Ein Gespräch über Bäume kann helfen

Zwischendurch erkenne ich doch auch Auflockerungen, eine Form von gleichgerichteter Einschätzung der Krisenlage, die Gelassenheit ausstrahlt, die sich um Humor und um möglichst wenig Resignation bemüht. Das sind Lichtblicke, die aus dem Bestreben resultieren, das Beste aus der Situation zu machen. Außerdem weicht es die Monothematik auf, die für mich das Unangenehmste und Ermüdendste bedeutet. Wie sollen da die eigentlich wichtigen Themen noch eine Chance haben. Anders als in dem berühmten Ausspruch Hermann Hesses, meine ich, wäre gerade jetzt ein Gespräch über Bäume wohltuend. Es ist kein Grund zu erkennen, warum ein solches unangemessen sein könnte. Vielmehr kann die Beschäftigung mit unseren natürlichen Grundlagen und ihren vielschichtigen Bedeutungen eine Art Coping-Strategie darstellen, in Krisenzeiten möglicherweise noch mehr als in vermeintlich unaufgeregten Lebensphasen.

Das Gemeinsame der Art zum individuellen Ausdruck bringen

Nun kommen auch wieder die Anfragen zu Kooperationsmöglichkeiten mit dem Baumtagebuch. Dieses Thema hatte über den Sommer weitgehend brach gelegen. Erfahrungsgemäß gegen Jahresende wird es aber wieder auferweckt, in immer neuen Varianten und von verschiedenen Richtungen. Leider ist dieser Ansatz selten von Erfolg gekrönt, da die Motive und inhaltlichen Linien schwer miteinander zu vereinbaren sind. Eigentlich ist die Idee nicht unattraktiv, praktisch dennoch kaum umsetzbar. So wird das Baumtagebuch in seiner Substanz das bleiben, was es seit über 13 Jahren ist: Ein Themenblog, der das große Themenfeld der Baumsymbolik aus ganz persönlicher Perspektive beleuchtet und aus dieser Individualität einiges herausarbeitet, was allgemein vermittelbar, verstehbar und teilbar ist. Das zeigen mir die Rückmeldungen und Kommentare. Damit ist das Baumtagebuch wie ein Spiegel der Wesens der Bäume selbst. Wie es Hermann Hesse einmal sinngemäß ausgedrückt hat, ist jedes Exemplar ein Repräsentant seiner Art, drückt sich in diesem Rahmen aber höchst individuell aus, geht seinen je eigenen Weg in je unverwechselbarer Gestalt.