Jahreszeit und Bodenhaftung

Nach dem Schlehenpflücken sind die Bäume wieder aus meinem Sichtfeld verschwunden. Ich bin gespannt, aber nicht sicher, ob wir mit einem goldenen Oktober rechnen können, quasi als Ersatz für den ausgefallenen Altweibersommer. Das wäre die letzte Chance auf erkennbaren Blätterherbst, wirkliche Eindrücke der Jahreszeit und damit verbundene Anregungen. Ein Ausfall des Herbstes wäre ein Verlust, auch wenn die Stimmung der Menschen an sich symbolhaft herbstlich genannt werden kann. Schöner und aufbauender ist es aber, wenn Stimmung aus natürlichen Eindrücken resultiert und nicht auf inneren Handlungen selbst gründet. Zu groß ist die Gefahr, dass sich das Erleben verselbständigt und wir die Bodenhaftung verlieren, was langfristig immer Schaden anrichtet.

Auf einmal viel zu nass

Gut, dass wir die Traubenernte schon hinter uns haben. Jedenfalls den Hauptteil derselben, dann an anderem Ort sind sie noch nicht ganz so weit ausgereift. Denn bei solchem Novemberwetter, allerdings im September, wäre das unvorstellbar, zumal zwischendurch mit heftigen Regengüssen zu rechnen ist, die heute sogar mit Graupel vermischt waren. Da leiden dann alle Pflanzen, vor allem die spät blühenden Blumen, die ich am Nachmittag unter Dach in Sicherheit gebracht habe. Auch die aufgefüllten Regenwassertonnen können uns nicht trösten, denn bei so viel Regen benötigen wir das Gießwasser ohnehin nicht. Sollte es noch etwas werden mit dem Altweibersommer. So zuversichtlich bin ich da nicht. Und auch für den Herbstblätterfarbenherbst scheinen die Aussichten eher schlecht.

Die unter Regen und Wind leiden

Die Sonnenblumen sind ohnehin anfällig gegenüber den heftigen Winden und dem Dauerregen. Aber inzwischen leiden auch die übrigen Pflanzen, v. a. die Rizinusstauden und sogar die jungen Wurzeltriebe des alten Feigenbaums, die allesamt sich gegen Boden neigen. Das Ganze ist gepaart mit eine kühlen Witterung, die stark an Winter erinnert und so gar nicht in die Jahreszeit passt. Es tut mir leid, dass auch die Kübelpflanzen leiden und unsere zuletzt noch so schön blühenden Blumen bei dieser dauerhaften Nässe und dem wenigen Licht leiden. Auch die ganz spät erst in Erscheinung getretenen Blüten vom Mittagsgold scheinen den Regen nicht gut zu vertragen. Merkwürdige Wetterkapriolen, die vieles im Garten zerstören und am Ende ein ziemlich wüstes Gesamtbild verursachen werden. Da wünschen wir uns nichts sehnlicher als wärmende Sonnenstrahlen zurück, die den Frühherbst noch retten können.

Jahreszeitliche Richtungsänderung

Diese Witterung fordert uns einige Geduld ab. Mit den beiden mittleren Wochen des Septembers verbinden wir einfach etwas ganz anderes. Den Beginn der Laubfärbung bei den Bäumen, wärmende Nachmittagssonne, ein Atmosphäre, die den Herbst erahnen lässt und noch Spuren des Sommers erkennen lässt. So aber bleibt nur die ebenfalls typische Umkehrung der Orientierung, vom sommerlichen nach außen zum winterlichen nach innen. Für diese Richtungsänderung gibt’s allerdings genügend Gründe, allen voran der häufige Regen und im Übrigen die Abwesenheit von Licht. Da zieht es mich weniger in die Landschaft. Auch V. hat verschiedene Erntevorhaben zunächst aufgeschoben, weil es so einfach nicht passt. Während seit dem Frühjahr alles mindestens 3 Wochen früher dran war, wird sich jetzt wohl der Herbst um einige Wochen verzögern. Zwischendurch erdulden wir eine der vielen Phasen nicht definierter Jahreszeit.

Baumherbstzeichen

Es hatte sich schon etwas früher angekündigt. Beim Spaziergang heute hatte ich aber schon einen deutlichen Herbsteindruck. Die Laubfärbung ist zwar erst vereinzelt zu beobachten, die Menschen unternehmen immer noch Ausflüge in die Landschaft, fast wie im Hochsommer. Aber die landschaftliche Stimmung ist schon eine andere. Noch dominiert vom satten Grün, aber schon zerrupft wirkend, wohl vom vielen Regnen und Stürmen der letzten Tage. Und bei den Stieleichen färben sich schon die ersten Eicheln braun. Das lässt vermuten, dass der Baumherbst in diesem Jahr schnell kommen wird. Ich hoffe, er wird auch eine Weile bleiben, denn allzu oft konnten wir in den Vorjahren von den Farbakzenten des Baumherbstes nur wenig und vor allem nur zu kurz erleben.

Blätterherbst 2017 I
Stamm - lebend und geschnitten
Blätterherbst 2017 II
Blätterherbst 2017 III

Unentschieden zwischen Sommer und Herbst

M. stimmt mit mir überein, dass diese Tage eindeutig nicht mehr wie Sommer aussehen. Dabei wäre jetzt der traditionelle Beginn des Altweibersommers. Dazu fehlt es an Wärme und vor allem an Licht. Es ist das typische Licht der tief stehenden Nachmittagssonne, die ich heute bei der handwerklichen Arbeit im Garten gerne im Rücken gespürt hätte. Leider fiel das aus, weswegen weder echtes Spätsommerfeeling noch irgendwelche Herbststimmungen aufkommen wollen. Diese Unentschiedenheit in der Witterung spiegelt sich in diesen Tagen, wie so oft, auch in der Entschlussträgheit der Menschen. Wenn das so weiter geht, fällt der Altweibersommer aus, was nach meiner Erfahrung die Chancen auf einen goldenen Oktober erhöht. Beides hintereinander habe ich dagegen selten erlebt. In jedem Fall wünsche ich mir, dass wir bevorstehenden Jahreszeitenwechsel im Spiegel der Bäume in markanter Form wahrnehmen dürfen.

Fruchtarme Baumlandschaft

Der Eindruck, den ich vor einigen Wochen schon von der Baumlandschaft vor Ort gewonnen habe, täuschte nicht. Mit Früchten sieht es tatsächlich schlecht aus. Gerade die Pfaffenhütchen, die ich im Spätsommer und Frühherbst so gerne sehe und fotografieren, sind spärlicher und blasser als je zuvor. Die wenigen Hütchen, die man sieht, haben nicht die strahlende Farbigkeit, die man sonst von dieser wunderbaren Art gewöhnt ist. Überhaupt präsentieren sich die Sträucher und Bäume zwar satt grün, aber eben wenig von ihren Früchten, die oft den kalten Nächten im April zum Opfer gefallen waren. Ich hoffe, dennoch, von einem größeren Strauch einen halben Eimer Schlehen sammeln zu können, mit denen sich eine kleinere Menge Likör ansetzen ließe. Wir haben zwar noch Vorräte vom vorletzten Jahr, aber das finde ich immer wieder verlockend, und schließlich gab es auch schon Jahren, in denen die Schlehen völlig aufgefallen sind. Da muss man die Gelegenheiten nutzen.

Zwischen Sommer und Herbst

Nun wird der Sommer doch noch einen letzten Anlauf nehmen, bevor er bald in einen hoffentlich ausgedehnten Altweibersommer übergeht. Den mag ich sehr, wenn er sich dann aber doch schon eher wie Herbst anfühlt. So lange aber genieße ich die hochsommerliche Pracht der Blumen, vor allem der vielen hoch gewachsenen Sonnenblumen, die teils schon wieder verblüht sind, und das satte Grün des Weinlaubs und der großflächigen Blätter der Feigenbäume und Rizinusstauden. Auch die Weintrauben sind inzwischen alle dunkel ausgereift und werden nicht mehr allzu lange bis zur Ernte brauchen. Eine spannende Jahreszeit, weil sie eine Art Höhepunkt markiert und gleichzeitig deutliche Anzeichen des Wechsels erkennen lässt. Eine Übergangszeit mit besonderen Reizen, die für mich im warmen Licht der tiefstehenden Nachmittagssonne ihren vollendeten Ausdruck findet.

Spärliche Fruchtdichte

Die spärlichen Aussichten beim Baumobst scheinen bei den Früchten der Sträucher in diesem Jahr ihre Entsprechung zu haben. Aus der Distanz begegnet mir die Baumlandschaft in diesen Tagen vor allem satt grün. Erst beim Näherkommen fallen die eher dünn verteilten Früchte auf. Besonders deutlich ist das beim Weißdorn, der in beiden Vorjahren sehr opulent mit knallroten Beeren besetzt war und diesmal völlig ausgedünnt erscheint. Aber auch die Ebereschen, die Pfaffenhütchen und sogar die Heckenrosen sind alles andere als reich an Früchten. Erstaunlich, dass ich ausgerechnet bei den Schlehen, zumindest bei einzelnen Sträuchern, ungewöhnlich viele Schlehenfrüchte sichten konnte, die zudem noch ziemlich dick ausgewachsen slind. Natürlich ist es jetzt noch viel zu früh. Aber ich hoffe, sie werden bis zu den ersten Nachtfrösten nicht schon von den Vögeln verzehrt worden sein. Dann hätte ich nämlich die Chance, wieder ein paar Liter anzusetzen. Der angesetzte Schlehenlikör ist wirklich ein Erlebnis und passt zudem als kulinarische Spezialität so gut in die herbstliche Erntezeit..

Gefühlter Herbst

Gedanken an den Herbst sind mir nicht nur mehrfach im Laufe des Tages gekommen. Auch das Wort Herbst war einige Male in Gesprächen aufgetaucht. Kein Wunder, dieser Tag trug eindeutig herbstliche Züge, selbst der Augustregen hatte nicht den gewöhnlichen Charme eines Hochsommerregens. Begleitet war er nämlich von einem dominierenden Tief, das die Gemüter sogleich abkühlte und einmal wieder eine merkwürdig unwirkliche und zeitlose Stimmung entstehen ließ. Auch die kunsthandwerkliche Arbeit am Nachmittag fiel in solcher Atmosphäre ungewöhnlich verträumt aus. Eine Befindlichkeit, der sich keiner von allen, die ich heute getroffen habe, entziehen konnte. So haben wir heute den Herbst bereits vorgefühlt. Ich hoffe, er wird diesmal von einem ausgedehnten Altweibersommer eingeleitet, der im Vorjahr unspektakulär und kurz ausfiel und zudem wenig von den ästhetischen Reizen des Blätterherbstes offenbarte.

Rückblick zum Baumherbst

In den letzten Monaten hat sich einiges an neuem Bildmaterial angesammelt, zu dessen genauerer Durchsicht ich noch nicht gekommen war. Darunter viele Fotografien, die das jahreszeitliche Erscheinen der Bäume im Blick haben. Und wie so oft stelle ich fest, dass in der zeitlichen Distanz manches attraktiv wirkt, was im direkten Anschluss an die Aufnahmesituation durch das Aufmerksamkeitsraster gefallen war. Jetzt im Winter solche Bilder voller Licht, Farbe und Vitalität vor Augen zu haben, macht Freude und lenkt vom Einheitsgrau da draußen ab. Ich freue mich, so nachträglich mein Portfolio von Fotografien ergänzen zu können, die sich den Baumfrüchten im Spätsommer und Herbst widmen. So wie diese Hagebutten, Pfaffenhütchen und Weißdornfrüchte.

Hagenbutten im Herbst
Vollreife Pfaffenhütchen
Weißdorn im Spätherbst

Herbstliche Pfaffenhütchenpracht

Nun endet der Oktober doch noch mit einem sehr lichtreichen Tag, der auch noch spätsommerliche Temperaturen mit sich brachte. Ein Licht, das die späten Fruchtstände der Pfaffenhütchen wunderschön zum Leuchten brachte. Ich bin froh, sie noch in dieser Verfassung festgehalten zu haben. Bei dauerhaftem Lichtmangel und Nässe werden sie später sehr schnell Grau, bis sie völlig von den kahlen Zweigen der dann auch laublosen Zweige abfallen. Heute aber zeigten sie noch einmal ihre ganze Pracht, die eigentlich erst nach dem Hervorkommen der orangenen Samenkerne inmitten der ausbrechenden Fruchtschalen perfekt wird.

Pfaffenhütchenzweige im Herbst
Pfaffenhütchenzweige im Herbst
Pfaffenhütchenzweige im Herbst

Umfangreiche Wintergartenarbeit

Wir hatten Glück in unserer wetterbegünstigten südwestlichen Ecke Deutschlands. Immerhin waren uns nach sehr ungemütlichen Tagen nun doch noch recht angenehme Temperaturen und zeitweise sogar Sonne vergönnt. Die Gelegenheit, noch anstehende Gartenarbeiten zu erledigen. Nach den Winterreifen ging es deshalb an das Einsammeln des Herbstlaubs und das Wegräumen der Sommerblüher bzw. das Einpflanzen der frosttoleranten Blumen. M. wird um die neu gepflanzten und teils auch mit frischer Erde versorgten Stiefmütterchen und dem Heidekraut später noch Moos platzieren. Es ist dann immer so, als ob sie vor der kalten Jahreszeit zusätzlich geschützt würden. Als weiteres Projekt war auch das Abschneiden und Ausräumen der Strohblumen unvermeidlich. Zwar waren noch zahlreiche neue Knospen zu sehen, aber es ist einfach inzwischen zu kalt und viel zu lichtarm, als dass aus denen noch etwas werden konnte. Ich habe die letzten, meist sehr kleinen Blütenköpfe geschnitten und dann alle Strohblumen mit Stumpf und Stängel herausgenommen. Ich denke, wir haben aus Ihrer Lebendigkeit und Schönheit sicherlich über den ganzen Sommer und Frühherbst das Optimum erleben dürfen. Jetzt richtet sich mein Blick in Richtung der Verarbeitung des zuletzt getrockneten Blüten zu einem Trockenstrauß und auch schon auf das Besorgen von Samen für die nächste Ansaat im Frühjahr. Der Feigenbaum wirft jetzt erwartungsgemäß schrittweise seine großlappigen Blätter ab. Das ergibt immer eine Menge Laub. Ebenso vom Walnussbaum. Jetzt ist er eben da, der Blätterherbst, den wir uns etwas früher und dann auch in eine goldeneren Variante gewünscht hätten. Aber in meiner Erinnerung entspricht es doch ziemlich dem Verlauf des Baumherbstes im Vorjahr. Ich hoffe jetzt noch auf einige wirklich herbstliche zu nennende Farbeindrücke und dass ich Gelegenheit habe, sie fotografisch festzuhalten.

Themenwechsel bei Bildkreationen

Ich freue mich. Meine Herbstkranzkreationen sind schon bei den ersten Microstock-Agenturen angenommen worden. Diesmal ist auch die Kombination mit einem nicht originalen Hintergrund gut gelungen. Da macht sich die inzwischen umfangreiche Übung bemerkbar. Da es draußen deutlich in Richtung Winter geht, werden in den nächsten Wochen sicher wieder andere Themen im Vordergrund stehen. Allerheiligen, Advent und Weihnachten werfen ihre Symbolik voraus und regen zu neuen Illustrationsideen an. Und dann werden die Bäume und ihre Lebenssymbolik wieder in den Vordergrund rücken und die Blumen als Pflanzen des Sommers vorübergehend in den Schatten stellen.

Herbstdekorationskranz mit Physalis und Waldrebe

Dekorativer Kranz mit Physalis und Waldrebe

Nun bin ich doch noch dazu gekommen, den Kranz mit Physalis und Waldrebe zu fotografieren. Bevor die Dekoration wieder stärker in Richtung Advent verändert wird, war es mir wichtig, diese auf den Herbst bezogene Dekorationsarbeit noch einmal als Foto zu illustrieren und z. B. für Grußkartenzwecke zu verewigen. Varianten mit anderen Hintergründen sind denkbar. Aber bei den strahlenden Fruchthüllen mit ihrem knalligen Orange finde ich den schon blättrigen, weiß gestrichenen Holzlattenhintergrund ziemlich geeignet. Diese Holzstruktur hatte ich zuvor als Einzelmotiv aussortiert. Aber hier findet sie in Verbindung mit dem Gesteck aus getrockneten Pflanzen eine sehr stimmige Verwendung. Ähnliche stimmige Verbindungen will ich in den nächsten Monaten für Dekorationen mit Weihnachtspflanzen, Nadelbaumzweigen oder den Weihnachtsbaum selbst suchen und finden.

Wärmendes Herbstlaubleuchten

Wirklich winterlich würde ich dieses Wetter nennen. Zurzeit keine Spur vom Goldenen des Oktobers, der eine Woche vorher noch zu erahnen war. Ich wünsche mir dennoch eine länger anhaltende Phase mit Sonnenschein bei kühlen Temperaturen. Eine Kombination, die wir schon öfter gerade um Allerheiligen herum erlebt haben. Insofern besteht noch Hoffnung. Vor allem geht’s mir dabei um die Farben des Herbstes, die wie so oft vom Licht abhängen. Kein Herbstleuchten ohne das strahlende Licht, das die Braun-Rot-Gold-Töne der dehydrierten Baumblätter reflektiert und das Nach-Innen-Wenden in uns provoziert. Zusammen mit jenem wärmenden Gefühl, das auch vom Eindruck des Herbstlaubleuchtens geprägt ist.

Neues Vanitaskonzept mit Physalis

Eine erkennbar bessere Qualität als in den beiden Vorjahren war bei dem diesjährigen Traditionsmarkt zu erkennen. Und viele interessante Objekte aus früheren Zeiten, angesichts derer man jedes Mal kleine gedankliche Zeitreisen unternehmen kann. Für M. und V. ist daraus immerhin ein vorgezogenes Jubiläumsgeschenk herausgekommen, und das in Vs Abwesenheit. Aber ich denke, dass letztlich alle sehr einverstanden sein können mit der Auswahl. Neben diesem vordergründigen Sonntagsprogramm war es vor allem, die spontane Akzeptanz meiner neuesten Vanitas-Symbolfotografien, die mich heute besonders gefreut und auch zu weiteren Projekten dieser Art motiviert hat. Ausnahmsweise kein Baummotiv, sondern eben die verwitterten Kelchblätter der Physalis, die in der Form bei shutterstock und bigstock angenommen wurden, wie ich sie im Baumtagebucheintrag vom 03.10.2016 bereits abgebildet habe. Dazu noch eine Variation mit ebenfalls drei Physalisblasen, die drei Verwitterungszustände widergeben, von einem Exemplar mit noch fast geschlossener Haut über eines mit brüchiger Hülle bis zu einem, das nur noch aus dem Fasergerüst besteht. Dieses zweite Motiv bringt die Vanitassymbolik noch deutlicher zum Ausdruck. Also diesmal keine auf die Bäume bezogene Symbolik, aber eben doch eine, die an die Zeichenhaftigkeit des Herbstes geknüpft ist. Vor zwei Jahren war mir eine ähnliche Bildaussage mit verschiedenen Kombinationen herbstlicher Weinlaubblätter gelungen, die ich vor dem Hintergrund antiquarischer Buchdeckel platziert hatte. Ein Bild, dessen Symbolqualität fast ausschließlich aus der natürlichen Form selbst heraus erkennbar wird, ist in meinem Portfolio zunächst einmal neu. Die künstliche Manipulation beschränkt sich hier auf das Separieren der einzelnen Hüllen und die Platzierung vor einem nur für Eingeweihte identifizierbaren Hintergrund.

Physalis und Waldrebe

Die Dekorationsprojekte scheinen derzeit endlos. Eigentlich wollten wir es auf den Sonntag verschieben, aber am Abend hat mich die Entdeckerlaune dann doch noch gepackt und ich habe mich an den Physalis-Kranz gewagt. Siehe da, die Stecktechnik mit verschieden großen Haften hat sich als die für diesen Zweck genau richtige herausgestellt. Und es hat Spaß gemacht, durch immer dichter werdendes Gruppieren von Physalis-Trieben die Lampions ziemlich gleichmäßig und deckend anzubringen. Die dann noch vorhandenen Lücken habe ich mit den Fruchttrieben der Waldrebe aufgefüllt, die ich glücklicherweise nach Mittag an der mir bekannten Stelle ausfindig machen konnte. Erstaunlicherweise waren die Fruchtstände noch frisch, die Wolle hat sich noch nicht entwickelt. Das wird sie in den nächsten Wochen am fertigen Kranz nachholen und, so die Idee, einen vollständig bedeckten Kranz hervorbringen. Über die Plastizität des dekorativen Kranzes aus rot leuchtenden Physalis bin ich in dieser Form doch überrascht. Auch wenn die Einzelformen ohnehin diese eindrucksvolle Form, vor allem in Verbindung mit der Signalfarbe, in den Raum stellen. In so dichter Kranzform nebeneinandergelegt, potenziert sich dieser Eindruck gewissermaßen noch. Ich bin jetzt sehr gespannt, wie er sich an der Wand hängend präsentiert, und wie er sich seine Erscheinung mit der Waldrebe verändern wird.

Vielleicht wieder ein goldener Oktober

Gleich zwei Pullover übereinander habe ich heute bei der Holzarbeit draußen getragen. Das zeigt, wie der Herbst trotz des lichtreichen „goldenen“ Oktobertags inzwischen die Macht an sich gerissen hat. Und nicht nur am Verhalten des Feigenbaums ist erkennbar, dass das Baumgrün und die Vitalität der Blüten schon bald Vergangenheit sein werden. Die Strohblumen tragen zwar noch sehr zahlreichen neue Blütenknospen. Allerdings sind die Blüten selbst überwiegend klein und immer häufiger asymmetrisch ausgebildet. Wohl ein Resultat der empfindlich kühlen Nächte und nicht mehr wirklich warmen Tage. Solange das Licht aber bleibt, bin ich mit dem bisherigen Verlauf der Herbstwitterung versöhnt. Ich denke, die Chancen auf einen goldenen Oktober stehen gar nicht so schlecht.

Plastische Formen des Herbstes

Physalis-Fruchthüllen im Herbst
Es sind keine Baumfrüchte, machen aber dem, was mich in dieser Zeit an den Früchten der Pfaffenhütchen so fasziniert, starke Konkurrenz. Formale Wunderwerke, die in ihrer wie vorgeführt wirkenden Vergänglichkeit wie eine Verkörperung des Herbstes wirken. Anders als die Pfaffenhütchen sind die Fruchtblasen der Physalis auch dann, oder vielleicht gerade dann attraktiv und ausdrucksstark, wenn sie im Zerfallsprozess befindlich sind. Aus leuchtendem Rot wird dann Orange und Rostbraun, bis irgendwann nur noch das filigrane weißliche Gerüst übrig bleibt. Eine schrittweise Auflösung ins Nichts.

Kreativer Herbst

Der überaus herbstliche Sonntag war eine Einladung zum kreativen Arbeiten. So konnte ich endlich den geplanten Strohblumenkranz stecken, wobei ich mich für den mit dem kleinsten Durchmesser entschieden habe. Und die Fotoserie mit den zersetzten Physalishüllen war bei dem gedämpften Herbstlicht ebenfalls naheliegend. Jetzt muss für den Kranz noch die richtige Position und Lage gefunden werden. Und die Fotos warten auf eine genauere Durchsicht und Auswahl. Vielversprechende Aufgabe für den Feiertag, der ähnliches Wetter zu bringen verspricht.

Spiegelung innerer Handlungen

Es scheint, dass die Jahreszeit den Blick der Menschen wieder stärker nach innen wendet. Die Veränderungen in der Natur, augenscheinlich an der Laubfärbung und dem Reifen der letzten Früchte der Bäume, wirken sich unmittelbar auf die Seele aus, bestimmen die innere Verfassung, die Art und Richtung der Aufmerksamkeit wesentlich mit. Ich erkenne das u. a. an der wieder wachsenden Resonanz auf die Wunschbaum-Projekte. Die Seiten werden einfach häufiger aufgerufen, weil das Interesse an der Natur durch die Wechselstimmung in der Natur einmal wieder hervorgeholt, in den Fokus gerückt wird. Das freut mich immer, denn damit ist die beste Voraussetzung gegeben, dass die symbolische Kraft der Bäume wirken kann. Diese Wirkung ist ohne ein Mittun der Menschen undenkbar. Es ist ein aktiver Prozess der Aneignung oder Spiegelung innerer Handlungen im Lebenssymbol der Baums.

Markterkundungen und Herbstpläne

Ein handschriftlicher Brief von 1823 ist die älteste Handschrift, die ich bisher auf den Trödelmärkten der Region ausfindig gemacht habe. Das war neben einigen Briefen jüngeren Datums der besondere Akzent des Besuchs bei dem traditionellen Markt an der Landesgrenze. Gelohnt hätte sich der ohnehin, denn allein die Marktatmosphäre dort, das geschäftige Gewimmel von Besuchern und Händlern in den engen Gassen des Weindorfs bei so schönem Frühherbstwetter, ist allein schon ein Geschenk. Ich hoffe, auch im nächsten Jahr wird M. mich dabei begleiten. Für mich ist das nämlich der unausgesprochene Höhepunkt, wenn auch noch nicht der Abschluss der Antik- und Trödelmarktsaison. Bei solchen Erkundungen alter und aus unterschiedlichsten Gründen attraktiver Dinge, kann ich auch wunderbar den sonntäglichen Gedanken freien Lauf lassen, freierem als im Geschäftsalltag ob der vielen Routinen möglich ist. Und so lief parallel zu diesen Eindrücken auch schon die Planung für die nächsten Kreativprojekte rund um die Bäume, die neue Jahreszeit und sogar schon die bevorstehende Adventszeit. Auch für letztere gab es bei einigen Händlern schon frühzeitig Angebote, die allerdings bei so sonnigem und warmem Wetter irgendwie fehlplatziert wirkten. Ein schöner Ausflugssonntag, von denen ich mir noch viele für uns wünsche.

Kreativer Herbst

Der Einundzwanzigste war natürlich ein guter Tag für die lange geplante Präsentation. Man konnte bei allen Teilnehmern eine gewisse Entspannung feststellen, was sehr dabei half, das Projekt auf eine kalkulierbare Schiene zu stellen. Da ich etwas zu früh vor Ort war, habe ich die frühe Vormittagsstunde genutzt, durchs Dorf zu schlendern und die ruhige Atmosphäre dieser Tageszeit einzuatmen. Schön, wie unaufgeregt ein Tag in ländlichen Gefilden beginnen kann, der am Übergang von Spätsommer zu Frühherbst platziert ist. Meine Stimmung ist jetzt schon auf Herbst ausgerichtet. Kreativ habe ich das heute mit einer weiteren Fotosession zum Motivfeld Strohblumen thematisiert, diesmal mit einem dichten Teppich aus getrockneten Strohblumen. Diese Gelegenheit wollte ich nutzen, bevor ich die einzelnen Blüten auf andere Formen, v. a. Kränze übertrage. Das wird die Motivserie dann in einer weitere Variante vervollständigen. So eingestimmt kann ich mir dieses Jahr sehr gut vorstellen, wieder einmal verstärkt die Herbstblätter der Bäume zum Thema zu machen. Es ist eine Zeit, die ein meditatives Herangehen an solche Projekte ermöglicht. Ich hoffe, dafür die jeweils richtigen Zeitpunkte zu finden.

Einstimmung auf den Herbst

Bei dem frühherbstlichen Wetter, das nur wenige Sonnenmomente kennt und zwischendurch immer wieder Regen aus der dichten Wolkendecke fallen lässt, hat die Arbeit draußen etwas Meditatives. Nicht so isoliert und abgeschottet wie im Winter, wenn ich in meiner Kellerwerkstatt tätig bin, dann bei künstlichem Licht. Sondern eben noch im Freien, wo bis mindestens 7 Uhr abends das natürliche Tageslicht noch ausreicht, und von den typischen Geräuschen begleitet, die der Wind im Zusammenspiel mit den Baumkronen, Pflanzen und Vögeln, gemischt mit unvermeidlichen Zivilisationsgeräuschen, an die Ohren heranträgt. Eine Arbeit, bei der man die Zeit leicht vergessen könnte, wenn nicht die eine oder andere Anbindung ans verpflichtende und eng getaktete Tagesgeschäft durchstoßen würde. Aber in seiner Art anrührend und so, dass ich mich sehr gut auf die neue Jahreszeit einstimmen kann.

Ein wenig durchatmen

Die milderen Temperaturen tuen zwischendurch gut, nur mehr Sonne würde ich mir wünschen. Außerdem spart das Gießwasser und gönnt den Pflanzen eine Atempause, in der sie ihren Flüssigkeitsvorrat auffüllen können. Ich hoffe, dass das den Feigen gut tun wird und sie vor allem dicker werden lässt, immer vorausgesetzt die Wärme und Sonne kommt wieder zurück. Ohne das nämlich kann es nichts werden mit der Fruchtreife, mit der der Baum in diesem Jahr ohnehin sehr spät dran ist. Noch kann ich keine auch nur annähernd reife Feige entdecken. Auf unserer Schiefertafel stehen nach wie vor nur zwei Kreidestriche, für die zwei Vorfeigen, die wir vor Monaten gepflückt haben. Nun freue ich mich auf das Wochenende, die ruhige Holzarbeit im Freien und die Versuche, die ich mir bezüglich der richtigen Befestigung der getrockneten Strohblumen vorgenommen habe.

Arbeiten rund um den Wechsel der Jahreszeit

Das Arbeitszimmer ist jetzt wieder deutlich heller, denn die langen und an großflächigen Blättern reichen Triebe der Weinreben sind zurückgeschnitten. Und die Weintrauben bis auf einige wenige vollständig gelesen. Das geschnittene Blattwerk ist in einer konzentrierten Gemeinschaftsaktion auch bereits in Grünzeugsäcke verfüllt, so dass V. sie morgen zur Grünschnittdeponie bringen kann. Insgesamt also ein Weinleseprojekt, das in diesem Jahr nicht mehr als zwei Tage in Anspruch genommen hat. Natürlich stehen noch das Einmaischen, Keltern und Einkellern bevor. Aber das geschieht Schritt für Schritt und wird spätestens Mitte kommender Woche ebenfalls unter Dach und Fach sein. Gut so, denn gewisse Dekorationsvorhaben zum Herbst warten ebenfalls darauf, umgesetzt zu werden. Da ist es beruhigend, die Routinearbeiten schon hinter sich zu haben. Holzarbeiten werden meine nächsten Arbeitstage weitgehend ausfüllen. Eigentlich eine schöne, auf den Wechsel der Jahreszeit bezogene Auslastung unserer Aktivität.

Es wird wieder lichter

Nun ist der erste Abschnitt der Trauben schon gelesen und auch schon zurückgeschnitten. In diesem Teil des Gartens ist dadurch schon alles viel lichter. Gut für die eine oder andere Pflanze, aber schade, weil es das so schön durch Blattgrün gefilterte Licht reduziert. Immerhin hat der Nachwuchsfeigenbaum endlich Luft und kann mehr Sonnenlicht tanken. Und die kleinen Gleditschien konnten im Halbschatten bisher auch nicht zu ihrer Hochform auflaufen. Bei den Strohblumen wird es jetzt schneller gehen, die Blüten werden sich in schnellerem Rhythmus öffnen. Viel Material für die geplanten Dekorationen, mit denen ich jetzt endlich einmal beginnen will. Eine Zeit für die Ernte eben, die in unserem Garten wahrscheinlich erst viel später, so Mitte Oktober, mit den sich aktuell noch schwer tuenden Feigenfrüchten ihren Abschluss finden wird. M. freut sich darauf schon besonders.

Pfaffenhütchen im Stress

Es sind dies die Tage, in denen ich anfange, für die Pfaffenhütchen zu schwärmen. Ich habe bereits erwähnt, dass sie in diesem Jahr wieder zahlreiche Früchte ausgebildet haben. Das Bild der zwischen dunkel- und hellrosa wechselnden Fruchtkapseln ist aber recht wechselhaft. Besonders fällt etwas auf, das ich so noch nie beobachtet hatte. Das Verblassen der Kapseln beginnt gewöhnlich bei dieser Art erst lange, nachdem die orangenen Samenkerne zum Vorschein gekommen sind. Jetzt aber kann man es schon bei noch geschlossenen Hüllen beobachten. Manche Früchte sind vollständig verblasst und farblos, während sich die benachbarten desselben Zweigs normal entwickeln. Vielleicht eine Folge punktuell intensiver Sonneneinstrahlung und weniger der gleichmäßigen Wärme an sich. Ich bin gespannt, wann sie sich öffnen, denn dann wird das Gesamtbild dieses so malerischen Strauchs noch farbenfroher.

Pfaffenhütchenzweig mit teils verblassten Fruchtkapseln

Aussichten für die Weinlese

Beim morgendlichen Blick von oben auf den Walnussbaum habe ich das erste echte Herbstblatt entdeckt. Es war nicht die schwarzrandige Verfärbung, die diese Art gerne schon im Spätsommer zeigt, sondern eine echte herbstliche Braunfärbung, in der alles Chlorophyll bereits abgebaut war. Das bestätigt nur meinen Eindruck, dass der Herbst eigentlich schon präsent ist, auch wenn ab Dienstag eine weitere Phase mit hochsommerlichen Temperaturen und viel Sonne angesagt sind. Neben den wenigen Zwetschgen, die es in diesem Jahr gibt, bedeutet das bei uns vor allem Lesezeit für die hauseigenen Weintrauben. Die werden bei uns schon viel früher geerntet als es in Weinbergen üblich ist. Anders als bei den richtigen Winzern sieht es bei unseren hausnahen Reben gar nicht so schlecht aus in dieser Saison. Sicher wird V. wieder so viel eigenen Wein daraus gewinnen können, dass sein Jahresbedarf damit abgedeckt ist. Bezüglich der Qualität sind wir an unserem Standort ohnehin nicht verwöhnt. Aber die Trauben sind diesmal ziemlich groß, was zumindest eine ausreichende Menge verspricht, zudem wir glückerweise, ganz anders als in den beiden Vorjahren, von der Invasion der Wespen fast vollständig verschont geblieben sind. Und die stibitzenden Vögel konnten durch einige kleine Netze zumindest etwas abgehalten werden.

Lob der Jahreszeiten

Eigentlich ein guter Tag für die Arbeit mit Holz, insbesondere wenn es sich um Ölbaumholz handelt. Denn die Stimmung war schon deutlich eine herbstliche, zwar noch gut geeignet zum draußen Arbeiten, aber eben nicht mehr diese Hochsommerwetter der letzten Wochen, das jeden Bewegung zur Anstrengung werden lässt. So wie heute könnte es immer sein, meinte M. am Nachmittag, und fasste die Familienstimmung des Tages damit zusammen. Aber wörtlich würde ich das nicht gerne nehmen, weiß ich doch die Reize des jahreszeitlichen Wechsels und die Nuancen innerhalb einer Jahreszeit so sehr zu schätzen. Äquatoriale Wetterverhältnisse wären deshalb nicht meine Sache. So vieles, das unsere Beobachtung, unsere kulturelle Verarbeitung, unsere Reflexionen in Bezug auf die Welt der Pflanzen im Allgemeinen und das Leben der Bäume im Besonderen betrifft, würde wegfallen, da die Differenz nicht wahrnehmbar wäre. Nein, die Jahreszeiten sind ein Geschenk und ihr Wechsel unverzichtbarer Bestandteil unserer kulturellen Identität.