ganz unterschiedlich, haben aber eine unwahrscheinliche Ausstrahlung als Gemeinsamkeit. In unwahrscheinlicher Umgebung sind oft besondere kreative Leistungen möglich. Vielleicht weil sie vom Alltagsdenken abstrahieren und ganz unbefangene Herangehensweisen und Denkansätze dann möglich sind.

Mehr- und Fleißarbeit in der Wunschbaum-Manufaktur

Den Ersatz für den gestern falsch weiterverarbeiteten Stab aus Kastanienholz habe ich heute gleich hergestellt. Natürlich war das ärgerlich und mit einem unverhältnismäßigen Mehraufwand, dem erneuten Einrichten der Maschine u. s. w. verbunden. Aber es war eben auch unvermeidlich, weil ich mit der Arbeit weitermachen wollte und diese Grundlage eben gefehlt hat. Auch dieser zweite Stab war nicht einfacher herzustellen, wegen der bekannten Besonderheiten des Esskastanienholzes. Aber das Ergebnis war letztlich doch sehr zufriedenstellend, sehr exakt und gleichmäßig gearbeitet, was das Wichtigste für das Herstellen der Perlen ist. Und mit den gleich vier Armbändern, die ich gerade in Arbeit habe, bin ich bis zum Abend auch gut vorangekommen. Es fehlt noch das Glätten der Kanten aller kleinen Perlen. Eine Fließarbeit, deren Abschluss aber jetzt schon ganz gut absehbar ist.

Falsche Perlenlänge nach dummer Verwechslung der Maße

Die Fortsetzung der Holzarbeit am Nachmittag hat Spaß gemacht, bei fast unverändert moderat warmem Sommerwetter – und zum ersten Mal für diese Saison überhaupt an meinem Arbeitstisch hinterm Haus. Leider ist mir beim Sägen des ersten Stabs ein Konzentrationsfehler passiert, den ich erst bemerkt hatte, nachdem ich mit dem zweiten Stab beginnen wollte. Ich hatte die Perlenlänge des zweiten auf den ersten Stab angewandt – mit dem Ergebnis, dass die Perlen für dieses Armband zu kurz sind. Ich werde diese sauber gearbeiteten Perlen zwar irgendwann für ein anderes Projekt verwenden können. Aber den Stab und das Sägen der Perlen muss ich tatsächlich wiederholen. Ziemlich viel Mehraufwand, den ich mir lieber erspart hätte. Aber da muss ich jetzt durch -hoffe nur, dass mir ein so ärgerlicher Fehler nicht noch einmal passiert.

Holzlastige Manufaktur ist eine wahre Freude

Nach einigen Wochen war das wieder ein sehr holzlastiger Tag. Allerdings nehme ich die Wunschbaum-Manufaktur selten als Last wahr, es ist um diese Jahreszeit ein wahre Freude, wenn ich mich auf das Material und seine Eigenarten, seine Energie und Ausstrahlung konzentrieren und intensiv damit arbeiten kann. Vor den insgesamt 5 Stäben habe ich heute auch meine Vorräte an Kanteln aus Holunder aufgefüllt. Dafür muss ich immer die Kreissäge hervorholen, um aus größeren getrockneten Abschnitten die Kanteln mit etwa 22 cm Länge herauszusägen. Ich bereite meist so 8-12 von jeder Holzart, die ausgegangen ist, vor. Das reicht eine Weile, bis irgendwann alle verbraucht sind ich wieder für Nachschub sorge. Bei über 40 Holzarten, die ich in ganz unregelmäßiger Verteilung bearbeite, ist auf dem Gebiet eigentlich immer etwas zu tun. Das Drechseln der Stäbe ist dann natürlich die eigentliche Herausforderung. Die Holunder-Stäbe und auch der aus Linde und Eberesche gingen recht problemlos und ziemlich gleichmäßig, ohne viel Korrekturbedarf, von der Hand. Aber der aus Esskastanienholz war wie eigentlich immer, sehr schwierig herzustellen. Ich habe tatsächlich auch zwei Anläufe benötigt, weil der erste, schon zur Hälfte bearbeitete Stab nicht geeignet war. Der hatte genau in der Mitte eine Art Astloch, das den Stab instabil machte und das zudem zu viel Materialverlust bedeutet hätte. Ich musste deshalb eine andere Kantel als Ersatz hervorholen, die dann ganz gut zu verarbeiten war.

Sommerliche Holz-Manufaktur und eine künftige neue Wunschbaum-Art

Es ist recht stimmig und mir gerade sehr willkommen, dass bei dem warmen, aber nicht zu heißen Sommerwetter gleich vier Armband-Symbolformen herzustellen sind. Gerade der erste Arbeitsschritt, das Herstellen der gleichmäßigen Stäbe an der Drechselmaschine, ist bei so schönem Sommerwetter einfach am besten aufgehoben und geht dann wie selbstverständlich von der Hand. Wohl weil das Holz dann seine Nähe zum Sonnenlicht ausspielen kann und sich diese Nähe auf die Bearbeitung überträgt. Insofern freue ich mich besonders auf diesen ersten Arbeitsschritt, danach kann ich zum ersten Mal für diese Saison meinen Arbeitstisch hinterm Haus aufbauen. Beim letzten Mal war mir das Wetter noch zu unstet, weshalb ich den Kelleratelierarbeitsplatz noch vorgezogen hatte. Aber bei richtigem Sommerwetter lässt sich die langwierige Feinarbeit auch sehr schön im Freien durchspielen, bis zum späten Abend. Beim Besuch heute Vormittag beim Bienenhaus, wo ich V. beim Entnehmen schwer mit frischem Honig gefüllter Waben behilflich war, sind wir u. a. beim Míspel-Baum stehen geblieben, der gerade im Sommer in seiner urig-verdrehten Wuchsform besonders atmosphärisch wirkt. Und ich habe daran erinnert, dass ich schon einmal auf ein Armband aus Mispel-Holz angesprochen wurde, ich aber dem Wunsch nicht entsprechen konnte, weil ich eben von dieser Art kein verwertbares Holz vorrätig habe. Dabei ist dann der Plan entstanden, von unserem sehr verzweigten Baum doch einige tief liegende Äste zu entnehmen. Den Baum insgesamt und auch die wesentliche Grundform seiner niedrigen Krone wird das nicht sehr stören. Und ich habe aber die Chance, einige Kanteln Mispel-Holz zu gewinnen, aus denen ich 1-2 Jahre später, nach dem Trocknen das erste Wunschbaum-Armband aus Mispelholz werde herstellen können. Mal sehen, vielleicht können wir diesen gezielten Rückschnitt des Mispel-Baums noch in diesem Sommer durchführen. Vielleicht aber auch erste, nachdem die Früchte abgeerntet wurden, im Spätherbst oder Winter.

Stimmige Arbeit mit lichtgesättigten Holzarten

Aus dem Mähe der Wiese ist heute nichts mehr geworden. Dazu waren die Vortage zu nass und das Gras noch zu feucht. Aber so konnte ich mich auch mit größerer Ruhe dem Abschluss der Manufakturarbeit widmen. Am Nachmittag hatte ich die beiden Armbänder in sehr guter Qualität fertiggestellt. Oder fast fertiggestellt, denn das Ölbad und anschließende Auslegen zum Trocknen fehlen ja noch. Aber mit diesen beiden Holzarten, Holunder und Zypresse, hatte ich einen sehr schönen energetisch stimmigen Start in den kunsthandwerklichen Sommer. Beide stehen in besonderer Weise für das Sonnenlicht und strahlen mit ihrer zitronigen Helle und lichtgesättigten Anmutung etwas extrem an den Sommer Erinnerndes aus.

Präsentative Formen zur Wirkung bringen

Die Aufträge für Lebensbaum- und Wunschbaum-Armbänder kamen wieder genau zum richtigen Zeitpunkt. Nämlich so, dass ich die Arbeiten voraussichtlich bis zum Wochenende fertigstellen kann. Das Drechseln, Sägen und Bohren ging bei den beiden Holzarten – Holunder und Zypresse – heute sehr gut von der Hand. Keine besonderen Pannen, Fehler oder Verzögerungen. Und von der geradezu erholsamen Wirkung der handwerklichen Arbeit abgesehen, trägt diese intensive Holzarbeit immer auch meditativen Charakter, ist wie ein stiller Dialog mit dem Baum, von dem das Holz stammt. Ich denke und hoffe auch, dass sich dieser Austausch letztlich positiv auf das Ergebnis auswirkt, dass sie in der Form des Armbandes konserviert bleibt und nachwirkt. Vor allem auf den Träger des Armbandes und sein oder ihr eigenes Verhältnis zu den Bäumen, ihrer Energie, Symbolik und Ästhetik. Es ist schön, diese Form präsentativer Kommunikation immer wieder praktizieren zu können und zur Wirkung zu bringen.

Lebenssymbolische Spiegelung und die Wunschbaum-Manufaktur

Ich freue mich, auch an diesem Wochenende eine kunsthandwerkliche Arbeit abschließen zu können. Die aufwändigeren Arbeitsschritte für die beiden jüngsten Armbänder, ein Lebensbaum-Armband und ein Wunschbaum-Armband, konnte ich heute schon realisieren, bei sehr angenehm warmem und sonnigem Wetter, was der Arbeit an der Maschine im Außenbereich entgegenkommt. So wie die Holzarbeit generell einfach schöner ist, wenn wir um uns herum Frühling oder Sommer erleben. Da macht sich eben die Nähe des Materials, seine Herkunft von den Bäumen her bemerkbar, die eben auch vom Licht leben und in eben diesen Jahreszeiten ihre Vitalität nach außen tragen. Es ist schön, wenn sich diese Dispositionen so stimmig in der Arbeit an den lebenssymbolischen Formen widerspiegeln.

Engagement zwischen Flieder und Buchs

Meine produktiven Vorhaben fürs Wochenende konnte ich an diesem Samstag umsetzen. Bei einem ziemlich dichten Arbeitsprogramm. Aber das Musterarmband aus dem Holz des Flieders ist jetzt fertiggestellt. Und die Fortsetzung meiner Kuchenbackphase war am Nachmittag auch erfolgreich. Die gekauften Buchsbaumzweige für den Besuch der Palmsonntagsmesse morgen vorzubereiten, hat noch am morgigen Vormittag Zeit. Ich hoffe, wir können wie gewohnt diese Tradition wahren und gesegnete Buchszweige mit nach Hause zurückbringen. Ansonsten würde etwas fehlen. Dass die Zweige nicht vom eigenen Buchsbaum stammen, ist dagegen nicht so wichtig. Auch das hatte zwar Jahrzehnte Tradition. Aber früher war auch keine Rede vom Buchsbaumzünsler, so dass wir diese Sorgen in früheren Jahren niemals hatten.

Neues Wunschbaum-Armband aus Fliederholz vorbereitet

Es hat nun lange zum Trocknen bereitgelegen, das Holz des Flieders, das ich schon vor über einem Jahr zu einigen Kanteln mit 15 x 15 mm Querschnitt weiterverarbeitet hatte. Das ist das Maß für die Holzstab-Rohlinge, auf die ich zur Herstellung der Wunschbaum-Armbänder zurückgreife. So schmal gesägt hat es gute Aussichten, innerhalb von 12 Monaten wirklich abzutrocknen, so dass es während der Verarbeitung zu kleinen Perlen nicht mehr verzieht oder sich sonstwie unberechenbar verändert. Die größeren Abschnitte mit gewachsten Hirnholzenden hatte ich vor einigen Tagen zum weiteren Trocknen meinem Lager unterschiedlichster Holzarten hinzugefügt, die ich im Rahmen der Wunschbaum-Manufaktur verwende. Dieses Flieder-Holz ist wirklich hervorragend fürs Drechseln geeignet: dicht, sehr schwer, gleichmäßig gewachsen und ohne Astknoten. Das sind zusammen genommen sehr gute Voraussetzungen. Die beiden Stäbe für das Muster-Armband sind jedenfalls gut gelungen. Nun hoffe ich, dass auch die filigranere Arbeit mit und an den Perlen ebenso gut von der Hand geht. Vor allem bin ich auf das Ergebnis gespannt, das lebendig und eindrucksvoll zu werden verspricht.

Aufwändige Bearbeitung mit Feigenbaumholz

Die Arbeit an dem Feigenbaum-Stab hat sich heute Nachmittag als ungewöhnlich aufwändig erwiesen. Das lag allerdings nicht an der Bearbeitung selbst, sondern an der Materialgrundlage. Feigenbaumholz ist ja ohnehin immer schon eine größere Herausforderung gewesen, weil das Holz in guter und für meine Zwecke geeigneter Qualität ein ganz schnelles Verarbeiten des gefällten Stamm- oder Lastabschnitts erfordert. Nur ein paar Tage zu lang gewartet – und das Holz ist nicht mehr zu retten, weil es vermutlich schon von einem Pilz zerstört wurde oder ungünstig durch Trockenschwund zerrissen ist o. ä. Das ist eben der Grund, warum das Zusammentragen und Bevorraten von gutem Feigenbaumholz mich schon immer vor größere Aufgaben stellt. Jedenfalls sind die besten Abschnitte inzwischen Mangelware, so dass ich zu problematischeren übergehen muss. Zwei von diesen problematischen habe ich für das heutige Projekt erwischt – und bin gleich gescheitert. Denn der erste hat sich als innerlich instabil gezeigt, so dass er nicht gleichmäßig auf die gewünschte Dicke gebracht werden konnte. Und der zweite war im Inneren von der fetten Markröhre durchzogen, die bei den Feigenbäumen ja bekanntlich aus weichem, weißem Mark besteht. Das ist ein No-Go, weil es den Stab stellenweise durchlöchert und am Ende keine durchgängig geschlossene Oberfläche übrig bleibt. Erst bei der dritten Kantel war ein sauberes Arbeiten mit einem stabilen Ergebnis möglich. Für die kommenden Aufträge mit Feigenbaumholz muss ich eine sorgfältigere Auswahl treffen. Und natürlich werde ich solche Kanteln, die nach Markröhre aussehen, konsequent aussortieren. Zudem ist es wieder an Zeit, auf die Suche nach wirklich hochwertigem Material zu gehen, um für die Zukunft wieder besser aufgestellt zu sein.

Den Winter in seinen typischen jahreszeitlichen Ausrichtungen wahrnehmen

Mit dem neuen Jahr haben wir nun wirklich Winter. Die Temperaturen werden länger unter dem Gefrierpunkt liegen. Leider ist es gleichzeitig auch wenig sonnig. Daran muss ich mich erst wieder gewöhnen. Und auch die Kälte bleibt nicht ganz spurlos, wie ich am Nachmittag bei der handwerklichen Arbeit in der Außenwerkstatt gemerkt habe. Eine ähnliche Aktion wird morgen folgen. Aber dann habe ich die Grundlage für den ersten Manufakturauftrag dieses Jahres gelegt, den ich in den nächsten Wochen weiterbearbeiten kann. Eigentlich schön, diese überwiegend im Warmen ausführbare konzentriert Arbeit mit verschiedenen Hölzern und Symbolformen. Das hat etwas sehr Inniges und auf das Thema Bezogenes, das für mich inzwischen zum Winter und der Wahrnehmung des Winters und seiner typischen jahreszeitlichen Ausrichtung gehört. Und mit dem Bearbeiten der letzten Fotos aus meiner diesjährigen Weihnachtsreihe habe ich das Thema Weihnachten noch einmal aufgegriffen. Noch einmal mit dem Fokus auf den Weihnachtspflanzen, speziell des Weihnachtssterns, den ich beim spätabendlichen Shooting gestern Abend wiederum auf roten Textiluntergrund vor den Lichtern des Weihnachtsbaums positioniert und in verschiedenen technischen Konstellationen ins Bild gesetzt habe.

Das vermittelte Verhältnis zu den Bäumen und ihrer Energie im Winter

Draußen werde ich für mein kunsthandwerkliche Arbeit wohl in diesem Jahr nicht mehr sitzen können. Tatsächlich habe ich meinen Arbeitsplatz auch schon vor 10 Tagen in das Kelleratelier verlegt, als es während der letzten Auftragsarbeit unaufhörlich geregnet hat. Bei den gleichzeitig empfindlich kühlen Temperaturen war es eigentlich nicht mehr möglich, Stunden im Freien zu sitzen. Und es wurde auch schon zu früh dunkel. Für die ganze lang Wintersaison wird die Holzarbeit deshalb im Keller stattfinden, zumindest alles außer dem ersten Arbeitsschritt, der notwendigerweise wegen der Maschine in der Außenwerkstatt ausgeführt werden muss. Aber dieses intime Arbeiten bei künstlicher Beleuchtung und gewissermaßen isoliert hat schon einen gewissen Reiz, der den Schwerpunkt dieser Arbeit mehr nach Innen verlagert. Man kann dann ganz nah bei den Hölzern, ihrer energetischen Ausstrahlung und materialhaften Präsenz sein und ein sehr persönliches Verhältnis zu den Baumwesen knüpfen, dann eben vermittelt über ihre Relikte, in Form des getrockneten Baumholzes. Aber darin sind wie konserviert viele Eigenschaften der jeweiligen Baumart enthalten und werden somit Gegenstand der Reflexion, die in die Verarbeitung des Holzrohlings zu Armbandperlen einfließt und ohne die diese Art von Natursymbol-Form eigentlich nicht möglich wäre.

Holzarten, Vorräte und Holzarbeitskalküle

Jetzt habe ich auch mal die am Wochenende zurechtgesägten Kanteln in meine Vorratsschachteln verstaut. Einmal in die mit den Kanteln der Lebensbaum-Hölzer und einmal in die mit den Wunschbaum-Hölzern. Den größeren Teil der zuletzt noch übriggebliebenen Ebereschen-Abschnitte habe ich aussortiert, da die nicht mehr die beste Qualität hatten, zu viele Astknoten, zu viele Einschlüsse, die bei der späteren Verarbeitung unruhige und unregelmäßige Oberflächen ergeben. Die konnte ich durch frisches Material ersetzen, das in dem schmal gesägten Kantelformat auch bald vollständig durchgetrocknet sein sollte. Die Abschnitte hatte ich im Frühjahr erhalten und dann gleich in geviertelte Abschnitte gesägt, um die Spannung herauszunehmen, und natürlich gewachst. Über den Sommer konnte das noch weiter antrocknen. Erfahrungsgemäß beschleunigt sich der Trocknungsprozess, sobald die Stärke der Abschnitte das Kantelformat erreicht hat. Gut, jetzt dürfte ich für alle wichtigen, weil häufiger nachgefragten Holzarten wieder gut bevorratet sein. Außerdem habe ich mit dem Flieder eine neue Art hinzubekommen. Ich freue mich schon darauf, daraus ein Muster-Armband herzustellen und dann das Repertoire der Wunschbaum-Armbänder um eine neue Art zu erweitern.

Ein annähernd ruhiger Sonntag

Gut, dass zuletzt wenigstens die Sonntage echte Ruhetage waren, zumindest annähernd. So auch dieser Sonntag, der auf eine extrem arbeitsreiche Woche folgte. Ich freue mich über die Gelegenheit zu selten gewordener Lektüre, und über die Möglichkeit, ein paar weniger häufige Dinge anzudenken und zu verfolgen. Dazu gehören aber auch Routinearbeiten wie das Ölen und Trocknen der gerade fertiggestellten Armbandperlen, deren letzte Bearbeitung erst am Vormittag abgeschlossen werden konnte. Und allerlei Reflexion über die bisherige Entwicklung dieser Manufakturarbeit, die von Zeit zu Zeit mitlaufend, parallel zur Arbeit selbst, notwendig und hilfreich ist, will das Projekt in eine zeitgemäße und kreative Zukunft geführt werden. Und da war noch dieses Datum, das mir heute in den Sinn gekommen ist: Der Tag der Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche. Nur ist der nach keltischem Baumkalender erst am 23. September, übermorgen. Da hatte ich mich vertan, wohl von der sonst so starken Symbolik der Einundzwanzig dazu verführt.

Beim Sägen mehr über die verschiedenen Holzarten gelernt

Gesägt habe ich länger nicht mehr. Aber heute war es wieder so weit. Eigentlich, weil es eine Anfrage zu einem Armband aus Kirschbaumholz gab und ich keine Kantel aus Kirschbaum vorrätig hatte. Aber neben den Kirschbaumkanteln habe ich die Gelegenheit genutzt und endlich die über den Sommer gut angetrockneten Abschnitte der Eberesche, des Flieders und einige kleinere Abschnitte des Goldregens mit der Kreissäge begradigt. Die größeren Abschnitte kommen jetzt zu den Vorratsplätzen der übrigen Arten, und von der Eberesche und dem Flieder habe ich gleich noch fertige Kanteln gesägt. Die letzten alten Vorräte bei der Eberesche sind nämlich gerade dabei, zuneige zu gehen. Und der Flieder ist noch nicht in meiner Auswahl enthalten. Die vorbereiteten Kanteln werden dazu dienen, ein Musterarmband zu erstellen. Ich kann mir vorstellen, dass das sehr dekorativ wird. Das Holz sieht so schon mal sehr interessant aus – und riecht zudem toll. Das ist beim Sägen immer sehr eindrücklich, wenn der feine Staub in der Luft schwebt und in dem Fall auch den Duft der enthaltenen ätherischen Öle verströmt. Gut, dass ich von dieser Art einige sehr schöne Abschnitte zur Verfügung habe.

Kreative Spannung vs. Verpflichtungsanmutung

Eine Holz-Arbeit hat am Nachmittag sich stimmig zum Spätsommerwetter erster Klasse ergänzt. Bei solcher noch moderater Wärme und angenehmer Helligkeit ist die Arbeit mit verschiedenen Lebensbaum-Holzarten eine tolle Sache, vor allem wenn ich sie zwischen die kommunikativen Aufgaben einschieben kann. Dieser Wechsel auch während der Woche und zu allen Jahreszeiten, ist für mich ein Punkt, der mit ausgeglichener Lebensqualität zu tun hat. Und diese Gleichgewichtsthematik begleitet mich schon viele Jahre, ist selbst, wie die Bäume, so ein durchgängiges Lebensthema. Zum Gleichgewicht bei der aktuellen Manufakturarbeit gehört auch, dass es sich mit vier Armbändern für vier Personen einer Familie noch in einem spannenden Rahmen bewegt. Die ursprüngliche Anfrage, die auf die doppelte Zahl abzielte, wäre dann schon wieder überdimensioniert gewesen und mit der Gefahr verbunden, dass etwas eigentlich Spannendes in eine eher belastende Verpflichtung umschlägt. Mir scheint, es ist wichtig, Zugang zu zumindest einem Ausweichterrain oder Tätigkeitsfeld zu haben, bei dem diese Verpflichtungsanmutung nicht so schnell entstehen kann.

Ein Wochenendprogramm einmal mit nicht ganz so viel Baumthema

Ein wieder einmal sehr arbeitsintensiver letzter Wochentag, und ich freue mich wie selten zuvor auf das Wochenende, das zumindest ein wenig mehr Freiraum verspricht. Ein wenig mehr, will ich sagen, denn die Aufgabenliste bleibt lang. Leider seht gerade keine Symbolarbeit mit den Bäumen und auch keine kunsthandwerkliche Arbeit mit dem Holz der Bäume auf dem Wochenendprogramm, was eher selten ist. Aber es ist natürlich nicht ausgeschlossen, dass wir uns in der einen oder anderen Art mit den Ergebnissen der jüngsten Baumobsternten beschäftigen. Vielleicht startet V. ja mit dem Kochen der Maulbeermarmelade oder wir treffen schon einmal Vorbereitungen für die nächsten Obstbaumernteaktionen, z. B. bei den Mirabellen.

Das individuelle Verhältnis zu bestimmten Baumarten

Es war zuletzt eine spannende Gelegenheit, einigen exotischen oder zumindest weniger häufig nachgefragten Holzarten in der kunsthandwerklichen Arbeit zu begegnen. Diese Gelegenheiten gehen natürlich immer von den Interessenten und bei der Wunschbaum-Manufaktur Anfragenden aus und haben ganz individuelle und immer wieder überraschende Hintergründe und Erklärungen. Das bringt mich gedanklich immer wieder in Tuchfühlung mit der Symbolik, Energie und Ästhetik bestimmter Baumarten, die mir zwar bekannt sind, die ich aber eher selten bearbeite. Das waren zuletzt der Weißdorn, der Ginkgo und der Holunder. Alle drei Bäume mit hellem, Licht abstrahlendem Holz, denen schon in ihrer Ausstrahlung etwas Lichtes innerwohnt. Es ist schön, wenn ich die fertigen Arbeiten dann auf den Weg zu ihren Empfängern schicken kann. Und ich stelle mir dann immer vor, wie die spezielle Baumart eine Rolle im Leben dieses Empfängers spielt und wie das ein Stück weit die Wahrnehmung und Lebenserfahrung bereichert. Manchmal erhalte ich auch Rückmeldungen, die darüber Aufschluss geben. Die sind dann im Vergleich zu meinem eigenen Verhältnis zu der jeweiligen Baumart interessant zu reflektieren.

Gleichgewichtstage

Das war doch mal ein Einundzwanzigster, der tatsächlich etwas Aufbauendes, zumindest etwas Herausragendes hatte. Nicht nur wegen des anhaltend tollen Sommerwetters. Es war auch so ein Tag, an dem sich Ruhigsein, Konzentration und ein dichter Aufgabenplan in verschiedenen Tätigkeitsbereichen nicht ausschlossen. Das ist für mich dann immer wohltuend und aufbauend, weil es meiner Idealvorstellung von Gleichgewicht im Alltag so wunderbar entspricht. Das ist eigentlich die Umsetzung dieser Vorstellung. Eine Umsetzung, die an solchen Tagen, die nicht zwingend Einundzwanzigste sein müssen, gelingen kann. Den größeren Teil meiner aktuellen Wunschbaum-Armbänder habe ich heute abschließen können, ein weiteres Projekt wird nächste -Woche folgen. Und danach ist es mir immerhin noch gelungen, das lange aufgeschobene Vorhaben mit der Bekämpfung des Buchsbaumzünslers endlich anzugehen. Weil man ja tatsächlich nicht wissen kann, wann die Raupen wieder zuschlagen und der schon totgesagte Buchsbaum gerade doch wieder frische Blatttriebe, zwar noch sehr überschaubar, bekommen hat, war das Spritzen mit dem für den Buchsbaumzünsler schädlichen Bakterium kein Luxus. Ich werde die Aktion nur noch einige Male wiederholen müssen, um eine Katastrophe wie im letzten Jahr zuverlässig zu verhindern.

Im sommerlichen Kontakt zu spannenden Holzarten

Nach einem schon ziemlich mit zahlreichen ganz anderen Aufgaben angefüllten Arbeitstag hätte ich nicht gedacht, ab dem späten Nachmittag noch mit so verschiedenen Holzarten in Berührung zu kommen. Bei diesem ersten Arbeitsschritt für die Herstellung unterschiedlicher Wunschbaum-Armbänder waren folgende z. T. recht exotische Holz- und Baumarten beteiligt: Holunder, Haselstrauch, Hainbuche, Ginkgo und sogar Weißdorn. Von letzterem habe ich nur noch wenige Abschnitte auf Vorrat, ein Anlass, neues Material zu besorgen. Es hat mich aber einfach gefreut, um diese Jahreszeit, in der wir den längsten Tagen des Sommers entgegen gehen, bei Sonne und Wärme zugleich, diese spannenden Hölzer bearbeiten und mit der Energie ihrer Bäume in Kontakt treten zu können. Und natürlich geht diese Arbeit in verfeinerter und detaillierterer Form in den nächsten Tagen weiter. Darauf freue ich mich, zumal das Wetter konstant zu bleiben verspricht.

Der nötige Freiraum

Der Einundzwanzigste hatte einige fortschrittliche Elemente, war aber auch von Aufregung und emotionalen Ausgleichsversuchen geprägt. Eine aufregende Mischung aus vielem, was das Leben aktuell so turbulent und unruhig gestaltet. Da kommt der Naturbezug, überhaupt die Bewegung in und in Richtung der Natur einfach zu kurz. Ich schätze, im Hochsommer ist da einiges nachzuholen, vielleicht wieder in Form von mehr und ausgedehnteren Spaziergängen und Landschaftserkundungen. Vielleicht auch wieder mit mehr kreativer Arbeit mit Holz und dem Baumthema. Dinge, die weiterentwickelt werden können, wenn der nötige Freiraum dafür eingerichtet werden kann. Ich hoffe, das wird gelingen.

Spannendes Rendez-vous

Ein spannendes Rendez-vous war das heute mit der Eberesche und der Eibe. Zwei Bäume, mit denen mich auch biografisch einiges verbindet. Vor allem mit der Eibe, einem meiner beiden Lebensbäume. In Kombination ist das natürlich klasse, die späteren Träger der Partner-Armbänder sind zu beneiden. Und sicherlich auch ganz besondere Menschen, die eine interessante Charakterpartnerschaft eingegangen sind. So fiel es mir auch nicht schwer, die kunsthandwerkliche Arbeit bis in den späten Abend hinein auszudehnen. Auch weil es galt, einen wichtigen Arbeitsschritt vollständig abzuschließen. So kann ich die Armbänder an diesem Wochenende fertigstellen.

Kunsthandwerkliches Erholungspotenzial

Die kunsthandwerkliche Arbeit heute Nachmittag hat nach Wochen permanenter Projektarbeit und umfangreichen technischen Aufgaben wirklich Spaß gemacht. Ein echter Ausgleich, der den Kopf freimacht, weil er eine ganz andere Art von Aufmerksamkeit und Denken mit sich bringt. Zwar waren die heute bearbeiteten Hölzer nicht gerade einfach und haben einige Widerstände produziert. Aber letztlich konnte ich die aktuell benötigten Stäbe in guter Qualität herstellen. Eine gute Grundlage für die weiteren Arbeitsschritte zur Produktion der Lebensbaum- und Partner-Armbänder. Auch dass es zwar am Nachmittag schön hell, aber nicht zu warm war, hatte gewisses Erholungspotenzial.

Leicht wehmütige Ursprungsanmutung

Inzwischen ist der ganze vordere Abschnitt unseres gewaltigen Wintervorrats an Brennholz aufgebraucht. Jetzt geht’s an das hintere Reservoir, das vor Jahren, als wir mit dem Heizen über den Holzbrandofen angefangen haben, dem üblichen Vorrat entsprach. Später haben wir das Volumen erheblich ausgeweitet, auch um über 3-4 Wintermonate Heizkosten der Zentralheizung zu sparen. Vielleicht kommt mir diese Erweiterung des Vorrats in den letzten 10 Jahren vor allem deshalb in den Sinn, weil wir eben davorstehen, zum vorläufig letzten Mal überhaupt eine solche Menge Brennholz zu verbrauchen. Es ist, wie wenn wir zu der Größenordnung und Anmutung des Holzvorrats in der Anfangszeit unseres Ofens zurückkehren. Da liegt es nahe, diese wenigen Wochen noch sehr bewusst zu beobachten und mitzuverfolgen. Nicht nur wegen der Wärme, die von den Nadelholzabschnitten auf jeden Fall ausgeht. Auch wegen der ganzen Aktivitäten rundherum. Dem Schlagen, Sägen oder Spalten und dem Aufstapeln und Transportieren. Ich schätze, das wird mir wie V. nicht minder fehlen. Auch wenn ich über die handwerkliche Arbeit mit Holz auch weiterhin noch Gelegenheit haben werde, Holz zu verarbeiten und zu zerkleinern.

Brennholz und die Tuchfühlung mit verschiedenen Baumarten

Jetzt hat V. doch noch eine Möglichkeit herausgefunden, die nicht mehr benötigten, aber mit Futterlösung gefüllten Honigwaben quasi thermisch zu verwerten. So tragen sie am Ende noch ein wenig zum Heizen bei. Ganz gut, denn unser Brennholzvorrat geht ja dem Ende entgegen. Ich hoffe nur, das wird dann relativ nahtlos mit dem Ende des Winters zusammenfallen. Denn aktuell genießen wir bei diesem nassen und lichtarmen Wetter sehr die Holzofenwärme. Es wäre ein Jammer, wenn wir für eine lange Übergangszeit doch noch auf die Zentralheizung umschalten müssten. Mit dem Brennholz geht natürlich künftig auch ein Stück weit der Kontakt zum selbst geschlagenen Holz verloren, im Zuge dessen ich immer wieder auch schöne Abschnitte für meine Manufakturprojekte abzweigen konnte. Die Möglichkeit gibt’s zukünftig nicht mehr. Dann werde ich nur noch irgendwo eingekauftes oder von privat organisiertes Material bestimmter Baumarten verarbeiten. Das ist natürlich immer noch notwendig, wenn mir jederzeit alle Holzarten, die ich für die Armbänder benötige auch in guter Qualität bevorraten und im Bedarfsfall bereit haben will. Im Frühjahr werde ich auf der Schiene gleich wieder weitermachen. Denn da sind einige angetrocknete Abschnitte der Eberesche und auch noch einige kleine Abschnitte vom Goldregen, die ich mir im letzten Jahr privat besorgt habe und die jetzt ein erstes Begradigen benötigen. In einem Jahr werde ich das Material dann auch wirklich nutzen können, denn so lange wird es dauern, bis der Feuchtigkeitsgehalt dem der umgebenden Luft entspricht.

Ein Samstag mit Routine und Holzarbeiten

Wie fast immer ein Samstag mit einer Vielzahl von Routine-Erledigungen. Aber ich konnte auch meine jüngste kunsthandwerkliche Arbeit abschließen, wieder ein Lebensbaum-Armband, das trotz der bekanntermaßen schwierig zu bearbeitenden Holzart Esskastanie gut gelungen ist. Und dann hatte ich noch die Gelegenheit, mir frisch geschlagenes Holz anzusehen, mit dem Kalkül, es eventuell für meine Manufaktur verwenden zu können. Aber es handelte sich letztlich zwar um die vermutete Weide, nur leider um eine Silberweide, die durchgehend helles, getrocknet fast weißes Holz mitbringt. Für die Manufakturprojekte benötige ich aber Salweide, mit ihrem auch getrocknet noch erkennbar orangenen Grundton. Schade, damit hätte ich nämlich die Vorräte von dieser Art auffüllen können. Es wird noch eine Weile ausreichen, aber um Nachschub muss ich mich dann doch irgendwann auf anderem Wege kümmern.

Mit Aufgaben kongruentes Wetter

Es ist interessant, dass das Wetter sich meist mit meinen Manufakturaufgaben kongruent zeigt. Aktuell wechseln sich ja regelmäßig schöne mit trüben Tagen ab. Aber der sonnenreiche und zudem nach Tagen empfindlicher Kälte jetzt wieder angenehm warme Tag fiel auf meine heute anstehende Außenarbeit mit dem ersten Arbeitsschritt zum Herstellen eines Vater, Mutter & Kind Armband-Sets. Das ist natürlich klasse, weil gerade diese Drechselarbeit bei warmem Wetter und Sonnenschein viel mehr Freude macht. Für die restlichen Arbeitsschritte muss ich zu der Jahreszeit zwar schon ins Kelleratelier ziehen und bei künstlicher Beleuchtung arbeiten. Aber das hat eher mit dem frühen Dunkelwerden und eben mit der Unberechenbarkeit der Witterung zu tun. Bei Düsternis und Kälte mehrere Stunden im Freien zu sitzen, ist im Oktober in der Regel nicht mehr machbar. Jetzt freue ich mich, in der kommenden Woche die Arbeit an dem Familienarmband-Set fortzuführen.