Holz und Wärme

Der Schornsteinfeger stand heute schon wieder vor der Tür, nachdem er vor drei Wochen bereits vorbeigeschaut und ich ihn wieder weggeschickt hatte. Beim letzten Besuch hätte das Kehren tatsächlich gar keinen Sinn gemacht, da es nur um den Holzofenkamin ging und der Holzofen zum damaligen Zeitpunkt überhaupt noch nicht in Gebrauch war für diesen Winter. Jetzt gab es zumindest den Ansatz eines Grundes zum Kehren, auch wenn nach drei bis vier Wochen Holzofenbetrieb nicht allzu viel Ruß entstanden sein konnte. Immerhin den Vorteil hat das Fichtenholz, das wir ja doch überwiegend verfeuern: Der Ofen ist meist unter ordentlicher Hitze und Feuer, so dass er vernünftig abzieht, da kann sich nicht so viel festsetzen. Warum uns die Ofenwärme so gut tut, hat M. am Wochenende noch einmal im Vergleich für sich bestätigen können. Bei einer Freundin brannte eine Kaminattrappe, die optisch täuschend realistische Flammen zeigte, aber eben keine Wärme. Es ist aber die besondere Strahlungswärme des Ofens, der diese energetische Ausstrahlung hat und einen damit von außen einhüllt. Das ist etwas ganz anderes als das Umwälzen von warmer Luft, wie es der Standardheizkörper hervorruft. Eine Bereicherung, die wir wieder einmal dem Holz der Bäume zu verdanken haben. Wie Holz überhaupt auch in anderen Lebensbereichen und Anwendungsformen für Wärmespeicherung und Wärmeausstrahlung steht und so auf uns wirkt.

Vorfrühlingsarbeiten

Von der neu eingesetzten Kälte abgesehen freue ich mich auf die handwerkliche Arbeit des Wochenendes. Jedenfalls hoffe ich, den ersten Arbeitsschritt für die beiden aktuellen Projekte morgen abschließen zu können. Für das Übrige geht’s dann wieder ins Warme, immer noch im Kelleratelier, und das wohl noch bis Mai, wenn die Außentemperatur so stabil ist, dass ich den Arbeitsplatz in den Garten verlegen kann. Gut aber, dass auch die Vorfrühlingszeit schon Gelegenheit gibt, die Arbeit der Wunschbaum-Manufaktur fortzusetzen und weiterzuentwickeln. Esche, Weide und Ulme, eine recht gemischte Auswahl, die mich bei der Ulme wieder vor die bekannte Herausforderung stellt. Mal sehen, wie flüssig es sich diesmal gestaltet.

Ein sich selbst entwickelndes Thema

Mit der Ofenwärme sind wir während dieser zwar nicht mehr so kalten, aber wolkenbehangenen und nassen Tag, sehr froh. Von mir aus kann das noch eine Weile so weitergehen, es sei denn der Frühling erscheint in einer stabilen, warmen und lichtreichen Verfassung und bleibt dann auch. Ich merke, dass die Baumthemen in den Gesprächen wieder einen breiteren Raum einnehmen. In Bezug auf meine älteren Holz- und Baumskulpturen, in Bezug auf Möbel, Brennholz und oft auch auf bestimmte Baumarten, ihr Holz, ihre Eigenschaften, die in so vielen Lebensbereichen alltäglich eine Rolle spielen und nicht zufällig als Bezugspunkt und symbolisches Beispiel für Wärme, Lebendigkeit und Ursprünglichkeit dienen. Das Thema bietet bei diesen Erlebnissen immer wieder von Neuem Anlass, sich selbst weiterzuentwickeln und seine Relevanz im Menschenleben zu entfalten.

Strukturen im Winterlicht

Die wundervolle Helligkeit haben heute viele genossen. Das konnte ich auf meinem Lieblingswanderweg am Fluss entlang beobachten. Dabei war es sicher hilfreich, dass wir uns seit Tagen auf das Licht einstimmen und die Stimmung darin aufhellen konnten. Sich dann bei solchem Wetter, zwar kalt und windig, aber extrem sonnenreich, draußen in der Landschaft bewegen zu können, ist ein Gewinn für das Wochenende. Wenn es irgendwie möglich ist, will ich die Gelegenheit in kleinerem Umfang auch noch Anfang kommender Woche nutzen. Wie immer um diese Zeit des Spätwinters finde ich es besonders spannend, die ersten Wachstumsregungen bei den Bäumen festzuhalten, hier die neuen, sich farblich deutlich absetzenden Jungtriebe der Kopfweiden und die Kätzchen der Erlen neben den noch vom Vorjahr übrig gebliebenen geöffneten Zapfen. Und dann sind die Oberflächen der Baumrinden, hier von einer Wildkirsche, und verschiedene Strukturen bearbeiteter Hölzer bei diesem Licht interessant, z. B. bei den noch vom Herbst liegen gebliebenen Stämmen, deren Schnittflächen sie als Brennholzlose kennzeichnen und die schon leicht von Pilzen befallen sind. Oder bei den Stapeln ebenfalls schon aufgequollener und von Pilzen heimgesuchten Sperrholzplatten, die auf der naheliegenden Baustelle aufgestapelt liegen. Gerade solche Strukturen zählen zu den reizvollsten.

Weidenruten
Erlenblüte
Kirschbaumrinde
Brennholzlos I
Brennholzlos II
Verwitterte Sperrholzschichten

Die im Licht wieder zum Leben erwachen

An der Sonne und dem zum Teil schon gleißenden Licht konnte man heute bereits eine Vorahnung vom Frühling haben. Auch wenn die Temperaturen noch gar nicht frühlingshaft ausfallen und die Nächte sogar grimmig kalt werden können. Aber im Licht betrachtet geraten auf einmal auch die Bäume wieder ins Blickfeld und werden als lebendige Wesen wieder aktuell, nachdem der Winter monatelang von symbolartigen Zugängen zum Baumthema geprägt war. Dann macht auch die Arbeit mit Holz wieder mehr Freude, weil das Licht eine stärkere Beziehung zum Holz hat und all die Energie, die in ihm steckt und die es aus den Lebzeiten des Baumes in sich aufgenommen hat, erst im Licht zum Leben erwacht. Ein Vorteil bei der Bearbeitung und für das gedankliche Durchdringen der Arbeiten. Also ein Anfang, von dem ich hoffe, er wird bald auch in ausgedehnten Spaziergängen, fotografischen Erkundungen und einfacher Beobachtung der sich frühlingshaft verändernden Baumlandschaft seine Fortsetzung finden.

Warum Kreationen mit Holz Bedeutung haben sollten

Wenn ich unter anderem durch Pinterest auf fremde Kreationen mit Holz stoße, bin ich erstaunt, wie ideenreich und technisch versiert viele Handwerker und Künstler sind. Wie unendlich viele und überraschende Facetten sie dem Material und seiner Oberflächenästhetik abgewinnen. Das zeigt, wie inspirierend gerade dieses Naturmaterial sein kann, und wie zeitlos sich daran Generationen von Kreativen austoben. Was auf der Oberfläche faszinierend, ungewöhnlich und reizvoll wirkt, ist aber nicht immer auch tiefgängig und nachhaltig. So vermisse ich gerade bei den auffälligsten Schöpfungen oft eine Symbolik, eine über die Oberfläche hinausgehende oder unter die Oberfläche reichende Bedeutung, die ich selbst so schätze und die bei einem Material, das einmal Gerüst eines starken Lebewesens war, auch erwartet werden kann. Wahrscheinlich hätte ich diese langjährige Begeisterung für Bäume und Hölzer nicht so entwickelt, wenn nicht diese symbolische Ebene wäre, die ich auf verschiedenen Ebenen versuche in Formen zu gießen. Mein Gefühl dazu: Diese Arbeit wird nie zu einem Abschluss kommen, sie wird mich immer wieder vor Herausforderungen stellen, allein schon weil ihre Tiefe und Vielfalt unendlich wirkt und die Zeiten, mit ihnen die Menschen sich ändern. Gerade auch wegen dieser menschlichen Abhängigkeit kann das wechselhafte sich aufeinander Beziehen von Mensch und Baum nur eine Daueraufgabe sein, die zu allen Zeiten ihre Berechtigung, ihren Reiz und ihren beiderseitigen Nutzen haben wird.

Tücken neuer Holzsägetechnik

Vielleicht bringt das Wochenende endlich die Gelegenheit, die neue Kettensäge zu testen. Ich kann mir vorstellen, dass so eine leichte, mit Akku betriebene Maschine für kleinere Arbeiten, auch Baumschnittarbeiten, ganz gut geeignet ist. Natürlich werden wir die starken Abschnitte vom Buchen- oder Apfelbaumholz, das wir in der Ofensaison verfeuern, damit nicht bearbeiten können. Aber für mittelgroße Fichtenstämme oder Reste von Bauholz wird sie noch ausreichend Power mitbringen. Bleibt abzuwarten, wie zuverlässig die Konstruktion ist. Neben den anfälligen Akkus geht es bei diesen Maschinen immer auch um die Frage, ob die Bauweise Langlebigkeit verspricht. Gerade die Feststellschrauben benötigen ein festes, metallenes Gewinde, damit sich beim Spannen nichts durchdreht oder verschiebt, wie ich es mit einer älteren Elektrokettensäge schon erlebt habe.

Holzkunst zwischen dekorativ und zeitlos

Die kreativen Objekte und Skulpturen aus Holz, die ich regelmäßig etwa bei Pinterest sehe, zeugen von einem ungeheuren Einfallsreichtum und zeigen, wie endlos und nie abgeschlossen die Möglichkeiten der Gestaltung mit diesem Material sind. Dabei beobachte ich aber einen Trend zu stark dekorativen Denkweisen, die bestimmte Oberflächeneigenschaften der Hölzer, roh oder farbig gefasst, glatt geschliffen oder gröber bearbeitet, aber immer so, dass aus der Oberfläche und der Struktur, oft auch zu seriellen Mustern aus Einzelstücken zusammengesetzt, die Attraktivität erklärt werden kann. Kaum jemand, der den Baum zum Thema macht, jedenfalls nicht in der Weise, wie ich das als Motiv meiner bildhauerischen Arbeit immer verstanden habe. Die Denkweise ist dabei noch gleichgeblieben, einfach weil das rein Dekorative sehr schnell an Spannung und Kraft verliert. Die grundlegenden symbolischen Eigenschaften, die aus der Arbeit mit dem Holz eines Baums hervorgeholt und vermittelt werden können, markieren aber etwas Allgemeingültiges und Zeitloses. Das wird sich nie ändern, aber als Künstler muss man die richtigen Vermittlungsformen finden, und natürlich die künstlerische Umsetzung, der von Zeitgenossen verstanden werden kann, weil sie aktuelles Wahrnehmen anspricht und durch dieses erst seinen Wert erhält. Diese Gradwanderung wäre die größte Herausforderung, sollte ich die künstlerische Arbeit wieder aufnehmen können.

Stammholzlager

Den weitgehend regenfreien Tag musste ich dann doch nutzen, um die kürzlich in der Nähe gesichteten hohen Stapel geschichteter Stämme am Waldrand zu fotografieren. Die Lichtverhältnisse waren nicht so günstig, aber es sind dennoch einige gute Aufnahmen entstanden, die auch die Dimension verdeutlichen. An dieser spärlich befahrenen Straße, die vornehmlich von Fußgängern genutzt wird, waren zuvor nie solche Stapel gelagert worden. Da war wohl in den angrenzenden Wäldern einiges überfällig gewesen.

Aufgeschichtete Holzstämme am Waldrand 1
Aufgeschichtete Holzstämme am Waldrand 2
Aufgeschichtete Holzstämme am Waldrand 3
Aufgeschichtete Holzstämme am Waldrand 4
Aufgeschichtete Holzstämme am Waldrand 5

Das alte Lied von Licht und Holz

Nun ist aus der letzten Aufgabe im Zusammenhang mit den kunsthandwerklichen Holzvorräten heute doch nichts geworden. Es ist das alte Thema mit dem Holz und der Sonne. Schönes Wetter kann man zwar nicht programmieren, aber es bleibt eben ein Katalysator für die Holzarbeit. So war heute nicht die richtige Stimmung, bei so viel trüber, wenn auch nur wenig mit Regen durchsetzter Atmosphäre. Das Licht hat gefehlt, und das wäre gerade für dieses helle, licht wirkende Holz des Bergahorns wichtig gewesen. Ich werde den Plan zusammen mit einer neuen Aufgabe in der nächsten Woche nachholen, wenn das Spätsommerwetter zurückgekehrt ist. Inklusive der äußeren Motivation, die kunsthandwerkliche Ergebnisse guter Qualität erwarten lässt.

Aufbewahrungskisten aus Holz

Die Aufbewahrungsboxen aus gefüttertem Kunstleder waren die ganzen Jahre sehr nützlich, zum Aufbewahren von technischem Zubehör. Aber diese Dinge sind nicht für die Ewigkeit gemacht. Jedenfalls beginnen sie an allen Ecken und Enden auseinanderzufallen, da sich die Klebenähte lösen. Der Versuch, sie mit Schraubzwingen in die ursprüngliche Form zu bringen, ist teilweise geglückt, dennoch denke ich, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis es damit weitergeht. Die Alternative wäre, einige leichte Kisten aus Holz herzustellen. Das ist ein Vorhaben seit langem, aber ich konnte mich nie dazu durchringen. Ich müsste mir einige technische Grundlagen dafür überlegen, um sicherzustellen, dass sie auch wirklich leicht werden und gut handhabbar sind. Auch wird die Auswahl der richtigen Holzart von Bedeutung sein. Und natürlich, ob es eine Möglichkeit gibt, es auszukleiden. Das fände ich schon besser, da man bei empfindlichen Kleinteilen sonst immer die Befürchtung hat, etwas zu beschädigen. Als ein Projekt, das noch einige Vorüberlegungen erfordert.

Das Typische am Bergahornholz

Nun ist auch der nachgekaufte Bergahorn angekommen. Aus den beiden starken Kanteln werden sich eine Menge verwertbarer Stäbe herstellen lassen, so dass dies für diese Baumart einige Jahre ausreichend sein dürfte. Auf den ersten Blick unterscheidet sich das Material nicht sehr von dem, das mir noch vorrätig war. Aber es kann eben sein, dass das vorrätige Holz von einer Ahorn-Varietät stammt und deshalb die typischen Farbeigenschaften des Bergahornholzes fehlen, nämlich das Helle, leuchtende, das sich nach dem Ölen höchstens in ein sattes Gelb wandelt. Ich kann das nachträglich nicht mehr überprüfen, da ich damalige Quelle nicht mehr zurückverfolgen kann. Möglicherweise ist das Holz aber auch in einem ersten Stadium der Zersetzung befindlich gewesen, was man äußerlich beim Bearbeiten so nicht feststellen konnte, sich möglicherweise auf der Ebene der Holzzellen aber doch ausgewirkt hat. Wie auch immer, das Ahornholz mit der gewohnten und typischen Anmutung steht jetzt wieder zur Verfügung, so dass ich in den nächsten Tagen auch die letzten Vorratskanteln herstellen kann. Damit ist die Vorratsarbeit zunächst einmal abgeschlossen. Gut auch, dass ich zwei neue Abschnitte Olive mitbesorgen konnte. In absehbarer Zeit wäre auch das knapp geworden, und diese Abschnitte haben eine gute Qualität.

Entblätterte Holzstruktur

Verwitterter, ursprünglich weiß gestrichener Holzverschlag

Es sind meist dieselben vertrauten Wege im Dorf. Und doch gibt’s von Zeit zu Zeit noch Neues zu entdecken. Die Serie der Grunge Wood-Bilder ist so um einige weitere Motive reicher. Eines davon die blätternde Oberfläche eines Fensterverschlags aus Holz, der ursprünglich einmal weiß gestrichen war. Die zum Vorschein kommenden Bretter lassen Spekulationen zu, um welche Holzart es sich wohl handelt. Die Rotfärbung wirkt ungewöhnlich. Da könnte durchaus ein exotisches Holz verarbeitet worden sein. Oder es stammt aus der Zeit, als man mit rötlich färbendem Holzschutzmittel nicht zimperlich umgegangen ist.

Holzstrukturen und Lebenssymbolik

Die Beschäftigung mit den Hirnholzstrukturen hat mich auf die Spur dieses spannenden Motivfeldes gebracht. Natürlich ist das nicht neu. Tatsächlich habe ich damit schon seit vielen Jahren zu tun. Aber die Aufmerksamkeit fotografisch darauf zu richten, ist schon etwas anderes. Den Blick, auch für mögliche Varianten und potenzielle Verwendungsmöglichkeiten, muss man schon gesondert schärfen, teils vollständig entwickeln. Ich denke, im Laufe des Sommers, sowohl durch Zufallsentdeckungen unterwegs als auch durch inszenierte Konzepte, kann ich das diesbezügliche Portfolio weiter ausbauen. Da gibt’s noch einiges zu entdecken. Das Schöne daran ist nicht nur der so direkte Bezug zur Symbolik der Bäume und ihrer Lebenssymbolik. Am besten ist die Tatsache, dass solches Material tatsächlich seit Jahren nachgefragt wird, relativ flächendeckend, und das diese Nachfrage etwas über die universelle und zeitlose emotionale Kraft des Holzes und damit der Bäume aussagt. Wie eine Bestätigung meiner Grundthese einer archetypischen Mensch-Baum-Beziehung scheint mir das. Oder jedenfalls ein weiteres Anzeichen für deren Relevanz im Kommunikationsalltag.

Abstrakt natürliche Struktur

Das gestrige Holzstrukturen-Motiv fand ich wirklich spannend. Könnte sein, dass das solches Interesse eher solchen Menschen vorbehalten ist, die auch Erfahrung mit der Bearbeitung verschiedener Holzarten haben. Für solche können Zeugnisse maschinell hervorgeholten Holzstrukturen, die immer auf die dahinter stehende Baumart verweisen, eine besondere Faszination bedeuten. Aber auch ohne dieses spezielle Interesse und diesen besonderen Blick ist ihr dekorativer Charakter als quasi abstrakte Struktur aus natürlich gewachsenem Material nicht von der Hand zu weisen. Ich kam deshalb nicht umhin, noch zwei Varianten anzulegen, die veränderte Ausschnitte der Lattenstapel-Schnittflächen zeigen:

Nahaufnahme der Schnittkanten eines Bauholz-Lattenstapels
Nahaufnahme der Schnittkanten eines Bauholz-Lattenstapels II

Schnittkantenmuster

Die Holzstrukturen lassen mich zurzeit nicht los. So bin ich auch bei den Schnittkantenfotos der Lattenstapel aus dem Bauholzlager zu interessanten Ergebnissen gekommen. Es ist diese eigentümliche Mischung von Bearbeitung und natürlichen Strukturen, die dem Motiv seinen Reiz verleihen:

Nahaufnahme der Schnittkanten eines Bauholz-Lattenstapels III

Ein sich selbst erneuernder Prozess

Kurzzeitige Pausen sind ganz förderlich, auch bei der Arbeit mit Holz. Die Unterbrechungen gehören irgendwie dazu, wenn ein langfristig angelegtes und wirksames Projekt entwicklungsfähig bleiben soll. Vollständige Durchgängigkeit wäre deshalb für die Arbeit der Wunschbaum-Manufaktur schädlich. Der Abstand, die laufende Selbstbeobachtung würde darunter leiden. So merke ich, dass nach Sturm-und-Drang-Phasen, wie der von Mitte November bis Ende Januar, einige Wochen Ruhe wirklich gut tun. Die erste Arbeit nach dieser Pause kann ich dann wieder ganz unbeschwert angehen, ohne konzentrierten Termindruck. Bei solchen Rhythmen kann sich die Arbeit immer wieder neu erfinden, sich dabei selbst beobachten und verändert damit auch unmerklich ihre Gestalt, auch wenn die Materialien und die Produktidee weitgehend konstant bleiben. Jeder Interessent hat ein anderes Anliegen und andere Maßwünsche. Jede neue Kombination ist etwas Bedeutungsvolles, in dem sich die ganze Symbolik der Projekts je individuell entfalten kann. Bleibt mir zu wünschen, dass dieser sich selbst erneuernde Prozess möglichst wenigen Störungen ausgesetzt ist.

Holzstrukturen bleiben beliebter Hintergrund

Der Stammquerschnitt der vor einigen Jahren gefällten Eiche ist bei allen Agenturen angenommen worden. Ein Zeichen für die anhaltende Beliebtheit und universelle Verwendbarkeit von Holz-Hintergründen. Tatsächlich beobachte ich das täglich beim Blick auf Zeitschriftenbeiträge, Magazingestaltungen, Anzeigen und Produktwerbung. Sehr häufig dient eine Holzstruktur als neutraler und wie selbstverständlich wirkender Hintergrund, der als solche nicht bewusst wird und deshalb das beworbene oder dargestellte Objekt umso deutlicher hervortreten lässt. Wie ein Vehikel, ein Trägermedium für anderes werden diese Hintergründe verwendet. Meist allerdings Wände, Türen, Tore, Zäune oder Platten aus gehobelten und bereits verarbeiteten Hölzern. Rohe Stammquerschnitte oder Baumscheiben sind in dem Zusammenhang nicht ganz so häufig zu sehen. Vermutlich weil das konzentrische Muster selbst eine starke Form repräsentiert, die vom Vordergrundobjekt zu sehr ablenken könnte. So erkläre ich es mir auch, dass mein Favoritenfoto, die blasse und glatte Baumscheibe einer Kiefer, seit Jahren so beliebt ist. Trotz der Ringstruktur und der deutlichen Natursymbolik ist das Motiv doch unaufdringlich genug, um anderes nicht gleich zu dominieren.

Symbolische Repräsentanz

Ein Einundzwanzigster mit warmer, aber regnerischer Witterung und trüber Wolkendecke. Nichts, das einen nach draußen zieht, eher ein Wintertag, der zu kreativer Arbeit Innen herausfordert. So stand auch die intensive Arbeit an Details, u. a. an meinen Microstock-Portfolios und darin enthaltene Baum- und Holz-Fotografien im Vordergrund. Darin tauchten dann auch das Licht und die Sonne auf, die wir aktuell vermissen. Und wie so oft hilft die symbolische Repräsentanz über Motivationstiefs hinweg. Erinnert uns an das noch Unsichtbare, da aber bald schon wieder dominierend sein wird.

Lichter Querschnitt

Verwitterter Stammquerschnitt einer Eiche

Das Licht hat an diesem Sonntag mehr Menschen zu Spaziergängen bewegt, als ich es von sonstigen Sonntagen kenne. Man merkt, dass viele die Gelegenheit nutzen wollen, bevor die trüben Tage wieder kommen. Um den Kopf freizumachen, um der Arbeitswoche einen naturnahen Erlebnisakzent entgegen zu setzen. Das geht mir nicht anders. Vom Licht und der Ahnung einer Frühlingsluft abgesehen, sind mir heute wieder mehr die verwitterten, von den Spuren der Kettensäge geprägten, vor längerer Zeit gefällter Stämme aufgefallen. Von dem einer Eiche, den ich bei jedem meiner Gängen dort passiere, habe ich eine Reihe von Nahaufnahmen gemacht, deren Gelingen von dem zeitweise hellen Licht begünstigt war.

Aktualisiertes Portfolio

Ein bisschen präsentative Bewegung in meinen Armbänder-Portfolios tut der Gesamterscheinung gut. Inzwischen habe ich den größten Teil der Abbildungen zu Lebensbaum-Armbändern mit neueren Aufnahmen realisierter Armbänder ausgetauscht. Die Bilder entsprechen jetzt der Art, wie ich die Holzperlen aktuell herstelle. Vielleicht noch exakter als vor Jahren, auf jeden Fall mit einer deutlich sichtbaren Abrundung und Glättung der Kanten. Die war natürlich immer schon vorhanden, aber nicht ganz so ausgeprägt. Von optischen Differenzen abgesehen ist damit vor allem ein exzellenter Tragekomfort verbunden, gibt es doch nahezu nichts mehr, was zwicken oder einschneiden könnte. Mir scheint, die Eigenart der Holzarten und – wenn man so will – die Seele der Bäume kommt auf diese Weise noch klarer zum Ausdruck.

Für eine typische Zuordnung von Charakterbildern

Die jüngsten Produktionen vor allem im Bereich der Lebensbaum-Armbänder haben mich dazu geführt, eine ganze Reihe von Musterabbildungen auszutauschen. Die neuen Aufnahmen geben die aktuelle Machart der Armbänder besser zu Ausdruck, vor allem die extrem sorgfältige Kantenglättung, die sich sehr deutlich auf die Gesamterscheinung auswirkt. So werde ich bald den ganzen Satz der 21 Hölzer / Bäume in der Form abbilden können, dass er den aktuell hergestellten Formen ziemlich nahe kommt. Von Zeit zu Zeit sind Korrekturen ohnehin notwendig, wie bei der Esche, für die ich derzeit einen ganz anderen Abschnitt verwende, dessen Färbung und Zeichnung dem entspricht, was man üblicherweise mit dieser Art in Verbindung bringt. Die alte Abbildung hat ein Armband aus untypisch gefärbtem Kernholz gezeigt, das zwar lebendig und ansprechend war, aber eben irritierend wirken kann, da das typische Eschenholz eben sehr hell und schillernd wirkt. Generell versuche ich, das möglichst Typische der jeweiligen Art auszuwählen, soweit das möglich ist und mir das entsprechende Material zur Verfügung steht. Denn die Formen leben vor allem von ihren symbolischen Implikationen, ihrem Bezug zur Mensch-Baum-Beziehung, die auf diese Weise für das einzelne Charakterbild leichter zuzuordnen ist.

Warme Holzmöbel

In diesen ungemütlichen Wintertagen genieße ich die Holzofenwärme. Es kommt deshalb kaum mehr vor, dass wir das Nachlegen vergessen. Überhaupt kann alles Kompensierende, was Wärme ausstrahlt, den Tag angenehmer gestalten und die für Gelenke, Muskeln und Gemüt schädliche Witterung in den Hintergrund drängen. Gerade jetzt schätze ich auch meine teils selbst entwickelten Holzmöbel, vor allem die Schreibtischplatte aus Walnussbaum und Birke, die inzwischen ihr Gleichgewicht mit der Luft des Arbeitsraums gefunden zu haben scheint. Da zahlt es sich aus, dass sie nur mit Öl getränkt ist und auf diese Weise noch atmen kann. Lange hat es gedauert, bis sie ihre Fleckigkeit verloren und das Öl sich regelmäßig verteilt hat. Direkt auf einer solchen Platte zu arbeiten, vermittelt ein gutes Gefühl, einfach angenehmer als ein mit Lack behandeltes Möbel.

Lichtreicher November

Das war der lichtreichste November seit 7 Jahren. Wer hätte das gedacht. Gefühlt schien er eher trübe. Aber die wenigen hellen und kalten Tage gegen Ende des Monats haben zusammen mit lichten Phasen einige Wochen vorher wohl dieses statistische Ergebnis zur Folge. Schön, dass der Beginn des Dezembers ähnlich ausfallen soll. Ich hätte nichts einzuwenden gegen einen dieser kalten und sonnenreichen Winter, die wir vor Jahrzehnten nicht so selten waren, die wir jüngst aber nicht mehr erleben durften. Dann hätten wir auch einen Anlass, den Holzbrandofen schon vor Neujahr anzufeuern. In Durchschnittswintern war die Jahreswende immer die Startmarke. V. spricht ohnehin davon, den Brennholzvorrat mit Fichten und dazwischen gestreuten Obstbaumscheiten weiter aufzufüllen. Eine lange Ofensaison würde das notwendig machen. Wir müssen wohl noch abwarten. Prognosen sind jüngst schwieriger geworden.

Energetische Ketten bilden

Nun bin ich allmählich wieder drin, in der abgeschotteten Welt, die die winterliche Holzarbeit im Keller mit sich bringt. Natürlich meist nur stundenweise, aber gelegentlich auch mal halbe oder gar ganze Tage, die von der Wiederholung gleichartiger Arbeitsschritte geprägt sind, deren Ausführung etwas Meditatives hat. Das liegt gerade in der Wiederholung, die nie monoton wirkt, aber natürlich auch in der Verbindung zu den Hölzern, denen ich in dieser Situation näher bin als bei der Arbeit im Freien. Es ist eine sehr persönliche Beziehung, die sich zu den Hölzern während dieser langwierigen Prozesse aufbaut. Und eine, die letztlich unergründlich bleibt, sich immer wieder verändert und erweitert. Ich bin eigentlich sicher, dass einiges von dieser persönlichen Auseinandersetzung, diesem, wenn man so will, Austausch auch den späteren Trägern der Armbänder erhalten bleibt. Zusätzlich zu dem artspezifischen, das der einzelne Baum durch sein Holz vermittelt. Und für die Träger setzt sich auf dieser schon komplexen Grundlage die Auseinandersetzung im eigenen System fort. Sehr spannende Ketten, die sich auf diesem Wege bilden.

Die Energie der Hölzer erfahren

Ein Einundzwanzigster, der die guten Schwingungen und die ruhige Ausstrahlung der Zahl erkennen ließ. Ungewöhnlich mild nach den sehr kalten Tagen und Nächten, die schon hinter uns liegen, zeigte sich das Wetter heute. Und so fiel die handwerkliche Holzarbeit draußen, heute mit Ölbaum, Hainbuche und Pappel, auch nicht schwer. Mehr Licht und Sonne wäre aber schon gut gewesen. So musste ich die Energie der Hölzer als Kompensation verwenden. Schön, dass auf die Art nicht nur den späteren Trägern die Auseinandersetzung mit der jeweiligen Baumart möglich ist. Ich selbst habe bei jeder Ausführung die Möglichkeit, meinen Eindruck des Holzes und der zugehörigen Baumart immer wieder zu aktualisieren.

Die Arbeit mit Hölzern bleibt zeitlos spannend

Erneut warten eine ganze Reihe von Hölzern darauf, bearbeitet zu werden: Drei Mal Apfelbaum, je einmal Esche, Zypresse und Eberesche. Und alle Projekte verknüpft mit Sonderwünschen, die konkrete Ausführung betreffend. Das macht Spaß, auch weil es die Arbeit immer wieder spannend und niemals zur Routine werden lässt. Heute habe ich schon mal begonnen mit dem ersten Arbeitsprozess. Außerdem waren mir verschiedene Holzarten ausgegangen, weswegen erst einmal die große Säge zum Einsatz kommen musste. Demnächst muss ich die gesamten Vorräte überprüfen und fehlendes Material wieder auffüllen. Es ist schön, diesen Kreislauf miterleben und aktiv gestalten zu können.

Mehr Zeit fürs Wesentliche

Eine echte Mammutarbeit konnte ich heute abschließen. Aber die Verfeinerung bestimmter Arbeitsschritte meiner kunsthandwerklichen Arbeit mit Holz zahlen sich zwischenzeitlich aus. Bestimmte Routinen sind leichter und damit auch schneller, gleichzeitig sogar noch ein Stück exakter umsetzbar. Im Ergebnis bedeutet das etwas weniger körperliche Anstrengung. Ein Gewinn, der auf der anderen Seite in die Gleichmäßigkeit der Ausführung und in die begleitende Symbolarbeit investiert werden kann. Unterm Strich ist es dann zeitlich nicht weniger aufwändig als bisher, aber irgendwie professioneller. So freue ich mich, auch nach 15 Jahren Erfahrung mit diesen Projekten noch mehr Zeit und Aufmerksamkeit dem eigentlich Gegenstand, den Bäumen, ihrer Symbolik und Ästhetik schenken zu können.

Hölzerne Tonröhren

Die Orgelpfeifen aus Holz, es waren die tiefsten Töne der früheren Orgel, sind damals an Interessierte verkauft worden, um mit dem Erlös einen Teil der neuen Orgel zu finanzieren. Nun lagen sie bestimmt drei Jahrzehnte auf dem Dachboden und sind jetzt im Zuge unserer Räumung wieder an die Oberfläche geraten. Mit der Zeit ist aber auch die Faszination daran abhandengekommen, vor allem weil seitdem keine Idee zu ihrer Verwendung oder Umwandlung entstanden ist. Jedenfalls ist es auch bezüglich des Holzes nicht Besonders. Relativ einfache aus je vier Brettern zusammengefügte Tonröhren mit quadratischem Querschnitt und einer Art Ventil am unteren Ende. Schade, aber auch das Material, Nadelholz, ist für mich nicht verwendbar. Deshalb werden sie wohl ein eher unspektakuläres Ende finden und in den Stoffkreislauf zurückgeführt werden.

Intensiver Speichertag

Es ist noch unglaublicher als zuvor erwartet, wie viel sich im Laufe von Jahrzehnten auf dem Speicher ansammelt. Das war auch mit vereinten Kräften ein Ganztagesprojekt, das noch nicht vollständig abgeschlossen ist, aber doch zum größten Teil. Gut, dass wir Unterstützung von jemandem hatten, der zeitweise auf dem Wertstoffhof arbeitet und sich mit der Zuordnung und den Regeln dort bestens auskennt. So konnten wir fast alles auf diese Weise entsorgen. Persönlicher und deutlich spannender waren am Nachmittag die Schulhefte und -bücher. Von J. und mir, teilweise auch noch von M., und Schulungsunterlagen und Arbeitsaufzeichnungen von V. Kurze Kurzblicke und darauf bezogene Gespräche, bevor doch das meiste in irgendeiner Kiste oder Tonne verschwand. Einiges aber blieb doch übrig, besonders eindrucksvolle Zeugnisse je persönlicher Vergangenheiten. Und das eine oder andere Streitgespräch über die Frage, ob bestimmte Dinge notwendig, schön oder nützlich genannt werden können, durfte auch nicht fehlen. Mein Holzvorratsarchiv ist jetzt besonders gut zugänglich, noch übersichtlicher und auch etwas reduziert. Die vielen vor Jahren aus dem großen Kirschbaum von Herrn F. herausgeschnittenen Abschnitte habe ich durchgesehen und mindestens die Hälfte als Brennholz deklariert. In abgetrockneten Zustand und bei Licht betrachtet hatten diese Abschnitte nicht die beste Qualität, um weiterverarbeitet zu werden. Und den größten Bedarf danach gibt’s ebenfalls nicht. Jetzt jedenfalls liegt alles nach Arten getrennt zusammenhängend in einem Abschnitt des Raums. Das macht es noch leichter, den Überblick zu behalten und für das nächste Auffüllen meines Reservoirs direkt nutzbarer Kanteln eine gute Auswahl zu treffen.

Speicher – Holz – Erinnerung

Für Anselm Kiefer war es eines der künstlerischen Schlüssel-Motive. Der Speicher als Ort der Erinnerung, mit seinen Geheimnissen und nicht nur positiven Assoziationen. Hausspeicher hatten für mich immer schon eine besondere Anziehungskraft. Nicht nur als Erinnerung und Aufbewahrungsorte, auch als Experimentier- und Entdeckungsgelegenheiten. An diesem Wochenende wird das für die Familie erneut zum Thema, das heute schon mit einiger Aufräumarbeit verbunden war. Da kommt so einiges zu Tage, dessen Verbleib abzuwägen ist. Vieles aus Kindheitstage, sogar noch von M., einiges, das nicht mehr genau eingeordnet werden kann oder eindeutig seine Funktion im Laufe der Jahre eingebüßt hat. Bloße Belastungen ohne emotionalen Wert, von dem man sich leichter trennen kann. Anders als V. das immer wieder behauptet hat, sind meine umfangreichen Holzvorräte dort das am besten Geordnete und Übersichtlichste. Sehr gerne will ich sie auch künftig in dieser Form lagern. Die Relikte von ca. 40 Baumarten, vielleicht einige mehr, die in einem häuslichen Archiv darauf warten, transformiert zu werden, eine neues Leben in umgeformter Gestalt, mit Bezug zu anderen Menschen, zu beginnen. Eine spannende Sache. Und ein Grund, für das Drumherum die größtmögliche Ordnung herzustellen.